Am 30.3. 1960 -ist Heinrich Bedford-Strohm (61), deutscher Theologe, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, geboren.

Protestbrief (auch an seinem 61. Geburtstag) an Herrn Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Landesbischof Bayern.

Herr Professor Bedford-Strohm, 500 Jahre nach dem Thesenanschlag muß heute gegen die Evangelische Kirche ebenso protestiert werden, wie damals gegen die Römische Kirche.

Die Evangelische Kirche hat sich ebenfalls von der Lehre Jesu Christi entfernt:

– Es ist abzulehnen, daß die Evangelische Kirche das Apostolische Glaubensbekenntnis für falsch erklärt.

– Es ist abzulehnen, daß die Evangelische Kirche die Prinzipien der Reformation für obsolet erklärt.

– Es ist abzulehnen, daß die Evangelische Kirche die massenhafte Tötung ungeborener Kinder fördert.

– Es ist abzulehnen, daß die Evangelische Kirche Personen traut, die keine Ehepaare sind.

– Es ist abzulehnen, daß die Evangelische Kirche den Islam fördert, der grausam Christen verfolgt.

– Es ist abzulehnen, daß die Evangelische Kirche mit Hilfe des Staates finanziert wird.

– Es ist abzulehnen, daß die Evangelische Kirche die Bestrebungen der Bundeskanzlerin unterstützt, Deutschland zu desindustrialisieren.

– Es ist abzulehnen, daß die Evangelische Kirche die Bestrebungen der Bundeskanzlerin unterstützt, Deutschland zu islamisieren.

Reformierbar war vor 500 Jahren die Römische Kirche nicht, reformierbar ist heute die Evangelische Kirche auch nicht. Trennungen sind unausweichlich. Dipl.-Chem. Dr. rer. nat. Hans Penner

2.Korinther 6,14: „Zieht nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen. Denn was hat die Gerechtigkeit zu schaffen mit der Ungerechtigkeit? Was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis?“

Ist etwas darum gut, weil es allgemein Beifall findet?

Nichts verwickelt uns nämlich in grössere Schwierigkeiten als unsere Neigung, sich nach dem Gerede der Leute zu richten, das heisst, immer das für das Beste zu halten, was allgemein Beifall findet und sich an die blosse Zahl der Beispiele zu halten, also unser Leben nicht nach Vernunftgründen, sondern nach verwandten Erscheinungen zu gestalten. Darum stürzt immer wieder einer über den anderen, und es kommt zu einer so gewaltigen Zusammenballung. Was sich bei einem grossen Volksauflauf alles abspielt, wenn ein einziges Menschenknäuel sich schiebt und drückt, keiner fallen kann, ohne seinen Nachbarn mitzureissen, die Vordersten den Nachfolgenden zum Verhängnis werden, dasselbe kannst du überall im Leben beobachten: Kein begeht für sich allein einen Irrtum, jeder ist gleicherweise Grund und Urheber fremden Irrtums. Es ist nun ausserordentlich schädlich, sich einfach seinen Vorgängern anzuschliessen. Weil es nämlich einem jeden lieber ist, etwas auf Glauben anzunehmen, als sich selbst ein Urteil über eine Sache zu bilden, kommt es nie zu einer Beurteilung unserer Lebensführung.
Aus: Seneca. Vom glücklichen Leben. Insel Verlag: Frankfurt am Main/Leipzig 1992.

TOLERANZ: EINFACH SCHWER

Bestseller kommentiert von Peter Strauch

Wer bei dem neuen Buch von Joachim Gauck ein reines Sachbuch zum Thema „Toleranz“ erwartet, wird enttäuscht. Enttäuscht wird aber auch, wer sich so etwas wie die Fortsetzung Gaucks lesenswerter Autobiografie erhofft. Eigentlich ist es ein Mix aus beidem, eine gute und kluge Sachinformation, verknüpft mit persönlichen Lebenserfahrungen des Autors.

INTOLERANZ NICHT TOLERIEREN

Über Toleranz nachzudenken, sei für ihn in jungen Jahren kein Thema gewesen, schreibt Gauck. „Sie kam wie von selbst in mich hinein, denn sie gehörte zur gebotenen Lebensform eines Christenmenschen.“ Aufgewachsen in der DDR sei für ihn aber auch schon früh klar gewesen, die Intoleranz des kommunistischen Systems nicht tolerieren zu dürfen. Wer eine andere Meinung, als die herrschende Partei vertrat, durfte in der Regel nicht studieren, ja nicht einmal Abitur machen, konnte unter Umständen sogar im Gefängnis landen. Was ihn aber noch mehr geschmerzt habe, sei die Intoleranz vieler Mitbürger gewesen: des Nachbarn, der argwöhnisch verfolgte und meldete, ob die Studentin im Parterre Westbesuch bekam, oder des Arbeitskollegen, der ohne jemals dazu beauftragt worden zu sein, weitergab, dass der Lehrling im Wohnheim eine Bibel auf dem Regal stehen hatte.

Joachim Gauck war 10 Jahre Bundesbeauftragter für Stasi-Unterlagen (Gauck-Behörde) und weiß, wovon er schreibt. Er hat sich die schmerzhaften Beispiele von Intoleranz nicht ausgedacht. Über 100 000 IM („Inoffizielle Mitarbeiter“ der Stasi) soll es in der DDR gegeben haben. Manche schätzen ihre Zahl weitaus höher ein.

TOLERANZ MUSS GELERNT WERDEN

Aber dieses Buch spricht vor allem von der Gegenwart. Neben einer kurzen Geschichte der Toleranz, angefangen im 16. und 17. Jahrhundert, schreibt der Autor über die inzwischen selbstverständliche Trennung von Religion und Staat, von privaten Lebensentwürfen und dem, was in einem Rechtsstaat für alle zu gelten hat. In diesem Spannungsfeld sieht er die aktuelle Herausforderung zur Toleranz. Er wirbt in seinem Buch, das es in wenigen Wochen auf die Spiegel-Bestseller-Liste brachte (Rang 4), um Verständnis für jene, denen es schwerfällt, fremdartige Ansichten und Entwicklungen auf Anhieb zu to- lerieren. Gauck ist überzeugt: Toleranzfähigkeit fällt uns nicht einfach zu, sie muss gelernt werden.

Auch in diesem Zusammenhang erzählt er von sich, von seiner Begegnung mit Kulturen und Lebensstilen, mit denen er anfangs gefremdelt habe, weil es zwar auch in der DDR Ausländer gegeben hat, die aber abgeschottet in ihren Wohnheimen lebten. Als er 1990 nach Berlin gekommen sei,  habe  sich  die  Situation für ihn schlagartig geändert: „Der Imbiss an der Ecke wurde von einem Türkeistämmigen betrieben, die Restaurants von Menschen aus Kroatien, Italien und China. Die Apothekerin stammte aus dem Iran …“ Auch der öffentliche Auftritt von Schwulen und Lesben war für ihn ungewohnt. „Nie hatte ich in der DDR gesehen, dass Homosexuelle sich auf der Straße ihre Zuneigung zeigen.“ Konfrontiert mit dieser ethnischen, kulturellen und auch religiösen Vielfalt habe für ihn ein Lernprozess begonnen, der den Menschen nach wie vor zugestanden werden muss. Unverkennbar, dass Gaucks Herz hier besonders für solche schlägt, die, wie er, in der DDR aufgewachsen sind.

RESPEKT GEGENÜBER ANDEREN MEINUNGEN

Der frühere Bundespräsident mahnt seine Leserinnen und Leser, zwischen „rechts“ und „rechtsextrem“ zu unterscheiden. Inakzeptabel „rechts“ würden in unserer Gesellschaft oft schon jene genannt, die nichts anderes wollten, als an dem festhalten, was ihnen vertraut ist; z. B. Konservative, die Gesetze über Abtreibung und die „Ehe für alle“ am liebsten rückgängig machten und das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare ablehnen. „Ja, es stimmt,“ schreibt Gauck, „diese Leute stehen rechts von der Mitte, aber sie sind damit nicht rechtsradikal, rassistisch, Nazis.“ Und persönlich setzt er hinzu: „Mögen sie für mich manchmal auch zu konservativ sein – sie bleiben ein zu respektieren- der Teil des Meinungsspektrums in einer Demokratie.“

Gauck nennt aktuelle Spannungsfelder: Migration und die Auseinandersetzung mit dem Islam, das Erstarken po- pulistischer Parteien, die drohende Klimakatastrophe, Digi- talisierung und vieles andere mehr. Für ihn steht fest: Diese Themen fördern geradezu den Extremismus und machen eine ernsthafte Debatte über Toleranz umso notwendiger.

POLITISCHE KORREKTHEIT AUF DEM PRÜFSTAND

Einen besonderen Raum nimmt in seinem Buch auch das Thema „political correctness“ ein. Geht es dabei um eine neue Aufklärung oder Gesinnungskontrolle? Mit einer gewissen Ironie äußert er sich über die politisch korrekte Sprache. Er sei gemahnt worden, nicht mehr von „Flüchtlingen“ zu reden, da die Endung „ling“ entmenschlichend und abwertend sei. Hinzu käme, dass der Begriff „Flüchtling“ sich nicht gendern lasse. Dem gegenüber seien die Bezeichnungen „Geflüchteter“ bzw. „Geflüchtete“ korrekt. Gauck hatte Gegenargumente, konnte aber seine Kritiker nicht überzeugen. „Ich fand mich einem konservativen, altmodischen Lager zugeordnet, das der weiteren Gleichberechtigung von Frauen und überhaupt aller sexuellen Minderheiten angeblich entgegensteht.“ Ihn stört dieser „vormundschaftliche Gestus“, den einige politisch Korrekte an den Tag legen, und sieht darin ein Beispiel aktueller Intoleranz.

Nach meiner Erfahrung können auch Christen ein Lied davon singen, vor allem, wenn sie im evangelikal-pietistischen Raum beheimatet sind. Auch sie haben oft die „Korrekten“ gegen sich, die sich trotz aller Unterschiede darin einig sind: Evangelikale und wohl auch Freikirchen sind extrem gefährlich – vor allem, wenn sie ihren Lebensstil mit der Bibel begründen. Für sie findet sich im politisch korrekten Verhalten kein Platz.

GEMEINSAME GRUNDWERTE ENTDECKEN

Selbstverständlich müssen aber auch sie sich (wir uns) fragen lassen: Wie sieht es mit dem Respekt vor der religiösen Meinung anderer aus? Gauck schreibt dazu: „Sich an den gewaltfreien Rahmen zu halten, setzt voraus, dass die An- hänger nicht nur in Konkurrenz zueinander stehen, sondern dass sie auch etwas eint: etwas Drittes, eine tiefere sittliche Einsicht, auf die sie sich gemeinsam beziehen.“ Und weiter: „Im konkreten Fall respektieren sie den Rechtsstaat, indem sie ihn zur Klärung ihres Problems anrufen. Sie respektieren ferner ein gemeinsames Humanum, das ihnen Gewaltanwendung verbietet. So entsteht eine Konstellation, in der jeder Gläubige an seinem Wahrheitsanspruch festhalten kann, aber darauf verzichtet, ihn um jeden Preis gegenüber dem anderen durchzusetzen.“

Es gibt in dem Buch noch weitere Textpassagen, die uns als Christen besonders betreffen, beispielsweise Gaucks Äußerung zum Thema „Mission“. Er schreibt: „Ich halte es für falsch, wenn man Menschen dafür tadelt, wenn sie das, was sie erfüllt und was sie für sich selbst als segensreich empfunden haben, weitergeben wollen, egal, ob man dies Mission nennt oder Werbung oder Einladung zu einer Suche, nach der besten Weise zu leben … Ein Problem taucht allerdings auf, wenn aus dem Werben für eine Religion oder eine neue, gute Idee Druck, Zwang oder Diskriminierung Andersdenkender hervorgehen.“ Auch darin ist Gauck rechtzugeben. Druck und Zwang bewirken oft das Gegenteil. Vor allem sind sie nicht Evangeliums gemäß.

VERSTEHEN VOR BEURTEILEN

Kritiker werfen Joachim Gauck vor, in seinem Buch zu nachsichtig mit den „Intoleranten“ zu sein. Nach sorgfältigem Lesen komme ich zu einem anderen Schluss. Gauck wirbt für das, was für jede erfolgreiche Debatte gilt: Ich muss mich in die Situation des anderen versetzen, wenn ich seine Argumente verstehen will. Erst dann bin ich in der Lage, mich ihm gegenüber klar zu positionieren. Genau diesen Weg geht Gauck. Sein Fazit: „Ich bin überzeugt, dass es kein Laisserfaire geben darf gegenüber jenen, die Plurali- tät und Toleranz mit Füßen treten. Toleranz, die Nachsicht und Duldsamkeit gegenüber den Verächtern der Toleranz preist, hilft den Tätern und nicht den Opfern.“

PETER STRAUCH | FeG-Altpräses und Mitglied der FeG Witten | feg-witten.de

Angaben zum Buch

  • Joachim Gauck | Toleranz: einfach schwer
  • Verlag Herder Gebunden | 224 Seiten | 22 €
  • ISBN: 978-3451383243

Gott bewahre uns vor einer falschen Toleranz

Gott bewahre uns also vor dieser „Toleranz“, von der wir so viel hören: Gott erlöse uns von der Sünde, mit denen gemeinsame Sache zu machen, die das gesegnete Evangelium Jesu Christi leugnen oder ignorieren!
Wenn Sie sich dafür entscheiden, für Christus zu einzustehen, werden Sie kein leichtes Leben haben. Natürlich können Sie versuchen, sich dem Konflikt zu entziehen. Alle Menschen werden gut von Ihnen sprechen, wenn Sie, nachdem Sie am Sonntag ein noch so unpopuläres Evangelium gepredigt haben, am nächsten Tag in den Kirchenräten nur gegen dieses Evangelium stimmen; man wird Ihnen gnädigerweise erlauben, an das übernatürliche Christentum zu glauben, so viel Sie wollen, wenn Sie nur so tun, als würden Sie nicht daran glauben, wenn Sie nur mit seinen Gegnern gemeinsame Sache machen. Das ist das Programm, das die Gunst der Kirche gewinnen wird. Ein Mensch mag glauben, was er will, solange er nicht stark genug glaubt, um sein Leben dafür zu riskieren und dafür zu kämpfen.
Aber um Toleranz zu beten, abgesehen von den eben genannten Formen, insbesondere um Toleranz zu beten ohne sorgfältig definieren, in welchem Sinne man tolerant sein soll, heißt nur, den Zusammenbruch der christlichen Religion herbeizubeten; denn die christliche Religion ist [im Blick auf die Lehre] durch und durch intolerant. Darin liegt das ganze Ärgernis des Kreuzes – und auch die ganze Kraft des Kreuzes. Immer wäre das Evangelium von der Welt mit Wohlwollen aufgenommen worden, wenn es nur als ein Weg der Erlösung dargestellt worden wäre; der Anstoß kam, weil es als der einzige Weg dargestellt wurde und weil es allen anderen Wegen unerbittlich den Kampf angesagt hat. Gott bewahre uns also vor dieser „Toleranz“, von der wir so viel hören: Gott erlöse uns von der Sünde, mit denen gemeinsame Sache zu machen, die das gesegnete Evangelium Jesu Christi leugnen oder ignorieren! Gott bewahre uns vor der tödlichen Schuld, die Anwesenheit derer als unsere Vertreter in der Kirche zuzulassen, die Jesu Kinder in die Irre führen; Gott mache uns, was immer wir sonst sind, zu rechten und treuen Boten, die ohne Furcht und Gunst nicht unser Wort, sondern das Wort Gottes verkündigen.
Christentum und Liberalismus: Wie die liberale Theologie den Glauben zerstört von Machen, J. Gresham (Autor)

„Ihr seid alle Brüder“

„Ihr seid alle Brüder“

Was ist ein Christ? Sicher kann man hierauf verschiedene Antworten geben. Eine der klarsten und prägnantsten ist folgende: Ein Christ ist jemand, der Gott zum Vater hat; Christen sind Kinder Gottes, und Nichtchristen sind es nicht.  „‘Vater’ ist die christliche Anrede Gottes“, so  J.I. Packer (1926–2020) in Gott erkennen.

Leider liest und hört man heute meist etwas anderes. Alle Menschen seien Kinder Gottes, und man könne auch in nichtchristlichen Religionen ein Kind Gottes sein. Diverse Esoteriker und Sektierer, aber auch Katholiken wie Protestanten äußern sich heute so. Es waren leider gerade Letztere, die dieses Denken populär gemacht haben. Vor gut hundert Jahren betonten besonders die liberalen evangelischen Theologen die „allgemeine Vaterschaft Gottes“. Die Bibel lehrt jedoch: einzig ein Christ hat Gott zum Vater. Dass alle Menschen Kinder Gottes wären, ist ein Gedanke, den man in der Bibel nicht finden kann.
Gott ist der Schöpfer aller Menschen. Er will das Beste für alle seine Geschöpfe. Alle profitieren davon, dass Gott diese Welt erhält und lenkt und die alle Menschen vielfach beschenkt und segnet. Auch die Bösen, so Jesus in Matthäus 5,45, haben von Sonne und Regen Nutzen. Paulus betont in Apostelgeschichte 14,17, dass Gott den Heiden „viel Gutes“ getan hat, ja er schenkt ihnen Freude. Auch in Römer 2,4 spricht er von „Gottes Güte“ zu allen Menschen.
Gott handelt in väterlicher Weise mit allen Geschöpfen, aber Er ist nur der Vater der Gläubigen, eben „unser Vater“. Das ist der Höhepunkt der biblischen Offenbarung, denn näher kann ein Mensch Gott nicht kommen. So ist auch kein Zufall, dass fast alle Briefe im Neuen Testament im Einleitungsteil Gott, den Vater (meist „unser Vater“) erwähnen (Röm 1,7; 1 Kor 1,3; 1 Kor 1,2; Gal 1,3; Eph 1,2; Phil 1,2; Kol 1,2; 1 Thes 1,1; 2 Thes 1,2; 1 Tim 1,2; 2 Tim 1,2; Tit 1,4; Phlm 3; 1 Pt 1,2; 1 Joh 1,3; 2 Jph 3; Jud 1). Nichtgläubige dagegen sind „Kinder des Bösen“ (Mt 13,38) oder „Kinder der Welt“ (Lk 16,8).
Kinder Gottes sind nur die Glaubenden. Paulus schreibt: „Ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus“ (Gal 3,26). Es ist jedoch nicht irgendein Glaube, der rettet. Nur Glaube an Jesus Christus macht zum Kind Gottes: „Niemand kommt zum Vater“, d.h. wird Kind Gottes, „denn durch mich“ (Joh 14,6). Nur wer Jesus seinen Bruder nennen kann, ist Kind Gottes (s. z.B. Hbr 2,11; Joh 20,17).

„Der Gerechten Gebet vermag viel…“

Christen müssen unbedingt die Privilegien begreifen, die wir als Kinder Gottes genießen. Weil ihre Sünden vergeben sind, haben Christen freien „Zugang zum Vater“; wir sind „Gottes Hausgenossen“ und können uns deshalb immer an unseren Vater wenden (Eph 2,18–19; s. auch 3,12). Auch in Hbr 10,19ff wird dieser freie Zugang zum Vater ausdrücklich betont. Wir brauchen daher auch keine Vermittler wie Maria und besondere Heilige.
Grundsätzlich gilt natürlich von Gott: „Du erhörst Gebet…“ (Ps 65,3). Aber die Bibel unterscheidet hier durchaus. „… das Gebet der Frommen ist ihm wohlgefällig“ (Spr 15,8),  „Der Gerechten Gebet vermag viel…“ (Jak 5,16). Den Gläubigen im Alten wie im Neuen Testament, die in Gerechtigkeit leben und mit Ernst beten, ist Gebetserhörung verheißen. „Bittet, so wird euch gegeben…“ (Mt 7,7) sagt Jesus. Aber dies verspricht er hier in der Bergpredigt den Jüngern, nicht jedermann, denn nur sie haben den „Vater im Himmel“ (V. 11).

Umgekehrt gilt, dass Gott Gebete von Nichtgläubigen nicht erhört. Sie verharren in Sünde und Rebellion Gott gegenüber, haben daher keinen freien Zugang zu ihm. Jesus in Joh 9,31: „Wir wissen, dass Gott die Sünder nicht erhört; sondern den, der gottesfürchtig ist und seinen Willen tut, den erhört er“. Jesaja 1,15 macht deutlich, dass man seine Sünden nicht mit viel Gebet zudecken kann: „… und wenn ihr auch viel betet, höre ich euch doch nicht; denn eure Hände sind voll Blut.“ Sprüche 28,9 ist bsonders scharf im Ton: „Wer sein Ohr abwendet, um die Weisung nicht zu hören, dessen Gebet ist ein Greuel“ (s. auch Jes 59,2; Spr 15,29; 1,20–28; Ps 66,18).
Gott sieht das Herz an. So weiß er natürlich, wenn ein bisher ungläubiger Mensch sich ihm von ganzem Herzen zuwendet und Buße tun will. Das Gebet des Sünders, der bereit ist zur Umkehr, erhört er natürlich!
Daher sollten wir Nichtchristen folgende Ratschläge nicht geben: „Versuch‘s doch mal mit einem Gebet. Das hilft sicher! Mir hat‘s jedenfalls geholfen.“ Das ist zwar gut gemeint und klingt auch gut, ja wie ein Zeugnis, ist aber ein falscher Rat. Biblisch ist er jedenfalls nicht. Und was tun wir, wenn die Leute dann meinen, Gott habe ihr Gebet erhört?? Sie meinen dann nur allzuleicht, dass zwischen ihnen und Gott alles irgendwie in Ordnung ist. Gott heilt auch Nichtchristen, er bewahrt sie und ihre Kinder, er schenkt ihnen Erfolg bei Prüfungen usw. – aber er tut dies aus seinem freien Willen und teilt seine Gnade auch Bösen mit; er tut dies nicht, weil er der Menschen Gebet erhört hätte.

Papst 2

Brüder und Schwestern jeder religiösen Tradition

Nichtchristen sollten daher nicht wie selbstverständlich in ein Gebet mitheineingenommen werden. Dies gilt natürlich auch für das Gebet mit Anhängern anderer Religionen. Aber gerade dieser katholischen Tradition (seit Johannes Paul II) folgt Papst Franziskus regelmäßig und gerne. Seine heute zu Ende gegangene Reise in den Irak stand unter dem Motto „Ihr alle seid Brüder“. Vor einigen Tagen bat das Oberhaupt der katholischen Kirche im Gebet on Mossul „für uns alle“, „dass wir über die religiösen Bekenntnisse hinweg in Harmonie und Frieden leben können, in dem Bewusstsein, dass wir in den Augen Gottes alle Brüder und Schwestern sind“ (s. Foto ganz o.).
Drückten sich Vorgänger Benedikt XVI und andere Katholiken in dieser Frage vorsichtig oder mitunter auch mißverständlich aus, so ist für den derzeitigen Papst ganz klar: Alle Menschen sind Kinder Gottes – nicht zufällig unterstreicht auch der Titel seiner letzten Enyzklika Fratelli tutti genau diesen Gedanken. So wandte sich Franziskus auch schon in einer Videobotschaft im Vorfeld des Irak-Besuchs an Christen wie Muslime, an „Brüder und Schwestern jeder religiösen Tradition“. In der Abrahamsstadt Ur (s.o. Foto) stand dann am vergangenen Samstag eine interreligiöse Begegnung auf dem Programm. Der Papst sprach die „lieben Brüder und Schwestern“ der verschiedenen Religionen an und meinte: „Heute ehren wir – Juden, Christen und Muslime – gemeinsam mit den Brüdern und Schwestern anderer Religionen unseren Vater Abraham“.
Hier kann nur mit Kurt Hennig (1910–1992) entgegengehalten werden: „Bruder ist Bruder in Christus und sonst niemand.“ Holger Lahayne
http://lahayne.lt/2021/03/08/ihr-seid-alle-bruder/

Ulrich Kutschera freigesprochen

Das Landgericht Kassel hat den Evolutionsbiologen Prof. Ulrich Kutschera (Kassel) vom Vorwurf freigesprochen, sich in einem Interview 2017 beleidigend und volksverhetzend über Schwule und Lesben geäußert zu haben. 

Eine gute Nachricht für diejenigen, denen die Meinungsfreiheit ein hohes Gut ist.

Das Nachrichtenmagazin idea berichtet:

Das Gericht kam am 2. März zu dem Schluss, dass seine Aussagen von der im Grundgesetz geschützten Meinungsfreiheit gedeckt sind. Meinungen dürften auch scharf und verletzend sein. Für viele Menschen schwer erträgliche Aussagen seien nicht gleich strafbar.

Damit hob das Landgericht das vorherige Urteil des Amtsgerichts Kassel vom August 2020 auf. Es hatte den heute 66-jährigen Wissenschaftler wegen beleidigender Äußerungen über Homosexuelle zu einer Geldstrafe von 6.000 Euro verurteilt worden.
Gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA sagte Kutschera zum Urteil: „Nach so viel negativer Berichterstattung und einer klaren Vorverurteilung war ich über den Freispruch erstaunt.“
Der Richter am Landgericht Kassel habe seine Äußerungen im Rahmen der grundgesetzlich verankerten Meinungsfreiheit verortet: „Leider haben die Mainstream-Medien wieder einseitig berichtet.“ An allen drei Verhandlungstagen vor dem Landgericht habe er dargelegt, dass seine Aussagen im kath.net-Interview zur „Ehe für alle“ sachlich korrekt gewesen seien: „Darüber schweigen die Leitmedien, was ich bedauere.“

Wie unsachlich die Mainstream-Medien berichtet, ist gelegentlich schon an den Überschriften abzulesen.
Die FAZ titelte: „Freispruch für Professor nach homophoben Äußerungen“.
Mehr: https://www.idea.de/spektrum/urteil-evolutionsbiologe-hat-homosexuelle-nicht-beleidigt
https://theoblog.de/ulrich-kutschera-freigesprochen/36332/#comments

Heilige Sexualität: Lust, Sex und Beziehungen im Licht des Evangeliums gestalten

Christopher Yuan - Heilige Sexualität

“Im Jahr 1993 eröffnete ich meinen Eltern, dass ich schwul bin.
Das führte zu einem großen Bruch in unserer Familie, um es
milde auszudrücken. Letzten Endes war diese Situation jedoch
der Auslöser dafür, dass jeder von uns, einer nach dem anderen,
zum Glauben an den Herrn kam.
Zunächst reagierte meine damals ungläubige Mutter mit großer Ablehnung. Aber nachdem sie Christin wurde, begriff sie, dass ihr nichts anderes übrig blieb, als ihren homosexuellen Sohn so zu lieben, wie Gott sie liebte. Ihr Verhalten entsprach nicht dem stereotypen Bild, das mancher von Christen haben mag.
Als die Katze jedoch aus dem Sack war, hinderte mich nichts mehr daran, „das, was ich war“, in jeder Form auszuleben. Diese neue Form der Freiheit führte mich sehr schnell auf einen Pfad der Selbstzerstörung, der von sexueller Freizügigkeit und Drogenmissbrauch gekennzeichnet war.

Selbstverständlich schlagen nicht alle Homosexuellen diesen Weg ein, aber bei mir war es so.
Es kam so weit, dass ich von der Universität in Louisville flog, wo
ich Zahnmedizin studierte. Ich zog nach Atlanta und wurde zum
Zulieferer für Drogendealer in über einem Dutzend amerikanischer Bundesstaaten.
Während dieser Zeit wirkte Gott in seiner Gnade im Leben meines Vaters und meiner Mutter, und beide vertrauten Christus als ihrem Retter. MeinenEltern waren die Ausmaße meiner Rebellion nicht bewusst, aber im Licht ihres neu gefundenen Glaubens begriffen sie, dass meine größte Sünde nicht mein gleichgeschlechtliches Sexualverhalten war – meine größte Sünde war mein Unglaube. Mehr als alles andere brauchte ich diesen Glauben an Jesus, um ihm durch Gottes Geschenk der Gnade zu vertrauen und nachzufolgen.
Meine Mutter fing an, mutig zu beten: „Bitte, Herr, tue, was auch immer nötig ist, um diesen verlorenen Sohn zurückzubringen.“ Sie betete nicht primär, dass ich nach Chicago zurückkommen oder mein rebellisches Verhalten ablegen würde. Ihr oberstes Anliegen war, dass Gott mich zu sich ziehen und ich als sein Sohn in seine liebevollen Arme fallen würde, angenommen und erkauft durch das Blut Jesu.
Die Antwort auf ihre Gebete war jedoch eine völlig unerwartete: Ich wurde wegen Drogenhandels verhaftet. Im Gefängnis erlebte ich die dunkelsten Stunden meines Lebens, als ich die Nachricht erhielt, dass ich HIV-positiv war.

An jenem Abend lag ich auf meinem Zellenbett, als mir ein Gekritzel ins Auge sprang, das jemand auf die Metallunterseite der oberen Pritsche geschrieben hatte: „Wenn dir langweilig ist, lies Jeremia 29,11.“ Ich folgte
diesem Rat und war tief berührt von dem Versprechen, das dort steht: „Denn ich kenne ja die Gedanken, die ich über euch denke, spricht der HERR, Gedanken des Friedens und nicht zum Unheil, um euch Zukunft und Hoffnung zu gewähren.“
Ich las mehr und mehr in der Bibel. Dadurch wurde mir klar, dass ich meine Identität an falscher Stelle gesucht hatte. Unsere Kultur erklärt uns Menschen mit gleichgeschlechtlichen Empfindungen, dass unsere Sexualität der Kern dessen ist, wer wir sind. Aber Gottes Wort zeichnet ein anderes Bild. In 1. Mose 1,27 steht, dass wir alle im Ebenbild Gottes geschaffen sind. Der Apostel Paulus schreibt: „Denn in ihm (Christus) leben wir und bewegen uns und sind wir“ (Apg 17,28). Also ist meine Identität nicht „homosexuell“, „ex-homosexuell“ oder „heterosexuell“.
Meine wahre Identität ist allein in Jesus Christus.

Nachdem ich aus dem Gefängnis entlassen worden war, habe ich mich entschlossen, die biblischen und theologischen Wahrheiten intensiv zu studieren und danach zu leben. Ich schrieb mich an einer Bibelschule ein und später an einem Seminar. Im Laufe der Zeit schenkte der Herr mir die Jahre zurück, die die Heuschrecken gefressen hatten (vgl. Joel 2,25). Meine Eltern und ich reisen nun um die ganze Welt. Als Zwei-Generationen-Team sprechen wir über Gottes Gnade und Wahrheit in Bezug auf biblische Sexualität.
Auf meiner Reise vom homosexuellen Agnostiker zum evangelikalen Bibellehrer ist mir Folgendes bewusst geworden: Wie Menschen auf homosexuelle und andere nichtheterosexuell-orientierte Personen reagieren, wurzelt in der Sinnfrage. Seit Anfang der Menschheitsgeschichte ist man auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Und die Antwort auf diese Frage lässt Taten folgen.” DrChristopher Yuan

Angemessener Appell

Ich bleibe dabei: Alice Schwarzer denkt ihre Ansichten konsequent zu Ende, ohne Angst vor Widerspruch aus den eigenen Reihen. Den von ihr mit initiierten Appell gegen Prostitution unterstütze ich aber nicht nur deshalb. Sondern weil das deutsche Prostitutionsgesetz von 2002 in etwa dieselben Schwierigkeiten mit sich bringt wie der in den 70er Jahren entwickelte § 218a des Deutschen Strafgesetzbuchs: Die Intention war durchaus gut. In der Praxis hat’s aber offensichtlich nicht funktioniert. Nach wie vor prostituiert sich nur ein Bruchteil von Frauen – und Männern! – aus freien Stücken. Die anderen bleiben fremdbestimmte Opfer. Fein raus sind höchstens die Zuhälter. Das muss nicht so bleiben.
http://www.daniel-renz.de/wordpress/angemessener-appell/

Kommt mein Kuscheltier in den Himmel?

Wir erwarten aber nach seiner Verheißung neue Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt.“ 2.Petrus 3,13
Wie stellst du dir die Ewigkeit vor? Ist der Himmel eine große, goldene Stadt? Schweben die Menschen dort auf Wolken? Oder wird es im Himmel einfach unvorstellbar, sodass wir uns kein Bild davon machen können? Und ist das alles eh nur Spekulation oder gibt es in manchen Dingen auch Gewissheit?
Einer unserer Dozenten erzählte uns einmal, wie er seinem kleinen Sohn den Himmel erklärte. Dieser fragte daraufhin seinen Papa, ob sein Kuscheltier dann auch im Himmel sei. Die Antwort, die unser Dozent gab, war beeindruckend. Anstatt seinem Sohn eine Ausarbeitung vorzulegen („Mein Sohn, das wissen wir nicht, doch es ist unwahrscheinlich, denn wir haben nur folgende fünf Indizien über die Begebenheiten im Himmel…“), sagte er einfach „Ja!“. Nun, wie kann ein gelehrter Theologie-Dozent so etwas sagen? Nirgends in der Bibel steht, dass Kuscheltiere im Himmel sein werden, oder? Nein, hierbei sollte uns eins wichtig werden: Der Himmel, also die Ewigkeit, wird uns in der Bibel immer wieder mit wunderschönen Begriffen vor Augen gemalt. In Jesaja wird dafür ein ultimatives Friedensreich als Bild gebraucht, in dem sogar wilde Tiere Gras fressen. In der Offenbarung gebraucht Johannes das Bild einer wertvollen Stadt, die die Gemeinde in perfekter Harmonie zu Gott zeigt, er benutzt das Bild einer Hochzeit, es muss also etwas Wunderschönes sein.
Auch Petrus zeigt auf, wie es im Himmel sein wird: Dort wohnt Gerechtigkeit. Im Himmel wohnt Gerechtigkeit, das bedeutet, Gott ist in seiner vollen Präsenz dort. Er regiert, sodass Sünde keinen Platz mehr hat. Alle Menschen dort sind sündlos und sie feiern das Lamm, das ihre Gerechtigkeit vor Gott wurde. Und genau deshalb kann unser Dozent seinem kleinen Sohn sagen, dass auch sein Kuscheltier dort anwesend sein wird: Dort wird Freude, Jubel und Friede sein. Das, was wir hier auf der Erde mit größter Geborgenheit und Liebe verbinden (wie ein Kuscheltier), wird im Himmel in viel besserer Weise existieren und uns umgeben. Gott hat versprochen, die Erde neu zu machen. Wie sie dann aussehen wird, können wir uns nicht genau vorstellen. Aber eins, das wir sicher wissen, ist dass Gott dort wohnt. Und das gibt uns die absolute Sicherheit, dass es in seiner Gegenwart keine Sünden, Schmerzen und Versuchungen mehr geben wird. Dort wird vollkommene Gerechtigkeit herrschen.
Stell dir einmal einen wunderschönen Moment deines Lebens vor. Dieser Moment war, wie alle anderen auch, mit Sünde behaftet, weil er auf dieser Welt stattfand. Im Himmel wird dieser Moment noch einmal unendlich viel schöner sein und darauf freue ich mich sehr! Auch wenn es im Himmel keine Kuscheltiere mehr gibt, wird die Liebe und Geborgenheit Gottes uns so groß werden, dass wir nicht einmal das beste Plüschtier der Welt vermissen werden. Das wird einfach schön!
https://flowwaters.wordpress.com/2020/05/14/kommt-mein-kuscheltier-in-den-himmel/

Herr, segne dieses Smartphone

Herr, lass dieses Smartphone ein Werkzeug zum Guten sein.
Ich begreife dieses Gerät als einen spürbaren Erweis deines Segens,
für den ich dankbar sein will, indem ich ihn als Zeugnis deiner Güte verstehe.
Du lässt dein Angesicht scheinen über mir, und ich will es zu einem Segen für andere machen.

Hilf mir, meine Zeit damit nicht zu vergeuden,
sondern weise zu gebrauchen.
Ich will meine Zeit damit auskaufen,
will es als Zeitsparer und nicht als Zeitverschwender einsetzen.
Will es nicht zum Dienst am Mammon verwenden,
sondern mich in meinem Leben stets auf das Wesentliche konzentrieren.
Dieses Smartphone soll kein Altar meiner Launen sein,
sondern Hilfsmittel für einen Diener an deinem Altar.

Herr, dieses Smartphone ist wahrscheinlich nicht unter fairen Arbeitsbedingungen entstanden.
Ich bitte dich für die zahlreichen Arbeiter aus aller Welt,
durch deren harte Arbeit es entstanden ist.
Ich bitte dich, dass du ihnen Hoffnung und Kraft durch das Evangelium schenkst,
und dass auch ihre Herren dich als ihren Herren erkennen.
Dieser Arbeiter will ich bei zukünftigen Kaufentscheidungen gedenken
und will dich für Sie um ein Ende der Ausbeutung bitten.

Herr, segne dieses Smartphone.

Dieses Jahr habe ich mir Anfang April anlässlich einer Geschäftsreise nach Deutschland endlich ein eigenes Smartphone zugelegt. Ich freue mich, dass das Wundergerät einige Dinge viel einfacher macht – war aber im Vorfeld auch nervös, ob das Handy keinen negativen Einfluss auf mein Leben nehmen würde.

Jahrelang stand ich schon in der Versuchung, konnte den Kauf aber vor mir selbst nie rechtfertigen. Da ich zuhause arbeitete, kamen meine Frau und ich gut zurecht, indem wir uns ihr iPhone teilten. Stattdessen besitze ich seit zwei Jahren ein Kindle-Tablet – wunderbar zum Lesen, aber auch für nicht viel mehr. Nun hätte ich eigentlich gerne ein fair hergestelltes Handy gekauft, aber verschiedene Faktoren haben das verhindert.

Mein literarisch sicherlich eher anspruchsloser bis grausamer Smartphone-Segen ist aus dem Bedürfnis heraus entstanden, für mich selbst einen vor Gott verantwortungsvollen Umgang mit dem Gerät festzulegen.

Die theologische Inspiration dazu kommt von Psalm 67 (1. Teil), Eph 5,15-20 und einigen Jesusworten der Bergpredigt (2. Teil). Die Gedanken im 3. Teil sind ein wenig von der Wirtschaftsethik des AT in Gesetz und Propheten sowie von Jak 5,1-6 beeinflusst.

Besonders wichtig ist mir bei meinem Smartphone aber, dass es mir nicht noch mehr Zeit wegfrisst, als ich ohnehin schon am Bildschirm verbringe. Dazu habe ich mir einige Richtlinien formuliert. Alles folgt dem Prinzip: Nicht am Bildschirm kleben.

Die vielen Ausnahmen funktionieren in der Praxis sehr gut – wer sich hier anregen lässt und große Probleme hat, das Handy wegzulegen, mag vielleicht eine rigorosere Linie nötig finden.

Meine Smartphone-Regeln:

  1. Zuhause und im Büro wird es weggelegt. Ausnahme: Zum Lesen von Ebooks und Artikeln.
  2. Im Auto ist es tabu. Ausnahme: Navigation
  3. Keine Social Apps. Ausnahme: Facebook (ohne Benachrichtigungen), das ich aber nur alle paar Wochen zum Teilen eines Artikels oder Fotos verwende. Social Media benutze ich sehr bewusst nur auf meinem Laptop.
  4. Keine Chat-Apps, insbesondere Facebok Messenger. Ich bin kein großer Chatter, deshalb komme ich damit zurecht, dass ich sowohl Whatsapp als auch eine andere App zum Chatten mit einem kleinen Kreis installiert habe. Es funktioniert, weil ich die Apps so wenig benutze. Da das Handy meist weggelegt ist, schaue ich ohnehin nicht ständig darauf.
  5. Strikte Kontrolle von Benachrichtigungen. Facebook-Benachrichtigungen sind aus, ebenso wie die anderer Apps, die keinen echten Mehrwert haben. Diese Maßnahme ist vielleicht die wichtigste. Die meisten Benachrichtigungen sind auf stumm geschaltet, sodass mein Handy nicht ständig piepst. Ich lasse im Wesentlichen nur Nachrichten, Emails und die gelegentliche Chat-Nachricht zu.
  6. Arbeit bleibt in der Arbeit. Auch Apps, die ich aus beruflichen Gründen installiert habe, dürfen mir keine Benachrichtigungen anzeigen. Finde ich einen ganz wichtigen Grundsatz in der Work-Life-Balance. Zur Produktivität habe ich ja einen Laptop.
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