„Gott … hat uns gesegnet mit jeder geistlichen Segnung“

Gelobet sei Gott und der Vater unsers HERRN Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit allerlei geistlichem Segen in himmlischen Gütern durch Christum; Eph. 1,3 LU.1912
Als Christ besitzt du alle geistlichen Kraftquellen, die du brauchst, um Gottes Willen in deinem Leben zu erfüllen.
Von einem wohlhabenden Londoner Geschäftsmann wird erzählt, dass er viele Jahre nach seinem fortgelaufenen Sohn gesucht hat. Eines Nachmittags, als er gerade in die Stadt fahren wollte, erblickte er eine in schmutzige Lumpen gehüllte Gestalt, die auf dem Bahnsteig die Reisenden anbettelte. Zuerst wollte er den Bettler übersehen, doch dann kam ihm dieser seltsam bekannt vor.
Als der Bettler bei ihm war und fragte, ob er einige Schillinge entbehren könne, merkte der Geschäftsmann, dass er seinen lang vermissten Sohn vor sich hatte. Mit Tränen in den Augen und großer Freude in der Stimme nahm er ihn in die Arme: „Ein paar Schillinge? Du bist mein Sohn – alles ist dein!“
So geht es manchen Christen, die nicht wissen oder fahrlässig vergessen haben, welche Schätze sie besitzen. Sie sind Königskinder und leben wie geistliche Bettler.
Paulus sagt wiederholt, dass wir als Gläubige alles besitzen. In Kolosser 2,10 erklärt er, dass wir „in Christus vollendet“ sind. In Philipper 4,13.19 sagt er: „Alles vermag ich in dem, der mich kräftigt … Mein Gott wird alle eure Notdurft erfüllen nach seinem Reichtum in Herrlichkeit in Christus Jesus.“ Und Petrus fügt hinzu, dass „seine göttliche Kraft uns alles in Betreff des Lebens und der Gottseligkeit geschenkt hat“ (2. Petr. 1,3).
Das in Epheser 1,3 mit „geistlich“ übersetzte Wort spricht von der Arbeit des Heiligen Geistes. Jede Segnung, sei sie materiell oder immateriell, hat Gott zum Ursprung.
Als Christ bist du im Besitz jeder geistlichen Kraftquelle, die du brauchst, um in deinem Leben Gottes Willen zu erfüllen. Du brauchst z.B. nicht um mehr Liebe zu beten; denn Er hat bereits Seine Liebe in dein Herz ausgegossen durch den Heiligen Geist (Röm. 5,5). Das Gleiche gilt von der Freude (Joh. 15,11), dem Frieden (Joh. 14,27), der Kraft (Phil. 4,13) und von allem, was du nötig hast.
Der Schlüssel zu Wachstum und Sieg liegt darin: Man muss das anwenden lernen, was man bereits hat, man braucht nichts Neues zu suchen. J.MacArthur
https://clv.de/andachten/v06065.htm

Wir sind wie die losen Blätter, die in das Buch Jesus Christus geschoben werden.

Ein Buch liegt auf dem Tisch. Jemand schiebt ein loses Blatt hinein. Das Buch bleibt einige Zeit liegen, dann wird es verpackt und in eine andere Stadt geschickt. In diesem Buch befindet sich noch das einzelne Blatt. Buch mit losem BlattNiemand hat es beim Versand beachtet. Es ist einfach mit auf große Reise gegangen. Angenommen, das Buch wäre unterwegs nass geworden, so hätte auch das Blatt die Feuchtigkeit zu spüren bekommen. Wäre das Buch verloren gegangen, so wäre auch das Blatt dabei gewesen.
Der bekannte chinesische Missionar Watchman Nee erklärte den Menschen mit diesem einfachen Bild vom Buch und dem losen Blatt, was es heißt, „in Christus“ zu sein. Wir sind wie die losen Blätter, die in das Buch Jesus Christus geschoben werden. Unsere Zukunft hängt von Jesus Christus ab. Wir gehen seine Wege mit. Wir werden nicht mit Jesus Christus identisch. Wir bleiben das lose eingelegte Blatt. Aber dieses Blatt wird sich dem Buch anpassen, die überstehenden Ecken werden abgestoßen, der Farbton wird sich annähern.
Der Epheserbrief beginnt mit einem Lobpreis. Der Apostel preist Gott, der sich als Erwählender, als Erlösender und als in die Zukunft Führender erweist. Sein Dank gilt Gott, der ihn „in Christus“ sein lässt. Wir können diesen Lobpreis als einen überschwänglichen Liebesbrief lesen. Die Inhalte lassen sich in Worten kaum fassen. Sie sprengen den literarischen Rahmen und lassen erahnen, dass der Apostel in diesem Lobpreis mit allen Sinnen und Gedanken bei Gott war und intensiv seine Nähe erfuhr. Der Lobpreis erhob ihn zu Gott und Gott segnete ihn mit seiner Gegenwart.
Verstehen kann diesen Lobpreis eigentlich nur, wer selbst diese Vertrautheit mit Gott erlebt hat, sich „in Christus“ weiß, die Begeisterung nachvollziehen kann und sich hineinfallen lässt in die Worte des Apostels. So wünsche ich Ihnen und mir, dass wir dieses Liebeslied mitsingen können, uns von ihm zu Gott tragen lassen und wieder neu gewiss werden, dass uns nichts aus dem Sein „in Christus“ reißen kann.
Epheser 1,3-14

Preis und Dank sei unserem Gott – dem Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus! Denn durch Christus hat er uns Anteil gegeben an der Fülle der Gaben seines Geistes in der himmlischen Welt. Schon bevor er die Welt erschuf, hat er uns vor Augen gehabt als Menschen, die zu Christus gehören; in Christus hat er uns schon damals erwählt, dass wir heilig und fehlerlos vor ihm stehen. Aus Liebe hat er uns dazu bestimmt, seine Söhne und Töchter zu werden – durch Jesus Christus und im Blick auf ihn. So war es sein eigener gnädiger Wille, damit wir seine große Güte preisen, die Gnade, die er uns erwiesen hat durch Jesus Christus, seinen geliebten Sohn. Durch dessen Blut sind wir erlöst, unsere ganze Schuld ist uns vergeben. So zeigte Gott uns den Reichtum seiner Gnade. In seiner überströmenden Güte schenkte er uns Einsicht und ließ uns seine Wege erkennen. Er hielt sein Geheimnis vor allen verborgen; niemand erfuhr etwas von seinem Plan, den er durch Christus ausführen wollte. Uns aber hat er bekannt gemacht, wie er nach seiner Absicht die Zeiten zur Erfüllung bringt: Alles im Himmel und auf der Erde wollte er zur Einheit zusammenführen unter Christus als dem Haupt. Durch Christus haben wir Anteil bekommen am künftigen Heil. Dazu hat Gott uns von Anfang an bestimmt nach seinem Plan und Willen – er, der alle Dinge bewirkt. Denn ein Lobpreis seiner Herrlichkeit sollen wir sein – wir alle, die wir durch Christus von Hoffnung erfüllt sind! Durch Christus habt auch ihr das Wort der Wahrheit gehört, die Gute Nachricht, die euch Rettung bringt, und ihr habt es im Glauben angenommen. Durch Christus hat Gott euch den Heiligen Geist gegeben, den er den Seinen versprochen hatte; damit hat er euch sein Siegel aufgedrückt. Dieser Geist ist das Angeld dafür, dass wir auch alles andere erhalten, alles, was Gott uns versprochen hat. Gott will uns die Erlösung schenken, das endgültige, volle Heil – und das alles wird geschehen zum Lobpreis seiner Herrlichkeit.

Man kann Briefe an christliche Gemeinden schlichter eröffnen, als der Epheserbrief es tut

Epheser 1,3 Gepriesen sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus! Gepriesen sei er für die Fülle des geistlichen Segens, an der wir in der himmlischen Welt durch Christus Anteil bekommen haben. (4) Denn in Christus hat er uns schon vor der Erschaffung der Welt erwählt mit dem Ziel, dass wir ein geheiligtes und untadeliges Leben führen, ein Leben in seiner Gegenwart und erfüllt von seiner Liebe.
Man kann Briefe an christliche Gemeinden schlichter eröffnen, als der Epheserbrief es tut, wie z.B. Paulus in seinem ersten und ältesten Brief: Dort genügen der Dank für die Gemeinde und die Zusicherung, dass er immer an sie denkt und dass ihn dabei ihr Glaube, ihre Liebe und ihre Hoffnung besonders beeindrucken und vor Augen stehen (1. Thess 1,2–4). Man kann andererseits Briefe auch gleich mit Kritik eröffnen, wie im Galaterbrief, in dem Paulus nach seiner Selbstvorstellung und nach kurzem Friedensgruß (Gal 1,3) gleich mit seiner Gemeinde-Kritik ins Haus fällt und ohne höfliche Verpackung feststellt: „Mich irritiert, dass ihr euch so schnell abbringen lasst, weg von dem, der auch in die Gnade berufen hat, hin zu einem anderen Evangelium“ (Gal 1,6). Man kann schließlich einen Brief auch viel herzlicher und persönlicher beginnen, wie Paulus im 2. Korintherbrief zeigt: Zwar steht auch dort das Lob Gottes am Anfang, aber als „Gott allen Trostes“. Dort stellt Paulus gleich zu Anfang fest: Trost können wir gebrauchen in unserer augenblicklichen miesen Lage – und euch geht es ja auch nicht viel besser! Von all diesen Varianten nimmt der Epheserbrief keine für seine Eröffnung, sondern beginnt mit überschwänglichem Lob und hängt an das grundsätzliche Lob Gottes eine ganze Liste von Segnungen an, ein Kompendium der Gnade. Er beschreibt die Fundamente des Christseins und des Gemeindelebens und kommt dabei auf so grundlegende Verankerungen wie Erwählung und Erlösung, Weisheit und Erbanspruch, Versiegelung mit dem Heiligen Geist zu sprechen. Solche hohen Bewertungen des Christseins sind Paulus auch sonst nicht fremd (vgl. Röm 8,28– 30), aber in dieser positiven Häufung bei ihm selten. Vom Gnadenstand und vom Segen der Gemeinde wird hier den höchsten Tönen, geradezu „hymnisch“ gesprochen. Die christlichen Gemeinden in Ephesus und Umgebung sollen also gleich von Anfang an wissen, worauf sie gebaut sind, was ihnen mitgegeben ist und wozu sie auf der Welt sind, nämlich „zum Lob seiner herrlichen Gnade“ (1,5), zum „Lob der göttlichen Herrlichkeit“ (1,12.14). Stehen sie glänzend da, so scheint der Glanz auf Gott zurück. Gott soll groß werden dadurch, dass es den Gemeinden geistlich gut geht – egal wie ihre materielle und emotionale Lage im Römischen Reich auch ist, in dem andere Mächte, Gestalten und Gewalten glänzend dastanden und sich selbst mit Superlativen schmückten, Ehre und Ruhm auf ihr Konto schrieben.

II. DIE NEUE IDENTITÄT IST NACH GOTT GESCHAFFEN

In Vers 20 setzt Paulus den Kontrapunkt: „Ihr aber habt Christus nicht so kennengelernt“(Epheser 4,20). Hier kommt das Evangelium von Jesus Christus. Hier spricht er von der Veränderung des Wesens, von der neuen Identität. Ihr seid anders geprägt worden! Ihr ward einmal in diesem verfinsterten Zustand, nun aber ist jemand gekommen, der euch von
– der Nichtigkeit und Eitelkeit des Sinnes,
-der Verfinsterung des Verstandes,
-der Entfremdung vom Leben Gottes und
-der Verhärtung des Herzens befreit hat.
Ihr habt Christus kennengelernt! Christus kennenzulernen heißt nicht, ausschließlich etwas über Ihn zu lernen. Man kann ein Experte im Wissen über Martin Luther sein und unheimlich viele Fakten über ihn angesammelt haben. Das alles kann geschehen, ohne daß man ihn persönlich kennengelernt hat. Bei den Ephe-sern ist das anders. Sie sind nicht nur über Christus gelehrt worden, und sie haben nicht nur in dem Leben derer, die sie gelehrt haben, beobachtet, was Christus bewirken kann, sondern sie selbst haben durch den Akt des Geist gewirkten Glaubens Jesus in ihr Herz aufgenommen. Freudig haben sie sich taufen lassen. Durch stetiges Verharren in der Gnade, durch Gebet und durch Antworten auf Gebet, durch tägliches Leben gemäß den Prinzipien der Wahrheiten des Evangeliums haben sie Christus kennengelernt, ja, Christus selbst. Ihr habt Ihn „kennengelernt“ ist das Ergebnis eines Lernprozesses – ein Lehnsprozess mit Herz und Verstand. Gläubige werden nicht auf einen Schlag in allen Bereichen total verändert. Sie lernen. Bei der Wiedergeburt erfolgt durch die Kraft Gottes eine grundlegende Veränderung in dem Gläubigen. Die Gerechtigkeit Christi wird ihm zugerechnet. Gott sieht nicht mehr seine Unzulänglichkeit, sondern Er sieht Christus. Das ist eine unveränderliche Zusage und Tatsache. Ab diesem Augenblick gibt es „jetzt keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind“ (Römer 8,1). Dieser durch das Blut Jesu gesicherten Veränderung folgt ein stetiges Wachstum in der Heiligung. Hier kommt uns unser Text zur Seite und hilft uns, daran zu denken, daß die alte Identität Vergangenheit ist. Warum nach altem Muster leben, wenn eine neue Natur in dir ist? Was die Epheser gelernt haben, ist, daß sie den alten Menschen abgelegt haben, erneuert werden im Geist ihrer Gesinnung und den neuen Menschen angezogen haben. In einem gewissen Sinn haben wir den alten Menschen abgelegt und den neuen angezogen, als wir unser Herz Jesus gaben. Aber diese grundlegende Bekehrung (ihr habt abgelegt) muß von täglichen Bekehrungen gefolgt werden (erneuert werdet in dem Geist eurer Gesinnung). Obwohl der Gläubige eine neue Schöpfung geworden ist, bleibt er ein Sünder, bis er stirbt. Dies läßt uns demütig sein. Wir haben nichts erreicht. Außerhalb von Jesus bleibt uns nichts zum Rühmen. Es ist nicht einfach, das alte Wesen, mit dem die Epheser für Jahre vertraut waren, auszuziehen. Das alte Wesen loszulassen, ist hart und schmerzhaft. Es bedarf in der Tat einer Kreuzigung.6Es geht hier nicht nur um die „großen“ Sünden wie Mord und Totschlag, sondern es geht um die „anerkannten“ Sünden, Sünden, die wir täglich tun, über die wir uns aber nicht bewußt sind oder nicht bewußt sein wollen. Wie sieht es zum Beispiel mit der Angst aus? Angst ist eine Sünde. Angst ist ein Ausdruck, Gott nicht zu vertrauen. Jesus sagt: „Fürchtet euch nicht“ (Matthäus 10,31; Lukas 12,7). Paulus schreibt:„Seid um nichts besorgt, sondern in allem sollen durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kund werden“ (Philipper 4,6). Angst ist Unglaube. Wenn ich Angst habe, glaube ich nicht, daß Gott mein Versorger ist, daß Er Seine schützende Hand über mich hält und alles tut zu meinem Besten. Ich höre nicht auf Ihn und schenke etwas in meinem Leben mehr Glauben als Seinem Wort. Hast du Angst um dein Kind in der Schule? Ob es gesund nach Hause kommt? Oder Angst um deinen Ehepartner, wenn er wieder mit dem Auto unterwegs ist? Vielleicht hast du Angst vor der Zukunft aufgrund der Krankheitsdiagnose, die dich ereilt hat. Ich kenne Angst und Sorge und rufe mir selbst wie auch dir zu: Unsere Identität ist in Christus! Daher laßt uns gemäß dieser Identität leben und Ihm vertrauen, der die Welt überwunden hat! Wie sieht es mit der Frustration aus?Frustriert zu sein heißt, ärgerlich und böse auf den oder das zu sein, was unsere Pläne durchkreuzt. Der Frust kommt in uns hoch, wenn zum Beispiel das Auto nicht anspringt, obwohl ein wichtiger Termin anliegt. Im Augenblick der Frustration glauben wir nicht an Gottes Regierung über jeden Tag und damit auch jedem Detail unseres Lebens. Der Psalmist bringt Gottes Kenntnis und aktive Gegenwart an jedem unserer Lebenstage auf den Punkt, wenn er schreibt: „Meine Urform sahen deine Augen. Und in dein Buch waren sie alle eingeschrieben, die Tage, die gebildet wurden, als noch keiner von ihnen da war“ (Psalm 139,16).Jerry Bridges schreibt dazu in seinem Buch „Respectable Sins“: „Tage, die angeordnet (gebil-det) wurden“ bezieht sich nicht nur auf die Län-ge meines Lebens, sondern auch auf alle Vorkommnisse und Umstände an jedem Tag in meinem Leben. … Wenn etwas geschieht, daß mich zur Frustration verleitet, zitiere ich Psalm 139, 16 und sage zu Gott: „Dieser Umstand ist heute Teil deines Planes für mein Leben. Hilf mir, im Glauben darauf zu antworten und deinen Willen für mein Leben anzuerkennen. Und gib mir Weisheit, der Situation zu begegnen, die in mir Frustration bewirkt.“ Ein solches Gebet drückt einen Lebenswandel gemäß der neuen Identität aus. Es gibt eine lange, lange Liste von Sünden, die uns verleiten wollen, nach den Regeln des alten Menschen zu leben wie zum Beispiel Unzufriedenheit, Undankbarkeit, Stolz, Selbstsucht, mangelnde Selbstkontrolle, Ungeduld, Zorn, Neid, Sünde der Sprache, Weltlichkeit, Lust, Ehebruch. Gott ruft uns heute zu einem unserer Berufung würdigen Leben! Ich möchte nicht schließen, ohne unseren Blick auf unseren Retter zu lenken. Ja, deine Schuld ist groß. Sie ist schwarz. Aber es ist Einer gekommen, zu sterben für dich. Sie, die Sünden, sind dort an dem Kreuz, sie sind fort durch das Kreuz! Preis Gott für die neue Identität! Er starb für dich. John Newton, der die bekannte Hymne „Ama-zing Grace“ schrieb, war früh in seinem Leben ein Sklavenhändler und sogar Kapitän eines Schiffes, das gefangene Afrikaner nach Amerika transportierte. Aus medizinischen Gründen verließ er die Seefahrt, wurde ein Zollbeamter, studierte Theologie und wurde schließlich ein Diener am Wort des Herrn. Aber sogar als Geistlicher vergaß er niemals die schreckliche Natur seiner Sünde als ein Sklavenhändler. Am Ende seines Lebens sagte Newton zu einem Freund: Meine Erinnerung sind nahezu verschwunden, aber ich weiß zwei Dinge: Ich bin ein großer Sünder, und Christus ist ein großer Retter.Der Apostel Paulus schreibt in 1. Timotheus 1, 15: „Das Wort ist gewiß und aller Annahme wert, daß Christus Jesus in die Welt gekommen ist, Sünder zu erretten, von welchen ich der erste bin.“ Paulus erkannte, daß er immer noch ein Sünder war. Aus diesem Grund erinnert er die Epheser, sich mit Christus zu vereinigen und durch Seine Kraft ein Leben gemäß der neuen Identität zu leben. Dies wünsche ich uns allen, auf daß Gottes Ehre groß werde. Amen!

(6)Römer 6,6: „Da wir dies erkennen, daß unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde abgetan sei, daß wir der Sünde nicht mehr dienen.“

https://bibelkreismuenchende.wordpress.com/2020/12/15/die-neue-identitat-in-christus/ https://bibelkreismuenchende.wordpress.com/2020/12/16/i-die-alte-identitat-richtet-sich-zugrunde/


https://www.arche-gemeinde.de/fileadmin/Media/Print/Kanzeldienst/2008/06/P080629M.pdf

I. DIE ALTE IDENTITÄT RICHTET SICH ZUGRUNDE

Als erstes heißt es, sich bewußt zu werden, was die alte Identität ausmacht.
Bevor Paulus inhaltlich darauf eingeht, erläutert er, daß das, was er an Ermahnung für die Epheser hat, nicht aus ihm, sondern aus der Sphäre, dem Einflussbereich des Herrn entspringt. Die Autorität, mit der er spricht, ist ihm von Gott gegeben. Er ist der von Gott gerufene Apostel, der das Mandat hat, den Ephesern zu schreiben und sie zu erinnern. Er sagt: „Dies nun sage und bezeuge ich im Herrn“(Epheser 4,17). John Stott schreibt dazu: Der Ausdruck „im Herrn“ bedeutet „im Namen des Herrn“. Er (Paulus) erhebt den ernsthaften Anspruch, daß er ihnen mit der Autorität des Herrn Jesus schreibt. 1Im Herrn werden auch wir auch heute ermahnt. Der Herr selbst ist es, der uns an unsere neue Identität erinnert. Daher laß dein Herz weich werden. Es ist Gott selbst, der durch Sein heiliges Wort spricht. Deshalb laßt uns hören, was Er uns sagen will. Paulus spricht dann von dem Leben der Gottlosen, das den gläubigen Ephesern täglich durch den Lebenswandel ihrer Zeitgenossen vor Augen geführt wurde. Ephesus war Hauptstadt der Römischen Provinz Asien mit einem sehr geschäftigen Hafen. Die Stadt war Hauptsitz des Kultes um die Göttin Diana bzw. auch Artemis genannt. Der Tempel der Diana war nach einer Zerstörung wieder aufgebaut und gehörte zu den 7 Weltwundern. Die Missionierung durch den Apostel Paulus zuvor hatte solch einen Erfolg, daß der Umsatz mit Figuren zurückging und es zum öffentlichen Aufstand gegen Paulus kam.2Die Epheser lebten also immer noch in einer Umgebung, die buchstäblich heidnisch war. Stadt und Menschen waren geprägt vom religiösen Kult. Vor ihrer Bekehrung waren die Gläubigen inmitten dieses Kultes und Teil davon. Sie hatten eine Identität, die nicht in Christus, sondern auf falscher Religion und Gottesferne gegründet war.
Ich denke, daß wir an dieser Stelle eine Parallele zu uns heute ziehen können. Wir leben auch in einer „heidnischen“ Gesellschaft, die sich zwar christlich nennt, aber gottesfern lebt. Und wir sind genauso wie die Epheser versucht, unsere Ziele, unser Verhalten, unsere Gedanken, unsere Motivationen und unser Handeln von diesem ungöttlichen Einfluß bestimmen zu lassen. Einige neigen dazu, diesen Einfluß zu verharmlosen, und vergessen, daß sich die alte Identität zugrunde richtet. Daher erklärt Paulus, was wirklich hinter dem alten Menschen steckt. Er sagt, daß die alte Identität bestimmt wird durch:
-Die Nichtigkeit des Sinnes (Vers 17)
-Verfinsterung des Verstandes (Vers 18)
-Entfremdung dem Leben Gottes (Vers 18)
-Verhärtung des Herzens (Vers 18)
Die Gottlosen wandeln in der Nichtigkeit – oder wie Schlachter übersetzt Eitelkeit – des Sinnes. Eitelkeit ist übermäßiger Stolz, Einbildung und Arroganz. Der Apostel betont einen sehr wichtigen Punkt, nämlich daß alle Bemühungen, die die Heiden hervorbringen, um Glück zu erlangen, in der Enttäuschung enden. William Hendrikson schreibt dazu: Ihr Leben ist ein Nachjagen und nicht erreichen, ein Blühen, ohne Frucht zu bringen. Alle Flüsse fließen in das Meer, aber das Meer wird niemals voll. Das Auge ist niemals befriedigt mit dem, was es sieht, noch das Ohr mit dem, was es hört. All das Jagen nach Reichtum, Ehre, Frohsinn, usw. ist nichts als ein „Haschen nach Wind“ 3 (Prediger 1,14) 4. Dann spricht Paulus von der Verfinsterung des Verstandes. Der Verstand der Gottlosen ist beherrscht von der Sünde. Er wird hier verglichen mit einem Auge, das erblindet ist. Die geistliche Verfinsterung ist aber weitaus tragischer als physische Blindheit, denn der körperlich Blinde weiß und gibt zu, daß er blind ist. Die Person aber, die geistlich blind und moralisch verfinstert ist, ist sogar blind der Tatsache gegenüber, daß sie blind ist5. Nicht nur, daß diese Menschen sich in der Dunkelheit befinden, nein, die Dunkelheit ist in sie eingedrungen. Sie sind nicht nur in der Finsternis, sondern die Finsternis hat Einzug in ihr Herz und ihren Verstand gehalten. Paulus erklärt weiter, daß die Heiden in der Entfremdung vom Leben Gottes wandeln. Sie haben nicht Teil am Leben Gottes, das die Quelle des ewigen Lebens ist. Und ihre Herzen sind verhärtet. Das wahre Zentrum ihres Wesens ist durch ihre Taten verhärtet. Hier schließt sich die Frage an, ob du dich noch, ob Sie sich noch mit diesen Wesenszügen identifizieren. Ist dein/Ihr Leben von dieser Art geprägt? Und die, die von sich sagen können, daß Gott ihnen in Seiner Güte eine neue Identität in Christus verschafft hat, dürfen bei dem Reflektieren dieser Gedanken Gott von Herzen danken, daß Er Sünder wie dich und mich auserwählt und in Seiner Gnade berufen hat. Darum wollen wir und haben wir das herzliche Verlangen, gemäß der Berufung würdig zu wandeln, mit der wir berufen worden sind. Dies führt uns nun zu der Frage nach der neuen Identität. Hier sagt uns der Text, daß die neue Identität nach Gott geschaffen ist.
1 Stott, John R. W. “The Message of Ephesians”
2 Apostelgeschichte 19, 23 ff.
3 William Hendriksen, „New Testament Commentary, Exposition of Ephesians“, BakerAcademic, Seite 209 4 Prediger 1, 14: „Ich betrachtete alle Werke, die unter der Sonne gemacht werden, und siehe, es war alles eitel und ein Haschen nach Wind!“5 Johannes 9, 40-41:„Das hörten einige der Pharisä-er, die bei ihm waren, und fragten ihn: Sind wir denn auch blind? Jesus sprach zu ihnen: Wärt ihr blind, so hättet ihr keine Sünde; weil ihr aber sagt: Wir sind sehend, bleibt eure Sünde“
https://bibelkreismuenchende.wordpress.com/2020/12/15/die-neue-identitat-in-christus/

Die neue Identität in Christus

Im Hamburger Abendblatt vom 26.06.2008 war ein Artikel mit der Überschrift „So schwer ist der Alltag ohne Lug und Betrug“ abgedruckt. Untertitel: „Neuerscheinung – Amerikanischer Autor versuchte ein Jahr nach der Bibel zu leben.“ Folgender Text hier auszugsweise: NEW YORK – Die Idee war simpel: Der New Yorker Arnold Jacobs (40) beschloss, die Bibel ein Jahr lang so buchstäblich wie möglich zu befolgen. Doch das ist nahezu unmöglich. Inzwischen hat sich Jacobs wieder den Normen des Lebens des 21. Jahrhunderts angepaßt. 18 Monate ist es her, seit der jüdische Agnostiker und „Esquire“-Journalist ein einjähriges Experiment beendet hat. Er versuchte, so wörtlich wie möglich nach der Bibel zu leben. „Ich hatte keine Ahnung, worauf ich mich eingelassen hatte“, sagt Jacobs. „Ich wußte, daß es jeden Aspekt meines Lebens beeinflussen würde – wie ich redete, aß, dachte, wie ich meine Frau Julie berühren würde. Es war überwältigend.“ Nach der Lektüre des Alten und des Neuen Testaments stellte Jacobs eine Liste von über 700 Regeln zusammen. Sein Entschluß, alle zu befolgen, stellte sich schnell als unmöglich heraus, also fielen einige dem Rotstift zum Opfer. „Die erste Herausforderung war, die kleinen Sünden anzupacken, die wir täglich begehen – lügen, begehren, klatschen.“… „In New York tun wir das 60 Prozent des Tages.“ … Besonders schockiert war er darüber, wie oft er schlecht über andere redete. „Ob es einen Gott gibt oder nicht, ich glaube nun, daß an der Idee einer Heiligkeit etwas dran ist.“ Nicht zuletzt schätzt Jacobs, daß er sein Lügen, Begehren und Klatschen auf 40 Prozent reduziert hat. Das Problem ist, daß eine Reduzierung der Lügen auf 40 Prozent nicht ausreicht. Es ist ein perfekter, tadelloser Gehorsam dem Gesetz gegenüber erforderlich, um vor Gott bestehen zu können. Der Journalist hat versucht, die Gebote zu halten, ohne daß zuvor ein Identitätswechsel in ihm stattgefunden hat. Er lebte gemäß dem Wesen seiner unerlösten, unveränderten Natur mit dem Versuch, Gutes auf der Basis von Schlechtem aufzusatteln. Das Fundament war marode, der Kern, sein Herz, war unverändert. Dies zeigt uns erneut, daß niemand den Anforderungen des Gesetzes gerecht werden kann, es sei denn, er hat eine neue Identität in Christus, der das Gesetz erfüllt hat. In seinem Brief an die Epheser erinnert Paulus sie an das neue Leben, das sie empfangen haben. Er erklärt ihnen, daß bei ihnen ein Identitätswechsel stattgefunden hat, weil sie von Gott gerufen wurden. Einst, so schreibt er, wart ihr „tot durch eure Übertretungen und Sünden“(Epheser 2,1), nun aber habt ihr neues Leben empfangen (Epheser 2,5). Einst wart ihr ferne, nun aber seid ihr „nahe geworden durch das Blut Christi“ (Epheser 2,13). Ihr seid von Gott berufen, von Ihm auserwählt und vorherbestimmt zur Sohnschaft durch Jesus Christus (Epheser 1,5). Mit anderen Worten: Ihr habt eine neue Identität! Ihr seid nicht mehr dieselben. Und deshalb lebt auch so!
„Dies nun sage und bezeuge ich im Herrn, daß ihr nicht mehr wandeln sollt, wie auch die Nationen wandeln, in Nichtigkeit ihres Sinnes; sie sind verfinstert am Verstand, fremd dem Leben Gottes wegen der Unwissenheit, die in ihnen ist, wegen der Verstockung ihres Herzens; sie, die abge-stumpft sind, haben sich selbst der Ausschweifung hingegeben, zum Ausüben jeder Unreinheit mit Gier. Ihr aber habt den Christus nicht so kennengelernt. Ihr habt ihn doch gehört und seid in ihm ge-lehrt worden, wie es Wahrheit in Jesus ist: daß ihr, was den früheren Lebenswandel angeht, den alten Menschen abgelegt habt, der sich durch die betrügerischen Begierden zugrunde richtet, dagegen er-neuert werdet in dem Geist eurer Gesinnung und den neuen Menschen angezogen habt, der nach Gott geschaffen ist in wahrhaftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit.“ (Epheser 4,17-24)
Sonntag, den 29.06.2008 / 09.30 Uhr Die neue Identität in Christus Von Christian Wegert ©