Die Welt steht im Bann einer Epidemie.

Sars-CoV-2, ein winziges Virus, zwingt die moderne Zivilisation in die Knie. Die NZZ überschrieb den samstäglichen Leitartikel mit „Plötzlich war nichts mehr wie bisher“.
Grosse Krisen greifen in den Lauf der Geschichte ein. Leitartikler Gujer: „Das Virus wird auf allen Ebenen zu Veränderungen führen und Machtverhältnisse verschieben – innerhalb von Staat und Gesellschaft, aber auch international. (…) Die Welt ist eingestimmt auf Endzeitszenarien.“ Wie wird die Corona-Krise den Lauf der Zeit formen?
Albert Camus beschreibt im Roman „Die Pest“, wie diese Seuche in den 1940er-Jahren in Nordafrika ausbricht und die soziale Ordnung auf den Kopf stellt. Die schlimme Epidemie hinterlässt Leid und Tod.
Hat das die Überlebenden verändert? Was ist die gewonnene Erkenntnis? Camus zeichnet den Weg eines von Gott losgelösten Humanismus. Er stellt das menschliche Mitgefühl ins Zentrum und betont die Ungerechtigkeit, die den Pestkranken widerfahren ist. Schliesslich lässt er einen Arzt sagen, was man von Plagen lernt: „… nämlich, dass es an den Menschen mehr zu bewundern als zu verachten gibt“.
Nach Camus kann die Tragik des Lebens zwar nicht besiegt werden, aber jeder kann dafür sorgen, es wenigstens etwas menschlicher zu machen.
Der Ansatz ist gut, dennoch – mir fehlt der Boden, mir fehlt die Hoffnung! Mir fehlt ein Wort, das über mich hinausreicht, mein Leben umspannt und trägt.
Darauf verweist Carl Friedrich von Weizsäcker: „Die tiefste Erfahrung von sich selbst, zu der der Mensch in seiner Natur und in der Gesellschaft vordringt, lautet nicht Freiheit, sondern Ohnmacht. Die tiefste Erfahrung vom Gelingen menschlichen Lebens ist nicht eine Erfahrung von eigener Macht, sondern von Gnade. Die tiefste Erfahrung des Menschen ist nicht der Mensch, sondern Gott.“ Chefredaktor: Rolf Höneisen ideaschweiz.ch (FB)

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