Mir fällt die Decke auf dem Kopf

Wegen der Corona-Pandemie verbringen viele mehr Zeit zuhause. Doch wie geht man damit um, wenn einem zuhause die Sorgen umtreiben oder vor Langeweile die Decke auf den Kopf fällt? Hier einige Ideen, welche Tätigkeiten in der häuslichen Quarantäne in nächster Zeit guttun könnten.
Ein paar Empfehlungen:
1. Ließ Bücher
2. Behaltet den Tage-/Nachtrhythmus bei. Die markante Verschiebung führt verstärkt zur Unzufriedenheit und zur (depressiven) Verstimmung.
3. Halte Ordnung und Sauberkeit in Wohnung und Kleidung.
4. Schreibe Briefe. Auch eine Mail an betagte Personen oder ein Telefonanruf kann grosse Freude bewirken. Isolation schadet.
5. Mach Skype-Termine mit guten Freunden aus. Sei ehrlich, nicht stark!
6. Treib täglich Sport (es gibt jede Menge Fitnessübungen für zuhause).
7. Führe Tagebuch über neue Ideen, die aus der Verlegenheit oder auch aus kreativen Momenten heraus entstehen.
8. Beginnt den Tag mit den unangenehmsten Aufgaben. Legt für Dich selbst und gemeinsam Rechenschaft über Erreichtes ab.
9. Diese Zeit wird enden und Du wirst sagen, dass sie nicht nutzlos war.
Der räumliche Horizont beschränkt sich auf den Umkreis der Wohnung, zeitlich denken wir nur noch für ein paar Tage voraus, denn wer weiß schon, was in zwei Wochen sein wird? Das aber ändert die Art und Weise unserer Weltbeziehung: Auf einmal sind wir nicht mehr die Gejagten, wir kommen aus dem Alltagsbewältigungsverzweiflungsmodus, aus der Aggressionshaltung gegenüber der Welt und dem Alltag heraus. Wir haben Zeit. Wir können plötzlich hören und wahrnehmen, was um uns herum geschieht: Vielleicht hören wir wirklich die Vögel und sehen die Blumen und grüßen die Nachbarn. Hören und Antworten (statt beherrschen und kontrollieren): Das ist der Beginn eines Resonanzverhältnisses, und daraus, genau daraus kann Neues entstehen. Hartmut Rosa

Über die Unentbehrlichen und ihre Irrtümer


Einer, der sonst auf Energie und Dynamik setzt, liegt auf einmal flach. Einer, der gewohnt ist zu bestimmen, wird hilflos. Das Fundament unserer Sicherheiten ist stets weniger stabil, als wir denken. In einer Welt, der alles planbar und machbar scheint, werden die Weichen letztlich doch woanders gestellt. Und man fragt sich: Gehört die Erkenntnis, dass unser Leben verletzlich und vergänglich ist, zur Pädagogik des Schöpfers? Damit wir wieder Mensch werden und unsere Grenzen erkennen? Vielleicht sind wir ja so gebaut, dass wir den berühmten Warnschuss vor den Bug brauchen, um wieder Kurs zu kriegen. Wir halten uns doch alle irgendwie für unentbehrlich: als König in der Familie, im Verein im Büro. Im Wettlauf des Lebens legt man ein Tempo vor, als könnten einem nichts passieren. Das Leben wird verheizt, scheinbar mühelos steckt man seine Zwölf-Stunden-Tage weg. Arbeitszeit und Überstunden, dem Freund beim Hausbau helfen, dem Onkel beim Renovieren. Hobbys, Ehrenämter und Verein. Stress wird zur Sucht, als habe man Angst, eine Pause zuzulassen. Und plötzlich holt das Leben zum großen Schlag aus und verordnet die Zwangspause. Wenn wir aufwachen und davongekommen sind, spüren wir mit Erleichterung, was uns vorher in Erschrecken versetzt hätte: Vielleicht geht es auch ohne mich. Vielleicht auch mit weniger im niedrigen Gang. Statt Reibungsverlust im Wettstreit mit Wichtigen und Wichtigtuern gibt es einen Zeitgewinn für die Familie, den Partner.
Der Mensch ist mehr als die Summe seiner Leistungen. Peter Hahne
Was wirklich wichtig ist Seite 96/97
Leiden besteht auf Aufmerksamkeit. Gott flüstert zu uns in unseren Freuden. Er redet zu uns in unserem Gewissen, aber Er schreit in unseren Leiden: Sie sind Gottes Megaphon um eine taube Welt zu wecken. * (C.S. Lewis)

„Marriage Story“: Scheiden tut weh

Josh Panos hat Noah Baumbachs Film „Marriage Story“ besprochen. Fazit:
Es ist nicht relevant, wie sehr die Gesellschaft versucht, die Ehe kleinzureden, sie umzudefinieren oder den Prozess der Scheidung zu vereinfachen. Menschen werden immer instinktiv wissen, dass Ehe wichtig und Scheidung furchtbar ist. Diese Wahrheit finden wir in der Bibel, wir finden sie aber auch in den Büchern, die wir lesen, und den Filmen, die wir schauen. Wenn Filme wie Noah Baumbachs Marriage Story entstehen – die die Wichtigkeit der Ehe erfassen und das Trauma der Scheidung lebendig werden lassen –, sollten Christen das begrüßen. Auch wenn es hart ist, diesen Film zu schauen, bietet er doch eine notwendige, ernüchternde und unnachgiebige Sicht auf einen Schrecken, von dem die Gesellschaft versucht, den ihm innewohnenden Horror zu entkräften. Mehr bei Evangelium21: www.evangelium21.net.

Wie beten wir für unsere Kinder?

Viele von uns haben schon erlebt, dass sie Eltern gefragt haben: ‚Wie geht’s eigentlich euren Kindern?‘, und in etwa folgende Antwort bekamen: ‚Ach, Tim geht’s richtig gut. Seine Karriere in der medizinischen Forschung kommt gerade richtig in Gang. Er ist der Jüngste in der ganzen Familie, der je in die höchste Führungsebene berufen wurde. Und Sonja geht’s auch sehr gut. Sie arbeitet ja in der IT-Branche und ist jetzt schon Abteilungsleiterin.‘
Und wie geht es den Kindern geistlich?‘ Lange Pause. ‚Na ja, wir sind ein bisschen traurig, dass sie zur Zeit nicht so richtig ihren Weg mit dem Herrn gehen. Doch wir hoffen., dass sie eines Tages wieder zurückkommen.‘ Natürlich kann diese spontane Reaktion solcher Eltern auch nur den Wunsch nach Privatheit ausdrücken, den stillen, treuen Wunsch, ein Familienmitglied nicht blosszustellen. Doch allzu oft ist sie ein Ausdruck verschobener Prioritäten. Ich bin Eltern begegnet, die allem Anschein nach Christen waren, och die ihre Wut an mir ausliessen, weil sie dachten, ich hätte ihre blitzgescheiten Kinder dazu gedrängt, auf die Bibelschule zu gehen und womöglich sogar Missionar zu werden. Andere freuen sich über das materielle Wohlergehen ihrer Kinder und sind über deren totaler Gleichgültigkeit gegenüber dem Gott, der sie geschaffen hat, gar nicht so sehr bekümmert.
Wie werden diese Werte in dreissig oder vierzig Milliarden Jahren aussehen? Was sollten von der Ewigkeitsperspektive aus die wichtigsten Dinge sein, für die wir in unseren Kindern, in uns selbst und in unseren Glaubensgeschwistern beten sollten?
Wenn der heilige Gott uns ’seiner Berufung würdig‘ erachten soll, dann müssen wir ihn dafür um seine Hilfe bitten. Deshalb betet Paulus: Er fordert die Thessalonicher nicht einfach auf, sich mehr Mühe zu geben, sonder er betet für sie mit dem Ziel, dass Gott sie seiner Berufung würdig erachten möge. Ein solche Gebet kommt der Bitte gleich, dass Gott so in ihrem Leben wirken möge, dass er sie würdig macht, damit er sie am Ende für würdig erachten wird.
D. A. Carson. Lernen, zu beten. 3L Verlag: Waldems, 2012. S. 75-77.