Lob der Langeweile

Die Tragödie der Wohlstandsgesellschaft besteht darin, dass viele mit der freien Zeit, die sie sich immer gewünscht haben, nichts anzufangen wissen. Und jede Form von Unterhaltung bietet Ablenkung durch Abwechslung. Man könnte sagen, dass Unterhaltung eine Auszeit darstellt, in der ich vor mir selbst fliehen kann. Könnte es sein, dass der reizarme Gottesdienst in einer Zeit, in der wir uns zu Tode amüsieren, zutiefst heilsam ist? Könnte es sein, dass im geduldigen Aushalten der Langeweile große Kraft und Energie steckt? Johann Wolfgang von Goethe begrüßte die Langeweile als „Mutter der Musen“, der man Zeit geben muss, damit sie einen küsst. Vielleicht kommen den Menschen die besten Einfälle beim Lungern auf dem Sofa, beim Aus-dem-Fenster-Gucken oder auch im Gottesdienst? Peter Schaal-Ahlers

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