Das Neue Testament ist das revolutionärste Buch der Weltliteratur

„Weizsäcker hat vor zwei Jahren in seiner Rede in der Paulskirche das Neue Testament das revolutionärste Buch der Weltliteratur genannt. Das ist wahr. Woher kommt es eigentlich, daß daraus im Laufe der Kirchengeschichte das konservativste Buch der Weltliteratur geworden ist, was es in sich nicht ist? Aber es ist das Buch, mit dem man Todesstrafe, Obrigkeitsstaat, ewiges Bleiben von reich und arm, Kapitalistenausbeutung und Ausgebeutet-Sein etwa, marxistisch geredet, alles begründen kann. Woher kommt es, daß, wenn eine Vision wie die des Sozialismus auftaucht, im 19. Jahrhundert, die Christen nicht dorthin strömen und sagen: Das ist unsere Sache? Da wollen wir dabei sein. – Diskussionsbeitrag nach Rudolf Augsteins Vortrag „So stell ich mir die Christen vor“ am 29. Januar 1965 in der Kongreßhalle Berlin. Einlage im SPIEGEL 10/1965 vom 3. März 1965“ — Helmut Gollwitzer

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