‘Ich steh’ an deiner Krippen hier’

So schreibt Dietrich Bonhoeffer aus dem Gefängnis in Tegel über das Weihnachtslied ‘Ich steh’ an deiner Krippen hier’: “Ich hatte mir bisher nicht viel daraus gemacht. Man muss wohl lange allein sein und es meditierend lesen, um es aufnehmen zu können. Es ist in jedem Worte ganz außerordentlich gefüllt und schön. Ein klein wenig mönchisch-mystisch ist es, aber doch gerade nur soviel, wie es berechtigt ist; es gibt eben neben dem Wir doch auch das Ich und Christus, und was das bedeutet, kann gar nicht besser gesagt werden, als in diesem Lied.” (in: Widerstand und Ergebung)

Weihnachten in der Gefängniszelle

Dietrich Bonhoeffer wurde am 5. April 1943 verhaftet und in Berliner Gefängnissen festgehalten, bis man ihn am 9. April 1945 im Konzentrationslager Flossenburg umgebrachte. Zu seinem ersten Weihnachtsfest im Gefängnis schrieb er am 17. Dezember 1943 aus der Zelle:
Vom Christlichen her gesehen, kann ein Weihnachten in der Gefängniszelle ja kein besonderes Problem sein. Wahrscheinlich wird in diesem Hause hier von Vielen ein sinnvolleres und echteres Weihnachten gefeiert werden als dort, wo man nur noch den Namen dieses Festes hat. Daß Elend, Leid, Armut, Einsamkeit, Hilflosigkeit und Schuld vor den Augen Gottes etwas ganz anderes bedeuten als im Urteil der Menschen, daß Gott sich gerade dorthin wendet, wo die Menschen sich abzuwenden pflegen, daß Christus im
Stall geboren wurde, weil er sonst keinen Raum in der Herberge fand — das begreift ein Gefangener besser als ein anderer und das ist für ihn wirklich eine frohe Botschaft, und indem er das glaubt, weiß er sich in die alle räumlichen und zeitlichen Grenzen sprengende Gemeinschaft der Christenheit hineingestellt und die Gefängnismonate verlieren ihre Bedeutung.
Ich werde am Heiligen Abend sehr an Euch alle denken, und ich möchte gern, daß Ihr glaubt, daß auch ich ein paar wirklich schöne Stunden haben werde und mich die Trübsal bestimmt nicht übermannt …http://theoblog.de/weihnachten-in-der-gefaengniszelle/24450

Was ist Advent?

 

Die Frage scheint leicht zu beantworten: Im Advent bereiten wir uns auf Weihnachten vor. So mit ganz viel Deko, Shopping, Plätzchen backen, Christkindlmärkten etc.
Die Weihnachts- bzw. Christkindlmärkte ziehen nicht nur die Kinder auch alle Glühweinnasen an. Lichterketten an den Häusern, den Bäumen und allen Geschenkekrimskrams-glühbratwurstsüssigkeitenbuden, die ihrem unwiderstehlichen Glanz auch einen besonderen Duft zusetzen, den man nicht so schnell wieder los wird.
Er ähnelt in der Hartnäckigkeit dem Aschenbecherduft nach dem Kneipenbesuch. Aber es ist eine ganz besondere Mischung. Warum nur hat sie noch keiner auf Flaschen gezogen oder in Weissblechdosen gepresst? Vielleicht als Deospray unter Druck mit einem Treibmittel versehen? Dieser Duft nach Schokolade und Seife, nach Parfüm und Mandeln, nach Bratwurst, Glühwein, Christstollen und Zuckerwatte, nach Eierkuchen, Plätzchen und Kaffee, nach Tannenwäldchen und Plastebaum, nach Autoscouter und Schmierfett für das Riesenrad, nach Holz und Pommes und Fett und Bier. Ist das Advent?
Jeder 7. Mann und jede 20. Frau wissen einer Studie zufolge nicht, was Advent ist. (Focus 2005)
Advent heißt Ankunft. Adventus domini = Ankunft des Herrn.
Der Advent erinnert an das Kommen Gottes bei uns Menschen. Bethlehem, vor etwa 2000 Jahren: Gott kommt auf die Erde. Auf diese Besondere Ankunft bereiten sich Christen vor. Früher fasteten und beteten sie, verzichteten auf Feste. Denn Advent meint vor allem eine innere Ankunft. Der Dichter Angelus Silesius beschrieb das so: „Wird Christus tausend Mal zu Bethlehem geboren und nicht in dir, du bleibst verloren.“
Dass diese Zeit sich nicht in einer beschaulichen Stimmung erschöpft, machen viele Adventslieder deutlich. „O Heiland, reiß die Himmel auf“ wurde unter dem Eindruck der Hexenprozesse während des Dreißigjährigen Krieges geschrieben. Dort heißt es: „Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt, darauf sie all ihr Hoffnung stellt? O Komm, ach komm vom höchsten Saal, komm tröst uns hier im Jammertal.“
Advent heißt: Ich darf singen! Im Herzen jubelt es, wenn ich die alten und neuen Adventslieder mitsumme oder laut singe. Die Engel haben gesungen und die Hirten in Bethlehem haben vielleicht mit gebrummt. Singen, dass Jesus kommt, prägt diese Zeit.

Wer Ohren hat, zu hören, der höre! Matthaeus 11:15

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Wenn man einen Radiosender nicht empfangen kann, ist das wohl kaum ein Beweis dafür, dass es diesen Sender nicht gibt. Mehrere Gründe für dieses Versagen sind denkbar. Vielleicht hat man gar kein Radio, kein Empfangsgerät. Oder man hat es überhaupt nicht eingeschaltet.
Oder einen anderen Sender eingestellt. Oder man hält sich in einer Gegend auf, wo die Empfangsqualität so schlecht ist, dass man so gut wie nichts mitkriegt.
Niemand von uns käme aber dabei auf die Idee, den Sender dafür verantwortlich zu machen oder dessen Existenz zu leugnen.
Wir selbst sind auch so ein Empfangsgerät. Ob wir aber unser inneres Radio so eingestellt haben, dass unsere Ohren auch wirklich zu Jesus-Ohren werden?
Ich wünsche es uns allen jedenfalls von Herzen für den kommenden Advent. Schalten wir uns für Jesus ein und gehen wir auf Empfang. Lassen wir uns zur Vorbereitung von der Sehnsucht des Advents anstecken! Erhard Eutebach

 

Verkaufsoffener Sonntag

In Berlin durften seit 2006 die Geschäfte an zehn Sonntagen im Jahr zwischen 13:00 und 20:00 Uhr geöffnet haben, darunter auch an den vier Adventssonntagen. Gegen dieses Gesetz hatten die beiden christlichen Großkirchen vor dem höchsten deutschen Gericht geklagt und Recht bekommen, wonach die gesetzliche Ladenöffnung gegen die Religionsfreiheit der Amtskirche verstoßen habe.
Die Beschäftigten des Einzelhandels als Angehörige der christlichen Mehrheitskultur hätten forthin nicht mehr die Möglichkeit gehabt, Adventssonntage gemäß des christlichen Lebensprinzips gestalten zu können. Nämlich am Nachmittag Zeit für Gemeinschaft in der Familie oder in der Gemeinde, für Singen, Vorlesen oder Nachdenken zu haben. (siehe http://www.welt.de/politik/deutschland/article5390863/Freier-Sonntag-hilft-Religion-mehr-als-Minarettstopp.html)
Dieses Urteil und seine Begründung ist ebenso verlogen, wie die Weihnachtszeit, die wir gestern mit Flamme Nummer 1 eingeläutet haben. Die Kirche wird wohl kaum so naiv gewesen sein, die Verkäufer als treue Kirchgänger vermutet zu haben, die es zu schützen gilt. Vielmehr wird das Motiv darin bestanden haben, schwindenden Mitgliederzahlen entgegenzuwirken. Natürlich nicht mit geistlichen Inhalten, sondern traditionell mit Politischen.
Es soll also ein Rahmen erhalten bleiben, in dem Familienidylle erlebt werden kann. Fragt sich nur, mit welcher Familie. Das gezeichnete Bild entspricht einem Klischee aus grauer Vorzeit, was die Augen vor der alljährlichen Adventskomik verschließt, die regelmäßig im üblichen Schwiegerwahnsinn an Heilig Abend gipfelt.
Doch keimt im Angesicht dieser Familienohnmacht Hoffnung auf, wo uns doch mit dem Haupt der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) Frau Käßmann und der Familienministerin Frau Köhler lebendige Vorbilder gesetzt sind. Schließlich verkörpern sie als treue Ehebrecherin bzw. ledige und kinderlose Emanze den Prototypen einer liebevollen Mutter und Ehefrau. Gestehe dir selbst ein, dass du nicht weißt, warum Weihnachten ein Fest der Freude sein soll, dass es auch keine Familie gäbe, mit der du diese Freude teilen könntest.
Das Problem liegt darin: Dein Jesus wird von Jahr zu Jahr nicht älter. Er bleibt ein Baby in Windeln gewickelt. Er hat das Sprechen nie gelernt, nichtmal stubenrein ist er geworden. Mit so einem Jesus könnte ich auch wenig anfangen.
Nachdem Jesus herangewachsen war, sagte er Folgendes über sich:
Der Sohn des Menschen ist gekommen, um das Verlorene zu retten!“ (Matthäus 18,11)
Das klingt nicht nach verschlafenem Engelschor. Hier redet jemand, der sich einer Mission verschrieben hat und sich dafür die Ärmel hochkrempelt. Und die Bibel bezeugt uns, dass es nicht dabei geblieben ist. Jesus ließ sich schlachten wie ein Lamm, um diesen Auftrag zu erfüllen. Weihnachten setzt somit den Ausgang eines Heldenepos, von dem alle anderen kopiert worden sind.
Wende dich ab von deinen Idolen und kehre um zu dem Original. Lass Jesus erwachsen werden. Lass Ihn dir sagen: „Ich bin für dich gekommen, um dich zu retten!“ Hansi

 

Fragen zu Weihnachten

Name: Jesus. Beruf: Zimmermann. Eltern: Der Heilige Geist und Maria, ein Mädchen vom Lande. Dieser Mann soll Gott selbst gewesen sein? Für viele fällt die Geschichte von Jesus Christus in den Bereich der antiken Märchenwelt. Die Traditionen und die Glaubwürdigkeit der biblischen Berichte.

Feiern wir in diesem Jahr Weihnachten tatsächlich zum 2007. Mal?

Nein, sicher nicht. Als man sich im 6. Jahrhundert unter Papst Johannes I. entschloss, die Zeitrechnung an der Geburt Jesu festzumachen, kam es leider beim Zurückrechnen zu einem Fehler. Es gilt heute als sicher, dass Jesus zwischen 4 und 7 vor unserer Zeitrechnung geboren wurde.

Wenn nun schon in unserer Zeitrechnung ein Fehler vorliegt, was ist denn dann noch alles falsch an dem, was wir heute mit Weihnachten verbinden?

Leider ziemlich viel. Um kaum ein biblisches Ereignis hat sich ein solcher Wulst von Traditionen gebildet. Das eigentliche Wunder von Weihnachten, nämlich dass Gott als Mensch auf diese Erde geboren wurde, geht oft völlig unter. Ein Mythos bezieht sich auf den Stall, in dem Jesus geboren sein soll. Die Bibel berichtet lediglich, dass Joseph und Maria zur Volkszählung nach Bethlehem kamen. Dort wurde dann irgendwann Jesus geboren und in Windeln gewickelt in eine Krippe gelegt. Maria und Joseph hatten in dem Gästezimmer des Hauses keinen Platz mehr gefunden. Ein typisches Bauernhaus in der damaligen Zeit hatte einen grossen Raum, der in zwei Bereiche geteilt war. Auf einer etwas höher gelegenen Ebene war der Wohnbereich, davor war der Raum für die Tiere, die nachts hereingeholt wurden. Im Boden oder in der Wand befanden sich hier Futtertröge. Wenn das Haus noch ein Gästezimmer hatte, so befand sich dies häufig im zweiten Stock. Es ist anzunehmen, dass Joseph und Maria mit der üblichen orientalischen Gastfreundschaft in einem Privathaus aufgenommen wurden. Hier bekam Maria ihr Kind. Weil das Gästezimmer bereits belegt war, blieb die junge Familie in dem grossen Wohnraum der Familie, wo das neugeborene Jesuskind in einen der Futtertröge gelegt wurde.

Warum sind die Evangelien, die doch eher von einfachen Männern geschrieben wurden, in ihrer Berichterstattung historisch glaubwürdig?

Zunächst muss festgehalten werden, dass es unter den Schreibern der Evangelien auch einen Mann wie Lukas gab, der als Arzt durchaus sehr gebildet war. Gerade von ihm stammen ja die ausführlichsten Berichte über die Geburt von Jesus. Und warum sollte ein Bericht unglaubwürdig sein, nur weil der Schreiber keine besondere Schulbildung hatte? Zudem wird die Glaubwürdigkeit der Bibel heute durch etliche archäologische Funde und historische Erkenntnisse unterstrichen.

Auch die Schilderungen der Geburt Jesu?

Ja. Nur ein Beispiel: Lange hiess es, vieles an dem biblischen Bericht entspräche nicht den tatsächlichen, historischen Gegeben ­heiten. Man behauptete etwa, dass Quirinius zwar eine Volkszählung durchgeführt habe, dies sei jedoch zwölf Jahre später geschehen. Mittlerweile weiss man allerdings, dass auch um 7 v. Chr. ein gewisser Quirinius Statthalter von Syrien war und es mehrere Volkszählungen gegeben hat. Die historische Zuverlässigkeit der biblischen Berichte wird durch solche Forschungsergebnisse in den letzten Jahren sehr stark untermauert.

Gibt es ausserbiblische geschichtliche Quellen, die von Jesus berichten?

Konkret zur Geburt von Jesus nicht. Doch dass Jesus gelebt und gewirkt hat, dass seine Jünger auch nach seinem Tod noch an ihn glaubten und behaupteten, er sei auferstanden, wird dagegen auch von antiken Schriftstellern wie Cornelius Tacitus, Flavius Josephus und anderen bestätigt.

Ein weiterer Stolperstein für viele Menschen ist die Jungfrau Maria, die vom Heiligen Geist schwanger geworden sein soll. Warum kann man dieser biblischen Aussage Glauben schenken?

Aus dem gleichen Grund, warum man der Bibel überhaupt glauben und vertrauen kann: Weil man in ihr das Wort des lebendigen Gottes erlebt, wenn man sich darauf einlässt. Die Bibel verschweigt ja übrigens keineswegs, dass die Jungfrauengeburt menschlich nicht vorstellbar ist. Nicht einmal Joseph wollte diese Geschichte glauben. Gott musste sie ihm noch einmal ganz persönlich bestätigen. Auf der anderen Seite wird gerade dadurch unterstrichen, dass Jesus Gott und Mensch zugleich war.

Warum sollte jemand glauben, dass der einzig wahre Gott gerade in Jesus von Nazareth zur Welt kam und nicht in Gestalt eines Buddha oder Dalai Lama?

Jesus selbst wurde einmal gefragt, woran man denn erkennen könne, dass seine Worte nicht seinen eigenen Ideen entsprängen, sondern wirklich von Gott seien. Er antwortete darauf mit einer ganz konkreten Einladung: Wer sich auf seine Worte einlasse, würde erleben, dass sie nicht von einem Menschen, sondern von Gott selbst stammen. Es gibt in der Tat keinen neutralen Glaubwürdigkeitstest und keine Möglichkeit, die Gottheit Jesu und die Zuverlässigkeit der Bibel als unbeteiligter Dritter zu überprüfen. Aber jeder kann für sich selbst den Test machen, indem er sich auf Jesus einlässt.

Was ist das Besondere daran, dass Gott die Gestalt eines Menschen annahm? Warum sollte der allmächtige Gott sich so etwas antun?

Das ist eine gute Frage. Gott hätte es wirklich nicht nötig gehabt, seinen eigenen Sohn als Mensch auf diese Welt zu schicken und ihm hier die ganze Schuld der Menschen aufzuladen! Gott tut dies aus Liebe zu uns. Er hat nach einem Weg gesucht, zugleich seiner Gerechtigkeit und seiner Liebe Ausdruck geben zu können. Das Kreuz, an dem Jesus für uns starb, steht für beides. Hier wird deutlich, dass Gott nicht „fünf gerade sein lassen” kann. Aber auch seine Liebe wird in ihrer ganzen Tiefe sichtbar. (Hauskreisthema)

Mit Engeln diskutiert man nicht…

Die Geschichte von Zacharias und Elisabeth liest sich wirklich amüsant. Zacharias absolviert seinen Dienst im Tempel und wird für ein Rauchopfer ausgelost. Im Heiligtum begegnet ihm ein Engel – Gabriel, wie sich dann herausstellt – und kündigt die Geburt seines Sohnes an.

Zacharias muss völlig perplex gewesen sein, anders lässt sich die blöde Frage nicht erklären, die er dann stellt, nämlich wie das gehen soll. Wenn man einen Engel vor sich hat (und dem Schrecken nach zu urteilen, den er bekam, sah der nicht so harmlos aus wie der Engel Dudley), dann ist doch wohl klar, dass hier von eine ungewöhnliche Sache läuft. Die Story von Abraham und Sara kannte ja nun wirklich jeder. Aber Sara hatte wenigstens nur leise gelacht, statt Gott zu erklären, er hätte da ein paar Schwierigkeiten übersehen.

Gabriel dagegen ist auf die Frage vorbereitet und legt noch ein weiteres Zeichen nach: Zacharias bekommt ein paar Monate Redeverbot. Die Leute im Tempel haben, anders als der Priester, übrigens sofort begriffen, dass hier Gott am Werk ist, als er nur noch stumm gestikulierend vor ihnen stand. Wir heute würden vielleicht an einen leichten Schlaganfall mit Ausfallerscheinungen im Sprachzentrum denken und dabei ebenso wie Zacharias im Vordergründigen stecken blieben.

Der Rest wird nur knapp erzählt und es bleibt dem Leser überlassen, sich das auszumalen, wie Zacharias das mit Täfelchen und Pantomime seiner Elisabeth erklärt, was Sache ist – sie musste ja aktiv mitwirken an der Erfüllung der Verheißung. Ich frage mich nun, ob das eine Berufskrankheit von “Klerikern” ist, sogar Engel belehren zu müssen und im entscheidenden Moment den Mund nicht halten zu können (und ob Gott nicht also öfter mal Sprachlosigkeit verordnen sollte)?Lukas 1,5-24
http://www.elia-gemeinschaft.de/wordpress/2006/12/19/peters-gedanken/mit-engeln-diskutiert-man-nicht

„Nicht nur zur Weihnachtszeit“

Heinrich Böll erzählt in seiner Novelle „Nicht nur zur Weihnachtszeit“ (entstanden 1952) vom silbrig gekleideten rotwangigen Engel an der Spitze des Tannenbaums seiner Tante Milla, „der in bestimmten Abständen seine Lippen voneinander hob und ’Frieden’ flüsterte.“ (Werke, Bd. 1, 813). Als Tante Milla im Krieg beginnt, jeden Abend – ein ganzes Jahr hindurch – Heilig Abend zu feiern und der mechanische Engel an der Tannenbaumspitze ohne Unterbrechung sein „Frieden!“ flüstern muss, ist dessen Mechanik auf Dauer der Anforderung nicht gewachsen. Die Abstände zwischen seinen Rufen verkürzen sich, bis seine Stimme zu guter Letzt kollabiert. Hat sich nicht am Ende auch die Botschaft jener ersten Weihnacht durch ihre alljährliche Wiederkehr bis zur Karikatur hin verbraucht? Drohen nicht ihre Boten angesichts des immer schneller und – zumindest mit Blick auf die Kaufhäuser und Weihnachtsmärkte – immer früher wiederkehrenden Weihnachtsfestes leiser zu werden und am Ende resigniert zu verstummen? Vielleicht wäre längst eine Weihnachtsabstinenz fällig, eine weltweite Entscheidung, wenigstens ein Jahr auf Weihnachten zu verzichten, damit sich unsere Sinne wieder erholen und wir wieder neu empfindsam werden können für das, was Weihnachten sagen will.

Empfindsamkeit hat mit Ästhetik zu tun. Aber was im Geschiebe der Weihnachtsmärkte, im Geschrei der Lichterketten und illuminierten Weihnachtsmänner und im Gebrüll der Gerüche aus Bratwurst- und Glühweinbuden, was im Kaufzwang der vorweihnachtlichen Zeit mit uns geschieht, ist wohl eher unästhetisch zu nennen. Ich will das nicht verdammen und niemandem – auch mir selber nicht – die Freude an all diesen Dingen nehmen. Aber ich will bewusst machen, was da mit uns geschieht: dass sie unablässig am Werk sind, die „Weihnachtsanästhesisten“. Dass sie uns unempfindlich machen für die Momente, in denen sich Himmel und Erde berühren. Friede und Wohlgefallen aber sind Kategorien der Empfindsamkeit.

Dr. Thomas Meurer Predigt zu Lukas 2,14 in der Jugendvesper der Abtei Königsmünster, Meschede 13. 12. 2001 http://www.predigtpreis.de/predigtpreis2002/predigten2002/meurer3.html