Ich habe dir einen Namen gegeben

Römer 16 ist im wohl spannendsten neutestamentlichen Brief das Kapitel, das im wahrsten Sinne des Wortes oft hinten herunterfällt. Dabei ist es voll vom Evangelium, nicht weniger als der Rest des Römerbriefs. Paulus grüßt eine ganze Reihe von Menschen, die entweder den Grundstein für den Glauben in einer Stadt gelegt haben (V. 5), die ihn im Leid der Gefangenschaft begleitet und getröstet haben (V. 7) oder die für ihn sogar “ihren eigenen Hals hingehalten haben” (V. 4)! Männer und Frauen werden gleichermaßen in einer langen Liste von Paulus gelobt, gesegnet und ermutigt. Man merkt ihm an, wie viel Liebe und Stolz er für seine Geschwister im Glauben hat.
Aber inmitten dieses Briefschlusses sticht für mich ein Vers ganz besonders heraus. Er mag sehr unscheinbar daherkommen, aber bei genauem Hinsehen hat er die Kraft, eine wundervolle Gesamtzusammenfassung der biblischen Botschaft zu sein. Es ist Vers 22: “Ich, Tertius, der ich den Brief niedergeschrieben habe, grüße euch im Herrn.” Ich verstehe, wenn du gerade die Stirn runzelst. Was mag an diesem Satz so geheimnisvoll sein?
Andy Crouch hat darauf hingewiesen, dass in der römischen Gesellschaft Sklaven nicht wie Personen angesehen wurden. Man maß ihnen so wenig Würde zu, dass man ihnen, wenn sie in einen Haushalt hineingeboren wurden, keinen Namen gab. Stattdessen bekamen neugeborene Sklaven, deren Leben für einen Kreislauf aus harter Arbeit, bitterer Undankbarkeit und würdeloser Behandlung bestimmt war, nur eine Nummer. Primus, Secundus, Tertius und Quartus. Wenn ein Herr vier Sklavenjungen besaß, war es also nicht ungewöhnlich, dass diese vier genau so hießen. Und da wird es spannend. “Ich, Tertius“. Der Schreiber, dem Paulus seinen Brief diktiert hat, war also – sehr wahrscheinlich – ein Sklave. Wir wissen nicht, ob er frei war oder immer noch einem Herrn untergeben, aber für Paulus spielt das keine Rolle. Es ist, als hatte Paulus ihn angesehen und zu ihm gesagt: “Tertius, ich bin fertig mit meinen Grüßen. Jetzt darfst du auch selbst etwas schreiben!”
Ich kann mir nur vorstellen, wie Tertius sich gefühlt haben muss. Endlich ist er jemand, dem man erlaubt, etwas zu tun, das er von Herzen möchte, anstatt ihm nur barsch einen Befehl zu geben. Endlich ist sein Name nicht einfach nur eine Nummer, die eins mehr wäre, wäre er später zur Welt gekommen, sondern ein richtiger Name, hinter dem eine Person mit Würde, Gedanken und Gefühlen steht. Vers 23 unterstreicht das: Dort grüßt Quartus. Vielleicht war er der kleine Bruder von Tertius. Aber auch er ist nicht mehr Quartus, der Sklave. Nicht mehr Quartus, die Nummer. Quartus, den man ersetzen kann, wenn er nicht mehr arbeitsfähig ist. Nein, es ist “Quartus, der Bruder“. Wow, oder? Wie gesagt, wir können nicht mit Sicherheit sagen, ob diese Männer in Freiheit leben dürfen. Aber für Paulus und die anderen ist das nicht entscheidend dafür, wie sie sie ansehen. Sie schauen nicht auf sie herab. Sie grüßen sie liebevoll, sorgen sich um ihr Wohlbefinden und äußern Freude darüber, sie hoffentlich bald besuchen zu können. Sie freuen sich, einen Brief von ihnen zu bekommen. “Hört mal, Tertius und Quartus, unsere Brüder, überreichen euch einen herzlichen Gruß. Wir sollen euch von ihnen küssen und euch erzählen, was Jesus an ihnen getan hat!” Für Paulus sind diese Männer “geliebt und ersehnt”, ihre “Freude und Krone” (Philipper 4, 1). Vom Arbeitstier, das jeder ausnutzt, zum Bruder, auf den man stolz ist.
Es begeistert mich, welche Kraft das Evangelium hat. Der Kreuzestod und die Auferstehung von Jesus Christus machen aus geistlichen Sklaven Kinder Gottes. Aber nicht nur in der vertikalen Ebene ändert sich alles, sondern auch in der Beziehung der Erretteten zueinander wird alles Bisherige auf den Kopf gestellt. “Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.“, schreibt Paulus in Galater 3, 28. Wer Sklave ist, bekommt Würde, Wert und Persönlichkeit zugesprochen. Er schmeckt vielleicht zum ersten Mal, welche Bedeutung das Wort Liebe hat. Die barschen Anweisungen oder die womöglich auch physische Gewalt sind nicht mehr das, was ihm seinen Wert absprechen. Die Worte Gottes sind ihm gewichtiger. Und gleichzeitig wird er Teil der Gemeinde, einer Gemeinschaft, in der man sich mit liebevoller Zuneigung begegnet, weil sie ein Ort ist, an dem jeder sich darüber im Klaren ist, dass er Sünder ist, sein Status vor Gott aber trotzdem “heiliges, geliebtes Kind” lautet.
Ja, unsere Gemeinden weichen leider sehr oft von diesem Ideal ab. Aber Jesus verspricht in Matthäus 16, 18, dass die Pforten des Totenreiches sie nicht überwinden können. Er umgibt und verteidigt sie. In ihr und durch sie baut er sein Reich. In ihr werden Nummern zu Namen. Sklaven zu Brüdern. Abhängige zu Freien. Verstoßene zu Angenommenen. Verletzte zu Geheilten. Gebrochene zu Aufgerichteten. Geächtete zu Geliebten. Fremde zu Kindern.
https://philemonblog.de/?p=15970

Gerechtigkeit aus Glauben

1513 hielt Luther eine Vorlesung zu den Psalmen.
In Psalm 31, 2 heißt es: „errette mich durch deine Gerechtigkeit.“ (ML 2017).
Luther schreibt dazu:
„Ich hasste nämlich das Wort Gerechtigkeit Gottes, weil ich es nach dem Sinn der Doktoren und Philosophen verstand: Gerechtigkeit, wodurch Gott gerecht ist und die Sünde und die Ungerechten straft …. Ich ……klopfte dann erst an dieser Stelle bei Paulus an …. Da begann ich zu verstehen, dass hier die Gerechtigkeit Gottes gemeint sei, wodurch der Gerechte durch das Geschenk Gottes lebt, nämlich aus dem Glauben – eine Gerechtigkeit, wodurch uns der barmherzige Gott durch den Glauben gerecht macht. Da habe ich gefühlt, dass ich von neuem geboren sei.“
Aus: W.A. 54, 179
Und weiter schreibt der suchende Wittenberger zu Ps 31,2:
„Es heißt: durch deine, nicht durch meine, d. h. durch die Gerechtigkeit Christi, die durch Glauben, Gnade und Barmherzigkeit Gottes die unsere wird.“
D.Martin Luthers Psalmen-Auslegung, hrsg. v. E. Mülhaupt, Bd. 2, 1962, 34 (WA 2,146,20-27).

Durch das Abendmahl werden mehrere Dinge versinnbildlicht und bekräftigt:

1. Der Tod Christi. Wenn wir das Brot brechen, symbolisiert es das Gebrochenwerden des Leibes Christi und wenn der Wein aus dem Kelch ausgegossen wird, symbolisiert dies das Vergossenwerdens des Blutes Christi für uns. Daher ist die Teilnahme am Abendmahl auch eine Art Verkündigung: „Denn so oft ihr dieses Brot esst und diesen Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.“ (1Kor 11,26).
2. Unsere Teilhabe an den Segnungen des Todes Christi. Jesus gebot seinen Jüngern „Nehmt, esst! Das ist mein Leib“ (Mt 26,26). Wenn wir einzeln aus dem Kelch trinken, verkündigen wir durch unsere Handlung, dass wir an den Segnungen teilhaben, die durch den Tod Jesu für uns erworben worden sind.
3. Geistliche Ernährung. Brot und Wein bilden die Tatsache ab, dass Christus unsren Seelen geistliche Nahrung und Erquickung darreicht. (vgl. Joh 6,53-57).
4. Die Einheit der Gläubigen. Wenn Christen gemeinsam am Abendmahl teilnehmen, geben sie ein deutliches Zeichen für ihre Einheit miteinander ab. So sagt Paulus: „Denn es ist ein Brot, so sind wir, die vielen, ein Leib; denn wir alle haben Teil an dem einen Brot“ (1Kor 10,17).
5. Christus bekräftigt seine Liebe zu mir. Die Tatsache, dass ich am Abendmahl teilnehmen kann, ja, dass Jesus mich zu kommen einlädt, ist eine lebendige Erinnerung und eine anschauliche Zusicherung, dass Jesus Christus mich persönlich liebt.
6. Christus bestätigt, dass mir alle Segnungen des Heils vorbehalten sind. In dem Abendmahl esse und trinke ich einen Vorgeschmack auf das große Festmahl des Königs. Ich komme als Angehöriger seiner ewigen Familie zu ihm. Wenn der Herr mich an seinem Tisch willkommen heißt, vergewissert er mir, dass er mir auch den Zugang zu allen anderen Segnungen der Erde und des Himmels gewähren wird, insbesondere zum großen Hochzeitsmahl des Lammes, bei dem ein Platz für mich reserviert worden ist.
7. Ich bekräftige meinen Glauben an Christus. Durch meine Teilnahme am Abendmahl verkündige ich immer wieder, dass meine Sünden das Leiden und den Tod Jesu mitverschuldet haben. Somit sind Trauer, Freude, Danksagung und Tiefe Liebe zu Christus in der Schönheit des Abendmahls reichlich miteinander vermischt.
Schließlich stellt sich die Frage, wer am Abendmahl teilnehmen sollte. Es ist außer Frage, dass nur Gläubige daran teilnehmen sollten, denn das Abendmahl symbolisiert die Gemeinschaft mit Christus. Paulus warnt aber davor, das Abendmahl unwürdig einzunehmen (1Kor 11,27-29). Vorher tadelt Paulus die Korinther für ihr rücksichtsloses Verhalten, wenn sie in der Gemeinde zusammenkommen (V20.21). Wir sollten uns daher prüfen, ob wir uns selbstsüchtig und feindschaftlich unseren Geschwistern gegenüber verhalten und somit nicht die Wesenszüge unseres Herrn widerspiegeln oder ob unsere Beziehungen das Opfer unseres Herrn in seiner Selbsthingabe verkündigen (vgl. Mt 5,23.24).
Nach Wayne Grudem: Biblische Dogmatik, Kapitel 50: Das Abendmahl, © VKW und arche-medien, 1. Auflage 2013

Der Heilige Geist liebt Geschlechtsregister.

Sie sind Mini-Biographien durch Gottes Augen. Gott hat die wichtigsten zwei, drei Dinge aus dem Leben der Menschen herausgepickt und der Heilige Geist hat Menschen dazu inspiriert, das so aufzuschreiben. Was denkst du, was in deiner Mini-Bio drin steht, so wie dein Leben zur Zeit gerade aussieht? Und was wünschst du, was drin stehen soll, so als die wichtigsten Eckdaten deines Lebens aus Gottes Augen? Bei manchen finden wir in den Geschlechtsregistern ihren Beruf, bei manchen die Namen der Städte, die sie gegründet haben oder wichtige Dinge, die sie sonst geleistet haben. Nur bei Henoch diese Worte: Und er wandelte mit Gott. Aber eins weiß ich ganz bestimmt: Es wird niemand einen Eintrag bei Gott bekommen, der lautet: Und er zahlte seinen Zehnten, damit sein Pastor an seiner Stelle mit Gott wandelte. Das ist etwas, was ich immer wieder antreffe. Diese innere Haltung: Dafür ist doch mein Pastor zuständig. Dafür laden wir doch Prediger ein, damit sie für mich die Bibel lesen, damit sie für mich zu Gott beten, wir haben ein super begabtes Lobpreis-Team, damit sie für mich Gott anbeten. Gott hat keine Enkel, Ihm geht es um dein Herz. Jonas Erne FB 071122

Stammbäume

Es handelt sich hierbei um die Aufzeichnungen der Stammbäume: es wurde „das Verzeichnis ihrer Geschlechter“ erstellt (1. Chr 5,7; 7,9). Obschon es „Generationen“ von Anfang an gab, lesen wir nicht von Geschlechtern, bis Israel im Land war. Es war dann wichtig, dass die Stammbäume verzeichnet wurden, weil als Teil des Gesetzes der Kinder Israel jeder Mann am Erbe seiner Väter Gefallen haben sollte. Es durfte kein Erbteil von einem Stamm auf den nächsten übergehen (4. Mo 36,8.9). Als das Priestertum auf die Söhne Aarons beschränkt wurde, war es unverzichtbar, dass sie ihren Stammbaum aufbewahrten. Nach der Rückkehr aus dem Exil waren einige unfähig, ihre Abstammung von Aaron nachzuweisen und so wurden sie vom Priestertum ausgeschlossen (Esra 2,62).
Das Wissen über das priesterliche Geschlecht erstreckt sich bis in das NT, Zacharias war aus der Abteilung des Abia‘, und Elisabeth war von den Töchtern Aarons. So auch, was die Stämme und die Familien angeht. Bei der Zählung gingen Josef und Maria nach Bethlehem, weil sie von David abstammten; Anna war aus dem Stamm Aser und Paulus aus dem Stamm Benjamin.
Die Prophezeihungen, welche aussagen, dass in dem Samen Abrahams alle Nationen der Erde gesegnet werden sollten, und dass der Messias aus der königlichen Abstammung Davids war, macht es notwendig das die Geschlechter beider Linien bewahrt werden mussten, wie wir sie im NT finden. Im zukünftigen Besitz des Landes wird es zwölf Stämme geben und einige aus jedem werden für den Segen versiegelt (Hes 48; Off 7,3-8). Gott, der sie für zukünftige Ereignisse behütet, kann ebenso ihre Geschlechter bewahren.
Es ist wahrscheinlich, dass sich 1. Timotheus 1,4 und Titus 3,9 nicht auf jüdische Geschlechter beziehen, die einerseits nicht „endlos“ genannt werden können und andererseits keine Fabeln sind. Vielmehr beziehen diese Stellen sich auf die Äonen des Gnostizismus, der bis in die Ewigkeit zurückreicht, drei von ihnen repräsentieren Christus, den Heiligen Geist und Jesus. Tertullian zitierte den obigen Ausdruck in Timotheus, als er den Gnostizismus wiederlegte.
https://www.bibelkommentare.de/lexikon/2534/stammbaeume

Stammbaum des Herrn Jesus – Geschlechtsregister des Herrn Jesus

Der Stammbaum des Herrn Jesus wird in Matthäus 1 und Lukas 3 beschrieben. Entsprechend dem unverkennbaren Charakter von Matthäus, in welchem Christus als Messias und Sohn Davids dargestellt wird, beginnt der Stammbaum mit Abraham, während er in Lukas, wo Christus als Sohn des Menschen gezeigt wird, die Aufzählung bis auf „ein Sohn … des Adam, des Gottes“ zurückgeht. Beide Aufzählungen sind von Abraham bis David gleich, dann weichen sie voneinander ab, bis sie zu Salathiel und Serubbabel kommen, deren Namen in beiden Aufzählungen vorkommen; danach weichen sie wieder voneinander ab. Die Aufzählung in Lukas ist umfangreicher, und enthält von David bis Joseph 41 Namen, während in Matthäus nur 26 Namen vorkommen. Einige Namen wurden in Matthäus ausgelassen, und dies ermöglicht es den Stammbaum in drei Teile zu jeweils 14 Generationen einzuteilen. Josia wird als der Sohn Jorams genannt, aber nach 1. Chronika 3,11.12 (wo anstatt Josia Asarja gelesen wird, ebenso in 2. Kön 14,21), ist zu erkennen, dass drei Könige ausgelassen wurden: Ahasja, Joas und Amazja. Solche Auslassungen können auch in den Stammbäumen im A.T. gefunden werden. In 2. Chronika 22,9 wird Ahasja der Sohn von Josaphat genannt, obwohl er sein Enkel war; und beim Vergleichen der Stammbäume von 1. Chronika 6,3-15 mit Esra 7,1-5 werden sieben Namen gefunden die im letzteren ausgelassen werden. Es ist beachtenswert das in Matthäus das Wort „zeugen“ benutzt wird, während es in Lukas unbestimmter ist. Jesus war „angeblich“ oder „erwiesenermaßen“ der Sohn von Joseph und von Joseph heißt es, dass er „des Eli“ war, ohne dass das Wort „zeugen“ verwendet wird. Außerdem ist noch zu bemerken, dass nach dem jüdischen Gesetz bei einem kinderlos verstorbenen Mann sein Bruder ihm durch die Witwe Nachkommen zeugen sollte. Ein geborener Sohn wurde dann als der rechtmäßige Sohn des Verstorbenen anerkannt, während er eigentlich der direkte Sohn des Bruders war. Die Aufzählung in Matthäus ist eindeutig die königliche Linie; zwischen David und Salathiel werden zwölf Könige genannt, welche alle bei Lukas weggelassen werden. Da es die königliche Linie ist, muss es auch die direkte sein. Es gibt eine größere Schwierigkeit bei dem Stammbaum in Lukas: Ist er die Linie von Josephs oder von Marias? Frauen werden als Erbfolgen niemals direkt angeführt, jedoch wird Christus als „Same der Frau“ (1. Mo 3,15), „geboren von einer Frau“ (Gal 4,4), „der Same Abrahams“ (Heb 2,16), „der Same Davids nach dem Fleisch“ (Rö 1,3; 2. Tim 2,8), „die Wurzel Davids“ (Off 22,16) vorgestellt. Und da der Herr nicht der leibliche Sohn Josephs war, können diese Schriften nur durch seine Mutter erfüllt werden, die ein direkter Nachkomme von David und Abraham sein musste. Es ist deshalb besser zu erwägen, dass Lukas die direkte Nachkommenschaft durch Maria zeigt. In Übereinstimmung mit diesem Gedanken kann gesehen werden, dass Matthäus, wenn er von der Geburt des Herrn spricht, oft Joseph erwähnt aber seltener Maria, während Lukas oft Maria erwähnt aber seltener Joseph. https://www.bibelkommentare.de/lexikon/2548/stammbaum-des-herrn-jesus

Die zehn Finger des alten und neuen Menschen

In Kolosser 3 finden wir den alten und den neuen Menschen. Man kann sich die Charakterzüge des alten und neuen Menschen gut einprägen, wenn man an die zehn Finger denkt.
Der alte Mensch (Kol 3,5–11)
Die ersten fünf Finger:
Hurerei
Unreinheit
Leidenschaft
böse Lust
Habsucht
Die zweiten fünf Finger:
Zorn
Wut
Bosheit
Lästerung
schändliches Reden aus eurem Mund
Der neue Mensch (Kol 3,12–17)
Die ersten fünf Finger:
Güte
Demut
Sanftmut
Langmut
Vergebungsbereitschaft
Die zweiten fünf Finger:
Liebe
Friede
Dankbarkeit
Gottes Wort lieben
Gegenseitig lehren
Wir haben den alten Menschen mit seinen Handlungen ausgezogen und den neuen angezogen, der erneuert wird zur Erkenntnis nach dem Bild dessen, der ihn erschaffen hat (Kol 3,10). Ist in unserem Leben davon etwas zu sehen?
Von Gerrid Setzer
https://www.bibelstudium.de/articles/4107/die-zehn-finger-des-alten-und-neuen-menschen.html

Sich nur die Rosinen herauspicken

Lernen Sie Ihre Bibel so gut kennen, dass Sie im Stande sind, ihren innern Sinn in ein paar kurzen Worten zu geben, so dass die Leute verstehen können, was sie lesen. Lassen Sie das Studium der Bibel Ihr Hauptstudium sein. Wir sollen die Bibel nicht wie einen Plumpudding behandeln, aus dem wir hie und da eine Rosine heraussuchen, um unsere Geschicklichkeit zu zeigen, sondern wir sollen in den Sinn jedes ihrer Bücher eindringen und den Geist des Ganzen erfassen. Wie selten wird dies getan! Aber wie wichtig ist es! Wenn wir die Kanzel betreten, sollten wir voll von Biblin (Bibel-Essenz) sein und den Hörern den Kern der geoffenbarten Wahrheit bringen. Wenn man einen Schwamm voll Wasser hat, so lässt er eine nasse Stelle zurück, wo man ihn auch hinlegt; er träufelt, wo man ihn auch hält. Möchten Sie so voll von der Bibel sein, dass Sie, wohin Sie auch gehen, Spuren von ihr zurücklassen. Sie können nicht zu viel von der teuren Wahrheit, die Gott in der Schrift geoffenbart hat, in sich aufnehmen und auch nicht zu viel davon andern mitteilen: in dem Maße, wie Sie dieselbe aufnehmen, werden Sie sie andern geben. Charles H. Spurgeon [aus: Spurgeon unter seinen Studenten, Oncken, S.15]

Jemand hat die 66 Bücher der Bibel des Alten und Neuen Testaments einmal so eingeteilt:

Das Alte Testament: Die Vorbereitung der Errettung.

Die Evangelien: Die Tatsache der Errettung.

Die Apostelgeschichte: Die Ausbreitung der Errettung.

Die Lehrbriefe: Die Erklärung der Errettung.

Die Offenbarung: Die Vollendung der Errettung.

Das große Thema der Bibel ist Gottes Errettung der Menschen durch Jesus.