Alice Schwarzers Kreuzzug gegen die Prostitution ist nichts Neues

Bei meiner Arbeit an einem antiquarischen Buch über die Stadt Münster (Elsass) bin ich auf folgende Textstelle gestoßen, die eine protestantische Kirchenordnung aus der Mitte des 16. Jahrhunderts wiedergibt. Sie zeigt, dass der besserwisserische und moralinsaure  Kreuzzug Alice Schwarzers gegen Prostitution eine sehr lange Tradition in Deutschland hat.
Die der Hurerey überführten Männer sollen mit Geld und Gefängnis gestraft werden, den Lasterstein tragen, und aus ehrlichen Gesellschaften und Wirtshäusern ausgeschlossen werden. Huren, die sich in ehrlichen Gesellschaften und auf Tänze begeben, und Kränze wie die ehrlichen Jungfrauen, um es auch zu scheinen, tragen, sollen die Kränze vom Kopf genommen werden und sie selber männiglich zum Spott unter die Steg (Steg = öffentlich einsichtiges Gefängnis, wo man dem allgemeinen Spott ausgesetzt wurde) gesetzt werden.
(Aus: Münster im Gregorienthal – Ein Beitrag zur politischen, kirchlichen und kulturhistorischen Geschichte des elsässischen Münsterthales, von Julius Rathgeber)
Von Peter Steil
http://www.peter-steil.de/wordpress/?p=1999

Emma im Widerspruch oder: Alices Panik, als konservativ zu gelten

Nach dem kompletten Lesen der beiden Ausgaben Emma 298: Winter 2011 und Emma 299: Frühling 2011 möchte ich auf den Widerspruch aufmerksam machen, dass Emma geradezu verbissen gegen Konservative kämpft und diese als ständige Bedrohung darstellt, ihre am häufigsten thematisierten Forderungen 1. Kampf den Islamisten, 2. Kampf der Pornografie und 3. Kampf der Prostitution aber gerade mit den Forderungen der Konservativen übereinstimmen.
Ich werfe hier bewusst einmal Frau Schwarzer und Emma in einen Topf, da in ‚Emma‘ erkennbar nichts gegen ihren Willen erscheint. Die Belege lassen aber nachvollziehen, was sie selbst und was andere gesagt haben. Weiterlesen