I. DIE ALTE IDENTITÄT RICHTET SICH ZUGRUNDE

Als erstes heißt es, sich bewußt zu werden, was die alte Identität ausmacht.
Bevor Paulus inhaltlich darauf eingeht, erläutert er, daß das, was er an Ermahnung für die Epheser hat, nicht aus ihm, sondern aus der Sphäre, dem Einflussbereich des Herrn entspringt. Die Autorität, mit der er spricht, ist ihm von Gott gegeben. Er ist der von Gott gerufene Apostel, der das Mandat hat, den Ephesern zu schreiben und sie zu erinnern. Er sagt: „Dies nun sage und bezeuge ich im Herrn“(Epheser 4,17). John Stott schreibt dazu: Der Ausdruck „im Herrn“ bedeutet „im Namen des Herrn“. Er (Paulus) erhebt den ernsthaften Anspruch, daß er ihnen mit der Autorität des Herrn Jesus schreibt. 1Im Herrn werden auch wir auch heute ermahnt. Der Herr selbst ist es, der uns an unsere neue Identität erinnert. Daher laß dein Herz weich werden. Es ist Gott selbst, der durch Sein heiliges Wort spricht. Deshalb laßt uns hören, was Er uns sagen will. Paulus spricht dann von dem Leben der Gottlosen, das den gläubigen Ephesern täglich durch den Lebenswandel ihrer Zeitgenossen vor Augen geführt wurde. Ephesus war Hauptstadt der Römischen Provinz Asien mit einem sehr geschäftigen Hafen. Die Stadt war Hauptsitz des Kultes um die Göttin Diana bzw. auch Artemis genannt. Der Tempel der Diana war nach einer Zerstörung wieder aufgebaut und gehörte zu den 7 Weltwundern. Die Missionierung durch den Apostel Paulus zuvor hatte solch einen Erfolg, daß der Umsatz mit Figuren zurückging und es zum öffentlichen Aufstand gegen Paulus kam.2Die Epheser lebten also immer noch in einer Umgebung, die buchstäblich heidnisch war. Stadt und Menschen waren geprägt vom religiösen Kult. Vor ihrer Bekehrung waren die Gläubigen inmitten dieses Kultes und Teil davon. Sie hatten eine Identität, die nicht in Christus, sondern auf falscher Religion und Gottesferne gegründet war.
Ich denke, daß wir an dieser Stelle eine Parallele zu uns heute ziehen können. Wir leben auch in einer „heidnischen“ Gesellschaft, die sich zwar christlich nennt, aber gottesfern lebt. Und wir sind genauso wie die Epheser versucht, unsere Ziele, unser Verhalten, unsere Gedanken, unsere Motivationen und unser Handeln von diesem ungöttlichen Einfluß bestimmen zu lassen. Einige neigen dazu, diesen Einfluß zu verharmlosen, und vergessen, daß sich die alte Identität zugrunde richtet. Daher erklärt Paulus, was wirklich hinter dem alten Menschen steckt. Er sagt, daß die alte Identität bestimmt wird durch:
-Die Nichtigkeit des Sinnes (Vers 17)
-Verfinsterung des Verstandes (Vers 18)
-Entfremdung dem Leben Gottes (Vers 18)
-Verhärtung des Herzens (Vers 18)
Die Gottlosen wandeln in der Nichtigkeit – oder wie Schlachter übersetzt Eitelkeit – des Sinnes. Eitelkeit ist übermäßiger Stolz, Einbildung und Arroganz. Der Apostel betont einen sehr wichtigen Punkt, nämlich daß alle Bemühungen, die die Heiden hervorbringen, um Glück zu erlangen, in der Enttäuschung enden. William Hendrikson schreibt dazu: Ihr Leben ist ein Nachjagen und nicht erreichen, ein Blühen, ohne Frucht zu bringen. Alle Flüsse fließen in das Meer, aber das Meer wird niemals voll. Das Auge ist niemals befriedigt mit dem, was es sieht, noch das Ohr mit dem, was es hört. All das Jagen nach Reichtum, Ehre, Frohsinn, usw. ist nichts als ein „Haschen nach Wind“ 3 (Prediger 1,14) 4. Dann spricht Paulus von der Verfinsterung des Verstandes. Der Verstand der Gottlosen ist beherrscht von der Sünde. Er wird hier verglichen mit einem Auge, das erblindet ist. Die geistliche Verfinsterung ist aber weitaus tragischer als physische Blindheit, denn der körperlich Blinde weiß und gibt zu, daß er blind ist. Die Person aber, die geistlich blind und moralisch verfinstert ist, ist sogar blind der Tatsache gegenüber, daß sie blind ist5. Nicht nur, daß diese Menschen sich in der Dunkelheit befinden, nein, die Dunkelheit ist in sie eingedrungen. Sie sind nicht nur in der Finsternis, sondern die Finsternis hat Einzug in ihr Herz und ihren Verstand gehalten. Paulus erklärt weiter, daß die Heiden in der Entfremdung vom Leben Gottes wandeln. Sie haben nicht Teil am Leben Gottes, das die Quelle des ewigen Lebens ist. Und ihre Herzen sind verhärtet. Das wahre Zentrum ihres Wesens ist durch ihre Taten verhärtet. Hier schließt sich die Frage an, ob du dich noch, ob Sie sich noch mit diesen Wesenszügen identifizieren. Ist dein/Ihr Leben von dieser Art geprägt? Und die, die von sich sagen können, daß Gott ihnen in Seiner Güte eine neue Identität in Christus verschafft hat, dürfen bei dem Reflektieren dieser Gedanken Gott von Herzen danken, daß Er Sünder wie dich und mich auserwählt und in Seiner Gnade berufen hat. Darum wollen wir und haben wir das herzliche Verlangen, gemäß der Berufung würdig zu wandeln, mit der wir berufen worden sind. Dies führt uns nun zu der Frage nach der neuen Identität. Hier sagt uns der Text, daß die neue Identität nach Gott geschaffen ist.
1 Stott, John R. W. “The Message of Ephesians”
2 Apostelgeschichte 19, 23 ff.
3 William Hendriksen, „New Testament Commentary, Exposition of Ephesians“, BakerAcademic, Seite 209 4 Prediger 1, 14: „Ich betrachtete alle Werke, die unter der Sonne gemacht werden, und siehe, es war alles eitel und ein Haschen nach Wind!“5 Johannes 9, 40-41:„Das hörten einige der Pharisä-er, die bei ihm waren, und fragten ihn: Sind wir denn auch blind? Jesus sprach zu ihnen: Wärt ihr blind, so hättet ihr keine Sünde; weil ihr aber sagt: Wir sind sehend, bleibt eure Sünde“
https://bibelkreismuenchende.wordpress.com/2020/12/15/die-neue-identitat-in-christus/

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