»Wozu wir auf Erden sind«

Hast du uns Haus und Gut gegeben,/ hast du uns arm und leer gemacht -,
das milde und das harte Leben,/ sind beide, Herr, von dir bedacht.
Was du uns nimmst,/ was du uns schenkst,/ verkündet uns, dass du uns lenkst.

Du lässt den einen durch Geschlechter/ von Kind zu Kindeskind bestehn.
Den andern lässt du wie durch Wächter/ von allem abgetrennt vergehn.
Durch Fülle und durch Einsamkeit/ machst du uns nur für dich bereit.

Auf Feldern, die sich fruchtbar wiegen,/ in kargem Halm auf armem Sand
muss doch der gleiche Segen liegen:/ Du sätest sie mit deiner Hand.
Und was du schickst,/ ob Glück, ob Angst,/ zeigt stets, wie du nach uns verlangst.

Der Lebensbaum im Garten Eden,/ der Dornbusch, der dich glühend sah,
sind beide nur das eine Reden:/ Der Herr ist unablässig nah.
Und alles, was der Mensch vollbringt,/ ist Antwort, die dein Ruf erzwingt.
Jochen Klepper (1903-1942)

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