Aufnahmegebühr

Und wenn auch eine Art von Kasse (gemeint ist eine Gemeindekasse für die Versorgung der Bedürftigen) vorhanden ist, so wird sie nicht etwa durch eine Aufnahmegebühr, was eine Art von Verkauf der Religion wäre, gebildet, sondern jeder einzelne steuert eine mäßige Gabe bei an einem bestimmten Tage des Monats, oder wann er will, sofern er nur will und kann. Denn niemand wird dazu genötigt, sondern jeder gibt freiwillig seinen Beitrag. Das sind gleichsam die Sparpfennige der Gottseligkeit. Denn es wird nichts davon für Schmausereien und Trinkgelage oder nutzlose Fresswirtschaften ausgegeben, sondern zum Unterhalt und Begräbnis von Armen, von elternlosen Kindern ohne Vermögen, auch für bejahrte, bereits arbeitsunfähige Hausgenossen, ebenso für Schiffbrüchige, und wenn welche in den Bergwerken, auf Inseln oder in den Gefängnissen, selbstverständlich nur dann, wenn wegen der Sache der Genossenschaft Gottes diese Heimsuchung sie trifft, Versorgungsberechtigte ihres Bekenntnisses werden. Aber sogar die Ausübung dieser hohen Art von Liebe drückt uns bei gewissen Leuten ein Makel auf. „Siehe“, sagen sie, „wie sie sich untereinander lieben“ – sie selber nämlich hassen sich untereinander – und „wie einer für den ändern zu sterben bereit ist“; sie selber nämlich wären eher bereit, sich gegenseitig umzubringen. Tertullian, Apologeticum, Kap 3

Wozu Beten?

„Die Gläubigen beten nämlich nicht, um Gott unbekannte Dinge anzutragen, ihn zu seiner Pflicht zu bewegen, oder den Säumigen zu mahnen, sondern
1. um sich selbst zu ermuntern, ihn aufzusuchen
2. um ihren Glauben zu üben, indem sie über die Verheißungen nachdenken,
3. um sich selbst zu erleichtern, indem sie ihre Sorgen in seinen Schoß abladen,
4. endlich um zu bezeugen, dass sie alles gute für sich wie für die anderen einzig von ihm erhoffen und erbitten.“
John Stott, Die Botschaft der Bergpredigt, s. 167

Ermutigungen in der aktuellen Situation

Ermutigung aus der Bibel
Gott spricht: „Wenn ich den Himmel verschließe und kein Regen fällt oder wenn ich der Heuschrecke gebiete, das Land abzufressen, und wenn ich eine Pest unter mein Volk sende, und mein Volk, über dem mein Name ausgerufen ist, demütigt sich, und sie beten und suchen mein Angesicht und kehren um von ihren bösen Wegen, dann werde ich vom Himmel her hören und ihre Sünden vergeben und ihr Land heilen“ (2. Chronik 7,13-14). Jetzt ist die Zeit, zu Gott umzukehren, ihm unsere Sünden zu bekennen und Gottes Vergebung anzunehmen.Ermutigung dank Gebet
Gebet für den Bundes-, National- und Ständerat sowie alle Menschen in Verantwortung. Gebet für Christen, dass sie diese herausfordernde Situation zur Ehre Gottes nutzen. Gebet für Menschen, die Jesus noch nicht kennen, dass sie ihn als persönlichen Herrn und Heiland ergreifen. Weitere Infos: www.gebet.chErmutigung durch persönliche Nachrichten
Ermutigung von Menschen durch Telefonate, Emails, SMS, WhatApps, Facebookposts usw. und sie auf die Hoffnung hinweisen, die Jesus uns schenkt, weil er uns das ewige Leben als Geschenk anbietet. Das kann z.B. durch die Weiterleitung der Tageslosung (zwei Bibelverse) geschehen. Mehr Infos: www.losung.chEvangelisation ist Ermutigung
Ein Postwurf mit einer kurzen christlichen Schrift (Traktat) ist eine gute Möglichkeit, ein ganzes Dorf mit dem Evangelium, der guten Nachricht und frohen Botschaft von Jesus, zu erreichen.
Mehr Infos zur Schweizerischen Traktatmission: www.christliche-schriften.chund 056 556 14 99Notvorräte sind ermutigend
Einrichtung einer Einkaufshilfe für alleinstehende Senioren. Es ist empfehlenswert, einen Notvorrat an Trinkwasser und Essen anzulegen. Mehr Infos: www.bwl.admin.ch/bwl/de/home/themen/notvorrat.htmlSpenden ermutigen zum Weitermachen
Der Verein Adonia, der christliche Kinder- und Teenagermusicals organisiert, musste seine Frühlingstournee absagen. Ihnen entstehen dadurch hohe finanzielle Verluste. Eine Spende an Adonia ist ein Zeichen der Ermutigung, damit sie ihren wertvollen Dienst weiterführen können. Mehr Infos: www.adonia.ch/spendenJesus, unser Ermutiger
Jesus ermutigt uns: „Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Bedrängnis; aber seid guten Mutes, ich habe die Welt überwunden“ (Johannesevangelium 16,33).Leutwil, 16.03.2020, Pfarrer Michael Freiburghaus

Der Heilige Geist ist kein Skeptiker

Lass uns Zeugen der Wahrheit sein und uns um Wahrheitsbezeugungen bemühen und uns daran erfreuen! Halte du es nur mit deinen Skeptikern und Akademikern, bis Christus auch dich ruft. Der Heilige Geist ist kein Skeptiker! Er hat uns keine Zweifel oder bloße Meinungen in unsere Herzen geschrieben, sondern Wahrheitsgewissheiten, gewisser und fester als das Leben selbst und alle Erfahrung. Luther schrieb 1525 das an Erasmus

Jeder redet über Corona

20 000 Menschen sterben in Deutschland jedes Jahr infolge der Grippe. An Malaria sterben weltweit jedes Jahr 500 000 Personen. An diese Tote haben sich viele Deutsche bereits irgendwie gewöhnt; sicher auch weil die meisten Malariatoten nicht in Europa sondern in Afrika zu beklagen sind. – 240 000 Menschen sterben in Deutschland jedes Jahr an Krebs, 74 000 aufgrund von Alkoholmissbrauch.
Ganz zurecht haben viele Menschen Angst vor der sich gerade ausbreitenden Corona- Epidemie. Im Vergleich zu den oben genannten Todesraten sind bisher zwar nur relativ wenig Personen an Corona gestorben (ca. 3000), doch liegt das vor allem an der deutlich verlangsamten Ausbreitung der Krankheit. Auch wenn Corona nicht einmal ansatzweise mit den Schrecken der mittelalterlichen Pest zu vergleichen ist, während der 80% der Erkrankten starben, ungefährlich ist die neue Krankheit auch nicht. Nach bisherigen Erkenntnissen sterben etwa 2% der Menschen in mittlerem Alter, wenn sie keine anderen Gesundheitsrisiken haben. Männer trifft es dabei deutlich häufiger als Frauen. Alte und Menschen mit Kreislauf- oder Blutdruckproblemen sind einem deutlich höheren Risiko ausgesetzt. Hier sterben rund 10% der Erkrankten.
Sollten sich, nach einem sehr vereinfachten Rechenspiel, etwa die Hälfte der Deutschen anstecken, müsste mit über 800 000 Toten gerechnet werden. Das wäre zweifellos verheerend. Was bei Corona besonders deutlich ins Auge fällt, ist die vollkommene Machtlosigkeit der Medizin und der Politik. Auch wenn man Menschen mit Corona ins Krankenhaus einweist, bekämpft man dort vor allem ihre Symptome. Mit dem Virus muss der Körper weitgehend alleine fertigwerden. Ganz deutlich führt die aktuelle Corona- Epidemie jedem Menschen die absolute Begrenztheit menschlicher und auch wissenschaftlicher Möglichkeiten vor Augen. Ein kleines, nicht einmal allzu tödliches Virus könnte die ganze Weltwirtschaft lahmlegen und die meisten Länder in eine nachhaltige wirtschaftliche und politische Krise stürzen.
Es ist wieder einmal an der Zeit, sich der eigenen und der gesellschaftlichen Grenzen bewusst zu werden. Nicht der Mensch hält das Wohl der Welt oder auch nur die eigene Zukunft in seiner Hand. Er ist weitgehend abhängig von seiner Umwelt, von der Natur und ihren Kräften, vor allem aber von Gott der noch weit über alledem steht. Wer bisher in der Illusion lebte, alles bestimmen zu können, letztlich für den ganzen Planeten verantwortlich zu sein, wird jetzt eines Bessern belehrt. Wahrscheinlich wird in absehbarer Zeit ein Impfstoff zur Verfügung stehen. Ähnliche Viren wie Corona können aber jederzeit wieder neu entstehen und dann noch weitaus tödlicher ausfallen.
Die wissenschaftliche Forschung und die weltweite wirtschaftliche Vernetzung haben uns in Europa über viele Jahrzehnte hinweg ein angenehmes und relativ sicheres Leben beschert. In Wirklichkeit aber ist es Gott der letztlich das Leben führt, der über Tod und Leben entscheidet. Dabei bedient er sich offensichtloch sehr unterschiedlicher Mittel. Die Erkenntnis der Zerbrechlichkeit menschlichen Lebens sollte neu auf Gott aufmerksam machen, den allmächtigen Schöpfer.
In der gegenwärtigen Situation ist es natürlich angeraten leichtfertige Ansteckungen zu vermeiden. Auch wenn die Erkrankungen im Sommer voraussichtlich zurückgehen werden, kommt das Virus im Herbst höchstwahrscheinlich zurück. Wenn es schlecht läuft und Corona sich unkontrolliert verbreitet, kann es alleine in Deutschland zu tausenden Toten kommen.
„Alle eure Sorgen werft auf ihn, denn er sorgt für euch!“ (1.Petrus 5, 7) Michael Kotsch

Notwendige Begriffsklärungen

Manche Wörter haben heute eine solche Bedeutungsabwertung erfahren, daß man oft auf schwerfällige Begriffe ausweichen muß, um eindeutig verständlich zu machen, was man meint. So kann das Wort »Tatsache« heute alles oder nichts bedeuten. Wer von »Tatsachen« spricht, kann damit nichts weiter als nicht verifizierbare »religiöse Wahrheit« meinen, und deshalb müssen wir um der Klarheit willen einen unschönen Begriff wie »bruta facta« benutzen (nur ungenau zu übersetzen mit »nackte Tatsachen). Mit »bruta facta« meinen wir nicht irgendein kartesianisches Konzept von »ewigen Tatsachen«. Es gibt keine Tatsachen über oder hinter Gott, ebensowenig wie es eine Ethik oder Werte über oder hinter Gott gibt. Es gibt keine autonomen Tatsachen, die unabhängig von Gott existieren. Aber nachdem Gott etwas geschaffen hat, besitzt dieses Geschaffene objektive Wirklichkeit. Und weil Gott die Geschichte mit ihrer Bedeutung in Raum und Zeit geschaffen hat, besitzt auch das, was sich in der Geschichte vollzieht, objektive Wirklichkeit.
Die Geschichtlichkeit des Sündenfalls ist hier ein treffendes Beispiel. Der geschichtliche Sündenfall ist keine Interpretation, er ist ein »brutum factum«. Hier bleibt kein Raum für Hermeneutik, wenn Hermeneutik in diesem Fall bedeutet, daß der Sündenfall als tatsächliches Geschehen (im Sinne eines »brutum factum«) wegerklärt wird. […] Es ist eine logisch begründete Aussage über ein geschichtliches, in Raum und Zeit geschehenes »brutum factum«. Vor dem Fall gab es die Zeit, und es gab eine Geschichte in Raum und Zeit; und dann wandte sich der Mensch aufgrund einer freiwilligen Entscheidung von seinem angemessenen Bezugspunkt ab, und damit verursachte er einen ethischen Bruch – der Mensch wurde abnorm.
Francis Schaeffer (dt. Der Schöpfungsbericht, 1976, S. 7)

Ich glaube; hilf meinem Unglauben! – Gedanken zur Jahreslosung

Der Bibelvers aus dem Markusevangelium (Mk 9,24) versetzt uns direkt hinein in das Gespräch Jesu mit einem hilfesuchenden Vater (Mk 9,14-29). Jesus interessiert sich für dessen schwer kranken Sohn und fragt genauer nach. Der Vater verdeutlicht die Schwere der Krankheit und ergänzt „Wenn du aber etwas kannst, so erbarme dich unser und hilf uns!“ Jesus entgegnet ihm „Du sagst: Wenn du kannst! Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt.“ Ergriffen schreit der Vater „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ Schließlich erbarmt sich Jesus und heilt den Jungen, nimmt seine Hand und richtet ihn wieder auf.

Zweifel und Glaube

Ganz ähnlich ging es auch dem Apostel Petrus. In Mt 14,22-33 lesen wir, wie er voller Vertrauen mitten auf dem See aus dem Boot steigt und auf dem Wasser auf Jesus zugeht. Doch dann bemerkt er, wie starker Wind aufzieht, erschrickt und beginnt zu sinken. Petrus lässt seinen Blick weg von Jesus auf die vermeintliche Gefahr lenken. Er schreit „Herr, rette mich!“ Dann streckt Jesus voller Gnade Seine Hand aus und rettet ihn.

Schau auf Jesus

Was heißt das für dich und mich? Behalte Jesus im Blick, denn Er hat alles im Blick! Wende dich voll Vertrauen an ihn und er wird dich hören und handeln! Ps 18,7 dürfen wir als Zusage Gottes annehmen:

In meiner Not rief ich zum Herrn und schrie zu meinem Gott, er hörte aus seinem Tempel meine Stimme, mein Hilfeschrei drang an seine Ohren.

Geschenk des Glaubens

Später schreibt Petrus einen Ermutigungsbrief an seine Glaubensgeschwister. Darin verdeutlicht er, warum und wie wir überhaupt glauben können, was auch uns heute noch gilt. Wir können und dürfen durch Jesus Christus an Gott glauben. Der allmächtige Schöpfer hat seinen einzigen Sohn gegeben und verherrlicht, dass wir, die wir ihm nachfolgen, in Ihm Glauben und Hoffnung haben:

„Er ist zwar zuvor ausersehen, ehe der Welt Grund gelegt war, aber offenbart am Ende der Zeiten um euretwillen, die ihr durch ihn glaubt an Gott, der ihn von den Toten auferweckt und ihm die Herrlichkeit gegeben hat, sodass ihr Glauben und Hoffnung zu Gott habt.“ 1.Petrus 1,20-21 Sebastian Hoffmann
https://www.josia.org/2020/01/ich-glaube-hilf-meinem-unglauben-gedanken-zur-jahreslosung/

„Was sind heilige Christen gemäß der Bibel?“

Antwort: Das Wort Heiliger stammt vom griechischen Wort „hagios“ ab, was soviel wie „gottgeweiht, heilig, sakral, fromm“ bedeutet. Es wird meistens in der Mehrzahl benutzt, „Heilige“. „…Herr, ich habe von vielen über diesen Mann gehört, wie viel Böses er deinen Heiligen in Jerusalem getan hat“ (Apostelgeschichte 9:13). „Es geschah aber, als Petrus, indem er überall hindurchzog, auch zu den Heiligen hinabkam, die zu Lydda wohnten“ (Apostelgeschichte 9:32). „…was ich auch in Jerusalem getan habe; und viele der Heiligen habe ich in Gefängnisse eingeschlossen…“ (Apostelgeschichte 26:10). Es gibt nur einen Fall, wo das Wort in der Einzahl benutzt wird, „ Grüßt jeden Heiligen in Christus Jesus!“ (Philipper 4:21). In der Schrift wird das Wort „Heilige“ in der Mehrzahl 67 mal benutzt, wo hingegen die Einzahl nur einmal gebraucht wird. Aber sogar in diesem einen Fall ist die Mehrzahl der Heiligen in Sicht „…jeden Heiligen…“ (Philipper 4:21).

Der Gedanke des Wortes „Heilige“ ist eine Gruppe von Menschen die für den Herrn und Sein Königreich ausgezeichnet sind. Es gibt drei Referenzen, die vom frommen Charakter eines Heiligen berichten; „…damit ihr sie im Herrn aufnehmt, der Heiligen würdig…“ (Römer 16:2). „…zur Ausrüstung der Heiligen für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes Christi…“ (Epheser 4:12). „Unzucht aber und alle Unreinheit oder Habsucht sollen nicht einmal unter euch genannt werden, wie es Heiligen geziemt…“ (Epheser 5:3).

Deshalb sind, biblisch gesprochen, die „Heiligen“ der Leib Christi, Christen, die Gemeinde. Alle Christen werden als Heilige angesehen. Alle Christen sind Heilige…und gleichzeitig dazu berufen, geheiligt zu sein. Im 1. Korintherbrief 1:2 wird es klar ausgedrückt, „ ..an die Gemeinde Gottes, die in Korinth ist, den Geheiligten in Christus Jesus, den berufenen Heiligen…“ Die Wörter „geheiligt“ und „heilig“ kommen vom selben griechischen Stammwort wie das Wort, das üblicherweise als „Heilige“ übersetzt wird. Christen sind Heilige kraft ihrer Verbindung mit Jesus Christus. Christen sollen heilig sein, und in zunehmendem Maße ihrem täglichen Leben ihre Position in Christus anpassen. Dies ist die biblische Beschreibung und Berufung der Heiligen.

Wie vergleicht sich die römisch-katholische Auffassung des Begriffs „Heilige“ mit der biblischen Lehre? Nicht sehr gut. In der römisch-katholischen Theologie sind die Heiligen im Himmel. In der Bibel sind die Heiligen auf der Erde. In der römisch-katholischen Lehre wird eine Person nicht heilig, bis sie vom Papst oder einem renommiertem Bischof „seliggesprochen“ oder „heiliggesprochen“ wird. In der Bibel ist jeder ein Heiliger, der Jesus Christus im Glauben angenommen hat. In der römisch-katholischen Praxis werden Heilige geehrt, angebetet, und in einigen Fällen verehrt. In der Bibel werden die Heiligen dazu berufen, nur Gott allein zu ehren, verehren und nur zu Ihm zu beten.
https://www.gotquestions.org/Deutsch/Heilige-Christen.html

Dreieinigkeit

„Man hat viel geklagt und gescholten über diese [nicaenokonstantinopolitanische] Formel und wahrscheinlich werden Sie früher oder später in Ihrem Studium auf Literaten und auch Lehrer stossen, die das auch tun und es schrecklich finden, dass diese Sache auf diese Formel gebracht wurde. Ich wollte wohl, dass Ihnen, wenn Sie auf solche Seufzer stossen, diese Kollegstunde in Erinnerung kommen und eine kleine Hemmung bei Ihnen auslösen möchte. Dieses Aufbegehren gegen die sogenannte ‚Orthodoxie‘ ist nämlich wirklich ein ‚Wolfsgeheul‘, das man schon als gebildeter Mensch nicht mitmachen sollte. Denn es liegt etwas Barbarisches in diesem Schelten über die Väter. Ich würde denken, selbst wenn man nicht Christ ist, müsste man so viel Respekt haben, zu erkennen, dass das Problem hier in einer grossartigen Weise umschrieben worden ist. Man hat von der nicaenokonstantinopolitanischen Formel gesagt, sie stünde so nicht in der Bibel. Aber es steht Vieles, was wahr und notwendig und zu erkennen ist, nicht wörtlich in der Bibel. Die Bibel ist kein Zettelkasten, sondern die Bibel ist das grosse Dokument der Offenbarung Gottes. Diese Offenbarung soll zu uns sprechen, daraufhin, dass wir selber begreifen. Die Kirche musste zu allen Zeiten antworten auf das, was in der Bibel gesagt wird. Sie musste antworten in anderen Sprachen als der griechischen oder der hebräischen und in anderen Worten als denen, die da standen. Eine solche Antwort ist diese Formel, die sich bewährt hat, als die Sache angegriffen wurde. Es musste wirklich um das Jota gestritten werden: entweder Gott selber oder ein himmlisches oder irdisches Wesen. Das war nicht eine gleichgültige Frage, es ging in diesem Jota um das Ganze des Evangeliums. Entweder wir haben es in Jesus Christus mit Gott zu tun oder aber mit einer Kreatur. Gottähnliche Wesen hat es in der Religionsgeschichte immer wieder gegeben. Wenn die alte Theologie hier bis aufs Blut gestritten hat, so wusste sie warum. Gewiss ist es manchmal recht menschlich zugegangen dabei. Aber das ist gar nicht so interessant, auch Christen sind keine Engel. Wo es um eine wichtige Sache geht, da darf man nicht kommen und ‚Friede, Friede, liebe Kindlein!‘ rufen, sondern da will der Streit mit aller Unerbittlichkeit zu Ende geführt sein. Ich würde sagen: Gott sein Dank haben die Väter damals in aller Torheit und Schwachheit und mit aller ihrer griechischen Gelehrsamkeit sich nicht gescheut, zu kämpfen. Alle diese Formeln sagen ja nur das Eine: der Eingeborene, der vom Vater vor aller Zeit Gezeugte, der Sohn, Licht vom Lichte, wahrer Gott vom wahren Gott, also nicht Kreatur sondern Gott selber, gleichen Wesens mit dem Vater nicht nur ähnlichen Wesens, Gott in Person. ‚Durch welchen das All geschaffen wurde und welcher um unseretwillen vom Himmel, von oben herabgestiegen ist.‘ Herab zu uns: dieser ist Christus. So hat die Alte Kirche Jesus Christus gesehen, so stand ihr seine Wirklichkeit vor Augen, so hat sie sich zu ihm bekannt in ihrem christlichen Glaubensbekenntnis, das eine Aufforderung an uns ist, dass wir es auch so zu sehen versuchen. Wer das begreift, warum soll der nicht einstimmen in den grossen Consensus der Kirche? Was ist es für eine Kinderei, angesichts dieser Sache über Orthodoxie und griechische Theologie zu seufzen! Das hat mit der Sache nichts zu tun. Und wenn es bei der Entstehung problematisch zugegangen sein mag, so wollen wir eben zugeben, dass alles, was wir Menschen tun, problematisch, beschämend und unerfreulich ist und dass es dann je und je dennoch so laufen darf, dass die Dinge genau so herauskommen, wie es notwendig und recht ist. Dei providentia et hominum confusione! – Es geht in diesem Bekenntnis ganz schlicht und ganz praktisch darum, dass wir unserer Sache sicher sein dürfen: In diesem Bekenntnis zu Gottes Sohn unterscheidet sich ja der christliche Glaube von allem, was man Religion nennt. Wir haben es mit Gott selber zu tun, nicht mit irgendwelchen Göttern.“ Karl Barth, Dogmatik im Grundriss, S. 99ff.
Eine Ermahnung die Karl Barth seinen Studenten 1946 zukommen ließ

Lehre, damit keine Leere in den Gemeinden entsteht – Oder: Warum wir auf die Lehre nicht verzichten dürfen

Es gibt wohl kaum jemanden, der sich besser damit auskennt, wie man Menschen fesseln kann, als ein Krimiautor. So schreibt die große englische Kriminalschriftstellerin Dorothy L. Sayers: „Man versichert uns dauernd, die Kirchen seien darum so leer, weil die Prediger zu viel Gewicht auf die Lehre legten: auf das ›langweilige Dogma‹, wie man zu sagen pflegt. Man lasse mich einmal sagen, dass genau das Gegenteil wahr ist; es ist die Vernachlässigung des Dogmas, die die Predigten so langweilig macht.“ An Aktualität haben diese provokanten Sätze aus dem Jahr 1938 wohl kaum etwas eingebüßt. Immer wieder begegnet uns heute die Sichtweise, dass Lehre nicht so wichtig sei und eher persönlichen Erfahrungen und Ansichten oder christlichen Persönlichkeiten große Autorität eingeräumt wird. In den USA melden sich maßgebliche evangelikale Theologen zu Wort: Sie sehen eine besorgniserregende Entwicklung unter jungen evangelikalen Christen: Es verbreite sich die Meinung, dass auch andere Religionen Wege zum ewigen Leben sind. Weiterlesen