Einleitende Bemerkungen zum 3. Buch Mose

Das 3. Buch Mose zählt – wenn ich recht sehe – in unseren Kreisen zu den biblischen Büchern, die nicht so häufig gelesen und ausgelegt werden. Ein kleines Indiz dafür ist die Ordnung der Predigttexte der Evangelischen Landeskirche. In sechs Jahrgängen ist kein einziges Mal ein Text aus dem 3. Mose vorgesehen, hingegen aus dem 1.Mosebuch 13 Texte, aus 2. Mose 8 Texte, aus 4. Mose immerhin 2 Texte und aus 5. Mose 4 Texte (die Texte der württembergischen Reihe nicht mitgezählt).
Wie kommt es zu dieser Fremdheit? Das dritte Buch Mose enthält fast ausschließlich Gebote und kaum erzählende Texte. Viele Gebote betreffen – im Unterschied zu den Zehn Geboten – den kultischen Bereich oder die spezielle Situation Israels. Die meisten dieser Gebote sind für uns Christen aus den Nationen somit in ihrem wörtlichen Sinn nicht mehr einzuhalten. Dann stellt sich jedoch die berechtigte Frage: Warum soll man sich noch damit beschäftigen? Der geistliche Gewinn ist doch mit viel Aufwand und einem langen Anmarschweg verbunden. Eine weitere Erschwernis kommt hinzu. Viele Gebote ergehen ohne nähere Begründung und Erklärung. Den damaligen Hörern musste der Sinn klar gewesen sein. Uns hingegen trennen die Geographie, die Geschichte (über 3000 Jahre), die sozialen und kulturellen Voraussetzungen und die Heilsgeschichte vom konkreten Sinn der Gebote.
Eine kleine Zwischenbemerkung sei erlaubt. Bei einer Israelreise wurde unser israelischer Führer bei der Fahrt durch den Negev nach dem Sinn einiger Gebote aus 3. Mose befragt. Es war für uns interessant, wie plausibel er die Gebote aus historischer und geographischer Perspektive erläutern konnte.
Die Gebote hatten für Israel einen tiefen Sinn. Wir können sie als für uns weithin nicht mehr verbindlich vorschnell abtun. Ich bin jedoch überzeugt: Dem, der sich darauf einlässt und sich intensiv damit beschäftigt, eröffnet sich ein großer Schatz. Klar muss allerdings sein: Ohne Mühe geht es nicht!
1. Name
In der hebräischen Bibel lautet die Bezeichnung der Mosebücher nach dem jeweils ersten Wort, bei 3. Mose: „Und er rief“. Die frühe griechische Übersetzung, der sich die lateinische anschloss, versah die Bücher mit Namen, die den Inhalt berücksichtigten. So heißt 3. Mose „Levitikus“.
Damit ist auf die vielen Gebote angespielt, die den Kult bzw. den Gottesdienst und sein Umfeld betreffen. Die Priester, die vom Stamm Levi waren, hatten es damit in besonderer Weise zu tun. Dennoch gelten die meisten Gebote nicht speziell den Priestern, sondern ganz Israel. Die Priester haben bei der Durchführung besondere Aufgaben, z.B. bei der Darbringung der Opfer oder bei der Feststellung von Unreinheit.
2. Stellung im Pentateuch
Die fünf Bücher Mose haben auch die aus dem Griechischen abgeleitete Bezeichnung „Pentateuch“ (fünf Schriftrollen) oder die hebräische Bezeichnung „Thora“ (Weisung). Das dritte Buch Mose ist das kürzeste der Mosebücher und steht in deren Mitte. Diese zunächst rein äußerliche Feststellung der Stellung innerhalb des Pentateuchs ist bei genauerem Hinsehen nicht unbedeutend. Zwei Beobachtungen sollen dies unterstreichen.
1. 3. Mose ist das einzige Buch im Pentateuch, das lokal gesehen ausschließlich am Berg Sinai, dem Berg der Offenbarung, handelt. 3. Mose ist mit ganz wenigen Abstrichen Offenbarung von Gottes Willen an Israel. Die meisten Kapitel beginnen mit dem Satz: „Der Herr redete mit Mose (und/oder Aaron) und sprach …“
Das 2. Buch Mose schildert bis Kapitel 18 den Weg der Befreiung aus Ägypten und die Wüstenwanderung zum Sinai. Ab Kapitel 19 ist Israel am Sinai. In 4. Mose ist Israel zunächst noch am Sinai (bis 4Mo 10,10). Dann wird die weitere Wüstenwanderung bis vor die Tore des verheißenen Landes berichtet.
Unter lokalen Gesichtspunkten kann man 2.-4. Mose folgendermaßen gliedern:
· Weg zum Sinai 2Mo 1-18
· Aufenthalt am Sinai 2Mo 19-40 – 3Mo – 4Mo 1-10,10
· Weg vom Sinai 4Mo 10,11-36,13
Zieht man 1. Mose und 5. Mose bei diesen Überlegungen noch hinzu, so schildert 1. Mose die heilsgeschichtliche Vorgeschichte mit den Verheißungen für Israel, ohne die das Weitere nicht verständlich wäre. 5. Mose schließt an 4. Mose an und beinhaltet Moses Vermächtnis, das er an Israel vor seinem Tod an der Schwelle zum verheißenen Land gab. Man kann 1. Mose als Voraussetzung, 5. Mose als Zusammenfassung von 2.-4. Mose bezeichnen.
2. Betrachten wir den Abschnitt vom Aufenthalt am Sinai 2Mo 19-4Mo 10,10, so ergeben sich weitere interessante Perspektiven. 2Mo 19-24 kann man als grundlegende Einleitung (Präambel) bezeichnen: erste Begegnung mit Gott am Sinai, Dekalog (Zehn Gebote), Bundesbuch und Bundesschluss sind der weiteren Sinaithora vorangestellt. In 2Mo 25-40 geht es dann um den Plan der Stiftshütte und die Ausführung, nur unterbrochen von der Affäre um das Goldene Kalb (32-34). Das Thema von 2Mo 25-40 ist das Heiligtum. Der heilige Gott möchte im Heiligtum in Israels Mitte wohnen (2Mo 25,8).
Das Volk, in dessen Mitte der heilige Gott im Heiligtum wohnen möchte, muss zu diesem Gott passen, ihm entsprechen. Das ist das Thema des 3. Buches Mose. Das heilige Volk steht im Mittelpunkt. 3.Mo 19,2: „Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig“ ist eine treffende Zusammenfassung von 3. Mose.
4Mo 1,1-10,10 bespricht eher organisatorische Fragen, wie z.B. die Zählung der einzelnen Stämme, die Gaben für die Stifthütte sowie die Ordnung der Stämme um das Heiligtum im Lager und unterwegs.
Fassen wir diese Beobachtungen zusammen:
1. Man kann den gesamten, langen Abschnitt, der am Sinai handelt, mit dem Stichwort „heilig“ zusammenfassen. Damit ist ein Stichwort aufgenommen und ausgeführt, das schon durch das erste Kapitel des Sinaiaufenthalts gegeben ist. „Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein“ (2Mo 19,6).
2. Eine grobe Gliederung ergibt folgenden Aufbau:
2Mo 25-40 Das Heiligtum
3 Mo Das heilige Volk
4 Mo 1,1-10,10 Das heilige Volk um das Heiligtum.
Man kann diese grobe Gliederung auch mit einem Weg vergleichen: es geht von außen (Heiligtum) nach innen (das heilige Volk) und wieder nach außen (das heilige Volk um das Heiligtum). Über diesen Abschnitt 2Mo 25 – 4Mo 10 hinaus lässt sich der ganze Pentateuch als ein solcher Weg verstehen. Die lange Verheißungsgeschichte führt zum Sinai, dem Ort der Gottesbegegnung, der Offenbarung, des Bundesschlusses und der Gabe der Thora. Mit diesen Gaben setzt Israel seinen Weg fort bis an die Landesgrenze, um dort nochmals diese Gaben von Mose eingeschärft zu bekommen (5. Mose).
3. Damit aber steht das 3. Buch Mose als drittes von fünf Büchern nicht nur nummerisch in der Mitte des Pentateuch, sondern auch inhaltlich. Das 3. Buch Mose kann als Herz des Pentateuchs bezeichnet werden. Hier geht es um die Bestimmung Israels als Gottes heiliges Volk.
3. Gliederung
Die Gliederung von 3. Mose ist bis Kapitel 16 klar und thematisch vorgegeben. Ab Kapitel 16 gehen die Vorschläge bei verschiedenen Kommentatoren auseinander. Ich schließe mich Gerhard Maier in seinem Kommentar „Das dritte Buch Mose“ (Wuppertaler Studienbibel) an.
I. Opfergesetze, Kap. 1-7
II. Einsetzung des Priestertums, Kap. 8-10
III. Reinheitsgesetze, Kap. 11-15
IV. Gesetz für den großen Versöhnungstag, Kap. 16
V. Gesetze zur Heiligung des ganzen Lebens, Kap. 17-25
VI. Ankündigung von Segen und Strafe, Kap. 26
VII. Bestimmung über Gelübde, Kap. 27
4. Themen
4.1. Gemeinschaft
Es geht in der Offenbarung am Sinai um die Gemeinschaft von Israel mit seinem Gott. Die ganze Gesetzgebung dient diesem Ziel. Über allen einzelnen Geboten, die für uns vielleicht unverständlich bleiben und auch zuweilen seltsam erscheinen, darf dieser grundsätzliche Zielaspekt nicht verloren gehen. Gott hat mit Israel einen Bund geschlossen (2Mo 24), Gott möchte in Israels Mitte wohnen (2Mo 25,8), dafür müssen die entsprechenden Regelungen getroffen werden.
4.2. Opfer
Mit den Opfergesetzen beginnt 3. Mose. Fünf verschiedene Opfer werden vorgestellt und die Art und Weise der Darbringung geregelt. Uns mögen diese Opferregelungen besonders fremd sein. Dies wird durch die fehlende Deutung der einzelnen Handlungen noch verstärkt. Die Darstellung ist beschreibender, nicht deutender Art. Und doch kann man einige Merkmale erheben. Am Anfang steht das Brandopfer. Es ist ein Ganzopfer, das komplett verbrannt wird. Dann gibt es Opfer, bei denen nur ein Teil verbrannt wird. Den anderen, genau festgelegten Teil bekommen die Priester, oder er wird von den am Opfer Beteiligten gemeinsam gegessen. Bei weiteren Opfern steht die Sühne im Mittelpunkt. Fassen wir die verschiedenen Aspekte zusammen, so geht es um Hingabe, Gabe an Gott und an das Heiligtum (Versorgung der Priester), Gemeinschaft und Vergebung. Zentrale Punkte des Glaubens kommen durch die verschiedenen Opfer zum Ausdruck.
4.3. Reinheit und Heiligkeit
Die Reinheitsgesetze sind mit fünf Kapiteln kein kleiner Teil von 3. Mose. Es geht um die Unterscheidung von reinen und unreinen Tieren, um die Regelung für Frauen nach der Geburt eines Kindes, um die Unreinheit durch verschiedene Veränderungen der Haut sowie um die Ausflüsse bei Mann und Frau (Samenerguss und Blutung). Die Unterscheidung von rein und unrein macht deutlich, dass die Gemeinschaft mit Gott gewisser Voraussetzungen bedarf. Der Mensch kann von sich aus nicht wann und wie es ihm beliebt mit Gott in Kontakt treten.
4.4. Soziale Dimension der Gebote
Das ganze atl. Gesetz ist von einem hohen sozialen Niveau geprägt. Ganz deutlich wird dies am Bundesbuch (2Mo 21-23), das vor allem Gebote für das soziale Miteinander beinhaltet. Aber auch in 3. Mose stoßen wir auf diesen Zug des Gesetzes. Entscheidend dafür ist die Grundhaltung jedes Einzelnen zu seinem Nächsten. In 3Mo 19,18 lautet ein ganz grundsätzliches Gebot: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Die Nächstenliebe hat sich jedoch ganz konkret zu erweisen. Ein Beispiel soll dies unterstreichen. Nach den Regelungen über das Erlassjahr (3Mo 25) soll nicht ein Grundstück, sondern nur sein Ertrag verkauft werden. Damit bleibt das Grundstück im Besitz der Familie, und auch der Ertrag geht spätestens im Erlassjahr wieder an die Besitzer. Durch diese Ordnung ist der Besitz und damit die Versorgung für die nachkommenden Generationen gesichert. Das atl. Gesetz zielt auf die Freiheit und Selbständigkeit eines jeden Israeliten.
4.5. Totalität
Das atl. Gesetz regelt weite Bereiche des Lebens: das Verhältnis zu Gott, den Gottesdienst, die Feste, das Verhältnis zum Nächsten, die Abgrenzung von der heidnischen Umwelt sowie die Distanzierung von heidnischen Bräuchen; es legt fest, mit wem Geschlechtsverkehr grundsätzlich nicht stattfinden soll und vieles anderes mehr. Damit kommt zum Ausdruck, dass wirklich das ganze Leben in Beziehung zu Gott steht und dass das ganze Leben vom Glauben betroffen ist.
4.6. Vergebung
Israel ist berufen zur Heiligkeit. Diese Heiligkeit muss nicht zuerst verdient werden, sondern sie wird mit der Berufung verliehen. Die Gebote dienen dazu, diese Heiligkeit zu bewahren. Israel soll heilig sein, weil sein Gott heilig ist. Aber Israel scheitert immer wieder an dieser Forderung. Deshalb enthält 3. Mose nicht nur die Forderung der Heiligkeit, sondern auch die Möglichkeit der Sühne (Sünd- und Schuldopfer, großer Versöhnungstag). Eine Frage stellt sich jedoch, ob es aus dieser Spannung zwischen Heiligkeit und Vergehen einen Ausweg gibt.
4.7. Priester und Laien
Der Name „Levitikus“ könnte den Eindruck erwecken, als ginge es speziell um Gebote für Priester. Dies ist, wie schon ausgeführt wurde, bei weitem nicht der Fall. Zunächst muss man festhalten, dass ganz Israel zu einem „Königreich von Priestern“ berufen war (2Mo 19,6). Die Priester aus dem Stamm Levi hatten nicht einen besseren Stand, sondern nahmen in Vertretung Israels bestimmte Dienste im Kult wahr. Aber auch die Laien waren am Kult beteiligt. Deutlich wird dies bei den Opfern. Der Opfernde suchte das Tier aus, brachte es zur Stiftshütte, legte ihm die Hand auf, schlachtete es, zog das Fell ab, zerlegte und reinigte es. Nur der Blutritus und die Verbrennung geschahen durch die Priester.
5. Das 3. Buch Mose und die christliche Gemeinde
Zunächst können wir feststellen, dass im NT auf viele verschiedene Stellen aus 3. Mose Bezug genommen wird (vgl. die ausführliche Zusammenstellung bei G. Maier, Das dritte Buch Mose, S. 39-40). Jesus, sein Leben und Handeln, Leiden und Sterben ist ohne das AT insgesamt und ohne 3. Mose letztlich nicht zu verstehen. In vielen praktischen Fragen des Lebens orientierte sich Jesus an den Geboten. So schickte er etwa die geheilten Aussätzigen zum Priester, um die Heilung feststellen zu lassen (3Mo 13-14; Mt 8,4). Am häufigsten wird Bezug genommen auf 3Mo 16 (großer Versöhnungstag) und 3Mo 19 (u.a. Nächstenliebe). 3Mo 16 wird im Hebräerbrief mehrmals aufgenommen (Hebr 5,3; 7,27; 9,7ff u.ö.). Der Apostel macht deutlich, dass das in 3. Mose vorgestellte Sühnegeschehen in Jesus seine Erfüllung und Vollendung findet. Ausführlich vergleicht er in Hebr 7 das aaronitische Priestertum mit dem Hohenpriester Jesus und arbeitet den Unterschied heraus. Das AT zeigt uns vor allem in 3. Mose, dass Sühne nötig ist und wie sie geschieht: durch stellvertretendes Sterben. Gleichzeitig wird im AT immer deutlicher, dass der Sühnekult mit Tieren und sündigen Priestern nicht die Lösung ist. Allein das Leben des sündlosen Gottessohnes ermöglicht wahre Sühne. In Jesu einmaligem Tod ist dann die Forderung des Opfers und das atl. Priestertum erfüllt und bedarf keiner Wiederholung. Im Unterschied zu den kultischen Geboten, die durch Jesus erfüllt sind, stellt sich bei den ethischen Geboten die Frage, inwieweit sie für die christliche Gemeinde im wörtlichen Sinne weiterhin Gültigkeit haben. Die Entscheidung wird man nur aufgrund einer gesamtbiblischen Interpretation vornehmen können. So gibt es Gebote, die nur auf dem Hintergrund der damaligen Zeit, der religiösen und kulturellen Einbettung Israels in die Umwelt, der geographischen Lage, der Tatsache, dass Israel als Volk auch eine religiöse Einheit war, zu verstehen sind. Wir können teilweise diese Gebote gar nicht mehr umsetzen. Allerdings können sie uns auch heute bei unseren Entscheidungen in übertragener Weise als Orientierungsrahmen dienen. Nehmen wir als Beispiel nochmals 3Mo 25. Wir haben in Deutschland andere rechtliche Regelungen und können uns juristisch nicht einfach auf 3Mo 25 beziehen. Wir können uns aber in unserem Werteverständnis und in unserem gesamten Verhalten von der sozialen Dimension solcher Gebote leiten lassen. Andere Gebote wie 3Mo 19,18 sind ohne Abstriche gültig. Das zeigt die häufige Aufnahme im NT.
Das Thema von 3. Mose ist die Heiligkeit Israels. Israel wurde diesem Anspruch oft nicht gerecht. Auch die Christen werden als „Heilige“ bezeichnet (1Kor 1,2). Die Frage ist, wie wir diesem Anspruch gerecht werden (siehe dazu an anderer Stelle die Ausarbeitung zu 3Mo 19).
Lohnt sich die Beschäftigung mit 3. Mose? Lohnt es sich trotz eines langen Anmarschweges, der uns zum Verstehen nicht erspart bleibt? Ich meine ja. Dieses Buch hilft im Besonderen, um Jesu Werk und Leben und damit die göttliche Heilsgeschichte zu verstehen.
Pfarrer Hartmut Schmid,Studienleiter am Albrecht-Bengel-Haus, Tübingen
https://www.die-apis.de/bibel-und-medien/bibel-und-arbeitsmaterial/auslegungen-und-biblische-themen/altes-testament/3-mose/

Wer Gott ist und was Gott tut

Im ersten Teil der Serie zu den zehn Geboten haben wir festgestellt, dass der Anfang der Gebote nicht (!) als Gebot formuliert ist. Auch die Überschrift in 2Mo 20,1 hat keinen Begriff aus dem Begriffsfeld „Gebot“. Was bedeutet dies?
1.DER DEKALOG ALS GRUNDLEGENDE OFFENBARUNG
2.Mo 20,1 lautet: „Und Gott redete alle diese Worte.“ natürlich besteht der Dekalog aus Worten. Aber der Begriff „Wort“ hat nicht nur eine funktional-technische, sondern auch eine theologische Bedeutung. Das „Wort“ ist in den biblischen Berichten Träger der Offenbarung. Vor allem bei den Propheten wird das „Wort“ zum charakteristischen Merkmal (vgl. Jer.18,18). In 2Mo 20,1 steckt in der Verbform („er redete“) und in „alle diese Worte“ dieselbe hebräische Wortwurzel dabar. Dies unterstreicht das Wortgeschehen als Offenbarung. Gott spricht diese Worte. Komplett! es geht um Offenbarung von Gott her, nicht um menschliche Gedanken.
2.GOTT STELLT SICH VOR,WER ER IST
Was sagt Gott zuerst? „Ich“! Bei guter Erziehung lernen Kinder mit dem Ich etwas zurückhaltend zu sein. Gott tut das nicht. er möchte, dass man weiß, wer er ist. Der hebräische Satz enthält kein Verb: „Ich Jahwe, dein Gott“. ein paar Beobachtungen: Der Gott im AT hat einen Namen wie viele andere Götter in der Antike auch. Der Name zeigt, dass es ein persönlicher Gott ist, den man mit Namen anreden kann. Das AT sieht die Gottesbeziehung als ein personales Gegenüber. Gott ist nicht Mensch, aber er ist Person. Mit dem Namen greift der Text zurück auf 2.Mo 3,14, wo der Name Jahwe erklärt wird. Im Zusammenhang wird deutlich, Jahwe ist der Gott, der auf dem Weg mitgeht (vgl. 2Mo 3,12), der mit einzelnen Personen mitgegangen ist (vgl. 2Mo 3,15), und der in Zukunft mit Mose und Israel mitgehen wird.
Dieser Jahwe ist „dein Gott“. Die persönliche Beziehung wird durch das „du“ unterstrichen. Jahwe ist der Gott Israels. Die Konsequenzen werden in den nächsten Versen ausgesprochen. Das Judentum hat den Namen Jahwe aus Ehrfurcht und um Missbrauch zu vermeiden nicht ausgesprochen. Wenn immer der Name im AT steht, lesen die Juden „Herr“. Deshalb steht auch in vielen unserer Bibelausgaben „Herr“ (oft mit „Großbuchstaben“) geschrieben, um anzuzeigen, dass hier eigentlich Jahwe steht. Im NT wurde die Praxis der Jahwe-Anrede nicht verändert. Dennoch sind wir nicht ohne Namen!
Christen ist ein Name gegeben, um Gott anzurufen: Jesus! Außerdem ist gegenüber Gott die vertrauensvolle Anrede „Vater“ möglich. Die persönliche Gottesbeziehung ist im AT und NT in gleicher Weise die Grundlage des Glaubens.
3.Gott STELLT SICH VOR,WAS ER TUT
Es folgt ein zweiter Teil der Vorstellung. Gott sagt, was er tut bzw. Getan hat: „… der ich dich herausgeführt habe aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der Knechte.“ Gott ist ein handelnder Gott. er hat sich nach der Erschaffung der Welt nicht in seinen himmlischen Bereich zurückgezogen und die Erde den Naturgesetzen überlassen. Nein, Gott greift redend und handelnd in den Verlauf der Geschichte ein. Er hat Israel befreit. Wieder ist das „Du“ wichtig. er hat Israel befreit und aus Sklaverei in Ägypten herausgeführt. Diese Befreiung aus Ägypten ist das Grunddatum der Heilsgeschichte Israels. Befreiung, Gabe von Bund und Geboten und die Gabe des Landes bilden eine große Einheit von Gottes Handeln. Freiheit wird zu einem Schlüsselwort und Freiheit prägt die Gebote für Israel. es soll in Israel nicht sein wie in Ägypten.
Gott handelt nicht einmalig – erhandelt ständig in der Geschichte. In Jesus hat er nochmals ganz neu und anders gehandelt.
Fazit
Gott stellt sich selbst vor, wer er ist und wie er handelt. So ist der Gott, von dem die Bibel berichtet. Die Ereignisse beziehen sich auf die Anfänge Israels. Aber Gott redet und handelt weiter in Israels Geschichte und durch Jesus für die Gemeinde. Die Parallelen zum Reden und Handeln Gottes in Jesus sind nicht zu übersehen. Zwei grundlegende Fragen werden zu Beginn des Dekalog beantwortet:
Wer ist Gott und was tut Gott? Die dritte Frage schließt sich mit den Geboten an: Was will Gott? Diese drei Fragen fassen die Fülle der Offenbarung. Hartmut Schmid
https://lgv.org/fileadmin/LGV-Verband/Medien/10gebote/10_Gebote_-_00_Grundlegendes_02.pdf
Teil II Die 10 Gebote

In Christus sein

In Christus sein heisst nicht bloss: sich in das Leben und die Worte Christi versenken, sondern: Anschluss an ihn haben

Das Wort Jesu: »Bleibt in mir… Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht« (Joh. 15,4-7) hat nicht bloss die Bedeutung: Die Jünger sollen sich in sein Leben, sein Werk, seine Worte hineindenken oder sich andächtig da hineinversenken.

Das »Leben Jesu«, sein »Erlösungswerk«, sein »Wort« können ja, losgelöst von ihm, zu einem Neutrum werden, zu einem Gedankending, zu einem Schemen, an dem man mit grossem Eifer festhält, ohne doch Christus nahe zu sein.

Jesus sagt seinen Jüngern hier einfach: Sie sollen in direkter Berührung mit ihm bleiben, den Anschluss an seine Person festhalten. Es handelt sich hier um eine so reale Lebensverbindung, wie sie zwischen dem Weinstock und seinen Reben besteht. In Christus sein heisst danach: durch den unmittelbaren Anschluss an ihn teilhaben an der Fülle seines Lebens; mit anderen Worten: seine Kräfte aus den Tiefen der Gottheit schöpfen.

In Christus sein heisst: in seinem Wirkungsbereich sein

Wir haben im Deutschen eine Redewendung, die uns das »in Christus sein« sprachlich verständlich macht. Wir sprechen davon, dass jemand »in der Sonne liegt«, »im Wind steht«; damit meinen wir, er befindet sich dort, wo die Sonne scheint, der Wind weht: er ist den Wirkungen dieser Mächte ausgesetzt.

In Christus sein, heisst: im Wirkungsbereich Christi sein, unter dem Einfluss seiner Kräfte stehen, heisst: mit Christus in die Himmelswelt versetzt sein (Eph. 2,6).

Man kann es deutlich merken, ob man in Christus ist

Das ist nicht etwas, wovon man nicht wissen könnte, ob es so ist oder nicht. Jesus hat es seinen Jüngern deutlich gesagt: An jenem Tag werdet ihr es merken, dass ihr in mir seid und ich in euch (Joh. 14,20). Und Johannes nennt das Erkennungszeichen, an dem jeder feststellen kann, ob er in Christus ist, den »Geist, den er uns gegeben hat« (1. Joh. 3,24).

Das Wirken des Geistes ist immer spürbar. Der Schiffer kann es merken, ob Windstille ist oder ob ein frischer Wind sein Fahrzeug vorwärts bringt. Der Mensch kann es merken, ob es in seinem Leben göttlich vorwärts geht oder nicht. Christen können es feststellen, ob ihr Tun und Streben von oben her erleuchtet, gehoben, getragen ist oder ob sie trotz aller Kraftanstrengungen nicht vom Fleck kommen. Das heisst: Sie können es merken, ob sie Anschluss an Christus haben oder nicht.

Wer in Christus ist, in dem ist die Macht seiner Stärke (Eph. 6,10), der kann siegen auf der ganzen Linie (trotz einzelner Teilniederlagen, 2. Kor. 2,14). In der Schutzzone des Wirkens Christi (»in Christus«) hat man Frieden, man ist unverletzt, ungekränkt von feindlichen Mächten (Joh. 16,33).

Wer im Bereich der Lebensfülle Christi ist, an dem ist nichts zu tadeln (Röm. 8,1). Er fällt nicht aus der Gemeinschaft mit Gott, er tut nichts auf eigenes Risiko (»er sündigt nicht«, 1. Joh. 3,6). In ihm ist die Liebe des Vaters vollkommen, er lebt, wie Christus gelebt hat (1. Joh. 2,5-6).

In solch einem Menschen ist die Gerechtigkeit Gottes verwirklicht (2. Kor. 5,21). Er ist ein neues Geschöpf (2. Kor. 5,17).

In Christus bleibt, wer nach seinen Weisungen handelt

Bleiben in Christus kann der, der seine Gebote hält, der die besonderen Weisungen, die Christus ihm für sein Leben gibt, erfüllt (Joh. 15,10; 1. Joh. 3,24). Wer die Aufträge (eigentlich »Mandate«) Christi nicht ausführt, hat sich von ihm getrennt; er verliert den Anschluss an ihn, verdorrt und taugt nur noch dazu, verbrannt zu werden (Joh. 15,4-6).

Ein Soldat kann nur im Wirkungsbereich eines grossen Feldherrn bleiben (mitwirken), wenn er dessen Befehle ausführt und es sich nicht herausnimmt, auf eigene Faust zu handeln.

Alle, die in Christus sind, sind organisch miteinander verbunden

In Christus (im Bereich seiner Lebensmächte) fallen die Scheidewände zwischen den Menschen hin – sie sind alle eines (ein lebendiges Ganzes). Sie brauchen nicht weiter zusammengebracht zu werden durch besondere Vorsätze und Veranstaltungen, sie sind schon beisammen; man organisiert sie nicht, denn sie sind ein Organismus (Joh. 17,20-23).

Alle die vielen Vereine und Vereinchen mit ihren Verfassungen sind hinfällig; denn die Christen sind schon ohne sie zusammenverfasst unter einem Haupt; sie sind ein Leib in Christus (Röm. 12,5).

Autor: Ralf Luther
Quelle: Neutestamentliches Wörterbuch
http://www.life.de/information/bibel/neutestamentliches_woerterbuch/146292-in_christus_sein.html

Ein Christ ist gesegnet mit jeder geistlichen Segnung.

– Du bist mit Christus den Sünden, dem Gesetz, der Welt und der Philosophie gestorben (vgl. Röm. 6,2; 1.Petr. 2,24; Gal. 2,19; Kol. 2,20; Gal. 6,14).

– Du bist errettet (vgl. Kol. 1,13; Eph. 2,5.8; 2.Tim. 1,9; Tit. 3,5).

– Du bist am Herz beschnitten worden (vgl. Kol. 2,11).

– Du bist versiegelt worden mit dem Heiligen Geist (vgl. Eph. 1,13).

– Du hast mind. eine Gnadengabe des Geistes empfangen (vgl. Röm. 12,6-8; 1.Kor. 12,8-11).

– Du bist ein Geheiligter und Heiliger (vgl. Röm. 1,8; 8,27; 1.Kor. 1,2).

– Du bist vor Gott gerechtfertigt (vgl. Röm. 5,1).

– Du bist durch Christus mit Gott versöhnt (vgl. 2.Kor. 5,19).

– Du hast ewiges Leben (vgl. Röm. 6,23; 1.Joh. 5,11).

– Du bist lebendig gemacht (vgl. Röm. 6,13; Eph. 2,5).

– Du bist mit Christus auferweckt worden (vgl. Eph. 2,6; Kol. 2,12).

– Du hast jede geistliche Segnung erhalten (vgl. Eph. 1,3).

– Du bist ein Sohn/eine Tochter Gottes (vgl. 2.Kor. 6,18; Gal. 3,29).

– Du hast die Sohnschaft empfangen (vgl. Röm. 8,15; Gal. 4,5; Eph. 1,5).

– Du bist von Gott vor Grundlegung der Welt auserwählt, um heilig und tadellos vor ihm zu sein (vgl. Eph. 1,4).

– Du bist in Christus vollendet (vgl. Kol. 2,9).

– Du bist Licht in dem Herrn (vgl. Eph. 5,8; Phil. 2,15).

– Du hast die Welt bereits überwunden (vgl. 1.Joh. 5,4f.).

– Du bist mitversetzt worden in den himmlischen Regionen in Christus (vgl. Eph. 2,6).

– Du bist versetzt in das Reich Jesu Christi (vgl. Kol. 1,13).

– Du bist eine neue Schöpfung (vgl. 2.Kor. 5,17).

– Du bist gereinigt durch das Wasserbad im Wort (vgl. Eph. 5,26).

– Du bist durch das Wort Gottes von neuem geboren (vgl. 1.Petr. 1,3.23) bzw. gezeugt durch das Wort der Wahrheit (vgl. Jak. 1,18).

– Du bist frei vom Gesetz der Sünde und des Todes (vgl. Röm. 8,2).

– Du hast Zutritt zu Gott, dem Vater (vgl. Eph. 2,18).

– Du hast Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn (vgl. 1.Kor. 1,9; 1.Joh. 1,3).

– Du gehörst nun zu Gottes Volk, zu seinem Eigentumsvolk und gehörst du Gott (vgl. Tit. 2,14; 1.Petr. 2,9).

– Du hast ein Bürgerrecht Himmel (vgl. Phil. 3,20).

– Du bist Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenosse (vgl. Eph. 2,19).

– Du gehörst zum Leib Christi (vgl. 1.Kor. 12,13).

Du bist ein Priester und König Gottes (vgl. 1.Petr. 2,5.9; Offb. 1,6; 5,10).

– Du bist Gottes Erbe (vgl. Eph. 1,18).

– Du hast ein Erbe im Himmel (vgl. 1.Petr. 1,4; 3,7).

– Du hast eine Wohnung im Himmel (vgl. Joh. 14,2).

– Du bist mit dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist verbunden (vgl. Joh. 14,20.23; 17,23)

– Du bist sicher in Gottes Händen und nichts und niemand kann dich von der Liebe Gottes trennen (vgl. Joh. 10,28f.; Röm. 8,38f.).

– Du kannst wissen, dass du ewiges Leben hast (vgl. 1.Joh. 5,13).

Das Fundament des Christseins

Grundlage unseres Christseins ist nicht etwas, was wir für unseren Herrn getan haben, noch nicht einmal unsere Entscheidung für ihn, sondern das, was unser Herr für uns getan hat: Er hat sich für uns entschieden! Er tut nicht etwas für uns, weil wir etwas für ihn tun, sondern wir können nur etwas für ihn tun, weil er alles für uns getan hat! Wenn diese Reihenfolge verkehrt wird, wird alles verkehrt!
In Christus bin ich:
– das Salz der Erde (Matthäus 5, 13)
– das Licht der Welt (Matthäus 5, 14)
– ein Kind Gottes (Johannes 1, 12)
– eine Rebe am Weinstock, ein Kanal des Lebens Christi (Johannes 15, 1-5)
– Christi Freund (Johannes 15, 15)
– ein Diener der Gerechtigkeit (Römer 6, 18)
– Gottes Knecht / Gottes Magd (Römer 6, 22)
– ein Miterbe Christi (Römer 8, 17)
– ein Tempel des Heiligen Geistes (1. Korinther 3, 16; 1. Korinther 6, 19)
– ein Glied am Leib Christi (Epheser 5, 30)
– eine neue Kreatur (2. Korinther 5, 17)
– ein Heiliger (Philipper 1, 1)
– ein Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenosse (Epheser 2, 19)
– ein Gefangener Christi (Epheser 3, 1; Epheser 4, 1)
– ein Bürger des Himmels (Philipper 3, 20; Epheser 2,6)
– ein Auserwählter Gottes (Kolosser 3, 12; 1. Thessalonicher 1, 4)
– ein Kind des Lichts und nicht der Finsternis (1. Thessalonicher 5, 5)
– ein Teilhaber der himmlischen Berufung (Hebräer 3, 1)
– ein Feind des Teufels (1. Petrus 5, 8)
– ein Fremdling und Pilger in der Welt, in der ich jetzt lebe (1. Petrus 2, 11)

„VERSTEHST DU AUCH, WAS DU LIEST?“

„Verstehst du auch, was du liest?“ Philippus hat dem Kämmerer aus Äthiopien beim Lesen von Jesaja 53 ohne Umschweife diese Frage gestellt. Die Antwort war ganz ehrlich: „Wie kann ich…?“ (Apostelgeschichte 8,30-31) – Geht es mir beim Lesen der Bibel nicht gelegentlich ähnlich? Verstehe ich immer, was ich lese? Die Überschrift ist bewusst persönlich formuliert. Ich möchte aus meiner Erfahrung antworten.
MÖGLICHE OFFENE FRAGEN
Die thematischen Bereiche der offenen Fragen können individuell ganz unterschiedlich sein. Was dem einen ein Problem ist, da ist für den anderen alles klar. Ich möchte ein paar Fragenfelder zusammenstellen ohne Anspruch auf Vollkommenheit und jeweils einige Beispiele nennen:
Historische Fragen: Ist denn die Bibel in historischen Fragen zuverlässig, etwa was Zahlen anbetrifft. Hat es den Auszug aus Ägypten tatsächlich gegeben?
Naturwissenschaftliche Fragen: Wurde die Erde in sechs Tagen geschaffen, oder wie muss man diesen Text verstehen? Ist der Hase tatsächlich ein Wiederkäuer?
Gibt es nicht Widersprüche in der Bibel, und wie gehe ich damit um?
Wie ich mit schwierigen Bibelstellen umgehe
Schwierige biblische Bücher: Wie oft habe ich erlebt, dass ein Bibel- oder Hauskreis mit großer Begeisterung die Besprechung der Offenbarung aufnahm und wenige Wochen später ernüchtert resigniert hat.
Ethische Fragen: Welche Gebote sind heute noch gültig? Insbesondere richtet sich diese Frage an das Alte Testament. Aber ebenso an die Praxis des Glaubens: Mit welchem Recht werden die einen Gebote gehalten und andere Gebote ohne große Diskussion nicht mehr?
Theologische und geistliche Fragen: Hier könnte ich eine Fülle aufzählen. Ist denn die Dreieinigkeit wirklich biblisch begründet? Kann Gott tatsächlich eifersüchtig und zornig sein? Musste sein Sohn wirklich sterben, oder hätte es nicht eine andere Lösung zur Rettung gegeben?
WIE GEHE ICH MIT SCHWIERIGEN BIBELSTELLEN UM?
Die oben beispielhaft angesprochenen möglichen Fragen kann ich auf diesem knappen Raum nicht beantworten. Ich möchte ein paar grundsätzliche Linien nennen, wie man mit schwierigen und zunächst unverständlichen Bibelstellen umgehen kann.
Ich verzichte auf Sachkritik an der Bibel. Das ist ein Grundanliegen des Bengelhauses. Ich stelle mich nicht über die Schrift. Ich bestimme nicht über die Gültigkeit von Texten. Auch wenn ich Stellen nicht verstehe, auch wenn mir manche Aussagen Not machen und es schwer fällt, sie zu akzeptieren, dann gilt doch: Die ganze Bibel ist Gottes Wort. Ich arbeite gründlich an Bibeltexten. Manche Fragen klären sich, wenn ich an den Texten gründlich arbeite. Wenn zwei Bibelstellen zunächst widersprüchlich erscheinen, löst sich dies eventuell, wenn ich den näheren Zusammenhang und die jeweilige Situation berücksichtige.
Ich lerne offene Fragen auszuhalten. Ich kann dies, indem ich mir einige Dinge klar mache. Die Bibel ist ein Buch, das einen großen Zeitraum mit einer wechselhaften Geschichte umfasst. Außerdem ist sie in ferner Zeit und in einem anderen Kulturraum entstanden. Schon aus diesem Grund müssen mir Dinge fremd sein. Auf Grund dieser äußeren Ferne ist historisches Forschen notwendig. Allerdings lassen sich nicht alle Fragen eindeutig klären, weil das Hintergrundwissen (noch) fehlt.
Ich achte die Bibel als Gottes Wort. Gott kann ich aber nicht fassen. Das gilt auch für sein Wort. Gottes Wort ist für mich Menschen zumal als Sünder immer auch ein fremdes Wort. Und dann ist die Bibel Gottes Volk und der Gemeinde gegeben. Sie ist kein Buch nur für mich. Was ich nicht verstehe, versteht ein anderer. Was an meinem Ort und in meiner Situation gar nicht so wichtig ist, ist an einem anderen Ort und in einer anderen Situation vielleicht äußerst wichtig.
Ich will durch die Bibel geistlich reifen. Die Bibel ist nicht nur ein Lehrbuch, sondern vor allem ein Lebensbuch. Bibel verstehen ist nicht nur ein Verstehen mit dem Verstand. Bibel verstehen hat mit Kopf und Herz zu tun. Dies gilt vor allem für die geistlichen Fragen. Biblisches Verstehen heißt erkennen. Es ist ein personales Erkennen, weil es mit Gott zu tun hat. Geistliche Fragen sind nie nur Wissensfragen. Geistlich verstehen heißt wachsen und reifen und das verstehen, wofür ich reif bin.
Ich möchte mehr verstehen. Obwohl ich weiß, dass ich nie alles verstehen werde, möchte ich doch in der Erkenntnis wachsen und zunehmen. Je länger je mehr sind mir solche Texte eine besondere Hilfe, die zunächst sperrig sind, fremd und unverständlich. Texte, um die ich mich mühen muss, an denen ich mich reibe, sind mir inzwischen besonders lieb. Sie fordern mich heraus und bringen mich (in der Regel) weiter. Für solche Texte brauche ich jedoch Zeit. Sie müssen mich begleiten. Sie müssen in mir Raum haben. An solchen Texten muss ich auch immer wieder vorbeikommen und innehalten.
Ich höre auf andere Bibelleser. Der Kämmerer antwortet auf die Frage des Philippus: „Wie kann ich, wenn mich nicht jemand anleitet?“ Ich kann viele Fragen nicht selbst beantworten. Aber andere sind mir eine Hilfe auf dem Weg des Verstehens.
Ich möchte das Erkannte bewahren und tun. Die nicht verstandenen Stellen und Sachverhalte sollen das Erkannte nicht überdecken. Die wichtigsten Dinge sind in der Bibel ganz klar. Kann das Problematisieren auch der Versuch sein, den klaren Stellen aus dem Weg zu gehen? Was ich verstanden habe, möchte ich bewahren und tun.
Beispiel Eine historische Frage: Von nicht wenigen Forschern wird der Auszug Israels aus Ägypten grundsätzlich in Frage gestellt. Ein Hauptargument lautet, dass er außerbiblisch nicht bezeugt sei. Dagegen steht das eindeutige Zeugnis der Schrift. Es wird an so vielen Stellen auf den Auszug Bezug genommen, dass mir eine Infragestellung dieses Geschehens nicht möglich ist.
Eine biologische Frage: Im dritten Buch Mose gibt es viele Speisevorschriften, welche Tiere man essen und welche man nicht essen darf. Der Bibeltext gibt dafür kaum Begründungen. Kürzlich hatte ich ein Gespräch mit einer Bäuerin. Sie kennt die Schrift und sie hat Tiere beobachtet. Aus ihren Beobachtungen konnte sie mir einleuchtende Erklärungen für das biblische Gebot geben. Ein konkretes Beispiel: Oft wird gesagt, der Hase sei entgegen 3. Mose 11,6 kein Wiederkäuer. Er ist es zwar anders als die Kuh, er ist es aber doch, denn er frisst seinen ersten Kot nochmals.
Eine ethische Frage: Welche Gebote (vor allem aus dem Alten Testament) sind (noch) gültig? Dies kann man nicht aus dem einzelnen Text erheben. Hier bedarf es einer gesamtbiblischen Auslegung. Legt man die ganze Schrift zugrunde erkennt man, dass es Gebote gibt, die nur für einen bestimmte Zeit verpflichtende Gültigkeit hatten. Eine Vielzahl von Geboten ist durch Jesus Christus erfüllt, andere sind neu hinzugekommen. Und dann gibt es Gebote, die ungebrochen in der ganzen Schrift Gültigkeit haben.
Schwierige Bücher: Für mich zählten dazu lange Zeit das Buch Hiob und die Offenbarung. Den Zugang fand ich, indem ich diese Bücher mehrmals ganz durchgelesen habe und nicht an Einzelfragen hängen blieb. Es waren dann nicht alle Fragen gelöst, aber ich hatte einen Eindruck von der Gesamtaussage. Und von dieser her lassen sich die Einzelfragen besser einordnen und auch beantworten.
Eine theologische Frage: Mit einem Bibelkreis bespreche ich den 1. Johannesbrief. Zwei Aussagen stehen unmittelbar beieinander. Die eine: Wir sind Sünder. Die andere: Wir halten seine Gebote. Logisch haben wir dies nicht zusammenbringen können. Logisch kann nur eine Aussage richtig sein. Geistlich möchte ich diese Spannung aushalten und die Aussagen gelten lassen. Beide gelten gleichzeitig. Dies ist eine geistliche Wirklichkeit.
WAS Klar SEIN MUSS Gewiss gibt es viele offene Fragen. Gewiss werden nicht alle Fragen beantwortet. Was klar sein muss, ist das wichtigste Ziel, das Gott mit seinem Wort hat. Bengel hat es so formuliert: Die Bibel zeigt den Weg zum Heil. Wenn ich diesen Weg erkannt habe, wenn ich im Glauben mit Jesus Christus verbunden und durch ihn erlöst bin, dann habe ich das Wichtigste erkannt. Alle anderen Fragen sind dann nicht unwichtig, aber zweitrangig. Hartmut Schmid

Durch das Abendmahl werden mehrere Dinge versinnbildlicht und bekräftigt:

1. Der Tod Christi. Wenn wir das Brot brechen, symbolisiert es das Gebrochenwerden des Leibes Christi und wenn der Wein aus dem Kelch ausgegossen wird, symbolisiert dies das Vergossenwerdens des Blutes Christi für uns. Daher ist die Teilnahme am Abendmahl auch eine Art Verkündigung: „Denn so oft ihr dieses Brot esst und diesen Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.“ (1Kor 11,26).
2. Unsere Teilhabe an den Segnungen des Todes Christi. Jesus gebot seinen Jüngern „Nehmt, esst! Das ist mein Leib“ (Mt 26,26). Wenn wir einzeln aus dem Kelch trinken, verkündigen wir durch unsere Handlung, dass wir an den Segnungen teilhaben, die durch den Tod Jesu für uns erworben worden sind.
3. Geistliche Ernährung. Brot und Wein bilden die Tatsache ab, dass Christus unsren Seelen geistliche Nahrung und Erquickung darreicht. (vgl. Joh 6,53-57).
4. Die Einheit der Gläubigen. Wenn Christen gemeinsam am Abendmahl teilnehmen, geben sie ein deutliches Zeichen für ihre Einheit miteinander ab. So sagt Paulus: „Denn es ist ein Brot, so sind wir, die vielen, ein Leib; denn wir alle haben Teil an dem einen Brot“ (1Kor 10,17).
5. Christus bekräftigt seine Liebe zu mir. Die Tatsache, dass ich am Abendmahl teilnehmen kann, ja, dass Jesus mich zu kommen einlädt, ist eine lebendige Erinnerung und eine anschauliche Zusicherung, dass Jesus Christus mich persönlich liebt.
6. Christus bestätigt, dass mir alle Segnungen des Heils vorbehalten sind. In dem Abendmahl esse und trinke ich einen Vorgeschmack auf das große Festmahl des Königs. Ich komme als Angehöriger seiner ewigen Familie zu ihm. Wenn der Herr mich an seinem Tisch willkommen heißt, vergewissert er mir, dass er mir auch den Zugang zu allen anderen Segnungen der Erde und des Himmels gewähren wird, insbesondere zum großen Hochzeitsmahl des Lammes, bei dem ein Platz für mich reserviert worden ist.
7. Ich bekräftige meinen Glauben an Christus. Durch meine Teilnahme am Abendmahl verkündige ich immer wieder, dass meine Sünden das Leiden und den Tod Jesu mitverschuldet haben. Somit sind Trauer, Freude, Danksagung und Tiefe Liebe zu Christus in der Schönheit des Abendmahls reichlich miteinander vermischt.
Schließlich stellt sich die Frage, wer am Abendmahl teilnehmen sollte. Es ist außer Frage, dass nur Gläubige daran teilnehmen sollten, denn das Abendmahl symbolisiert die Gemeinschaft mit Christus. Paulus warnt aber davor, das Abendmahl unwürdig einzunehmen (1Kor 11,27-29). Vorher tadelt Paulus die Korinther für ihr rücksichtsloses Verhalten, wenn sie in der Gemeinde zusammenkommen (V20.21). Wir sollten uns daher prüfen, ob wir uns selbstsüchtig und feindschaftlich unseren Geschwistern gegenüber verhalten und somit nicht die Wesenszüge unseres Herrn widerspiegeln oder ob unsere Beziehungen das Opfer unseres Herrn in seiner Selbsthingabe verkündigen (vgl. Mt 5,23.24).
Nach Wayne Grudem: Biblische Dogmatik, Kapitel 50: Das Abendmahl, © VKW und arche-medien, 1. Auflage 2013

Der Heilige Geist liebt Geschlechtsregister.

Sie sind Mini-Biographien durch Gottes Augen. Gott hat die wichtigsten zwei, drei Dinge aus dem Leben der Menschen herausgepickt und der Heilige Geist hat Menschen dazu inspiriert, das so aufzuschreiben. Was denkst du, was in deiner Mini-Bio drin steht, so wie dein Leben zur Zeit gerade aussieht? Und was wünschst du, was drin stehen soll, so als die wichtigsten Eckdaten deines Lebens aus Gottes Augen? Bei manchen finden wir in den Geschlechtsregistern ihren Beruf, bei manchen die Namen der Städte, die sie gegründet haben oder wichtige Dinge, die sie sonst geleistet haben. Nur bei Henoch diese Worte: Und er wandelte mit Gott. Aber eins weiß ich ganz bestimmt: Es wird niemand einen Eintrag bei Gott bekommen, der lautet: Und er zahlte seinen Zehnten, damit sein Pastor an seiner Stelle mit Gott wandelte. Das ist etwas, was ich immer wieder antreffe. Diese innere Haltung: Dafür ist doch mein Pastor zuständig. Dafür laden wir doch Prediger ein, damit sie für mich die Bibel lesen, damit sie für mich zu Gott beten, wir haben ein super begabtes Lobpreis-Team, damit sie für mich Gott anbeten. Gott hat keine Enkel, Ihm geht es um dein Herz. Jonas Erne FB 071122

Stammbäume

Es handelt sich hierbei um die Aufzeichnungen der Stammbäume: es wurde „das Verzeichnis ihrer Geschlechter“ erstellt (1. Chr 5,7; 7,9). Obschon es „Generationen“ von Anfang an gab, lesen wir nicht von Geschlechtern, bis Israel im Land war. Es war dann wichtig, dass die Stammbäume verzeichnet wurden, weil als Teil des Gesetzes der Kinder Israel jeder Mann am Erbe seiner Väter Gefallen haben sollte. Es durfte kein Erbteil von einem Stamm auf den nächsten übergehen (4. Mo 36,8.9). Als das Priestertum auf die Söhne Aarons beschränkt wurde, war es unverzichtbar, dass sie ihren Stammbaum aufbewahrten. Nach der Rückkehr aus dem Exil waren einige unfähig, ihre Abstammung von Aaron nachzuweisen und so wurden sie vom Priestertum ausgeschlossen (Esra 2,62).
Das Wissen über das priesterliche Geschlecht erstreckt sich bis in das NT, Zacharias war aus der Abteilung des Abia‘, und Elisabeth war von den Töchtern Aarons. So auch, was die Stämme und die Familien angeht. Bei der Zählung gingen Josef und Maria nach Bethlehem, weil sie von David abstammten; Anna war aus dem Stamm Aser und Paulus aus dem Stamm Benjamin.
Die Prophezeihungen, welche aussagen, dass in dem Samen Abrahams alle Nationen der Erde gesegnet werden sollten, und dass der Messias aus der königlichen Abstammung Davids war, macht es notwendig das die Geschlechter beider Linien bewahrt werden mussten, wie wir sie im NT finden. Im zukünftigen Besitz des Landes wird es zwölf Stämme geben und einige aus jedem werden für den Segen versiegelt (Hes 48; Off 7,3-8). Gott, der sie für zukünftige Ereignisse behütet, kann ebenso ihre Geschlechter bewahren.
Es ist wahrscheinlich, dass sich 1. Timotheus 1,4 und Titus 3,9 nicht auf jüdische Geschlechter beziehen, die einerseits nicht „endlos“ genannt werden können und andererseits keine Fabeln sind. Vielmehr beziehen diese Stellen sich auf die Äonen des Gnostizismus, der bis in die Ewigkeit zurückreicht, drei von ihnen repräsentieren Christus, den Heiligen Geist und Jesus. Tertullian zitierte den obigen Ausdruck in Timotheus, als er den Gnostizismus wiederlegte.
https://www.bibelkommentare.de/lexikon/2534/stammbaeume

Stammbaum des Herrn Jesus – Geschlechtsregister des Herrn Jesus

Der Stammbaum des Herrn Jesus wird in Matthäus 1 und Lukas 3 beschrieben. Entsprechend dem unverkennbaren Charakter von Matthäus, in welchem Christus als Messias und Sohn Davids dargestellt wird, beginnt der Stammbaum mit Abraham, während er in Lukas, wo Christus als Sohn des Menschen gezeigt wird, die Aufzählung bis auf „ein Sohn … des Adam, des Gottes“ zurückgeht. Beide Aufzählungen sind von Abraham bis David gleich, dann weichen sie voneinander ab, bis sie zu Salathiel und Serubbabel kommen, deren Namen in beiden Aufzählungen vorkommen; danach weichen sie wieder voneinander ab. Die Aufzählung in Lukas ist umfangreicher, und enthält von David bis Joseph 41 Namen, während in Matthäus nur 26 Namen vorkommen. Einige Namen wurden in Matthäus ausgelassen, und dies ermöglicht es den Stammbaum in drei Teile zu jeweils 14 Generationen einzuteilen. Josia wird als der Sohn Jorams genannt, aber nach 1. Chronika 3,11.12 (wo anstatt Josia Asarja gelesen wird, ebenso in 2. Kön 14,21), ist zu erkennen, dass drei Könige ausgelassen wurden: Ahasja, Joas und Amazja. Solche Auslassungen können auch in den Stammbäumen im A.T. gefunden werden. In 2. Chronika 22,9 wird Ahasja der Sohn von Josaphat genannt, obwohl er sein Enkel war; und beim Vergleichen der Stammbäume von 1. Chronika 6,3-15 mit Esra 7,1-5 werden sieben Namen gefunden die im letzteren ausgelassen werden. Es ist beachtenswert das in Matthäus das Wort „zeugen“ benutzt wird, während es in Lukas unbestimmter ist. Jesus war „angeblich“ oder „erwiesenermaßen“ der Sohn von Joseph und von Joseph heißt es, dass er „des Eli“ war, ohne dass das Wort „zeugen“ verwendet wird. Außerdem ist noch zu bemerken, dass nach dem jüdischen Gesetz bei einem kinderlos verstorbenen Mann sein Bruder ihm durch die Witwe Nachkommen zeugen sollte. Ein geborener Sohn wurde dann als der rechtmäßige Sohn des Verstorbenen anerkannt, während er eigentlich der direkte Sohn des Bruders war. Die Aufzählung in Matthäus ist eindeutig die königliche Linie; zwischen David und Salathiel werden zwölf Könige genannt, welche alle bei Lukas weggelassen werden. Da es die königliche Linie ist, muss es auch die direkte sein. Es gibt eine größere Schwierigkeit bei dem Stammbaum in Lukas: Ist er die Linie von Josephs oder von Marias? Frauen werden als Erbfolgen niemals direkt angeführt, jedoch wird Christus als „Same der Frau“ (1. Mo 3,15), „geboren von einer Frau“ (Gal 4,4), „der Same Abrahams“ (Heb 2,16), „der Same Davids nach dem Fleisch“ (Rö 1,3; 2. Tim 2,8), „die Wurzel Davids“ (Off 22,16) vorgestellt. Und da der Herr nicht der leibliche Sohn Josephs war, können diese Schriften nur durch seine Mutter erfüllt werden, die ein direkter Nachkomme von David und Abraham sein musste. Es ist deshalb besser zu erwägen, dass Lukas die direkte Nachkommenschaft durch Maria zeigt. In Übereinstimmung mit diesem Gedanken kann gesehen werden, dass Matthäus, wenn er von der Geburt des Herrn spricht, oft Joseph erwähnt aber seltener Maria, während Lukas oft Maria erwähnt aber seltener Joseph. https://www.bibelkommentare.de/lexikon/2548/stammbaum-des-herrn-jesus