Ein merkwürdiger Triumphwagen

Ein merkwürdiger Triumphwagen fährt durch die Zeiten hin. Christus sitzt darauf, mit Dornen gekrönt, mit Schmach beladen, mit Geißeln zerschlagen, mit Blut bespritzt. In der Linken trägt er das Kreuz, in der Rechten die beiden Testamente. Freudig und rüstig haben sich die Apostel in das Joch gespannt, um den Zug zu bewegen; ihnen voraus schreiten die Patriarchen und Propheten. Zu beiden Seiten des Wagens gehen große Schaaren der Märtyrer und neben ihnen die Lehrer der Kirche mit aufgeschlagenen Bibeln. Als Gefolge erblickt man eine unzählbare Menge Menschen beiderlei Geschlechts aus verschiedenen Ständen und Völkern, Juden und Heiden, Reiche und Arme, Gelehrte und Ungebildete. Sie alle jubeln und klatschen vor Freuden in die Hände. Rings um den Zug aber stehen große Hausen von Feinden, Kaiser und Könige, Fürsten, Weise und Große dieser Welt mit Völkern von allen Zungen, mit Sclaven und Freien, Männern und Frauen; und unter gewaltiger Anstrengung stürmen sie auf die Schaar der Frommen ein. Allein mit ihrer Macht ist nichts gethan. Die Götzenbilder stürzen und werden zertreten; das Kreuz Christi siegt und führt das Gefängniß gefangen. Girolamo Savonarola https://www.glaubensstimme.de/doku.php?id=autoren:s:savonarola:savonarola-zitate

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