Seine Stimme Hören Wir Immer Noch

„Es ist auch heute noch so, wie einst auf der Straße nach Emmaus, das nichts einen so tröstet und solch eine Glut in das traurige Herz bringt wie die Erkenntnis, dass irgendein Teil der Schrift, obwohl Jahrhunderte vorher geschrieben, genau von dem eigenen Problem handelt, und dass die Lösung dieses Problems die beständige Wirklichkeit der Person, der Bedeutung, des Wirkens und der Gnade unseres Herrn und Heilandes Jesus Christ ist (siehe Lk 24,13-35).
Immer noch hören wir in den Berichten über sein irdisches Wirken die lebendig machende Stimme von Christus selbst. Immer noch spricht Er durch das geschriebene Wort; die Toten erhalten ewiges Leben, indem sie auf seine Stimme hören, die traurigen und gebrochenen Herzen werden wieder froh, und die Demütigen glauben.
Es ist darum klar, dass jeder, der Gott kennen will, so viel wie nur möglich von dem wissen möchte, was in der Bibel steht…“
J I Packer, Wie Gott Vorzeiten Geredet Hat, s.14-15

»Wenn Sie wüßten, wie viele ich mir noch verkneife, dann würden Sie mich loben!«

Spurgeon war ein äußerst humorvoller Mensch und Prediger. Als ihm einmal jemand Vorhaltungen machte, daß er zu viele Späße in der Predigt verwende, antwortete er: »Wenn Sie wüßten, wie viele ich mir noch verkneife, dann würden Sie mich loben!« In seinem Buch »Ratschläge für Prediger« schreibt Spurgeon, daß sich manche Prediger gut zu Märtyrern eignen würden, denn »Sie sind so trocken, daß sie leicht brennen«. – na, wenn das nicht typisch britisch-makabrer Humor ist! 🙂
Einmal steht er auf der Kanzel und lässt seine Predigtschüler ganz hinten in der Kirche sitzen. Er will demonstrieren, daß man auch mit leiser Stimme bis in die hinterste Ecke zu verstehen sein muß. Er flüstert: »Brüder, wenn Ihr mich hört, dann schwenkt eure Taschentücher!« Sie tun es. Da donnert Spurgeon von der Kanzel: »Brüder, steckt sie wieder ein, sie sind dreckig!«
Spurgeon hält eine Freiversammlung. Anschließend läßt er seinen Hut herumgehen. Doch diesmal legt niemand etwas hinein. Man hat sich vorher abgesprochen, ihm einen Streich zu spielen. Die Zuhörer sind gespannt, wie er das übliche Dankgebet formuliert. Er ist verdutzt, als er in seinen Hut schaut und betet laut: „Ich danke Dir, dass mir diese geizige Bande wenigstens meinen Hut zurückgegeben hat!“
http://www.kleinode.de/spurgeons_humor.htm

Warum ich Auslegungspredigten bevorzuge

Gelegentlich verfallen Menschen dem Irrtum, dass sie einen Bibelvers nehmen und dann über ein Thema sprechen, das irgendwie am Rande mit diesem Vers zu tun hat. Wenn ein Prediger eine Gemeinde aber mit einem Thema seiner Wahl konfrontiert und dann die biblischen Texte nur verwendet, um seinen Standpunkt zu untermauern, dann wird er in seiner Predigt nie mehr weitergeben können, als seine eigene Weisheit hergibt. Und mehr wird die Gemeinde dann auch nicht lernen. Ein bibelauslegendes Predigen erfordert aber mehr als das. Es erfordert eine sorgfältige Berücksichtigung des Kontexts, in dem die betreffende Schriftstelle steht, weil es zum Ziel hat, den Kerngedanken des biblischen Textes auch zum Kerngedanken der Predigt zu machen. Wenn ein Prediger einer Versammlung eine Predigt über eine Schriftstelle in ihrem Zusammenhang vorlegt – eine Predigt also, in der es genau um das geht, was die Schriftstelle aussagt – dann werden sowohl er als auch die Versammlung am Ende Dinge über Gott erfahren, die der Prediger ursprünglich gar nicht hatte sagen wollen, als er sich das erste Mal hinsetzte um seine Predigt vorzubereiten […]
Die alte Regel gilt also immer noch: Jeden Text so lesen, als lese man ihn zum ersten Mal. Auch wenn das in der Praxis sicher nicht vollständig zu schaffen ist, sollte man versuchen, die Vorbereitung zur Predigt, Bibelarbeit, etc. mit einem inneren „weißen Blatt“ anzugehen.
Das sollte uns einleuchten, wenn wir bedenken, wie die einzelnen Schritte in unserem Leben als Christ […] vonstatten gegangen sind. Hing nicht jeder dieser Schritte zum Wachstum in der Gnade damit zusammen, dass wir von Gott in einer Weise hörten, die wir noch nie zuvor von ihm gehört hatten? Mark Dever
Aus Dever Mark, Was ist eine gesunde Gemeinde? Gemeinde auf biblischem Weg, Haiterbach-Beihingen 2008, S. 67-68.

Zeige mir dein Tattoo….

Zeige mir dein Tattoo und ich sage dir, wer du bist (keine Verurteilung)Michael Freiburghaus·Montag, 8. Juli 2019–> Hörpredigt auf: www.chelegmeind.ch/predigten

Predigt in Dürrenäsch am 07.07.2019
Predigttext: „Er [= Jesus] ist das Bild des unsichtbaren Gottes.“[1]Einleitung: Persönlicher Bezug
Im Jahr 2008 machte ich ein Praktikum für zwei Monate bei der Heilsarmee in Rom, um Italienisch zu lernen und die ganze Stadt zu erkunden. Mein Bruder besuchte mich einmal und wir fuhren mit der Metro zu einer Sehenswürdigkeit. Plötzlich hob er sein T-Shirt und zeigte mir sein erstes Tattoo an seinem Bauch! Ich hätte das nie von ihm gedacht. Mein Bruder ist Laptop-Sales-Manager. Mittlerweile hat auch meine Schwester, die Ärztin ist, eine Tätowierung. Tattoos sind also in der Mitte der Gesellschaft angekommen und kein Randphänomen mehr.[2] Statistiken zeigen, dass die Hälfte aller Frauen zwischen 25 und 34 Jahren in Deutschland[3] und der Schweiz[4] tätowiert sind. Im Sommer sieht man wieder mehr Tattoos.1. Die Bedeutung einiger beliebter Tattoo-Motive
Mir ist aufgefallen, dass es einige Tattoomotive gibt, die eher Frauen ansprechen und andere, die eher Männer faszinieren. Natürlich ist jedes Symbol mehrdeutig, aber es geht mir hier um das grosse Ganze.[5]1.1 Weibliche Motive: Flügel/Engel/Vögel/Schmetterling/Feen/Elfen
Viele Frauen lassen sich Tattoos mit Flügeln tätowieren, auch Frauen in unserer Kirchgemeinde. Beflügelte Tattoos sind beispielsweise Motive eines oder zweier Flügel, Engel oder Feenwesen mit Flügeln, Vögel oder Schmetterlinge. Fliegen zu können ist ein Zeichen von Freiheit. Flügel symbolisieren auch Leichtigkeit. Eine Raupe verpuppt sich und wird dann zum Schmetterling, der fliegen kann. Ein Schmetterling steht für das Wachstum, Transformation, für einen Prozess, Veränderung (Metamorphose), Erneuerung. Der Schmetterling ist auch ein Zeichen der Auferstehung von Jesus Christus.1.2 Männliche Motive: Tod/Sensenmann/Totenkopf/Teufel/Dämon/Hölle
Eher männliche Motive sind der Tod, ein Totenkopf[6], der Sensenmann, der Teufel, Dämonen oder die Hölle. Viele Männer interessieren sich für den richtigen Weg, den sie im Leben einschlagen wollen. Für die Frage nach Gut und Böse. Wenn man Konfirmanden heutzutage ihren Konfirmationsspruch selber aussuchen lässt, dann wählen sie oftmals folgenden Satz: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit dem Guten!“[7] Das beschäftigt also bereits Teenager.1.3 Tattoos, die Frauen und Männer mögen
Es gibt auch viele Tattoos, die sowohl Frauen als auch Männer ansprechen, wie z.B. Muster, sogenannte Tribals. Beliebt sind auch die Namen oder Initialen der Kinder oder Symbole wie z.B. Sternchen für die Anzahl der Kinder.[8]1.4 Persönliche Favoriten
Aus unterschiedlichen Gründen habe ich keine Tätowierung. Vielleicht bin ich einfach eine Memme, weil ich die Schmerzen nicht ertragen will 😊 Zwei Tattoomotive interessieren mich jedoch: Auf dem Rücken mit fetten Buchstaben das Wort BEHEMOT, das ist das Tier aus der Bibel, im Buch Hiob, ein Nilpferd oder ein Dinosaurier.[9] Dann auf dem rechten Oberarm mein Familienwappen: Eine Frei-Burg-Haus mit zwei Sternen und dem Mond.

2. Jesus ist Gottes Tattoo und deswegen die Antwort auf unsere Lebensfragen
In der Bibel gibt es einen kurzen, aber inhaltsschweren Satz des Apostels Paulus an die Kolosser: „Er [= Jesus] ist das Bild des unsichtbaren Gottes.“[10] Jesus ist Gottes Tattoo, Gottes Abbild. Gott ist unsichtbar, aber in seinem Sohn Jesus wird er für uns sichtbar. „Denn es gefiel der ganzen Fülle [Gottes], in ihm [= Jesus] zu wohnen.“[11] Jesus ist ganz Mensch und ganz Gott gleichzeitig. Jesus hat für uns gelitten und ist für uns auferstanden, weil er uns liebt. Dies hat viele unterschiedliche Auswirkungen, eine davon ist die Versöhnung mit Gott und Menschen: „…[es gefiel der ganzen Fülle Gottes,, durch ihn [= Jesus] alles mit sich zu versöhnen – indem er Frieden gemacht hat durch das Blut seines Kreuzes – durch ihn, sei es, was auf der Erde oder was in den Himmeln ist.“[12] Jesus versöhnt uns nicht nur mit Gott, sondern auch mit anderen Menschen: Stichworte Nächstenliebe, Feindesliebe und Vergebungsbereitschaft. Der Glaube an Jesus ist Seelsorge, weil Jesus sich um unsere Seele sorgt. Teilweise habe ich den Eindruck, dass Tattoos eine Form der Selbst-Seelsorge sind, weil man sich bewusst Zeit nimmt, um körperlichen Schmerz zu erleiden, weil man in der Vergangenheit einen seelischen oder geistlichen Schmerz wie z.B. eine Krankheit[13], den Zerbruch einer Beziehung oder den Verlust eines geliebten Menschen[14] ertragen musste.[15] Selber habe ich ja keine Tätowierung, aber ich frage mich, ob das Krafttraining, das viele andere und ich regelmässig betreiben, nicht auch eine Art Selbstkasteiung („Selbstbestrafung“) ist wie das Stechen von Tattoos.[16] Jesus hat die Schmerzen am Kreuz nicht erduldet, weil er Freude daran gehabt hätte, sondern um uns zu erlösen von unseren Sünden. Ebenso, um uns von uns zu erlösen und von unserem Wunsch nach Selbsterlösung. Weil Jesus von den Toten auferstanden ist und jetzt lebt, ist er die Antwort auf unsere grossen Lebensfragen. Drei greife ich heraus: Die Frage nach unserer Freiheit, unserer Hoffnung und die Frage nach dem richtigen Weg.2.1 Jesus befreit uns und stillt unsere Sehnsucht nach Freiheit
A) Jesus befreit uns!
Die Tattoomotive der Flügel stellt uns zuerst die Frage nach unserer Freiheit. „Zur Freiheit hat uns Christus befreit!“[17] lautet die Antwort der Bibel. Jesus befreit uns. Es kann gut sein, dass Frauen sich Freiheit wünschen und sich deswegen auch Flügel tätowieren, weil sie sich vom oftmals eintönigen und anstrengenden Alltag als Hausfrau und Mutter Freiheit wünschen. Wenn Mütter in ihre Kinder Liebe, Kraft, Zeit, Geld und Herzblut investieren, dann ist dies niemals vergebens. Kinder sind die Zukunft eines Landes. „Die Hand, die die Wiege bewegt, bewegt die Welt“, lautet ein treffendes Sprichwort. Die Hand der Mutter, die die Kinder erzieht, wird grosse Auswirkungen haben, weil ihre Kinder das Verhalten der Mutter oftmals kopieren und so an andere Menschen weitergeben werden. Deswegen ist die Erziehung von Kindern ein grosser und wertvoller Dienst im Reich Gottes.[18]B) Jesus schenkt uns Hoffnung auf die Ewigkeit bei Gott!
Das Tattoomotiv des Schmetterlings stellt uns zweitens die Frage nach unserer Hoffnung über den Tod hinaus: Jesus hat den Tod besiegt durch seine Auferstehung an Ostern. Er schenkt uns Hoffnung und Trost, auch wenn wir geliebte Menschen früh verlieren.2.2 Jesus führt uns auf dem Weg des Lebens!
Jesus beantwortet auch die Frage, die vielen Männern unter den Nägeln brennt: Wie können wir im Dschungel des Lebens den richtigen Weg wählen? An allen Versuchungen und Anfechtungen vorbei? Jesus selbst ist der Weg, der zurück zu Gott führt. Jesus spricht: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.“[19] Wenn wir an Jesus glauben und ihm unser Leben widmen, dann können wir gewiss sein, dass Gott uns führt und leitetet und dass das Versprechen aus Psalm 16 auch uns gilt: „Du [= Gott] wirst mir kundtun den Weg des Lebens; Fülle von Freuden ist vor deinem Angesicht, Lieblichkeiten in deiner Rechten [= Hand] immerdar.“[20] Christina und ich haben einmal in Basel Traktate (christliche Schriften) verteilt und einem stämmigen Mann mit Tattoos eine Bibelkarte geschenkt mit diesem Bibelvers darauf. Er war wie ein Wikinger gekleidet und war wohl auf dem Weg zu einem Konzert. Zuerst wehrte er ab, indem er sagte, dass er heidnischer Wikinger sei. Doch dann las er den Bibelvers und sagte: „Freude ist immer gut. Und zudem sind die Wikinger ja auch Christen geworden.“ Er steckte die Karte ein und ein Lächeln zog über sein Gesicht.2.3 Jesus schenkt uns unsere Identität und unseren Wert
Wenn wir an Jesus glauben, dann wohnt der Heilige Geist in uns. Der Körper wird zum „Tempel des Heiligen Geistes.“[21] Warum? „Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.“[22] Dank Jesus lernen wir, unseren Körper so anzunehmen, wie er ist, egal ob mit oder ohne Tätowierungen. Falls wir uns Tattoos haben stechen lassen – quasi als Jugendsünde–, die Jesus beleidigen oder gegen ihn rebellieren, dann können wir Jesus darum bitten, uns zu vergeben. Jesus verurteilt uns nicht, sondern er ringt darum, dass wir die Vergebung unserer Sünden annehmen, unsere Identität in ihm finden und so unser ganzes Potential entfalten. Ich habe schon Berichte gehört, dass bei Erwachsenen, die sich taufen liessen, die negativen Tattoos weggewaschen wurden.Schluss: Gott wird uns tätowieren, indem er uns einen neuen Namen (Identität) gibt
In der Bibel steht auch, dass Gott uns im Himmel seinem Namen eintätowieren wird: „Wer überwindet, den werde ich im Tempel meines Gottes zu einer Säule machen, und er wird nie mehr hinausgehen; und ich werde auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen der Stadt meines Gottes, des neuen Jerusalem, das aus dem Himmel herabkommt von meinem Gott, und meinen neuen Namen.“[23] Der Name steht in der Bibel für die Identität, für unser innerstes Wesen, den Kern unserer Persönlichkeit. Mit unserer neuen Identität in Jesus müssen wir aber nicht warten, bis wir im Himmel sind, sondern sie beginnt jetzt schon, wenn wir es zulassen, dass Jesus an uns wirkt und unseren Charakter gemäss der Bibel und seines Heiligen Geistes formen darf. „Er [= Jesus]ist das Bild [= Tattoo] des unsichtbaren Gottes.“[24] Amen.Anmerkung: Gefahren der Tätowierungen
Im Alten Testament spricht Gott: „Und einen Einschnitt wegen eines Toten sollt ihr an eurem Fleisch nicht machen; und geätzte Schrift sollt ihr an euch nicht machen. Ich bin der HERR.“[25]In dieser Predigt ging es mir jedoch nicht um die Frage: Tattoos ja oder nein. Sondern um die Bedeutung einiger häufiger Tattoomotive und eine biblische Antwort darauf. Es gibt einige theologische[26] und gesundheitliche[27] Aspekte, die gegen das Stechen von Tattoos sprechen.[28]Fragen zum Nachdenken und Diskutieren
A) Welches Tattoomotiv interessiert dich am meisten? Warum hast du eine Tätowierung machen lassen oder eben nicht? Was bedeutet dir das Motiv/Symbol?
B) Jesus ist Gottes Tätowierung. Er wirkt in unserem Leben. In welchen Bereichen deines Lebens brauchst du Seelsorge? Wo sehnst du dich nach Versöhnung? Wo kannst du den ersten Schritt machen? „Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.“[29] Gott der Heilige Geist wohnt in Christusgläubigen und befähigt uns zum Dienst am Nächsten.Fussnoten
[1] Kolosserbrief 1,15a.
[2] „Die zunehmende Verbreitung von Tattoos seit den 70er Jahren hat dazu geführt, dass sich Tattoos heutzutage in allen Gesellschaftsschichten finden lassen. So hat 2014 eine Studie in Deutschland ergeben, dass rund neun Prozent der Bevölkerung Tätowierungen tragen, wobei sich kein Zusammenhang mit dem Bildungsniveau feststellen lässt“, Michael Goldberg, Glaube, der unter die Haut geht: Eine qualitative Untersuchung religiöser Expressivität bei Trägerinnen und Trägern von Tattoos mit christlicher Symbolik, Bachelorarbeit an der Universität Zürich, 06.03.2017.
[3] Wikipediaartikel Tätowierung, abgerufen am 05.07.2019.
[4] Melissa Müller, Jeder fünfte Schweizer ist tätowiert – Doch eine Kehrtwende zeichnet sich ab, Aargauer Zeitung, 12.01.2019.
[5] Vgl. Vera Rüttimann, Gott auf nackter Haut – Religiöse Tattoo-Motive sind beliebt, kath.ch, 26.09.2018.
[6] „Totenköpfe sieht man ebenfalls sehr oft. ‚Ein Totenschädel auf dem Oberarm kann ein Zeichen für Gewaltbereitschaft sein, aber auch an die Endlichkeit des Lebens gemahnen und daran erinnern, sein Leben nicht untätig zu verschwenden‘, sagt Psychologe Erich Kasten“, Müller, tätowiert, AZ.
[7] Römerbrief 12,21.
[8] oder die Anzahl der Kinder, die man gerne gehabt hätte.
[9]https://www.derbibelvertrauen.de/der-bibel-vertrauen/bibellesen-aber-wie/289-bibel-lesen-und-die-welt-verstehen/1162-045-hiob-und-der-behemot.html
[10] Kolosserbrief 1,15a.
[11] Kolosserbrief 1,19.
[12] Kolosserbrief 1,20.
[13] „Tätowierungen können nach den Erkenntnissen des Theologen aber auch dabei helfen, nicht nur Angst, sondern auch Leid und Unrecht zu bewältigen. So werden damit häufig Gewalterfahrungen, psychische oder seelische Verletzungen kompensiert. ‚Die betroffene Person holt sich durch eine Tätowierung die Macht über den eigenen Körper, der vorher missbraucht wurde, wieder zurück und verarbeitet dadurch diese Unrechtserfahrung.‘ Zudem stehen Tätowierungen laut Dzambo oft im Zusammenhang mit Krankheiten, die den Menschen in eine Ohnmacht drängen und am Aufstehen hindern. Das Stechen mit dem brennenden Schmerz gebe den Betroffenen das Gefühl: ‚Hier bin ich derjenige, der aktiv Macht über meinen Körper ausübt. Und so hole ich mir die Handlungsfähigkeit in irgendeiner Form wieder‘“, Melanie Pies, Glaube, der unter die Haut geht, katholisch.de, 25.03.2016.
[14] „Michael Goldberg analysierte in seiner Masterarbeit «Glaube, der unter die Haut geht» für die Universität Luzern aus dem Jahr 2017 ebenfalls die Beweggründe, warum sich Leute tätowieren lassen. Er fand heraus: Das Tattoo erinnert Menschen an besonders einschneidende Ereignisse in ihrer Lebensgeschichte wie Tod eines Angehörigen, Geburt eines Kindes oder Heirat. Die Körperbemalung kann auch für die Überwindung von Krisen stehen“, Rüttimann, Tattoo-Motive, kath.ch.
[15] „Nicht selten würden Frustrationen mit einer schönen Tätowierung kompensiert“, Müller, tätowiert, AZ.
[16] „Psychologen sehen das Phänomen auch als Teil des Körperkults, den viele mit fast religiösem Eifer betreiben. Mit Ernährung, Fitness und eben auch Tattoos modelliert und schmückt man seinen Körper. Und man ist froh, in Zeiten des Umbruchs und der Ungewissheit wenigstens in diesem Lebensbereich alles unter Kontrolle zu haben“, Müller, tätowiert, AZ.
[17] Galaterbrief 5,1a in der Lutherübersetzung.
[18] In der Bibel gibt es nicht nur die leibliche Elternschaft, sondern auch die geistliche Elternschaft, wenn jemand für andere Menschen Verantwortung übernimmt.
[19] Johannesevangelium 14,6.
[20] Psalm 16,11.
[21] 1.Korintherbrief 6,19.
[22] Kolosserbrief 1,27b.
[23] Offenbarung 3,12.
[24] Kolosserbrief 1,15a.
[25] 3. Mose 19,28.
[26] Vgl. John Piper, 6 Reasons to Skip Tattoos, desiringgod.org, 20.12.2013; Hans-Werner Deppe, Christ und Tattoos – Passt das zusammen?, betanien.de, 11.06.2018.
[27] Vgl. Tattoos können gefährlich sein, NZZ, 26.03.2015.
[28]Eine treffende Zusammenfassung der Geschichte der Tätowierungen bietet Martin Helg, NZZ am Sonntag, https://nzzas.nzz.ch/gesellschaft/warum-wir-uns-mit-taetowierung-freiwillig-fuers-leben-zeichnen-ld.1401002, 07.07.2019, abgerufen am 05.07.2019.
[29] Kolosserbrief 1,27b.

Apostelgeschichte 16:6-10 – Paulus wird nach Europa berufen

6 Als sie aber Phrygien und das Gebiet Galatiens durchzogen, wurde ihnen vom Heiligen Geist gewehrt, das Wort in der Provinz Asia zu verkündigen. 7 Als sie nach Mysien kamen, versuchten sie, nach Bithynien zu reisen; und der Geist ließ es ihnen nicht zu. 8 Da reisten sie an Mysien vorbei und kamen hinab nach Troas. 9 Und in der Nacht erschien dem Paulus ein Gesicht: Ein mazedonischer Mann stand vor ihm, bat ihn und sprach: Komm herüber nach Mazedonien und hilf uns! 10 Als er aber dieses Gesicht gesehen hatte, waren wir sogleich bestrebt, nach Mazedonien zu ziehen, indem wir daraus schlossen, daß uns der Herr berufen hatte, ihnen das Evangelium zu verkündigen.
Hermeneutik
  • Viele versuchen aus solchen Stellen in der Apostelgeschichte allgemeine Prinzipien abzuleiten, wie der Herr uns heute führt.
  • Oft begehen sie dabei aber viele hermeneutische Fehler.
  • Hermeneutik ist die Wissenschaft, wie man die Bibel auslegt.
  • Dabei wird der Kontext der Bibelstelle untersucht, die literarische Gattung, der heilsgeschichtliche Zusammenhang und der Vergleich mit anderen Bibelstellen.
  • Die Reformatoren gingen von der Klarheit der Heiligen Schrift aus.
  • Diese Klarheit bedeutet, dass die wesentlichen Aussagen der Bibel über das Evangelium so deutlich sind, dass jeder, der die Bibel liest, sie verstehen kann.
  • Deshalb wollten sie auch, dass jeder Mensch die Bibel in seiner eigenen Sprache liest.
  • Die Klarheit der Schrift sollte aber niemals in Abrede stellen, dass die Bibel korrekt auslegt werden muss.
  • Die Reformatoren selbst hielten in ihren Kirchen Bibelstunden, in denen der Text auf Deutsch, Lateinisch und Griechisch vorgelesen wurde, dann noch Kommentare und Querverweise hinzugezogen wurden, und am Ende versucht wurde, möglichst treu auszulegen.
  • Das besondere an der Apostelgeschichte ist, dass sie zunächst ein beschreibender Erzähltext und kein Lehrtext ist. Sie will uns zunächst erst einmal berichten, wie es damals war.
  • Dazu kommt, dass die Apostel eine besondere Rolle und besondere Gaben hatten, die niemals in der Kirchengeschichte wiederholt wurden.
  • Diese Gaben zeichneten sie als Gesandte Gottes aus.
  • Ähnlich erging es Mose, der das alttestamentliche Gesetz brachte.
    • 11 Und der HERR redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann mit seinem Freund  redet; und er kehrte wieder ins Lager zurück. (2Mo 33:11)
    • 10 Es stand aber in Israel kein Prophet mehr auf wie Mose, den der HERR kannte von Angesicht zu  Angesicht, 11 in all den Zeichen und Wundern, zu denen der HERR ihn gesandt hatte, daß er sie im Land  Ägypten tun sollte an dem Pharao und an allen seinen Knechten und an seinem ganzen Land; 12 und in all den gewaltigen Handlungen und all den großen und furchtgebietenden Taten, die Mose  vollbrachte vor den Augen von ganz Israel. (5Mo 34:10-12)
  • Wir wissen nicht, wie Paulus hier vom Heiligen Geist gewehrt wurde, aber es muss so deutlich gewesen sein, wie es nur für einen Propheten Gottes gilt.
  • Nirgendwo im Neuen Testament ruft Paulus die Gemeinde später auf, irgendwelche Eindrücke des Geistes oder Träume zu suchen.
  • Stattdessen sollen sie sich an das Wort Gottes halten und sonst mittels biblischer Weisheit entscheiden.
    • 16 Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur  Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, 17 damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet. (2Tim 3:16-17)
  • Literaturhinweis: Gefunden: Gottes Wille von John MacArthur (https://clv.de/Buecher/Glaube-Nachfolge/Gefunden-Gottes-Wille.html)

Wie man sich am Besten Notizen während der Predigt macht

In diesem Artikel findest du einige Tipps zum Mitschreiben bei einer Predigt: Wie man sich am Besten Notizen während der Predigt macht!

Tipps zur Vorbereitung von Notizen während der Predigt

  • Genügend Vorlauf: Für eine gute Mitschrift braucht man die nötige Gelassenheit und Konzentration. Deshalb ist es ratsam einige Minuten früher als notwendig an seinem Platz zu sein.
  • Qualitative Hilfsmittel: Je mehr einem  Heft und Stift gefallen, desto schöner ist das Mitschreiben. Man kaufe sich lieber gute Sachen, als keine Freude dabei zu empfinden.
    Hilfsmittel mitnehmen: Bibel, Heft und Stifte sollten möglichst gewohnheitsmäßig mitgenommen werden. Wenn sie ihren festen Platz in der Tasche haben, ist das noch besser!
  • Optimaler Sitzplatz: Es wird wenige Gemeinden geben, in denen man auf einem Tisch mitschreiben kann. Trotzdem gibt es Plätze wo man das besser oder schlecht machen kann. Der Sitzplatz sollte auch so gewählt sein, dass man sich gut auf die Predigt konzentrieren kann.

Tipps zum Machen von Notizen bei einer Predigt

  • Hauptaussage & Hauptargumente: Es ist weder möglich noch ratsam alles so weit wie möglich mitzuschreiben. Versuche die Hauptaussage der Predigt und ihre Hauptargumente festzuhalten.
  • Gliederung & Struktur: Suche nach Anhaltspunkten der Gliederung. Versuche die Struktur gleich durch Abstände, Schriftgröße, Nummern etc. in der Niederschrift deutlich zu machen.
  • Hervorhebungen & Farben: Markiere gleich bei der Niederschrift Aussagen, die du besonders gut fandest oderdich berührt haben. Ich nutze manchmal zwei Stifte in unterschiedlichen Farben, um bestimmte Dinge hervorzuheben.
  • Sofort und ordentlich: Denke nicht, diesen Gedanken schreib ich auch gleich auf. Sondern schreib ihn sofort so sauber und ordentlich wie möglich auf. Meist ist wenig ordentlich aufgeschrieben besser als viel unordentlich (sowohl zur Nachbearbeitung, als auch für den Kopf zum Speichern).

Tipps für Notizen am Ende / nach der Predigt

  • Zusammenfassung: Oft gibt es eine Zusammenfassung des Verkündigers, aber manchmal muss man sie auch selbst machen. Das weiß man meist schon, wenn man den Verkündiger kennt. Möglich ist z.B. jede Predigt mit fünf Punkten zusammenzufassen: die wichtigsten Aussagen / Erkenntnisse / Dinge, die man gelernt hat.
  • ToDo’s: Man sollte sich spätestens gegen Ende der Predigt eine Anwendung des Gehörten für sein eigenes Leben überlegen. Was kann ich daraus lernen? Will ich tun? Es sollten konkrete Handlungen mit Bezug zu einem konkreten Lebensbereich sein (z.B. nicht „ich will geduldiger sein“, sondern „ich will den Kindern besser zuhören, wenn ich nach Hause komme“.
  • (Laut) Korrekturlesen: Es ist sinnvoll sich die Notizen gleich nach dem Vortrag nochmal durchzulesen. So bemerkt man unklare Stellen und unpassende Formulierungen und kann sich den Inhalt noch besser merken.
  • Mit anderen teilen: Wem könnte ich davon erzählen? Wie will ich mit meiner Familie über diese Predigt reden? Natürlich muss man die Predigt zuerst zu sich selbst reden lassen, aber es ist ebenso kostbar die Überlegungen mit Freunden und in der Familie zu teilen.
  • Fragen: Habe ich etwas noch nicht verstanden oder sehe es anders? Mit wem kann ich das klären? Es muss nicht immer der Verkündiger sein, aber dieser steht auch für wichtige Fragen bereit!

Notizen schreiben ist ein Lernprozess! Ich hoffe du nimmst die Herausforderung an und kannst auch aus diesem Beitrag etwas lernen. Mich würde natürlich interessieren, was dir besonders gefallen hat oder welche Tipps du anderen geben kannst. Du darfst gerne einen Kommentar hinterlassen. Ich wünsche Gottes Segen beim Hören auf Gottes Wort!

Wie man sich am Besten Notizen während der Predigt macht

 

Gute Predigt halten


Egal ob man es nun Andacht, Impuls, Message oder sonstwie nennt: Gepredigt wird nicht nur in Gottesdiensten sondern auch in Hauskreisen, Jungscharen, Jugendkreisen, Seniorentreffs… – halt überall, wo Christen zusammenkommen. Aber was macht eine gute Predigt aus? Über diese Frage kann man bücherfüllend diskutieren. Am Ende scheinen mir die folgenden 3 Punkte entscheidend zu sein:
1. Predige die Bibel
Deine persönlichen Weisheiten, Einsichten und Geschichtchen mögen ja ganz nett sein. Aber wirklich relevant ist letztlich nur, was Gott zu sagen hat! Deshalb muss in Deiner Predigt von Anfang bis Ende deutlich werden: Was hier gesagt wird ist die Botschaft der Bibel! Predige deshalb immer auf der Basis von biblischen Texten und Aussagen. Sonst kochst Du eine dünne Suppe, für die sich zurecht niemand wirklich interessiert.
2. Predige eine Botschaft
Hört sich trivial an, ist es aber nicht. Zu viele Predigten sind theologische Ausarbeitungen mit mehr oder weniger interessanten Informationen aber ohne eine Botschaft, die Konsequenzen für die Zuhörer hat. Deshalb stell dir vor der Predigt die Frage: Welche dringende Botschaft müssen diese Menschen jetzt unbedingt hören? Welche Veränderung will ich ganz praktisch mit meiner Predigt auslösen? Wenn Du keine Botschaft hast wird Deine Predigt bestenfalls schön und interessant – aber letztlich doch frucht- und folgenlos.
3. Predige mit dem Feuer des Heiligen Geistes
Das hört sich vielleicht pathetisch an, aber es stimmt wirklich: Wenn Dein Glaube lau ist, ist auch Deine Botschaft lau. Dann hilft auch keine noch so perfekte Rethorik oder Theologie. Wenn Du in Menschen ein Feuer anzünden willst muss ein Feuer in Dir brennen! Das heißt nicht unbedingt, dass Du laut und emotional werden musst. Aber in jedem Fall muss eine authentische Leidenschaft, Vollmacht und Dringlichkeit spürbar sein, die nur der Heilige Geist in uns wecken kann.
Die entscheidende Basis für eine gute Predigt liegt deshalb in einer engen Verbindung mit Gott und seinem Wort. Lies die Bibel und mach Dich mit ihr vertraut. Sei in engem Kontakt mit dem Autor der Bibel. Und bete darum, immer wieder neu erfüllt zu sein mit dem Heiligen Geist. Lass Dich von Gott berufen, ein Botschafter des Königs zu sein.
Eins noch: Es gibt Situationen, in denen Menschen vom Geist geleitet spontan vollmächtig predigen. Aber das sind Ausnahmen. Im Allgemeinen gilt: Eine gute Predigt braucht eine gute Vorbereitung. Vergeude nicht die Zeit Deiner Mitmenschen mit halbgaren, wenig durchdachten Ideen. Prüfe genau, welche Botschaft wirklich zentral ist und arbeite sie heraus. Bedenke, dass Zuhörer am Ende oft nur 1-2 Gedanken wirklich mitnehmen. Schlage lieber wenige Nägel ganz tief ein statt viele Nägel oberflächlich anzutippen.
Persönlich mache ich es oft so, dass ich eine Predigt wörtlich aufschreibe und sie dann für mich alleine „trocken predige“. Dadurch finde ich heraus, wo die Predigt noch nicht „fließt“, wo es hakelige Gedankensprünge gibt und wo ich die Botschaft selbst noch nicht wirklich verinnerlicht habe. Am Ende habe ich mein Skript zwar vor mir liegen, aber ich brauche es eigentlich nicht mehr, weil mir die Botschaft so in Fleisch und Blut übergegangen ist, dass ich frei predigen kann. Dadurch kann ich leidenschaftlicher und authentischer sprechen und besser mit den Zuhörern kommunizieren. Zentrale Aussagen und Bibeltexte lasse ich meine Zuhörer mitlesen, so dass die Botschaft nicht nur über die Ohren sondern auch über die Augen aufgenommen werden kann.
So musst Du das nicht machen. Finde Deinen eigenen Stil. Aber sei Dir Deiner hohen Verantwortung bewusst. Gott kann es nicht ausstehen, wenn wir Unfug verbreiten, der nicht seinem Wort entspricht. Deshalb tu mir einen Gefallen: Predige mit dem Feuer des Heiligen Geistes eine durch und durch biblische Botschaft. Tu es! Die Welt wartet darauf!
Dr. Markus Till http://blog.aigg.de/?tag=gute-predigt-halten