Unkonzentriertheit während des Gebets

Martin Luther hat diese Erfahrung selbst auch gemacht. Daher schreibt er:
„Und man hüte sich mit Fleiß vor falschen, betrügerischen Gedanken, die sagen: Warte ein wenig, in einer Stunde will ich beten; ich muss dieses oder jenes zuvor erledigen. Denn mit solchen Gedanken kommt man vom Gebet in die Geschäfte, die einen dann halten und umfangen, so dass aus dem Gebet den ganzen Tag nichts wird.“

Weshalb lassen wir uns so leicht während des Gebets ablenken?

„Beten ist schwer! Eine Entschuldigung, die dazu dient, dem Gebet auszuweichen ist uns eigentlich immer willkommen.
Wenn wir unser Gebet am Morgen beendet haben, macht sich für den Rest des Tages das Gefühl der Erleichterung und Entspannung breit, denn es ist uns schließlich gelungen, mit dem Beten anzufangen, und wir sind dann froh, wenn wir es zu Ende gebracht haben. Ist es nicht so: Wenn wir beten, dann reicht schon die kleinste Kleinigkeit aus, um uns abzulenken, was uns beim Lesen eins Buches oder beim Lösen eines Kreuzworträtsels niemals passieren würde.“ C.S. Lewis

10 Dinge die das Gebetsleben hemmen können

  1. Man betet unvorbereitet. Das tägliche und gewöhnliche Gebet bleibt eine alltägliche Angelegenheit.
  2. Man bedenkt nicht ausreichend, vor was für einen Majestät man im Gebet kommt. Vor Gott bedecken sogar die Seraphim ihre Angesichter.
  3. Man schätzt nicht die unendliche Ehre, die uns Gott dadurch erweist, dass wir mit ihm reden dürfen.
  4. Man denkt nicht genug an seine eigene Niedrigkeit, Elend und Dürftigkeit.
  5. Man hat keine rechte Lust am Gebet. Statt von der Sehnsucht nach seligen Gespräch mit Gott erfüllt zu sein, die ein Liebhaber hat, mit der geliebten Person zu sprechen, oder ein Geldgieriger, seinen Schatz zu zählen, hält das Gebet vielmehr für eine Last. Man ist froh, wenn man es bald erledigt hat.
  6. Man bittet Gott nicht fleissig um den Geist des Gebets, um die Gnade recht beten zu können.
  7. Man gewöhnt die Kinder nicht von Jugend auf, mit angemessener Ehrfurcht zu beten, sondern gibt ein schlechtes Vorbild ab.
  8. Man überlegt sich nicht, dass man in diesem Leben stets als Sünder vor Gott steht.
  9. Man betet ohne gebührende Aufmerksamkeit, oberflächlich und halbherzig.
  10. Man betet mit hundert Ausschweifungen des Gemüts, die man nicht haben würde, wenn man sein Leben vor einem Fürsten verteidigen, oder dergleichen wichtige Dinge anbringen sollte. Thomas Reiner

Morgengebet

Barmherziger Herr,
Deine Wohltaten haben mich bis zum Anbruch eines neuen Tages gebracht.

Umsonst wird dieses Geschenk sein,
wenn ich nicht in der Gnade wachse,
in der Erkenntnis zunehme,
für die geistliche Ernte reife.

Lass mich an diesem Tag erkennen, wie du bist,
dich aufs Äußerste lieben,
dir ganz und gar dienen,
dich voll und ganz verehren.

Durch Gnade lass meinen Willen auf dich eingehen,
in dem Wissen, dass die Kraft zum Gehorsam nicht in mir ist,
sondern dass deine kostenlose Liebe allein es mir ermöglicht, dir zu dienen.

Hier ist also mein leeres Herz,
überschütte es mit deinen vorzüglichsten Gaben.
Hier ist mein blinder Verstand,
vertreibe die Nebel seiner Unwissenheit.
Oh, immer wachsamer Hirte,
führe mich,
leite mich,
kümmere dich um mich an diesem Tag.

Ohne deine richtungsweisende Rute gerate ich auf Abwege und streune umher.
Zäune meinen Pfad ein, damit ich mich nicht in ungesundes Vergnügen verirre
und von seinen vergifteten Bächen trinke.
Leite meine Füße, dass ich nicht in Satans verborgene Fallstricke verwickelt werde,
noch in seine versteckten Fallen tappe.

Verteidige mich gegen angreifende Feinde,
gegen böse Umstände,
gegen mich selbst.
Meine Gegner sind ein fester Bestandteil meiner Natur.
Sie klammern sich an mich wie eine zweite Haut.
Ich kann ihrer Berührung nicht entgehen.
Wenn ich aufstehen und mich hinsetze, klammern sie sich an mich.
Sie verführen mit ständigen Reizen.
Mein Feind ist innerhalb der Festung.
Kommt mit allmächtiger Kraft und wirf ihn hinaus,
durchbohre ihn zu Tode
und vernichte heute in mir jedes Stückchen sinnlicher Begierden.

Einige Gedanken zu diesem Gebet

Das Gebet fokussiert zuerst, was entscheidend wichtig ist. Nicht meine Gefühle und meine Bedürfnisse, sondern Gottes Gnade, Erkenntnis von Gottes Wesen und die Liebe und Ehrerbietung von ihm. Ist mein Gebet auch gottzentriert?
Dann kommt die Abhängigkeit von Gottes Güte schön zum Ausdruck. Dies führt zur aufrichtigen Bitte von Leitung und der Fürsorge Gottes.
Und zuletzt fällt mir die Erkenntnis der eigenen Gefallenheit und Verdorbenheit auf. Wie gut denke ich in Wirklichkeit noch von mir und erwarte letztlich, dass ich es doch irgendwie selbst schaffe, wofür ich bete?
Quelle
Das Gebet stammt aus dem nicht mehr geführten BuchGebete der Puritaner für besondere Anlässe“ von Arthur Bennett, 3L Verlag, Seite 69-71.
Morgengebete der Puritaner
https://viktorjanke.de/morgengebete-der-puritaner-gebet-1/

„Seid beharrlich im Gebet und wacht in ihm mit Danksagung!“ Kolosser 4,2

Es gibt viele Missverständnisse in Bezug auf das Beten, dass es gut ist, sich von der Bibel immer wieder richtig auf die Kommunikation mit Gott auszurichten zu lassen. In Kolosser 4,2 begegnen uns drei Wegweiser:
„Seid beharrlich im Gebet und wacht in ihm mit Danksagung!“ Kolosser 4,2
„Seid beharrlich…“ – in vielen Religionen ist Gebet etwas, was man ableisten oder verrichten kann. Die Tätigkeitsworte sprechen bereits eine deutliche Sprache: Man setzt ein „Gebetsrad“ in Bewegung – aus Gewohnheit oder schlechtem Gewissen, und ist dann innerlich schon bei der nächsten Anforderung des Alltags. Aber Beten ist Reden mit dem Gott, an dessen Hand ich meinen Alltag meistern und gestalten darf. Und deshalb ist mein Engagement, mein Wille gefragt. Weißt Du abends noch, um was Du Gott morgens gebeten hast? Oder gestern? Oder letzte Woche? Beharrlich im Gebet sein – das bedeutet, bewusst in die Beziehung zu Gott zu investieren.
„Wacht im Gebet…“ – wer durch das Gebet mit seinem Vater im Himmel im Kontakt ist, der gibt sich nicht einer mystischen Selbstversenkung hin. Der begibt sich nicht in einer spirituellen Scheinwelt, sondern nimmt seine Umwelt, seine eigenen Motive und Entscheidungen, die Nöte anderer Menschen um so bewusster war. Klare Gebete brauchen einen klaren Verstand. So ist Gebet: Mit dem Herz im Himmel und mit beiden Beinen auf dem Boden.
Wer so aufmerksam betet, dem kann auch nicht entgehen, wie Gott Gebete beantwortet. Denn Gebet ist keine Einbahnstrasse, sondern Beziehungspflege. Viele Leute sind so mit ihren Bitten beschäftigt, dass sie gar nicht erkennen und dafür danken können, wenn Gott etwas bereits geschenkt hat! Wer „mit Danksagung“ betet, der hat offene Augen und ein dankbares Herz für das, was Gott in der Vergangenheit getan hat – und der wird dann auch mitbekommen, wenn Gott sein Gebet beantwortet. Mehr Beharrlichkeit, wachere Sinne und ein dankbareres Herz – so will ich beten.

Das trinitarische Gebet von John Stott

Guten Morgen, himmlischer Vater,

guten Morgen, Herr Jesus,

guten Morgen, Heiliger Geist.

Himmlischer Vater, ich bete dich an als den Schöpfer und Erhalter des Universums.

Herr Jesus, ich bete dich an als Erlöser und Herr der Welt.

Heiliger Geist, ich bete dich an, der du das Volk Gottes heiligst.

Ehre sei dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Himmlischer Vater, ich bete, dass ich diesen Tag in deiner Gegenwart leben und dir immer mehr gefallen möge.

Herr Jesus, ich bitte dich, dass ich heute mein Kreuz auf mich nehme und dir folge.

Heiliger Geist, ich bete, dass du mich heute mit dir erfüllst und deine Frucht in meinem Leben reifen lässt: Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung.

Heilige, segensreiche und glorreiche Dreieinigkeit, drei Personen in einem Gott, erbarme dich meiner.

Amen

JOHN STOTT’S TRINITARIAN PRAYER
Good morning heavenly Father, good morning Lord Jesus, good morning Holy Spirit. Heavenly Father, I worship you as the creator and sustainer of the universe. Lord Jesus, I worship you, Savior and Lord of the world. Holy Spirit, I worship you, sanctifier of the people of God. Glory to the Father, and to the Son and to the Holy Spirit. Heavenly Father, I pray that I may live this day in your presence and please you more and more. Lord Jesus, I pray that this day I may take up my cross and follow you. Holy Spirit, I pray that this day you will fill me with yourself and cause your fruit to ripen in my life: love, Joy, peace, patience, kindness, goodness, faithfulness, gentleness and self-control. Holy, blessed and glorious Trinity, three persons in one God, have mercy upon me. Amen
Quelle:
Veröffentlicht in der Kurzbiographie von Roger Steer: Basic Christian: The Inside Story of John Stott;


„Ich bete für dich.“ (I’m Praying for You)


„Ich bete für dich.“ Ein Satz, der uns schnell über die Lippen kommt, wenn uns geliebte Menschen von ihrem Leid erzählen. Beten wir dann auch wirklich? Wie sollen wir für sie beten?

Uns fehlen die Worte, wenn wir die Leiden und Nöte anderer in Gebete formulieren. Oft bitten wir einfach, dass Gott dieses Leid oder den Schmerz wegnimmt. Das ist nicht falsch. Doch die Bibel liefert uns ein breiteres Vokabular für Gebete, das uns an Gottes souveränes Handeln erinnert und zeigt, was er durch das Leid in unser aller Leben beabsichtigt. Davon ist Nancy Guthrie überzeugt und beschäftigt sich in ihrem Buch I’m Praying for You – 40 Days of Praying the Bible for Someone Who Is Suffering mit dem Thema: Gebet für uns nahestehende Menschen, die leiden.

Immer aktuell

Leid ist ein Thema, das uns Menschen immer beschäftigt; im eigenen Leben, aber auch im Leben der Menschen um uns herum. Seit dem Sündenfall ist es Teil unserer Existenz und doch ist es ein Thema, dem wir am liebsten ausweichen. Es ist unangenehm, sich über Hilfsbedürftigkeit, Not und Sorgen zu unterhalten. Es wird totgeschwiegen, oft zumindest. Warum? Ich glaube, weil es weh tut, vom Leid zu hören. Und, weil man sich selbst verletzlich macht, wenn man anderen davon erzählt.

Nancy scheut diese Thematik nicht und das finde ich sehr gut. Mit dem Buch setzt sie einen Impuls, sich der Notleidenden aktiv anzunehmen und für sie zu beten. Und zwar nicht irgendwie, sondern mit der Bibel in der Hand. Was könnten wir Besseres tun, als mit diesen Nöten zu dem mächtigen und liebenden Gott zu kommen?

Wie das Buch aufgebaut ist

Nancy behandelt das Thema anhand von vierzig Bibelstellen, die uns etwas über Gottes Absichten im Leid offenbaren. Die Schrift hilft uns dabei, Gebete zu formulieren, die Gott verherrlichen und an denen er Freude hat. Sie hilft uns, nach seinem Willen zu fragen und uns daran zu erinnern, was er versprochen hat. Sie hält uns auch davon ab, etwas von ihm zu erbitten, was er nicht versprochen hat. Die Schrift hilft dabei, Gebete zu beten, die Gott gerne erhört. Nancy ermutigt mit den Versen, sorgfältig zu überlegen, wie Gott ist, was er tatsächlich gesagt hat und dies anschließend in Gebete zu verwandeln.

Jedes der 40 Kapitel ist gleich aufgebaut: Die Überschrift fasst zusammen, wofür ich für meine Lieben bete. Es folgt die Bibelstelle (ein Vers oder ein ganzer Abschnitt). Im Anschluss ordnet Nancy die jeweilige Passage in den weiteren Kontext ein und erklärt ihn kurz. Außerdem finden sich Erfahrungen und Ermutigungen aus ihrem eigenen Leben. Mit passenden Fragen fordert sie den Leser heraus, die Bibelstelle genauer zu betrachten. Sie fasst die Absicht der Stelle zusammen, zeigt, wie Gott sich darin verherrlicht und ermutigt ganz persönlich, für die jeweiligen notleidenden Angehörigen zu beten. Es ist ein Buch, das uns dazu einlädt, dies konkret zu üben.

Alle Kapitel enthalten ein vorformuliertes Gebet passend zur Bibelstelle und dem Platzhalter, in den Namen von Freunden oder Angehörigen eingetragen werden können. Ein QR-Code am Ende jedes Gebets ermöglicht es, jener Person, für die du gerade betest, eine persönliche Nachricht zu senden. Dabei sagst du ihr nicht nur, dass du betest, sondern auch, wofür du gerade betest. Das ist genial.

Am Ende des Buches findet man noch einige Leerzeilen, auf denen man persönliche Notizen machen kann. Das kann uns helfen, das Bewegte und Gebetete auf Papier zu bringen.

Hier auszugsweise einige Kapitelüberschriften:

  • I’m praying for you to be healthy in body and strong in spirit (3Joh 1–4; dt. Ich bete für deine körperliche Gesundheit und Kraft im Geist)
  • I’m praying that you will not worry about your life (Lk 12,25.30–31; dt. Ich bete, dass du nicht sorgenvoll auf dein Leben schaust)
  • I’m praying that you will know God’s presence with you in the darkness (Ps 88,1–4; dt. Ich bete, dass du dir der Gegenwart Gottes in dunklen Zeiten sicher sein darfst)

Relevant und anwendbar

Die Autorin ermutigt den Leser, für Heilung, Erleichterung und Wiederherstellung zu beten. Doch sie bleibt nicht dabei stehen, weil die Bibel dort nicht stehen bleibt. Stattdessen ermutigt Nancy zu beten, dass die Herrlichkeit des Charakters Gottes durch die zerbrochenen Orte sichtbar werde – eine gute Möglichkeit für uns, wieder größer von Gottes souveränem Handeln zu denken und dabei Christus und sein vollbrachtes Werk auf Golgatha hochzuhalten.

Es ist kein Buch, das man in einem Rutsch von vorne bis hinten durchliest. Es ist vielmehr ein Übungsbuch. Man kehrt gezielt in die Kapitel des Buches zurück, erinnert sich an biblische Wahrheiten und betet für andere im Blick auf Gottes guten, souveränen Plan. Es ermutigt auch jene Personen, denen man  die Nachricht zukommen lässt, wie man für sie gebetet hat.

Ich selbst bekomme immer wieder eine kurze Nachricht eines Freundes, in der er uns mitteilt, wofür er gerade für uns betet – meistens auch mit einer Bibelstelle belegt. Jedes Mal, wenn ich sie lese, freue ich mich. Es ermutigt mich zu hören, dass gerade jemand für uns betet und auch, wofür er Gott dankt oder bittet.

Ich denke, das Buch hilft uns dabei, nicht nur in unserem Gebets-Vokabular zu wachsen oder präziser für Anliegen zu beten, sondern vor allem Gottes Absichten im Umgang mit Leid und Leidenden immer mehr zu erkennen.

Zwei Dinge, die ich für weniger gelungen halte: Zum einen wirkt das Cover mit seinen Farben, Mustern und dem Glitzer bewusst feminin. Männer fühlen sich da wohl weniger angesprochen. Das finde ich schade, weil es kein Buch ist, das speziell an Frauen gerichtet ist. Zum anderen ist die Idee mit den QR-Codes gut, jedoch die praktische Umsetzung weniger gelungen. Man wird auf eine Google-Suchseite geführt, die die Bibelstelle in eigenartiger Weise darstellt. Ob das ein Fehler oder nur wenig stilvoll umgesetzt ist, bleibt offen. Hilfreich finde ich dennoch die Erklärung zur Handhabung des QR-Codes auf den ersten Seiten des Buches. Interessant wäre zu wissen, wie viele Leute davon tatsächlich Gebrauch machen.

Alles in allem ist dies ein geniales Buch, das unser Gebetsleben bereichert. Es kann und will die Angst nehmen, „schwierige” Dinge zu sehen und vor Gott im Gebet zu bewegen. Sehr gelungen finde ich, dass Nancy das Thema Leid ganz bewusst gewählt hat und mit diesem Buch anhand der Bibel Gottes Herrlichkeit inmitten von Leid aufzeigt. Mein Herz hat diese Perspektive sehr nötig.

Buch

Nancy Guthrie, I’m Praying for You – 40 Days of Praying the Bible for Someone Who Is Suffering, 10publishing, 2021, 180 Seiten, ca. 18,85 Euro.

Anna Reindl ist verheiratet mit Alex. Sie ist Lehrerin und liebt es, Jung und Alt von der Gnade Gottes zu erzählen. Gemeinsam mit ihren drei Kindern leben sie in einem kleinen Dorf in Tirol, Österreich.
https://www.evangelium21.net/media/3278/im-praying-for-you

Von Augustinus beten lernen

Tim Keller fasst in seinem Buch über das Gebet einen Brief des Kirchenvaters Augustinus über das Beten zusammen:

  1. Wer beten will, muss zunächst einmal eine bestimmte Art Mensch werden: „Solange uns nicht wenigstens bewusst wird, wie schief unser Herz liegt und wie sehr dies unser ganzes Leben prägt, werden unsere Gebete ein Teil unseres Problems sein und nicht seine Lösung.“ (96)
  2. Bete um Glückseligkeit, wie Ps 27,4 es zeigt: Eines bitte ich vom HERRN, das hätte ich gerne: daß ich im Hause des HERRN bleiben könne mein Leben lang, zu schauen die schönen Gottesdienste des HERRN und seinen Tempel zu betrachten.“
    Worum geht es hier? „‚Gott also lieben wir um seiner selbst willen, uns und den Nächsten aber um seinetwillen.‘ Was, wie er [Augustinus] hinzufügt, nicht bedeutet, dass wir um nichts anderes beten sollten als darum, Gott zu erkennen, zu lieben und zu gefallen. (…) Doch wenn wir Gott über alles andere liebeb und es unser höchstes Glück ist, ihn zu kennen und ihm zu gefallen, verändert das die ARt, wie wir um ein glückliches Leben beten.“ (97)
  3. Das Vaterunser als Gebetsschule nehmen, das mir zeigt, wie ich konkret beten lernen kann.
  4. Bitte ehrlich, aber ergib dich auch dem Willen des Vaters – gerade in dunklen Zeiten

Timothy Keller, Beten: Dem heiligen Gott nahekommen, Gießen: Brunnen, 2016.

Manifest von Bern

1. Wir bekennen gemeinsam, dass wir auf Gottes Vergebung und Beistand angewiesen sind – mehr denn je in diesen aufgewühlten Zeiten.

2. Wir bitten Gott, dass er uns als Friedensstifterin und Friedensstifter gebraucht und wir ganz unaufgeregt Brücken bauen und in Einheit leben können.

3. Wir konzentrieren uns auf die Verkündigung der guten Botschaft der Versöhnung durch Jesus Christus in Wort und Tat.

4. Wir sind uns bewusst, dass Gott uns als Christen zusammengestellt hat, um unseren Mitmenschen zu dienen und ihnen Gutes zu tun.

5. Wir leben eine Kultur der Liebe und möchten gute Botschafterinnen und Botschafter der Liebe Gottes sein.

Gott nicht ich

Gott nicht ich – sondern du

Nicht einfach du – sondern du in mir

Ich in deinen Verheissungen – du in meinem Gedanken

Ich in deinem Willen – und Du in meinen Taten

Ich in deiner Gnade – und du in meinen Händen

Ich in deiner neuen Welt – und du in meinem Alltag

nIcht ich – sondern du

nicht ich allein – sondern ich in dir

nicht einfach du – sondern du in mir

AMEN
Anton Rotzetter