„Kirchen werden vertröstet“

„Kirchen werden vertröstet“. Das ist leider das Ergebnis des Gesprächs der Kirchenvertreter im Innenministerium. Man versucht von kirchlicher Seite, das Ergebnis nun natürlich schön zu reden; doch de facto heißt das Ergebnis: Die von der Regierung beschlossene Verlängerung des Verbots der Sakramentenspendung in den Kirchen bleibt weiterhin ausnahmslos und uneingeschränkt in Kraft. Die Bundesregierung hatte ohnehin angekündigt, dass sie am 30. April wieder über die nächsten Maßnahmen beraten wird. Versprochen wird nun nur, dass man mögliche Wege zur Lockerung der Beschränkung von Gottesdiensten zum ohnehin von der Bundesregierung angekündigten nächsten Überprüfungstermin „prüfen“ will – genauso, wie dann wohl auch die mögliche Wiedereröffnung von Bordellen überprüft werden wird. Für einen Zeitplan für die Wiedereinführung von Gottesdiensten sei es aber noch zu früh, erklärt die Bundesregierung. So geht man mit einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts um, das ausdrücklich erklärt hatte: „Der überaus schwerwiegende Eingriff in die Glaubensfreiheit zum Schutz von Gesundheit und Leben ist … deshalb derzeit vertretbar, weil die Verordnung vom 17. März 2020 und damit auch das hier in Rede stehende Verbot von Zusammenkünften in Kirchen bis zum 19. April 2020 befristet ist.“ Und jetzt hat man noch nicht einmal einen Zeitplan, wie die Verletzung eines Grundrechts der Verfassung möglichst bald beendet werden kann! Diese Respektlosigkeit gegenüber dem Bundesverfassungsgericht ist wirklich kaum zu fassen. Aber es liegt wesentlich auch an den Kirchen, die sich hier weiter von der Regierung vorführen lassen. Enttäuschend ist in diesem Zusammenhang auch das Arbeitspapier der Deutschen Bischofskonferenz zur „Möglichkeit religiöser Versammlungen“ , in dem die Bischöfe zuerst einmal an sich selber denken: Gleich an erster Stelle wird genannt: „Die öffentlichen Sonntagsgottesdienste werden in den Kathedralkirchen und in den Hauptschiffen der Kirchen (einschließlich der Ordenskirchen) gefeiert, nur ausnahmsweise und unter Voraussetzung ihrer Eignung in sonstigen Gottesdiensträumen (Krypta, Seitenkapelle usw.).“ Als ob das nun das erste Anliegen sein sollte, dass man die Gottesdienste wieder möglichst repräsentativ feiern kann … Nein, es geht um die Versorgung der Gemeindeglieder mit der Heiligen Kommunion! Zu den Taufen wird festgehalten: „Bisweilen legt sich eine Verschiebung nahe.“ Ist die Heilige Taufe nur noch eine feierliche Zeremonie oder heilsnotwendiges Sakrament? Wie sagte der Kommentator des Norddeutschen Rundfunks gestern so treffend: „“Die Glaubensgemeinschaften sollten ihr Grundrecht auf Religionsfreiheit nun offensiv und zugleich verantwortungsvoll einfordern. Denn wer allzu defensiv auftritt, darf sich über einen zunehmenden Substanzverlust in der Gesellschaft nicht beklagen.“ Weil die Kirchen sich nur noch als Bettvorleger der Regierung gerieren, werden nun auch wir weiter darauf warten müssen, dass die Bestimmungen unserer Verfassung wieder in Kraft gesetzt werden und wir endlich wieder den Leib und das Blut des Herrn austeilen und empfangen können!
https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=1082702555450440&id=100011321169840

https://www.domradio.de/…/kirchen-werden-vertroestet-noch-k…?

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