Ermordet in Kabul

Im Frühjahr 2017 erhielt ich die Einladung zu einer Trauerfeier für Simone Beck. Simone war Missionarin und brach 2003 nach Afghanistan auf, um dort als Lehrerin und Spracherkunderin zu arbeiten. Ihre Liebe zu Jesus Christus und den Menschen in dem fernen Land kostete sie das Leben. Am 20. Mai 2017 wurde sie in Kabul brutal ermordet.Schwester Heidemarie Führer, Diakonisse der Aidlinger Schwesternschaft, hat mit ihrem Buch einen berührenden und aufrüttelnden Lebensbericht vorgelegt. Sie kannte Simone nicht persönlich, hat aber akribisch Briefe, E-Mails, Fotos und sonstige Dokumente ausgewertet und sich mit Simones Familie und anderen wichtigen Kontaktpersonen eingehend ausgetauscht. Herausgekommen ist ein gut lesbarer Band über eine alleinstehende Frau, die in einem islamischen Land für die Weitergabe des Evangeliums alles gegeben hat.

Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht

Schon als kleines Mädchen wollte Simone Missionarin werden. Sie glaubte an die Gute Nachricht und wollte möglichst vielen Menschen davon erzählen, dass Jesus der Retter ist. Ihr Konfirmationsspruch aus Römer 1,16 begleitete sie ihr ganzes Leben (vgl. S. 21): „Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben.“

Obwohl Simone zu den besten Schülern gehörte, ging sie nach der 10. Klasse vom Gymnasium ab. Sie ließ sich auf einer Fachschule für Sozialpädagogik als Erzieherin ausbilden (vgl. S. 22). Durch Freunde lernte sie bald das Werk Operation Mobilisation (OM) kennen und entschied sich für einen zweijährigen Einsatz auf dem Missionsschiff Doulos (vgl. S. 23–68). In einem Brief aus dem Jahre 1997 äußert sich Simone zur gedrängten und doch bereichernden Lebensgemeinschaft auf dem Schiff. Ihre Worte lassen erkennen, dass sie eine gute Beobachterin war:

„Manchmal habe ich eine gute Beziehung zu einer Freundin entwickelt, gerade bevor sie die Doulos wieder verlässt; das liegt eben in der Natur des Schiffslebens. Auch sonst ist es ein einzigartiger Platz zum Leben, fern von allem, was normalerweise das Leben ausmacht. Wertvorstellungen werden völlig verschoben, das Materielle verliert mehr und mehr an Bedeutung. An Bord werden zum Beispiel jedes Jahr etwa 200 bis 250 Paar Schuhe geflickt. Wer braucht schon neue Schuhe! Die geflickten halten noch lange. Aber vor allem ist es das intensive Zusammenleben mit so vielen Menschen auf engem Raum, wodurch ein hohes Konfliktpotenzial entsteht. Und es ermöglicht, sich und andere wirklich auf eine tiefere Weise kennenzulernen und sie so zu akzeptieren, wie sie sind. Im Grunde ist die Doulos-Gemeinschaft eine behütete Insel, abgeschirmt von den Problemen des normalen Lebens. Es ist schon etwas Besonderes, mit so vielen Christen zusammenzuleben, Gespräche über Gott und unseren Glauben ergeben sich immer wieder wie selbstverständlich: das ist für mich eine große Bereicherung.“ (S. 44)

Zeit, um Steine zu sammeln

Nach ihrem strapaziösen OM-Einsatz brauchte Simone dringend Erholung. In dem beschaulichen Dettingen fand sie den nötigen Rückzugsraum im Haus ihrer Eltern. Allerdings war der Kulturschock für die Familie herausfordernd. Simone kam mit der Stille und der Sauberkeit zunächst nicht klar. Noch immer hörte sie das „Stampfen der Schiffsmotoren“ und das „Plätschern des Wassers an der Schiffswand“ (S. 68). Langsam erholte sie sich freilich und konnte im September 1998 eine Ausbildung am Neues Leben-Seminar im Westerwald starten (heute TSR). Noch vom Schiff aus hatte sie sich dort beworben und ihren Freunden geschrieben: „Dort werde ich vier Jahre lernen, um für einen langzeitigen Dienst in der Mission ausgerüstet zu werden … Betet, dass ich mich gut einlebe und dass ich Gottes Führung in meinem Leben erkenne, Schritt für Schritt“ (S. 68).

Während des Studiums kristallisierte sich heraus, dass Simone der Umgang mit Sprachen viel Freude bereitet. Nicht nur deshalb führte sie das Studium am Martin Bucer Seminar (MBS) in Bonn weiter. Ihre Abschlussarbeit dort trug den Titel „Ein Gedicht über die Größe Gottes, eine Exegese über Jesaja 40,12–31“. Da ich Zugang zum Archiv habe, konnte ich die Abhandlung einsehen. Einige Zitate aus ihrem Fazit signalisieren mehr als eine gute theologische Auffassungsgabe. Die Aussagen, die sie macht, habe in ihrem Leben sichtbare Prägekraft entfaltet:

„Gott ist mit seiner Macht, Kraft und Größe den irdischen Machthaber unendlich überlegen. […] Gott ist nicht ohne seine Heiligkeit denkbar und er fordert auch ein heiliges Leben von denen, die zu ihm gehören. […]  Gott ist viel größer als das Universum und alles, was er geschaffen hat. […] Gott will sich in seiner Größe dem Menschen zuwenden, auch wenn er seine Hilfe hinauszögert – sei es aus pädagogischen oder anderen Gründen, für die Gott in seiner Größe und Souveränität vor dem Menschen keine Rechenschaft ablegen muss. […] Gott ist ewig und er herrscht souverän in Ewigkeit. […] Gottes wahre Größe zeigt sich daran, dass er sich klein macht und Menschen an seiner Größe und Kraft teilhaben lässt. Diese Kraft erhält der Mensch, wenn er auf Gott hofft, sein Leben auf ihn ausrichtet; gemeint ist ein aktives und gespanntes Warten auf Gottes Eingreifen in persönlicher Not und in der Not des gesamten Volkes.“ (S. 108)

Zeit, um Steine zu werfen

Ab dem 7. Kapitel beschreibt Schwester Führer die Zeit in Afghanistan. Was Simone dort geleistet hat, wird nur nachvollziehen können, wer selbst unter vergleichbaren Umständen gelebt hat. Immer wieder klingt durch, wie fordernd der Alltag gewesen ist. Wir erfahren, wie vertrackt die Trinkwasserversorgung mitunter war. Besonders während ihrer Zeit in Nordafghanistan auf 3000 Meter Höhe wurde die Kälte zu einer seelischen und körperlichen Belastung. „Die Fensterscheiben in Simones Zimmer waren meistens von innen gefroren. Sie hatte oft Frostbeulen an den Händen, da sie zudem wenig heizte, oder besser: es sowieso nicht richtig warm wurde, auch wenn der Ofen brannte“ (S. 173). Simones Alltag war streng durchgeplant. So stand sie von Frühling bis Herbst 4.30 Uhr auf, um sich mit einem Morgenlauf am Fluss fitzuhalten.

„Es ist eine Stärke des Buches, dass es die Leser mit den Entbehrungen und Kämpfen konfrontiert, die Missionare im Verborgenen auszuhalten haben.“

Nachdem sie im März 2004 ihren Sprachkurs erfolgreich beendet hatte, wurde sie zur Leiterin der Schule in Kabul berufen. „Sie arbeite mit Lehrern und Schülern intensiv an der Verbesserung der Qualität des Unterrichts“ (S. 101). Ihr eigentliches Ziel, nämlich mit einem Volk zu arbeiten, das eine ungeschriebene Sprache spricht, verlor sie dabei nicht aus den Augen. Es gibt derzeit in Afghanistan noch dreißig bis vierzig Sprachen ohne Schrift. Gern wollte sie für eine dieser Sprachen eine Grammatik, ein Alphabet und die Rechtschreibung entwickeln, um anschließend die Bibel übersetzen zu können. Dafür musste sie zunächst die Landessprache als sogenannte „Mittel-Sprache“ in ihren feinsten Nuancen beherrschen (vgl. S. 102).

Das Leben auf dem Dach der Welt

Von Oktober bis Dezember 2006 nahm Simone an einer Weiterbildung für Spracherkundung teil, um sich auf einen Einsatz in einer entlegenen Gegend vorzubereiten. Ab 2007 gehörte sie zu einem kleinen Team, das sich in Faizabad, einer Provinzhauptstadt im Norden des Landes, niederließ. Sie freute sich sehr über Daniela, die sie dafür gewinnen konnte, in dem Spracherkundungsprojekt mitzuarbeiten. Sie beschlossen, die Arbeit in einem Khiva-Dorf, dass eine Tagesreise von Faizabad entfernt lag, aufzunehmen. Am Ostersonntag 2009 trafen sie dort ein. Simone begann als erste Ausländerin die Khiva-Sprache zu erlernen. „Eine ziemlich komplexe und schwierige Sprache, die nicht mit Dari zu vergleichen war“ (S. 145).

Das Ringen um die Kontextualisierung

Schwester Führer schildert das ehrliche Ringen um den angemessenen Kontextualisierungsansatz vor Ort. Es gab und gibt sehr unterschiedliche Sichtweisen im Blick auf das christliche Zeugnis in der islamischen Welt. Einige Christen sind sehr offensiv und riskieren dabei, dass Einheimische, die sich bekehren, von ihrem Familien verstoßen werden und sie selbst das Land verlassen müssen. Andere sind sehr zurückhaltend, was das Zeugnis anbetrifft. Das erhöht die Chancen dafür, länger im Land bleiben zu dürfen, schmälert indessen die missionarische Ausstrahlungskraft. Simone arbeitete für eine christliche Organisation, um die Botschaft von Jesus weiterzugeben. Andererseits hatte sie im Land den Status als Entwicklungshelferin und war damit beauftragt, einem Stamm die Schriftsprache zu bringen. Ein Mitarbeiter des Teams befürchtete, dass das offene Zeugnis für Jesus Unfrieden in dem sowieso schon zerrissenen Land förderte. Simone und anderen Mitarbeiter wollten im persönlichen Gespräch das Evangelium mutig und zugleich freundlich bezeugen. Es war nicht einfach, diese Spannung auszuhalten. In einem Rundbrief schrieb Simone dazu: „Der Brückenschlag zwischen beiden Anliegen ist manchmal mühsam, denn mir liegt beides am Herzen: dass den Menschen praktisch geholfen wird und sie Leselernmaterial in ihrer Muttersprache erhalten, und ebenso, dass sie einmal Gottes Wort in der Sprache ihres Herzens zur Verfügung haben“ (S. 154).

Stichflammen der Anfechtung

Es ist eine Stärke des Buches, dass es die Leser mit den Entbehrungen und Kämpfen konfrontiert, die Missionare im Verborgenen auszuhalten haben. Auf Simone warteten viele Prüfungen. Zu dem Gedicht „Die Nacht ist vorgedrungen“ von Jochen Klepper notierte sie: „Wir wünschen uns sehr, dass auch die Khiva erfahren, dass Gott sie vom Dunkel ins Licht führt, dass ihre Rettung von Gottes Angesicht herkommt! Manchmal scheint die Dunkelheit hier überwältigend“ (S. 175). Nicht nur körperliche und seelische Erschöpfung und menschliche Konflikte führten Simone an ihre Grenzen. Wiederholt klopften Selbstzweifel bei ihr an:

„Stichflammen der Anfechtung und des Zweifels züngelten aus der Tiefe ihrer Seele immer wieder herauf und wollten ihren Glauben versengen: War alles, alles umsonst? Was habe ich falsch gemacht? War ich zu ungeschickt, die wichtigen Leute zu überzeugen? War ich am falschen Ort? Wegen äußerer Umstände musste ich mein Tal verlassen. Ich habe nichts zu Ende gebracht. Habe ich mich getäuscht in der Einschätzung der Lage? Habe ich versagt? Warum hilft mir Gott nicht? Warum bin ich nicht nach meiner Geburt gestorben? Wofür habe ich so gekämpft? Ich bin ausgelaugt, zerbrochen in tausend Stücke …“ (S. 184)

Es lohnt sich, für Christus zu leben und zu sterben

Irgendwann musste Simone das Tal wegen zunehmender logistischer und behördlicher Probleme sowie Kraftlosigkeit verlassen. Ab 2015 pendelte sie zwischen Deutschland, wo sie unterrichtete, und Kabul sowie dem Khiva-Tal, hin und her. So gern hätte sie die Spracherkundung und eine Bibelübersetzung erfolgreich abgeschlossen. Sie wurde einmal gefragt: „Warum lohnt es sich, sich auch dann für Jesus einzusetzen, wenn es gefährlich oder scheinbar fruchlos ist?“ Sie antwortet: „Weil Jesus Christus alles in allem ist und weil es sich lohnt, mit ihm zu leben und mit ihm zu sterben – egal, wo“ (S. 188).

Am Abend des 20. Mai 2017 machten sich Mitarbeiterinnen in ihrem Camp Sorgen, da Simone telefonisch nicht erreichbar war. Sie beschlossen, sie in ihrer kleinen Wohnung in Kabul, die nicht weit entfernt lag, aufzusuchen. Die Eingangstür stand offen. Simone lag leblos auf dem Boden in ihrem Blut. Ihre Kollegin wurde von den Tätern verschleppt. Nachdem sie später freikam, berichtete sie, dass Simone vor ihrer Hinrichtung dreimal den Namen „Jesus!“ ausgerufen hatte (vgl. S. 196). Simone wurde 44 Jahre alt. Die entsetzliche Gewalttat ist bis heute nicht aufgeklärt.
Ich wünsche diesem wunderbaren Buch eine weite Verbreitung. Die Schilderung von Simones Leben und die eingestreuten authentischen Zitate und Zeugnisse haben die Kraft, den Glauben an Christus und die Leidenschaft für die Verkündigung seines Wortes unter allen Völkern zu fördern.

Ermordet in Kabul Rezension von Ron Kubsch
3. Februar 2021 — 13 Min Lesedauer

Sr. Heidemarie Führer. Ermordet in Kabul: Vom Leben, Glauben und Kämpfen der Simone Beck. Holzgerlinen: SCM, 2021, 222 Seiten, 18,99 Euro.
Es handelt sich um eine leicht gekürzte Buchbesprechung. Die vollständige Rezension soll in der Ausgabe 2/2021 der Zeitschrift Glauben und Denken heute erscheinen.
https://www.evangelium21.net/media/2547/ermordet-in-kabul


Am 18. August 1976 beging Pfarrer Oskar Brüsewitz einen besonders grausamen öffentlichen Selbstmord.

Oskar Brüsewitz (*1929, +22.08.1976), Pfarrer in der DDR

 Oskar Brüsewitz (* 30.05.1929, † 22.08.1976), Pfarrer in der DDR 18.08.1976: Auf dem Marktplatz von Zeitz in Sachsen-Anhalt befestigt Pfarrer Oskar Büsewitz an seinem Auto Transparente mit der Aufschrift „Die Kirche in der DDR klagt den Kommunismus an wegen Unterdrückung in Schulen an Kindern und Jugendlichen“. Dann zieht er seinen Talar an, übergießt sich mit Benzin und zündet sich an.Passanten gelingt es, die Flammen zu ersticken, doch vier Tages später stirbt Pfarrer Oskar Brüsewitz im Alter von 47 Jahren im Krankenhaus an seinen schweren Verbrennungen.Bereits 20 Jahre zuvor (1956) geriet Oskar Brüsewitz ins Fadenkreuz des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS bzw. „Stasi“), als der gelernte Schuhmacher in seinem Ladenfenster Bibelzitate aushängte, von Jesus predigte und dem Regime Wahlmanipulation vorwarf.Trotzdem gelang es Oskar Brüsewitz, Pfarrer zu werden. Tief getroffen war er, als sich die Kirchenführer mit dem Slogan „Kirche im Sozialismus“ mit dem SED-Regime arrangierten. Schließlich setzen SED-Regime und Kirchenleitung alles daran, den erfolgreichen, aber unbequemen Pfarrer zu demontieren.Bis heute gehen die Meinungen über den kämpferischen Gottesmann auseinander. Auf jeden Fall gehört Pfarrer Brüsewitz’ Tat zu den Initialzündungen der Oppositionsbewegungen in der DDR, die am 09.11.1989 zur Öffnung der Grenzen und zum Fall der Berliner Mauer führte.Aber man tut sich schwer mit der Aufarbeitung der allerjüngsten deutschen Geschichte. Erst seit 2006 erinnert eine Gedenktafel an die öffentliche Selbstverbrennung von Pfarrer Brüsewitz.Offenbar sind es immer Opfer, die die Welt verändern. Auch Jesus sprach davon zu seinen Jüngern:Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein.Wenn es aber stirbt, bringt es viel FruchtJohannes 12, 24So hat auch der Tod von Jesus seine Sache nicht beendet, sondern die Welt verändert und ermöglicht Gottes Vergebung – nicht nur für die, die das Unrechtsregime DDR unterstützt haben. Uwe Schütz  www.aref.de/

5. August 1945 wurde unser Bruder Franz Huber geboren. Vom Todesjunkie zum Diener Gottes.

»Acta probat exitus« lese ich auf einem Grabstein des Friedhofs am Perlacher Forst, als wir Franz Hubers Leib von der Aussegnungshalle zum Grab geleiten – »Der Prüfstein für unsere Taten ist unser Ausgang«. Nach diesem »Ausgang« dieser Beerdigung mit über 300 Trauergästen (der größten, die ich je erlebt habe) zu urteilen, muss Franz ein ganz Großer gewesen sein, der in seinem äußerst bedeutenden Leben gewaltige Taten vollbracht hat. Ein ganzseitiger Artikel in Deutschlands größter Tageszeitung auf Seite 3 (2 cm hohe Schlagzeile: »Ein Junkie im Dienste Jesu Christi«, Untertitel: »Franz Huber: von der Gosse zu Gott«) zu seinem Tod – vielen »großen« Politikern, Medienstars und Wirtschaftsbossen widmet die Presse bei ihrem Ableben nicht mehr als eine Randnotiz.
Unmittelbar nach dem Krieg im zerbombten München erblickte Franz »das Dunkel der WeIt«, wie er selbst immer sagte. Die Geburtsurkunde spricht Bände: »Die Fabrikarbeiterin Elisabeth Maurer, … verwitwet, … hat am 5. August 1945 zu München einen Knaben geboren … Eingetragen auf schriftliche Anzeige der Vorstandschaft des Mütterheimes, München, Taxisstraße 3«.
Franz bekommt den Namen des Großvaters, wächst als »Schlüsselkind« auf, kommt auf eine Sonderschule, beginnt eine Metzgerlehre, aus der er mit 16 – es ist 1961, das Jahr des Berliner Mauerbaus – in die Rauschwelt der Drogen flüchtet, die ihn 20 Jahre lang versklaven und ruinieren: Haschisch zunächst, dann Amphetamine, LSD und Kokain, schließlich der absolute Absturz in die Heroinsucht. 20 Jahre Leben unter Gelegenheitsdieben und Prostituierten, Zuhältern und Einbrechern und anderen Kriminellen und Gescheiterten, das Ganze notdürftig glorifiziert mit markigen Sprüchen wie »Sex, Drugs and Rock ’n’ Roll« und »Live fast, love hard, die young!«
Franz pendelt zwischen München und Amsterdam, oft auf der Flucht vor der Polizei und dem Sicherungshaftbefehl. Doch gerade als Franz am Tiefpunkt und scheinbar unausweichlichen Schlusspunkt seines Lebens angelangt ist, da erreicht ihn die rettende Liebe Jesu: über einen Freund kommt er in Holland zu einer christlichen Gemeinschaft, der »Stiftung Jezus Kinderen« in Kloosterburen, wo er eine gründliche Entziehungskur macht, deren furchtbare Qualen er aber nur durch die Kraft des Evangeliums durchstehen kann, das er hier konkret als »Gottes Kraft zum Heil (und zur Heilung) für jeden auf Jesus Vertrauenden« erfährt. Ein Jahr arbeitet er dort, bleibt »clean«. Am 6. 10. 1981 wird vom Landgericht München der Sicherungshaftbefehl aufgehoben, denn »es bestehen derzeit keine hinreichenden Gründe mehr für die Annahme, dass die bedingte Aussetzung widerrufen werden wird. Der Verurteilte hat nunmehr wieder Kontakt zu seinem Bewährungshelfer. Er befindet sich derzeit in Holland seit 10. 10. 1980 in einem Heim, das bestätigt hat, dass der Verurteilte absolut drogenfrei ist und sich im Übrigen gut führt«.
Franz kommt zurück nach München, wo wir ihn kennen lernen, zieht mit in unsere Wohngemeinschaft im »Haus Laim«, wo er sofort anfängt, sein Leben weiter in Ordnung zu bringen. Trotz »Weichteildefekten an den Fußsohlen als Folge einer chronischen Durchblutungsstörung, die ihm keine längere mechanische Belastung der Füße erlauben«, so das Attest seiner Ärztin, beginnt er zu arbeiten, als Schneeräumer bei der Stadt, als Pizzabäcker, als Tellerwäscher in einem Schwabinger Steak-Haus, als Palmenbauer, schließlich als zertifizierter »Auskunftsassistent/Werkschutzmann«, wo er bei einem Veranstaltungsdienst Kontroll-, Ordnungs- und Wachaufgaben wahrnimmt.
Kaum jemand kann ermessen, was regelmäßige, ehrliche Arbeit bei einem ehemaligen Junkie bedeutet: Vielleicht mehr als alles andere ist das der unwiderlegbare Beweis, dass sich in seinem Leben ein unbegreifliches, allen Erfahrungen und natürlichen Erklärungen widersprechendes Wunder vollzogen hat (Franz selbst sagte: »Arbeit und Religion – das waren die absoluten Brechmittel für einen süchtigen 68er«).
Das verdiente Geld aber nutzt Franz zum großen Teil zur Wiedergutmachung. »Wer gestohlen hat, stehle nicht mehr, sondern arbeite vielmehr und wirke mit seinen Händen das Gute, auf dass er dem Dürftigen mitzuteilen habe.« Im Leben von Franz wird auch dieses Bibelwort Fleisch, wird von ihm konsequent praktiziert. Aktiv sucht er, wo alte Schulden und Forderungen da sind aus Sachbeschädigungen, Mietrückständen, Apothekeneinbrüchen und Diebstählen. In oft kleinen Raten, aber konsequent und über Jahre hinweg zahlt Franz zurück, bis er schließlich sagen kann: »Schuldenfrei!« Manchmal erlebt Franz sein verändertes Leben in Momenten augenfälliger göttlicher Ironie: etwa wenn er 1988 bei der Beerdigung von Franz Josef Strauß als Ordner in Uniform eingesetzt wird und Polizisten, seine ehemaligen Erzfeinde, ihn als »Herr Kollege« ansprechen und zur gemeinsamen Brotzeit einladen, wie er mir im Anschluss begeistert erzählt.
Oder wenn er, der ehemalige Apothekeneinbrecher, 1990 bei einer Pharma-Messe als Wachmann hochwertige Psychopharmaka bewachen muss!
Dabei ist Franz aber stets voll in die Gemeinde integriert, ist begeistert vom Wort Gottes und von Jesus, dem er alles verdankt, das weiß er nur zu gut, wahrscheinlich besser als wir alle. Und Franz vergisst nicht seine alten Freunde und Bekannten, ob innerhalb oder außerhalb der Drogenszene, ob obdachlos oder künstlerisch arriviert und wirtschaftlich gut situiert. Mit unglaublicher Treue geht er ihnen nach; besucht sie, telefoniert, schreibt Postkarten (ein ehemaliger Junkie sagte uns, er hätte von Franz in zwei Jahren an die 50 [!] Karten erhalten). Er will ihnen bedingungslos Freund sein, weil sein großer Freund – Jesus, der Freund der Sünder – auch der Freund seiner Freunde werden soll.
Wir messen Größe oft nach Schädelumfang, aber Franz’Größe lag nicht in seinem Kopf – dafür hatten ihm 20 Jahre Drogensucht zu viele Gehirnzellen durchgebrannt – seine eigentliche Größe, glaube ich, lag in seinem großen und heißen Herzen: ein Herz brennend für Jesus, deswegen ein Herz voll von Jesus, und daher ein Herz, überfließend von der Liebe Jesu, für andere. Dieses brennende Herz war auch die Triebfeder, der Motor für seinen bis zur Selbstentäußerung gehenden Einsatz für das Reich Gottes, besonders für die Kaputten und Ausgestoßenen und Hoffnungslosen. »Jesus liebt die Schwachen, darum lieb ich Ihn« stand mit Filzstift an der Wand seines Badezimmers. Das große Herz voll von der Liebe Jesu gab diesem schwachen ausgemergelten Körper mit seinen kaputten Füßen, seiner Hepatitis C und Dutzenden anderen Krankheiten die unglaubliche Energie, bis zum letzten Atemzug durchzuhalten, ohne je zu jammern, hinzugehen an die Wege und Zäune unserer Gesellschaft mit praktischer Hilfe für den Leib, mit freundschaftlichem Trost und Verständnis für die Seele, vor allem aber mit der Botschaft von der glühenden Retterliebe Jesu, die Franz verkörpert hat wie kaum ein anderer.
Ein wahrhaft Großer ist heimgegangen zu seinem Herrn und der Himmel salutiert. Möge dieser Nachruf ein Aufruf an uns sein: »Den Ausgang seines Wandels anschauend, ahmt seinen Glauben nach« – denn »acta probat exitus«. Alois Wagner
https://www.soulsaver.de/blog/5-august-1945-wurde-unser-bruder-franz-huber-geboren-vom-todesjunkie-zum-diener-gottes/

Wenn du einem geretteten Trinker begegnest…

Wenn du einem geretteten Trinker begegnest,
dann begegnest du einem Helden.
Es lauert in ihm der Todfeind.
Es bleibt behaftet mit seiner Schwäche
und setzt seinen Weg fort,
durch eine Welt der Trinkunsitten.
In einer Umgebung,
die ihn versteht,
in einer Gesellschaft
die sich berechtigt hält,
in jämmerlichen Unwissenheit
auf ihn herabsehen,
als auf einen Menschen zweiter Klasse.
Weil er wagt gegen den Alkoholstrom
zu schwimmen.
Du solltest wissen:
Er ist ein Mensch erster Klasse!

Friedrich von Bodelschwingh

Jedes Mal

„Sonntag 26 Dezember 1830. … Ich stelle jetzt fest, dass mein Herz keinen Gewinn davon bekommt, wenn ich auf längere Zeit auf mich und meine Leistungen schaue. Doch, jedes Mal wo ich auf Christi Liebe schaue, ist mein Herz voller Leben.“ Andrew Bonar, Tagebuch, s. 14.

Paul Gerhardt

Paul Gerhardt (1607-76) wurde am 12. März vor 414Jahren in der kleinen Stadt Gräfenhainichen in Sachsen geboren. Seine Geburtsstadt liegt unweit der Lutherstadt Wittenberg. Sein Vater war Bürgermeister und Gastwirt, seine Vorfahren mütterlicherseits waren Pfarrer. Paul Gerhardt gilt neben Martin Luther als einer der bedeutendsten deutschen Dichter von Kirchenliedern. Seine Lieder werden auch in der katholischen Kirche und in Kirchen des Auslands gesungen. Aus seinen Versen spricht heiteres Gottvertrauen, doch erzählen sie auch viel von Angst und Bedrückung während der schrecklichen Zeit des Dreißigjährigen Krieges.Paul Gerhardt ist durch viel Not gegangen. So hatte er schon mit 14 Jahren beide Eltern verloren. Und fast während der Hälfte seines Lebens tobte[1] der furchtbare Dreißigjährige Krieg in Deutschland (1618-48). Viele Städte und Dörfer wurden damals zerstört, auch Paul Gerhardts Heimatstadt Gräfenhainichen.Nach nur 13 Jahren glücklicher Ehe starb Paul Gerhardts Frau mit 45 Jahren. Dies war für ihn ein tiefes Leid. Von seinen fünf Kindern starben vier sehr früh, nur ein Sohn blieb am Leben.Am 27. Mai 1676 starb Paul Gerhardt, fast siebzig Jahre alt. In seinen Liedern lebt er bis heute fort. Paul Gerhardts Lieder haben sich über die ganze Welt verbreitet, sie wurden in viele Sprachen übersetzt. Unzählige Menschen haben daraus Kraft, Trost und Gottvertrauen geschöpft. Hans Misdorf

Ein außergewöhnliches Glaubenszeugnis an der Wand eines Konzentrationslagers

Nachdem der zweite Weltkrieg beendet war, fand man ein außergewöhnliches Glaubenszeugnis an der Wand eines Konzentrationslagers. Ein Gefangener hatte die folgenden Worte in die Wand geritzt: »Ich glaube an die Sonne, auch wenn sie nicht scheint, ich glaube an die Liebe, auch wenn sie sich nirgends zeigt, ich glaube an Gott, auch wenn er schweigt.« Ich versuche mir die Person vorzustellen, die diese Worte aufschrieb. Ich sehe ihre skelettartige Hand, wie sie die Glasscherbe oder den scharfen Stein aufnimmt. Ich sehe ihre Augen, die versuchen die Dunkelheit zu durchdringen, als sie Buchstaben für Buchstaben in die Wand ritzt. Was muss das für eine Hand sein, die solch tiefe Überzeugungen einkerbt? Was müssen das für Augen sein, die das Gute noch sehen angesichts des unaussprechlichen Schreckens? Es gibt darauf nur eine Antwort: Es waren Augen, die sich dafür entschieden hatten, das Unsichtbare zu sehen. Vater, du hast uns Glauben und Stärke versprochen, damit wir den Problemen des Lebens entgegentreten können. Vater, gib diese Stärke denen, deren Ängste ihre Träume begraben haben, deren Krankheiten ihre Hoffnungen schwinden ließen – deren Lasten größer sind, als ihre Schultern. Aus »Gods inspirational promise book« von Max Lucado.

Herr, segne dieses Smartphone

Herr, lass dieses Smartphone ein Werkzeug zum Guten sein.
Ich begreife dieses Gerät als einen spürbaren Erweis deines Segens,
für den ich dankbar sein will, indem ich ihn als Zeugnis deiner Güte verstehe.
Du lässt dein Angesicht scheinen über mir, und ich will es zu einem Segen für andere machen.

Hilf mir, meine Zeit damit nicht zu vergeuden,
sondern weise zu gebrauchen.
Ich will meine Zeit damit auskaufen,
will es als Zeitsparer und nicht als Zeitverschwender einsetzen.
Will es nicht zum Dienst am Mammon verwenden,
sondern mich in meinem Leben stets auf das Wesentliche konzentrieren.
Dieses Smartphone soll kein Altar meiner Launen sein,
sondern Hilfsmittel für einen Diener an deinem Altar.

Herr, dieses Smartphone ist wahrscheinlich nicht unter fairen Arbeitsbedingungen entstanden.
Ich bitte dich für die zahlreichen Arbeiter aus aller Welt,
durch deren harte Arbeit es entstanden ist.
Ich bitte dich, dass du ihnen Hoffnung und Kraft durch das Evangelium schenkst,
und dass auch ihre Herren dich als ihren Herren erkennen.
Dieser Arbeiter will ich bei zukünftigen Kaufentscheidungen gedenken
und will dich für Sie um ein Ende der Ausbeutung bitten.

Herr, segne dieses Smartphone.

Dieses Jahr habe ich mir Anfang April anlässlich einer Geschäftsreise nach Deutschland endlich ein eigenes Smartphone zugelegt. Ich freue mich, dass das Wundergerät einige Dinge viel einfacher macht – war aber im Vorfeld auch nervös, ob das Handy keinen negativen Einfluss auf mein Leben nehmen würde.

Jahrelang stand ich schon in der Versuchung, konnte den Kauf aber vor mir selbst nie rechtfertigen. Da ich zuhause arbeitete, kamen meine Frau und ich gut zurecht, indem wir uns ihr iPhone teilten. Stattdessen besitze ich seit zwei Jahren ein Kindle-Tablet – wunderbar zum Lesen, aber auch für nicht viel mehr. Nun hätte ich eigentlich gerne ein fair hergestelltes Handy gekauft, aber verschiedene Faktoren haben das verhindert.

Mein literarisch sicherlich eher anspruchsloser bis grausamer Smartphone-Segen ist aus dem Bedürfnis heraus entstanden, für mich selbst einen vor Gott verantwortungsvollen Umgang mit dem Gerät festzulegen.

Die theologische Inspiration dazu kommt von Psalm 67 (1. Teil), Eph 5,15-20 und einigen Jesusworten der Bergpredigt (2. Teil). Die Gedanken im 3. Teil sind ein wenig von der Wirtschaftsethik des AT in Gesetz und Propheten sowie von Jak 5,1-6 beeinflusst.

Besonders wichtig ist mir bei meinem Smartphone aber, dass es mir nicht noch mehr Zeit wegfrisst, als ich ohnehin schon am Bildschirm verbringe. Dazu habe ich mir einige Richtlinien formuliert. Alles folgt dem Prinzip: Nicht am Bildschirm kleben.

Die vielen Ausnahmen funktionieren in der Praxis sehr gut – wer sich hier anregen lässt und große Probleme hat, das Handy wegzulegen, mag vielleicht eine rigorosere Linie nötig finden.

Meine Smartphone-Regeln:

  1. Zuhause und im Büro wird es weggelegt. Ausnahme: Zum Lesen von Ebooks und Artikeln.
  2. Im Auto ist es tabu. Ausnahme: Navigation
  3. Keine Social Apps. Ausnahme: Facebook (ohne Benachrichtigungen), das ich aber nur alle paar Wochen zum Teilen eines Artikels oder Fotos verwende. Social Media benutze ich sehr bewusst nur auf meinem Laptop.
  4. Keine Chat-Apps, insbesondere Facebok Messenger. Ich bin kein großer Chatter, deshalb komme ich damit zurecht, dass ich sowohl Whatsapp als auch eine andere App zum Chatten mit einem kleinen Kreis installiert habe. Es funktioniert, weil ich die Apps so wenig benutze. Da das Handy meist weggelegt ist, schaue ich ohnehin nicht ständig darauf.
  5. Strikte Kontrolle von Benachrichtigungen. Facebook-Benachrichtigungen sind aus, ebenso wie die anderer Apps, die keinen echten Mehrwert haben. Diese Maßnahme ist vielleicht die wichtigste. Die meisten Benachrichtigungen sind auf stumm geschaltet, sodass mein Handy nicht ständig piepst. Ich lasse im Wesentlichen nur Nachrichten, Emails und die gelegentliche Chat-Nachricht zu.
  6. Arbeit bleibt in der Arbeit. Auch Apps, die ich aus beruflichen Gründen installiert habe, dürfen mir keine Benachrichtigungen anzeigen. Finde ich einen ganz wichtigen Grundsatz in der Work-Life-Balance. Zur Produktivität habe ich ja einen Laptop.
    https://biblio-blog.de/smartphone-segen/

Geld verbrannt

Ein Snowboarder aus München ist in  Alpen in eine ganz blöde Situation geraten. Weil er sich die letzte Abfahrt nicht mehr zutraute, stieg er wieder auf den Sessellift um ins Tal hinunter zu gondeln. Dabei entging seiner Aufmerksamkeit, dass der Lift kurz vor Betriebsschluss stand. Schon nach einigen hundert Metern war die Fahrt zu Ende und der 22 jährige Mann blieb in luftiger Höhe stecken. Das Liftpersonal sah ihn nicht und machte sich auf den Heimweg. So saß er da – ganz alleine und verlassen. Es wurde Nacht und seine Chancen auf Rettung sanken. Nach langen sechs Stunden tauchte endlich ein Pistenfahrzeug auf. Um auf sich aufmerksam zu machen fing der junge Mann an Banknoten zu verbrennen. Der Fahrer sah zum Glück dieses kostspielige Feuerzeichen und konnte die Rettung einleiten. Der Snowboarder wurde unterkühlt ins Krankenhaus gebracht und überlebte dieses Abenteuer. Wäre er nicht bereit gewesen sein Geld zu verbrennen,  wäre er wohl auf seinem Sessel erfroren.
Es ist nicht nur in solchen Extremsituationen von Vorteil, wenn man nicht zu stark am Geld hängt. Geld und Besitz sind vergänglich. Manchmal lohnt es sich, das Vergängliche loszulassen um etwas Grösseres zu gewinnen. Die Bibel spricht davon, dass man sich den Frieden mit Gott mit keinem Geld der Welt kaufen kann. Jesus selbst bringt das auf den Punkt, wenn er sagt: “Was hilft es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber Schaden nimmt an seiner Seele?”

Wenn ich sage „Ich bin ein Christ“ von Carol Wimmer [Lyrik]

Wenn ich sage, „Ich bin ein Christ“
Schreie ich nicht „Ich bin gerettet“
Ich flüstere „Ich ging verloren!
Deswegen wählte ich diesen Weg“

Wenn ich sage, „Ich bin ein Christ“
Spreche ich nicht mit menschlichem Stolz
Ich gestehe, dass ich stolpere –
Gott als meinen Führer brauche

Wenn ich sage, „Ich bin ein Christ“
Versuche ich nicht stark zu sein
Ich bekenne, dass ich schwach bin
und für Kraft bete, um weiter zu machen

Wenn ich sage, „Ich bin ein Christ“
Prahle ich nicht mit Erfolg
Ich gebe zu zu versagen
Und kann die Schulden niemals zahlen

Wenn ich sage, „Ich bin ein Christ“
Denke ich nicht, alles zu wissen
Ich lege meine Verwirrtheit vor
Demütig frage ich danach unterrichtet zu werden

Wenn ich sage, „Ich bin ein Christ“
Kann ich nicht behaupten vollkommen zu sein
Meine Mängel sind weithin sichtbar
Aber Gott meint, dass ich es wert bin

Wenn ich sage, „Ich bin ein Christ“
fühle ich immer noch den Stachel des Schmerzes
Ich habe mein Päckchen Leid
Das ist der Grund weshalb ich Seinen Namen suche

Wenn ich sage, „Ich bin ein Christ“
Möchte ich nicht richten
Ich habe nicht die Befugnis
Ich weiß nur ich bin geliebt

Eine Übersetzung des Gedichts „When I say, I am a Christian“ von Carol Wimmer (1988).
http://www.lgvgh.de/wp/wenn-ich-sage-ich-bin-ein-christ-von-carol-wimmer-lyrik/3251