Predigt das Evangelium

Wenn man den 7 Thesen des Römerbriefs ihre Antithesen gegenüberstellt, ergibt sich ein verblüffend aktuelles Bild:

These des RömerbriefsAntithese
Es gibt Wahrheit und Irrtum. Nur der Glaube an die Wahrheit rettet!Jeder kann nach seiner Façon selig werden. Wahrheit ist subjektiv. Wer allgemeingültige Wahrheiten vertritt, ist intolerant.
Die Schöpfung beweist, dass es einen Schöpfer gibt, der unsere Verehrung verdient!Es gibt keinen Schöpfer, dem wir Ehre schulden. Die Welt ist durch ziellose Prozesse von selbst entstanden.
Es kommt ein Tag, an dem alles noch einmal auf den Tisch kommt!Der Mensch ist autonom und muss sich vor niemand rechtfertigen.
Wir selbst sind der Kern unserer Probleme!Der Mensch ist im Kern gut. Wenn wir die Ungerechtigkeiten beseitigen, werden wir auch gut miteinander umgehen.
Wir können uns nicht selbst erlösen. Allein aus Gnade werden wir gerettet!Wir sind in Ordnung, wie wir sind, und auch Gott findet uns gut, wenn wir uns moralisch verhalten.
Wir brauchen Erneuerung statt Veränderung!Wir können und sollen uns selbst und die Welt verändern.
Jesus ist Herr! Freiheit und Gehorsam gehören zusammen!Wir sind frei, um uns selbst zu finden und zu verwirklichen.

Diese Tabelle finde ich aus zwei Gründen spannend:

Erstens zeigt sich: Die gute Nachricht, die Paulus damals so viel Widerstand einbrachte, ist seither nicht populärer geworden. Auch heute noch steht sie so ziemlich gegen alles, was in unserer Gesellschaft scheinbar normaler Mainstream ist. Die Botschaft von Paulus ist noch immer eine Torheit und ein Ärgernis (1.Kor.1,23).

Zweitens frage ich mich beim Lesen dieser Tabelle: Wird in unseren Kirchen und Gemeinden wirklich das paulinische Evangelium gepredigt? Konkret gefragt:

  • Sprechen wir über Wahrheit und Irrtum? Oder wollen wir niemand in Bezug auf seine persönlichen religiösen Vorstellungen auf die Füße treten?
  • Stehen wir dazu, dass die Welt von Gott geschaffen ist? Oder stimmen wir mit ein, dass die Geschöpfe Produkte von Evolution, Zufall und natürlicher Auslese sind, um nicht als unwissenschaftlich zu gelten?
  • Sprechen wir darüber, dass wir Menschen so tief in Sünde verstrickt sind, dass Gott uns im Gericht verurteilen muss? Machen wir deutlich, dass wir uns aus diesem Zustand nicht selbst retten können und deshalb aus Gnade gerettet und neu geboren werden müssen?
  • Rufen wir dazu auf, vor Jesus die Knie zu beugen und ihn zum Herrn unseres Lebens zu machen? Oder geht es uns letztlich um (fromme) Selbstbestätigung, Selbstverwirklichung und die Befriedigung unserer Bedürfnisse?

Wie auch immer unsere Praxis aussieht – ich habe eine dringende Bitte an unsere Gemeinde- und Kirchenleiter, Verkündiger und Theologen:

Predigt bitte genau dieses Evangelium, das Paulus gepredigt hat!

Ich bin überzeugt, dass ihr feststellen werdet: Die Kirchen leeren sich nicht, weil dieses Evangelium provokant, kantig und anstößig ist. Im Gegenteil: Die Kirchen leeren sich immer dann, wenn wir uns von diesem Evangelium entfernen.

Das absolut erstaunliche ist ja: Obwohl dieses Evangelium offenkundig noch nie dem Zeitgeist entsprochen hat, ist es trotzdem die erfolgreichste Botschaft aller Zeiten. Es war dieses Evangelium, das einst das menschenverachtende römische Reich trotz massivster Widerstände überwunden und die Welt vollkommen umgekrempelt hat. Es ist dieses Evangelium, das bis heute alle Kulturen erreicht, durchdringt und verändert, obwohl es bis heute oft verfolgt und unterdrückt wird.

Dieses Evangelium hat rettende, heilende, befreiende und erneuernde Kraft. Dieses Evangelium ist der größte Schatz, den die Kirche Jesu hat. Wir sollten alles tun, um diesen Schatz gemeinsam zu hüten und ihn leidenschaftlich der Welt zu präsentieren.


Übersicht und Einleitung: 7 fundamentale Thesen des Römerbriefs

Dieser Blog-Beitrag von Markus Till erschien zuerst auf aufatmen in Gottes Gegenwart . Lies hier den Original-Artikel „Das Manifest (8): Auch wenn die Antithesen populärer sind – bitte predigt genau dieses Evangelium!„.

Bei uns ist jeder Mensch herzlich Willkommen

Ja, natürlich ist bei uns jeder Mensch herzlich Willkommen. Genau das hat Jesus Christus ja auch vorgelebt. Und wie es sich für gute Gastgeber gehört, kümmern wir uns schließlich auch um die Versorgung und (im Bild gesprochen) um die geistliche Nahrung, die wir gemeinsam mit Gästen, Fremden, Freunden und Mitgliedern essen. Genau wie Jesus es auch praktizierte. Das bedeutet für uns konkret:
• Zeuge Jehovas sind herzlich bei uns willkommen, zu Essen wird es die Lehre der DREIEINIGKEIT geben.
• Muslime sind herzlich bei uns willkommen, zu Essen wird es die Lehre der GOTTESSOHNSCHAFT JESU geben.
• Mormonen sind herzlich bei uns willkommen, zu Essen wird es Lehren allein aus der HEILIGEN SCHRIFT geben.
• Atheisten sind herzlich bei uns willkommen, zu Essen wird es die Lehre eines SCHÖPFERGOTTES geben.
• LGBTQ sind herzlich bei uns willkommen, zu Essen wird es die Lehre vom heiligen Bund der EHE als eine exklusive und lebenslange Gemeinschaft zwischen einem Mann und einer Frau geben.
• Pharisäer sind herzlich bei uns willkommen, zu Essen wird es die Lehre der SÜNDE geben, die auch den selbstgerechtesten Menschen mit der eigenen Erlösungsbedürftigkeit konfrontiert.
• Katholiken sind herzlich bei uns willkommen, zu Essen wird es die Lehre der Erlösung allein aus GNADE, allein durch GLAUBEN und allein in CHRISTUS geben.
• Gemeindehopper sind herzlich bei uns willkommen, zu Essen wird es die Lehre der GEMEINDE als verbindliche Gemeinschaft gläubiger Christen vor Ort geben.
• Ungetaufte sind herzlich bei uns willkommen, zu Essen wird es die Lehre der TAUFE geben.
• Hinduisten, Buddhisten sowie Nihilisten sind herzlich bei uns willkommen, zu Essen wird es die Lehre von der WIEDERKUNFT CHRISTI, der leiblichen Auferstehung der Toten, sowie dem Gericht zum ewigen Leben und ewigen Tot geben. Waldemar Justus

Ziel des Evangeliums

Calvin schreibt zu 1. Korinther 1,9: „Denn Gott ist treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus, unseres Herrn“:

Das ist das Ziel des Evangeliums, dass Christus unser werde und wir zu Gliedern seines Leibes. Wenn der Vater ihm uns zu eigen gibt, so schenkt Er uns damit sich selbst, so dass wir teilhaben an allen seinen Gütern. Paulus will also hier sagen: Ihr habt das Evangelium im Glauben angenommen und habt dadurch Gemeinschaft mit Christus. Darum braucht ihr den Tod nicht mehr zu fürchten, denn Er hat den Tod besiegt. – Wenn ein Christ sich selbst betrachtet, so kann er nur verzagen und verzweifeln. Weil er aber in die Gemeinschaft mit Christus berufen ist, darf er sich als Glied Christi betrachten und darum seines Heils gewiss sein, zumal er alle Güter Christi nun sein eigen nennen darf.

Was ist das Evangelium?

Das Wort Evangelium bedeutet “gute Neuigkeit, die erzählt wird”. Das unterscheidet es von Religionen, die eher einem “gutem Rat, der befolgt werden sollte” ähneln.
Die gute Neuigkeit ist, dass wir so selbstzentriert und beziehungsunfähig sind, dass wir von uns aus Gott nicht finden können, und dass Gott zu uns gekommen ist, um uns zu finden und bedingungslos abzusichern. Dazu wurde er Mensch, Jesus von Nazareth. Er führte ein normales Leben, das nur in einer Hinsicht ungewöhnlich war: er beging nie einen Fehler. Er hielt sich an alle Gesetze Gottes, und übertrug das summa cum laude für diese Leistung allen, die ihn lieben und ihm vertrauen.
Zusätzlich dazu, dass er uns den Lohn für sein Leben schenkte, ertrug Jesus die Auswirkungen unseres selbstzentrierten Daseins selbst. Als er am Kreuz starb vergab er denen, die ihn töteten. Jesus blieb nicht tot, er lebt auch jetzt noch. Sterben konnte ihm nichts anhaben. Das Gleiche gilt für alle, die das auch möchten und ihm ihr Leben anvertrauen.
Unsere Wiedervereinigung mit Gott hängt deshalb nicht von unseren Bemühungen ab, auch nicht von der Stärke unseres Glaubens. Es ist nicht die Qualität unseres Glaubens, die uns absichert, sondern Jesus.
Die Kraft dieses Geschenks und Aufnahme in die Familie Gottes hat einen aha-Effekt im Leben jedes Christens. Dadurch, dass wir uns nicht mehr das ‘bestanden’ vor Gott erarbeiten müssen, sind wir frei ihn in Dankbarkeit und Freude zu lieben. Unser Gehorsam und unsere ‘guten Taten’ werden zum ersten Mal tatsächlich gut, weil sie aus Dank motiviert sind, nicht um richtig-gemacht-Punkte bei Gott oder Menschen zu sammeln.
Allmählich ähneln wir unserem Meister, der uns von allen einschränkenden Abhängigkeiten und Zwängen befreit hat. Jesus setzte sich restlos für die Welt ein. So sind auch wir dazu aufgerufen, aus Dankbarkeit Gutes für unsere Mitmenschen zu tun. Egal was sie glauben: Jesus bezeichnete sich als Diener für alle und sagte, dass wir uns aufopfernd für alle einsetzen sollten, wenn wir uns ihm zugehörig fühlen.
Was mache ich jetzt?
Eine Faszination für Jesus erfüllt noch nicht komplett, und reicht nicht aus, um sein lebensveränderndes Vermächtnis zur Geltung zu bringen. Neugierigkeit ist gut. Darüber hinaus darfst du intensiver nachforschen, etwa indem du Texte in der Bibel liest. Du kannst auch darüber nachdenken, dich einer christlichen Gruppe anzuschließen, in der Menschen persönlich an dir interessiert sind und dir helfen möchten, weiter zu kommen.
Timothy Keller: https://www.redeemer.com/skeptics_welcome/who_is_jesus/

„Das Kreuz: Zentrum des christlichen Glaubens“

Wir müssen an der biblischen Offenbarung des lebendigen Gottes festhalten, der das Böse hasst, von ihm angewidert und erzürnt ist und sich weigert, sich jemals damit abzufinden.
Doch dem modernen Menschen sind diese Gedanken fremd. Die Art von Gott, die den meisten Menschen heute genehm wäre, würde unsere Übertretungen gelassen tolerieren. Er wäre sanft, freundlich, entgegenkommend und hätte keinerlei heftige Reaktion. Unglücklicherweise scheinen wir selbst in der Kirche die Vision der Majestät Gottes verloren zu haben. Es gibt viel Seichtigkeit und Leichtfertigkeit unter uns. Propheten und Psalmisten würden wahrscheinlich sagen: „Es ist keine Furcht Gottes vor ihren Augen.“ In den öffentlichen Gottesdiensten haben wir uns angewöhnt, uns auf unseren Stühlen zu lümmeln oder zu kauern; wir knien heutzutage nicht mehr nieder, geschweige denn, dass wir uns in Demut vor Gott niederwerfen. Es ist eher typisch für uns, dass wir vor Freude in die Hände klatschen, als dass wir vor Scham oder Tränen rot werden. Wir schlendern zu Gott hin und nehmen seine Gunst und Freundschaft in Anspruch; dass er uns fortschicken könnte, kommt uns gar nicht in den Sinn.
Wir haben es nötig, wieder auf die ernüchternden Worte des Apostels Petrus zu hören: „Und wenn ihr den als Vater anruft, der ohne Ansehen der Person nach eines jeden Werk richtet, so wandelt die Zeit … in Furcht!“ (1.Petr.1,17) Mit anderen Worten, wenn wir es wagen, unseren Richter „Vater“ zu nennen, müssen wir uns davor hüten, ihm anmaßend entgegenzutreten. Es muss sogar gesagt werden, dass unser evangelikales Schwergewicht auf der Sühne gefährlich ist, wenn wir zu schnell dorthin kommen. Erst, nachdem wir Gottes Unnahbarkeit für Sünder erkannt haben, lernen wir den Zugang zu Gott zu schätzen, den Christus uns eröffnet hat. „Halleluja“ können wir aufrichtig erst dann rufen, wenn wir zuerst „Wehe mir, denn ich bin verloren“ gerufen haben.
„Nur wer die Größe des Zornes kennt, [wird] von der Größe des Erbarmens überwältigt.“
Aus John Stott: „Das Kreuz – Zentrum des christlichen Glaubens“

Was bedeutet eigentlich „an Gott glauben“?

An Gott glauben bedeutet nicht, was heute viele Menschen darunter verstehen. Ein Glaube wie Gott ihn möchte, besteht nicht nur in der Annahme, dass es ihn gibt. Ein Vers aus dem Buch Sprüche drückt etwas klarer aus, was an Gott glauben bedeutet:

Verlass dich auf den Herrn von ganzem Herzen und verlass dich nicht auf deinen Verstand sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen so wird er dich recht führen.

Verlass dich auf den Herrn

Dieses Vertrauen und an Gott glauben bedeutet:

  1. Ich glaube seinem Urteil über mich: Ich bin ein Sünder. Ich habe Gottes Gebote nicht gehalten und seine Strafe verdient.
  2. Ich glaube an das Angebot Gottes in Jesus Christus: Er kam zu uns, damit wir zu Gott kommen können. Durch Jesus können mir meine Sünden vergeben und die Beziehung zu Gott wiederhergestellt werden.
  3. Ich vertraue ihm im Alltag – hoffe auf seine Hilfe, suche Trost und Korrektur und habe Freude an Gott.
  4. Ich bin Gott gehorsam – wer mich liebt hält meine Gebote. Nicht menschliche Regeln, sondern Gott lieben und den Nächsten lieben – darin sind alle Gebote eingeschlossen.

Verlass dich auf den HERRN! Eigentlich steht dort für Herr „Jahwe“, Gottes Eigenname, den die Juden aus Gottesfurcht nicht benutzt haben. An Gott zu glauben bedeutet ihn persönlich zu kennen und sich auf ihn zu verlassen. Das ist die Aufforderung. Es geht sogar darum, das von ganzem Herzen zu tun. Das erinnert stark an das wichtigste Gebot des christlichen Glaubens (und den Inhalt dieses Blogs): Liebe Gott von ganzem Herzen.

Gott will ein ungeteiltes Herz. Er will die Nummer eins in unserem Leben sein. Er will nicht, dass wir für ihn und für unsere Ehre leben. Woher erhoffen wir uns Hilfe? Wo suchen wir unsere Freude? Wie gelingt uns ein erfolgreiches Leben? Die Antwort will Gott selbst sein. Das ist der Anspruch zu „glauben“.

Das könnte man nun noch negativ abgrenzen:

und verlass dich nicht auf deinen Verstand

Wir Menschen vertrauen auf

  • unsere eigene Kraft, Intelligenz, Schönheit
  • was wir uns aufbauen: Erfolg, Anerkennung, Wohlstand.
  • Vergnügen: Feiern, Ausgelassenheit, Lust.
  • Hoffen auf andere Menschen: Suchen unser Glück im Partner, den Kindern, der Familie.
  • die Wissenschaft (die sich immer an der aktuellen philosophischen Mode orientiert und immer mehr selbst korrigiert)

Jeder von weiß meint doch am Besten zu wissen, was richtig und falsch ist, ob es Gott gibt und wie er ist… Alle Menschen verlassen sich auf ihr eigenes Denken und ihr eigenes Urteil. Sie meinen es am Besten zu wissen. Verlass dich nicht auf deinen Verstand… er ist so trügerisch.

Gott ist gnädig und spricht in unser Leben hinein – durch sein Wort – er ruft uns. Er will unser Herz gewinnen – unser Vertrauen und unsere Liebe.

Es gibt Menschen, die kopfüber 100 Meter in die Tiefe springen im Vertrauen auf ein Gummiseil, obwohl es nicht immer gehalten hat.
Es gibt Menschen, die sich Tausende von Kilometern hoch in den Weltraum schießen lassen im Vertrauen auf die Technik, obwohl sie nicht immer funktioniert hat.
Und es gibt Menschen, die mit allen Sinnen das Abenteuer des Glaubens wagen im Vertrauen auf Gott, weil er bisher immer sein Wort gehalten hat.

Doch selbst dann als Gläubiger irrt man so häufig – verlässt sich auf eigene Überzeugungen und Vorstellungen. Das führt zur Ablehnung – die Fehlerhaftigkeit der Christen gebrauchen manche Menschen als Argument für ihre Ablehnung Gottes und ihren Ungehorsam. Auch uns Christen fehlt manchmal Liebe und Wahrheit – wir suchen sie in seinem Wort. Darum geht es im nächsten Teilsatz.

Sondern gedenke an ihn, in allen deinen Wegen!

Gedenke an ihn bedeutet erkenne ihn, suche ihn! Gott möchte, dass wir seineHilfe suchen und darauf hoffen (Spr 16,3; Ps 37,5) und nach seinem Willen fragen!

 Vertrau auf Jahwe und tue das Gute, · wohne im Land und lebe wahrhaftig! (…) Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn, er wird’s wohl machen (…) Sei stille dem HERRN und warte auf ihn. (Ps 37,3.5.7)

Egal wie es dir geht und was passiert ist, sollst du Gott suchen und nach ihm fragen. Das bedeutet an Gott zu glauben! Das Leben kann unheimlich hart und ungerecht sein. Die einen wenden sich deshalb von Gott ab, doch andere wenden sich gerade deshalb Gott zu!

Ich wünsche dir, dass du glauben kannst! Oder dass du betest: „Jesus ich glaube, hilf meinem Unglauben!“

http://www.lgvgh.de/wp/tag/glaube

Sehnsucht nach Gott

Vater, ich möchte Dich erkennen, aber ich habe Angst, die Dinge aufzugeben, die mir wichtig sind. Ich kann mich nicht von ihnen trennen, ohne inneren Schmerz zu empfinden, und ich möchte auch diese Trennungsangst vor Dir nicht verbergen. Ich komme zu Dir mit Zittern, aber ich komme. Bitte reiße Du all die Dinge aus meinem Herzen, die ich schon so lange mit mir trage und die wesentlicher Bestandteil meines Ichs geworden sind, damit Du allein wieder in mir uneingeschränkt herrschen kannst. Dann wird mein Herz von Deiner Herrlichkeit und von Deinem Licht erfüllt werden. Amen. A. W. Tozer

Das Evangelium als Film

Henry und Kevin, zwei Männer aus meiner Gemeinde, verloren innerhalb kurzer Zeit beide ihren Arbeitsplatz. Beide waren von ihren Chefs ungerecht behandelt worden und kamen zu mir in die Seelsorge. Henry vergab seinem Chef, sein Leben ging weiter, und ihm ging es bald wieder recht gut. Aber Kevin konnte das Unrecht, das er erfahren hatte, nicht vergessen. Er hielt an seiner Verbitterung fest und wurde zynisch, was sich negativ auf seinen weiteren beruflichen Werdegang auswirkte. Einige Leute versuchten, ihn gefühlsmäßig aufzubauen. Doch je mehr Mitgefühl ihm die Menschen entgegenbrachten, desto mehr fühlte er sich in seiner Wut bestätigt, und sein Selbstmitleid wuchs. Andere versuchten, ihn zu motivieren („Komm schon! Das ist vorbei. Es ist Zeit für etwas Neues!“). Aber das funktionierte genauso wenig. Das Evangelium „funktioniert“ anders. Es versucht nicht, an die Gefühle oder den Willen zu appellieren. Es fragt: Was hat sich an die Stelle von Jesus gesetzt und ist zu deinem tatsächlichen Erlöser geworden? Was vermittelt dir deinen Selbstwert? Was immer die Antwort ist, das ist der Götze. Um Veränderung zu erfahren, muss dieser Götze erkannt und entfernt werden. Kevin hatte aus seiner beruflichen Laufbahn seine Selbstbestätigung gezogen. Als er beruflich scheiterte, fühlte er sich verdammt. Er war wie gelähmt, weil die Grundlage seiner Identität weggebrochen war. Nichts konnte ihm helfen, bis er verstand, dass er seinen Beruf zur Selbsterlösung missbraucht hatte. Es reichte in seinem Fall nicht, seinem Chef zu vergeben. Sein tieferliegendes Problem war, dass er etwas anderes außer Jesus als Erlöser betrachtet hatte. Wenn wir Probleme und emotionale Störungen haben, die sich einfach nicht auflösen wollen, dann gibt es immer ein zugrunde liegendes Verlangen, Verhaltensmuster, eine Einstellung oder ein Gefühl, das das Problem aufrechterhält. Wir müssen die Ursache aufspüren, um wieder Frieden zu finden. Schließlich verstand Kevin, dass er zwar vom Verstand her daran glaubte, dass er von Gott geliebt wurde und mit dessen Gnade beschenkt war, aber diese Wahrheit erfüllte sein Herz nicht und hatte wenig Einfluss auf seine Vorstellungswelt. Was sein Chef zu ihm gesagt hatte, wog viel schwerer als alles, was der König des Universums über ihn sagte. Eine Kassette oder CD kann man anhören, während man andere Dinge tut. Das Anschauen eines Filmes nimmt einen aber viel mehr gefangen. Die Bilder regen unsere Fantasie an. So ähnlich verhält es sich mit dem Wissen um die Liebe Jesu. Kevin wusste vom Verstand her vieles über Jesus, aber es war nicht bis in sein Herz vorgedrungen. Was kann man dagegen tun? Wie können wir aus den Wahrheiten des Evangeliums einen Film machen, sodass er uns ganz ausfüllt und unser Denken und Handeln beeinflusst? Dazu braucht es die sogenannten „geistlichen Übungen“, beispielsweise das persönliche Gebet, Gottesdienste und Zeiten des intensiven Nachdenkens über Gottes Wort. Wer diese Übungen zu einem festen Bestandteil seines Alltags macht, wird erleben, wie aus verstandesmäßig erfassten Inhalten fühlbare Wahrheiten werden, die unser Herz und unsere Fantasie erfüllen und unser Leben verändern. Die Ausübung dieser geistlichen Disziplinen ist im Grunde genommen auch Anbetung und durch Anbetung werden die Götzen aus unserem Herzen verdrängt. Man kann die Götzen nicht gedanklich überwinden, sondern man muss mit dem Frieden Christi erfüllt sein, der aus der Anbetung erwächst. Die rationale Beschäftigung mit der biblischen Wahrheit hat durchaus ihre Berechtigung, aber dann müssen diese Wahrheiten auch in das Leben integriert werden, damit sie das Herz erfüllen und Veränderung herbeiführen. Und das braucht Zeit.
Tim Keller Seite 216-219 „Es ist nicht alles Gott was glänzt“

Dankbarkeit

Hier eine kleine Auswahl der Bibelverse, die eng mit dem Thema Dankbarkeit verknüpft sind:

Ps 34,2 Ich will den HERRN loben allezeit; sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein.

Ps 52,11 Ich danke dir, Herr, in Ewigkeit; denn du hast das alles vollbracht.

Ps 97,12 Ihr Gerechten, freut euch des HERRN und danket ihm und preiset seinen heiligen Namen!

Ps 106,1 Danket dem Herrn; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich!

Ps 139,14 Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.

1Kor 1,4 Ich danke meinem Gott allezeit euretwegen für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christus Jesus,

Eph 5,20 und sagt Dank Gott, dem Vater, allezeit für alles, im Namen unseres Herrn Jesus Christus.

Phil 1,3 Ich danke meinem Gott, sooft ich euer gedenke –

Phil 4,6 Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen laßt eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden!

Kol 2,7 (…) und seid reichlich dankbar.

Kol 3,15 Und der Friede Christi, zu dem ihr auch berufen seid in einem Leibe, regiere in euren Herzen; und seid dankbar.

Kol 3,17 Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn.

Kol 4,2   Seid beharrlich im Gebet und wacht in ihm mit Danksagung! // “Werdet nicht müde, Gott zu danken.”1Thes 5,18 seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus an euch. Viktor Janke  http://www.lgvgh.de/wp/bibelverse-zum-thema-dankbarkeit/4520