Jesus als Schlüssel zur Freiheit

Ich habe festgestellt, dass Jesus Christus der Schlüssel zur Freiheit ist. Und das ist der fünfte Grund, weshalb ich Christ bin. Viele Menschen sind regelrecht getrieben von der Suche nach Freiheit. Bei den einen geht es um die nationale Freiheit, um die Emanzipation von einem kolonialen oder neokolonialen Joch. Für andere ist es die bürgerliche Freiheit, die Freiheit von Armut, Hunger und Arbeitslosigkeit. Doch für uns alle kennzeichnend ist vor allem die Suche nach persönlicher Freiheit. Selbst diejenigen, die am entschiedensten für jene anderen Freiheiten kämpfen, wissen oft, dass sie persönlich nicht frei sind. Sie fühlen sich frustriert, unausgefüllt und unfrei. John Fowles, der gefeierte britische Romanautor, wurde einmal gefragt, ob es in seinen Büchern ein besonderes Thema gebe. «Ja», erwiderte er, «Freiheit. Wie man Freiheit erlangt. Das beschäftigt mich. Davon handeln alle meine Bücher.»
Und Freiheit ist ein großartiges christliches Wort. Jesus Christus wird im Neuen Testament als der große Befreier der Welt gerühmt. Er sagte: «Ich rufe Freiheit aus für die Gefangenen» (Lukas 4,18), und fügte später hinzu: «Wenn euch also der Sohn Gottes befreit, dann seid ihr wirklich frei» (Johannes 8,36). Ähnlich schrieb der Apostel Paulus: «Durch Christus sind wir frei geworden, damit wir als Befreite leben» (Galater 5,1).
Im Grunde ist «Freiheit» lediglich ein moderneres Wort für «Erlösung». Durch Jesus Christus erlöst zu sein, heißt nichts anderes, als befreit zu sein. Wenn man allerdings in einem Gespräch das Wort «Erlösung» fallen lässt, wird es manch einem schlichtweg peinlich, und er wechselt schnell das Thema. Andere reagieren gelangweilt. Sie gähnen, statt rot zu werden. Für sie gehören Ausdrücke wie «Sünde» und «Erlösung» zu einem religiösen Wortschatz, der ihrer Meinung nach heute antiquiert und überholt ist. Vielleicht fragt sich manch einer aber auch verwirrt, was denn um alles in der Welt wohl unter «Erlösung» zu verstehen ist. Bei «Freiheit» sind hingegen alle sofort und mit ganzem Interesse bei der Sache.
Es gibt eine schöne Geschichte über B. F. Westcott, einen angesehenen Professor für Neues Testament an der Universität Cambridge. Er war ab 1890 Bischof von Durham und wurde eines Tages im Bus von einer jungen Soldatin der Heilsarmee angesprochen. Ohne sich von den Gamaschen Seiner Exzellenz (wie sie die Bischöfe damals noch trugen!) abschrecken zu lassen, fragte sie ihn ungeniert, ob er erlöst sei. Mit einem Augenzwinkern antwortete der Bischof: «Nun, meine Liebe, das kommt darauf an, was Sie meinen. Meinen Sie sōzomenos oder sesōsmenos oder sōthesomenos?» (Das sind Gegenwarts-, Vergangenheits- und Zukunftsform des griechischen Verbs sōzō – «retten, erlösen».)
Meine Hoffnung ist, dass ich Sie mit diesem Kapitel weder in Verlegenheit bringe noch langweile, noch verwirre. Ich wünschte, wir könnten dieses herrliche Wort «Erlösung» wiedergewinnen und ihm seinen Platz zurückgeben; denn es ist ein zentraler biblischer Begriff (wir können ihn nicht einfach über Bord werfen) und ein umfassender Ausdruck (er beinhaltet die ganze Absicht Gottes). Der Apostel Paulus bekannte: «Ich schäme mich nicht für die rettende Botschaft. Sie ist eine Kraft Gottes, die alle befreit [erlöst/rettet], die darauf vertrauen; zuerst die Juden, aber auch alle anderen Menschen» (Römer 1,16).
Ich erinnere mich noch gut, wie ich als frisch gebackener Christ diesen Vers vorgelesen bekam und man mir die so genannten «drei Zeitformen der Erlösung» erklärte.
Das hörte sich so an:
Erstens bin ich in der Vergangenheit erlöst (oder befreit) worden von der Strafe der Sünde durch den gekreuzigten Erlöser.
Zweitens werde ich in der Gegenwart erlöst (oder befreit) von der Macht der Sünde durch den lebendigen Erlöser.
Drittens werde ich in der Zukunft erlöst (oder befreit) werden von der Gegenwart der Sünde durch den kommenden Erlöser. John Stott Die große Einladung über die Selbstliebe (Brunnen, 2004, S. 84–86)

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Mehr eingebildetes als echtes Reden Gottes

„Kaum ein Christ wird behaupten, dass Gott sich heute nicht mehr Menschen mitteilt. Die Frage ist eher, wie und in welchem Maße er das tut. Offensichtlich gibt es gegenwärtig zahlreiche Personen, die meinen, direkte Botschaften aus dem Universum zu bekommen oder mit Jesus persönlich konferieren zu können.
Seltsamerweise irritiert es kaum jemanden, welche skurrilen und widersprüchlichen Äußerungen da von demselben Sohn Gottes kommen sollen. Erschreckend ist, wie häufig Machtinteressen und Geltungssucht hinter vorgeblichen Mitteilungen Gottes versteckt werden. In einer maßlosen Selbstüberschätzung meinen heute viele Christen, jede innere oder äußere Stimme stamme von Gott. Vielfach hat man verlernt, seine eigenen Hoffnungen, Wünsche, Ängste, Sympathien und Assoziationen von Gottes Mitteilungen zu unterscheiden. Damit wird nicht nur viel Enttäuschung produziert. Es werden auch die eindeutigen Mitteilungen Gottes in der Bibel entwertet, weil ihre Glaubwürdigkeit auf dieselbe Stufe gestellt wird wie die Spekulationen offenbarungshungriger Christen. Der Wunsch, einen heißen Draht direkt zu Gott zu haben, ist durchaus nachvollziehbar. Doch sollte es zu denken geben, wenn eine solche Informationsdichte selbst in der Bibel nicht vorkommt. Die meisten der großen Propheten und Apostel empfingen relativ selten direkte Mitteilungen Gottes. Oft lagen Jahre zwischen den verschiedenen Prophetien. Und zumeist ging es hier nicht um private Entscheidungshilfen, sondern um Wegweisung für das ganze Volk Israel oder die gesamte Gemeinde. Gott hat sich ein für alle Mal klar und deutlich ausgedrückt, für jeden Menschen gleichermaßen, in der Bibel, seinem Wort. Da besteht wenig Notwendigkeit, sich noch einmal privat jedem Einzelnen zu offenbaren.“ Viktor Janke
http://www.lgvgh.de/wp/mehr-eingebildetes-als-echtes-reden-gottes/4413


GOTT ALS SEELSORGER

Aus 1. Mose 2,7 erfahren wir, dass Gott den Menschen zu einer lebendigen Seele erschaffen hat. Für Seele steht das hebräische Wort näfäsch. Dieses wird häufig auch mit „Leben“ übersetzt. Damit ist ein wichtiger Sachverhalt getroffen. Die Seele ist nicht ein Teil im Menschen, sondern Seele steht für Leben mit all seinen Fassetten: die Begrenztheit und Bedürftigkeit, das Erleben von Glück und Trauer usw.
Wenn Gott der Schöpfer der Seele ist, dann kennt er die seelischen Bedingungen und Stimmungen des Geschöpfs wie kein anderer. Dies schlägt sich in einer Aussage wie Ps 139,1 nieder: „Herr, du erforschest mich und kennst mich.“ Die Konsequenzen dieser Tatsache werden in Ps 139 ausgeführt.
Da Gott die Seele kennt, lässt er die Äußerungen der seelischen Empfindungen zu.
Die Möglichkeit zum Gebet gehört mit zur Seelsorge Gottes. Der Mensch darf Gott sagen, was ihn bewegt, und zwar ganz offen und ehrlich. Dies gilt für alle Gebetsformen vom Lob bis zur Klage.
Besonders stark kommt dies im AT in den vielen Klagen zum Ausdruck. In einer großen Ehrlichkeit klagen Menschen Gott ihr Leid und ihr Unverständnis über Gottes Führungen. Die Möglichkeit zur Klage dient der Seelenhygiene, weil gesagt werden darf, was gesagt werden muss. Und es kommt bei Gott an die richtige Adresse. Konkrete Beispiele zeigen auch, dass Gott auf die Klage reagiert und antwortet. So stehen im Buch Hiob die Gottesreden (Hi 38,142,6) im Schlussteil des Buches. Gott antwortet Elia nach seiner Flucht zum Sinai (1Kön 19,918). Auch auf Jeremias Klagen geht Gott ein (Jer 11,21-23; 12,5-6; 15,19-21).
Gott sorgt für den Menschen
Im Begriff „Seelsorge“ steckt das Wort „Sorge“. Der Mensch ist ihm nicht gleichgültig. Die Fürsorge Gottes hat vielfältige Aspekte. Einige seien hier benannt. Gott stellt für den Menschen die Dinge zur Verfügung, die er zum Leben braucht, wie z.B. Essen und Trinken. Gott gibt dem Menschen die Fähigkeit, Dinge zu produzieren, die er braucht: Kleider und Häuser. Gott stellt den Menschen in eine Gemeinschaft auch unter dem Aspekt der gegenseitigen Hilfe durch unterschiedliche Gaben. Gott sorgt für den Menschen, indem er ihm seine Gemeinschaft anbietet. Der Gott der Bibel ist ein Gott der Offenbarung. Er geht auf den Menschen zu und ermöglicht Gemeinschaft mit ihm. Das Wesen Gottes ist, dass er mit Menschen auf dem Weg ist. Dies kommt z.B. in der Gottesbezeichnung „Gott Abrahams“ zum Ausdruck und gipfelt in der Aussage von Jesus: „Ich bin bei euch alle Tage“ (Mt 28,20).
Die Fürsorge Gottes zeigt sich in seiner Gegenwart und Führung auch auf schwierigen Wegstrecken. Ps 23 macht dies deutlich, wenn gerade für den Weg durch das finstere Tal die Vertrauensaussage gemacht wird: „… fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir“ (Ps 23,4).
Gleichwohl endet Gottes Fürsorge nicht vor den Toren der Vergänglichkeit. Er erlöst die Seele aus ihrer größten Krise, nicht mehr zu sein und zu leben. Dafür steht Jesus Christus als der auferstandene Herr.
Dr. Hartmut Schmid ist Vorsitzender des  Liebenzeller Gemeinschaftsverbandes und Honorarprofessor für Altes Testament an  der Internationalen Hochschule Liebenzell
https://www.missionarische-dienste.de/fileadmin/mediapool/gemeinden/E_missionarischedienste_neu/Publikationen/Perspektiven/Perspektiven_78_web.pdf

Judas Iskariot – Teil 9: Hat Judas sich erhängt oder ist er gestürzt? von Viktor Janke ·

In der Bibel finden wir zwei Aussagen über Judas Todesart. Wie passen sie zusammen? Hat Judas sich erhängt oder ist er gestürzt? Hier findest du die Lösung.

Warum Judas sich selbst umgebracht hat, haben wir im letzten Artikel behandelt. In diesem Artikel geht es nun um die Art und Weise seines Todes.

1. Das Problem: Hat Judas sich erhängt oder ist er gestürzt?

Wann immer zwei unterschiedliche Erzähler von einem Ereignis berichten, gibt es unterschiedlich Worte und Aussagen, die manchmal schwer zu harmonisieren sind. So ist es auch in der Bibel. Im Neuen Testament gibt es zwei Berichte von Judas Iskariots Tod:

Das erste mal lesen wir in Matthäus 27,5 davon:

Da nahm Judas das Geld und warf es in den Tempel. Danach ging er weg und erhängte sich.

Hier ist deutlich von Selbstmord durch Strangulation die Rede. Doch Lukas schreibt in seiner Apostelgeschichte 1,18:

Von dem Geld, das er für diese verwerfliche Tat bekam, kaufte er sich ein Stück Land. Dort stürzte er kopfüber zu Boden, sodass sein Leib aufplatzte und alle seine Eingeweide heraustraten.

Wie sind beide Berichte zu vereinen? Ist die Bibel widersprüchlich?

2. Lösungen: Hat Judas sich erhängt oder ist er gestürzt?

2.1: Die jüdische Sitte des über die Mauer Werfens

Arnold Fruchtenbaum, ein ehemaliger Jude, schreibt in seinem Buch „Das Leben des Messias“ S. 100:

Nach jüdischem Gesetz war die ganze Stadt unrein, wenn zwischen der ersten Nacht des Passahs und dem ersten Tag des Passahs ein Leichnam in der Stadt war. Dann durften sie dieses Passah-Opfer nicht bringen. Nun sahen wir bereits, wie Juden mit solchen Dingen umgehen: Wenn es ein Gesetz gibt, das ein Problem aufwirft, erfinden sie ein zweites, um das Problem wieder beheben zu können. Das zweite Gesetz sagt: Man nehme den Körper und werfe ihn über die Mauern Jerusalems, die Mauer zum Hinnomtal. Dann wäre die Stadt wieder zeremoniell rein, und man könnte mit dem Opfer fortfahren. Die Beerdigung dufte dann erst nach dem Fest vonstatten gehen. Indem Judas sich innerhalb der Stadtmauern erhängte, hatte er die Stadt zeremoniell unrein gemacht. Und so lange sein Körper in der Stadt war, konnten sie mit dem Opfer nicht fortfahren. So warfen sie auf der Basis des zweites Gesetzes seinen Körper über die Mauer – mit dem in der Apostelgeschichte beschriebenen Resultat. Es ist denkbar, dass dieser Brauch der Juden in Vergessenheit geriet. Ich zweifle dennoch an dieser Lösung, da es mir seltsam vorkommt, dass die Juden so mit den Leichnamen umgegangen sein sollen (einfach über die Mauer werfen). Dann spricht dagegen, dass der Satz in der Apostelgeschichte aktiv formuliert (er stürzte) und nicht passiv (er wurde gestürzt) ist. Ich kenne keine guten Argumente oder weiteren Belege für diese Lösung und halte deswegen diesen Lösungsvorschlag für unglaubwürdig.

2.2 Tod durch Sturz nach dem Erhängen Hat Judas sich erhängt oder ist er gestürzt? Warum muss es entweder oder sein? Die einfachste und plausibelste Erklärung scheint zu sein: Judas erhängte sich selbst auf einem Acker und stürzte dabei. Vielleicht riss der Strick oder der Ast brach ab. Auf jeden Fall wurde sein Körper beim Fallen oder beim Aufprall stark in Mitleidenschaft gezogen. Lukas geht in der Apostelgeschichte also davon aus, dass allen bekannt ist, dass Judas Selbstmord beging. Er konnte das als bekannt voraussetzen. Er will aber ein paar Detail ergänzen… So sind beide Angaben zur Todesursache wahr.
Laut Craig S. Keener gibt es antike Parodien auf Selbstmordversuche, bei denen die Seile rissen. Außerdem spricht dafür, dass dieser Lösungsvorschlag schon sehr früh durch die Kirchenväter vertreten wurde (Augustin lebte 354-430 n. Chr.).
3. Warum gibt es diese Unterschiede?
Ein ähnliches Problem entsteht, wenn man betrachtet, wer als Käufer in Matthäus und der Apostelgeschichte angegeben ist. Es gibt noch viele weitere Unterschiede in den Evangelien… Manchen Leser irritieren diese Unterschiede. Manche begründen ihre Skepsis damit. Doch wie glaubwürdig sind Berichte, die alle die gleichen Fakten und die gleiche Perspektive haben?
Die Übereinstimmungen und Abweichungen können damit erklärt werden, dass die Autoren unterschiedliche Einzelheiten betonen – eine Freiheit, die den Historikern der Antike zustand.
Hier ein Auszug von Jerry McDonald an einen Nate, der diese Frage auch hatte (http://challenge2.wordpress.com):

“His [Nates] problem is that he expects everything to be exactly parallel in the Bible when there are two different accounts of an event. He would not demand this of any other work. He knows that two newspaper reporters covering a single event will give different information, and both be right. Why does he feel differently about the Bible? People try to hold the Bible to some special rule; if God authored the Bible, every account on every event would say exactly the same thing. Why? If the Bible was written for men, and if two different writers giving different information about an event was what people understood as right and proper, then why wouldn’t the writers of the Bible do this?“  However, the writers of the Bible only wrote what they were told to write. The Spirit told Matthew to write one thing, and he told Luke to write yet another. So what does this mean? Neither Matthew nor Luke gave the whole story.
If Nate was one reporter reporting that man X died in a fire, and reporter B reported that man X was killed by a firearm, and his body was burned, I wouldn’t be confused, but I guess I watch too much CSI and know that not all the information is given in initial reports. I would assume that Nate did not have all the information when he made his report.
In gewisser Hinsicht sind die Unterschiede sogar ein Argument für die Glaubwürdigkeit der Zeugnisse der Bibel!
Hat dir dieser Artikel weitergeholfen?
https://viktorjanke.de/hat-judas-sich-erhangt-oder-ist-er-gesturzt/

Judas Iskariot – Teil 8: Warum beging Judas Selbstmord? Von Viktor Janke

Judas Iskariot bereute seinen Verrat. Und doch reichte das irgendwie nicht aus. In diesem Artikel kannst du nachlesen wieso nicht und warum Judas Selbstmord beging.

1. Warum reichte Judas Reue nicht?

Im Matthäusevangelium erfahren wir, das ähnlich wie Petrus, auch Judas seine Tat bereute:

Als Judas, der ihn verraten hatte, sah, daß er zum Tode verurteilt war, reute es ihn, und er brachte die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und Ältesten zurück  und sprach: Ich habe Unrecht getan, daß ich unschuldiges Blut verraten habe. Sie aber sprachen: Was geht uns das an? Da sieh du zu!  Und er warf die Silberlinge in den Tempel, ging fort und erhängte sich. 

Matthäus 27,3-5

Judas hat offenbar nicht damit gerechnet, dass Jesus zum Tod verurteilt wird. Vielleicht dachte er sich, dass er etwas Geld verdienen könnte, ohne dass es schlimmere Konsequenzen für Jesus gibt. Wer konnte schon ahnen, dass Jesus, der die Liebe in Person war und der nichts Unrechtes tat, für solch eine große Schuld verurteilt wird, dass er sterben muss. Judas wusste, dass Jesus vollkommen unschuldig war und er ihn zu Unrecht verraten hat.

Nun wurde Judas bewusst, dass er wesentlich dazu beigetragen hatte, dass ein unschuldiger Mensch sterben muss. Er erkannte die Wirklichkeit. Judas hat Blutschuld an seinen Händen. Das Geld brennt in seinem Gewissen. Er bereut seinen Verrat. Das ist das Wesen von Sünde – sie sieht attraktiv aus – aber letztendlich betrügt sie und hält nicht ein, was sie verspricht. Sie verklagt uns und brennt in unserem Gewissen (wenn es noch intakt ist).

Judas tut zunächst genau das Richtige, indem er das Geld zurückbringt. Er wollte es wieder in Ordnung bringen. Doch es ist zu spät und natürlich nicht rückgängig zu machen. Wieder lernen wir etwas über Sünde: Einmal geschehen ist sie nicht rückgängig zu machen. Vielleicht kann man Judas Wurf des Geldes in den Tempel als Wiedergutmach-Versuch werten. Aber selbst wenn wir unser Vergehen irgendwie wieder gut machen können, bleibt die Schuld.

An erster Stelle versagen hier die geistlichen Seelsorger der damaligen Zeit – die Hohepriester und Ältesten. War es nicht ihre Aufgabe sich um die Wahrheit, und deshalb auch um dieses Zeugnis zu kümmern? Sie zeigen der verwundeten Seele keinen Ausweg. Vielleicht kannten sie auch keinen. Judas flieht in seiner Verzweiflung und sicher getrieben vom Widersacher aufgrund seiner nicht vergebenen Schuld in den Tod.

2. Warum gibt es keine Vergebung für Judas?

Gibt es keine Vergebung für Judas? Warum findet er keinen Frieden? Ganz einfach: Reue in Form von Gewissensbissen reicht allein nicht aus, um Vergebung oder Versöhnung zu erleben! Es gibt viele Menschen, die Dinge in ihrem Leben bereuen. Aber sie bitten nicht um Vergebung und bringen sie nicht in Ordnung. So erleben sie keine Vergebung und Versöhnung, sondern werden von ihrem schlechten Gewissen zu guten und schlechten Taten getrieben!

Reue ist eine Form der wahren Selbsterkenntnis und der erste Schritt in die richtige Richtung. Doch dazu muss noch das Bekenntnis der Sünden und die Hinwendung zu Gott kommen!

Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.

1. Johannes 1,9

Vielleicht ist es ganz selbstverständlich für uns, aber das ist es nicht: Frieden findet man nur bei Jesus! Auch Judas hätte Vergebung und Frieden bei Jesus finden können.

Ganz persönlich: Wie gehen wir mit erkannter Schuld um? Bereuen wir nur oder sind wir auch bereit Sünde zuzugeben und um Vergebung zu bitten? Suchen wir Gottes Vergebung und Nähe?

3. Warum beging Judas Selbstmord?

Ganz offensichtlich ist die erkannte Größe der Schuld so klar für Judas, dass er keinen anderen Ausweg mehr sieht. Aber die große Frage ist warum? Kannte er Jesus Liebe und Gnade nicht? Sah er nicht, dass die größten Sünder Vergebung und Frieden bei Jesus fanden?

Man kann über die Gründe spekulieren: Vielleicht hat der eigene Stolz damit zu tun? War er so enttäuscht von sich selbst, dass er keine Rettung für sich sah?

Aus dem biblischen Text heraus erkennt man meines Erachtens, dass er die Vergebung an der falschen Stelle suchte. Leider tun wir das Menschen manchmal. Judas wird abgewiesen: „Was geht uns das an? Da sieh du zu!„. Von DEM HOHENPRIESTER und den Ältesten erhält er keine Vergebung. Wie soll er dann überhaupt Vergebung bei Gott finden, wenn der Mittler ihm jegliche Hoffnung zerstört?

Wenn wir keine Annahme und Vergebung von Menschen erhalten, können wir auf einen falsch Weg kommen. Ich befürchte, dass schon mancher deswegen eine Gemeinde verlassen hat. Einfach weil er keine Annahme fand. Wichtig ist zu lernen: Es liegt in unserer Verantwortung unsere Anliegen zunächst mit Gott persönlich zu klären!

Es gibt nur durch Jesus Christus Vergebung für Versagen und Sünde. Er ist die einzige richtige Adresse. Er sollte die erste Adresse sein! Zu ihm hätte er hinlaufen müssen… Bei Jesus gibt es Vergebung für die größte Sünde und die größte Schuld! Vorausgesetzt man beugt sich vor ihm und bittet ihn um Vergebung.

Ich kann mir vorstellen, dass es bei diesem Thema noch Fragen oder andere Meinungen gibt. Die Kommentarfunktion steht jedem frei.
https://viktorjanke.de/warum-beging-judas-selbstmord/

Judas Iskariot – Teil 7: Welchen Wert & Bedeutung haben 30 Silberlinge? von Viktor Janke

Viele Details in der Bibel haben eine Bedeutung. Hier geht es um die Frage: Welchen Wert & welche Bedeutung haben die 30 Silberlinge bzw. Silberstücke – der Judaslohn?

Laut Matthäusevangelium war Judas bereit Jesus für 30 Silberstücke zu verraten (was „verraten“ genau heißt, kannst du hier nachlesen):

und sprach: Was wollt ihr mir geben? Ich will ihn euch verraten. Und sie boten ihm dreißig Silberlinge. (Mt 26,15)

1. Was sind 30 Silberstücke wert?

Interessanterweise kommt das Wort „argurion“, was hier mit „Silberstücke“ bzw. „Silberlinge“ übersetzt wird, sonst nicht mehr als Währung im Neuen Testament vor (es werden andere Währungen genannt). Dasselbe Wort wird sonst häufig verwendet, aber immer in der allgemeinen Bedeutung von „Geld“ oder „Silber“. Allein aufgrund der Verwendung des Wortes in der Bibel ist es also schwierig den Wert von 30 Silberstücken zu errechnen.

Nach Meinung vieler Ausleger und Kommentatoren sind dreißig Silberlinge in etwa der Monatslohn eines Tagelöhners. Das heißt, man nimmt an, dass ein Tagelöhner etwa ein Silbergroschen pro Tag bekam. Im Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg (Matthäus 20) ist das zum Beispiel der Fall. Doch das dort verwendete Wort ist „denarion“!

Andere Ausleger (wie John MacArthur oder Fritz Rienecker) sind der Meinung, dass es 80 DM oder 25-40 € entspricht. Das ist meines Erachtens eindeutig zu wenig und unwahrscheinlich.

Dreißig Silberstücke waren damals auf jeden Fall ausreichend, um sich davon ein Grundstück zu kaufen (Apg 1,18):

Von der Belohnung, die er [Judas] für seine Untat bekam, wurde dann in seinem Namen ein Acker gekauft.

Apostelgeschichte 1,18 (NEÜ)

Nun müsste man die Grundstückspreise kennen :-). Ich gehe davon aus, dass es mindestens 10.000€ sind. Zu diesem Ergebnis kommen nämlich die wissenschaftlichen Nachforschungen von Ulli Kulke in der Welt online.

Auch der Kaufpreis eines Sklaven spricht für eine höhere Summe. Diesen als bekannt anzunehmende Bezug zu 2. Mose 21,32, einen festgelegten alttestamentlichen Gesetzes-Preis eines Sklaven, werden die ursprünglich jüdischen Leser sicher selbst gemacht haben:

Stößt es aber einen Sklaven oder eine Sklavin, so soll der Besitzer ihrem Herrn dreißig Lot Silber geben, und das Rind soll man steinigen.

Der Durchschnittspreis für einen Sklaven variierte je nach Zeit und Ort, aber war mit Sicherheit höher als ein Monatsgehalt.

Zuletzt sollte man bedenken, wie wertvoll der Verrat von Jesus für den Hohen Rat und für Judas gewesen sein muss. Der Hohe Rat wollte Jesus unter allen Umständen beseitigen und fand keine Möglichkeit dazu. Und Judas war ein Jünger von Jesus und dazu geldgierig. Es musste schon eine lukrative Summe gewesen sein.

Bedeutender als der materialistische Wert, ist die geistliche Bedeutung der 30 Silberlinge:

2. Welche Bedeutung haben die 30 Silberlinge?

Einige Verse nach der Verhandlung um den Lohn für den Verrat schreibt Matthäus selbst, dass durch den Verrat für 30 Silberlinge eine Prophetie in Erfüllung ging:

So erfüllte sich die Voraussage des Propheten Jeremia: „Sie nahmen die dreißig Silberstücke – die Summe, die er den Israeliten wert war – und kauften davon den Töpferacker, wie mir der Herr befohlen hatte.“

Matthäus 27,9-10

Zu den 30 Silberstücken finden wir bei Jeremia nichts. Die nächste Parallele ist wohl in Jeremia 32,6-15 zu finden. Dort geht es um einen Kauf eines Ackers für 17 Silberlinge (eine Zeichenhandlung dafür, dass Gottes Volk aus dem Exil ins eigene Land zurückkehren wird).

Andere Ausleger vermuten, dass Jeremia als Autor genannt wird, weil dieser Prophet als erster in der von ihm benutzten und zitierten Buchrolle stand. Gemeint sei jedoch Sacharja 11,12-13. Dieses Zitat von Matthäus könnte auch aus Jeremia und Sacharja zusammengesetzt sein.

Und ich sprach zu ihnen: Gefällt’s euch, so gebt her meinen Lohn; wenn nicht, so laßt’s bleiben. Und sie wogen mir den Lohn dar, dreißig Silberstücke. 13 Und der HERR sprach zu mir: Wirf’s hin dem Schmelzer! Ei, eine treffliche Summe, deren ich wert geachtet bin von ihnen! Und ich nahm die dreißig Silberstücke und warf sie ins Haus des HERRN, dem Schmelzer hin. (Sacharja 11,12-13)

Laut Sacharja war dieser Kaufpreis von 30 Silberstücken ein verachtender Kaufpreis. Soviel wollen die auf den Bruch mit Samaria zusteuernden Oberen Israels dem im Dienst ihres Gottes stehenden Hirten zahlen, als dieser seinen Dienst quittieren will. Das war eine messianische Prophetie – die sich nun erfüllte.

30 Silberlinge war laut dieser Prophetie ein Kaufpreis, der Verachtung ausdrückte – ganz so, wie wir heute vom „Judaslohn“ sprechen. Fruchtenbaum schreibt sehr interessant in „Das Leben des Messias“, S. 101-102:

Im Laufe der Geschichte wurde diese Summe ein symbolischer Preis für Verachtung. Wenn man jemand seine Missachtung zeigen wollte, konnte man ihm 30 Silberstücke geben und damit aussagen: Du bist mir so viel wert, wie ein toter Sklave. Wenn man einen Kaufpreis aushandelte und zu diesem Wert kam, nahm man in der Regel dann 29 oder 31 Silberstücke, nur um dieses Stigma zu vermeiden.

In Sacharja 11,4-14 sagte Gott dem Propheten Sacharja, dass er eine messianische Rolle spielen sollte: die Rolle des guten Hirten, der eine Herde füttert, die später geschlachtet wird. Nach einer gewissen Zeit sollte Sacharja zu den jüdischen Führer gehen und zu ihnen sagen: Wir haben vorher keinen Lohn vereinbart. Gebt mir, was ich euch wert bin. Wenn meine Arbeit dir etwas wert ist, bezahle mich entsprechend. Wenn sie dir nichts wert ist, zahle mir nichts. Es wäre weniger schlimm gewesen, wenn sie ihm gar nichts gezahlt hätten.

Aber sie wählten genau 30 Silberlinge, um somit zu sagen: Deine Arbeit ist uns soviel wert, wie ein toter Sklave. Gott gebot Sacharja daraufhin die 30 Silberlinge zu nehmen und in den Tempelbezirk zu werfen – genau wie Judas es Jahrhunderte später tun würde. Und dann sagte Gott zu Sacharja: ‚Dies ist der Preis, für den ich geschätzt wurde.‘ Was er hier sagte, meinte, dass Gott selbst eines Tages für den Preis eines toten Sklaven verkauft werden würde. Und als sie Judas 30 Silberstücke gaben, erfüllten sie diese Prophetie und verkauften den Gott Israels für den Preis eines toten Sklaven. Sie hatten ganz bewusst diesen Preis von 30 Silberlingen ausgewählt, um Jesus gegenüber ihre Verachtung zu zeigen.

Eine letzte Bemerkung zu diesen 30 Silberlingen: Sie kamen vom Hohepriester. Wenn sie von ihm kamen, stammten sie auch aus dem Tempelschatz. Ein Hauptzweck des Tempelschatzes war es, Opfer zu kaufen. Dies wollten sie nicht, als sie Judas das Geld gaben, aber es war genau das, was sie taten. Sie kauften ein Opfer. Genauer, sie kauften das eine Opferlamm, das die Sünder der Welt wegtragen würde.

3. Wie viel ist uns Jesus wert?

Für Judas war Jesus weniger als 30 Silberlinge wert. Für Maria von Magdala war er kostbarer als 300 Denare (Johannes 12,5). Und für dich?

Wir können uns selbst und anderen viel vormachen. Was Jesus uns wirklich wert ist, sehen wir auf unseren Bankkontoauszügen, in unserer Wochenplanung und in unseren Gesprächsinhalten. Ich hoffe, dass wir eine Sehnsucht haben Jesus immer mehr zu lieben und wertzuschätzen!

Heiliger Geist …

Der Heilige Geist ist Gott. (2.Kor 3, 17)
Der Heilige Geist hat Jesus gezeugt. (Mt 1, 18)
Der Heilige Geist gehört zu Jesus. (Lk 4, 1)
Der Heilige Geist kommt von Jesus. (Joh 20, 22)
Den Heiligen Geist zu lästern ist nicht vergebbar. (Mt 12, 31)
Christen dürfen um den Empfang des Heiligen Geistes bitten. (Apg 8, 15)
Gott gibt gerne Heiligen Geist an jeden der darum bittet. (Lk 11, 13)
Der Heilige Geist vertritt Jesus bei den Gläubigen. (Joh 14, 26)
Der Heilige Geist versiegelt den Christen als Eigentum Gottes. (Eph 1, 13)
Alle Christen sind mit Heiligem Geist getauft. (Mt 3, 11)
Der Heilige Geist deckt Sünde auf. (Joh 16, 8)
Der Heilige Geist erinnert an die Worte Jesu. (Joh 14, 26)
Der Heilige Geist offenbart und klärt das Wort Gottes. (Mk 12, 36)
Der Heilige Geist macht den Willen Gottes klar. (Lk 1, 67)
Der Heilige Geist führt in wichtigen Lebensentscheidungen. (Apg 3, 4)
Der Heilige Geist setzt Christen zum Dienst ein. (Apg 20, 28)
Der Heilige Geist tröstet. (Joh 14, 26)
Der Heilige Geist gibt Freude. (Röm 14, 17)
Der Heilige Geist vermittelt die Liebe Gottes. (Röm 5, 5)
Der Heilige Geist verändert Charakter und Wesen. (Gal 5, 22f.)
Der Heilige Geist befähigt für ein Leben im Glauben. (Apg 1, 8)
Der Heilige Geist leitet in Glaubensgesprächen. (Mk 13, 11)
Der Christ ist Tempel des Heiligen Geistes. (1 Kor 6, 19)
All das ist Pfingsten.
Wirklich schön, dass Christen den Heiligen Geist Gottes haben!
Michael Kotsch FB