Christlicher Einsatz gegen die Sklaverei

„Augustinus berichtet in seinem Brief, der erst vor wenigen Jahrzehnten wiederentdeckt wurde, von einer besonders dramatischen Befreiungsaktion. Im Umfeld seiner Gemeinde in Hippo, heute Algerien, trieben um das Jahr 425 Sklavenhändler aus der heutigen Türkei ihr Unwesen. Mit Unterstützung korrupter Staatsbeamter überfielen sie Familien und verschleppten deren Kinder. Außerdem lockten sie junge Männer und Frauen mit falschen Versprechungen auf ihre Schiffe, um sie später als Zwangsarbeiter oder Sexsklaven zu verkaufen.
Eines Tages machte unter den Christen von Hippo die Nachricht die Runde, die Menschenhändler planten einen neuen Sklaventransport. Einige der Unglücklichen befanden sich schon auf dem Schiff, das demnächst in See stecken sollte. Die anderen waren in einem Haus eingesperrt. Weil die lokalen Behörden nicht einschreiten wollten, nahmen die Christen das Recht selbst in die Hand. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion befreiten sie alle Gefangenen. Anschließend nahmen sie die zumeist jugendlichen Verschleppten in ihre Obhut oder brachten sie zurück zu ihren Familien.“
Aus Markus Spiecker, Jesus eine Weltgeschichte.

Wasserwerfer damals und heute

Autor Vera LengsfeldVeröffentlicht am 23. November 2020

Von Gastautor Theo Lehmann

Oktober 1989. Es klingelte. Vor der Tür standen ein paar Jungs, nass und heulend. „Herr Pfarrer, helfen Sie uns …“ Die Jungs konnten es weder fassen noch verkraften, dass die DDR mit Wasserwerfern gegen ihr eigenes Volk vorging. Einige Tage später, am 8. Oktober, fand in Karl-Marx-Stadt mein 124. Jugendgottesdienst statt. Ich predigte zu 3000 Jugendlichen über das Bibelwort Nehemia 9,33: „Wir sind in großer Not.“ Die Predigt erschien kurz danach in idea, die sie allen Bundestagsabgeordneten zustellte.
Anders war ich als Prediger bereits äußerlich. Aus der Tasche meines Jacketts ragte eine Zahnbürste, und ich sagte zur Erklärung: „Das habe ich von Martin Luther King gelernt. Der predigte auch mal mit Zahnbürste als Zeichen, dass er bereit war, für seine Predigt anschließend ins Gefängnis zu gehen.“
Solche Predigten können allerdings nur gehalten werden, wenn der Heilige Geist das Herz festhält, während die Knie zittern. Gegen Ende sagte ich: „Wir sind in großer Not, weil uns die Tränen über das Gesicht laufen, wenn wir vor unseren Fernsehern sitzen und die Flüchtlingszüge sehen und die Auseinandersetzungen auf unseren Straßen und die Wasserwerfer in Aktion. Wir weinen über unser Land, und wir fragen uns: Wo sind wir hingekommen, dass der Dialog verweigert und Wasserwerfer eingesetzt werden?“ Und zum Schluss sagte ich:
„Wir brauchen einen Neuanfang, und die Bibel zeigt uns, wie es dazu kommen kann: Missstände benennen, Schuld bekennen. Nur so kommt es zu einer Veränderung. Veränderung ist ein Zeichen von Leben. Wo keine Veränderung mehr stattfindet, kann nur noch der Tod festgestellt werden. Unser Bekenntnis heißt: Nach Tod und Dunkelheit siegte das Licht. Wer jetzt an den Auferstandenen glaubt, fürchtet sich nicht.“
Noch jetzt kriege ich eine Gänsehaut, wenn ich daran denke, wie nach diesem Refrain-Zitat die Tausenden aufstanden wie ein Mann und sangen:
“Sie hauen auf mich ein, bis ich den Halt verlier, doch wir stehn wieder auf. Ich werde abgeschossen, fliege vor die Tür,doch wir stehn wieder auf. Nach Tod und Dunkelheit siegte das Licht.Wer jetzt an den Auferstandenen glaubt, fürchtet sich nicht”.
Und dann kam der November 2020. Ich saß vor dem Fernseher und sah mir die Nachrichten des MDR an, und plötzlich sah ich einen Wasserwerfer, der gegen Demonstranten eingesetzt wurde. Ich dachte: „Na, die Bilder kenne ich doch, die hab ich doch schon vor 30 Jahren gesehen. Aus diesem Irrtum rief mich die Stimme des Nachrichtensprechers, denn das war live, aktuell, Gegenwart! Die Stimme erklärte, dass man aus Rücksicht auf Frauen und Kinder darauf verzichtet hatte, den Wasserstrahl direkt auf die Bürger zu richten, sondern sie nur wie ein Starkregen durchnässte. Vor Rührung über so viel väterliche Güte kämpfte ich mit den Tränen. Diese zarte Rücksichtnahme auf Frauen und Kinder! Das war ja noch mehr als das bloß hingesagte „Ich liebe euch doch alle“ von Onkel Mielke. Das jetzt war ja spürbare Liebe, die aus dem Himmel herniederregnete! Oder habe ich das alles bloß geträumt?
Paar Tage später saß ich wieder vorm Fernseher, es war Bußtag. Der MDR übertrug einen Gottesdienst aus der Dresdener Frauenkirche, und ich sah, wie der Prediger sich dankbar glücklich pries, in einer Demokratie zu leben. Hab ich das auch nur geträumt? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur: Damals stand nicht nur ich, sondern die ganze Kirche auf der Seite von denen, die mit Wasserwerfern bearbeitet wurden. Damals.
, Radebeul

 Damals?

Oktober 1989. Es klingelte. Vor der Tür standen ein paar Jungs, nass und heulend. „Herr Pfarrer, helfen Sie uns …“ Die Jungs konnten es weder fassen noch verkraften, dass die DDR mit Wasserwerfern gegen ihr eigenes Volk vorging. Einige Tage später, am 8. Oktober, fand in Karl-Marx-Stadt mein 124. Jugendgottesdienst statt. Ich predigte zu 3000 Jugendlichen über das Bibelwort Nehemia 9,33: „Wir sind in großer Not.“ Die Predigt erschien kurz danach in idea, die sie allen Bundestagsabgeordneten zustellte. Vor der Predigt wurde gesungen:
Was wir meinen, sagen wir, sagen‘s frei heraus.
Wenn es nottut, schweigen wir, halten Schläge aus.
Wir wollen Hoffnung sein, wo man versagt.
Wir wollen friedlich sein, wo man nur klagt.
Wir wollen anders sein.
Anders war ich als Prediger bereits äußerlich. Aus der Tasche meines Jacketts ragte eine Zahnbürste, und ich sagte zur Erklärung: „Das habe ich von Martin Luther King gelernt. Der predigte auch mal mit Zahnbürste als Zeichen, dass er bereit war, für seine Predigt anschließend ins Gefängnis zu gehen.“  Solche Predigten können allerdings nur gehalten werden, wenn der Heilige Geist das Herz festhält, während die Knie zittern. Gegen Ende sagte ich: „Wir sind in großer Not, weil uns die Tränen über das Gesicht laufen, wenn wir vor unseren Fernsehern sitzen und die Flüchtlingszüge sehen und die Auseinandersetzungen auf unseren Straßen und die Wasserwerfer in Aktion. Wir weinen über unser Land, und wir fragen uns: Wo sind wir hingekommen, dass der Dialog verweigert und Wasserwerfer eingesetzt werden?“ Und zum Schluss sagte ich: „Wir brauchen einen Neuanfang, und die Bibel zeigt uns, wie es dazu kommen kann: Missstände benennen, Schuld bekennen. Nur so kommt es zu einer Veränderung. Veränderung ist ein Zeichen von Leben. Wo keine Veränderung mehr stattfindet, kann nur noch der Tod festgestellt werden. Unser Bekenntnis heißt:
Nach Tod und Dunkelheit siegte das Licht.
Wer jetzt an den Auferstandenen glaubt, fürchtet sich nicht.“
Noch jetzt kriege ich eine Gänsehaut, wenn ich daran denke, wie nach diesem Refrain-Zitat die Tausenden aufstanden wie ein Mann und sangen:
Sie hauen auf mich ein, bis ich den Halt verlier,
doch wir stehn wieder auf.
Ich werde abgeschossen, fliege vor die Tür,
doch wir stehn wieder auf.
Nach Tod und Dunkelheit siegte das Licht.
Wer jetzt an den Auferstandenen glaubt, fürchtet sich nicht.
Und dann kam der November 2020. Ich saß vor dem Fernseher und sah mir die Nachrichten des MDR an, und plötzlich sah ich einen Wasserwerfer, der gegen Demonstranten eingesetzt wurde. Ich dachte: „Na, die Bilder kenne ich doch, die hab ich doch schon vor 30 Jahren gesehen. Aus diesem Irrtum rief mich die Stimme des Nachrichtensprechers, denn das war live, aktuell, Gegenwart! Die Stimme erklärte, dass man aus Rücksicht auf Frauen und Kinder darauf verzichtet hatte, den Wasserstrahl direkt auf die Bürger zu richten, sondern sie nur wie ein Starkregen durchnässte. Vor Rührung über so viel väterliche Güte kämpfte ich mit den Tränen. Diese zarte Rücksichtnahme auf Frauen und Kinder! Das war ja noch mehr als das bloß hingesagte „Ich liebe euch doch alle“ von Onkel Mielke. Das jetzt war ja spürbare Liebe, die aus dem Himmel herniederregnete! Oder habe ich das alles bloß geträumt?
Paar Tage später saß ich wieder vorm Fernseher, es war Bußtag. Der MDR übertrug einen Gottesdienst aus der Dresdener Frauenkirche, und ich sah, wie der Prediger sich dankbar glücklich pries, in einer Demokratie zu leben. Hab ich das auch nur geträumt? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur: Damals stand nicht nur ich, sondern die ganze Kirche auf der Seite von denen, die mit Wasserwerfern bearbeitet wurden. Damals.
Theo Lehmann, Radebeul
https://vera-lengsfeld.de/2020/11/23/wasserwerfer-damals-und-heute/?fbclid=IwAR3VfBbGVwlktHGoqY2EG1xs2m5TZQDvYvpyI6s4vnXfyNZszRdnWfFsOwo

Trust

Only God is fully trustworthy and only in His character and actual promises. Our imagination is not trustworthy. Everything and everyone betrays us in small and big ways, so we are wounded and handicapped. Much mental illness is an inability to trust. Being trustworthy is a way of being salt and light in the world. Trust is fragile and easily damaged. Trust in God is healing. When we are consistently faithful in what we say and do we add to the social capitol of our culture. Trust is part of the kingdom of God. Pray and work for it.
Vertraue mir
Nur Gott ist vollkommen vertrauenswürdig und nur in Seinem Charakter und seinen tatsächlichen Versprechen. Unsere Fantasie ist nicht vertrauenswürdig. Alles und jeder betrügt uns auf kleine und große Weise, so dass wir verwundet und behindert sind. Viel psychische Erkrankungen sind eine Vertrauensunfähigkeit. Vertrauwürdig zu sein ist eine Möglichkeit, Salz und Licht in der Welt zu sein. Vertrauen ist fragil und leicht beschädigt. Vertrauen auf Gott ist heilend. Wenn wir konsequent treu sind in dem, was wir sagen und tun, fügen wir das soziale Hauptstädte unserer Kultur hinzu. Vertrauen ist Teil des Reiches Gottes. Betet und arbeitet dafür. Ellis H. Potter

Gastfreundschaft

Rosaria Butterfield beschreibt in einer Videobotschaft, wie ihr Leben durch „radikale, gewöhnliche Gastfreundschaft“ verändert wurde. Eine offene Haustür, offene Ohren und offene Herzen haben ihrem Leben eine neue Ausrichtung gegeben. Butterfield lebte damals noch als lesbische Feministin im Bundesstaat New York, wo sie als Professorin für Anglistik und Frauenstudien an der Syracuse Universität lehrte. In einem Forschungsprojekt versuchte sie damals herauszuarbeiten, warum die religiöse Rechte in den USA eine so hasserfüllte Gruppierung war, die, obwohl sie wohl relativ anständige Leute waren, die Bibel so hasserfüllt in ihrem Umgang mit der LGBT-Community benutzten. Auf einen Leserbrief, in dem sie diese und viele weitere Fragen aufwarf, reagierten Ken und Floy Smith mit einer Einladung zu sich nach Hause. Was Butterfield bei ihrem ersten Besuch bei diesem Pastorenehepaar vor allem erstaunte, war, dass sie nicht gleich versuchten, ihr das Evangelium zu verklickern oder sie sofort in ihre Gemeinde einluden. Das war für Butterfield wunderbar, denn es zeigte ihr, dass diese Christen sie nicht als ein Projekt sahen—sondern als ihre Nachbarin.

Bei dieser und vielen weiteren Einladungen in das Heim der Smiths „und der Art und Weise, wie sie Gastfreundschaft praktizierten, [sah sie] ein lebendiges, atmendes Beispiel für die Theologie, die sie lehrten“, wie Butterfield in dem Interview erklärt. Eine offene Tür, offene Ohren und offene Herzen ihr gegenüber — und das trotz ihres so radikal gegensätzlichen Lebensstils und ihrer Weltanschauung — eröffneten für Butterfield einen Prozess des Dialogs und der Tischgemeinschaft, in dem sie immer mehr ihre eigenen Positionen hinterfragte, bis sie zu der Überzeugung kam, dass Jesus Christus wirklich derjenige sei, der er von sich selbst behauptete zu sein.

„Gastfreundschaft—ein lebendiges, atmendes Beispiel für die Theologie, zu der wir halten?!“ Rosaria Butterfield

Das ist eine herausfordernde Aussage. Was hat die Art und Weise, wie wir Gastfreundschaft praktizieren, mit unserer Theologie zu tun? Es ist unsere Überzeugung vom Evangelium, die uns radikale gewöhnliche Gastfreundschaft zeigen lässt, wie sie das Ehepaar Smith Rosaria Butterfield gezeigt hat. Gastfreundschaft und radikale Nächstenliebe sind fest in einem evangeliumszentrierten Denken verankert! Das macht der 2. Johannesbrief für uns deutlich.

Der 2. Johannesbrief (so wie auch der 3. Johannesbrief) beschäftigt sich mit dem Thema Gastfreundschaft. Der Brief lobt eine radikale Nächstenliebe, die sich in der Bereitschaft zur Gastfreundschaft zeigt (vgl. 3Joh 5–8), bzw. fordert dazu auf, dass Gastfreundschaft Wanderpredigern und Lehrern verwehrt werden solle, die sich von der orthodoxen christlichen Lehre abgewandt haben (2Joh. 7–11). In der Einleitung zum Brief macht Johannes sehr deutlich: Die Liebe, zu der er seine Leser auffordert (und die sich in Gastfreundschaft zeigt), ist eine Liebe, die fest in Wahrheit verankert ist. Johannes erklärt:

„Ich … und alle, die die Wahrheit erkannt haben …  liebe(n) in (der) Wahrheit.“ 2.Johannes 1

Aber was ist ganz konkret die Wahrheit, in der die Gläubigen jetzt Liebe üben sollen? Johannes macht deutlich: Die Gnade, Barmherzigkeit und der Friede, die wir von Gott, dem Vater, und Gott, dem Sohn, in unserer Errettung empfangen haben, sind die Basis und die Realität, die unsere Liebe anfeuern und bestimmen—auch und insbesondere in Form von Gastfreundschaft. Denn Johannes schreibt in V. 2 und 3 weiter:

„…[wir lieben] um der Wahrheit willen, die in uns bleibt und mit uns sein wird in Ewigkeit.Mit uns wird sein Gnade, Barmherzigkeit, Friede von Gott, dem Vater, und von Jesus Christus, dem Sohn des Vaters, in Wahrheit und Liebe.“ 2.Johannes 2-3

Genauso, wie die Wahrheit des Evangeliums in uns lebt und zu unserem Lebensprinzip wird, erklärt Johannes jetzt weiter, dass auch Gnade, Barmherzigkeit und Friede von Gott „mit uns sein werden“— also in uns bleiben — und sich in Liebe erweisen.

Da stellt sich die Frage: Was haben Gnade, Barmherzigkeit und Friede von Gott mit meiner Liebe für meinen Nächsten zu tun?

Gnade ist die Motivation, die unsere Liebe anfeuert. 

Überlegen wir einmal: In seiner Gnade hat Gott uns geliebt, obwohl wir diese nicht verdient haben und ihrer unwürdig sind. Deshalb lehrt uns die Gnade Gottes, dass auch wir unabhängig davon lieben, ob unser Nächster sich unsere Liebe „verdient“ hat. Insbesondere unsere Liebe für Geschwister im Herrn wird radikal von dieser Gnade motiviert, die wir vom Vater durch den Sohn empfangen haben. Denn wenn ich anfange über die Gnade zu staunen, die der Herr mir unverdient in seiner Liebe bewiesen hat, wie kann ich dann denjenigen nicht lieben, dem der Herr ebenfalls diese Gnade erwiesen hat? Sehen wir unsere „IN-Christus“-Geschwister mit den Augen Gottes? Sehen wir in ihnen diejenigen, die aus Gnade mit demselben kostbaren Blut Jesu Christi erkauft worden sind wie wir selbst? Oder sehen und behandeln wir unsere Mitchristen kein Stück anders als die Menschen in der Welt einander sehen und behandeln?

In dem Video-Interview schildert Rosaria Butterfield das Folgende:

„In unserer LGBT-Gemeinschaft gab es jeden Abend der Woche offene Türen und ein Willkommen bei jemandem Zuhause, und es gab nie eine Frage, wohin ich gehen werde, wenn ich Hilfe brauche, denn die Gemeinschaft selbst ist organisch, flüssig und so haben wir Krisen bewältigt.“ Rosaria Butterfield

Liebe an sich ist noch keine Kunst. Gastfreundschaft und Liebe für Gleichgesinnte und die, die einem wohlgesonnen sind, wäre zu erwarten (vgl. die Worte Jesu in der Bergpredigt:Matthäus 5, 43-48.

Ist es lediglich ein Gemeinschaftsgefühl, das uns zur Liebe für unsere geistlichen Geschwister motiviert, oder tatsächlich die Gnade, die wir gemeinsam in Jesus Christus empfangen haben? Wie Jesus am Ende seines Besuches im Haus Simons erzählt, der ihm nicht einmal die Füße gewaschen hat im Gegensatz zu der sündigen Frau, die Jesus sogar mit ihren Tränen die Füße wusch: „Wem viel vergeben wurde, der liebt viel!“ (vgl.Lukas 7,47 ) Wer viel Gnade empfangen hat, liebt viel!

Barmherzigkeit ist der Motor, der unsere Liebe anfeuert.

Wenn Gnade die Motivation ist, die unsere Liebe anfeuert, dann ist Barmherzigkeit der Motor, der unsere Liebe anfeuert. Wir waren absolut Bedürftige und Hilflose, als Jesus sich für uns aufopfernd hingab. Als Empfänger solch einer unendlichen Barmherzigkeit lieben und geben auch wir uns nun unseren Mitmenschen—und insbesondere Geschwistern im Herrn—hin und nehmen uns ihrer Bedürfnisse und ihrer Hilflosigkeit an. Bedenken wir doch einmal die Liebe und Barmherzigkeit Jesu Christi: Hat er zu irgendeinem Zeitpunkt in seinem Leben gesagt: „Jetzt reicht es mir!“? Hat er je zu irgendjemandem von uns gesagt: „Vergiss es! Ich will nicht mehr! Ich steig aus!“? Hat Jesus je einen von uns aufgegeben? Nein! Die Klagelieder beschreiben die Barmherzigkeit Gottes wie folgt:

„Ja, die Gnadenerweise des HERRN sind nicht zu Ende, ja, sein Erbarmen hört nicht auf, es ist jeden Morgen neu. Groß ist deine Treue.“ Klagelieder 3,22-24

Wie leicht lassen wir die Verfehlungen anderer oder ihre Bockigkeit, vielleicht sogar die Enttäuschungen unserer eigenen Erwartungen, uns daran hindern, anderen aufopfernd zu dienen und sie radikal zu lieben? Hier zeigt sich die Realität der Worte Jesu, die er in der Bergpredigt über Nächstenliebe gelehrt hat:

„Wenn ihr nur die liebt, die euch Liebe erweisen, was für einen Lohn habt ihr dafür zu erwarten? Tun das nicht sogar Leute wie die Zolleinnehmer?  Und wenn ihr nur zu euren Brüdern freundlich seid, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht sogar die Heiden, die Gott nicht kennen? Ihr aber sollt vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.“ Matthäus 5,46-48 NGÜ

Und so ist es allein die Barmherzigkeit, die der Vater uns im Sohn gezeigt hat, die uns wie ein Motor befähigt, radikal zu lieben — mit einer Liebe, die die gewöhnliche Bereitschaft zu lieben weit überschreitet.

Frieden ist die Vision, die unsere radikale Liebe anfeuert.

Drittens erwähnt Johannes dann auch noch den Frieden vom Vater und Sohn, der bei uns sein wird. Dieser Friede ist die Vision, die unsere radikale Liebe anfeuert. Jesus hat in seiner Liebe für die verlorene Welt das große Ziel verfolgt, Frieden zwischen Gott und der Welt und zwischen den Menschen in der Welt zu schaffen. Mit dieser Vision Jesu vor Augen fangen auch wir jetzt an, in unserer Liebe für die Mitmenschen und insbesondere die Gemeinde Jesu Christi dieses radikale Ziel der Harmonie mit Gott, anderen und uns selbst zu verfolgen.

Jesus Christus hat dich und mich aus unserer Verlorenheit, Zerstrittenheit, Isolation und dem Getrenntsein errettet, um uns zu seiner Ehre zu einem Teil seines großen Friedensprojekts zu machen. Durch Jesus Christus hat Gott das Unmögliche möglich gemacht — er hat Frieden geschaffen und schafft weiter Frieden! Und wir sehen uns nun in unserer radikalen Bereitschaft aufopfernd zu lieben als Teil dieser Mission!

Wenn Johannes also sagt:

„Mit uns wird sein Gnade, Barmherzigkeit, Friede von Gott, dem Vater, und von Jesus Christus, dem Sohn des Vaters, in Wahrheit und Liebe“, 2.Johannes 3

dann führt er uns vor Augen, dass die Wahrheit des Evangeliums zum Fundament einer radikalen Liebe wird. Denn die Gnade ist die Motivation, die Barmherzigkeit der Motor und der Frieden die Vision, die unsere Liebe anfeuern.

Schlussfolgerung für Gastfreundschaft

Und wie und wo zeigt sich diese Realität dessen, was wir in dem Sohn vom Vater empfangen haben, besser als in Gastfreundschaft — wo wir unser Zuhause, unser Leben, unsere Zeit, unsere Ressourcen miteinander teilen? Und das nicht nur unseren Geschwistern im Herrn gegenüber, sondern die Wahrheit des Evangeliums wirkt sich auch radikal auf unsere Bereitschaft zur Gastfreundschaft Menschen gegenüber aus, die anders denken, anders leben, anders glauben, anders lieben als wir — einfach anders sind als wir! Dabei begrenzt sich die Liebe, zu der Johannes uns auffordert, natürlich nicht nur auf Gastfreundschaft. Er fordert uns auf zu einem Leben in der Liebe, in der wir radikal Christen und Nichtchristen zugleich in aufopfernder, geduldiger und demütiger Liebe begegnen!

Butterfield schließt ihr Interview mit der Aussage: „Für mich ist Gastfreundschaft der Nullpunkt (engl. „ground zero“) des christlichen Glaubens.“ Das steht im Einklang mit den Worten Jesu, wenn er sagt:

„Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“ Johannes 13,35

(Dieser Artikel ist ursprünglich im Oktober 2018 bei Evangelium21 erschienen)
https://www.wortzentriert.at/lehre/evangelium/evangeliumszentrierte-gastfreundschaft/ Von Kai Soltau

Die Himmelfahrt Jesu Christi Ihre Bedeutung und ihr Platz in der Heilsgeschichte

Leitverse: 1. Timotheus 3,16; 2. Könige 2,9-14 Inhalt

Als der Prophet Elia in den Himmel auffuhr, wünschte sich sein Nachfolger Elisa das Doppelte der Kraft des Elia. Die Voraussetzung, dieses zu bekommen, ist bemerkenswert: Nur wenn Elisa sähe, wie Elia in den Himmel auffuhr, dann würde er dieses Teil bekommen. Deshalb war Elisa sehr konzentriert, diesen Moment der Auffahrt nicht zu verpassen. Er verpasste sie nicht und wurde Zeuge einer beeindruckenden Szene (2Kön 2,9-14).

Auch heute könnte es genauso wichtig sein, die Auffahrt des Herrn nicht zu verpassen. Natürlich, sie ist längst geschehen und nicht mehr zu verpassen. Aber die Bedeutung der Himmelfahrt Jesu wird selten herausgestellt. Sie hat ihren wichtigen Platz in der Heilsgeschichte so wie die Kreuzigung und Auferstehung.

Aufgenommen in Herrlichkeit

Zu dem Geheimnis der Gottseligkeit, die Basis des Glaubens, welches uns in der Person Christi geöffnet wird, gehört, dass ER aufgenommen wurde in Herrlichkeit:

  • 1Tim 3,16: Und anerkannt groß ist das Geheimnis der Gottseligkeit: Er, der offenbart worden ist im Fleisch, ist gerechtfertigt im Geist, gesehen von den Engeln, gepredigt unter den Nationen, geglaubt in der Welt, aufgenommen in Herrlichkeit.

Nicht nur, dass die Herrlichkeit der Ort war, zu dem Er auffuhr. Der ganze Einzug in den Himmel war eingehüllt in Herrlichkeit. Die Wolke der Herrlichkeit Gottes nahm Ihn auf und war das Geleit für seinen Einzug in den Himmel. Er wurde aufgenommen in der Wolke:„Und als er dies gesagt hatte, wurde er emporgehoben, indem sie es sahen, und eine Wolke nahm ihn auf von ihren Augen weg“ (Apg 1,9).

Ich glaube, dass diese Auffahrt des Herrn nicht weniger beeindruckend war als die des Elia. Es ist der Sohn des Vaters, der seine Mission mit dem Einsatz seines Lebens erfüllt hat, der jetzt in den Himmel eintritt, hinaufsteigt zur Krönung, um von Gott dem Vater begrüßt zu werden. Es beginnt mit seiner Auffahrt, seiner Inthronisierung. Jesus, der verachtete Nazarener, wird unmittelbar darauf zum Herrn und Christus gemacht. Er nimmt jetzt Platz auf dem Thron des Vaters. Ein Mensch, der der Sohn Gottes ist, betritt als erster Mensch den Himmel, den Thronsaal Gottes und wird mit allen Ehren, Begeisterung und Bewunderung, die Gott der Vater seinem Sohn geben kann, empfangen und begrüßt. Der Himmel ist Zeuge dieser einmaligen Szene, die Rückkehr Jesu in das himmlische Reich, von dem Er ausgegangen war (Joh 3,13; 6,62). Der Sohn kommt wieder nach Hause und Er sagt: Ich habe dich verherrlicht auf der Erde; das Werk habe ich vollbracht, das du mir gegeben hast, dass ich es tun sollte. Und nun verherrliche du, Vater, mich bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war“ (Joh 17,4.5).

Schon zuvor hören wir Ihn sagen: „Als er nun hinausgegangen war, spricht Jesus: Jetzt ist der Sohn des Menschen verherrlicht, und Gott ist verherrlicht in ihm. Wenn Gott verherrlicht ist in ihm, so wird auch Gott ihn verherrlichen in sich selbst, und sogleich wird er ihn verherrlichen“ (Joh 13,31.32).

Die Himmelfahrt, die zehn Tage vor dem Pfingstfest und vierzig Tage nach seiner Auferstehung stattfand, ist eng verbunden mit seiner Verherrlichung. Wir dürfen uns die Freude des Himmels vor Augen malen, wie unser Herr, als unser Vorläufer, im Himmel empfangen wird.

Sieg und Triumph

Die Himmelfahrt ist der Beweis seines Triumphes. Die Schlacht ist geschlagen, der Kampf gewonnen. Und der Himmel will Ihn zurück:

  • Mk 16,19: Der Herr nun wurde, nachdem er mit ihnen geredet hatte, in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes.
  • 1Pet 3,22: Jesus, in den Himmel gegangen, ist zur Rechten Gottes, indem Engel und Gewalten und Mächte ihm unterworfen sind.
  • Eph 4,10: Der hinabgestiegen ist, ist derselbe, der auch hinaufgestiegen ist über alle Himmel, damit er alles erfüllte.

Wenn seine Auferstehung schon der Beweis einer vollbrachten Erlösung war, dann ist mit dem Einnehmen des höchsten Ehrenplatzes im Universum endgültig besiegelt, dass der Christus Gottes alle Forderungen Gottes erfüllt, ja übertroffen hat. Freiwillig stieg Er hinab, lebte wie wir – ausgenommen die Sünde –, starb den Tod für Sünder, stieg hinab in die unteren Örter der Erde.

Das Wort spricht wiederholt von seinem Abstieg und Aufstieg. Es ist diese unendliche Distanz, diese grenzenlose Erniedrigung, die nötig war, um Gottes Rat zu erfüllen. Und seine Erhöhung daraufhin ist genauso grenzenlos, so hoch und erhaben wie nie ein Mensch hätte kommen können. Und es ist atemberaubend, dass, weil Er sich so erniedrigte, Er den Himmel für uns öffnet. Er hat nicht nur den Weg frei gemacht, wir sind in Ihm schon jetzt dorthin mitversetzt.

Die Ehre seines Platzes auf dem Thron kann man nur dann ermessen, wenn man seine tiefe Erniedrigung empfindet.

„Damit Er alles erfüllte!“ Es ist so, als ob in jedem Winkel des Himmels sein Name zu lesen ist, alles ist von Ihm geprägt und erfüllt!

  • Apg 2,36: Das ganze Haus Israel wisse nun zuverlässig, dass Gott ihn sowohl zum Herrn als auch zum Christus gemacht hat, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt.

Auch dieses Wort macht die heilsgeschichtliche Dimension seiner Auffahrt und Verherrlichung deutlich. Die Reichweite seiner Verherrlichung hat Konsequenzen für die ganze Welt. Das Haus Israel verliert sein Monopol auf Gottes Heil, die ganze Welt kann Christus den Herrn, den Gesalbten Gottes, kennenlernen.

Erlösung ist vollbracht!

Natürlich ist die Erlösung schon in der Auferstehung von Gott besiegelt. Im Hebräerbrief aber wird vor dem Hintergrund der nie endenden Opfer und Dienste des Alten Bundes die Einmaligkeit und ewige Gültigkeit der Hingabe und des Wertes seines Blutes direkt in Verbindung gebracht mit seinem Eingang in das himmlische Heiligtum.

  • Heb 9,12: Er ist auch nicht mit {o. durch} Blut von Böcken und Kälbern, sondern mit {o. durch} seinem eigenen Blut ein für alle Mal in das Heiligtum eingegangen, als er eine ewige Erlösung erfunden hatte.

Auf Golgatha gab Er sein Blut, d.h. sein Leben, und ging geistlicherweise in das Allerheiligste mit seinem Blut. In diesem Schriftwort geht es aber darum, dass Er ein einziges Mal hineinging und nicht wieder neu hineingehen musste wie der irdische Hohepriester und dass Er sich zur Rechten Gottes gesetzt hat. Der „Dienst“ der Erlösung ist vollbracht, Christus sitzt auf dem Thron.

Er ist der Urheber, der Schöpfer ewigen Heils. Wer kann diesen atemberaubenden Anspruch stellen, wer kann sagen, dass er solches vollbracht hat?

  • Heb 5,9.10: Vollendet worden, ist er allen, die ihm gehorchen, der Urheber ewigen Heils geworden, von Gott begrüßt {o. angeredet} als Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks.

Doch nur der, den Gott begrüßt und in seinem Heiligtum willkommen heißt, Platz zu nehmen auf seinem Thron, den höchsten Platz, den es gibt. Welch eine Begrüßung! Der Sohn kommt nach 33 Jahren zurück! Und Er bekommt den Ehrentitel „Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks“!

Die Anrede des Vaters beinhaltet dieses Wort: „Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde lege zum Schemel deiner Füße!“ (Ps 110,1).

Vertretung im Himmel – Rettung auf der Erde!

Er ist durch die Himmel gegangen. Das ist seine Himmelfahrt, die Voraussetzung ist für sein Hohepriesteramt. Er fuhr auf in einem Triumphzug, gesehen von allen Engeln.

  • Heb 4,14-16: Da wir nun einen großen Hohenpriester haben, der durch die Himmel gegangen ist, Jesus, den Sohn Gottes, so lasst uns das Bekenntnis festhalten; denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht Mitleid zu haben vermag mit unseren Schwachheiten, sondern der in allem versucht worden ist in gleicher Weise wie wir, ausgenommen die Sünde. Lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu rechtzeitiger Hilfe.

Er schaut nicht nur zu, wie wir es oft tun, nein, Er verwendet sich für uns bei Gott, dass wir auf dem schmalen Weg zur Herrlichkeit nicht aufgeben: „Daher vermag er auch völlig die zu erretten, die durch ihn Gott nahen, indem er immerdar lebt, um sich für sie zu verwenden {o. sie zu vertreten, für sie zu bitten}“ (Heb 7,25).

Gottes Geist: Lebendiges Wasser, Beistand und Kraft aus der Höhe

Die Bedingung, dass Gottes Geist zu Pfingsten auf die Erde gesandt würde, war ein in den Himmel aufgefahrener und verherrlichter Christus!

  • Joh 7,38.39: Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Dies aber sagte er von dem Geist, den die an ihn Glaubenden empfangen sollten; denn noch war der Geist nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht worden war.

Der Geist Gottes sollte von einem verherrlichten Christus zeugen, uns diese Herrlichkeit lebendig sein lassen auf unserem Weg zum Ziel, der rein äußerlich nichts von dieser Herrlichkeit Christi, die Er mit uns teilen wird und die jetzt schon unser Besitz ist, erkennen oder erahnen lässt. In diesem Sinne können wir auch von Kraft aus der Höhe sprechen, der Inbegriff und die Auswirkung der Herrlichkeit in der Höhe.

Es ist in der Tat unser Geheimnis, dass unser Herr jetzt der Herr der Herrlichkeit ist und dass wir auf dem Weg in gerade diese Herrlichkeit sind. Er will uns seine Herrlichkeit zeigen, die der Vater Ihm gab aufgrund seines vollbrachten Werkes.

Zu Pfingsten kam dieser Geist und wurde die Kraft aus der Höhe für die Jünger. Aber dieser Tag wurde eben auch durch den Geist die Geburtsstunde der Gemeinde Gottes: „Nachdem er nun durch die Rechte {o. zur Rechten} Gottes erhöht worden ist und die Verheißung des Heiligen Geistes vom Vater empfangen hat, hat er dies ausgegossen, was ihr seht und hört. Denn nicht David ist in die Himmel aufgefahren; er sagt aber selbst: ,Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege als Schemel deiner Füße‘ {Ps 110,1}“ (Apg 2,33-35).

An diesem Tag wurden alle Jünger mit einem Geist getränkt und zu einem Leib getauft. Haupt und Leib sind Bild und Realität der innigen und untrennbaren Verbindung Christi und der Gemeinde. Und es sollte ein verherrlichter Christus das Haupt sein, der, der alles in allem erfüllt. Nicht ein auferstandener Christus vor seiner Himmelfahrt, als Er noch auf der Erde war, sondern der, dem die Zukunft gehört, der, welcher diese Herrlichkeit für immer mit der Gemeinde teilen will. Er wird nirgends mehr sein, ohne dass die Gemeinde dabei ist, weil Haupt und Leib untrennbar sind.

Dass der Herr Jesus die Jünger verlassen würde, musste sie traurig machen. Doch der Meister macht ihnen klar, und auch uns durch das ganze NT, wie wichtig und absolut nötig es ist, dass Er zurückging. In diese Leere würde der Geist Gottes treten und sie erfüllen und in ihnen wohnen. Er würde wiederkommen, in diesem Geist, der auch „Geist Christi“ genannt wird.

  • Joh 16,5-7: Jetzt aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat, und niemand von euch fragt mich: Wohin gehst du? Doch weil ich dies zu euch geredet habe, hat Traurigkeit euer Herz erfüllt. Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch nützlich, dass ich weggehe, denn wenn ich nicht weggehe, wird der Sachwalter {o. Fürsprecher, Tröster, Beistand} nicht zu euch kommen; wenn ich aber hingehe, werde ich ihn zu euch senden.

ER bereitet unsere Ankunft vor!

Die Himmelfahrt hat auch direkt mit unserer Hoffnung zu tun. Er muss hingehen, um uns dort, wo Er mit dem Vater immer war, eine Wohnung einzurichten. Er kümmert sich persönlich darum, dass wir an diesen Ort kommen können.

  • Joh 14,2.3: In dem Haus meines Vaters sind viele Wohnungen; wenn es nicht so wäre, hätte ich es euch gesagt; denn ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit, wo ich bin, auch ihr seiet.
  • Joh 14,28: Ihr habt gehört, dass ich euch gesagt habe: Ich gehe hin, und ich komme zu euch. Wenn ihr mich liebtet, würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe, denn der Vater ist größer als ich.

Der Heiland lässt hier in sein Herz schauen. Er wollte nach Hause! Er war in der Welt nicht zu Hause. Er war ein Fremdling, ein Diener konzentriert auf seinen Auftrag. Aber Er wollte, dass sein Zuhause auch unser Zuhause wird.

So werden wir nicht auf der Erde zu Hause sein, sondern bei Ihm. Wir werden als ehemals Irdische wohl nichts vermissen, auch wenn uns solche Gedanken dann und wann beschleichen wollen.

Jesus ist als unser Vorläufer vorausgeeilt, und Er ist jetzt im Heiligtum, welches denselben Ort beschreibt wie das Haus des Vaters, unter einem anderen Aspekt natürlich.

  • Heb 6,19.20: Wir haben die vor uns liegende Hoffnung als einen sicheren und festen Anker der Seele, der auch in das Innere des Vorhangs hineingeht, wohin Jesus als Vorläufer für uns eingegangen ist, der Hoherpriester geworden in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.

Ein Vorläufer hat Nachfolger und die sind wir. Er ist der Anfänger und Vollender des Glaubens. Wir werden Ihm auf demselben Weg folgen, den Er durch die Himmel gegangen ist. Auch um unsere „Abholung“ wird Er sich persönlich kümmern.

ER hinterlässt einen Auftrag!

  • Mk 16,15: Und er sprach zu ihnen: Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung.

Es wäre eine Unterlassung, diese Worte des Meisters in den Augenblicken seines Abschiedes von Jüngern nicht zu zitieren. Der Auftrag ist eindeutig. Es ist das Evangelium von der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Christi (2Kor 4,6). Es ist aber auch die Botschaft von ewigem Heil, für die Christus starb und auferstand und auffuhr zum Himmel. Und der Platz auf Gottes Thron gibt uns die Vollmacht, zu gehen. Es ist eben nicht die Botschaft eines Versagers, der am Kreuz endete. Es ist die Botschaft des Siegers, der wiederkommt, der lebt!

ER kommt wieder!

  • Apg 1,11: Männer von Galiläa, was steht ihr und seht hinauf zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden ist, wird ebenso kommen, wie ihr ihn habt auffahren sehen in den Himmel.

Auf dem Ölberg wird Er stehen: „Und seine Füße werden an jenem Tag auf dem Ölberg stehen, der vor Jerusalem gegen Osten liegt; und der Ölberg wird sich in der Mitte spalten nach Osten und nach Westen hin, zu einem sehr großen Tale, und die Hälfte des Berges wird nach Norden und seine andere Hälfte nach Süden weichen“ (Sach 14,4).

Er sitzt jetzt auf dem Thron des Vaters. Dann, wenn Er kommt, wird Er herrschen auf seinem Thron, zu dessen Füßen alle seine Feinde liegen werden (Off 3,21).

Die Herrlichkeit, die Er jetzt schon hat, wird hervorbrechen wie die Sonne!

So gewiss es den Tag seiner Auffahrt gab, so gewiss wird es den seiner Wiederkunft geben!

Alles dies werden wir aus unmittelbarer Nähe miterleben. Halleluja!

Hans-Jörg Ronsdorf

© H.-J. Ronsdorf, online seit: 30.04.2007, aktualisiert: 10.05.2020
https://www.soundwords.de/die-himmelfahrt-jesu-christi-a3014.html

Auszüge aus dem Podcast-Interview «John Lennox Wo ist Gott in dieser Welt – und was ist mit COVID-19?

Erschienen am 02.04.2020: https://www.youtube.co/watch?v=nLMJKoHowzI
Interviewer: Collin Hansen
Gast: John Lennox übersetzt von Christoph und Stefanie
Collin Hansen:
Wo ist er und was tut er? John Lennox stellt diese und andere gute Fragen in seinem neuen Buch «Wo ist Gott in dieser Welt – und was ist mit Covid-19?». John Lennox ist Professor Emeritus (im Ruhestand) für Mathematik an der Oxford Universität, und ist für die Schnittmenge von Wissenschaft, Philosophie und Religion ein international anerkannter Redner. In seinem Buch zeigt er auf, wie sehr das Coronavirus unsere Verletzlichkeit offenlegt. In einer Zeit, in der wir so viel Kraft dafür aufwenden, uns unsere eigene Unsterblichkeit vorzumachen, obwohl unsere Beziehung zu dem Schöpfer zugleich gestört ist.
Collin Hansen: Warum denken Sie, haben wir nicht erwartet, dass so etwas kommen könnte? Wenn wir weiter In der Menschheitsgeschichte zurückblicken, sind doch Pandemien ein normaler, wenn auch einen furchtbarer Aspekt des Lebens.
John Lennox: Das ist absolut richtig. Ich nehme an, dass da immer die Gefahr ist, dass wir diese Ereignisse vergessen und dass wir, gerade im Westen, uns wegen unserer fortschrittlichen Gesundheitssysteme und unseres Wohlstandes in falscher Sicherheit wiegen … Und nachdem eine Pandemie vorbeigezogen ist, stoßen wir einen Seufzer der Erleichterung aus, und denken, dass die Medizin niemals wieder so etwas zulassen wird. Das ist warum – wenn es uns trifft – es uns so hart trifft.
Wir sprechen oft über das Problem des Leids, aber Sie weisen in diesem Buch darauf hin, dass es einen Unterschied zwischen dem natürlichen Leid und dem moralischen Leid gibt. Können Sie beschreiben, worin der Unterschied liegt und inwiefern er in dieser speziellen Situation mit dem Coronavirus relevant ist?
Das sind die wirklich schwierigen Fragen des Lebens und ich gebe zu, dass die ganze Leidensfrage und die Frage über das Leid zu den schwierigsten Problemen gehören, mit denen jeder Einzelne von uns konfrontiert ist und zu kämpfen hat.
Da finde ich es hilfreich einen Unterschied zu machen. Eigentlich macht die Bibel diesen Unterschied. Denken Sie an Hiob, das historische Bibelbuch über Leid. Achten Sie darauf, was Hiobs Familie plagte und was der Auslöser für die ganze Diskussion über das Problem des Leids war! Sie werden zwei verschiedene Ursprünge des Leids finden, zwei Angriffe unterschiedlicher Art und Weise: Einerseits räuberische Terroristen, welche moralisch böse waren. Sie waren Menschen, welche anderen Schaden zufügten und töteten. Andererseits aber auch Feuer und Wind, durch welche sie ihre Häuser verloren. Und das ist, was wir als natürliches Leid bezeichnen. Krebs, Tsunamis und natürlich das Coronavirus, sind Dinge, bei denen wir keinen direkten Einfluss menschlichen Handelns wahrnehmen. Das ist sehr komplex, da moralisch böses Handeln oft natürliches Leid hervorbringen kann. Wenn Menschen gierig die Bäume der Erde zerstören und damit Wüsten kreieren, dann entsteht eine Wildnis, in der nichts mehr wächst – natürliches Leid –, aber als Resultat von moralische Gier.
Es ist ein komplexes Problem, aber es gibt zwei Quellen. Der Herr Jesus selbst, und das ist so wichtig für mich, hat in einer berühmten Stelle im Lukasevangelium (Kapitel 13) zu beiden Quellen Stellung genommen. Ein paar Leute machten ihn auf das Ereignis aufmerksam, dass Pilatus (römischer Statthalter zur Zeit Jesu, Anm.d.Red.) eine Gruppe von Menschen getötet und ihr Blut mit dem der Opfer (rituelle Tieropfer, Anm.d.Red.) vermischt hatte. Das war offensichtlich eine moralisch böse Handlung. Aber dann erinnerte Jesus sie an einen Turm, den Turm Siloam in Jerusalem, der einstürzte und 18 Menschen unter sich begrub. Das würden wir als natürliches Leid bezeichnen, da, soweit wir wissen, kein Mensch den Einsturz verursacht hatte.
Wie unterscheiden sich die Antworten bzw. Erklärungen für diese beiden Arten des Leids?
Es ist viel schwieriger mit dieser zweiten, der natürlichen (oder physischen), Art des Leids umzugehen. Das ist ein sehr komplexes Thema, welches ich detailliert in «Gott im Fadenkreuz», einem meiner anderen Bücher, behandle. Da, wo wir menschliche Moral, ihren Verfall und die menschliche Natur sehen, können wir sie zu einem gewissen Maß verstehen. Gott hat uns so geschaffen, dass wir fähig sind beides zu tun, Gutes und Böses, «Ja» zu ihm zu sagen oder «Nein». Diese Freiheit ermöglicht uns wundervolle Dinge zu tun. Sie füllt die Erde mit Liebe. Aber leider gibt es diese Freiheit nicht ohne die Möglichkeit, das Gegenteil zu wirken. Die Frage die viele, viele Menschen beschäftigt ist: «Okay, ich, kann das nachvollziehen. Aber was ich nicht verstehe, ist, warum die Welt physisch gesehen so kaputt ist. Warum müssen wir Erdbeben haben? Hätte Gott die Welt nicht ohne Erdbeben, Krebs oder Tsunamis schaffen können?»
Ich glaube, das ist hier die schwierigere Frage.
Es scheint mir ein einzigartiger Moment zu sein, in der ein und dieselbe Sache an so vielen verschiedenen Orten gleichzeitig Leid verursacht. Ich bin nicht sicher, ob mir irgendeine ähnliche Situation einfällt. Wir haben momentan unterschiedlichste Kulturen, mit ihren verschiedenen Weltanschauungen, so divers wie z.B. China, Indien und Großbritannien. Und alle stehen dem gleichen Problem gegenüber. Können Sie uns ein wenig erläutern, wie die entgegensetzten Weltanschauungen unterschiedlich auf ein und dieselbe Erfahrung zur gleichen Zeit reagieren?
Tatsächlich stoßen wir in jedem dieser Länder auf eine Mischung von Weltanschauungen.
Guter Einwand.
Ich stieß vor einiger Zeit auf dieses Thema, als ich unmittelbar nach dem Erdbeben nach Neuseeland kam. Es war beeindruckend so eine Vielzahl von Weltanschauungen dort vorzufinden. Manche Menschen sagten: «Tja, das ist offensichtlich Gottes Gericht, das wir alle verdient haben.» Dabei konnten sie nicht erklären, wieso. Andere reagierten darauf, indem sie «Schau wir nehmen Zuflucht bei Gott» sagten und Psalm 46 (Die Bibel, Anm.d.Red.) zitierten, wo es heißt: «Gott ist unsere Zuflucht und Stärke, Ein Helfer, bewährt in Nöten. Darum fürchten wir uns nicht, wenn auch die Erde umgekehrt wird und die Berge mitten ins Meer sinken. » Wiederum andere hatten den Ansatz von östlichen Weltanschauungen und Philosophien, die annehmen, dass Menschen, die in diesen Ereignissen leiden, einfach die Resultate ihres Karmas zu spüren bekommen und man ihnen deshalb nicht wirklich helfen soll, da sie ja sonst in einem anderen Leben sogar noch mehr leiden müssten. Das scheint mir persönlich ein sehr grausamer Lehrgrundsatz zu sein. Und so sehen wir die gemischten Reaktionen. Und wir haben auch noch die atheistische Reaktion, welche besagt «Schau, das ist nur das, was wir erwarten.» Ich höre die Stimme Richard Dawkins klingen, der sagt, das Universum ist nur das, was zu erwarten ist. Es gibt im Grunde nicht Gutes, noch Böses, und damit auch keine Gerechtigkeit. Und dann sagt er, «Das ist nicht fair – aber es ist genau das, was zu erwarten ist. DNA existiert einfach und wir tanzen zu ihrer Musik. » Das ist natürlich ein fatalistischer Determinismus mit der zerstörenden Auswirkung, jeden Sinn von Moral abzuschaffen. Deshalb, wenn wir diese Reaktionen untersuchen, finde ich, dass – obwohl ein Christ vor einer großen Problematik steht, weil er an einen uns liebenden Gott glaubt – der Atheismus zwar das Problem zu beseitigen scheint, indem er sagt, da ist kein Gott. Was er aber nicht beseitigt, ist das Leiden. Und ich würde sogar behaupten, dass er das Leiden sogar schlimmer macht, weil er, durch die Leugnung eines Lebens nach dem Tod und der Hoffnung einer Auferstehung, damit jede Hoffnung nimmt. Es ist wirklich eine hoffnungslose Weltanschauung, ein hoffnungsloser Glaube.
Sie haben total Recht: Die Reaktionen der verschiedenen Weltanschauungen sind alle ernsthaft problematisch. Deshalb komme ich zurück auf den christlichen Glauben, weil mein Leben lang einer meiner Gründe Christ zu sein, der war, dass der christliche Glaube dieses große Problem so ernst nimmt. Er banalisiert das Problem nicht, er gibt uns keine vereinfachte Antwort. Um genau zu sein, gibt er uns in dem Sinne keine eigentliche Antwort, aber er weist uns auf eine Person hin, welche die Antwort ist. Und – erlauben Sie mir hier auf den Punkt zu kommen – das Herz des christlichen Glaubens ist das Kreuz und die zentrale Aussage ist, dass der, welcher am Kreuz starb, der menschgewordene Gott ist. Und wenn das Gott am Kreuz ist, dann bedeutet das, dass Gott sich nicht fern gehalten hat von dem menschlichen Leid, sondern, dass er selbst Teil davon geworden ist. Nun, das ist die erste Stufe. Die zweite Stufe ist der Fakt, dass Jesus von den Toten auferweckt wurde. Und das verändert alles, weil es bedeutet, dass der Tod nicht das Ende ist! Das ist der Kern des Evangeliums für die Menschen, dass es selbst inmitten von Pandemien/Seuchen möglich ist, Gott durch seinen Sohn kennen zu lernen und ein Leben zu erhalten, dass das Coronavirus und jede andere Krankheit überdauert.
John, Sie zeigen in Ihrem Buch «Wo ist Gott in dieser Welt?», dass viele Christen immer wieder dazu hingewendet haben Katastrophen und Krankheiten als göttliches Gericht zu erklären, und so moralisches Leid als Ursache für natürliches Leid im Rahmen von Gottes Gericht in Verbindung gebracht haben. Das ist was Sie in ihrem Buch zitieren:
«Nehmen Sie sich vor jemanden in Acht, der Schmerz und Leid, verursacht durch natürliches Leid (Katastrophen), als göttliche Strafe interpretiert. Seien Sie aber genauso vorsichtig, wenn jemand meint, Gott habe nichts zu sagen, insbesondere durch diese Pandemie – speziell zur westlichen Gesellschaft, die Gott, als kulturell irrelevant, zu einem großen Teil den Rücken gekehrt hat.»

Können Sie über die Komplikationen sprechen, die dann entstehen, wenn wir auf Katastrophen oder Pandemien, wie das Coronavirus, als göttliches Gericht verweisen? Mir sind bisher nicht viele Diskussionen in dieser Richtung aufgefallen. Aber mir scheint, dass in der christlichen Geschichte dies wahrscheinlich der dominierende oder zumindest erste Instinkt von Christen gewesen wäre.
Ich denke, dass es oft so ist. Und was ich sagen hätte sollen ist: «Nehmen Sie sich in Acht vor jedem, der Schmerz, verursacht durch das natürliche Böse, als zwangsläufig göttliche Strafe interpretiert! » Aber im Großen und Ganzen zielt meine Aussage in diese Richtung. Und ich stimme Ihnen zu, es war die gewohnte Reaktion von Christen in vergangenen Zeiten. Lassen Sie mich ein oder zwei Dinge dazu sagen, Überlegungen, die ich als hilfreich empfand: Ich denke wir müssen vorsichtig sein, bevor wir irgendein tragisches Ereignis Gottes Gericht zuschreiben.
Erstens, aus Sicht der der Heiligen Schrift (Bibel, Anm.d.Red.): Manchmal sagt Gott uns in der Schrift, dass eine spezielle Plage ein Gericht Gottes war. In diesem Fall haben wir Gottes Wort und können es deshalb als solches nehmen. Aber – und an dieser Stelle beginne ich vorsichtig zu sein – soweit ich weiß, haben wir nicht Gottes direktes Wort zu Plagen wie der Pest oder Covid-19. Aber was wir haben, ist, dass – wie ich vorhin erwähnt habe – Jesus selbst klargestellt hat, dass nicht jede Tragödie ein Resultat davon ist, dass eine Gruppe von Menschen schlechter ist als eine andere. Die Begebenheit mit dem Turm von Siloah hält das fest. Es ist höchst interessant, wie Jesus hier reagiert. Er sagt zur Menge: «Denkt ihr, dass diese größere Sünder gewesen waren, als all die anderen Menschen?» Die Antwort ist offensichtlich. «Nein, waren sie nicht.» Aber dann sagt er: «Sondern wenn ihr nicht Buße tut, so werdet ihr alle auch so umkommen!» Anders gesagt, er verwendet diese zwei Ereignisse, zum einen das moralische Übel, zum anderen das natürliche Leid, als Warnung. Er warnt vor der Verletzlichkeit des Menschen und seiner Vergänglichkeit.
Das erinnert mich an etwas, das C.S. Lewis einst schrieb. Er sagte «wir können Vergnügen ignorieren, aber Schmerz verlangt Aufmerksamkeit. Gott flüstert uns zu in unseren Vergnügungen, er spricht in unser Gewissen, aber er ruft in unseren Schmerzen. Das ist sein Megaphon um eine taube Welt zu erreichen.» Dieser Gedanke, dass Gott uns hier zuruft, scheint mir sehr hilfreich. Was sagt er jetzt?
… (Antwort gekürzt, Anm.d.Red.)
Ich würde es lieber so ausdrücken: Das Coronavirus ist ein riesiger Lautsprecher, der uns an unsere Sterblichkeit erinnert und ich hoffe es führt uns zumindest dazu, tiefgründige Fragen über das Leben, über Gott und die Ewigkeit zu stellen. Vielleicht bringt es uns dazu auf den Gott zu schauen, den wir möglicherweise jahrelang ignoriert haben. Er ist ein Gott, der eine Krone trug – und ich denke oft an diese Corona-Krone. Er trug eine Dornenkrone (Kreuzigung Jesu Christi, Anm.d.Red.), um unsere Beziehung zu ihm wiederherzustellen. Auf diesem Weg würde ich beginnen und ansetzen.
Es ist eine sensible Frage, aber ich denke einfach zu sagen, «Das ist Gottes Gericht.» … Wie können wir sicher sein, dass dies für jede betroffene Einzelperson stimmt? Wenn der Herr (Jesus Christus, Anm.d.Red.) selbst klar gemacht hat, dass dies nicht unbedingt der Fall ist?
Das ist eine etwas persönliche Frage, aber macht Ihnen das Coronavirus Angst? Ist das etwas, dass Sie persönlich, oder auch was ihre Lieben betrifft, in Sorge versetzt? Welche Gefühle weckt es bei Ihnen?
Tja, wenn ich in die Zukunft blicke – Sie müssen wissen, Sie fragen da jemanden, der sein Leben zurückerhalten hat – und so antworte ich ganz persönlich, ich hoffe Sie verzeihen mir das. Vor rund 10 Jahren wär ich beinahe gestorben. Ich stand kurz vor einem schweren Herzinfarkt, es sah aus, als gäbe es keine Rettung für mich und so verabschiedete ich mich von meiner Frau. Was ich zu jener Zeit erlebte, war eine tiefe innere Ruhe – eine absolut tiefe innere Ruhe. Das war nicht einfach Resultat meines natürlichen emotionalen Temperaments. Ich glaube, es war etwas, das Gott verspricht. Ich hatte wahren Frieden. Ich wusste, dass ich meine Frau wiedersehen würde. Ich wusste, dass es für sie, die Kinder und die Enkelkinder einen großen Schmerz bedeuten würde. Trotzdem hatte ich eine echte Hoffnung. Das ist die eine Seite. Auf der anderen Seite kann die Aussicht auf den Tod angsteinflößend sein, wenn wir an den Prozess des Sterbens denken – Wegen der Art und Weise, wie wir vielleicht umkommen, was wir wahrscheinlich alle schon an geliebten Menschen miterleben mussten. Das kann sehr verstörend und schmerzhaft und ungemütlich sein, trotz der großen Fortschritte unserer guten Palliativversorgung. Der Prozess des Sterbens ist nicht angenehm. Erinnern Sie sich, der Tod ist ein Feind, der überwunden werden muss.
Worüber ich mir aber Sorgen machen würde, und wo ich natürlich Frieden darüber habe, ist, dass es da noch eine andere Art von Tod gibt, über den die Schrift berichtet. Und das ist die Trennung von Gott. Was für mich den großen Unterscheid macht, ist die Tatsache, dass ich weiß, wohin ich gehen werde – das ist ein bloßes Geschenk, dass ich nicht verdient habe, eine Gabe Gottes. Durch Vertrauen in Christus habe ich dieses unvergängliche Leben empfangen. Wenn ich also in die Zukunft blicke, habe ich natürlich keine Ahnung, was meine emotionale Reaktion wäre, wenn ich aufgrund von Atemnot sterben würde, angesteckt durch diese Krankheit. Aber ich weiß, dass ich im tiefsten Inneren Frieden mit Gott haben würde, weil ich dieses Versprechen habe, dass «wenn ich durch das Tal des Todesschattens wandere er mit mir sein wird, sein Stecken und Stab werden mich trösten.» (Zitat aus Psalm 23, Anm.d.Red.). Diese biblische Wahrheit, dass der Herr mein Hirte ist, ist wundervoll, und eine großartige Zusage in einer Zeit wie dieser.
Das neue Buch von John Lennox, „Wo ist Gott in dieser Welt – und was ist mit COVID-19?“, kannst du hier kostenlos und unverbindlich bestellen.
https://facingcorona.de/wo-ist-gott-in-dieser-welt/?unapproved=8&moderation-hash=7808a8362b4dd7002e8e7cb7f27d671e#comment-8

Ein ehemaliger und prominenter Politverbrecher über die Auferstehung Jesu.

“Es ist der sicherste Weg, während der Osterzeit Aufmerksamkeit zu bekommen, wenn man behauptet, die Auferstehung Christi sei ein unheiliger Schwindel…
Ich selbst bin selbst bin oft wegen der Frage der Auferstehung herausgefordert worden. Meine Antwort ist dann immer, die Jünger und fünfhundert andere Augenzeugen haben davon berichtet, dass sie den aus dem Grab auferstandenen Jesus gesehen haben. Aber dann werde ich gleich gekontert: “Woher wissen sie, dass sie die Wahrheit gesagt haben? Vielleicht haben sie geschwindelt.”
Meine Antwort darauf kommt aus einer eigenartigen Quelle: Watergate-Skandal.
Watergate war eine Art Verschwörung zur Vertuschung von Sachverhalten, die von den engsten Beratern des Präsidenten der Vereinigten Staaten, den mächtigsten Männern Amerikas, ausgeführt wurde. Diese Leute waren ihrem Präsidenten gegenüber äußerst loyal gesonnen. Aber einer von ihnen, John Dean, sagte als Kronzeuge gegen Nixon aus. Er tat dies, “um seine eigene Haut zu retten”. Er tat dies nur zwei Wochen, nachdem er den Präsidenten darüber informiert hatte, was wirklich vor sich gegangen war! Diese Verschwörung zur Vertuschung konnte nur zwei Wochen lang aufrecht erhalten werden, dann sprangen alle anderen Berater mit ab, um sich selbst zu retten. Tatsache ist, diese Personen um den Präsidenten herum kamen in peinliche Situationen, andere landeten im Gefängnis. Aber ihr Leben stand nicht auf dem Spiel.
Aber was war mit den Jüngern? Diese zwölf machtlosen Männer, eigentlich nur Fischer, sahen sich nicht nur mit persönlichen Verlegenheiten oder politischer Schande konfrontiert, sondern sie wurden mit Schlägen, Steinigung und Hinrichtung bedroht. Jeder einzelne dieser Jünger bestand dennoch bis zu seinem letzten Atemzug darauf, dass er Jesus leibhaftig von den Toten auferweckt gesehen hatte.
Auch wenn du es nicht glaubst, keiner dieser Apostel hat sein Zeugnis widerrufen, bevor er enthauptet oder gesteinigt wurde. Keiner von ihnen hat sich mit den anklagenden Behörden gütlich geeinigt. Keiner hat das getan.
Schau, diese Menschen haben ihr Leben für etwas geben, von dem sie glaubten, dass es wahr ist. Sie würden doch niemals ihr Leben für etwas geben, von dem sie wissen, dass es falsch ist.”
(Geschrieben von Charles (Chuck) Colson, einem ehemaligen Assistenten von Präsident Richard Nixon (Spitzname “Axtmann”). Aufgrund seiner Beteiligung an der Watergate-Vertuschung verbüßte er eine längere Gefängnisstrafe. Er kam zum Glauben an Jesus)
https://www.soulsaver.de/blog/ein-ehemaliger-politverbrecher-ueber-die-auferstehung-jesu/

Gedenken an Dietrich Bonhoffer er wurde am 9. April 1945 im KZ Flossenbürg hingerichtet

Wie wir mit dem Sterben fertigwerden, ist uns wichtiger, als wie wir den Tod besiegen. Sokrates überwand das Sterben. Christus überwand den Tod als ἔσχατος ἐχθρὸς (1. Kor 15, 26; Anm.: „der letzte Feind“). Mit dem Sterben fertigwerden bedeutet noch nicht mit dem Tod fertigwerden. Die Überwindung des Sterbens ist im Bereich menschlicher Möglichkeiten, die Überwindung des Todes heißt Auferstehung.

54. Todestag des berühmten Baptistenpastors und Bürgerrechtlers Martin Luther King.

Am 4. April 1968 hielt King in Memphis, Tennessee, in einer Kirche seine letzte Rede; eine Ansprache, die im Nachhinein wie eine Todesahnung wirkt:
»Ich habe einen Traum, dass eines Tages auf den roten Hügeln von Georgia die Söhne einstiger Sklaven und die Söhne einstiger Sklavenhalter zusammensitzen werden am Tisch der Brüderlichkeit. Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, wo man sie nicht nach ihrer Hautfarbe, sondern nach ihrem Charakter beurteilen wird. …Wenn dies geschieht, und wenn wir erlauben, dass die Glocken der Freiheit läuten und wenn wir sie von jedem Dorf und jedem Weiler, von jedem Staat und jeder Stadt läuten lassen, werden wir diesen Tag schneller erleben, wenn alle Kinder Gottes, schwarzer Mann und weißer Mann, Juden und Christen, Protestanten und Katholiken Hände halten können und die Worte des alten Spirituals: Endlich frei, endlich frei singen.« (Martin Luther King, Testament der Hoffnung, 6.Aufl. 1989, Gütersloher Verlagshaus, S.124f)
»Ich habe das Gelobte Land gesehen… Aber ihr sollt heute abend wissen, dass wir, als ein Volk, in das Gelobte Land gelangen werden. Meine Augen haben die Herrlichkeit des kommenden Herrn gesehen.« (Martin Luther King, Testament der Hoffnung, 6.Aufl. 1989, Gütersloher Verlagshaus, S.117)

In den Medien hört und sieht man nur immer wieder von Masseninfizierungen, aber kaum ein Wort der Besinnung auf unseren Gott.

Persönliches Zeugnis:
Anfang der 1990er Jahren wäre ich fast an einer beidseitigen Lungenentzündung hops gegangen. Eins weiß ich noch: Es war übelst, langsam immer weniger Luft zu bekommen!
1999 hätte mir dann beinahe ein Asthmaanfall nach einer massiven Staubattacke das Lebenslicht ausgeblasen. Gott hatte es aber anders mit mir im Sinn und am Folgetag hab ich dann das Tageslicht im Schwabinger Krankenhaus wieder erblickt.
Bis der Herr beschließt, mich endgültig von diesem Planeten zu rufen, möchte ich erklären, dass ich an Jesus Christus als wahren Herrn und Erlöser glaube. Ich glaube, dass Jesus der Sohn Gottes ist, er hat sich als freiwilliges Opfer ans Kreuz schlagen lassen, starb für unsere Sünden und ist von den Toten auferstanden. Jesus Christus liebt uns alle, viel mehr als wir verdienen, und vergibt unsere Sünden, wenn wir an ihn glauben und unsere Schuld bereuen.
Es steht geschrieben:
“Jesus spricht: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt; und jeder, der da lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben. Glaubst du das?” (Johannesevangelium 11,25f)
Also, ihr Lieben, nur für den Fall, dass es mich irgendwann erneut trifft und ich nicht mehr dazu käme, euch noch was zu schreiben…
Wer an Christus glaubt, ihm vertraut, kann niemals tiefer fallen als in Gottes Hand! Wolfgang Stoitzner