„…Redewendungen wie „Übung macht den Meister“ oder „Der Klügere gibt nach“ dürften nicht mehr gebraucht werden,

„…Redewendungen wie „Übung macht den Meister“ oder „Der Klügere gibt nach“ dürften nicht mehr gebraucht werden, weil die geschlechtsübergreifende Bedeutung nicht mehr gedacht werden darf.
Sätze wie „Frauen sind eben doch die besseren Zuhörer“ könnten überhaupt nicht mehr formuliert werden, da die sprachfeministisch korrekten Versionen „Frauen sind eben doch die besseren Zuhörerinnen“ oder „Frauen sind eben doch die besseren Zuhörerinnen und Zuhörer“ ad absurdum führen würden.
Wo es möglich ist, ersetzt man die Doppelform durch Partizipien wie „Studierende, Lehrende oder Lernende“ oder neue Begriffe wie „Lehrperson“, was ein abstraktes und entfremdendes Deutsch und einen papierenen Stil ergibt.
In einem österreichischen Universitätsmagazin heißt es: „Besorgniserregend ist die Entscheidung des Bildungsministeriums, nur mehr gendergerechte Schulbücher zu approbieren. So liest man in einem Unterstufen[!]-Deutschbuch folgende Aufforderung: ,Eine/r ist Zuhörer/in, der/die andere ist die Vorleser/in. Eine/r liest den Abschnitt vor, der/die Zuhörer/in fasst das Gehörte zusammen.‘“ Man schreibe nie, was man nicht sprechen kann, oder was zu einer Verkrüppelung der gesprochenen Sprache führt….“
Dichter Reiner Kunze: "Sprachgenderismus ist eine aggressive Ideologie"
pnp.de
Dichter Reiner Kunze: „Sprachgenderismus ist eine aggressive Ideologie“
Diese künstliche Sprache ist nur scheinbar „gerecht“. Der Grundfehler ist die (laienhafte) Verwechslung einer grammatischen Kategorie mit menschlichen Persondifferenzierungen. Als jemand, der in seinem Leben an die 30 Sprachen, europäische, semitische, afrikanische usw., studiert hat, (und selbst die Grammtiken zweier afrikanischer Sprachen verfasst hat) kann ich nur den Kopf schütteln über diesen Irrtum. Natürlich will ich Geschlechtergerechtigkeit, aber der Weg über eine Sprachverhunzung ist der falsche, wird auch nie die (Herrschafts-)Verhältnisse ändern können, und verlagert den Fokus auf ein Nebengleis. Die wirklichen Herausforderungen (zum Beispiel das „gender pay gap“ und anderes) werden so nicht angegangen. Gerade deshalb ist es kontraproduktiv. Und außerdem: Sprache kann nie verordnet werden, sie ist ein faszinierendes, fluides Gesamtkommunikationsgeschehen, das nicht regulierbar ist. Ob ich persönlich das gut finde oder nicht: Der Genitiv weicht gegenwärtig dem Dativ an vielen Stellen. Finde ich doof, werde ich aber auch durch Regelungen nicht aufhalten können. Wenden wir uns also den wirklich wichtigen Dingen zu!

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