Was bedeutet es, dass Gott Geist ist?

Antwort
Die Lehre „Gott ist Geist“ finden wir in Johannes 4,24: „Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.“ Jesus sagte das zu einer Frau, die dachte, dass der physische Ort eine Rolle spielt bei der korrekten Anbetung von Gott.
Die Tatsache, dass Gott Geist ist, bedeutet, dass Gott, der Vater, keinen menschlichen Körper hat. Gott, der Sohn, kam in menschlicher Form auf die Erde (Joh. 1,1.14), aber Gott, der Vater, nicht. Jesus ist einzigartig als „Emmanuel“, übersetzt „Gott mit uns“ (Matthäus 1,23). 4. Mose 23,19 betont Gottes Wahrhaftigkeit, indem er mit sterblichen Menschen verglichen wird: „Gott ist nicht ein Mensch, dass er lüge, noch ein Menschenkind, dass ihn etwas gereue. …“
Manche fragen, warum die Bibel manchmal so über Gott spricht, als hätte er einen Körper. Zum Beispiel erwähnt Jesaja 59,1 Gottes „Hand“ und „Ohr“. 2. Chronik 16,9 spricht von Gottes „Augen“. Matthäus 4,4 legt Worte in Gottes „Mund“. Im 5. Buch Mose 33,27 hat Gott „Arme“. All diese Verse sind anthropomorphischen Beispiele — ein Weg, um Gott mit anatomischen oder emotionalen Begriffen zu beschreiben, damit Menschen ihn besser verstehen können. Die Verwendung von Anthropomorphismus, einer Form der bildhaften Sprache, impliziert nicht, dass Gott einen realen Körper hat.
Zu sagen, dass Gott Geist ist, heißt zu sagen, dass Gott, der Vater, unsichtbar ist. Kolosser 1,15 nennt Gott den „unsichtbaren Gott“. 1. Timotheus 1,17 preist Gott: „Aber Gott, dem ewigen König, dem Unvergänglichen und Unsichtbaren, der allein Gott ist, sei Ehre und Preis in Ewigkeit! Amen.“
Obwohl Gott Geist ist, ist er auch ein lebendiges Wesen mit Persönlichkeit. Somit können wir ihn auch persönlich kennen. Josua 3,10 spricht von Gott auf diese Art: „Daran sollt ihr merken, dass der lebendige Gott unter euch ist“. Psalm 84,2 verkündet: „… mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott…“.
Philosophisch betrachtet muss Gott ein Geist sein, damit er unendlich ist. Wenn Gott auf einen physischen Körper beschränkt wäre, könnte er nicht allgegenwärtig sein (an allen Orten gleichzeitig). Gott, der Vater, ist nicht auf dimensionale Beschränkungen eines erschaffenen Wesens limitiert, sondern kann überall gleichzeitig existieren. Gott ist die nicht-erschaffene Erste Ursache, die die Kraft hinter allen anderen Wesen ist.
Interessanterweise stellt Johannes 4,24 eine Verbindung zwischen Gott als Geist und der Anbetung von ihm in Geist und in Wahrheit her. Die Idee dahinter ist: Da Gott Geist ist, müssen Menschen ihn korrekterweise (in Wahrheit) und in Geist (mit ihrer Seele oder Herzen) anbeten, im Gegensatz zur Anbetung durch diverse Traditionen, Rituale oder physische Örtlichkeiten.
https://www.gotquestions.org/Deutsch/Gott-ist-geist.html

Das Wesen Gottes

1. Einzigartige Eigenschaften (die nur Gott besitzt)

Selbstexistenz. Seine Existenzgrundlage liegt in ihm selbst. Das heißt nicht, dass er sein eigener Urheber ist, sondern vielmehr, dass er nie entstanden, verursacht oder geschaffen worden ist (2.Mose 3,14; Ps. 36,10; Joh. 5,26).

Allgegenwart. Er ist unbeschränkt in Bezug auf Raum und Zeit. Gott ist jederzeit und überall mit seinem ganzen Wesen gegenwärtig (Ps. 139,7-12). Dies nennt man „Omnipräsenz“.
Kein Mensch kann also vor Gott fliehen oder sich vor ihm verstecken (Jer. 23,23-24; Ps. 139,1-12).

Allmacht. Gott ist fähig, alles zu vollbringen, was seinem Wesen entspricht (Hiob 42,1.2; Mt. 19,26). Dies wird mit „Omnipotenz“ bezeichnet. Es gibt nichts, was für Gott zu schwer wäre. Hinter seinen Versprechungen und Bündnissen steht seine Macht. Wir können sogar für Dinge beten, die uns unmöglich erscheinen (1.Mose 18,14).

Allwissenheit. Er hat unbegrenztes Wissen und unermessliche Einsicht (Ps. 147,4; Hiob 28,20-24). Ihm ist nichts verborgen, und er kann nie etwas herausfinden, was ihm bisher unbekannt gewesen wäre. Gott kennt sogar das Mögliche; er weiß, was wäre, wenn wir eine bestimmte Richtung einschlügen. Er kennt unser gesamtes Leben, ehe wir geboren sind (Ps. 139,16). Gottes Allwissenheit offenbart seine Gnade, in dem er uns vollständig kennt, und uns doch retten und schützen will, trotz unserer sündigen Wege. Weil Gott sich aller Möglichkeiten bewusst ist, weiß er auch, was das Beste für unser Leben ist.

Unendlichkeit. Gott kann mit keinem Maß gemessen werden (1.Kön. 8,27; Apg. 17,24-25). Er ist frei von jeglicher Begrenzung – sowohl räumlich als auch in seinem Wesen. Das bedeutet, dass seine Eigenschaften, wie z.B. Güte und Wahrheit, ebenfalls unbegrenzt sind.

Ewigkeit. Gott existiert ohne Anfang oder Ende. Er überschreitet die Dimension der Zeit. Nach unserem Zeitverständnis erstreckt er sich unbegrenzt nach vorne und nach hinten. Die Bibel drückt das folgendermaßen aus: „von Ewigkeit zu Ewigkeit bist du, Gott“ (Ps. 90,2). Sein Name „ich bin“, mit dem er sich Mose offenbart (2.Mose 3,14), drückt ebenfalls seine ewige Existenz aus.

Unveränderlichkeit. Gott kann sein Tun und Handeln ändern, aber niemals sein eigenes Wesen (Mal. 3,6; Jak. 1,17). Er ist immer der Gleiche in seinen Eigenschaften: „er bleibt treu, denn er kann sich selbst nicht verleugnen“ (2.Tim. 2,13). Gottes Unveränderlichkeit bietet Gläubigen Trost und Gewissheit, dass sich seine Zusagen erfüllen werden: „Sollte er etwas sagen und nicht tun? Sollte er etwas reden und nicht halten?“ (4.Mose 23,19 LÜ).

Souveränität. Gott ist der überlegene, erhabene und selbständige Herrscher des Himmels und der Erde (Ps. 47,8-10; 135,6). Niemand kann ihm etwas vorschreiben. Er regiert alles nach dem Ratschluss seines Willens (Eph. 1,11). Auch menschliche Regierungen (Röm. 13,1) und sogar das Böse (Spr.16,4) sind in seine Pläne eingeschlossen. Alles ist unter seiner Kontrolle.

2. Vermittelbare Eigenschaften (die auch Menschen haben können)

Liebe. Die Bibel sagt klar: „Gott ist Liebe“ (1.Joh. 4,8), aber es ist nicht leicht, Liebe zu definieren. Wir wollen es folgendermaßen versuchen: „Sie ist die aufopfernde und selbstlose Haltung, das Beste für den anderen zu wollen und zu tun.“ Gottes Liebe ist freiwillig und unabhängig von der Gegenliebe sowie von Handlungen des geliebten Gegenstandes. Deshalb sandte Gott seinen Sohn für uns Menschen (Joh. 3,16; Röm. 5,8). Im 1.Korintherbrief (Kap. 13,4-7) finden wir eine wundervolle Beschreibung der Liebe Gottes.

Zorn. Im ersten Moment mag es den Anschein haben, Gottes Zorn widerspreche seiner Liebe. Aber dem ist nicht so, denn Gottes Zorn ist gerecht. Er hat ein heiliges Missfallen an allem Bösen (Röm. 2,5-8; Kol. 3,5-7). Römer 1,18 macht deutlich, dass sein Zorn gegen alle „Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen“ entbrennt.

Heiligkeit. Heilig bedeutet getrennt von allem Bösen und erfüllt vom Guten und Richtigen. Gott macht seine Heiligkeit besonders im Alten Testament bekannt (3.Mo. 11,44; Ps. 99,9; Jes. 40,25). Absolut gesehen ist niemand heilig außer Gott (Offb. 4,8), dennoch sind auch wir Menschen als seine Geschöpfe berufen, ein heiliges Leben zu führen, welches seinem heiligen Wesen entspricht: „Seid heilig, denn ich bin heilig“ (1.Pt. 1,16). Das ist der unfehlbare Maßstab für das Leben und Verhalten eines Gläubigen: Ist es heilig?

Gerechtigkeit. Von Gott kann nichts Falsches ausgehen, er ist immer unparteiisch und fair. Er handelt in jeder Sache unfehlbar richtig (Ps. 145,17) und wird jeden Menschen nach seinem gerechten Maßstab beurteilen (Ps. 19,9-10; 89,15). Seine Gerechtigkeit verlangt, dass Sünde bestraft wird, aber er ließ seinen Sohn diese Strafe tragen: „die Strafe lag auf ihm zu unserm Frieden“ (Jes. 53,5).
Auch wenn wir ungerecht behandelt werden, können wir zuversichtlich auf die triumphierende Gerechtigkeit des Herrn warten (1.Kor. 4,5). Da Gott gerecht ist, ist es außerdem richtig, dass wir im täglichen Leben und in allen Bereichen für die Gerechtigkeit eintreten.

Wahrhaftigkeit. Gott hält immer und ohne Ausnahme an der Wahrheit fest. In ihm ist keine Falschheit. Er ist wahrhaftig von Grund auf und kann nichts tun, was ihm selbst widerspricht (Röm. 3,4). Er spricht die Wahrheit und meint, was er sagt (4.Mose 23,19). Seine Verheißungen können nie aufgelöst werden oder unerfüllt bleiben und die Bibel, sein Wort, muss irrtumslos wahr sein. Wir können deshalb seinen Versprechen völlig vertrauen (Tit. 1,2).

Güte. Ist es nicht atemraubend, wenn die Bibel verkündet, dass der allmächtige Schöpfer-Gott grundsätzlich gut ist? „Preist den HERRN, denn er ist gut“ (Ps. 106,1)! Wir können Gottes Güte als wohlwollende Fürsorge für seine Geschöpfe umschreiben (Apg. 14,16-17). Er ist voll von Güte, Freundlichkeit und Wohlwollen (Ps. 119,68; 145,8). Seine Herzensgüte ist die Eigenschaft, die die Menschen zur Buße leiten sollte (Röm. 2,4). Auch wenn wir Gottes Wege gewiss nicht immer verstehen, sollten wir seine Güte nicht in Zweifel ziehen.
Es gibt verwandte Eigenschaften Gottes, die verschiedene Aspekte seiner Güte widerspiegeln wie z.B. Barmherzigkeit (Ps. 103,8) und Geduld (2.Pt. 3,9).

Gnade. Gnade ist die unverdiente Gunst Gottes dem Menschen gegenüber, wie sie vor allem in der Person und dem Werk Jesu Christi sichtbar wird. Sie bietet dem Menschen unverdiente und frei geschenkte Rettung an (Eph. 2,8). Gottes Gnade steht selbstverständlich eng mit seiner Liebe in Beziehung und stammt aus ihr.

3. Abschließende Bemerkungen

Gottes Eigenschaften sind die Qualitäten, die sein ganzes Wesen ausmachen. Sie sind charakteristisch für seine Natur, es sind seine essentiellen Wesenszüge. Eine Eigenschaft sollte nicht als ein Teil von Gott gesehen werden, sondern als die Wahrheit über ihn. Das heißt, jede Eigenschaft charakterisiert sein ganzes Wesen. Er wäre nicht länger Gott ohne auch nur eine dieser Eigenschaften. Man sollte keine Eigenschaft höher achten als eine andere. Wenn wir beispielsweise Gottes Liebe betonen, aber seine Gerechtigkeit herunterspielen, machen wir eine Karikatur aus ihm. Nur, wenn wir alle Eigenschaften zusammen als gleichwertig betrachten, haben wir ein ausgeglichenes, der Wahrheit entsprechendes Bild von Gott.

Wenn wir alle Eigenschaften Gottes zusammen betrachten, ergibt sich für den Christen eine beruhigende und mutmachende Wahrheit: Da Gott Liebe ist sowie allmächtig und souverän, entgleitet nichts seiner Kontrolle und dem Gläubigen wird nichts begegnen, was der Allmächtige nicht wüsste und was nicht vorher durch den Filter seiner Liebe gegangen ist. Die Bibel sagt es wie folgt (Röm. 8,28): „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken, denen, die nach seinem Vorsatz berufen sind“.
https://www.jesus-folgen.net/das-wesen-gottes/

Wir können das Wort „Gott“ nicht reinwaschen

Ja, es ist das beladenste aller Menschenworte. Keins ist so besudelt, so zerfetzt worden. Gerade deshalb darf ich darauf nicht verzichten. Die Geschlechter der Menschen haben die Last ihres geängstigten Lebens auf dieses Wort gewälzt und es zu Boden gedrückt; es liegt im Staub und trägt ihrer aller Last … Wo fände ich ein Wort, das ihm gliche, um das Höchste zu bezeichnen! Nähme ich den reinsten, funkelndsten Begriff aus der innersten Schatzkammer der Philosophie, ich könnte darin doch nur ein unverbindliches Gedankenbild einfangen, nicht aber die Gegenwart dessen, den ich meine, dessen, den die Geschlechter der Menschen mit ihrem ungeheuren Leben und Sterben verehrt und erniedrigt haben. Ihm meine ich, ja, ihn, den die höllengepeinigten, himmelsstürmenden Geschlechter des Menschen meinen.
Wir müssen die achten, die es verpönen, weil sie sich gegen das Unrecht und den Unfug auflehnen, die sich so gern auf die Ermächtigung durch „Gott“ berufen; aber wir dürfen es nicht preisgeben. Wie gut läßt es sich verstehen, daß manche vorschlagen, eine Zeit über „die letzten Dinge“ zu schweigen, damit die mißbrauchten Worte erlöst werden! Aber so sind sie nicht zu erlösen. Wir können das Wort „Gott“ nicht reinwaschen, und wir können es nicht ganzmachen; aber wir können es, befleckt und zerfetzt wie es ist, vom Boden erheben und aufrichten über einer Stunde großer Sorge. (Begegnung) Martin Buber

https://www.martin-buber.com/zitate/gott/

Was ist Christus nun: Mensch oder Gott?

Beides. Er ist «der Mensch Christus Jesus» (1. Tim 2,5), aber auch «der wahrhaftige Gott» (1. Joh 5,20), «Gott, gepriesen in Ewigkeit» (Rö 9,5).

Ja, viele! Die Bibel lässt keinen Zweifel offen, dass Er Gott ist. Überdenke Folgendes:

Seine ewige Existenz (Präexistenz):

– Er war da, bevor und als die Welt erschaffen wurde (beachte das «uns» in 1. Mose 1,1.26; Joh 1,1; Heb 1,2). In der Zeit des Alten Testaments erschien Er manchmal als «der Engel des HERRN (Ri 6,11–22 usw.).

Seine Eigenschaften:

– Er ist ewig (Jes 9,5; Micha 5,1; Joh 8,58 usw.).

– Er ist unveränderlich (Mal 3,6; Ps 102,26–28;

Heb 1,10–12).

– Er ist allmächtig (Off 1,8; Phil 3,21).

– Er ist allwissend (Joh 2,25; 6,64; 21,17 usw.).

– Er ist allgegenwärtig (Mt 28,20 usw.).

Weitere Beweise:

– Er erschuf alle Dinge (Joh 1,3.10; Kol 1,16; Heb 1,2).

– Er erhält und trägt alle Dinge (Heb 1,3; Kol 1,17).

– Er bewies seine göttliche Macht dadurch, dass Er viele

Wunder wirkte, dass Er anderen Gewalt gab, Wunder zu

wirken (Mt 10,1), und durch die Wunder, die andere

in seinem Namen wirkten (z.B. Apg 4,10).

– Er vergibt Sünden (Lk 5,20–24; Kol 3,13).

– Er hat Macht, sein Leben hinzugeben und es wieder zu

nehmen (Joh 10,17.18; 19,30).

– Er ist aus den Toten auferstanden und wird die Toten auferwecken (Lk 24,1–6; Joh 5,28.29; 11,25).

– Er gibt den Glaubenden ihre Belohnung (2. Kor 5,10; 2. Tim 4,8).

– Er empfängt Anbetung und nimmt sie auch an (Joh 5,23; 9,38; Lk 24,52).

– Er wird die Welt richten (Joh 5,22; Apg 17,31; Off 20,12).

– Der HERR des Alten Testaments ist Jesus im Neuen Testament. Der HERR ist «der Erste und der Letzte» (Jes 41,4; 44,6; 48,12) und so ist es auch der Herr Jesus (Off 1,17; 2,8; 22,13). Johannes setzt Christus mit dem HERRN gleich (vgl. Joh 12,40.41 mit Jes 6,10).

Glauben wir alle an denselben Gott?

Wie verhält sich der christliche Glaube zu den anderen Religionen? Oft steckt hinter dieser Frage der Wunsch, dass die Konflikte und Kriege, die religiös motiviert sind, endlich aufhören. Denn, so denken viele, wenn wir erkennen, dass wir alle an denselben Gott glauben, würden wir friedlich zusammenleben. Dabei wird übersehen, dass viele Konflikte und Kriege zwischen Anhängern derselben Religion ausgetragen wurden und werden (z. B. Katholiken gegen Protestanten, Schiiten gegen Sunniten). Persönlich stelle ich mir die Frage auch. Vor allem dann, wenn ich Menschen begegne, die einer anderen Religion angehören, die ganz anders glauben als ich. Wie verhält sich der christliche Glaube zu den anderen Religionen? Glauben alle Religionen an denselben Gott? Gott = Jahwe = Allah = Jesus = Brahman? Zunächst gilt: Wenn zwei dasselbe sagen, meinen sie noch lange nicht dasselbe. Wenn zwei von „Gott“ reden, meinen sie noch lange nicht denselben. Die Religionen reden ja gar nicht von „Gott“; die eine redet von „Jahwe“, von „Gott“ als „Vater“; die anderen von „Allah“; in der dritten steht das „Brahman“ im Mittelpunkt, sie lehnt die Vorstellung von einem persönlichen höchsten Wesen ganz ab. Wenn wir sagen: Allen Religionen geht es um „Gott“, dann setzen wir voraus: Jahwe = Allah = Jesus = Brahman… Um herauszufinden, ob alle Religionen an denselben Gott glauben, müssen wir zuerst einmal herausfinden, was sie über Gott sagen. Es lohnt sich, sein Wissen über andere Religionen zu erweitern und dabei zu entdecken, was uns verbindet und was den eigenen Glauben einzigartig macht. Besonders interessant ist dabei das persönliche Gespräch über Glaubensfragen: Was macht deinen Glauben aus? Wer ist Gott für dich? Nur ein Stück vom Elefanten? Eines der beliebtesten Beispiele bei der Frage nach den verschiedenen Religionen ist das sogenannte Elefantengleichnis: Mehrere Blinde ertasten verschiedene Körperteile (Rüssel, Bein, Ohr…) eines ihnen unbekannten Tieres, um zu begreifen, was für ein Tier es ist. Anschließend vergleichen sie ihre Erkenntnisse und stellen fest, dass sie zu ganz unterschiedlichen Schlussfolgerungen gekommen sind, obwohl es doch derselbe Elefant war. Übertragen auf unsere Frage, wird es dazu benutzt, um zu zeigen: Die unterschiedlichen Religionen haben nur ein Stück von (demselben) Gott erkannt. Weitergedacht bedeutet es dann aber auch: Keine Religion ist fähig, Gott wirklich zu erkennen. Jeder von uns hat nur ein kleines Stück der Wahrheit in der Hand, keiner erkennt Gott ganz, keiner kennt ihn wirklich. Und deshalb sind alle Religionen dann auch gleich wahr bzw. genauer gesagt gleich unwahr. Gott – worauf du dich verlassen kannst! Die Überzeugung, dass alle Religionen an denselben Gott glauben, ist in der Bibel nicht zu finden. Dass es andere Götter gibt, ist für die Bibel keine Streitfrage; sehr wohl aber, welcher der vielen Götter denn den Namen Gott verdient; wer es allein verdient, Gott genannt zu werden. (vgl. 1. Korinther 8,5-7) Denn bei der Frage nach Gott geht es um Leben und Tod: Wer ist der Gott, auf den ich mich verlassen kann im Leben und im Sterben? Wer kann mich retten, mir vergeben, mir ewiges Leben geben? Hier geht es nicht um theoretische Gedankenspiele, sondern um Fragen, die mich unmittelbar betreffen. Der Gott der Bibel lässt uns eben nicht im Unklaren mit verbundenen Augen nach ihm tasten. Er steht nicht stumm da wie der Elefant im Elefantengleichnis. In Jesus Christus wird er Mensch und zeigt uns, wer er ist (vgl. Johannes 1,18). Er macht uns klar, dass wir durch unsere guten Taten nicht vor ihm bestehen können und das auch nicht brauchen. Am Kreuz zeigt er uns, wie sehr er uns liebt und dass er uns vergibt. Er lässt uns nicht im Ungewissen, was nach dem Tod kommt. Auf diesen Gott kannst du dich verlassen. Was, wenn ich in Lessings Ring einen Karabiner einhake? Lessings „Ringparabel“ hat wie keine andere Geschichte die aufgeklärte Haltung zur Frage nach den verschiedenen Religionen geprägt. Die Ringparabel aus seinem Stück „Nathan der Weise“ handelt von drei Brüdern, die je einen Ring von ihrem Vater bekommen. Nur ein Ring ist echt, keiner weiß welcher, alle sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Im Lauf der Geschichte wird klar, dass das nicht nötig ist: Der Kern von Judentum, Christentum und Islam (dafür stehen die drei Brüder) ist Liebe, die sich in guten Taten zeigt. Um das zu leben, ist es unerheblich, ob der eigene Ring der eine, der echte Ring ist. Dieses Bild hat bis heute viele Zuschauer und Leser überzeugt. Aber was wäre, wenn die Ringe keine Schmuckstücke wären, die man sich an den Finger steckt. Was, wenn es Ringe an einer Felswand wären, in die die drei Brüder bei einer Klettertour ihre Karabiner einhaken? Wenn einer stürzt, über dem Abgrund schwebt, nur noch von seinem Kletterseil gehalten, durch den Karabiner im Ring in der Felswand gesichert, dann macht es einen Unterschied, ob dieser Ring echt, stabil und tragfähig ist. Dann hängt das Leben davon ab. „Glauben“ bedeutet, nach seinem hebräischen Sinn, etwas als fest und zuverlässig zu akzeptieren und sich daran festzumachen. Echte Toleranz „Wir glauben doch alle an denselben Gott!“ klingt auf den ersten Blick sehr tolerant, ist es aber nicht. Toleranz kommt vom Lateinischen „tolerare“, etwas ertragen, aushalten, erdulden. Wer wirklich tolerant sein will, der sollte die Einzigartigkeit der verschiedenen Religionen achten und die Unterschiede aushalten. Die Bibel zeigt uns einen Gott, der uns nicht im Unklaren lässt, sondern auf den wir uns verlassen können. An ihn zu glauben, heißt nicht, andere Religionen zu bekämpfen, sondern die Menschen so zu lieben wie Jesus es getan hat. //

Jürgen Schmidt Leiter der Schüler-SMD
Die SMD ist ein Netzwerk für Christen in Schule, Hochschule und Berufswelt.
https://www.stadtmission-freiburg.de

Namen Gottes

Elohiom Gott mächtiger Schöpfer 1. Mose 1, 1, vgl. Matth. 27, 46
El Roi Der Gott, der mich sieht 1. Mose 16, 13 – 14
El Schaddaj Gott, der Allmächtige 1. Mose 17, 1 – 2
El Olam Der ewige Gott 1. Mose 21, 32 – 33
Jahwe Jireh Der Herr wird vorsehen 1. Mose 22, 13 – 14
Jahwe Ich bin (da für dich) 2. Mose 3, 14 – 15
Adonaj Herr, Meister Psalm 16, 2
Jahwe Ropheh Der Herr, der heilt 2. Mose 15, 26
Jahwe Nissi Der Herr, mein Banner 2. Mose 17, 15 – 16
Esch Ochlah; El Qannah Verzehrendes Feuer, Eifersüchtiger Gott 2. Mose 34, 14; 5. Mose 4, 23f
Qedosch Jisrael Der Heilige Israels 3. Mose 19, 1 – 2
Jahwe Schalom Der Herr ist Frieden Richter 6, 24 (Luther 1999)
Jahwe Zebaoth Der Herr der Heerscharen 1. Samuel 17, 45 – 46 (rev. Elberf. 2006)
Jahwe Zurih Der Herr ist mein Fels Psalm 144, 1
Jahwe Roi Der Herr ist mein Hirte Jesaja 26, 3 – 4; Psalm 62, 2 – 3
HaSchem Der Name 1. Könige 8, 28f
Melech König Psalm 72, 1 – 3
Isch Ehemann Hosea 2, 18.21f
El Chaj Lebendiger Gott 2. Könige 19, 15 – 16
Schofet Richter Psalm 94, 15 (rev. Elberf. 2006)
Miqweh Jisrael Hoffnung Israels Jer. 17, 7 – 8.13
Jahwe Zidqenu Der Herr, unsere Gerechtigkeit Jer. 23, 6
Ab, Abba, Pater Vater Lukas 15, 20
Wohnort, Zuflucht, Schild, Burg, starker Turm …
nach „Gottes Namen beten; seine Wesenszüge entdecken“ von Ann Spangler. Hänssler Verlag 2007
Bibelstellen sind meist nach der Neues Leben Übersetzung 2002 und 2005.
Manche sind aus der Revidierten Elberfelder 1985/1991 und wieder andere aus der Lutherübersetzung 1984.

Was bedeutet das Wort Gott

Das Wort „Gott“ ist kein Akronym, d.h. ein aus den Anfangsbuchstaben mehrerer Wörter gebildetes Kurzwort wie z. B. UFO (= Unbekanntes Flugobjekt). Gott hat sich den Menschen immer wieder mit neuen Namen offenbart, die mit ihrer Wortbedeutung das Wesen Gottes beschreiben (die folgenden Bibelstellen geben das erste Vorkommen an):

  • Elohim (1 Mose 1,1; Gott – Pluralform, um die Dreieinigkeit von Vater, Sohn und Heiligem Geist auszudrücken)
  • Eloah (41mal im Buch Hiob, sonst nur vereinzelt; Gott – Singularform von Elohim)
  • El (1 Mose 33,20; Gott, der Allmächtige)
  • El-Olam (1 Mose 21,33; ewiger Gott)
  • El-Schaddai (1 Mose 17,1; allmächtiger Gott)
  • El-Roi (1 Mose 16,13; Gott, der mich sieht)
  • Jahwe (1 Mose 2,4; nach 2 Mose 3,14-15 „Ich bin, der ich bin“)
  • Jahwe-Rapheka (2 Mose 15,26; Jahwe, dein Arzt)
  • Jahwe-Nissi (2 Mose 17,15; Jahwe, mein Panier)
  • Jahwe-Jireh (1 Mose 22,13+14; Jahwe ersieht)
  • Jahwe-Schalom (Richter 6,24; Jahwe ist Friede)
  • Jahwe-Zidkenu (Jeremia 23,6; Jahwe, unsere Gerechtigkeit)
  • Jahwe-Schammah (Hesekiel 48,35; Jahwe ist daselbst)
  • Jahwe-Roi (Ps 23,1; Jahwe, mein Hirt)
  • Jahwe-Zebaoth (Gott der Heerscharen)
  • Adonai (1 Mose 15,2; mein Herr, 134-mal im AT)

(Lit.: Abraham Meister: Biblisches Namenlexikon, Pfäffikon, 1970)

Aus „Fragen, die immer wieder gestellt werden“ von Prof. Dr.-Ing. Werner Gitt. Christliche Literatur-Verbreitung (CLV), 33661 Bielefeld. Hier veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Verlages.

Bild und Bildnis


Um den Unterschied zwischen Bild und Bildnis zu verdeutlichen, eine kleine
Aufzählung einiger biblischer Gottesbilder und ihre Abgrenzungen hierzu:

Gott ist wie ein Vater, aber kein noch so fürsorglicher Vater ist Gott.
Gott ist wie eine Mutter, aber keine noch so liebende Mutter ist Gott.
Gott ist wie ein guter Hirt, aber kein noch so guter Hirt ist Gott.
Gott ist wie eine Sonne, aber keine noch so helle Sonne ist Gott.
Gott ist wie eine Burg, aber keine noch so sichere Burg ist Gott.
Gott ist wie ein Schild, aber kein noch so großer Schild ist Gott.
Gott ist wie ein Retter, aber kein noch so guter Retter ist Gott.
Gott ist wie ein Fels, aber kein noch so fester Fels ist Gott.
Jedes einzelne Gottesbild beschreibt Gott, ist aber nicht Gott selbst.
Alle Namen und Gottesbilder, die wir Menschen für Gott finden, können Gott nie vollständig beschreiben. Gott ist mehr als wir Menschen mit Namen und Bildern ausdrücken können.

Warum wurde Gott Mensch?

„Denn als der Tod in die Menschheit durch dem Ungehorsam der Menschen eingetreten ist, war es passend, dass das Leben durch dem Gehorsam eines Menschen wiederhergestellt wird. Da die Sünde, die der Ursache unserer Verdammnis ist, ihren Anfang bei einer Frau gehabt hat, war es passend für den Autor unserer Gerechtigkeit und Erlösung von einer Frau geboren zu werden. Da der Teufel den Menschen besiegt hat, indem er ihn versucht hat, von einem Baum zu kosten, war es passend, dass der Teufel besiegt wurde, indem ein Mensch an einem Baum gelitten hat. 
Auf dieselbe Art zeigen viele andere Dinge, wenn wir sie richtig betrachten, die unausdrückbare Schönheit unserer Errettung, die Christus vollbracht hat.“
Anselm von Canterbury