Halleluja

„ Können Sie, Herr Professor, uns sagen, wie man angesichts von Auschwitz, von Bergen –Belsen, von Buchenau heute überhaupt noch an einen allmächtigen Gott glauben kann und „ Hallujah“ singen kann?“ – Es entstand eine große Stille im Audimax. Professor Thielicke räusperte sich und sagte dann entschlossen: „ Das ist eine wichtige und bedrängende Frage. Ich habe keine Antwort darauf, die meinen und Ihren Intellekt befriedigt . Aber ich kenne eine Frage, die mich noch mehr umtreibt. „ Können Sie mir sagen, wie es dazu kommen konnte, dass in den Konzentrationslagern, in Auschwitz, in Bergen-Belsen und in Buchenau immer noch Menschen waren, die selbst in den Gaskammern noch das „Halleluja“ gesungen haben?“ „ Halleluja“ das ist ja die deutsche Transkription des hebräischen „halel-Jah“, das sich aus dem Imperativ Plural von „halel“ ( preisen, loben, verherrlichen) und „Jah“, der Kurzform des biblischen Gottesnamens „ Jahwe“ zusammensetzt. Es bedeutet also: „ Preiset, lobet Jahwe!“ – „Lobet den Herrn!“ Das gebrochene Halleluja Predigt zu 2.Korinther 4, 5-12 am Sonntag, den 19. August 2012 Braunschweiger Friedenskirche- Pastor Dr. Heinrich Christian Rust

Gott ist Liebe

Es ist wichtig, nicht zu denken oder zu sagen: ′′ Liebe ist Gott „. Das wird uns dazu führen, dass wir jede unbewegliche Idee oder Erfahrung, die wir als Liebe betrachten, anzubeten Liebe kann nicht von Wahrheit oder Gerechtigkeit getrennt werden. Liebe ist keine Emotion, sondern eine Reihe von Handlungen, die die Geliebten im Sein ermutigen und unterstützen, die Gott will, dass sie sind. Liebe kann sanft oder gewalttätig sein, ermutigend oder zurechtweisend. Liebe muss frei sein, unabhängig von unseren Gefühlen zu arbeiten. Wenn wir in Liebe und Gebet handeln, werden unsere Gefühle in den Fokus geraten. Wir brauchen Gott, um uns beizubringen, wie man liebt. Ellis H.Potter

Wie tief kann ich fallen, wenn alles zerfällt, wenn Brücken und Stützen verschwinden? Wie lang muss ich laufen auf dieser Welt, um sicheren Boden zu finden? Nie tiefer als in Gottes Hand, nie länger als in seine Nähe. Nie bau ich mein Leben auf Sand, wenn ich jeden Schritt mit IHM gehe. Manfred Siebald

“dass ich mir mein Leben nicht selbst sauer mache” – Ein Gebet für alle, die im Pfarrdienst stehen

Das folgende Gebet wurde um 1620 von Friedrich Balduin verfasst. Aber es bietet Anregungen, wie auch heute noch gebetet werden kann.
 O allmächtiger Gott, barmherziger himmlischer Vater, ich danke dir von Herzen, dass du mich armen unwürdigen Menschen aus lauter Gnade an diesen Ort gebracht und mir Kirche und Schule anvertraut hast. Dein heiliger Name sei dafür gelobt und gepriesen in Ewigkeit. Ich bitte dich herzlich, regiere mich stets mit deinem heiligen Geist. Gib mir Weisheit und Verstand, Einsicht, Urteilsvermögen und Gedächtnis, dass ich meinem Amt in allen Stücken – mit Predigen, Lesen, Diskutieren und Schreiben – wohl vorstehe und mich so verhalte, dass du, lieber Gott, und alle frommen Leute ein herzliches Wohlgefallen an meinem Tun und Lassen haben und durch meinen Dienst viele Menschen zur ewigen Seligkeit befördert werden. Gib Gnade, o Herr Gott, dass ich nichts Anderes lehre und selbst verwerflich werde, sondern in Lehre und Leben meinen Zuhörern in Kirche und Schule ein gutes Beispiel gebe und viele tausend Menschen zu dir führe, dass ich mit ihnen die ewige Freude und Seligkeit genießen möge. Ach lieber Herr Gott, gib mich nicht dem Willen meiner Feinde preis, errette mich aus ihren Händen. Regiere ihr Herz, dass sie friedlich und sanftmütig mit mir leben. Regiere auch mein Herz mit dem Geist des Friedens und der Einigkeit, dass auch ich mich mit jedermann friedlich und wohl vertrage, niemandem Ursache zum Zank gebe, das Unrecht mit Geduld überwinde und mir mein Leben nicht selbst sauer mache. Gib mir einen gesunden Leib. Nimm alle Beschwerungen aus meinen Gliedern. Herr unser Gott, sei du mein Arzt, lindere meine Schmerzen und wenn es dein Wille ist, nimm mich nicht hinweg in der Hälfte meiner Lebenszeit, sondern lege mir Jahre und Tage zu nach deinem Wohlgefallen. Es sei deiner Kirche und meinen Kindern zum Besten. Behüte mich vor falscher Lehre. Erhalte mein Herz bei dem Einen, dass ich deinen Namen fürchte, und bei deiner Wahrheit beständig bis an mein Ende verharre. Gib all den meinen, was uns an Seele und Leib nützlich und gut ist. Behüte uns vor Feuer und Wassersnot, vor Dieben und bösen Nachbarn, vor Krankheit und Seuchen und lass uns die Gesegneten des Herrn sein und bleiben. Gib deiner Kirche den erwünschten Frieden, wehre den Kriegen, damit wir in stiller Ruhe und Frieden, wie es Christen gebührt, unser Leben vollenden. O lieber Herr Gott, lass nicht zu, dass ein einziger meiner Zuhörer, die du in Kirche und Schule mit anvertraut hast, verloren geht! Heilige sie in deiner Wahrheit, dein Wort ist die Wahrheit. Lass mich mit ihnen dermaleinst in Freuden ewig leben. Das alles wollest du, o barmherziger Vater, aus Gnade tun, um das teure Verdienst und starke Vorbild deines lieben Sohnes Jesus Christus willen, der mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit. Amen.
Aus: Erausmus Schmidt, Oratio Funebris, Wittenberg 1627
https://lutherischeslaermen.de/2020/09/25/dass-ich-mir-mein-leben-nicht-selbst-sauer-mache-ein-gebet-fuer-alle-die-im-pfarrdienst-stehen/

Billige Einheit

„Die sichtbare Einheit der Kirche ist ein ureigenes Anliegen der Christen, aber nur so lange sie nicht auf Kosten der Lehre angestrebt wird. Jesus hat für die Einheit seines Volkes gebetet, aber auch für ihre Bewahrung vor Bosheit und Lüge. Wir haben kein Mandat von Christus, Einheit ohne Reinheit (der Lehre wie der Lebensführung) herzustellen.  
Genauso wie solche „billige Einheit“ gibt es auch „billige Evangelisation“, die das Evangelium verkündet, ohne über die Kosten der Jüngerschaft aufzuklären, und zum Glauben aufruft, ohne den Schritt der Buße zu gehen. Solche Abkürzungen sind unzulässig, weil seie den Evangelisten zu einem Betrüger machen, das Evangelium verramschen und die Sache Christi beleidigen.“ John Stott, Die Bergpredigt, Seite 53

Gibt es noch Wunder?

Der herrschende Zeitgeist findet nichts schlimmer als Dogmatismus. Gleichzeitig bildet er eine verschworene Glaubensgemeinschaft, die sich rund um eine kleine Anzahl aufgeklärter Dogmen versammelt, deren Heiligstes der Satz ist: „es gibt keine Wunder!“ Wunder gelten als Relikte eines magischen Zeitalters, hysterische, massenpathologische Phänomene, mit denen sich das Niedervolk in Lourdes und die Yellowpress abgeben mag. Nicht zuletzt den Theologen sind die Wunder nur noch peinlich; und sie sehen darauf, dass wenigstens die Bibel von solchem Spuk gereinigt wird. In steigendem Maße ist man bereit, die Wunderberichte der Evangelien als bloß symbolisch zu verstehende Ereignisse zu betrachten. „Nur symbolisch“ heißt: Geschehen ist nicht, die Erzählung soll aber sagen, wie wichtig Jesus war. Aus dem Buch Jesus von Klaus Berger (Prof. in Heidelberg)

Gott vor der Tür

Gott wird keine Tür aufbrechen, um einzutreten.
Vielleicht schickt er einen Sturm um das Haus; der Wind einer Vorwarnung mag Türen und Fenster sprengen, ja das Haus in seinen Fundamenten erschüttern; aber ER kommt nicht dann, nicht so.
Die Türe muß von freiwilliger Hand geöffnet werden, bevor der Fuß der Liebe über die Schwelle tritt. Gott wartet, bis die Tür von innen aufgeht.
Jeder Sturm ist nur ein Angriff der belagernden Liebe.
Der Schrecken Gottes ist nur die Kehrseite seiner Liebe; es ist die Liebe draußen, die innen sein möchte. – Liebe, die weiß, das Haus ist kein Haus, nur ein Ort, fsolange ER nicht eintritt. C. S. Lewis; aus: Die Weisheit meines Meisters
„Siehe, ich stehe an der Tür und klopfe an; wenn jemand meine Stimme hört und die Tür auftut, zu dem werde ich eingehen und das Abendbrot mit ihm essen, und er mit mir.“ Offenbarung 3,20

Bible Principles and Applications

Many people ask if the Bible is “relevant” today. The principles of the Bible are eternally true. The applications of the principles are culturally specific. For instance, Jesus taught his disciples to wash each other’s feet. The principle behind this is humble, practical daily service. In most Churches today foot washing has been reduced to an annual ceremony, so the principle is lost. A better application today would be “wash each other’s dishes”. We should not ask how the Bible is relevant to our culture but how our culture is relevant to the Bible. Don’t fit the Bible into your life. Fit your life into the Bible.
Bibelprinzipien und Anwendungen
Viele Leute fragen, ob die Bibel heute ′′ relevant ′′ ist. Die Prinzipien der Bibel sind ewig wahr. Die Anwendung der Prinzipien ist kulturell spezifisch. Zum Beispiel brachte Jesus seinen Jüngern bei, sich gegenseitig die Füße zu waschen. Das Prinzip dahinter ist bescheidener, praktischer täglicher Service. In den meisten Kirchen wurde heute Fußwaschen auf eine jährliche Zeremonie reduziert, so dass das Prinzip verloren geht. Eine bessere Anwendung wäre heute ′′ gegenseitig abwaschen „. Wir sollten nicht fragen, wie die Bibel für unsere Kultur relevant ist, sondern wie unsere Kultur für die Bibel relevant ist. Passen Sie nicht die Bibel in Ihr Leben. Passe dein Leben in die Bibel. Ellis H. Potter

Am Ende steht die Gnade

Mit meiner ganzen Seele erfasse ich die Gnade, die (Gott) durch Jesus Christus erwiesen hat, indem er Sühnung tat für meine Sünden durch die Verdienste seines Todes und seiner Leiden, dass er auf diese Weise Genüge getan hat für alle meine Verbrechen und Fehler und sie aus seinem Gedächnis gelöscht hat. […] Ich bekenne, unzählige Male versagt und mein Amt nicht richtig ausgeführt zu haben; und hätte er mir nicht in seiner grundlosen Güte beigestanden, wäre all mein Eifer umsonst und vergeblich. […] Aus all diesen Gründen bezeuge und erkläre ich, dass ich auf keine andere Sicherheit für meine Erlösung vertraue als auf diese, und nur auf diese: Weil nämlich Gott der Vater der Barmherzigkeit ist, wird er sich mir als ein solcher Vater erzeigen, mir, der sich selbst als elender Sünder bekennt.
Gefunden in: Piper, John, Überwältigt von Gnade. Aurelius Augustinus, Martin Luther, Johannes Calvin, S. 43.

Limits of Freedom

My freedom to swing my fist ends at your nose. My freedom of speech ends at lying and slander. When we understand, and respect the forms of mechanics, physics and aerodynamics we become free to fly across the ocean. If we ignore or violate the forms, we crash. If we go outside the forms God gives us for life, we move toward death. We choose some limits. Some are made by God or the society we live in. If we try to live only within the limits we choose for ourselves we will destroy ourselves and others.
Grenzen der Freiheit
Meine Freiheit, meine Faust zu schwingen, endet vor deiner Nase. Meine Redefreiheit endet mit Lügen und Verleumdung. Wenn wir die Formen der Mechanik, Physik und Aerodynamik verstehen und respektieren, können wir frei über den Ozean fliegen. Wenn wir die Formen ignorieren oder verletzen, stürzen wir ab. Wenn wir außerhalb der Formen gehen, die Gott uns für das Leben gibt, gehen wir in Richtung Tod. Wir wählen einige Grenzen. Einige werden von Gott oder der Gesellschaft gemacht, in der wir leben. Wenn wir versuchen, nur innerhalb der Grenzen zu leben, die wir für uns selbst wählen, werden wir uns und andere zerstören. Ellis H.Potter

Lachen und Weinen

In der Nachfolge Jesu lebt die Gemeinde als Seelsorgerin nicht ein entrücktes Dasein, sondern kennt sich als ein wissendes Stück der versöhnten Welt, nimmt in der Nachfolge Jesu teil an der Lust und am Weh der Welt Sie steht unter der Mahnung: »Freuet euch mit den Fröhlichen, weinet mit den Weinenden« (Röm 12,15). Die Gemeinde weiß zwar um die Kürze der Zeit, die das Lachen und Weinen relativiert (1Kor 7,29 f); aber sie wird deshalb nicht gemahnt, das laute Lachen der Welt zu temperieren. Sie wird ausdrücklich zuerst zum Mitlachen und dann auch zum Mitweinen aufgerufen, d.h. sie soll teilnehmen, herzlich teilnehmen an den Freuden und Leiden der Kreatur. Nur im Mitlachen und Mitweinen, im Mitfühlen mit den Weltkindem kann die Gemeinde ihr Amt der Seelsorge ausüben. Gerade dies haben wir in der Kirche weithin verlernt, daß es eine Seelsorge des Mitlachens gibt. »Schmunzeln ist auch eine Gnade, von der leider die Theologen nicht schreiben.«
Rudolf Bohren (Dem Worte folgen, 1969, S. 100–101)