„Gewaltige Einsamkeit“

Die Rhein-Neckar-Zeitung berichtet im Kulturteil über die Aufführung von Milo Raus’ neuem Dokutheaterstück „Everywoman“ auf einem Salzburger Theaterabend. Der Titel „Everywoman“ legt nahe, dass es sich bei dieser Uraufführung um ein feministisches Statement handelt. Doch darum geht es Rau nicht. Ihm geht es um den Tod und jene „gewaltige Einsamkeit“ im Moment des Dahinscheidens. Das Stück gibt keine Antwort, stellt aber Fragen und provoziert Antworten. Der Autor des Beitrags hat das gut erfasst:

Um der Einsamkeit des Todes zu entrinnen, gibt es eigentlich nur eine Antwort: den Glauben an Gott und die Auferstehung, der schon bei Hofmannsthal nicht viel mehr ist als Erinnerung. Doch seit Gott die Welt und die Menschen endgültig verlassen zu haben scheint, seit sich die Kirchen weniger um das Seelenheil ihrer Schäfchen kümmern als um die Bewältigung weltlicher Skandale, müssen die Schäfchen den Sinn des Todes im Diesseits suchen: Ein Ding der Unmöglichkeit, wie Lardis ebenso engagierter wie hilfloser Monolog über ein alle Zeiten und Menschen verbindendes „Om“-Mantra offenbart, in dem sich Lebende wie Sterbende aufgehoben fühlen sollen.

Tja, die Kirchen sollten wieder anfangen, davon zu reden, dass wir sterben müssen (vgl. Ps 90,12). Wohl dem, der angesichts der gewaltigen Einsamkeit sagen kann: Herr, du bist mein Zufluchtsort für und für. Mehr: www.rnz.de.

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