„Wenn du Christus ansiehst“

Martin Luther in seinem Kommentar zu Galater 3,13:
Wenn du diese Person Christus ansiehst, siehst du Sünde, Tod, Zorn Gottes, Hölle, Teufel und alle übel besiegt und zu Tode gebracht. Sofern also Christus durch seine Gnade in den Herzen der Gläubigen regiert, ist da keine Sünde, kein Tod, kein Fluch. Wo aber Christus nicht erkannt wird, bleiben diese furchtbaren Mächte. Darum wissen die, die nicht glauben, nichts von jener Wohltat und von dem Sieg. Johannes sagt: ,,Unser Glaube ist der Sieg“ (1.Joh. 5,4).

Warum ist Jesus in die Welt gekommen?

Die Bibel ist voller Überraschungen. Ist Jesus nur deswegen in die Welt gekommen, um Frieden und Freude zu bringen? Nein, er hatte einen umfassenderen Auftrag. Einige Selbstaussagen von Jesus in den Evangelien scheinen ganz und gar nicht „weihnachtlich“ zu sein. Aber auch das war Teil seines Kommens in diese Welt.

Jesus ist kommen, ein Opfer für Sünden,
Sünden der ganzen Welt träget dies Lamm.
Sündern die ewge Erlösung zu finden,
stirbt es aus Liebe am blutigen Stamm.
Abgrund der Liebe, wer kann dich ergründen?
Jesus ist kommen, ein Opfer für Sünden.

Matthäus 5,17  Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen sei, um das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen, um aufzulösen, sondern um zu erfüllen!
Matthäus 9,13  Geht aber hin und lernt, was das heißt: »Ich will Barmherzigkeit und nicht Opfer«. Denn ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder zur Buße.
Matthäus 10,34  Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen sei, Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert!
Matthäus 10,35  Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter;
Matthäus 11,19  Der Sohn des Menschen ist gekommen, der isst und trinkt; da sagen sie: Wie ist der Mensch ein Fresser und Weinsäufer, ein Freund der Zöllner und Sünder! Und doch ist die Weisheit gerechtfertigt worden von ihren Kindern.
Matthäus 20,28  gleichwie der Sohn des Menschen nicht gekommen ist, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele.
Markus 1,24  und sprach: Lass ab! Was haben wir mit dir zu tun, Jesus, du Nazarener? Bist du gekommen, um uns zu verderben? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes!
Markus 1,38  Und er spricht zu ihnen: Lasst uns in die umliegenden Orte gehen, damit ich auch dort verkündige; denn dazu bin ich gekommen!
Markus 2,17  Als Jesus es hörte, sprach er zu ihnen: Nicht die Starken brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder zur Buße.
Markus 10,45  Denn auch der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele.
Lukas 4,34  und sprach: Lass ab! Was haben wir mit dir zu tun, Jesus, du Nazarener? Bist du gekommen, um uns zu verderben? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes!
Lukas 5,32  Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder zur Buße.
Lukas 7,34  Der Sohn des Menschen ist gekommen, der isst und trinkt; da sagt ihr: Siehe, wie ist der Mensch ein Fresser und Weinsäufer, ein Freund der Zöllner und Sünder!
Lukas 7,44  Und indem er sich zu der Frau wandte, sprach er zu Simon: Siehst du diese Frau? Ich bin in dein Haus gekommen, und du hast mir kein Wasser für meine Füße gegeben; sie aber hat meine Füße mit Tränen benetzt und mit den Haaren ihres Hauptes getrocknet.
Lukas 12,49  Ich bin gekommen, ein Feuer auf die Erde zu bringen, und wie wünschte ich, es wäre schon entzündet!
Lukas 12,51  Meint ihr, dass ich gekommen sei, Frieden auf Erden zu geben? Nein, sage ich euch, sondern vielmehr Entzweiung!
Lukas 19,10  denn der Sohn des Menschen ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist.
Johannes 1,11  Er kam in sein Eigentum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf.
Johannes 3,2  Der kam bei Nacht zu Jesus und sprach zu ihm: Rabbi, wir wissen, dass du ein Lehrer bist, der von Gott gekommen ist; denn niemand kann diese Zeichen tun, die du tust, es sei denn, dass Gott mit ihm ist.
Johannes 3,19  Darin aber besteht das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Werke waren böse.
Johannes 3,31  Der von oben kommt, ist über allen. Wer von der Erde ist, der ist von der Erde und redet von der Erde; der aus dem Himmel kommt, ist über allen.
Johannes 5,43  Ich bin im Namen meines Vaters gekommen, und ihr nehmt mich nicht an. Wenn ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, den werdet ihr annehmen.
Johannes 6,14  Als nun die Leute das Zeichen sahen, das Jesus getan hatte, sprachen sie: Das ist wahrhaftig der Prophet, der in die Welt kommen soll!
Johannes 7,28  Da rief Jesus, während er im Tempel lehrte, und sprach: Ja, ihr kennt mich und wisst, woher ich bin! Und doch bin ich nicht von mir selbst gekommen, sondern der ist wahrhaftig, der mich gesandt hat, den ihr nicht kennt.
Johannes 8,14  Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Auch wenn ich von mir selbst Zeugnis ablege, so ist mein Zeugnis doch glaubwürdig, denn ich weiß, woher ich gekommen bin und wohin ich gehe; ihr aber wisst nicht, woher ich komme und wohin ich gehe.
Johannes 8,42  Da sprach Jesus zu ihnen: Wenn Gott euer Vater wäre, so würdet ihr mich lieben, denn ich bin von Gott ausgegangen und gekommen; denn nicht von mir selbst bin ich gekommen, sondern er hat mich gesandt.
Johannes 9,39  Und Jesus sprach: Ich bin zum Gericht in diese Welt gekommen, damit die, welche nicht sehen, sehend werden und die, welche sehen, blind werden.
Johannes 10,10  Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu töten und zu verderben; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es im Überfluss haben.
Johannes 11,27  Sie spricht zu ihm: Ja, Herr! Ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.
Johannes 12,27  Jetzt ist meine Seele erschüttert. Und was soll ich sagen? Vater, hilf mir aus dieser Stunde! Doch darum bin ich in diese Stunde gekommen.
Johannes 12,46  Ich bin als ein Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt.
Johannes 12,47  Und wenn jemand meine Worte hört und nicht glaubt, so richte ich ihn nicht; denn ich bin nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern damit ich die Welt rette.
Johannes 15,22  Wenn ich nicht gekommen wäre und zu ihnen geredet hätte, so hätten sie keine Sünde; nun aber haben sie keinen Vorwand für ihre Sünde.
Johannes 16,28  Ich bin vom Vater ausgegangen und in die Welt gekommen; wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater.
Johannes 18,37  Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du also ein König? Jesus antwortete: Du sagst es; ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich der Wahrheit Zeugnis gebe; jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme.
https://www.nimm-lies.de/warum-ist-jesus-in-die-welt-gekommen/13383
Eduard Klassen

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Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich die Wahrheit bezeuge. (Johannes 18,37)

Alle Herren hat man geehrt, nur den Einen nicht, der allein Herr ist. Jedes Zukünftige hat man gefürchtet, nur die Zukunft dessen nicht, dem alle Zukunft gehört. Jeden Helfer hat man gesucht, nur den Einen nicht, der allein helfen kann. Jeden Unsinn hat man geglaubt, nur dem Einen glaubte man nicht, der die Wahrheit ist. Wilhelm Busch

Jesus ist mehr als wir denken können! Jesus ist auch im Alten Testment:

In 1 Mose ist Jesus unser verheißene Befreier
In 2 Mose unser Passahlamm
In 3 Mose unser Hoherpriester
In 4 Mose ist Er uns wegweisende Wolken- und Feuersäule
In 5 Mose der verheißene Prophet
In Josua ist Jesus der Fürst über das Heer des Herrn
In Richter schenkt Jesus uns Sieg über Feinde
In Ruth ist Er unser “Löser” – der Erlöser
In 1. Samuel ist Er die Wurzel aus dem Stamm Isai
In 2 Samuel der Sohn Davids
In Könige und Chronika ist Er unser regierender König
In Esra unser heiliger Tempel der Anbetung
In Nehemia ist Jesus unsere schützende Mauer
In Ester ist Er unser Mardochai, unser Wächter
In Hiob ist Er unser Gott, der uns sieht und versteht
In den Psalmen ist Er unser Lied
In den Sprüchen unsere Weisheit
In Prediger ist Er unser Ziel und unsere Erfüllung
Im Hohenlied ist Er unser Bräutigam
In Jesaja ist Er unser Friedefürst
In Jeremia unsere heilende Salbe
In Klagelieder unser Tröster
In Hesekiel erweckt Er unsere toten Gebeine zu neuem Leben
In Daniel ist Jesus unser Schutz im Hochofen des Lebens
In Hosea ist Er der treue Liebhaber
In Joel der Ausgießer des Heiligen Geistes
In Amos ist Er es, der unsere Lasten trägt
In Obadia unser herrschender König
In Jona ist Er unser vergebender Gott
In Micha der unvergleichliche Gott
In Nahum ist Er unser Rächer, ein eifernder Gott
In Habakuk ist Er unser heiliger Gott
In Zephania ist Er unser starker Held und Heiland
In Haggai ist Er der Wiederhersteller des verlorenen Erbes
In Sacharja ist Jesus der Herr der himmlischen Heere
In Malachi ist Jesus unsere heilende Sonne der Gerechtigkeit

Sechs Dimensionen der Hingabe

Völlige Hingabe an Jesus Christus beinhaltet
1. eine intellektuelle Dimension
Unser Verstand ist die zentrale Festung unserer Persönlichkeit und regiert unser Leben äußerst wirksam. Jesus Christus beansprucht jedoch die Autorität über unseren Verstand. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, sagte er (Mt 11,29). Seine jüdischen Zuhörer haben ihn sicherlich sofort verstanden, denn sie sprachen für gewöhnlich von dem „Joch der Torah“ (dem Gesetz), deren Autorität sie sich unterstellten. Nun sprach Jesus von seinen Lehren als einem Joch. Seine Nachfolger sollen seine Schüler, seine Jünger werden, die von ihm lernen. Ohne Furcht, denn Jesus ist sanftmütig und von Herzen demütig, und darum werden sie „Ruhe“ für ihre Seelen finden. Wahre Ruhe finden wir unter dem Joch Jesu und nicht, indem wir ihm widerstehen, und echte Freiheit erleben wir nur, wenn wir uns seiner Autorität unterstellen und sie nicht ablehnen. Der Apostel Paulus schrieb später von seiner Entschlossenheit, jeden Gedanken unter den Gehorsam Christi gefangenzunehmen (1 Kor 10,5).
Wer sich als Christ heute bemüht, einfühlsam auf die Anfragen und Herausforderungen der modernen Welt zu reagieren, darf die Autorität Jesu Christi nicht über Bord werfen. Wir Jünger haben nicht die Freiheit, anderer Meinung zu sein als unser göttlicher Lehrer. Was wir in Bezug auf Gott, die Menschen, die als Mann und Frau nach dem Bild Gottes erschaffen wurden, auf Leben und Tod, Pflicht und Bestimmung, Schrift und Tradition, Erlösung und Gericht glauben, lernen wir allein von Jesus. In unseren Tagen, in denen es von wilden und unheimlichen Spekulationen nur so wimmelt, ist es notwendiger denn je, unsere rechtmäßige Position zu seinen Füßen wieder einzunehmen. „Nur die Person, die den Geboten Jesu ohne Vorbehalt folgt“, schrieb Dietrich Bonhoeffer, „und sich widerstandslos seinem Joch ­unterstellt, findet seine Last leicht und unter seinem sanften Druck erhält sie die Kraft, in der rechten Art und Weise auszuharren. Das Gebot Jesu ist hart, unglaublich hart, besonders für diejenigen, die versuchen, sich ihm zu widersetzen. Für diejenigen, die sich ihm jedoch willentlich unterordnen, ist das Joch sanft und die Last leicht.“
2. eine moralische Dimension
In der heutigen Zeit entgleiten überall um uns herum die moralischen Maßstäbe. Der Relativismus hat sich in der Welt ausgebreitet und sickert langsam auch in die Gemeinde ein. Sogar einige evangelikale Gläubige legen die Schrift, was das Gesetz betrifft, falsch aus. Sie zitieren die bekannte Aussage des Apostels Paulus, dass Christus des Gesetzes Ende ist“ (Röm 10, 4) und ihr seid nicht unter dem Gesetz (Röm 6, 14) und übersehen dabei (absichtlich?) den Kontext der beiden Aus­sagen. Sie missdeuten die beiden Verse so, als ob das Gesetz aufgehoben sei, und wir nicht länger dazu verpflichtet seien, ihm zu gehorchen, sondern vielmehr die Freiheit besäßen, ihm gegenüber ungehorsam sein zu können. Paulus meinte jedoch etwas ganz anderes. Er bezog sich auf den Weg der Erlösung und nicht auf den Weg der ­Heiligung. Er betonte, dass wir uns für unsere Annahme bei Gott „nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade“ befinden, da wir allein aus Glauben gerechtfertigt sind und nicht durch Werke. Wir unterstehen jedoch immer noch dem ­moralischen Gesetz, was unsere Heiligung betrifft. Martin Luther pflegte zu sagen, dass uns das Gesetz zu Christus treibt, um gerechtfertigt zu werden, Christus uns aber an das Gesetz zurückverweist, um geheiligt zu werden.
Der Apostel Paulus betont, dass sowohl das Versöhnungswerk Christi als auch die innewohnende Gegenwart des Geistes dazu dienen, dass wir dem Gesetz gehorchen. Warum sandte Gott seinen Sohn, um für uns zu sterben? Die Antwort lautet: Damit die Rechtsforderung des Gesetzes erfüllt wird in uns, die wir … nach dem Geist wandeln (Röm 8,34). Und warum hat Gott uns seinen Geist gegeben? Die Antwort ist, um sein Gesetz in unsere Herzen zu schreiben (2 Kor 3,3-6). Jesus Christus fordert uns zum Gehorsam auf. Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer aber mich liebt, wird von meinem Vater geliebt werden; und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren (Joh 14,21). Das Kriterium der Liebe ist der Gehorsam und der Lohn der Liebe ist eine Selbstoffenbarung Jesu.
3. eine Berufung
Wenn wir sagen, dass Jesus der Herr ist, verpflichten wir uns zu einem lebenslangen Dienst. Dabei ist der Dienst eines Pastors lediglich einer von vielen Diensten, die es gibt. Alle sind zu ­einem Dienst (diakonia) berufen, weil wir Nachfolger dessen sind, der Knechtsgestalt angenommen hat (Phil 2,7), der betonte, dass er nicht gekommen war, um bedient zu werden, sondern um zu dienen (Mk 10,45) und der hinzufügte: Ich aber bin in eurer Mitte wie der Dienende (Lk 22,27). Wenn wir behaupten, Jesus nachzufolgen, dann ist es geradezu undenkbar, dass wir unser Leben mit etwas anderem als dem Dienen zubringen. Das bedeutet, dass wir lernen müssen, unseren Beruf als Dienst anzusehen. Unsere tägliche Arbeit soll ein bedeutender Bereich sein, in welchem Jesus seine Herrschaft über uns ausübt. Dann können wir sagen, dass wir von Herzen als dem Herrn und nicht für Menschen arbeiten, da wir dem Herrn Christus dienen (Kol 3,23.24).
4. eine soziale Dimension
Dies bedeutet zunächst, dass die Nachfolger Jesu sowohl soziale als auch individuelle Verantwortungen gegenüber ihrer Familie, der Firma, ihrer Nachbarschaft, ihrem Land und der Welt haben. Das Bekenntnis „Jesus ist Herr“ bedeutet auch, dass wir ihn als Herrn über die Gesellschaft anerkennen, sogar über die Teile der Gesellschaft, die seine Herrschaft nicht anerkennen. Denken wir einmal über die Spannung nach, die uns das Neue Testament vor Augen malt. Auf der einen Seite wird uns gesagt, dass Jesus der Herr ist. Er hat die Fürstentümer und Mächte entthront und entwaffnet, indem er am Kreuz über sie triumphierte (Kol 2,15). Gott hat ihn zu seiner Rechten erhöht und alles seinen Füßen unterworfen (Eph 1,20-22). Daraus folgt mit Recht sein Anspruch, dass ihm alle Macht gegeben wurde (Mt 28,18).
Auf der anderen Seite müssen wir aber immer noch gegen die Fürsten und Mächte der Finsternis kämpfen. Sie sind besiegt und sogar ihrer Macht beraubt, aber dennoch aktiv, skrupellos und einflussreich (vgl. Eph 6,11-18). Der Apostel Johannes geht ­sogar so weit, dass er sagt, dass die ganze Welt in dem Bösen liegt (1 Joh 5,19).
Wie können wir diese beiden Aussagen miteinander in Einklang bringen? Ist Jesus der Herr oder ist es Satan? Regiert Jesus über seine Feinde, oder wartet er darauf, dass sie kapitulieren? Die einzig mögliche Antwort auf diese Fragen lautet: beides. Wir müssen zwischen dem unterscheiden, was de jure (rechtmäßig) und was de facto (tatsächlich) ist. De jure ist Jesus der Herr, da Gott ihn auf den höchsten Platz erhoben hat. De facto regiert jedoch Satan, da er sich bisher noch nicht geschlagen gibt, noch nicht endgültig vernichtet ist.
Wie wirkt sich diese Spannung auf unsere Jüngerschaft aus? Weil Jesus – Kraft der göttlichen Ernennung – rechtmäßiger Herr ist, können wir keine Situation dulden, in der diese Tatsache verleugnet wird. Wir setzen uns dafür ein, dass sich seine Werte auch in einer Gesellschaft, welche seine Herrschaft nicht anerkennt, ausbreiten; dass die Rechte des Menschen und die Würde aller Menschen, egal welcher Rasse oder Religion sie auch angehören, gewahrt, dass Frauen und Kindern Ehre erwiesen, dass Gerechtigkeit für die Unterdrückten sichergestellt und dass die Gesellschaft gerechter, mitfühlender, friedfertiger und freier wird.
Warum kümmern wir uns um diese Angelegenheiten? Weil Jesus der rechtmäßige Herr der ­Gesellschaft ist, und weil er sich um sie kümmert. Wir wollen die Wahrheit, dass Jesus der Herr der Gesellschaft ist, ernstnehmen und uns daher darum bemühen, sie ihm wohlgefälliger zu machen.
Abraham Kuyper, der spätere Ministerpräsident der Niederlande, sagte während seiner Einführungsrede bei der Eröffnung der Freien Universität von Amsterdam im Jahre 1880: „Es gibt nicht einen einzigen Zentimeter in sämtlichen ­Bereichen des menschlichen Lebens, über den Christus, welcher der Souverän ist, nicht sein ‚Mein‘ ausruft.“
5. eine politische Dimension
Wir müssen uns daran erinnern, dass Jesus sowohl für ein politisches, als auch für ein religiöses Vergehen verurteilt worden war. Vor dem jüdischen Gericht wurde er der Blasphemie für schuldig befunden, da er sich selbst als Sohn Gottes ­bezeichnet hatte. Vor dem römischen Gericht wurde er wegen Volksaufwiegelung verurteilt, weil er sich selbst als König bezeichnet – also durchaus eine politische Aussage machte – und Rom keinen König außer Caesar anerkannte. ­Seine Aufforderung Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist (Mk 12, 17), mag bewusst zweideutig gewesen sein. Sie beinhaltet jedoch auch, dass es Bereiche gibt, über die Gott der Herr ist und in die sich Caesar nicht einmischen darf.
Die ersten Christen sahen sich einem anhaltenden Konflikt zwischen Christus und Caesar gegenüber. Während des ersten Jahrhunderts legten die Kaiser einen zunehmenden Größenwahn an den Tag. Sie ließen Tempel zu ihren Ehren errichten und forderten göttliche Huldigung von ihren Unter­tanen. Diese Inanspruchnahme führte zwangsläufig zum direkten Widerspruch mit der Herrschaft Christi, den die Christen als König (Apg 17,7), ja sogar als Fürsten der Könige der Erde (Offb 1,5) verehrten. Pliny, der Anfang des zweiten Jahrhunderts Stadthalter von Byzanz war, schrieb in einem Brief an Kaiser Trajan, wie er die Christen, die er der Untreue verdächtigte, vor ­Gericht gebracht und nur zwei von ihnen freiließ, da sie ihm die Anrufung des Standbildes des Kaisers mit Wein und Weihrauch angeboten hatten. Wie konnten die Gläubigen jedoch sagen, dass „Caesar der Herr ist“, wenn sie vorher bereits bekannt hatten, dass „Jesus der Herr ist“? Sie gingen lieber ins Gefängnis und in den Tod, als die Herrschaft Christi zu leugnen.
Die Vergötterung des Staates endete nicht mit dem römischen Reich. Auch heute gibt es totalitäre Systeme, die bedingungslose Ergebenheit fordern, eine Ergebenheit, die ihnen Christen unmöglich entgegenbringen können. Die Jünger Jesu sollen den Staat respektieren, sie werden ihn jedoch weder anbeten, noch ihm die unkritische Unterstützung, die er begehrt, gewähren. Daraus folgt, dass Jüngerschaft manchmal auch Ungehorsam fordert. Tatsächlich handelt es sich bei dem zivilen Ungehorsam um eine biblische Lehre, da es in der Schrift bemerkenswerte Beispiele dafür gibt (2 Mose 1,15-17; 5 Mose 3 und 6; Apg 4,19; 5,29). Dieser Ungehorsam ist die logische Folge der Tatsache, dass Jesus der Herr ist. Das Prinzip ist klar, obwohl seine Anwendung Gewissens­qualen hervorrufen kann. Wir sollen uns dem Staat unterordnen, da er seine Autorität von Gott erhalten hat und seine Beamten Gottes Diener sind (vgl. Röm 13,1-7), jedoch nur bis zu dem Punkt, an dem der Gehorsam dem Staat gegenüber den Ungehorsam Gott gegenüber zur Folge haben würde. Wenn der Staat seine gottgegebene Autorität missbraucht und sich anmaßt, etwas anzuordnen, was Gott verboten hat, oder etwas zu verbieten, was Gott ausdrücklich geboten hat, dann müssen wir dem Staat gegenüber „nein“ sagen, damit wir „ja“ zu Christus sagen können. Petrus sagt: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen (Apg 5,29), und Calvin formulierte: „Gehorsam gegenüber Menschen darf nicht zum Ungehorsam gegenüber Gott werden.“
Lassen Sie mich noch ein Beispiel aus Südafrika erwähnen. Hendrik Verwoerd, der 1957 Minister für Eingeborenenfragen war, kündigte damals den „Zusatzantrag zur Verfassung bezüglich der ­Eingeborenengesetze“ an, dessen „Kirchenordnung“ jeglichen Umgang zwischen den verschiedenen Rassen in „Kirchen, Schulen, Kranken­häusern, Clubs und irgendwelchen anderen Institutionen oder Vergnügungsstätten“ verhindert hätte. Der Erzbischof von Cape Town war zu jener Zeit ein freundlicher Gelehrter mit Namen Geoffrey Clayton. Er und seine Bischöfe beschlossen, obgleich nur ungern und mit Zögern, diesem Gesetz nicht zu gehorchen. Clayton schrieb einen Brief an den Ministerpräsidenten, um ihm mitzuteilen, dass er sich im Falle der Verabschiedung des Gesetzesentwurfes „weder in der Lage sieht, ihm gegenüber gehorsam zu sein, noch seiner Geistlichkeit oder der Bevölkerung zu empfehlen, dies zu tun“. Am folgenden Morgen verstarb er – vielleicht sogar an dem Kummer und den Strapazen seines angedrohten zivilen Ungehorsams. Nachdem der Gesetzesentwurf zum Nachteil der schwarzen Gläubigen ergänzt worden war, wurde in allen anglikanischen Kirchen ein Brief verlesen, der sowohl die Geistlichkeit als auch das Volk zum Ungehorsam aufrief.
6. eine globale Dimension
Das Bekenntnis „Jesus ist Herr“ beinhaltet die Anerkennung seiner universalen Herrschaft. Gott hat Jesus über alle Maßen erhöht (Phil 2,9), wie wir das griechische Wort hyperypsoō, das nur an dieser Stelle im Neuen Testament vorkommt und vielleicht sogar von Paulus geprägt wurde, am ­besten wiedergeben sollten. Es bedeutet, dass Gott ihn „auf die erhabenste Höhe“ erhoben hat. Die Absicht Gottes ist, dass jedes Knie sich vor ihm beugen und jede Zunge ihn als Herrn bekennen soll. Wir dürfen keinesfalls das wiederholte Wort „jede“ in irgendeiner Weise einschränken oder eingrenzen. Wenn es Gottes Wunsch ist, dass ­jeder Mensch Jesus erkennt, dann soll das auch unser Wunsch sein. Hindus sprechen vom „Herrn Krischna“ und Buddhisten vom „Herrn Buddha“, aber wir können diese Behauptung nicht akzeptieren. Allein Jesus ist der Herr. Er hat keine Rivalen.
Es gibt keinen größeren Ansporn für die Welt­mission als die Herrschaft Jesu Christi. Mission ist dabei weder eine unverschämte Einmischung in die Privatsphäre anderer Leute noch eine belanglose Angelegenheit, die einfach außer acht gelassen werden könnte, sondern eine unausweichliche Schlussfolgerung, die aus der universalen Herrschaft Jesu Christi resultiert. Das kurze Bekenntnis Kyrios Jesous, Jesus ist Herr, hörte sich zu Beginn recht harmlos an, aber es weist in seiner Bedeutung weitreichende Verzweigungen auf. Es drückt unsere Überzeugung aus, dass Jesus Gott und Erlöser ist, und weist uns auch auf unsere Hingabe an ihn hin.
Die verschiedenen Dimensionen dieser Hingabe sind intellektuell (indem wir unseren Verstand unter das Joch Christi stellen), moralisch (indem wir seine Maßstäbe akzeptieren und seinen Geboten gehorchen), haben mit Berufung zu tun (indem wir unser Leben für Gott einsetzen), sind sozial (indem wir darauf bedacht sind, die Gesellschaft mit seinen Werten zu durchdringen), politisch (indem wir es ablehnen, irgendeine menschliche Institution zu vergöttern) und global (indem wir für die Ehre und Herrlichkeit seines Namens eifern). Von John Stott

(1921-2011), britischer Theologe und Pfarrer der Anglikanischen Kirche. Er gehörte zur evangelikalen Bewegung und war maßgeblich an der Ausarbeitung der Lausanner Verpflichtung zur Weltevangelisation im Jahre 1974 beteiligt.
https://www.ojc.de/brennpunkt-seelsorge/2019/hingabe-freiwillig-willen/hingabe-freiwillig-willen1/

Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (2)

Und ungefähr um drei Uhr oder, nach der Zeiteinteilung der Hebräer, um die neunte Stunde schrie Jesus laut: »Eli, Eli, lama asabthani?«, das ist: »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?« – nämlich verlassen in seiner menschlichen Natur, die ohne Trost allen ihm durch seine Henker und seine Feinde bereiteten Qualen preisgegeben war. Und er wendet sich an Gott, um nach dem Grund für dieses Verlassensein zu fragen, folglich (sieht man hieran), daß er die Sünde der Menschen in seinem unschuldigen Fleisch sühnte. Gleichwohl wird diese Sünde von den Menschen nicht richtig erkannt, und deren Greuel wird nur von Gott allein richtig erkannt. Und selbst diese Rede kann als ein Gebet verstanden werden, das Jesus an den Vater richtet, damit er des Endzwecks gedenke, um dessentwillen er ihn betrübt und verläßt, als wollte er sagen: »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen ? Du weißt, mein Gott, daß dies für das Heil der Welt geschieht, laß also die Frucht dieses Opfers dem Menschengeschlecht zuteil werden, für das du sie bestimmt hast.« Und diese Worte sind voller Hoffnung und nicht voller Verzweiflung, denn er sagt ja: »Mein Gott, mein Gott!«, nun ist Gott aber nicht ein Gott der Toten und auch nicht der Verzweifelten. Blaise Pascal („Beschreibung des Lebens Jesu Christi“, in: Kleine Schriften zur Religion und Philosophie, Meiner, 208, S. 149–194, hier S. 183)

Wer ist Jesus Christus?

Der christliche Glaube ist nicht etwa eine Sammlung moralischer Vorstellungen oder Verhaltensregeln. Es geht um eine lebendige Beziehung zu einer lebenden Person, dem Herrn Jesus Christus.

Der Herr Jesus Christus: Seine Person

Fragezeichen1.1Wer ist Jesus Christus?

Diese Frage in Matthäus 16,15 ist die wichtigste, der wir überhaupt begegnen können. Das Johannes-Evangelium wurde geschrieben, «damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr glaubend Leben habt in seinem Namen» (Joh 20,31).

Er wurde Mensch (mehr darüber in ➞ 1.9 bis ➞ 1.18) und lebte etwas mehr als 30 Jahre auf der Erde. Obwohl Er von einem römischen Gericht für unschuldig befunden worden war, wurde Er gekreuzigt und starb. Nach drei Tagen ist Er auferstanden, und 40 Tage später in den Himmel aufgefahren. Er wird wiederkommen, zuerst, um die an Ihn Glaubenden zu sich zu nehmen, und dann, um die Welt zu richten und sein Königreich in Macht und Herrlichkeit aufzurichten.

Fragezeichen1.2Was ist Christus nun: Mensch oder Gott?

Beides. Er ist «der Mensch Christus Jesus» (1. Tim 2,5), aber auch «der wahrhaftige Gott» (1. Joh 5,20), «Gott, gepriesen in Ewigkeit» (Röm 9,5).

Fragezeichen1.3Machen noch andere Bibelstellen deutlich, dass Christus Gott ist?

Ja, viele! Die Bibel lässt keinen Zweifel offen, dass Er Gott ist. Überdenke Folgendes:

Seine ewige Existenz (Präexistenz):

Seine Eigenschaften:

Weitere Beweise:

Fragezeichen1.4Aber wie kann Er Gott und gleichzeitig der Sohn Gottes sein?

Es gibt drei göttliche Personen: den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist. Alle drei sind «Gott»:

  • Was den Sohn betrifft: Siehe ➞ 1.2 und ➞ 1.3.
  • Viele Bibelstellen sprechen von «Gott, dem Vater» (z.B. Eph 1,3).
  • Der Heilige Geist ist ewig (Heb 9,14), allgegenwärtig (Ps 139,7) und gleichrangig (auf dem gleichen Niveau) mit dem Vater und dem Sohn (siehe Mt 28,19; 2. Kor 13,13; und ➞ 1.7).

Trotzdem gibt es nicht mehrere Götter, denn «Gott ist einer» (1. Tim 2,5). Siehe auch 1. Korinther 8,4 und Galater 3,20.

Fragezeichen1.5Was bedeutet «Dreieinheit»?

Im Grund genommen das, was wir gerade erklärt haben (➞ 1.4): Es gibt drei Personen in der Gottheit und doch gibt es nur einen Gott. Wir können die Dreieinheit nicht verstehen, denn Gott ist unendlich viel höher als der Mensch. Dieses Thema ist nicht dazu da, dass wir es mit unserem begrenzten Verstand hinterfragen, sondern dass wir im Glauben anbeten.

Der Ausdruck «Dreieinheit» findet sich nicht in der Bibel, aber die dadurch ausgedrückte Tatsache sehr wohl!

Fragezeichen1.6Glauben Christen an mehr als einen Gott?

Nein. Diese Anschuldigung wird manchmal aus Unwissenheit gemacht. Das Christentum ist monotheistisch, d.h. es gründet sich auf den Glauben an den einen Gott (siehe ➞ 1.4).

Fragezeichen1.7Gibt es in der Gottheit eine Rangordnung?

Nein. Wenn jemand den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist als die «erste», «zweite» bzw. die «dritte» Person der Gottheit bezeichnet, dann ist damit nicht ein Unterschied im Rang gemeint. Es handelt sich lediglich um eine Aufzählung. Es wäre vielleicht besser, gar nicht so zu sprechen, um Missverständnisse zu vermeiden.

Fragezeichen1.8Gibt es Beziehungen zwischen den Personen der Gottheit?

Ja. Christus ist der Sohn des Vaters. Diese Beziehung bestand immer, sowohl in der Ewigkeit als auch durch die Zeitalter hindurch:

  • Der Sohn wurde vom Vater geliebt, bevor die Welt bestand (Joh 17,24).
  • Er war Sohn, als die Welt erschaffen wurde (Heb 1,2).
  • Er war Sohn, als Gott Ihn gab (Joh 3,16; Jes 9,5).
Fragezeichen1.9Warum ist es ein schwerwiegender Irrtum zu leugnen, dass der Herr Jesus der ewige Sohn ist?

Wenn diese Wahrheit aufgegeben wird, ist alles verloren. Das zentrale Kennzeichen des Christentums ist, dass Gott ein Gott der Liebe ist. Aber wie können wir Gottes Liebe kennen? Gott gab seinen Sohn, den einzigen, den Er hatte (siehe Joh 3,16; 1. Joh 4,9.10.14; 1. Mo 22,2; Mk 12,6). Wenn jemand leugnet, dass Christus schon vor seiner Geburt Sohn Gottes war, bedeutet das, dass Gott bloß eine Person sandte, aber nicht seinen einzigen Sohn!

Außerdem ist Gott in seinem Sohn offenbart. Der Sohn hat den Vater kundgemacht. Wenn Er nicht Sohn gewesen wäre, bevor Er auf die Erde kam, dann würden wir Gott immer noch nicht als Vater kennen. Wir kennen Ihn aber so (Joh 1,18; 14,9-11; 17,6; 20,17).

Fragezeichen1.10Christus ist gleichzeitig Mensch und Gott – kann das jemand erfassen?

Nein, niemand. Diese Tatsache ist viel zu groß, um vom begrenzten menschlichen Verstand erfasst werden zu können. Aber wir glauben sie. «Das Wort war Gott» (der Herr Jesus wird in Johannes 1,1 als «das Wort» bezeichnet) und «das Wort wurde Fleisch» (Joh 1,14; d.h. Er wurde Mensch). Siehe auch Matthäus 11,27: «Niemand erkennt den Sohn als nur der Vater.»

Fragezeichen1.11Warum ist es so wichtig, dass Christus Gott und Mensch ist?

Erstens hätte Christus sonst das Werk der Erlösung nicht vollbringen können. Er musste Mensch werden, um sterben zu können. Er musste Gott sein, um das erlösende Werk in göttlicher Macht vollbringen zu können. Er hat «durch sich selbst die Reinigung von den Sünden bewirkt» (Heb 1,3; siehe auch Kol 1,19.20).

Zweitens musste Er Gott und Mensch sein, um Mittler zwischen Gott und Menschen sein zu können (1. Tim 2,5). Ein Mittler ist einer, der seine Hände auf die Schultern der beiden zu vermittelnden Parteien legen kann (ein bildlicher Ausdruck aus Hiob 9,33).

Beachte: Jede Frage, die Jesus Christus betrifft, ist wichtig. Wenn ein Verkündiger die «Lehre des Christus» nicht bringt, muss er abgelehnt werden (2. Joh 9-11).

Fragezeichen1.12Wann wurde Christus Mensch?

Vor etwa 2000 Jahren, als Er in Bethlehem geboren wurde (siehe Mich 5,1.2; Lk 2,4-7). Gott nennt diesen Zeitpunkt «die Fülle der Zeit» (Gal 4,4). Vorher war der Mensch auf jede mögliche Weise erprobt worden und hatte vollständig versagt. Da sandte Gott seinen Sohn und redete in Ihm zu uns, d.h. in der Person des Sohnes und nicht nur durch Ihn (Heb 1,1.2).

Fragezeichen1.13Hörte Er auf, Gott zu sein, als Er Mensch wurde?

Nein. Er war, ist und wird immer Gott sein. Dies ist unumstößlich. Gott ist ewig und kann nicht aufhören, Gott zu sein (Kol 1,19; 2,9).

Fragezeichen1.14Wird Christus jemals aufhören, Mensch zu sein?

Nein. Er wurde aus den Toten auferweckt (1. Kor 15), ist in den Himmel aufgefahren und lebt nun dort als verherrlichter Mensch. Dies ist wichtig, weil Er jetzt unser großer Hoherpriester ist (siehe ➞ 3.1) – einer, der selbst Mensch war und ist und aus Erfahrung weiß, was es heißt, in dieser Welt geprüft und versucht zu werden. Nur hatte und hat Er keine sündige Natur (Heb 4,15). Er kann während unseres Lebens hier vollkommenes Mitgefühl mit uns haben und sich für uns verwenden. Wenn Er in Macht erscheinen wird (siehe ➞ 4.12; 4.14 und ➞ 4.15), wird Er immer noch der «Sohn des Menschen» sein (Mt 24,30; 26,64).

Fragezeichen1.15Hatte Er eine menschliche Seele, einen menschlichen Geist und einen menschlichen Körper?

Ja. Er war wirklich Mensch – und der Mensch besteht aus Körper, Seele und Geist (1. Thes 5,23):

  • Über seinen Körper heißt es in der Bibel: «Einen Leib aber hast du mir bereitet» (Heb 10,5). Es heißt auch, dass «die ganze Fülle Gottes leibhaftig» in Ihm wohnt (Kol 2,9). Es gibt noch weitere Stellen in den Evangelien, die zeigen, dass Er einen menschlichen Körper hatte, z.B. Johannes 4,6.
  • Über seinen Geist heißt es: Er seufzte «tief im Geist und erschütterte sich» (Joh 11,33). Gemeint ist natürlich nicht der Heilige Geist, sondern der menschliche Geist des Herrn Jesus.
  • Von seiner Seele heißt es: «Jetzt ist meine Seele bestürzt» (Joh 12,27).

Es ist beeindruckend zu sehen, dass das vollkommene Menschsein Jesu in so klaren Worten bestätigt wird.

Fragezeichen1.16War Er ein Mensch wie wir?

Ja (Heb 2,14), ausgenommen die Sünde. Jeder Nachkomme von Adam (das schließt jeden Mann, jede Frau und jedes Kind mit ein) hat eine sündige Natur (Röm 5,12-21). Aber der Herr Jesus hatte keine sündige Natur. Er ist «in allem versucht worden in gleicher Weise wie wir, ausgenommen die Sünde» (Heb 4,15). Beachte Folgendes:

  • Christus beging keine sündige Tat: «der keine Sünde tat» (1. Pet 2,22).
  • Er kannte Sünde nicht: «den, der Sünde nicht kannte» (2. Kor 5,21).
  • Er hatte keine sündige Natur: Deshalb konnte Er nicht sündigen, denn «Sünde ist nicht in ihm» (1. Joh 3,5; siehe auch 1. Joh 3,9).
Fragezeichen1.17Wie konnte Christus versucht werden, wenn Er gar nicht sündigen konnte?

Die Evangelien beschreiben, dass Christus durch den Teufel versucht wurde (Mk 1,13). Der Teufel legte Ihm Versuchungen vor, aber da war nichts in Ihm, was darauf reagierte. Da unterscheiden wir uns alle von Ihm: Wir haben alle die Neigung, uns durch Satans Versuchungen ansprechen zu lassen – die Lust der Augen, die Lust des Fleisches und der Hochmut des Lebens (1. Joh 2,16) –, weil wir das Fleisch, die sündige Natur, in uns haben. Dies war nicht so bei Christus. Er wurde nicht versucht, um zu prüfen, ob Er sündigen würde, sondern um zu beweisen, dass Er es nicht konnte.

Fragezeichen1.18War Joseph sein natürlicher Vater?

Nein. Christus hatte keinen menschlichen Vater. Der Engel Gabriel sagte zu Maria: «Der Heilige Geist wird auf dich kommen, und Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren werden wird, Sohn Gottes genannt werden» (Lk 1,35). Interessanterweise war der Schreiber des Evangeliums, das diese Einzelheiten berichtet, ein Arzt (Kol 4,14).

Der Bericht von Matthäus liefert eine weitere Bestätigung. Als Joseph feststellte, dass Maria ein Kind erwartete, wollte er sie heimlich entlassen. Aber ein Engel des Herrn erschien ihm und forderte ihn auf, dies nicht zu tun und sich nicht zu fürchten, «denn das in ihr Gezeugte ist von dem Heiligen Geist» (Mt 1,20). Wer könnte sich eine eindeutigere Beschreibung vorstellen?

Letzte Zweifel werden ausgeräumt durch die Worte: Joseph «erkannte sie nicht, bis sie ihren erstgeborenen Sohn geboren hatte; und er nannte seinen Namen Jesus» (Mt 1,25; siehe auch Mt 1,18).

Fragezeichen1.19War Maria die natürliche Mutter von Jesus?

Ja. Die erste Ankündigung des Herrn Jesus in der Bibel bezeichnet Ihn als den «Samen der Frau» (1. Mo 3,15). Paulus spricht vom Vorrecht der Israeliten, dass aus ihnen, «dem Fleisch nach, der Christus ist» (Röm 9,5). Wir lesen auch in Johannes 7,42: «Hat nicht die Schrift gesagt: Aus dem Geschlecht Davids … kommt der Christus?» Eine weitere Bestätigung finden wir in Römer 1,3, wo es heißt, dass Christus «aus dem Geschlecht Davids gekommen ist dem Fleisch nach». Siehe auch 2. Timotheus 2,8.

Fragezeichen1.20Hat Maria aus diesem Grund einen besonderen Platz? Wenn ja, welchen?

Ja, sie hat einen besonderen Platz. Der Engel Gabriel sagte zu ihr: «Sei gegrüßt, Begnadete!» (Lk 1,28). Etwas später rief Elisabeth, erfüllt mit Heiligem Geist: «Gesegnet bist du unter den Frauen!» (Lk 1,42). Es war ein großes Vorrecht, die natürliche Mutter des Menschen Jesus Christus zu sein.

Allerdings kamen die weisen Männer aus dem Morgenland nach Jerusalem, weil sie in ihrer Heimat seinen Stern (nicht den seiner Mutter) gesehen hatten (Mt 2,2-11). Sie wurden durch diesen Stern geführt, «bis er kam und oben über dem Ort stehen blieb, wo das Kind (nicht seine Mutter) war». Auffallend ist, dass es dann heißt: «Sie sahen das Kind mit Maria, seiner Mutter (nicht: die Mutter mit ihrem Kind), und sie fielen nieder und huldigten ihm» (nicht ihr). Siehe auch die Worte des Herrn an Maria in Johannes 2,4 und in Markus 3,31-35.

Alle, die Maria hoch achten, tun gut, ihren Rat zu befolgen: «Was irgend er euch sagen mag, tut!» (Joh 2,5). Die Worte des Herrn an Johannes: «Siehe, deine Mutter!» (Joh 19,27), und die Tatsache, dass Johannes sie von jener Stunde an zu sich nahm, zeigen, dass Maria keine übernatürliche Kraft besaß. Sie war auf jemand angewiesen, der für sie sorgte. Maria hätte nicht Gott als «meinen Heiland» bezeichnet (Lk 1,47), wenn sie sündlos geboren und die Mutter Gottes gewesen wäre, wie behauptet wird.

Eine Frau sagte einmal zum Herrn Jesus: «Glückselig der Leib, der dich getragen» (Lk 11,27). Sie nannte seine Mutter «glückselig». Er aber antwortete: «Ja, vielmehr glückselig die, die das Wort Gottes hören und bewahren!»

Schließlich wird Maria in Apostelgeschichte 1,14 als eine der Frauen erwähnt, die mit den Jüngern im Gebet verharrten. Es wurde ihr in keiner Weise eine Sonderstellung eingeräumt.

Kurz gesagt: Maria hat einen besonderen Platz, aber einen Platz des Vorrechts, nicht der Autorität oder der Macht. Zu ihr beten, ist geradezu Götzendienst. Anbetung gehört nur Gott.
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Die Gottheit von Jesus Christus im Neuen Testament:

• Er ist ewig (Johannes 1,1; 1,14; Hebräer 13,8; 1. Johannes 1,1).

• Er ist allgegenwärtig (Matthäus 18,20; 28,20).

• Er ist allmächtig (Matthäus 28,18).

• Er ist sündlos (Johannes 8,46; 19,4; Markus 14,55; Hebräer 9,14).

• Er ist der Schöpfer (Johannes 1,2-3; Kolosser 1,15-17; Hebräer 1,2;

1,10; Sprüche 8,23-30).

• Er trägt (erhält) die Schöpfung (Hebräer 1,3).

• Er gebietet den Kräften der Natur (Matthäus 8,26).

• Er ist unveränderlich in Seinem Wesen (Hebräer 13,8).

• Er vergibt Sünde (Markus 2,5-12).

• Er erweckt Tote zum Leben (Lukas 7,15; Johannes 11,25-25).

• Er schenkt ewiges Leben (Johannes 10,28).

• Wer Ihn sieht, sieht Gott (Johannes 14,9).

• Er strahlt die Herrlichkeit Gottes aus (Hebräer 1,3).

• Er ist der Ausdruck des Wesens Gottes (Hebräer 1,3).

• Er trägt die Fülle Gottes in sich (Kolosser 2,9).

• Er wird einmal die Welt richten (Johannes 5,22).

• Er ist der himmlische Richter (Matthäus 25,31-46; Johannes 5,22; 2. Korinther 5,10; Offenbarung 19,11).

• Er ist der himmlische König (Offenbarung 17,14; 19,16).

• Er wird bei Seinem zweiten Kommen als JHWH bezeichnet. Er ist der, welcher nach Sacharja 12,10 durchstochen wurde.

• Er wird in gleicher Weise wie Gott, der Vater, angebetet
https://www.soulsaver.de/blog/die-gottheit-von-jesus-christus-im-neuen-testament/

Kein Name hat die Menschen so bewegt, wie der Name Jesus.

Kein anderer Name ist so bekannt, aber auch so umstritten, wie der Name Jesus. Viele Menschen verehren und lieben diesen ihnen kostbaren Namen, jedoch wird er auch verachtet und sehr gehasst. Kein Name hat die Menschen so bewegt, wie der Name Jesus.

Wer ist dieser Jesus? Eine außergewöhnliche Kraft geht von dieser Person aus und man fühlt, dass es hier um mehr geht als um irgendeine Persönlichkeit. Ist Er ein Mensch mit besonderen Fähigkeiten? Oder ist Er ein Idealist, der bereit war, um seiner Idee willen den Märtyrertod zu sterben? War Er ein Religionsstifter, ein Dichter mit einem wunderbaren Wortschatz oder war Er der Führer eines kleinen Volkes oder gar ein Aufrührer? War Er vielleicht ein Wundertäter mit einem Herz für die Armen?

Wer ist Jesus Christus? Diese Frage ist bis heute nicht verstummt. Ist Er Gott, wie kann Er dann gleichzeitig Mensch sein? Oder ist Er Mensch, wie kann Er dann Gott sein? Auf all diese Fragen kann der natürliche Verstand keine Antwort geben, nur in Gottes Wort, der Bibel, finden wir sie.

Seine Geburt ist ein Wunder und für alle Menschen bis heute ein Geheimnis. Schon auf den ersten Seiten der Bibel wurde Satan, dem Verführer des Menschen, angesagt: „Er wird dir den Kopf zermalmen und du, du wirst ihm die Ferse zermalmen“ (1. Mose 3,15).

Etwa 800 Jahre vor seiner Geburt weissagte der Prophet Jesaja: „Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären und wird seinen Namen Immanuel heißen“ (Jesaja 7,14). Wir lesen im Buch des Propheten Jeremia von dem Kindermord, der von Herodes aus Furcht vor dem neugeborenen König der Juden ausgeführt wurde: „Rahel beweint ihre Kinder, sie will sich nicht trösten lassen über ihre Kinder, weil sie nicht mehr sind“ (Jeremia 31,15).

Auch wurde vorhergesagt, von wem Er geboren würde und warum. „Das in ihr Gezeugte ist von dem Heiligen Geist. Sie wird aber einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen Jesus nennen; denn er wird sein Volk erretten von ihren Sünden“ (Matthäus 1,20.21). Auch wird vorausgesagt, dass Jesus Christus viel leiden und danach sterben müsse.

All diese Weissagungen sind erfüllt. Niemand kann sich daher den göttlichen Prophezeiungen verschließen. Jahrhunderte vorher wurde angekündigt, dass Er ein Nachkomme des Königs David sein sollte. Seine Eltern waren aus diesem Geschlecht. Als Sohn Davids hören wir immer wieder von Ihm in seiner Beziehung zum Volk Israel. Sie hatten jahrhundertelang auf ihren König, ihren Messias, gewartet und warten auch heute noch auf ihn, denn als Er in die Welt kam, erkannten sie Ihn nicht an und sagten: „Wir wollen nicht, dass dieser über uns herrsche.“ Und sie schlugen Ihn ans Kreuz.

Der Mensch weiß nicht, dass er infolge des Ungehorsams des ersten Menschen von Gott getrennt und dadurch unter die Macht Satans verkauft ist. Die Religionen aller Völker beweisen letztlich nichts anderes, als dass sie das verlorengegangene Paradies suchen. Für alle Menschen jeder Rasse und Nationalität kam der Herr Jesus in diese Welt. „Ich habe dich auch zum Licht der Nationen gesetzt, um mein Heil zu sein bis an das Ende der Erde“ (Jesaja 49,6).

Doch wie konnte Er als Mensch zugleich Gott sein? Kein Mensch kann dieses Wunder ergründen. Gott selbst wollte auf diese Erde kommen, wollte Fleisch und Blut annehmen, um dem armen Menschen in seinem Elend zu Hilfe zu kommen. „Als aber die Fülle der Zeit gekommen war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau, geboren unter Gesetz, damit er die, die unter Gesetz waren, loskaufte“ (Galater 4,4).

Das sollte göttliche Freude für den verlorenen, in Schuld und Sünde verstrickten Menschen sein. Der Engel sagte es den Hirten auf den Fluren von Bethlehem: „Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkündige euch große Freude, die für das ganze Volk sein wird; denn euch ist heute in der Stadt Davids ein Erretter geboren, welcher ist Christus, der Herr“ (Lukas 2,10.11). Welch ein Wunder der Liebe und Gnade Gottes!

Der Herr Jesus ist von Ewigkeit her der Sohn Gottes. Er ist selbst ewiger Gott, der Schöpfer Himmels und der Erde, der Mittelpunkt alles Seins, das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte. Gott wurde im Sohn geoffenbart, der Fleisch und Blut annahm als Er auf diese Erde kam. Wir lesen, dass Er, „da er in Gestalt Gottes war, es nicht für einen Raub achtete, Gott gleich zu sein, sondern sich selbst zu nichts machte und Knechtsgestalt annahm, indem er in Gleichheit der Menschen geworden ist, und, in seiner Gestalt wie ein Mensch erfunden, sich selbst erniedrigte, indem er gehorsam wurde bis zum Tod, ja, zum Tod am Kreuz“ (Philipper 2,6-8).

Er ist nicht Gott oder Mensch, sondern Gott und Mensch zugleich. Das ist das Geheimnis seiner Person. „Anerkannt groß ist das Geheimnis der Gottseligkeit: Gott ist offenbart worden im Fleisch“ (1. Timotheus 3,16).

Der Herr Jesus kam auf diese Erde, um stellvertretend das Urteil Gottes über den in Sünde gefallenen Menschen auf sich zu nehmen und ihn von dem ewigen Gericht zu befreien. Kein Mensch hätte der Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes Genüge tun können. Dies konnte nur der Sündlose, der Mensch Christus Jesus, vollbringen. Aus freiem Willen sagt Er: „Siehe, ich komme, um deinen Willen zu tun“ (Hebräer 10,9). Er war bereit, nach Golgatha zu gehen.

Während seiner Erdenzeit offenbarte Er sich als der Sohn Gottes in Liebe, Gnade und Erbarmen, indem Er die Kranken heilte, Hungrige speiste, Besessene befreite und Tote auferweckte. Er öffnete Blinden die Augen und gebot den Naturgewalten. In göttlicher Vollmacht tat Er Wunder und Zeichen und erwies sich, wo immer Er hinkam, als der allmächtige Gott.

Das größte Wunder geschah jedoch auf Golgatha. Wie ein gemeiner Verbrecher ließ Er sich zwischen zwei Übeltäter kreuzigen. Für den Unglauben schien dies das Ende seines Wirkens zu sein. Es sah aus, als ob Satan einen Triumph errungen hätte. Der Herr Jesus ließ es zu, dass man Ihn angesichts des Todes verhöhnte und verspottete, aber Er betete noch für seine Feinde, die Ihm all dieses zufügten. Als Sohn Gottes hatte Er die Macht, durch ein Wort seine Feinde zu vernichten, aber in seiner grenzenlosen Liebe wollte Er die Menschen von der Macht Satans und der Sünde befreien. Deshalb nahm Er freiwillig die Strafe zu ihrem Frieden auf sich und ertrug das furchtbare Gericht des heiligen Gottes über unsere Schuld und Sünden. Als Er ausrief: „Es ist vollbracht!“, war sein Werk vollendet. Er hatte seinen Gott und Vater verherrlicht vor der sichtbaren und unsichtbaren Welt und dem armen, verlorenen Menschen den Weg zurück zu Gott geschaffen.

Er ist der Bezwinger Satans, der Überwinder des Todes, der Sündenträger am Kreuz, der Sieger von Golgatha. Der heidnische römischer Hauptmann musste angesichts der Gewalt, mit der Er sein Leben niederlegte, seine Gottheit bekennen: „Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn!“ (Markus 15,39).

Mit seinem Tod ist nicht alles aus. Er ist auferstanden. Nach seiner Auferstehung haben Ihn viele der Seinen gesehen und dies bezeugt (1. Korinther 15,5-8). Er ist zurückgekehrt in den Himmel. Dort verwendet Er sich für alle, die an Ihn glauben, und durch seinen Geist ist Er den Seinen auf der ganzen Erde gegenwärtig. Bald wird Er wiederkommen für alle, die Ihn als Gott und Mensch anerkannt und im Glauben als ihren Herrn und Heiland angenommen haben. Er bringt sie dann in die ewige Herrlichkeit des Himmels. Aber Er wird auch auf diese Erde wiederkommen als Richter für alle, die diese fundamentale Wahrheit bestreiten und leugnen.

Wollen Sie dem Gericht und der ewigen Verdammnis entfliehen? Beugen Sie noch heute Ihre Knie vor dem Heiland, nennen und bekennen Sie Ihm Ihre Sünden. Glauben sie, dass Er auch für Sie am Kreuz alles gutmachte und Gott Ihnen in seinem Erbarmen vergeben will.

Danken sie dem Herrn Jesus für seine Liebe und folgen Sie Ihm nach.

„Und es ist in keinem anderen das Heil, denn es ist auch kein anderer Name unter
dem Himmel, der unter den Menschen gegeben ist, in dem wir errettet werden
müssen“ (Apostelgeschichte 4,12).

Quelle: „Wer ist Jesus Christus?“ – Aktuelle Informationen 2
https://www.bibelkommentare.de/kommentare/187/wer-ist-jesus-christus

Für wen haltet ihr mich?

„Niemand kennt das genaue Geburtsdatum Jesu. Dennoch teilt dieses eine Ereignis die ganze Weltgeschichte in die Jahre vor und nach Christus.
Jesus hat nie ein Buch geschrieben; aber mehr Bücher wurden über ihn geschrieben als über irgend jemand anderen in der Geschichte. Das Buch, das seiner Biographie am nächsten kommt – der Teil der Bibel, den wir das Neue Testament nennen – wurde in Teilen oder insgesamt in ungefähr 1.500 Sprachen übersetzt. Er hat selbst nie ein Bild gemalt oder irgendein Gedicht oder Musikstück geschrieben. Doch es gibt keinen anderen Menschen, dessen Leben und Lehre zum Thema für mehr Lieder, Theaterstücke, Gedichte, Bilder, Filme, Videos und andere Formen der Kunst geworden wäre als seine. Er hat nie eine Armee aufgestellt, doch Millionen von Menschen haben für seine Sache das Leben gelassen. Man hat errechnet, dass jedes Jahr etwa 330.000 seiner Anhänger, eine fast unglaubliche Zahl, wegen ihres Glaubens zu Märtyrern werden.“
John Blanchard, Will the Real Jesus Please Stand Up, Evangelical Press, 1989