Der Heilige Geist schafft Glauben

„Der Heilige Geist schafft Glauben!

Er füllt dich nicht mit Licht, das alle Dunkelheit vertreibt,

und legt nicht eine Kraft in dich, die dich zum Helden macht;

aber er lehrt dich,

die Hand Jesu fassen in der festen Zuversicht: Du bist mein Hirte;

und er lehrt dich,

den Weg Jesu gehen in der Gewissheit: das ist Gottes Weg.“

Adolf Schlatter

Das Ende der Religion

In einer seiner Predigten gab der bekannte englische Pastor Dick Lucas ein fiktives Gespräch zwischen einer Christin im alten Rom und ihrer Nachbarin wieder. Die Nachbarin sagt: „Ich hab gehört, du bist religiös geworden. Das find’ ich toll. Religion ist ja wirklich ganz wichtig. Wo ist denn euer Tempel?“ „Wir haben keinen Tempel“, entgegnet die Christin. „Unser Tempel ist Jesus.“ „Keinen Tempel? Wo tun denn dann eure Priester ihren Dienst?“ „Wir haben keine menschlichen Priester, die Mittler zwischen Gott und uns sind. Unser Priester ist Jesus.“ „Keine Priester? Ja, wo bringt ihr dann eure Opfer dar, um euren Gott gnädig zu stimmen?“
„Wir brauchen kein Opfer“, sagt die Christin. „Jesus ist unser Opfer.“ „Mein Gott, was ist denn das für eine Religion?“ Die Antwort: gar keine.
Keller, Timothy. Jesus: Seine Geschichte – unsere Geschichte (German Edition) (S.55). Brunnen Verlag Gießen. Kindle-Version.

Glaube und Vernunft widersprechen einander nicht

„Die Menschen haben Verachtung für die Religion ( = gemeint ist hier der christliche Glaube); sie hassen sie und haben Angst, sie sei wahr. Um sie davon zu heilen, muss man zunächst zeigen, dass die Religion der Vernunft nicht widerspricht, dass sie ehrwürdig ist, und ihr Achtung verschaffen; dann muss man sie liebenswert machen, in den Guten die Sehnsucht wecken, dass sie wahr sei; und endlich zeigen, dass sie wahr ist.“ (Blaise Pascal, Gedanken (Pensees), Berlin 2012, S. 48).
Christlicher Glaube (Religion) soll für die Gegner und Kritiker erwiesen werden als …
1. nicht wider die Vernunft bzw.vernunftwidrig sein
2. ehrwürdig (sie verschafft dem Anhänger kein ehrenrühriges Ansehen – ehrenrührig wäre z.B. als „fromme Dummbacke“ (Depperl) oder als ungebildet verschrien zu werden etc. – um 1650 !!!!)
3. Gute (Belege dafür vorbringen usw., was alles Be-Achtenswert an der im Glauben (Religion) ist.
4. liebenswert (Gründe und Anzeichen dafür präsentieren)
5. wahre Antworten auf die stille, innere Sehnsucht des Herzen darlegen, die den Lebens- und Glückshunger zu stillen vermögen
6. rational wahr und überzeugend (als letzter Schritt) BSFB

Welche Gründe haben wir, an Gott zu glauben?

Welche Gründe haben wir, an Gott zu glauben?
Ist Gott philosophisch beweisbar?
Ja. Aber natürlich gibt es Menschen, die diese Beweise nicht überzeugend finden. Die Argumente für die Existenz Gottes werden teilweise seit Jahrhunderten in der Philosophie kontrovers diskutiert. Wenn ein Detektiv einen Mordfall untersucht und alle Beweise, alle Zeugenaussagen, alle Indizien deuten darauf hin, dass der Gärtner der Mörder war, dann kann immer noch jemand behaupten: „Vielleicht war ein Außerirdischer da, der die Form des Gärtners angenommen hat. Ich glaube dir das nicht.“ Wenn wir Argumenten nicht glauben wollen, werden wir immer Auswege finden. Wer nicht will, kann auch nicht überzeugt werden. Der Philosoph Jürgen Habermas nannte das den „zwanglosen Zwang des besseren Argumentes“. Niemand ist gezwungen, einem Argument zu folgen. Wir sollten uns jedoch immer von guten Argumenten überzeugen lassen.
Wenn Gott philosophisch beweisbar ist, was hat das Christentum überhaupt noch mit Glaube zu tun? Bedeutet Glaube nicht, etwas für wahr zu halten, was eben nicht beweisbar ist?
Die Vorstellung, dass Glaube der Gegensatz zu Wissen ist, die finde ich sehr problematisch. In der Bibel wird kein blinder Glaube von den Menschen gefordert, sondern ein Vertrauen in jemanden, der mir auch Anlass gibt, ihm zu vertrauen. Die Jünger haben zunächst nicht an die Auferstehung geglaubt, als ihnen davon erzählt wurde. Dann hat sich Jesus ihnen gezeigt und ihnen damit Gründe geliefert, ihm zu vertrauen. Das bedeutet aber nicht, dass ab diesem Zeitpunkt nie wieder Glaube notwendig war in ihrem Leben. Wenn man es mit einem lebendigen, allmächtigen und allwissenden Gott zu tun hat, der immer wieder in das Leben von Menschen eingreift, kommt man in Situationen, in denen Vertrauen notwendig wird. Ich habe bisher Gründe gehabt, aber nun geht es wieder einen Schritt weiter. Das wäre sonst so, als ob es ausreichen würde, dass mir meine Frau bei unserer Hochzeit versprochen hat, mich zu lieben. Aber das ist nicht genug. Ich möchte das auch sehen und erleben. Jeden Tag aufs Neue vertraue ich ihr, obwohl ich schon so viele Gründe habe. Glaube und Wissen ist für mich kein Gegensatz.
Weiter: https://www.bg-stiftung.org/glaube-braucht-gruende/

Ich glaube an Gott

„Ich glaube an Gott!“ Was meinen Christen damit, wenn sie diesen Satz sagen?

Wenn man die Menschen danach fragt, an was oder wen sie glauben, erhält man nicht nur viele unterschiedliche Antworten, sondern auch
unterschiedliche Arten von Antworten.

Wenn jemand zum Beispiel von sich sagt: „Ich glaube an UFOs“, dann meint er damit, dass er davon überzeugt ist, dass UFOs existieren. Wenn er aber sagt: „Ich glaube an die Demokratie“, dann ist er von den Prinzipien und Vorteilen der demokratischen Weltanschauung überzeugt. Was bedeutet es aber, wenn ein Christ von sich sagt: „Ich glaube an Gott“? Ist diese Überzeugung mehr als der Glaube an UFOs oder Politik?

Nun, ein Mensch kann zum Beispiel an UFOs glauben, ohne jemals ein UFO gesehen zu haben. Ebenso kann er an die Demokratie glauben, ohne jemals gewählt zu haben. In beiden Fällen ist der Glaube nur eine Frage des Verstands. Das Bekenntnis „Ich glaube an Gott!“ bedeutet in der Sprache des Neuen Testaments: Ich glaube nicht nur an bestimmte Wahrheiten über Gott, sondern ich setze mein ganzes Vertrauen auf Gott und lebe in einer hingegebenen Beziehung zu Ihm. Wenn ich also von mir sage: „Ich glaube an Gott!“, bekenne ich damit meine Überzeugung, dass Gott mich zu dieser Beziehung eingeladen hat, und ich sie angenommen habe.

Was Glaube bedeutet

Vom Wort „Glaube“ (im Griechischen, der neutestamentlichen Sprache, „pistis“) ist das Verb pisteuo abgeleitet und das bedeutet: „vertrauen in“, was uns ein besseres Bild davon vermittelt, dass es hier um eine vertrauensvolle Hingabe geht, darum, sich auf etwas oder jemanden zu verlassen. Während „glauben“ sich in unserer Sprache zu etwas Ungewissem gewandelt hat, geht es im biblischen Glauben um eine tiefe Überzeugung und Verlässlichkeit, wie man sie zum Beispiel in ein Auto, einen Arzt, eine Medizin, einen Ehepartner oder Ähnliches setzen kann.

Man hält etwas oder jemanden für vertrauenswürdig und verlässt sich darauf. Der Glaube an Gott ist damit vergleichbar, jedoch auf viel weitreichendere Weise! Im christlichen Glauben geht es auch um das Angebot und die Aufforderung an ein festgelegtes Objekt zu einem bestimmten Ziel zu glauben. In Bezug auf mein Auto zeigt sich mein Vertrauen darin, dass ich mich hineinsetze und von Punkt A nach Punkt B gelange. Bei meinem Arzt beweise ich mein Vertrauen in ihn dadurch, dass ich mich von ihm behandeln lasse.

In Bezug auf Gott beweise ich mein Vertrauen zu Ihm, indem ich mich unter seine Forderungen und Gebote beuge und mich von Ihm regieren lasse; indem ich darauf vertraue, dass sein Sohn, Jesus Christus, mein Herr und Erlöser ist; und indem ich mich auf seine Verheißungen verlasse, dass Er mich in diesem und im ewigen Leben segnen wird. Das bedeutet es, auf Gottes Angebot und Aufforderung einzugehen und an Ihn zu glauben.

Ich glaube an Gott

Im Apostolischen Glaubensbekenntnis heißt es: „Ich glaube“, nicht „wir glauben“. Jeder muss dies für sich persönlich bekennen. Zudem muss sich sein Bekenntnis in seinem Leben widerspiegeln. Die Tatsache, dass er sich dem lebendigen Gott in Christus anvertraut hat, ist für ihn ein Grund zur Freude und zu einem Leben nach Gottes Maßstäben. Sich diesem Gott anzuvertrauen, und den Glauben an Ihn zu bekennen ist etwas ganz Wunderbares.
https://herold-mission.com/ich-glaube-an-gott-was-bedeutet-es-an-gott-zu-glauben/

Von Gott getrennt

„Je länger Menschen von Gott getrennt gelebt haben, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich aus freiem Willen anvertrauen können. Deshalb kommen die meisten Menschen auch zum Glauben, wenn sie noch relativ jung sind. […] Je länger man mit einer schlechten Angewohnheit lebt, desto schwieriger ist es, sie wieder abzulegen.“J. P. Moreland, Philosoph & Theologe“Denk schon als junger Mensch an deinen Schöpfer, bevor die beschwerlichen Tage kommen und die Jahre näher rücken, in denen du keine Freude mehr am Leben hast.“Das Alte Testament, Prediger 12:1 (HfA)

Leben als Christ

Was bedeutet es denn, als Christ zu leben? Inwiefern unterscheidet sich Christsein vom Nicht-Christsein?

Christsein bedeutet: Du bist nun ein Kind Gottes! Durch die Hinwendung zu Jesus Christus, wurden dir deine Sünden vergeben. Die Sünde hat nicht mehr diese Macht über dich, dass du dich unentwegt gegen Gott stellen müsstest. Nein, du bist dazu befreit worden, nein zur Sünde sagen zu können. Um dir auf deinem Lebensweg zu helfen wurde dir zudem der Heilige Geist gegeben. Er ist Gott selbst, der in jedem Christen wohnt. Er ist die Kraft Gott, die uns hilft so zu leben, wie es Gott gefällt und uns erfüllt.

Eine kompakte Hilfe zur Gestaltung deines Lebens als Christ können die folgenden vier Punkte sein.

Gottes Wort

wie Gottes Wort – Die Bibel ist Gottes Wort. Durch sie spricht er zu uns. Es ist der Weg, den Gott gewählt hat, um sich der Menschheit zu offenbaren. Hier findest du alles, was du über Gott wissen musst. Du findest auch alles, was du über dich selbst wissen musst. Paulus hat es einem Nachwuchsprediger mal so geschrieben: „Denn alles, was in der Schrift steht, ist von Gottes Geist eingegeben, und dementsprechend groß ist auch der Nutzen der Schrift: Sie unterrichtet in der Wahrheit, deckt Schuld auf, bringt auf den richtigen Weg und erzieht zu einem Leben nach Gottes Willen.“ (2. Timotheusbrief 3,16)

Regelmässig in der Bibel zu lesen wird dein Leben entsprechend dem Willen Gotte prägen und zum positiven Verändern.

Gebet

wie Gebet – Es ist das Reden mit Gott. Beim Bibellesen redet Gott zu dir, im Beten kannst du ihm antworten. Eine Beziehung besteht zu wesentlichen Teilen aus Kommunikation. Wo keine Kommunikation stattfindet, stirbt die Beziehung langsam aber sicher ab. Darum formuliert es Paulus als klaren Befehl: „Lasst euch durch nichts vom Gebet abbringen!“ (1. Thessalonicherbrief 5,17) Beten kannst du in freien Worten oder auch mit vorgegebenen Gebeten (wie dem Vater Unser). Im Gebet darfst du Gott anbeten (Lobpreis), ihm erzählen wie es dir geht (Dank und Klage), ihn um Hilfe für herausfordernde Situationen bitten oder auch für andere Menschen und ihre Probleme Fürbitte tun.Auch auch Zeiten der Stille, wo wir auf Gott hören und ihm Raum gebe mit uns zu reden, gehören zum Beten.

Regelmässige Gebetszeiten werden deine Beziehung mit Gott vertiefen und am Leben erhalten.

Gemeinschaft

wie Gemeinschaft – Schon die ersten Christen haben begonnen, sich regelmässig zu treffen. Sie feierten gemeinsam Gottesdienst, hatten Gebetsgemeinschaft und nahmen zusammen das Abendmahl. Sie standen füreinander ein und unterstützten sich in allen Lebenslagen. Genau so hatte Jesus sich das gedacht, darum existiert Gemeinde/Kirche bis heute. Dort wo Christen versuchen alleine durchs Leben zu gehen, wird ihr Glaube oft erkalten und verblassen. Glauben ist auf Gemeinschaft ausgelegt.

Wer sich verbindlich einer Gemeinde anschliesst und dort mitarbeitet, der wird im Glauben wachsen und vorwärts kommen.

Gehorsam

wie Gehorsam – Das klingt im ersten Moment nicht nach Freiheit, ist aber die logische Konsequenz unseres Vertrauens auf Gott. Gehorsam entspringt der Überzeugung, dass er, als unser Schöpfer, der das Beste für uns will, genau weiss, was uns gut tut. Nicht immer erschliesst sich der Sinn aller Worte Gottes sofort für uns. Dort bleibt dann die Frage: Vertraue ich, dass es Gott dennoch gut meint, auch wenn ich es nicht verstehe? Je länger jemand im Glauben unterwegs ist, desto mehr wird er erfahren, dass Gott ihn nicht quält und plagt, sondern stets gute Wege führt, auch wenn sie zu Beginn nicht immer so einfach oder angenehm aussehen.

Wer Gottes Worten gegenüber gehorsam durchs Leben geht, wird gesegnet werden und im Glauben Fortschritte machen.

Allein der Glaube


1.Allein der Glaube!
Allein, dass ich nichts leisten muss, alleine durch Vertrauensschluss, allein die Liebe zählt! Ich kann mich fallen lassen. Das macht mich glücklich, macht mich selig, führt zu Gott.
2.Es sind nicht Taten! Es reicht nicht hilfsbereit zu sein Und immer nett, aktiv und fein. Es reicht nicht, dass ich alles gebe für die Armen, wenn mich nicht Gottes Liebe durch das Leben trägt.
3.Allein die Gnade! Allein, dass Jesus mich so liebt, allein, dass Gott mir Segen gibt, allein, dass Gottes Geist mich trägt und spürbar leitet, das lässt mich leben, macht mich dankbar, macht mich froh!
4.Nicht die Gesetze. Ich mach’ nicht allen alles recht. Ich mach’ auch Fehler und bin schlecht. Mich macht es klein und eng, wenn ich gesetzlich werde, wenn nicht die Gnade Gottes vor dem Recht ergeht.
5.Alleine Christus! Allein, dass Jesus für mich starb, allein, dass er mein Heil erwarb, allein, dass er uns Gott durch seine Liebe zeigte, macht ihn zum Heiland und zum Helfer in der Not.
6.Nicht mal die Kirche, ist sie auch noch so schön und groß, sitz’ ich auch tief in ihrem Schoß, es sind doch Menschen, die sie leiten und gestalten. Sie ist es nicht, die hier bestimmt, wer selig wird.
7.Allein die Bibel! Sie ist das wahre Gotteswort. Sie ist die Richtschnur und der Ort, in der uns Gottes Geist sich zeigt und auch entfaltet. Dort find ich alles, was ich wissen muss von Gott.
8.Nicht Menschenworte, nicht irgendeine Tradition, auch keine Organisation, kann mir mein Heil und meine Seligkeit verschaffen, wenn sie nicht gründen in den Zusagen von Gott.
9.Heute und Morgen und bis in alle Ewigkeit nimmt Gott sich für die Menschen Zeit.
Er macht sie frei in ihrem Leben, Denken, Handeln allein durch Glaube, Gnade, Christus und sein Buch.
Text und Melodie: Martin Becker, 2011 Pfarrer an der Christuskirche in Kassel




Einfach glauben

Christsein allein scheint häufig nicht mehr zu genügen. Mancher fühlt sich schon deshalb minderwertig, weil er sich nicht täglich mit Gott zum Kaffee trifft oder in Blütenblättern eine göttliche Ermutigung auf Suaheli entdeckt.
Seit endlosen Zeiten gibt es Leute, die Christen suggerieren, geistlich auf dem Schlauch zu stehen, an irgendeiner wichtigen Erkenntnis oder der Fülle des Geistes vorbeigegangen zu sein. Zumeist haben die Betreffenden dann auch gleich das passende Rezept, das sie wortgewaltig und mit entsprechender Begeisterung präsentieren.
Solche neuen Konzepte und Ideen sind gewöhnlich durchaus anregend. Echte und scheinbare Defizite des geistlichen Lebens können dadurch ausgemacht werden. Manchmal hilft das dabei, lange eingefahrene Traditionen neu wahrzunehmen und zu überdenken.
Sehr häufig allerdings geht es bei den „durchschlagend“ neuen Sichtweisen oder Praktiken in Wirklichkeit nur um neue Moden, um Macht, Anhänger oder irgendeine bibelfremde Ideologie, die nur ein bisschen auf christlich getrimmt wurde. Wer solcher Werbung folgt, kommt geistlich schon nach kurzer Zeit vom Regen in die Traufe.
Im günstigsten Fall entsteht durch die ständig wechselnden Frömmigkeits- und Theologietrends eine nie endende Aufgabe. Alle Jahre wird dann neu analysiert und umorganisiert. Ständig ist man auf dem Weg zu einer ganz neuen Struktur oder Vision, zumeist aber ohne echtes geistliches Wachstum. Das erinnert dann manchmal an das Motto Mark Twains: „Als wir die Orientierung verloren, verdoppelten wir die Geschwindigkeit!“.
Da werden einem auf dem evangelikalen Markt „todsichere“ Methoden angeboten, um das eigene Erbgut von der Erbsünde zu reinigen, durch Lachkrämpfe die „Freude der Kinder Gottes“ zu erzwingen, mit vorgeblichen Erkenntnissen der Bibelkritik die ärgerlichen Glaubenswahrheiten solange umzuinterpretieren bis sie zum aktuellen Zeitgeist passen oder mit einer Umstrukturierung der spirituellen Dekoration endlich den Zeitgeschmack zu treffen.
In 2000 Jahren christlicher Gemeinde hat sich vor allem eine Strategie bewährt: herzliche Gemeinschaft, aufmerksames Bibellesen, beständiges Beten, liebevolle Diakonie und ausdauernde Evangelisation. In der Geschichte hat sich das immer wieder als äußerst hilfreich erwiesen. Außerdem entspricht es dem Vorbild neutestamentlicher Christen. Wenn die Liebe zu Jesus Christus aus dem Reden und Handeln des Christen strahlt, wird es nicht lange dauern, bis sich Menschen angenommen wissen und für das Evangelium Gottes öffnen. Zumeist kommen suchende Menschen nicht wegen einem topmodernen Gebäude oder moderaten Politikempfehlungen zum Glauben.
Manchmal braucht es Mut und Freiheit einfach zu glauben, ohne beständig auf jeden frommen oder weniger frommen Trend aufspringen zu müssen. Sei einfach Christ und lebe auf die Weise, wie auch schon Titus oder Timotheus es gemacht haben.
So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, 2 für die Könige und für alle Obrigkeit, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit.“ (1.Timotheus 2, 1f.)
„Du aber bleibe bei dem, was du gelernt hast und was dir anvertraut ist; du weißt ja, von wem du gelernt hast und dass du von Kind auf die Heilige Schrift kennst, die dich unterweisen kann zur Seligkeit durch den Glauben an Christus Jesus. Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, dass der Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem guten Werk geschickt.“ (2.Timotheus 3, 14-17) Michael Kotsch

Was ist ein Fanatiker

Ich las einmal folgende Definition für den Begriff »Fanatiker«: »Ein Fanatiker ist ein Mensch, der, weil er sein Ziel aus den Augen verloren hat, doppelte Anstrengungen unternimmt, es zu erreichen.« Ein Fanatiker rennt wie wahnsinnig umher und gelangt doch nirgendwohin. Er ist ein Basketballspieler ohne Korb, ein Tennisspieler ohne Netz, ein Golfspieler ohne Rasen.
Wenn ein Christ Fortschritte in der Heiligung erzielen will, wenn er lernen möchte, Gott zu gefallen, dann muss er eine klare Vorstellung davon haben, wie sein Ziel aussieht. Obwohl die Bibel dieses Ziel klarmacht, ist es eines, das allzu leicht in Vergessenheit gerät.
Worin besteht das Ziel? Jesus drückte es so aus: »Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.« (Mt 6,33) Luther
(Es soll euch zuerst um Gottes Reich und Gottes Gerechtigkeit gehen, dann wird euch das Übrige alles dazugegeben. NGÜ )
Betrachten wir die einzelnen Aspekte dieser Aufforderung genauer: Zuerst sagte Jesus, dass wir »trachten« müssen. Nach etwas zu trachten erfordert Anstrengung. Dazu gehört eine beharrliche Suche — wie bei jener Frau, die eine Münze verloren hatte und jeden Winkel ihres Hauses durchstöberte, um sie zu finden. Eine Suchaktion lässt sich nicht durchführen, indem man ein Nickerchen macht; sie bedeutet Arbeit, beharrliche Arbeit. Wir lehnen uns nicht zurück und warten darauf, dass Gott uns Gerechtigkeit in den Schoß fallen lässt. Wir kennen alle die Geschichte des griechischen Mathematikers Archimedes, der sein berühmtes Prinzip des Auftriebs entdeckte, während er badete. Er rief aus: »Heureka, ich habe es gefunden!« Und wir kennen die Legende von Isaac Newtons Entdeckung der Schwerkraft, als er unter einem Apfelbaum saß und ein Apfel ihm direkt auf den Kopf fiel. Diese Geistesblitze, die Archimedes und Newton erlebten, waren nur der Gipfel jahrelanger, beharrlicher Forschungen. Ihre Leistungen waren kein reiner Glücksfall. Man sagt, dass Thomas Edison mit über tausend verschiedenen Substanzen experimentierte, bevor er schließlich diejenige entdeckte, die sich als Glühfaser für das elektrische Licht eignete. Das war nicht viel Glück, sondern viel Arbeit. Dies gilt auch für uns, wenn wir lernen möchten, wie wir Gott gefallen.
Wir sollen nach dem Reich Gottes und nach Gottes Gerechtigkeit trachten. Wir stellen fest, dass Jesus sagte, wir sollten zuerst nach diesen Dingen trachten. Das neutestamentliche Wort, das hier für »zuerst« verwendet wird, ist das griechische Wort protos, das nicht einfach das erste Element einer Aufzählung meint. Es vermittelt eher den Anspruch einer Priorität. Eine treffendere Übersetzung wäre: »Trachtet zuerst, vor allem anderen, nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit.«
Trachtet nach dem Reich Gottes. Trachtet nach seiner Gerechtigkeit. Dies sind die Prioritäten des christlichen Lebens.
Aus dem Buch Gott gefällig leben von R. C. Sproul von hänssler (Taschenbuch – 1. Januar 1998) Seite 25-26

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