Die Himmelfahrt Jesu Christi Ihre Bedeutung und ihr Platz in der Heilsgeschichte

Leitverse: 1. Timotheus 3,16; 2. Könige 2,9-14 Inhalt

Als der Prophet Elia in den Himmel auffuhr, wünschte sich sein Nachfolger Elisa das Doppelte der Kraft des Elia. Die Voraussetzung, dieses zu bekommen, ist bemerkenswert: Nur wenn Elisa sähe, wie Elia in den Himmel auffuhr, dann würde er dieses Teil bekommen. Deshalb war Elisa sehr konzentriert, diesen Moment der Auffahrt nicht zu verpassen. Er verpasste sie nicht und wurde Zeuge einer beeindruckenden Szene (2Kön 2,9-14).

Auch heute könnte es genauso wichtig sein, die Auffahrt des Herrn nicht zu verpassen. Natürlich, sie ist längst geschehen und nicht mehr zu verpassen. Aber die Bedeutung der Himmelfahrt Jesu wird selten herausgestellt. Sie hat ihren wichtigen Platz in der Heilsgeschichte so wie die Kreuzigung und Auferstehung.

Aufgenommen in Herrlichkeit

Zu dem Geheimnis der Gottseligkeit, die Basis des Glaubens, welches uns in der Person Christi geöffnet wird, gehört, dass ER aufgenommen wurde in Herrlichkeit:

  • 1Tim 3,16: Und anerkannt groß ist das Geheimnis der Gottseligkeit: Er, der offenbart worden ist im Fleisch, ist gerechtfertigt im Geist, gesehen von den Engeln, gepredigt unter den Nationen, geglaubt in der Welt, aufgenommen in Herrlichkeit.

Nicht nur, dass die Herrlichkeit der Ort war, zu dem Er auffuhr. Der ganze Einzug in den Himmel war eingehüllt in Herrlichkeit. Die Wolke der Herrlichkeit Gottes nahm Ihn auf und war das Geleit für seinen Einzug in den Himmel. Er wurde aufgenommen in der Wolke:„Und als er dies gesagt hatte, wurde er emporgehoben, indem sie es sahen, und eine Wolke nahm ihn auf von ihren Augen weg“ (Apg 1,9).

Ich glaube, dass diese Auffahrt des Herrn nicht weniger beeindruckend war als die des Elia. Es ist der Sohn des Vaters, der seine Mission mit dem Einsatz seines Lebens erfüllt hat, der jetzt in den Himmel eintritt, hinaufsteigt zur Krönung, um von Gott dem Vater begrüßt zu werden. Es beginnt mit seiner Auffahrt, seiner Inthronisierung. Jesus, der verachtete Nazarener, wird unmittelbar darauf zum Herrn und Christus gemacht. Er nimmt jetzt Platz auf dem Thron des Vaters. Ein Mensch, der der Sohn Gottes ist, betritt als erster Mensch den Himmel, den Thronsaal Gottes und wird mit allen Ehren, Begeisterung und Bewunderung, die Gott der Vater seinem Sohn geben kann, empfangen und begrüßt. Der Himmel ist Zeuge dieser einmaligen Szene, die Rückkehr Jesu in das himmlische Reich, von dem Er ausgegangen war (Joh 3,13; 6,62). Der Sohn kommt wieder nach Hause und Er sagt: Ich habe dich verherrlicht auf der Erde; das Werk habe ich vollbracht, das du mir gegeben hast, dass ich es tun sollte. Und nun verherrliche du, Vater, mich bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war“ (Joh 17,4.5).

Schon zuvor hören wir Ihn sagen: „Als er nun hinausgegangen war, spricht Jesus: Jetzt ist der Sohn des Menschen verherrlicht, und Gott ist verherrlicht in ihm. Wenn Gott verherrlicht ist in ihm, so wird auch Gott ihn verherrlichen in sich selbst, und sogleich wird er ihn verherrlichen“ (Joh 13,31.32).

Die Himmelfahrt, die zehn Tage vor dem Pfingstfest und vierzig Tage nach seiner Auferstehung stattfand, ist eng verbunden mit seiner Verherrlichung. Wir dürfen uns die Freude des Himmels vor Augen malen, wie unser Herr, als unser Vorläufer, im Himmel empfangen wird.

Sieg und Triumph

Die Himmelfahrt ist der Beweis seines Triumphes. Die Schlacht ist geschlagen, der Kampf gewonnen. Und der Himmel will Ihn zurück:

  • Mk 16,19: Der Herr nun wurde, nachdem er mit ihnen geredet hatte, in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes.
  • 1Pet 3,22: Jesus, in den Himmel gegangen, ist zur Rechten Gottes, indem Engel und Gewalten und Mächte ihm unterworfen sind.
  • Eph 4,10: Der hinabgestiegen ist, ist derselbe, der auch hinaufgestiegen ist über alle Himmel, damit er alles erfüllte.

Wenn seine Auferstehung schon der Beweis einer vollbrachten Erlösung war, dann ist mit dem Einnehmen des höchsten Ehrenplatzes im Universum endgültig besiegelt, dass der Christus Gottes alle Forderungen Gottes erfüllt, ja übertroffen hat. Freiwillig stieg Er hinab, lebte wie wir – ausgenommen die Sünde –, starb den Tod für Sünder, stieg hinab in die unteren Örter der Erde.

Das Wort spricht wiederholt von seinem Abstieg und Aufstieg. Es ist diese unendliche Distanz, diese grenzenlose Erniedrigung, die nötig war, um Gottes Rat zu erfüllen. Und seine Erhöhung daraufhin ist genauso grenzenlos, so hoch und erhaben wie nie ein Mensch hätte kommen können. Und es ist atemberaubend, dass, weil Er sich so erniedrigte, Er den Himmel für uns öffnet. Er hat nicht nur den Weg frei gemacht, wir sind in Ihm schon jetzt dorthin mitversetzt.

Die Ehre seines Platzes auf dem Thron kann man nur dann ermessen, wenn man seine tiefe Erniedrigung empfindet.

„Damit Er alles erfüllte!“ Es ist so, als ob in jedem Winkel des Himmels sein Name zu lesen ist, alles ist von Ihm geprägt und erfüllt!

  • Apg 2,36: Das ganze Haus Israel wisse nun zuverlässig, dass Gott ihn sowohl zum Herrn als auch zum Christus gemacht hat, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt.

Auch dieses Wort macht die heilsgeschichtliche Dimension seiner Auffahrt und Verherrlichung deutlich. Die Reichweite seiner Verherrlichung hat Konsequenzen für die ganze Welt. Das Haus Israel verliert sein Monopol auf Gottes Heil, die ganze Welt kann Christus den Herrn, den Gesalbten Gottes, kennenlernen.

Erlösung ist vollbracht!

Natürlich ist die Erlösung schon in der Auferstehung von Gott besiegelt. Im Hebräerbrief aber wird vor dem Hintergrund der nie endenden Opfer und Dienste des Alten Bundes die Einmaligkeit und ewige Gültigkeit der Hingabe und des Wertes seines Blutes direkt in Verbindung gebracht mit seinem Eingang in das himmlische Heiligtum.

  • Heb 9,12: Er ist auch nicht mit {o. durch} Blut von Böcken und Kälbern, sondern mit {o. durch} seinem eigenen Blut ein für alle Mal in das Heiligtum eingegangen, als er eine ewige Erlösung erfunden hatte.

Auf Golgatha gab Er sein Blut, d.h. sein Leben, und ging geistlicherweise in das Allerheiligste mit seinem Blut. In diesem Schriftwort geht es aber darum, dass Er ein einziges Mal hineinging und nicht wieder neu hineingehen musste wie der irdische Hohepriester und dass Er sich zur Rechten Gottes gesetzt hat. Der „Dienst“ der Erlösung ist vollbracht, Christus sitzt auf dem Thron.

Er ist der Urheber, der Schöpfer ewigen Heils. Wer kann diesen atemberaubenden Anspruch stellen, wer kann sagen, dass er solches vollbracht hat?

  • Heb 5,9.10: Vollendet worden, ist er allen, die ihm gehorchen, der Urheber ewigen Heils geworden, von Gott begrüßt {o. angeredet} als Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks.

Doch nur der, den Gott begrüßt und in seinem Heiligtum willkommen heißt, Platz zu nehmen auf seinem Thron, den höchsten Platz, den es gibt. Welch eine Begrüßung! Der Sohn kommt nach 33 Jahren zurück! Und Er bekommt den Ehrentitel „Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks“!

Die Anrede des Vaters beinhaltet dieses Wort: „Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde lege zum Schemel deiner Füße!“ (Ps 110,1).

Vertretung im Himmel – Rettung auf der Erde!

Er ist durch die Himmel gegangen. Das ist seine Himmelfahrt, die Voraussetzung ist für sein Hohepriesteramt. Er fuhr auf in einem Triumphzug, gesehen von allen Engeln.

  • Heb 4,14-16: Da wir nun einen großen Hohenpriester haben, der durch die Himmel gegangen ist, Jesus, den Sohn Gottes, so lasst uns das Bekenntnis festhalten; denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht Mitleid zu haben vermag mit unseren Schwachheiten, sondern der in allem versucht worden ist in gleicher Weise wie wir, ausgenommen die Sünde. Lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu rechtzeitiger Hilfe.

Er schaut nicht nur zu, wie wir es oft tun, nein, Er verwendet sich für uns bei Gott, dass wir auf dem schmalen Weg zur Herrlichkeit nicht aufgeben: „Daher vermag er auch völlig die zu erretten, die durch ihn Gott nahen, indem er immerdar lebt, um sich für sie zu verwenden {o. sie zu vertreten, für sie zu bitten}“ (Heb 7,25).

Gottes Geist: Lebendiges Wasser, Beistand und Kraft aus der Höhe

Die Bedingung, dass Gottes Geist zu Pfingsten auf die Erde gesandt würde, war ein in den Himmel aufgefahrener und verherrlichter Christus!

  • Joh 7,38.39: Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Dies aber sagte er von dem Geist, den die an ihn Glaubenden empfangen sollten; denn noch war der Geist nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht worden war.

Der Geist Gottes sollte von einem verherrlichten Christus zeugen, uns diese Herrlichkeit lebendig sein lassen auf unserem Weg zum Ziel, der rein äußerlich nichts von dieser Herrlichkeit Christi, die Er mit uns teilen wird und die jetzt schon unser Besitz ist, erkennen oder erahnen lässt. In diesem Sinne können wir auch von Kraft aus der Höhe sprechen, der Inbegriff und die Auswirkung der Herrlichkeit in der Höhe.

Es ist in der Tat unser Geheimnis, dass unser Herr jetzt der Herr der Herrlichkeit ist und dass wir auf dem Weg in gerade diese Herrlichkeit sind. Er will uns seine Herrlichkeit zeigen, die der Vater Ihm gab aufgrund seines vollbrachten Werkes.

Zu Pfingsten kam dieser Geist und wurde die Kraft aus der Höhe für die Jünger. Aber dieser Tag wurde eben auch durch den Geist die Geburtsstunde der Gemeinde Gottes: „Nachdem er nun durch die Rechte {o. zur Rechten} Gottes erhöht worden ist und die Verheißung des Heiligen Geistes vom Vater empfangen hat, hat er dies ausgegossen, was ihr seht und hört. Denn nicht David ist in die Himmel aufgefahren; er sagt aber selbst: ,Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege als Schemel deiner Füße‘ {Ps 110,1}“ (Apg 2,33-35).

An diesem Tag wurden alle Jünger mit einem Geist getränkt und zu einem Leib getauft. Haupt und Leib sind Bild und Realität der innigen und untrennbaren Verbindung Christi und der Gemeinde. Und es sollte ein verherrlichter Christus das Haupt sein, der, der alles in allem erfüllt. Nicht ein auferstandener Christus vor seiner Himmelfahrt, als Er noch auf der Erde war, sondern der, dem die Zukunft gehört, der, welcher diese Herrlichkeit für immer mit der Gemeinde teilen will. Er wird nirgends mehr sein, ohne dass die Gemeinde dabei ist, weil Haupt und Leib untrennbar sind.

Dass der Herr Jesus die Jünger verlassen würde, musste sie traurig machen. Doch der Meister macht ihnen klar, und auch uns durch das ganze NT, wie wichtig und absolut nötig es ist, dass Er zurückging. In diese Leere würde der Geist Gottes treten und sie erfüllen und in ihnen wohnen. Er würde wiederkommen, in diesem Geist, der auch „Geist Christi“ genannt wird.

  • Joh 16,5-7: Jetzt aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat, und niemand von euch fragt mich: Wohin gehst du? Doch weil ich dies zu euch geredet habe, hat Traurigkeit euer Herz erfüllt. Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch nützlich, dass ich weggehe, denn wenn ich nicht weggehe, wird der Sachwalter {o. Fürsprecher, Tröster, Beistand} nicht zu euch kommen; wenn ich aber hingehe, werde ich ihn zu euch senden.

ER bereitet unsere Ankunft vor!

Die Himmelfahrt hat auch direkt mit unserer Hoffnung zu tun. Er muss hingehen, um uns dort, wo Er mit dem Vater immer war, eine Wohnung einzurichten. Er kümmert sich persönlich darum, dass wir an diesen Ort kommen können.

  • Joh 14,2.3: In dem Haus meines Vaters sind viele Wohnungen; wenn es nicht so wäre, hätte ich es euch gesagt; denn ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit, wo ich bin, auch ihr seiet.
  • Joh 14,28: Ihr habt gehört, dass ich euch gesagt habe: Ich gehe hin, und ich komme zu euch. Wenn ihr mich liebtet, würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe, denn der Vater ist größer als ich.

Der Heiland lässt hier in sein Herz schauen. Er wollte nach Hause! Er war in der Welt nicht zu Hause. Er war ein Fremdling, ein Diener konzentriert auf seinen Auftrag. Aber Er wollte, dass sein Zuhause auch unser Zuhause wird.

So werden wir nicht auf der Erde zu Hause sein, sondern bei Ihm. Wir werden als ehemals Irdische wohl nichts vermissen, auch wenn uns solche Gedanken dann und wann beschleichen wollen.

Jesus ist als unser Vorläufer vorausgeeilt, und Er ist jetzt im Heiligtum, welches denselben Ort beschreibt wie das Haus des Vaters, unter einem anderen Aspekt natürlich.

  • Heb 6,19.20: Wir haben die vor uns liegende Hoffnung als einen sicheren und festen Anker der Seele, der auch in das Innere des Vorhangs hineingeht, wohin Jesus als Vorläufer für uns eingegangen ist, der Hoherpriester geworden in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.

Ein Vorläufer hat Nachfolger und die sind wir. Er ist der Anfänger und Vollender des Glaubens. Wir werden Ihm auf demselben Weg folgen, den Er durch die Himmel gegangen ist. Auch um unsere „Abholung“ wird Er sich persönlich kümmern.

ER hinterlässt einen Auftrag!

  • Mk 16,15: Und er sprach zu ihnen: Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung.

Es wäre eine Unterlassung, diese Worte des Meisters in den Augenblicken seines Abschiedes von Jüngern nicht zu zitieren. Der Auftrag ist eindeutig. Es ist das Evangelium von der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Christi (2Kor 4,6). Es ist aber auch die Botschaft von ewigem Heil, für die Christus starb und auferstand und auffuhr zum Himmel. Und der Platz auf Gottes Thron gibt uns die Vollmacht, zu gehen. Es ist eben nicht die Botschaft eines Versagers, der am Kreuz endete. Es ist die Botschaft des Siegers, der wiederkommt, der lebt!

ER kommt wieder!

  • Apg 1,11: Männer von Galiläa, was steht ihr und seht hinauf zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden ist, wird ebenso kommen, wie ihr ihn habt auffahren sehen in den Himmel.

Auf dem Ölberg wird Er stehen: „Und seine Füße werden an jenem Tag auf dem Ölberg stehen, der vor Jerusalem gegen Osten liegt; und der Ölberg wird sich in der Mitte spalten nach Osten und nach Westen hin, zu einem sehr großen Tale, und die Hälfte des Berges wird nach Norden und seine andere Hälfte nach Süden weichen“ (Sach 14,4).

Er sitzt jetzt auf dem Thron des Vaters. Dann, wenn Er kommt, wird Er herrschen auf seinem Thron, zu dessen Füßen alle seine Feinde liegen werden (Off 3,21).

Die Herrlichkeit, die Er jetzt schon hat, wird hervorbrechen wie die Sonne!

So gewiss es den Tag seiner Auffahrt gab, so gewiss wird es den seiner Wiederkunft geben!

Alles dies werden wir aus unmittelbarer Nähe miterleben. Halleluja!

Hans-Jörg Ronsdorf

© H.-J. Ronsdorf, online seit: 30.04.2007, aktualisiert: 10.05.2020
https://www.soundwords.de/die-himmelfahrt-jesu-christi-a3014.html

Auszüge aus dem Podcast-Interview «John Lennox Wo ist Gott in dieser Welt – und was ist mit COVID-19?

Erschienen am 02.04.2020: https://www.youtube.co/watch?v=nLMJKoHowzI
Interviewer: Collin Hansen
Gast: John Lennox übersetzt von Christoph und Stefanie
Collin Hansen:
Wo ist er und was tut er? John Lennox stellt diese und andere gute Fragen in seinem neuen Buch «Wo ist Gott in dieser Welt – und was ist mit Covid-19?». John Lennox ist Professor Emeritus (im Ruhestand) für Mathematik an der Oxford Universität, und ist für die Schnittmenge von Wissenschaft, Philosophie und Religion ein international anerkannter Redner. In seinem Buch zeigt er auf, wie sehr das Coronavirus unsere Verletzlichkeit offenlegt. In einer Zeit, in der wir so viel Kraft dafür aufwenden, uns unsere eigene Unsterblichkeit vorzumachen, obwohl unsere Beziehung zu dem Schöpfer zugleich gestört ist.
Collin Hansen: Warum denken Sie, haben wir nicht erwartet, dass so etwas kommen könnte? Wenn wir weiter In der Menschheitsgeschichte zurückblicken, sind doch Pandemien ein normaler, wenn auch einen furchtbarer Aspekt des Lebens.
John Lennox: Das ist absolut richtig. Ich nehme an, dass da immer die Gefahr ist, dass wir diese Ereignisse vergessen und dass wir, gerade im Westen, uns wegen unserer fortschrittlichen Gesundheitssysteme und unseres Wohlstandes in falscher Sicherheit wiegen … Und nachdem eine Pandemie vorbeigezogen ist, stoßen wir einen Seufzer der Erleichterung aus, und denken, dass die Medizin niemals wieder so etwas zulassen wird. Das ist warum – wenn es uns trifft – es uns so hart trifft.
Wir sprechen oft über das Problem des Leids, aber Sie weisen in diesem Buch darauf hin, dass es einen Unterschied zwischen dem natürlichen Leid und dem moralischen Leid gibt. Können Sie beschreiben, worin der Unterschied liegt und inwiefern er in dieser speziellen Situation mit dem Coronavirus relevant ist?
Das sind die wirklich schwierigen Fragen des Lebens und ich gebe zu, dass die ganze Leidensfrage und die Frage über das Leid zu den schwierigsten Problemen gehören, mit denen jeder Einzelne von uns konfrontiert ist und zu kämpfen hat.
Da finde ich es hilfreich einen Unterschied zu machen. Eigentlich macht die Bibel diesen Unterschied. Denken Sie an Hiob, das historische Bibelbuch über Leid. Achten Sie darauf, was Hiobs Familie plagte und was der Auslöser für die ganze Diskussion über das Problem des Leids war! Sie werden zwei verschiedene Ursprünge des Leids finden, zwei Angriffe unterschiedlicher Art und Weise: Einerseits räuberische Terroristen, welche moralisch böse waren. Sie waren Menschen, welche anderen Schaden zufügten und töteten. Andererseits aber auch Feuer und Wind, durch welche sie ihre Häuser verloren. Und das ist, was wir als natürliches Leid bezeichnen. Krebs, Tsunamis und natürlich das Coronavirus, sind Dinge, bei denen wir keinen direkten Einfluss menschlichen Handelns wahrnehmen. Das ist sehr komplex, da moralisch böses Handeln oft natürliches Leid hervorbringen kann. Wenn Menschen gierig die Bäume der Erde zerstören und damit Wüsten kreieren, dann entsteht eine Wildnis, in der nichts mehr wächst – natürliches Leid –, aber als Resultat von moralische Gier.
Es ist ein komplexes Problem, aber es gibt zwei Quellen. Der Herr Jesus selbst, und das ist so wichtig für mich, hat in einer berühmten Stelle im Lukasevangelium (Kapitel 13) zu beiden Quellen Stellung genommen. Ein paar Leute machten ihn auf das Ereignis aufmerksam, dass Pilatus (römischer Statthalter zur Zeit Jesu, Anm.d.Red.) eine Gruppe von Menschen getötet und ihr Blut mit dem der Opfer (rituelle Tieropfer, Anm.d.Red.) vermischt hatte. Das war offensichtlich eine moralisch böse Handlung. Aber dann erinnerte Jesus sie an einen Turm, den Turm Siloam in Jerusalem, der einstürzte und 18 Menschen unter sich begrub. Das würden wir als natürliches Leid bezeichnen, da, soweit wir wissen, kein Mensch den Einsturz verursacht hatte.
Wie unterscheiden sich die Antworten bzw. Erklärungen für diese beiden Arten des Leids?
Es ist viel schwieriger mit dieser zweiten, der natürlichen (oder physischen), Art des Leids umzugehen. Das ist ein sehr komplexes Thema, welches ich detailliert in «Gott im Fadenkreuz», einem meiner anderen Bücher, behandle. Da, wo wir menschliche Moral, ihren Verfall und die menschliche Natur sehen, können wir sie zu einem gewissen Maß verstehen. Gott hat uns so geschaffen, dass wir fähig sind beides zu tun, Gutes und Böses, «Ja» zu ihm zu sagen oder «Nein». Diese Freiheit ermöglicht uns wundervolle Dinge zu tun. Sie füllt die Erde mit Liebe. Aber leider gibt es diese Freiheit nicht ohne die Möglichkeit, das Gegenteil zu wirken. Die Frage die viele, viele Menschen beschäftigt ist: «Okay, ich, kann das nachvollziehen. Aber was ich nicht verstehe, ist, warum die Welt physisch gesehen so kaputt ist. Warum müssen wir Erdbeben haben? Hätte Gott die Welt nicht ohne Erdbeben, Krebs oder Tsunamis schaffen können?»
Ich glaube, das ist hier die schwierigere Frage.
Es scheint mir ein einzigartiger Moment zu sein, in der ein und dieselbe Sache an so vielen verschiedenen Orten gleichzeitig Leid verursacht. Ich bin nicht sicher, ob mir irgendeine ähnliche Situation einfällt. Wir haben momentan unterschiedlichste Kulturen, mit ihren verschiedenen Weltanschauungen, so divers wie z.B. China, Indien und Großbritannien. Und alle stehen dem gleichen Problem gegenüber. Können Sie uns ein wenig erläutern, wie die entgegensetzten Weltanschauungen unterschiedlich auf ein und dieselbe Erfahrung zur gleichen Zeit reagieren?
Tatsächlich stoßen wir in jedem dieser Länder auf eine Mischung von Weltanschauungen.
Guter Einwand.
Ich stieß vor einiger Zeit auf dieses Thema, als ich unmittelbar nach dem Erdbeben nach Neuseeland kam. Es war beeindruckend so eine Vielzahl von Weltanschauungen dort vorzufinden. Manche Menschen sagten: «Tja, das ist offensichtlich Gottes Gericht, das wir alle verdient haben.» Dabei konnten sie nicht erklären, wieso. Andere reagierten darauf, indem sie «Schau wir nehmen Zuflucht bei Gott» sagten und Psalm 46 (Die Bibel, Anm.d.Red.) zitierten, wo es heißt: «Gott ist unsere Zuflucht und Stärke, Ein Helfer, bewährt in Nöten. Darum fürchten wir uns nicht, wenn auch die Erde umgekehrt wird und die Berge mitten ins Meer sinken. » Wiederum andere hatten den Ansatz von östlichen Weltanschauungen und Philosophien, die annehmen, dass Menschen, die in diesen Ereignissen leiden, einfach die Resultate ihres Karmas zu spüren bekommen und man ihnen deshalb nicht wirklich helfen soll, da sie ja sonst in einem anderen Leben sogar noch mehr leiden müssten. Das scheint mir persönlich ein sehr grausamer Lehrgrundsatz zu sein. Und so sehen wir die gemischten Reaktionen. Und wir haben auch noch die atheistische Reaktion, welche besagt «Schau, das ist nur das, was wir erwarten.» Ich höre die Stimme Richard Dawkins klingen, der sagt, das Universum ist nur das, was zu erwarten ist. Es gibt im Grunde nicht Gutes, noch Böses, und damit auch keine Gerechtigkeit. Und dann sagt er, «Das ist nicht fair – aber es ist genau das, was zu erwarten ist. DNA existiert einfach und wir tanzen zu ihrer Musik. » Das ist natürlich ein fatalistischer Determinismus mit der zerstörenden Auswirkung, jeden Sinn von Moral abzuschaffen. Deshalb, wenn wir diese Reaktionen untersuchen, finde ich, dass – obwohl ein Christ vor einer großen Problematik steht, weil er an einen uns liebenden Gott glaubt – der Atheismus zwar das Problem zu beseitigen scheint, indem er sagt, da ist kein Gott. Was er aber nicht beseitigt, ist das Leiden. Und ich würde sogar behaupten, dass er das Leiden sogar schlimmer macht, weil er, durch die Leugnung eines Lebens nach dem Tod und der Hoffnung einer Auferstehung, damit jede Hoffnung nimmt. Es ist wirklich eine hoffnungslose Weltanschauung, ein hoffnungsloser Glaube.
Sie haben total Recht: Die Reaktionen der verschiedenen Weltanschauungen sind alle ernsthaft problematisch. Deshalb komme ich zurück auf den christlichen Glauben, weil mein Leben lang einer meiner Gründe Christ zu sein, der war, dass der christliche Glaube dieses große Problem so ernst nimmt. Er banalisiert das Problem nicht, er gibt uns keine vereinfachte Antwort. Um genau zu sein, gibt er uns in dem Sinne keine eigentliche Antwort, aber er weist uns auf eine Person hin, welche die Antwort ist. Und – erlauben Sie mir hier auf den Punkt zu kommen – das Herz des christlichen Glaubens ist das Kreuz und die zentrale Aussage ist, dass der, welcher am Kreuz starb, der menschgewordene Gott ist. Und wenn das Gott am Kreuz ist, dann bedeutet das, dass Gott sich nicht fern gehalten hat von dem menschlichen Leid, sondern, dass er selbst Teil davon geworden ist. Nun, das ist die erste Stufe. Die zweite Stufe ist der Fakt, dass Jesus von den Toten auferweckt wurde. Und das verändert alles, weil es bedeutet, dass der Tod nicht das Ende ist! Das ist der Kern des Evangeliums für die Menschen, dass es selbst inmitten von Pandemien/Seuchen möglich ist, Gott durch seinen Sohn kennen zu lernen und ein Leben zu erhalten, dass das Coronavirus und jede andere Krankheit überdauert.
John, Sie zeigen in Ihrem Buch «Wo ist Gott in dieser Welt?», dass viele Christen immer wieder dazu hingewendet haben Katastrophen und Krankheiten als göttliches Gericht zu erklären, und so moralisches Leid als Ursache für natürliches Leid im Rahmen von Gottes Gericht in Verbindung gebracht haben. Das ist was Sie in ihrem Buch zitieren:
«Nehmen Sie sich vor jemanden in Acht, der Schmerz und Leid, verursacht durch natürliches Leid (Katastrophen), als göttliche Strafe interpretiert. Seien Sie aber genauso vorsichtig, wenn jemand meint, Gott habe nichts zu sagen, insbesondere durch diese Pandemie – speziell zur westlichen Gesellschaft, die Gott, als kulturell irrelevant, zu einem großen Teil den Rücken gekehrt hat.»

Können Sie über die Komplikationen sprechen, die dann entstehen, wenn wir auf Katastrophen oder Pandemien, wie das Coronavirus, als göttliches Gericht verweisen? Mir sind bisher nicht viele Diskussionen in dieser Richtung aufgefallen. Aber mir scheint, dass in der christlichen Geschichte dies wahrscheinlich der dominierende oder zumindest erste Instinkt von Christen gewesen wäre.
Ich denke, dass es oft so ist. Und was ich sagen hätte sollen ist: «Nehmen Sie sich in Acht vor jedem, der Schmerz, verursacht durch das natürliche Böse, als zwangsläufig göttliche Strafe interpretiert! » Aber im Großen und Ganzen zielt meine Aussage in diese Richtung. Und ich stimme Ihnen zu, es war die gewohnte Reaktion von Christen in vergangenen Zeiten. Lassen Sie mich ein oder zwei Dinge dazu sagen, Überlegungen, die ich als hilfreich empfand: Ich denke wir müssen vorsichtig sein, bevor wir irgendein tragisches Ereignis Gottes Gericht zuschreiben.
Erstens, aus Sicht der der Heiligen Schrift (Bibel, Anm.d.Red.): Manchmal sagt Gott uns in der Schrift, dass eine spezielle Plage ein Gericht Gottes war. In diesem Fall haben wir Gottes Wort und können es deshalb als solches nehmen. Aber – und an dieser Stelle beginne ich vorsichtig zu sein – soweit ich weiß, haben wir nicht Gottes direktes Wort zu Plagen wie der Pest oder Covid-19. Aber was wir haben, ist, dass – wie ich vorhin erwähnt habe – Jesus selbst klargestellt hat, dass nicht jede Tragödie ein Resultat davon ist, dass eine Gruppe von Menschen schlechter ist als eine andere. Die Begebenheit mit dem Turm von Siloah hält das fest. Es ist höchst interessant, wie Jesus hier reagiert. Er sagt zur Menge: «Denkt ihr, dass diese größere Sünder gewesen waren, als all die anderen Menschen?» Die Antwort ist offensichtlich. «Nein, waren sie nicht.» Aber dann sagt er: «Sondern wenn ihr nicht Buße tut, so werdet ihr alle auch so umkommen!» Anders gesagt, er verwendet diese zwei Ereignisse, zum einen das moralische Übel, zum anderen das natürliche Leid, als Warnung. Er warnt vor der Verletzlichkeit des Menschen und seiner Vergänglichkeit.
Das erinnert mich an etwas, das C.S. Lewis einst schrieb. Er sagte «wir können Vergnügen ignorieren, aber Schmerz verlangt Aufmerksamkeit. Gott flüstert uns zu in unseren Vergnügungen, er spricht in unser Gewissen, aber er ruft in unseren Schmerzen. Das ist sein Megaphon um eine taube Welt zu erreichen.» Dieser Gedanke, dass Gott uns hier zuruft, scheint mir sehr hilfreich. Was sagt er jetzt?
… (Antwort gekürzt, Anm.d.Red.)
Ich würde es lieber so ausdrücken: Das Coronavirus ist ein riesiger Lautsprecher, der uns an unsere Sterblichkeit erinnert und ich hoffe es führt uns zumindest dazu, tiefgründige Fragen über das Leben, über Gott und die Ewigkeit zu stellen. Vielleicht bringt es uns dazu auf den Gott zu schauen, den wir möglicherweise jahrelang ignoriert haben. Er ist ein Gott, der eine Krone trug – und ich denke oft an diese Corona-Krone. Er trug eine Dornenkrone (Kreuzigung Jesu Christi, Anm.d.Red.), um unsere Beziehung zu ihm wiederherzustellen. Auf diesem Weg würde ich beginnen und ansetzen.
Es ist eine sensible Frage, aber ich denke einfach zu sagen, «Das ist Gottes Gericht.» … Wie können wir sicher sein, dass dies für jede betroffene Einzelperson stimmt? Wenn der Herr (Jesus Christus, Anm.d.Red.) selbst klar gemacht hat, dass dies nicht unbedingt der Fall ist?
Das ist eine etwas persönliche Frage, aber macht Ihnen das Coronavirus Angst? Ist das etwas, dass Sie persönlich, oder auch was ihre Lieben betrifft, in Sorge versetzt? Welche Gefühle weckt es bei Ihnen?
Tja, wenn ich in die Zukunft blicke – Sie müssen wissen, Sie fragen da jemanden, der sein Leben zurückerhalten hat – und so antworte ich ganz persönlich, ich hoffe Sie verzeihen mir das. Vor rund 10 Jahren wär ich beinahe gestorben. Ich stand kurz vor einem schweren Herzinfarkt, es sah aus, als gäbe es keine Rettung für mich und so verabschiedete ich mich von meiner Frau. Was ich zu jener Zeit erlebte, war eine tiefe innere Ruhe – eine absolut tiefe innere Ruhe. Das war nicht einfach Resultat meines natürlichen emotionalen Temperaments. Ich glaube, es war etwas, das Gott verspricht. Ich hatte wahren Frieden. Ich wusste, dass ich meine Frau wiedersehen würde. Ich wusste, dass es für sie, die Kinder und die Enkelkinder einen großen Schmerz bedeuten würde. Trotzdem hatte ich eine echte Hoffnung. Das ist die eine Seite. Auf der anderen Seite kann die Aussicht auf den Tod angsteinflößend sein, wenn wir an den Prozess des Sterbens denken – Wegen der Art und Weise, wie wir vielleicht umkommen, was wir wahrscheinlich alle schon an geliebten Menschen miterleben mussten. Das kann sehr verstörend und schmerzhaft und ungemütlich sein, trotz der großen Fortschritte unserer guten Palliativversorgung. Der Prozess des Sterbens ist nicht angenehm. Erinnern Sie sich, der Tod ist ein Feind, der überwunden werden muss.
Worüber ich mir aber Sorgen machen würde, und wo ich natürlich Frieden darüber habe, ist, dass es da noch eine andere Art von Tod gibt, über den die Schrift berichtet. Und das ist die Trennung von Gott. Was für mich den großen Unterscheid macht, ist die Tatsache, dass ich weiß, wohin ich gehen werde – das ist ein bloßes Geschenk, dass ich nicht verdient habe, eine Gabe Gottes. Durch Vertrauen in Christus habe ich dieses unvergängliche Leben empfangen. Wenn ich also in die Zukunft blicke, habe ich natürlich keine Ahnung, was meine emotionale Reaktion wäre, wenn ich aufgrund von Atemnot sterben würde, angesteckt durch diese Krankheit. Aber ich weiß, dass ich im tiefsten Inneren Frieden mit Gott haben würde, weil ich dieses Versprechen habe, dass «wenn ich durch das Tal des Todesschattens wandere er mit mir sein wird, sein Stecken und Stab werden mich trösten.» (Zitat aus Psalm 23, Anm.d.Red.). Diese biblische Wahrheit, dass der Herr mein Hirte ist, ist wundervoll, und eine großartige Zusage in einer Zeit wie dieser.
Das neue Buch von John Lennox, „Wo ist Gott in dieser Welt – und was ist mit COVID-19?“, kannst du hier kostenlos und unverbindlich bestellen.
https://facingcorona.de/wo-ist-gott-in-dieser-welt/?unapproved=8&moderation-hash=7808a8362b4dd7002e8e7cb7f27d671e#comment-8

Ein ehemaliger und prominenter Politverbrecher über die Auferstehung Jesu.

“Es ist der sicherste Weg, während der Osterzeit Aufmerksamkeit zu bekommen, wenn man behauptet, die Auferstehung Christi sei ein unheiliger Schwindel…
Ich selbst bin selbst bin oft wegen der Frage der Auferstehung herausgefordert worden. Meine Antwort ist dann immer, die Jünger und fünfhundert andere Augenzeugen haben davon berichtet, dass sie den aus dem Grab auferstandenen Jesus gesehen haben. Aber dann werde ich gleich gekontert: “Woher wissen sie, dass sie die Wahrheit gesagt haben? Vielleicht haben sie geschwindelt.”
Meine Antwort darauf kommt aus einer eigenartigen Quelle: Watergate-Skandal.
Watergate war eine Art Verschwörung zur Vertuschung von Sachverhalten, die von den engsten Beratern des Präsidenten der Vereinigten Staaten, den mächtigsten Männern Amerikas, ausgeführt wurde. Diese Leute waren ihrem Präsidenten gegenüber äußerst loyal gesonnen. Aber einer von ihnen, John Dean, sagte als Kronzeuge gegen Nixon aus. Er tat dies, “um seine eigene Haut zu retten”. Er tat dies nur zwei Wochen, nachdem er den Präsidenten darüber informiert hatte, was wirklich vor sich gegangen war! Diese Verschwörung zur Vertuschung konnte nur zwei Wochen lang aufrecht erhalten werden, dann sprangen alle anderen Berater mit ab, um sich selbst zu retten. Tatsache ist, diese Personen um den Präsidenten herum kamen in peinliche Situationen, andere landeten im Gefängnis. Aber ihr Leben stand nicht auf dem Spiel.
Aber was war mit den Jüngern? Diese zwölf machtlosen Männer, eigentlich nur Fischer, sahen sich nicht nur mit persönlichen Verlegenheiten oder politischer Schande konfrontiert, sondern sie wurden mit Schlägen, Steinigung und Hinrichtung bedroht. Jeder einzelne dieser Jünger bestand dennoch bis zu seinem letzten Atemzug darauf, dass er Jesus leibhaftig von den Toten auferweckt gesehen hatte.
Auch wenn du es nicht glaubst, keiner dieser Apostel hat sein Zeugnis widerrufen, bevor er enthauptet oder gesteinigt wurde. Keiner von ihnen hat sich mit den anklagenden Behörden gütlich geeinigt. Keiner hat das getan.
Schau, diese Menschen haben ihr Leben für etwas geben, von dem sie glaubten, dass es wahr ist. Sie würden doch niemals ihr Leben für etwas geben, von dem sie wissen, dass es falsch ist.”
(Geschrieben von Charles (Chuck) Colson, einem ehemaligen Assistenten von Präsident Richard Nixon (Spitzname “Axtmann”). Aufgrund seiner Beteiligung an der Watergate-Vertuschung verbüßte er eine längere Gefängnisstrafe. Er kam zum Glauben an Jesus)
https://www.soulsaver.de/blog/ein-ehemaliger-politverbrecher-ueber-die-auferstehung-jesu/

Gedenken an Dietrich Bonhoffer er wurde am 9. April 1945 im KZ Flossenbürg hingerichtet

Wie wir mit dem Sterben fertigwerden, ist uns wichtiger, als wie wir den Tod besiegen. Sokrates überwand das Sterben. Christus überwand den Tod als ἔσχατος ἐχθρὸς (1. Kor 15, 26; Anm.: „der letzte Feind“). Mit dem Sterben fertigwerden bedeutet noch nicht mit dem Tod fertigwerden. Die Überwindung des Sterbens ist im Bereich menschlicher Möglichkeiten, die Überwindung des Todes heißt Auferstehung.

54. Todestag des berühmten Baptistenpastors und Bürgerrechtlers Martin Luther King.

Am 4. April 1968 hielt King in Memphis, Tennessee, in einer Kirche seine letzte Rede; eine Ansprache, die im Nachhinein wie eine Todesahnung wirkt:
»Ich habe einen Traum, dass eines Tages auf den roten Hügeln von Georgia die Söhne einstiger Sklaven und die Söhne einstiger Sklavenhalter zusammensitzen werden am Tisch der Brüderlichkeit. Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, wo man sie nicht nach ihrer Hautfarbe, sondern nach ihrem Charakter beurteilen wird. …Wenn dies geschieht, und wenn wir erlauben, dass die Glocken der Freiheit läuten und wenn wir sie von jedem Dorf und jedem Weiler, von jedem Staat und jeder Stadt läuten lassen, werden wir diesen Tag schneller erleben, wenn alle Kinder Gottes, schwarzer Mann und weißer Mann, Juden und Christen, Protestanten und Katholiken Hände halten können und die Worte des alten Spirituals: Endlich frei, endlich frei singen.« (Martin Luther King, Testament der Hoffnung, 6.Aufl. 1989, Gütersloher Verlagshaus, S.124f)
»Ich habe das Gelobte Land gesehen… Aber ihr sollt heute abend wissen, dass wir, als ein Volk, in das Gelobte Land gelangen werden. Meine Augen haben die Herrlichkeit des kommenden Herrn gesehen.« (Martin Luther King, Testament der Hoffnung, 6.Aufl. 1989, Gütersloher Verlagshaus, S.117)

In den Medien hört und sieht man nur immer wieder von Masseninfizierungen, aber kaum ein Wort der Besinnung auf unseren Gott.

Persönliches Zeugnis:
Anfang der 1990er Jahren wäre ich fast an einer beidseitigen Lungenentzündung hops gegangen. Eins weiß ich noch: Es war übelst, langsam immer weniger Luft zu bekommen!
1999 hätte mir dann beinahe ein Asthmaanfall nach einer massiven Staubattacke das Lebenslicht ausgeblasen. Gott hatte es aber anders mit mir im Sinn und am Folgetag hab ich dann das Tageslicht im Schwabinger Krankenhaus wieder erblickt.
Bis der Herr beschließt, mich endgültig von diesem Planeten zu rufen, möchte ich erklären, dass ich an Jesus Christus als wahren Herrn und Erlöser glaube. Ich glaube, dass Jesus der Sohn Gottes ist, er hat sich als freiwilliges Opfer ans Kreuz schlagen lassen, starb für unsere Sünden und ist von den Toten auferstanden. Jesus Christus liebt uns alle, viel mehr als wir verdienen, und vergibt unsere Sünden, wenn wir an ihn glauben und unsere Schuld bereuen.
Es steht geschrieben:
“Jesus spricht: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt; und jeder, der da lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben. Glaubst du das?” (Johannesevangelium 11,25f)
Also, ihr Lieben, nur für den Fall, dass es mich irgendwann erneut trifft und ich nicht mehr dazu käme, euch noch was zu schreiben…
Wer an Christus glaubt, ihm vertraut, kann niemals tiefer fallen als in Gottes Hand! Wolfgang Stoitzner

Buddhismus

Buddhismus als Weg zu Wohlbefinden und Entspannung? Viele moderne Zeitgenossen fühlen sich vom Buddhismus stark angezogen. Der lächelnde Buddha ist heute ein Symbol von Friedfertigkeit und Gelassenheit und daher zum wichtigen Accessoire geworden – vor allem im Bereich von Entspannung und Wellness. Auch den ehemaligen Psychotherapeuten (Schwerpunkt Rebirthing. Durch eine bestimmte Atemtechnik sollen der Zustand der Geburt oder sogar vorgeburtliche Erinnerungen bewusst wieder erlebt werden) Martin Kamphius beeindruckte die Friedfertigkeit des Buddha. Eine persönliche Begegnung mit dem Dalai-Lama faszinierte ihn derart, dass er sich sieben Jahre den strengen Regeln des tibetischen Buddhismus unterwarf. Die Kernlehre des Buddhismus ist die Überwindung des Leidens mithilfe eines achtfachen Pfades, der Regeln der Weisheit, Sittlichkeit und Achtsamkeit enthält, und an dessen Ende die Erleuchtung und das Nirvana stehen. Yoga und Meditation sind wichtige Mittel, um zu einer inneren Leere und schließlich zu einem neuen geistlichen Bewusstsein zu gelangen. Auf dem Weg zu diesem Ziel, der sich angeblich übermehrere Leben erstreckt, ist allerdings jeder auf sich alleine gestellt. Im Gegensatz zum Christentum kennt der Buddhismus keinen Erlösergott, der den Menschen persönlich liebt und ihm nah sein möchte. Kamphuis erlebte einen Weg, der auf die genaue Befolgung der Lehranweisungen und Praktiken größten Wert legte. Jede Handlung und jede falsche Körperhaltung hatte Konsequenzen für das Erreichen der Erleuchtung. Dadurch entwickelte sich eine große Angst, etwas falsch zu machen. So standen am Ende oft Verzweiflung und Stress. Eines Tages, er war gerade mit seiner Frau in Australien auf Weltreise, hörten beide von Christus. Tief berührt von seiner Liebe, tat sich ihnen eine völlig neue Welt auf. Im Gegensatz zu Buddha entfloh Jesus der grausamen Welt und ihren Leiden nicht, sondern starb selbst grausam am Kreuz für die Sünder. Wer mit seiner Schuld zu ihm kommt und sich ihm anvertraut, darf inneren Frieden und Veränderung erfahren. Martin Kamphuis erfuhr, dass beidem Gott der Bibel Erlösung nicht von Leistung abhängt und welchen gefährlichen Einfluss fernöstliche Praktiken haben können. Vor einigen Wochen hielten Martin und Elke Kamphuis,eine ehemalige Esoterikerin, einen aufklärenden Vortrag bei uns. Hildegund Beimdieke https://www.feg-herborn.de/gemeindemagazin/

Herr, ich erbitte weder Gesundheit noch Krankheit

„Herr, ich erbitte weder Gesundheit noch Krankheit, weder Leben noch Tod; sondern daß du bestimmst über meine Gesundheit und meine Krankheit, über mein Leben und über meinen Tod, zu deiner Ehre, zu meinem Heil und zum Nutzen der Kirche und deiner Heiligen, zu denen zu gehören ich durch deine Gnade hoffe. Du allein weißt, was gut für mich ist: du bist der alleinbestimmende Herr; tue, was du willst. Gib mir, nimm mir; aber füge meinen Willen dem deinen ein; daß ich in einer demütigen und vollkommenen Unterwerfung und in einem heiligen Vertrauen mich bereite, die Weisungen deiner ewigen Vorsehung anzunehmen und alles, was von dir kommt, in gleicher Weise anzubeten.“ (Blaise Pascal, Aus: ‚Gebet zu Gott um den rechten Gebrauch der Krankheit‘)

Glaubenssieg

Das Coronavirus und der spanische Alarmzustand bewirken neue Gründe für Dankbarkeit. Heute nach dem Aufwachen stelle ich fest: Der Wecker leuchtet – wir haben noch Strom. Sogar Wasser fließt aus dem Hahn, ich kann Kaffee kochen, obwohl wir unsere Badewanne noch nicht volllaufen lassen haben. Und vor allem, meine Glaubenserfahrung von gestern hat weitere Früchte getragen.
Als ich die leeren Regale und lange Schlangen an der Kasse im Supermarkt gesehen habe, hat mich die Panik schon erwischt. In solchen Situationen läuft mein Kopf wie verrückt: Was sollen wir machen? Uns auch ins Auto setzen, durch die Freitagnachmittag-Staus kämpfen und es bei Lidl mit Mehl und Zucker vollladen, wenn es noch welche gibt? Oder doch 1000 € für zwei Heimflugtickets morgen ausgeben, weil im April Easyjet wohl nicht mehr fliegen wird? Und dann ist mir die Predigt von vorgestern eingefallen: Glaube ist eine Entscheidung, sich auf den allmächtigen und mich liebenden Gott zu verlassen, der für mich sorgt und sorgen wird, wie Er das schon seit über 40 Jahren auf übernatürliche Weise tut. Sein Heiliger Geist wird uns selbst in den schlimmsten Zeiten zu den richtigen Entscheidungen führen und wir sollen in Seinem Frieden ruhen. Ich habe mich also mit meinem bisschen Brot in die Schlange eingereiht. Aber dann am Abend bombardierten mich die spanischen, deutschen und ungarischen Nachrichten. Wie ich mich kenne, konnte ich keine ruhige Nacht erwarten: Mein Kopf läuft in solchen Situationen auf Hochtouren, tausend Ideen kommen mir, ich erwäge die Möglichkeiten hin und her – keine Voraussetzung für einen guten Schlaf. Und was schenkt mir Gott? Nach einem wunderbar langen und schönen Traum einen leuchtenden Wecker und fließendes Wasser. Dankbarkeit und Frieden.
FB Andreas Solymosi
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Steige jetzt herab vom Kreuz, damit wir sehen und glauben! – Markus 15,32

Der obere Satz wurde von einigen Leuten gesagt, die Jesus beim Sterben am Kreuz anschauten.
Als wir diesen Text nach dem Abendessen noch am Esstisch lasen, wie wir es fast jeden Tag tun, erinnerte ich mich überraschenderweise sofort an den fast gleichen Satz, den mein Vater oft wiederholte: “Ja, lass deinen Jesus mir das antun und ich werde es glauben. Und warum macht er das nicht, he? “
Gleiche Frage wie damals und heute, doch sind inzwischen mehr als 2000 Jahre vergangen. Wir denken oft, dass der Mensch sich weiterentwickelt hat, sich verändert hat, mehr belesen ist usw. Vielleicht könnte man sagen, wir hätten niemals wie diese auf einen sterbenden Menschen so reagieren können. Aber der Kommentar meines Vaters brummt immer noch in meinem Kopf und sagt mir, dass, in dieser Hinsicht, keine Veränderung zu sehen ist. Was noch überraschender ist ist, dass der Hintergrund oder das Gespräch, in dem diese fesselnde Frage gestellt wird, im Wesentlichen die gleiche Situation wie damals entspricht: Lächerlichkeit und Verachtung für das geschehene, unteranderem auch als Folge des Unglaubens.
Durch diesen Satz haben diese Menschen folgendes zusammen gefasst: „Lass uns etwas sehen, dann werden wir glauben“.
Ich habe mich aber immer gefragt: wenn wir annehmen, dass der Glaube vom Sehen kommt, wie viel muss man denn sehen, um zu glauben? Stimmt es wirklich, dass der Mensch zuerst schauen muss, um Glauben zu können? Und infolge dessen, muss Gott eigentlich den Menschen beweisen, wozu er fähig ist? Und wenn ja, wie lange muss er das tun?
Obwohl in meinem Leben und das in meiner Familie viele Ereignisse gegeben hat, wo mein Vater sehen und glauben konnte, glaubt er immer noch nicht. Und das katapultiert mich wieder in die Vergangenheit, genau dort, wo diese Leute miteinander reden und nicht verstehen, was sie sehen.
Können wir behaupten, sie kannten Jesus nicht? Sie hatten bestimmt davon gehört. So viel hatten sie gehört, dass sie sogar den Grund seiner Verurteilung wussten: weil er der “König der Juden ist”. Sie hatten auch gehört, dass er ein Prophet war. Genauso hatten sie auch gehört, was er über den Tempel sagte: ich werde ihn abreißen und in 3 Tagen wiederaufbauen.
Nein, sie kannten ihn und was er vor der Kreuzigung gemacht hat. Und trotz dieser Erkenntnisse, obwohl sie so viel wussten, forderten sie erneut ein letztes ultimatives Zeichen, das alles andere umstürzen würde: Er soll vom Kreuze herabsteigen, soll sich von den in Hände und Füße geschlagenen heiligen Nägel befreien, und dann, ja erst dann werden wir an ihn glauben.
Die Wahrheit ist, dass dieser am Kreuz festgenagelte Mann, genannt Jesus, tatsächlich das Ultimative, Wunderbare und Erfüllende tut: Der Unschuldige gibt sein Leben für die Schuld anderer. Jesus wusste sehr wohl, was seine Mission war. In seiner Liebe warnte er seine Jünger oft, dass er gekommen sei, um gekreuzigt zu werden. Sein Richter würde nicht der Mensch sein, sondern Gott, der Schöpfer, und seine Schuld wäre die Rebellion des Menschen gegen den Schöpfer.
Genau hier zeigte sich die göttliche Liebe, die Höchste, die es je geben kann: Dein Leben geben damit andere Leben können. Das Kreuz ist der Altar, und Jesus ist das Lamm, das geopfert werden soll. Was für ein großer Schmerz muss es für Gott, den Vater Christi, gewesen sein, die Nägel in den Händen seines Sohnes sehen zu müssen. Der Schmerz war so groß, dass sich sogar der Himmel veränderte und es schien, als ob die Welt in zwei Teile geteilt war.
Er, der keine Schuld hatte, war der einzige, der ein solches Opfer bringen konnte. Genauso wie das unschuldige Lamm …
Er ist für dich und für mich da. Du und ich hätten an seiner Stelle sein sollen. Lasse nicht zu, dass der Zweifel oder Zynismus dein Herz verhärtet, sondern schaue auf Jesus, der gerade sein Leben gibt, damit du das Leben hast, und nicht irgendein Leben, sondern das Wahre.
Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat. 
Johannes 3:16 Größere Liebe hat niemand als die, dass einer sein Leben lässt für seine Freunde.
Johannes 15:13 Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes geglaubt hat.
Von Mathias Februar 8, 2020
Johannes 3:17-18 Bibeltext: Schlachter 2000, https://www.schlachterbibel.de/de/bibel/johannes/
https://www.wortzentriert.at/wer-wir-sind-was-wir-wollen/