II. DIE NEUE IDENTITÄT IST NACH GOTT GESCHAFFEN

In Vers 20 setzt Paulus den Kontrapunkt: „Ihr aber habt Christus nicht so kennengelernt“(Epheser 4,20). Hier kommt das Evangelium von Jesus Christus. Hier spricht er von der Veränderung des Wesens, von der neuen Identität. Ihr seid anders geprägt worden! Ihr ward einmal in diesem verfinsterten Zustand, nun aber ist jemand gekommen, der euch von
– der Nichtigkeit und Eitelkeit des Sinnes,
-der Verfinsterung des Verstandes,
-der Entfremdung vom Leben Gottes und
-der Verhärtung des Herzens befreit hat.
Ihr habt Christus kennengelernt! Christus kennenzulernen heißt nicht, ausschließlich etwas über Ihn zu lernen. Man kann ein Experte im Wissen über Martin Luther sein und unheimlich viele Fakten über ihn angesammelt haben. Das alles kann geschehen, ohne daß man ihn persönlich kennengelernt hat. Bei den Ephe-sern ist das anders. Sie sind nicht nur über Christus gelehrt worden, und sie haben nicht nur in dem Leben derer, die sie gelehrt haben, beobachtet, was Christus bewirken kann, sondern sie selbst haben durch den Akt des Geist gewirkten Glaubens Jesus in ihr Herz aufgenommen. Freudig haben sie sich taufen lassen. Durch stetiges Verharren in der Gnade, durch Gebet und durch Antworten auf Gebet, durch tägliches Leben gemäß den Prinzipien der Wahrheiten des Evangeliums haben sie Christus kennengelernt, ja, Christus selbst. Ihr habt Ihn „kennengelernt“ ist das Ergebnis eines Lernprozesses – ein Lehnsprozess mit Herz und Verstand. Gläubige werden nicht auf einen Schlag in allen Bereichen total verändert. Sie lernen. Bei der Wiedergeburt erfolgt durch die Kraft Gottes eine grundlegende Veränderung in dem Gläubigen. Die Gerechtigkeit Christi wird ihm zugerechnet. Gott sieht nicht mehr seine Unzulänglichkeit, sondern Er sieht Christus. Das ist eine unveränderliche Zusage und Tatsache. Ab diesem Augenblick gibt es „jetzt keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind“ (Römer 8,1). Dieser durch das Blut Jesu gesicherten Veränderung folgt ein stetiges Wachstum in der Heiligung. Hier kommt uns unser Text zur Seite und hilft uns, daran zu denken, daß die alte Identität Vergangenheit ist. Warum nach altem Muster leben, wenn eine neue Natur in dir ist? Was die Epheser gelernt haben, ist, daß sie den alten Menschen abgelegt haben, erneuert werden im Geist ihrer Gesinnung und den neuen Menschen angezogen haben. In einem gewissen Sinn haben wir den alten Menschen abgelegt und den neuen angezogen, als wir unser Herz Jesus gaben. Aber diese grundlegende Bekehrung (ihr habt abgelegt) muß von täglichen Bekehrungen gefolgt werden (erneuert werdet in dem Geist eurer Gesinnung). Obwohl der Gläubige eine neue Schöpfung geworden ist, bleibt er ein Sünder, bis er stirbt. Dies läßt uns demütig sein. Wir haben nichts erreicht. Außerhalb von Jesus bleibt uns nichts zum Rühmen. Es ist nicht einfach, das alte Wesen, mit dem die Epheser für Jahre vertraut waren, auszuziehen. Das alte Wesen loszulassen, ist hart und schmerzhaft. Es bedarf in der Tat einer Kreuzigung.6Es geht hier nicht nur um die „großen“ Sünden wie Mord und Totschlag, sondern es geht um die „anerkannten“ Sünden, Sünden, die wir täglich tun, über die wir uns aber nicht bewußt sind oder nicht bewußt sein wollen. Wie sieht es zum Beispiel mit der Angst aus? Angst ist eine Sünde. Angst ist ein Ausdruck, Gott nicht zu vertrauen. Jesus sagt: „Fürchtet euch nicht“ (Matthäus 10,31; Lukas 12,7). Paulus schreibt:„Seid um nichts besorgt, sondern in allem sollen durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kund werden“ (Philipper 4,6). Angst ist Unglaube. Wenn ich Angst habe, glaube ich nicht, daß Gott mein Versorger ist, daß Er Seine schützende Hand über mich hält und alles tut zu meinem Besten. Ich höre nicht auf Ihn und schenke etwas in meinem Leben mehr Glauben als Seinem Wort. Hast du Angst um dein Kind in der Schule? Ob es gesund nach Hause kommt? Oder Angst um deinen Ehepartner, wenn er wieder mit dem Auto unterwegs ist? Vielleicht hast du Angst vor der Zukunft aufgrund der Krankheitsdiagnose, die dich ereilt hat. Ich kenne Angst und Sorge und rufe mir selbst wie auch dir zu: Unsere Identität ist in Christus! Daher laßt uns gemäß dieser Identität leben und Ihm vertrauen, der die Welt überwunden hat! Wie sieht es mit der Frustration aus?Frustriert zu sein heißt, ärgerlich und böse auf den oder das zu sein, was unsere Pläne durchkreuzt. Der Frust kommt in uns hoch, wenn zum Beispiel das Auto nicht anspringt, obwohl ein wichtiger Termin anliegt. Im Augenblick der Frustration glauben wir nicht an Gottes Regierung über jeden Tag und damit auch jedem Detail unseres Lebens. Der Psalmist bringt Gottes Kenntnis und aktive Gegenwart an jedem unserer Lebenstage auf den Punkt, wenn er schreibt: „Meine Urform sahen deine Augen. Und in dein Buch waren sie alle eingeschrieben, die Tage, die gebildet wurden, als noch keiner von ihnen da war“ (Psalm 139,16).Jerry Bridges schreibt dazu in seinem Buch „Respectable Sins“: „Tage, die angeordnet (gebil-det) wurden“ bezieht sich nicht nur auf die Län-ge meines Lebens, sondern auch auf alle Vorkommnisse und Umstände an jedem Tag in meinem Leben. … Wenn etwas geschieht, daß mich zur Frustration verleitet, zitiere ich Psalm 139, 16 und sage zu Gott: „Dieser Umstand ist heute Teil deines Planes für mein Leben. Hilf mir, im Glauben darauf zu antworten und deinen Willen für mein Leben anzuerkennen. Und gib mir Weisheit, der Situation zu begegnen, die in mir Frustration bewirkt.“ Ein solches Gebet drückt einen Lebenswandel gemäß der neuen Identität aus. Es gibt eine lange, lange Liste von Sünden, die uns verleiten wollen, nach den Regeln des alten Menschen zu leben wie zum Beispiel Unzufriedenheit, Undankbarkeit, Stolz, Selbstsucht, mangelnde Selbstkontrolle, Ungeduld, Zorn, Neid, Sünde der Sprache, Weltlichkeit, Lust, Ehebruch. Gott ruft uns heute zu einem unserer Berufung würdigen Leben! Ich möchte nicht schließen, ohne unseren Blick auf unseren Retter zu lenken. Ja, deine Schuld ist groß. Sie ist schwarz. Aber es ist Einer gekommen, zu sterben für dich. Sie, die Sünden, sind dort an dem Kreuz, sie sind fort durch das Kreuz! Preis Gott für die neue Identität! Er starb für dich. John Newton, der die bekannte Hymne „Ama-zing Grace“ schrieb, war früh in seinem Leben ein Sklavenhändler und sogar Kapitän eines Schiffes, das gefangene Afrikaner nach Amerika transportierte. Aus medizinischen Gründen verließ er die Seefahrt, wurde ein Zollbeamter, studierte Theologie und wurde schließlich ein Diener am Wort des Herrn. Aber sogar als Geistlicher vergaß er niemals die schreckliche Natur seiner Sünde als ein Sklavenhändler. Am Ende seines Lebens sagte Newton zu einem Freund: Meine Erinnerung sind nahezu verschwunden, aber ich weiß zwei Dinge: Ich bin ein großer Sünder, und Christus ist ein großer Retter.Der Apostel Paulus schreibt in 1. Timotheus 1, 15: „Das Wort ist gewiß und aller Annahme wert, daß Christus Jesus in die Welt gekommen ist, Sünder zu erretten, von welchen ich der erste bin.“ Paulus erkannte, daß er immer noch ein Sünder war. Aus diesem Grund erinnert er die Epheser, sich mit Christus zu vereinigen und durch Seine Kraft ein Leben gemäß der neuen Identität zu leben. Dies wünsche ich uns allen, auf daß Gottes Ehre groß werde. Amen!

(6)Römer 6,6: „Da wir dies erkennen, daß unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde abgetan sei, daß wir der Sünde nicht mehr dienen.“

https://bibelkreismuenchende.wordpress.com/2020/12/15/die-neue-identitat-in-christus/ https://bibelkreismuenchende.wordpress.com/2020/12/16/i-die-alte-identitat-richtet-sich-zugrunde/


https://www.arche-gemeinde.de/fileadmin/Media/Print/Kanzeldienst/2008/06/P080629M.pdf

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