Follower

Durch die social media sind die zivilisatorischen Umgangs- und Beziehungsformen um eine ganze Reihe von Formaten erweitert worden. Jeder, der einen Account auf Facebook, Tiktok, Twitter oder derlei hat, kann einen Kreis von Interessenten sein Eigen nennen, die das, was er bzw. sie gerade postet, für ansehens- oder wenigstens bemerkenswert halten oder nur so tun, als ob sie das täten. Die Bezeichnung dafür ist Follower. Mit dem zahlenmäßigen Umfang der Follower lässt sich rein quantitativ so etwas wie die soziale Potenz eines Menschen vermuten. Sein digitales Gesellschaftsgewicht, sozusagen. Der Index für den „social impact“, um es auf Neudeutsch zu sagen. Natürlich ist diese Angabe nicht sehr präzise. Was bedeutet es, wenn jemand 3 Millionen Follower hat? Warum jemand einem anderen folgt, kann schließlich sehr verschiedene Gründe haben. Von echtem Interesse bis hin zu sittenwidrigem Stalking kann bekanntermaßen alles dabei sein. Dem aufgerichteten Daumen im Display sieht man es nicht an. Auch wie lange dieses Followership anhält, ist eher von Temperament und Luftfeuchtigkeit abhängig als von belastbaren Kennzahlen.
Interessant ist der Umstand, dass der Follower meistens nicht viel von sich mitteilen muss. Und er seinerseits informationell natürlich nur von dem lebt, was die Person, der er folgt, an Posts und Informationen in die digitale Öffentlichkeit gibt. So werden die rießigen Zahlen an Followern, die manche Influencer vorweisen können, schnell verständlich. Es sind technisch formalisierte Verhältnisse, die da gezählt und ausgewertet werden, um es ganz vorsichtig auszudrücken. Für mehr hat man im Grunde auch gar keine Zeit. Beziehungen sind bekanntermaßen aufwendige Angelegenheiten. Jesus dagegen hatte 12 Follower allerdings alle mit Klarnamen.
Sören Kierkegaard hat das einmal so beschrieben:
Jesus will keine Bewunderer, er braucht Nachfolger. (In diesem Fall keine (Bewunderer)Follower.)
Den Follower rühmen die großen Taten Jesu in der Welt von gestern. Die Nachfolger wissen, dass Jesus in der Welt von heute anwesend sein will. Die Follower gehen einer letzten Entscheidung für Jesus geschickt aus dem Wege. Die Nachfolger verbinden ihr Schicksal vorbehaltlos mit dem Schicksal Jesu. Die Follower sind heute begeistert von Jesus und morgen von einem anderen. Die Nachfolger können ihren Herrschaftswechsel nicht mehr rückgängig machen. Die Follower fragen: Was habe ich von Jesus? Die Nachfolger fragen: Was hat Jesus von mir? Die Follower sonnen sich gern und oft im Glanz von Jesus. Die Nachfolger wenden sich gern willig dem Elend der Welt zu. Nein – Jesus will keine Follower, auf sie kann er gern verzichten – auf Nachfolger nicht. Die Follower rühmen die großen Taten Jesu in der Welt von gestern. Die Nachfolger wissen, dass Jesus in der Welt von heute anwesend sein will. Die Follower gehen einer letzten Entscheidung für Jesus geschickt aus dem Wege. Die Nachfolger verbinden ihr Schicksal vorbehaltlos mit dem Schicksal Jesu. Die Follower sind heute begeistert von Jesus und morgen von einem anderen. Die Nachfolger können ihren Herrschaftswechsel nicht mehr rückgängig machen. Die Follower fragen: Was habe ich von Jesus? Die Nachfolger fragen: Was hat Jesus von mir? Die Follower sonnen sich gern und oft im Glanz von Jesus. Die Nachfolger wenden sich gern willig dem Elend der Welt zu. Nein – Jesus will keine Follower, auf sie kann er gern verzichten – auf Nachfolger nicht.

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