»Wenn Sie wüßten, wie viele ich mir noch verkneife, dann würden Sie mich loben!«

Spurgeon war ein äußerst humorvoller Mensch und Prediger. Als ihm einmal jemand Vorhaltungen machte, daß er zu viele Späße in der Predigt verwende, antwortete er: »Wenn Sie wüßten, wie viele ich mir noch verkneife, dann würden Sie mich loben!« In seinem Buch »Ratschläge für Prediger« schreibt Spurgeon, daß sich manche Prediger gut zu Märtyrern eignen würden, denn »Sie sind so trocken, daß sie leicht brennen«. – na, wenn das nicht typisch britisch-makabrer Humor ist! 🙂
Einmal steht er auf der Kanzel und lässt seine Predigtschüler ganz hinten in der Kirche sitzen. Er will demonstrieren, daß man auch mit leiser Stimme bis in die hinterste Ecke zu verstehen sein muß. Er flüstert: »Brüder, wenn Ihr mich hört, dann schwenkt eure Taschentücher!« Sie tun es. Da donnert Spurgeon von der Kanzel: »Brüder, steckt sie wieder ein, sie sind dreckig!«
Spurgeon hält eine Freiversammlung. Anschließend läßt er seinen Hut herumgehen. Doch diesmal legt niemand etwas hinein. Man hat sich vorher abgesprochen, ihm einen Streich zu spielen. Die Zuhörer sind gespannt, wie er das übliche Dankgebet formuliert. Er ist verdutzt, als er in seinen Hut schaut und betet laut: „Ich danke Dir, dass mir diese geizige Bande wenigstens meinen Hut zurückgegeben hat!“
http://www.kleinode.de/spurgeons_humor.htm

Ich habe keine Zeit mehr, mit Mittelmäßigkeit zu kämpfen.

Ich habe meine Jahre gezählt und festgestellt, dass ich weniger Zeit habe, zu leben, als ich bisher gelebt habe.
Ich fühle mich wie dieses Kind, das eine Schachtel Bonbons gewonnen hat: die ersten aß es mit Vergnügen, aber als es merkte, dass nur noch wenige übrig waren, begann es, sie wirklich zu genießen.
Ich habe keine Zeit für endlose Konferenzen, bei denen die Statuten, Regeln, Verfahren und internen Vorschriften besprochen werden, in dem Wissen, dass nichts erreicht wird.
Ich habe keine Zeit mehr, absurde Menschen zu ertragen, die ungeachtet ihres Alters nicht gewachsen sind.
Ich habe keine Zeit mehr, mit Mittelmäßigkeit zu kämpfen.
Ich will nicht in Besprechungen sein, in denen aufgeblasene Egos aufmarschieren.
Ich vertrage keine Manipulierer und Opportunisten.
Mich stören die Neider, die versuchen, Fähigere in Verruf zu bringen um sich ihrer Positionen, Talente und Erfolge zu bemächtigen.
Meine Zeit ist zu kurz um Überschriften zu diskutieren. Ich will das Wesentliche, denn meine Seele ist in Eile. Ohne viele Süßigkeiten in der Packung.
Ich möchte mit Menschen leben, die sehr menschlich sind. Menschen, die über ihre Fehler lachen können, die sich nichts auf ihre Erfolge einbilden. Die sich nicht vorzeitig berufen fühlen und die nicht vor ihrer Verantwortung fliehen. Die die menschliche Würde verteidigen und die nur an der Seite der Wahrheit und Rechtschaffenheit gehen möchten. Es ist das, was das Leben lebenswert macht.
Ich möchte mich mit Menschen umgeben, die es verstehen, die Herzen anderer zu berühren. Menschen, die durch die harten Schläge des Lebens lernten, durch sanfte Berührungen der Seele zu wachsen.
Ja, ich habe es eilig, ich habe es eilig, mit der Intensität zu leben, die nur die Reife geben kann.
Ich versuche, keine der Süßigkeiten, die mir noch bleiben, zu verschwenden. Ich bin mir sicher, dass sie köstlicher sein werden, als die, die ich bereits gegessen habe.
Mein Ziel ist es, das Ende zufrieden zu erreichen, in Frieden mit mir, meinen Lieben und meinem Gewissen.
Wir haben zwei Leben und das zweite beginnt, wenn du erkennst, dass du nur eins hast.
Mario de Andrade (San Paolo 1893 – 1945) Brasilianischer Dichter, Schriftsteller, Essayist und Musikwissenschaftler

EDEKA erklärt uns Pfingsten.

In der aktuellen Ausgabe des Kundenmagazins von Edeka dreht sich nicht alles nur ums Essen. Auf einer Seite im Prospekt informiert der Lebensmittelhändler über das bevorstehende Pfingstfest. In dem kurzen Text heißt es: „Pfingsten ist neben Weihnachten und Ostern das bedeutendste Fest des Christentums.“ Edeka erklärt zudem die Wortherkunft des Pfingstfestes vom griechischen Wort „Pentekoste“, das für 50 Tage – den Zeitraum zwischen Ostern und Pfingsten – stehe. Zur Bedeutung von Pfingsten schreibt Edeka: „In der christlichen Kirche ist Pfingsten das Fest der Entsendung des Heiligen Geistes, das vor mehr als 2.000 Jahren zur Gründung der Kirche führte. (pro)

Wer weiß schon, was in zwei Wochen sein wird?

Der räumliche Horizont beschränkt sich auf den Umkreis der Wohnung, zeitlich denken wir nur noch für ein paar Tage voraus, denn wer weiß schon, was in zwei Wochen sein wird? Das aber ändert die Art und Weise unserer Weltbeziehung: Auf einmal sind wir nicht mehr die Gejagten, wir kommen aus dem Alltagsbewältigungsverzweiflungsmodus, aus der Aggressionshaltung gegenüber der Welt und dem Alltag heraus. Wir haben Zeit. Wir können plötzlich hören und wahrnehmen, was um uns herum geschieht: Vielleicht hören wir wirklich die Vögel und sehen die Blumen und grüßen die Nachbarn. Hören und Antworten (statt beherrschen und kontrollieren): Das ist der Beginn eines Resonanzverhältnisses, und daraus, genau daraus kann Neues entstehen. Hartmut Rosa Philosophiemagazin

Mein Pastor freut sich, wenn ich komme, nur ich und er sind wirklich »Fromme«!

Mein Pastor freut sich, wenn ich komme,
nur ich und er sind wirklich »Fromme«!
Die andern sind zwar auch nicht übel,
doch ich hab schon die dickste Bibel.

Ich dien mit Augen, Herz und Händen
und füll den Korb mit meinen Spenden.
Ich liebe alle meine Feinde
und mäh den Rasen der Gemeinde.

Ich habe immer gute Laune
und spiel im Lobpreisteam Posaune,
gab meinen Kindern Bibelnamen
und bei der Predigt ruf ich: „Amen!“

Ich trage sonntags ’ne Krawatte,
die vor mir schon mein Vater hatte.
Mein Auto voller Fischaufkleber
beeindruckt unsern Nachbarn Weber.

Ich bin stets freundlich und bescheiden,
mich mag wohl jeder gerne leiden.
Ich sitz bei den Gemeinderäten
und kann auch ganz fantastisch beten.

Bei meinen vielen guten Werken
– das muss auch mein Erlöser merken –
ist es ja fast schon etwas schade,
dass ich errettet bin aus Gnade

Meinungsfreiheit

Weil es da in letzter Zeit Missverständnisse gibt.
Das Recht, seine Meinung frei äußern zu dürfen, beinhaltet nicht das Recht, die Würde des Menschen zu verletzen.
Das Recht, seine Meinung frei äußern zu dürfen, beinhaltet nicht das Recht, von Kritik und Widerspruch verschont zu bleiben.
Das Recht, seine Meinung frei äußern zu dürfen, beinhaltet, dass auch andere dieses Recht haben und gebrauchen. Josef Bordat
https://jobosblog.wordpress.com/2019/11/13/meinungsfreiheit/

Ist Blaise Pascal der Philosoph des Lockdown?

Blaise Pascal war ein scharfsinniger Mathematiker und Philosoph, geb. 19. Juni 1623 zu Clermont in der Auvergne, gest. 19. Aug. 1662 in Paris, kam mit seinem Vater 1631 nach Paris und widmete sich hier, anfangs als Autodidakt, der Mathematik mit solchem Erfolg, daß er schon in seinem 12. Jahr ein selbsterfundenes, ungefähr das erste Buch des Euklid umfassendes System aufstellte und im 16. Jahr ein Werk über die Kegelschnitte schrieb. Daneben beschäftigten ihn Philosophie und Physik. Wiewohl kränkelnd, setzte er doch seine Studien bis zum 31. Jahr unablässig fort, und aus dieser Zeit datieren seine hauptsächlichsten Entdeckungen und Erfindungen im Gebiete der Mathematik und Physik, wie die einer auf den scharfsinnigsten Kombinationen beruhenden Rechenmaschine, der Anwendung des Barometers zum Höhenmessen und zu meteorologischen Zwecken, der Theorie vom Gleichgewicht der Flüssigkeiten, der Wahrscheinlichkeitsrechnung, des arithmetischen Dreiecks, der Eigenschaften der Zykloide.
Einer seiner berühmtesten Sprüche lautet: „Das ganze Unglück der Menschen rührt aus einem einzigen Umstand, nämlich, dass sie nicht ruhig in einem Zimmer bleiben können.“
Weitere wichtige Sprüche und Gebete von ihm: “Nichts ist dem Menschen so unerträglich, als wenn er sich in vollkommener Ruhe befindet, ohne Leidenschaften, ohne Beschäftigungen, ohne Zerstreuungen, ohne Betriebsamkeit. Dann fühlt er seine Nichtigkeit, seine Verlassenheit, seine Unzulänglichkeit, seine Abhängigkeit, seine Ohnmacht, seine Leere.”
“Das einzige, das uns über unser Elend hinwegtröstet, sind die Zerstreuungen. Und doch sind sie unser größtes Elend. Denn gerade sie sind das Haupthindernis, wenn wir über uns selbst nachdenken wollen. Sie stürzen uns unmerklich ins Verderben. Ohne Zerstreuungen litten wir an Langeweile, und diese Langeweile würde uns drängen, ein zuverlässigeres Mittel zu suchen, um uns davon zu befreien; die Zerstreuungen aber unterhalten uns und lassen uns unmerklich dem Tode anheimfallen.”
Nach eigenen Aussagen war Pascal seit seinem18. Lebensjahr nie ohne Schmerzen. Man vermutet, dass er viele Jahre an Tuberkulose litt; hinzu kamen starke nervliche Spannungszustände. Pascal konnte jedoch die Krankheit als Gabe Gottes annehmen, als ein Mittel, wodurch Gott das menschliche Herz zu sich zieht. Er nannte seine Meditationen „Gebet zu Gott um den rechten Gebrauch der Krankheit”.
“Zu wem soll ich rufen, Herr, zu wem meine Zuflucht nehmen, wenn nicht zu dir? Alles, was nicht Gott ist, kann meine Hoffnung nicht erfüllen. Gott selbst verlange und suche ich; an dich allein, mein Gott, wende ich mich, um dich zu erlangen.”
https://www.soulsaver.de/blog/ist-blaise-pascal-der-philosoph-des-lockdown/