Newtons erfolglose Börsenspekulation

Auch Genies können sich irren! Ob das beruhigend ist oder nicht sei dahingestellt. Eindeutig fest steht allerdings, dass Verstand allein nicht vor Irrtümern schützen kann. Der massiv werbende Zeitgeist wirkt offensichtlich weit stärker als die nüchterne Analyse. Das sollte jeden Menschen mahnen wirklich skeptisch zu werden; ganz besonders bei Fragen, die zu einer gewissen Zeit „ganz unzweifelhaft sicher“ zu sein scheinen.

„Ich kann zwar die Bewegung der Himmelskörper berechnen, aber nicht wohin die verrückte Menge von Menschen einen Börsenkurs hintreiben kann“, schrieb Newton 1720 verzweifelt. Gut 20 000 Pfund hatte das Physik- Genie Newton beim sogenannten „Südsee-Schwindel“ verloren; eine für damalige Zeiten ganz erhebliche Summe.
Es lief wie so häufig in der Wirtschaftsgeschichte. Zu Beginn des 18.Jahrhunderts war die „South Sea Company“ der absolute Überflieger am britischen Börsenhimmel. Durch den geplanten Handel mit Sklaven und landwirtschaftlichen Gütern aus Südamerika versprach man renditeorientierten Anlegern unvorstellbare Gewinne.
1711 hatte die Gesellschaft zehn Millionen Pfund britischer Staatsschulden übernommen. Dafür erhielt sie sechs Prozent jährlich und das Monopol für Handelsgeschäfte mit den spanischen Kolonien in Südamerika. Einige Jahre später übernahm die „South Sea Company“ weitere 32 Millionen Pfund Staatsschulden, die sich durch den Krieg zwischen England und Spanien angehäuft hatten (1718-1720). Den Aktionären stellte man beachtliche Handelsvergünstigungen mit den spanischen Kolonien in Aussicht. Außerdem versprach man eine jährliche Rendite von unglaublichen 10%. Die Anleger waren begeistert. Der Wert der Aktien verzehnfachte sich innerhalb weniger Monate. Niemand schien es jetzt noch zu interessieren, dass die „South Sea Company“ bisher keinerlei realen Handel betrieben hatte. Durch den Erfolg des spekulativen Unternehmens motiviert gingen damals weitere seltsame Firmen an die Börse: Eine wollte Sonnenschein aus Gemüse gewinnen. Eine andere plante London mit Kohle aus dem Meer zu versorgen. Nur noch auf den prognostizierten Gewinn achtend waren die Anleger, bereit fast alles zu glauben.
Nachdem von erheblichen Zahlungsproblemen zu hören war begannen die Panikverkäufe. Im August 1720 platzte die Spekulationsblase schließlich ganz. Innerhalb kürzester Zeit verlor die Aktie 90% ihres Wertes. Einige wenige Spekulanten kassierten dabei groß ab. Der Großteil der gutgläubigen Anleger aber verlor alles investierte Kapital; unter ihnen auch Sir Isaac Newton. Viele Privatpersonen und Unternehmen mussten Insolvenz anmelden. England schlitterte in eine mehrjährige Wirtschaftskrise. Dass man einige Verantwortliche des South- Sea- Desasters ins Gefängnis sperrte, drei Minister die Bestechungsgelder angenommen hatten, absetze und neue Aktienemissionen verbot, half in dieser Situation nur wenig.
Isaak Newtons schmerzliche Erfahrung mit dem Hype um die „South Sea Company“ fordert bis heute heraus, nicht jedem Mainstream nachzulaufen; nicht alles zu glauben, nur weil scheinbar alle „Spezialisten“ einer Meinung sind. Diese Erkenntnis gilt natürlich nicht nur für Wirtschaftsfragen, sondern ebenso für politische, ethische oder ganz alltägliche Überzeugungen des Zeitgeistes. Außerdem offenbart der Skandal um die „South Sea Company“ die großen Gefahren von Geldgier und Materialismus. Die Sucht nach mehr Besitz kann leicht den Blick für die Realität vernebeln und die wirklich wichtigen Fragen des Lebens vergessen machen.
„Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele? Oder was kann der Mensch geben, womit er seine Seele auslöse?“
(Matthäus 16, 26) Michael Kotsch

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Das gute alte Abendland

Heute erschien in der WELT ein erstklassiger Artikel von Dirk Schümer aus der der dreiteiligen Serie über “Was ist heute konservativ?“. Hier einige Auszüge:

Es gehört zu den vielen Missverständnissen der deutschen Geschichte, dass […] ausgerechnet die Nazis – nationale Sozialisten notabene – als konservativ gelten. Diese wollten nämlich nicht nur in Dutzende Länder einmarschieren, dort alles kaputt machen und Millionen armer Leute umbringen. Sie wollten – leider ebenfalls mit beträchtlichem Erfolg – auch in Deutschland die Verhältnisse mit neuen Methoden auf den Kopf stellen. Sie lobten den Bombenkrieg, denn sie wollten die Altstädte eh auf den Kopf stellen. Sie zogen die Kasernierung dem Familienleben vor; sie führten den Muttertag und den Maifeiertag ein; sie schickten Frauen in die Produktion und Kinder in den Krieg und hatten – neben jedweder Kriegstechnik – ein schweres Faible für Funk, Film, Fernsehen, Raumfahrt. Kein Wunder, dass der selbst ernannte Sozialist Hitler ganz am Ende wissen ließ, er betrachte eigentlich nur Stalin als ebenbürtiges Genie.

Die Nazis waren eben gar nicht konservativ, sie waren diabolische Modernisierer. Wer diese Tatsache mit skeptischem Konservativismus im Hinterkopf behält, der kann über die progressive Nazikeule von heute nur den Kopf schütteln. Grenzen kontrollieren ist Nazipolitik? Nein, die Nazis wollten ein blutiges Europa ohne Grenzkontrollen bis zum Ural. Gesinnungsethik und Helfermoral stehen über dem Gesetzbuch? Auch vor 80 Jahren schon stellten vermeintliche Idealisten ihre Gesinnung und Privatmoral über den peniblen Rechtsstaat, den sie als überkommene Folklore verächtlich machten und beugten, wo sie konnten. Wen sie aus der Gesellschaft ausstießen, auf den gingen sie mit Saalschlachten und Boykott los: kein Bier für Juden! Und sie waren, nebenbei gesagt, äußerst proislamisch und mörderisch kritisch gegenüber dem Zionismus.

Die Welt, Freitag, 29. Juli 2019, S. 2
https://derconrad.wordpress.com/2019/07/19/das-gute-alte-abendland/

Facebook stuft Augustinus als Hassredner ein

Der katholische Journalist Domenico Bettinelli berichtet über merkwürdige Löschaktionen bei Facebook. Das soziale Netzwerk hat wiederholt ein Zitat von dem Kirchenvater Augustinus blockiert. Es handelte sich nicht um  irgendein „Feuer und Schwefel“-Zitat wie: „Sünder kommen in die Hölle!“, sondern im Gegenteil um einen Text, der zur Selbstkritik aufruft. Hier der besagte Augustinus-Text in einer Übersetzung. 

Lasst uns nie davon ausgehen, dass wir, wenn wir ein gutes Leben führen, ohne Sünde sein werden; unser Leben sollte nur dann gerühmt werden, wenn wir weiterhin um Vergebung bitten. Denn die Menschen sind hoffnungslose Geschöpfe; je weniger sie sich um ihre eigenen Sünden kümmern, desto mehr interessieren sie sich für die Sünden anderer. Sie versuchen zu kritisieren, nicht zu korrigieren. Selbst unfähig, zu vergeben, sind sie bereit, andere zu beschuldigen.

Facebook hat das Zitat mehrfach mit der Begründung gebannt, es handele sich um eine Hassrede (engl. hate speech), die wie folgt definiert wird:

Wir definieren Hassreden als einen direkten Angriff auf Menschen auf der Grundlage dessen, was wir als geschützte Merkmale bezeichnen – Rasse, Ethnie, nationale Herkunft, Religionszugehörigkeit, sexuelle Orientierung, Kaste, Geschlecht, Gender, Geschlechtsidentität und schwere Krankheiten oder Behinderungen. Wir gewährleisten auch mehrere Schutzmaßnahmen für den Einwanderungsstatus. Wir definieren Angriff als gewalttätige oder entmenschlichende Rede, Aussagen über Unterlegenheit oder Aufrufe zur Ausgrenzung oder Segregation. Wir trennen Angriffe in drei Schweregrade, wie unten beschrieben.

Es ist ganz offensichtlich, dass Facebook in diesem Fall nicht vor einer Aufforderung zum Hass oder zur Gewalt schützt, sondern das Recht auf die freie Rede völlig unbegründet beschneidet. Es fällt nicht schwer, sich auszumahlen, wohin das führen kann. Hier die gesamte Geschichte: www.bettnet.com.
https://theoblog.de/facebook-hat-augustinus-als-hassredner-eingestuft-und-verbannt/33798/?utm_source=feedburner&utm_medium=email&utm_campaign=Feed%3A+theoblogde+%28TheoBlog.de%29

Zeige mir dein Tattoo….

Zeige mir dein Tattoo und ich sage dir, wer du bist (keine Verurteilung)Michael Freiburghaus·Montag, 8. Juli 2019–> Hörpredigt auf: www.chelegmeind.ch/predigten

Predigt in Dürrenäsch am 07.07.2019
Predigttext: „Er [= Jesus] ist das Bild des unsichtbaren Gottes.“[1]Einleitung: Persönlicher Bezug
Im Jahr 2008 machte ich ein Praktikum für zwei Monate bei der Heilsarmee in Rom, um Italienisch zu lernen und die ganze Stadt zu erkunden. Mein Bruder besuchte mich einmal und wir fuhren mit der Metro zu einer Sehenswürdigkeit. Plötzlich hob er sein T-Shirt und zeigte mir sein erstes Tattoo an seinem Bauch! Ich hätte das nie von ihm gedacht. Mein Bruder ist Laptop-Sales-Manager. Mittlerweile hat auch meine Schwester, die Ärztin ist, eine Tätowierung. Tattoos sind also in der Mitte der Gesellschaft angekommen und kein Randphänomen mehr.[2] Statistiken zeigen, dass die Hälfte aller Frauen zwischen 25 und 34 Jahren in Deutschland[3] und der Schweiz[4] tätowiert sind. Im Sommer sieht man wieder mehr Tattoos.1. Die Bedeutung einiger beliebter Tattoo-Motive
Mir ist aufgefallen, dass es einige Tattoomotive gibt, die eher Frauen ansprechen und andere, die eher Männer faszinieren. Natürlich ist jedes Symbol mehrdeutig, aber es geht mir hier um das grosse Ganze.[5]1.1 Weibliche Motive: Flügel/Engel/Vögel/Schmetterling/Feen/Elfen
Viele Frauen lassen sich Tattoos mit Flügeln tätowieren, auch Frauen in unserer Kirchgemeinde. Beflügelte Tattoos sind beispielsweise Motive eines oder zweier Flügel, Engel oder Feenwesen mit Flügeln, Vögel oder Schmetterlinge. Fliegen zu können ist ein Zeichen von Freiheit. Flügel symbolisieren auch Leichtigkeit. Eine Raupe verpuppt sich und wird dann zum Schmetterling, der fliegen kann. Ein Schmetterling steht für das Wachstum, Transformation, für einen Prozess, Veränderung (Metamorphose), Erneuerung. Der Schmetterling ist auch ein Zeichen der Auferstehung von Jesus Christus.1.2 Männliche Motive: Tod/Sensenmann/Totenkopf/Teufel/Dämon/Hölle
Eher männliche Motive sind der Tod, ein Totenkopf[6], der Sensenmann, der Teufel, Dämonen oder die Hölle. Viele Männer interessieren sich für den richtigen Weg, den sie im Leben einschlagen wollen. Für die Frage nach Gut und Böse. Wenn man Konfirmanden heutzutage ihren Konfirmationsspruch selber aussuchen lässt, dann wählen sie oftmals folgenden Satz: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit dem Guten!“[7] Das beschäftigt also bereits Teenager.1.3 Tattoos, die Frauen und Männer mögen
Es gibt auch viele Tattoos, die sowohl Frauen als auch Männer ansprechen, wie z.B. Muster, sogenannte Tribals. Beliebt sind auch die Namen oder Initialen der Kinder oder Symbole wie z.B. Sternchen für die Anzahl der Kinder.[8]1.4 Persönliche Favoriten
Aus unterschiedlichen Gründen habe ich keine Tätowierung. Vielleicht bin ich einfach eine Memme, weil ich die Schmerzen nicht ertragen will 😊 Zwei Tattoomotive interessieren mich jedoch: Auf dem Rücken mit fetten Buchstaben das Wort BEHEMOT, das ist das Tier aus der Bibel, im Buch Hiob, ein Nilpferd oder ein Dinosaurier.[9] Dann auf dem rechten Oberarm mein Familienwappen: Eine Frei-Burg-Haus mit zwei Sternen und dem Mond.

2. Jesus ist Gottes Tattoo und deswegen die Antwort auf unsere Lebensfragen
In der Bibel gibt es einen kurzen, aber inhaltsschweren Satz des Apostels Paulus an die Kolosser: „Er [= Jesus] ist das Bild des unsichtbaren Gottes.“[10] Jesus ist Gottes Tattoo, Gottes Abbild. Gott ist unsichtbar, aber in seinem Sohn Jesus wird er für uns sichtbar. „Denn es gefiel der ganzen Fülle [Gottes], in ihm [= Jesus] zu wohnen.“[11] Jesus ist ganz Mensch und ganz Gott gleichzeitig. Jesus hat für uns gelitten und ist für uns auferstanden, weil er uns liebt. Dies hat viele unterschiedliche Auswirkungen, eine davon ist die Versöhnung mit Gott und Menschen: „…[es gefiel der ganzen Fülle Gottes,, durch ihn [= Jesus] alles mit sich zu versöhnen – indem er Frieden gemacht hat durch das Blut seines Kreuzes – durch ihn, sei es, was auf der Erde oder was in den Himmeln ist.“[12] Jesus versöhnt uns nicht nur mit Gott, sondern auch mit anderen Menschen: Stichworte Nächstenliebe, Feindesliebe und Vergebungsbereitschaft. Der Glaube an Jesus ist Seelsorge, weil Jesus sich um unsere Seele sorgt. Teilweise habe ich den Eindruck, dass Tattoos eine Form der Selbst-Seelsorge sind, weil man sich bewusst Zeit nimmt, um körperlichen Schmerz zu erleiden, weil man in der Vergangenheit einen seelischen oder geistlichen Schmerz wie z.B. eine Krankheit[13], den Zerbruch einer Beziehung oder den Verlust eines geliebten Menschen[14] ertragen musste.[15] Selber habe ich ja keine Tätowierung, aber ich frage mich, ob das Krafttraining, das viele andere und ich regelmässig betreiben, nicht auch eine Art Selbstkasteiung („Selbstbestrafung“) ist wie das Stechen von Tattoos.[16] Jesus hat die Schmerzen am Kreuz nicht erduldet, weil er Freude daran gehabt hätte, sondern um uns zu erlösen von unseren Sünden. Ebenso, um uns von uns zu erlösen und von unserem Wunsch nach Selbsterlösung. Weil Jesus von den Toten auferstanden ist und jetzt lebt, ist er die Antwort auf unsere grossen Lebensfragen. Drei greife ich heraus: Die Frage nach unserer Freiheit, unserer Hoffnung und die Frage nach dem richtigen Weg.2.1 Jesus befreit uns und stillt unsere Sehnsucht nach Freiheit
A) Jesus befreit uns!
Die Tattoomotive der Flügel stellt uns zuerst die Frage nach unserer Freiheit. „Zur Freiheit hat uns Christus befreit!“[17] lautet die Antwort der Bibel. Jesus befreit uns. Es kann gut sein, dass Frauen sich Freiheit wünschen und sich deswegen auch Flügel tätowieren, weil sie sich vom oftmals eintönigen und anstrengenden Alltag als Hausfrau und Mutter Freiheit wünschen. Wenn Mütter in ihre Kinder Liebe, Kraft, Zeit, Geld und Herzblut investieren, dann ist dies niemals vergebens. Kinder sind die Zukunft eines Landes. „Die Hand, die die Wiege bewegt, bewegt die Welt“, lautet ein treffendes Sprichwort. Die Hand der Mutter, die die Kinder erzieht, wird grosse Auswirkungen haben, weil ihre Kinder das Verhalten der Mutter oftmals kopieren und so an andere Menschen weitergeben werden. Deswegen ist die Erziehung von Kindern ein grosser und wertvoller Dienst im Reich Gottes.[18]B) Jesus schenkt uns Hoffnung auf die Ewigkeit bei Gott!
Das Tattoomotiv des Schmetterlings stellt uns zweitens die Frage nach unserer Hoffnung über den Tod hinaus: Jesus hat den Tod besiegt durch seine Auferstehung an Ostern. Er schenkt uns Hoffnung und Trost, auch wenn wir geliebte Menschen früh verlieren.2.2 Jesus führt uns auf dem Weg des Lebens!
Jesus beantwortet auch die Frage, die vielen Männern unter den Nägeln brennt: Wie können wir im Dschungel des Lebens den richtigen Weg wählen? An allen Versuchungen und Anfechtungen vorbei? Jesus selbst ist der Weg, der zurück zu Gott führt. Jesus spricht: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.“[19] Wenn wir an Jesus glauben und ihm unser Leben widmen, dann können wir gewiss sein, dass Gott uns führt und leitetet und dass das Versprechen aus Psalm 16 auch uns gilt: „Du [= Gott] wirst mir kundtun den Weg des Lebens; Fülle von Freuden ist vor deinem Angesicht, Lieblichkeiten in deiner Rechten [= Hand] immerdar.“[20] Christina und ich haben einmal in Basel Traktate (christliche Schriften) verteilt und einem stämmigen Mann mit Tattoos eine Bibelkarte geschenkt mit diesem Bibelvers darauf. Er war wie ein Wikinger gekleidet und war wohl auf dem Weg zu einem Konzert. Zuerst wehrte er ab, indem er sagte, dass er heidnischer Wikinger sei. Doch dann las er den Bibelvers und sagte: „Freude ist immer gut. Und zudem sind die Wikinger ja auch Christen geworden.“ Er steckte die Karte ein und ein Lächeln zog über sein Gesicht.2.3 Jesus schenkt uns unsere Identität und unseren Wert
Wenn wir an Jesus glauben, dann wohnt der Heilige Geist in uns. Der Körper wird zum „Tempel des Heiligen Geistes.“[21] Warum? „Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.“[22] Dank Jesus lernen wir, unseren Körper so anzunehmen, wie er ist, egal ob mit oder ohne Tätowierungen. Falls wir uns Tattoos haben stechen lassen – quasi als Jugendsünde–, die Jesus beleidigen oder gegen ihn rebellieren, dann können wir Jesus darum bitten, uns zu vergeben. Jesus verurteilt uns nicht, sondern er ringt darum, dass wir die Vergebung unserer Sünden annehmen, unsere Identität in ihm finden und so unser ganzes Potential entfalten. Ich habe schon Berichte gehört, dass bei Erwachsenen, die sich taufen liessen, die negativen Tattoos weggewaschen wurden.Schluss: Gott wird uns tätowieren, indem er uns einen neuen Namen (Identität) gibt
In der Bibel steht auch, dass Gott uns im Himmel seinem Namen eintätowieren wird: „Wer überwindet, den werde ich im Tempel meines Gottes zu einer Säule machen, und er wird nie mehr hinausgehen; und ich werde auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen der Stadt meines Gottes, des neuen Jerusalem, das aus dem Himmel herabkommt von meinem Gott, und meinen neuen Namen.“[23] Der Name steht in der Bibel für die Identität, für unser innerstes Wesen, den Kern unserer Persönlichkeit. Mit unserer neuen Identität in Jesus müssen wir aber nicht warten, bis wir im Himmel sind, sondern sie beginnt jetzt schon, wenn wir es zulassen, dass Jesus an uns wirkt und unseren Charakter gemäss der Bibel und seines Heiligen Geistes formen darf. „Er [= Jesus]ist das Bild [= Tattoo] des unsichtbaren Gottes.“[24] Amen.Anmerkung: Gefahren der Tätowierungen
Im Alten Testament spricht Gott: „Und einen Einschnitt wegen eines Toten sollt ihr an eurem Fleisch nicht machen; und geätzte Schrift sollt ihr an euch nicht machen. Ich bin der HERR.“[25]In dieser Predigt ging es mir jedoch nicht um die Frage: Tattoos ja oder nein. Sondern um die Bedeutung einiger häufiger Tattoomotive und eine biblische Antwort darauf. Es gibt einige theologische[26] und gesundheitliche[27] Aspekte, die gegen das Stechen von Tattoos sprechen.[28]Fragen zum Nachdenken und Diskutieren
A) Welches Tattoomotiv interessiert dich am meisten? Warum hast du eine Tätowierung machen lassen oder eben nicht? Was bedeutet dir das Motiv/Symbol?
B) Jesus ist Gottes Tätowierung. Er wirkt in unserem Leben. In welchen Bereichen deines Lebens brauchst du Seelsorge? Wo sehnst du dich nach Versöhnung? Wo kannst du den ersten Schritt machen? „Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.“[29] Gott der Heilige Geist wohnt in Christusgläubigen und befähigt uns zum Dienst am Nächsten.Fussnoten
[1] Kolosserbrief 1,15a.
[2] „Die zunehmende Verbreitung von Tattoos seit den 70er Jahren hat dazu geführt, dass sich Tattoos heutzutage in allen Gesellschaftsschichten finden lassen. So hat 2014 eine Studie in Deutschland ergeben, dass rund neun Prozent der Bevölkerung Tätowierungen tragen, wobei sich kein Zusammenhang mit dem Bildungsniveau feststellen lässt“, Michael Goldberg, Glaube, der unter die Haut geht: Eine qualitative Untersuchung religiöser Expressivität bei Trägerinnen und Trägern von Tattoos mit christlicher Symbolik, Bachelorarbeit an der Universität Zürich, 06.03.2017.
[3] Wikipediaartikel Tätowierung, abgerufen am 05.07.2019.
[4] Melissa Müller, Jeder fünfte Schweizer ist tätowiert – Doch eine Kehrtwende zeichnet sich ab, Aargauer Zeitung, 12.01.2019.
[5] Vgl. Vera Rüttimann, Gott auf nackter Haut – Religiöse Tattoo-Motive sind beliebt, kath.ch, 26.09.2018.
[6] „Totenköpfe sieht man ebenfalls sehr oft. ‚Ein Totenschädel auf dem Oberarm kann ein Zeichen für Gewaltbereitschaft sein, aber auch an die Endlichkeit des Lebens gemahnen und daran erinnern, sein Leben nicht untätig zu verschwenden‘, sagt Psychologe Erich Kasten“, Müller, tätowiert, AZ.
[7] Römerbrief 12,21.
[8] oder die Anzahl der Kinder, die man gerne gehabt hätte.
[9]https://www.derbibelvertrauen.de/der-bibel-vertrauen/bibellesen-aber-wie/289-bibel-lesen-und-die-welt-verstehen/1162-045-hiob-und-der-behemot.html
[10] Kolosserbrief 1,15a.
[11] Kolosserbrief 1,19.
[12] Kolosserbrief 1,20.
[13] „Tätowierungen können nach den Erkenntnissen des Theologen aber auch dabei helfen, nicht nur Angst, sondern auch Leid und Unrecht zu bewältigen. So werden damit häufig Gewalterfahrungen, psychische oder seelische Verletzungen kompensiert. ‚Die betroffene Person holt sich durch eine Tätowierung die Macht über den eigenen Körper, der vorher missbraucht wurde, wieder zurück und verarbeitet dadurch diese Unrechtserfahrung.‘ Zudem stehen Tätowierungen laut Dzambo oft im Zusammenhang mit Krankheiten, die den Menschen in eine Ohnmacht drängen und am Aufstehen hindern. Das Stechen mit dem brennenden Schmerz gebe den Betroffenen das Gefühl: ‚Hier bin ich derjenige, der aktiv Macht über meinen Körper ausübt. Und so hole ich mir die Handlungsfähigkeit in irgendeiner Form wieder‘“, Melanie Pies, Glaube, der unter die Haut geht, katholisch.de, 25.03.2016.
[14] „Michael Goldberg analysierte in seiner Masterarbeit «Glaube, der unter die Haut geht» für die Universität Luzern aus dem Jahr 2017 ebenfalls die Beweggründe, warum sich Leute tätowieren lassen. Er fand heraus: Das Tattoo erinnert Menschen an besonders einschneidende Ereignisse in ihrer Lebensgeschichte wie Tod eines Angehörigen, Geburt eines Kindes oder Heirat. Die Körperbemalung kann auch für die Überwindung von Krisen stehen“, Rüttimann, Tattoo-Motive, kath.ch.
[15] „Nicht selten würden Frustrationen mit einer schönen Tätowierung kompensiert“, Müller, tätowiert, AZ.
[16] „Psychologen sehen das Phänomen auch als Teil des Körperkults, den viele mit fast religiösem Eifer betreiben. Mit Ernährung, Fitness und eben auch Tattoos modelliert und schmückt man seinen Körper. Und man ist froh, in Zeiten des Umbruchs und der Ungewissheit wenigstens in diesem Lebensbereich alles unter Kontrolle zu haben“, Müller, tätowiert, AZ.
[17] Galaterbrief 5,1a in der Lutherübersetzung.
[18] In der Bibel gibt es nicht nur die leibliche Elternschaft, sondern auch die geistliche Elternschaft, wenn jemand für andere Menschen Verantwortung übernimmt.
[19] Johannesevangelium 14,6.
[20] Psalm 16,11.
[21] 1.Korintherbrief 6,19.
[22] Kolosserbrief 1,27b.
[23] Offenbarung 3,12.
[24] Kolosserbrief 1,15a.
[25] 3. Mose 19,28.
[26] Vgl. John Piper, 6 Reasons to Skip Tattoos, desiringgod.org, 20.12.2013; Hans-Werner Deppe, Christ und Tattoos – Passt das zusammen?, betanien.de, 11.06.2018.
[27] Vgl. Tattoos können gefährlich sein, NZZ, 26.03.2015.
[28]Eine treffende Zusammenfassung der Geschichte der Tätowierungen bietet Martin Helg, NZZ am Sonntag, https://nzzas.nzz.ch/gesellschaft/warum-wir-uns-mit-taetowierung-freiwillig-fuers-leben-zeichnen-ld.1401002, 07.07.2019, abgerufen am 05.07.2019.
[29] Kolosserbrief 1,27b.

Lernen aus der Christenverfolgung

Am 11. April 2019 fand an der STH Basel die Tilmann Geske Memorial Lecture statt, eine jährliche Gedenkvorlesung anlässlich des Todestages von STH-Absolvent Tilmann Geske und zwei weiteren türkischen Gläubigen, welche am 18. April 2007 in der Türkei aufgrund ihres Glaubens ermordet wurden. In seinem Vortrag «Doppelbürger in Spannungsfeldern – Kirche in der Auseinandersetzung mit der Marginalisierung. Eine historische und geistliche Perspektive» stellte der Referent Samuel van der Maas, Mitarbeiter des Hilfswerks Open Doors, auf eindrückliche Weise den Zusammenhang zwischen kirchengeschichtlichen Entwicklungen und aktuellen geistlichen Herausforderungen an die Kirche dar.

Fünf globale Verfolgungswellen

Samuel Van Der Maas
Samuel van der Maas

«Die Kirche wurde von Anfang an verfolgt» – Jesus und die Apostel hatten es angekündigt. Dabei lassen sich fünf globale Verfolgungswellen charakterisieren, die über eine Generation hinaus anhielten sowie eine nachhaltige Veränderung der religiösen Landschaft bewirkten. Die erste grosse Verfolgungswelle unter den Römern erlebte ihren unerwarteten Höhepunkt unter Kaiser Decius (250 n. Chr.). Seine Strategie war es, mittels eines imperiumweiten Opfergesetzes Abtrünnige statt Märtyrer zu schaffen. Die dadurch ausgelöste Schwächung der Kirche verursachte indirekt die Ablassproblematik, die ein Grund für die Reformation wurde.

Die Ausbreitung des Islam ab 630 n. Chr. mündete in eine zweite Verfolgungswelle: Durch Besteuerung und Marginalisierung wurden die Christen zu Bürgern zweiter Klasse. Im 13. und 14. Jh. kam es zur mongolischen Verfolgung, die in ihrer Grausamkeit und ihrem Ausmass oft unterbelichtet ist: Mit roher Gewalt wurden etwa 40 Millionen Menschen, ein Zehntel der damaligen Weltbevölkerung, ausgelöscht, das Christentum in Asien und Nordafrika nahezu ausgerottet, welches damit zu einer europäischen Religion wurde. Tragisch ist die Verfolgung von Christen durch die christliche Kirche, welche eine vierte Verfolgungswelle darstellt. Die Marginalisierung der Kirche in der heutigen Gesellschaft findet zum Teil ihre rechtfertigende Wurzel im Rückblick auf die Religionskriege nach der Reformation: Starke religiöse Überzeugungen führen offenbar zu Krieg und Tod – so das Argument.

Als letzte Welle gilt die atheistische Verfolgung ausgehend vom russischen Kommunismus. Die darin u. a. angestrebte Entfremdung der Kirche von der Bildung klappte zwar nicht nachhaltig – sie wird aber in der heutigen Gesellschaft aus anderen Motiven immer weiter realisiert.

Es gibt verschiedene nachweisbare Gründe für den Erfolg mancher Verfolgungen. Der wichtigste darunter ist eine mangelnde Verwurzelung in Sprache und Kultur jeweiliger Gesellschaften. Daraus sollten wir lernen.

Herausforderungen für die Kirche heute

Ausgehend von den Sendschreiben in Offenbarung 2 und 3 – an Gemeinden in der heutigen Türkei gerichtet – leitete der Redner zu Spannungsfeldern für die Kirche über: Es gilt, gegen Anfechtung von aussen und Verfolgung standzuhalten, die geistliche Klarheit zu erhalten und zu vertiefen.

Nach van der Maas wirken Phänomene verwandt an allen fünf Verfolgungswellen in der gegenwärtigen Christenheit nach. Er appellierte daran, bei aller Klarheit im Bekenntnis zum lebendigen und geschriebenen Wort, dennoch keine «Energie zu verschwenden» in der Selbstbeschäftigung auf unfruchtbaren Nebenfronten. Sowohl das Evangelium als auch die Kirchengeschichte enthalten nach van der Maas die warnende Botschaft: «In jedem von uns steckt ein Verfolger».

Christen in Europa erleben schleichend eine Marginalisierung, bei der das Ausleben des Glaubens in verschiedenen Bereichen zunehmend erschwert wird. Staat und Gesellschaft fordern für sich und die moralische Autonomie des Menschen eine Absage an andere Glaubensüberzeugung, besonders in der Ausübung öffentlicher Ämter. Hier gilt es, auch durch politisches und soziales Engagement, die Verwurzelung in der Gesellschaft zu stärken, aber nicht auf Kosten einer geistlichen Verwässerung. Dieses Spannungsfeld bildet die schwierigste Herausforderung. Wo Anfeindungen schmerzhaft sind, dürfen Christen wissen: «Das Feuer tut weh – doch Jesus ist mit mir im Feuerofen». Die Auferstehung von Jesus Christus, dem Haupt der Kirche, garantiert ihre Zukunft. Darum lohnt es sich, den «Kampf» weiterzuführen.
https://sthbasel.ch/tilmann-geske-memorial-lecture-2019/

Gerechtigkeit braucht Macht

„Die Gerechtigkeit ist ohnmächtig ohne die Macht; die Macht ist tyrannisch ohne die Gerechtigkeit.“ (Blaise Pascal, 1623-1662)
Häufig wirkt der Ruf zur Gerechtigkeit irgendwie schal und leer. Zumeist beklagen nur diejenigen Ungerechtigkeit, die unter ihr zu leiden haben. Sobald sie aber selbst die Macht errungen haben, zögern dieselben Personen kaum damit ihre ehemaligen Gegner zu unterdrücken. In diesem Fall wird lediglich die eigene Machtlosigkeit beklagen, nicht die Ungerechtigkeit an sich. Gelegentlich wird Ungerechtigkeit auch nur diskutiert, um die Position gesellschaftlicher Kontrahenten zu schwächen. Das Leiden der Menschen hingegen ist den politischen Propagandisten weitgehend egal. Manchmal ist Ungerechtigkeit sogar hochwillkommen, weil sie argumentative Munition gegen eigene Konkurrenten liefert.
Pascal aber geht es hier allerdings noch um einen ganz anderen Aspekt. In einer sehr realistischen Gesellschaftsanalyse stellt er fest, dass Gerechtigkeit nur dann relevant ist, wenn eine einsprechende moralische Instanz auch die Möglichkeit hat, diese durchzusetzen. Anderenfalls bleibt Gerechtigkeit allzu oft nur ein Gedanke, ein verbal beschworenes Ideal. Auf der anderen Seite tendieren die Mächtigen dieser Welt dazu, das als gerecht zu erklären, was ihnen gerade ins Konzept passt. Gerechtigkeit degeneriert dabei zur bloßen Vokabel. Im Grunde geht es vielen Herrschenden nur noch um den Erhalt eigener Macht und Privilegien. – Tatsächlich aber ist Gerechtigkeit immer auf Macht angewiesen, um realisiert werden zu können. Macht braucht Gerechtigkeit, um die eigenen Möglichkeiten nicht zu missbrauchen.
Für Pascal vereinten sich die Aspekte von Macht und Gerechtigkeit in vollkommener Weise in Gott. Mit seiner unendlichen Weisheit erkennt Gott das Gute und Gerechte. Gleichzeitig verfügt er über die Macht, diese Gerechtigkeit auch einzufordern und durchzusetzen. Das allerdings stellen heute nicht wenige Menschen infrage. Ihrer Meinung nach zeigt sich Gott weitgehend ohnmächtig angesichts der unermesslichen Leiden der Welt. Das aber gilt nur für den relativ kurzzeitigen Beobachter.
Realistisch gesehen greift Gott ständig in das Weltgeschehen ein. Dabei verhindert er viele Fälle möglicher Ungerechtigkeit. Außerdem beendet er immer wieder ungerechte Handlungen zahlreicher Machthaber. – Am Ende der Zeiten wird sich jeder Mensch vor Gott für sein Handeln verantworten müssen, Mächtige und Machtlose, Herrscher und einfache Menschen. Oftmals hat Gott allerdings viel Geduld mit seinen Geschöpfen. Das gilt auch für die Ungerechten. Er betreibt nicht deren baldmöglichste Bestrafung, sondern hofft auf ihre Einsicht und Umkehr. Glücklicherweise liebt Gott auch ungerechte Menschen. Schlussendlich aber wird er mit seiner ganzen Macht Gerechtigkeit durchsetzen. Seine Gerechtigkeit ist vollkommen selbstlos, dauerhaft und tragfähig. Sie ist nicht nur eine oberflächliche Floskel zur Förderung eigener Interessen. Gottes Gerechtigkeit werden am Ende der Zeiten alle Menschen bereitwillig zustimmen.
„Gott wird die Armen mit Gerechtigkeit richten und den Elenden im Land ein unparteiisches Urteil sprechen. Er wird die Erde mit dem Stab seines Mundes schlagen und den Gesetzlosen mit dem Hauch seiner Lippen töten.“ (Jesaja 11, 4)
https://www.facebook.com/michael.kotsch.9/posts/1539677952838644

Moralischer Totalitarismus

Ich finde es erfrischend, wenn linke Denker wie Svenja Flaßpöhler feststellen, dass Betroffenheitsgesten die Diskussionskultur in der Gesellschaft und an den Hochschulen nicht nur beschädigen, sondern erdrücken. Das Ende eines Debatten-Diskurses ist ganz schnell erreicht; wenn „an die Stelle von Argumenten Gefühle treten, ist an Diskutieren nicht zu denken. Das würgt alles ab“.

Svenja Flaßpöhler:

Der zentrale Unterschied ist doch der: Der Faschismus wendet sich gegen Minderheiten, gegen Schwache. Wenn aber zum Beispiel Studierende dafür kämpfen, dass ein Eugen-Gomringer-Gedicht von der Wand ihrer Hochschule verschwindet, dann ist der Feind der weiße, erfolgreiche Mann. Dreh- und Angelpunkt ist also das Verhältnis von Privilegierten und Nichtprivilegierten. Oder auch: von Betroffenen und Nichtbetroffenen. Es gibt im Feminismus die sogenannte Standpunkttheorie, die besagt, dass jede Position an einen Standpunkt gebunden ist, aber dass die Unterdrückten einen objektiveren Zugang zur Wahrheit haben, weil sie viel mehr sehen als die privilegierte Gruppe, die gar kein Interesse an einer höheren Erkenntnis hat. Sicher ist es richtig, dass ich nicht weiß, wie es ist, eine schwarze Hautfarbe zu haben. Insofern kann mich die Sicht eines dunkelhäutigen Menschen, der tagtäglich Diskriminierung erfährt, zu neuen, wertvollen Einsichten führen. Problematisch finde ich aber, wenn Menschen, die keiner solch unterdrückten Gruppe angehören, unterstellt wird, dass sie zu bestimmten Themen nichts Wertvolles sagen können. Ich als weiße, heterosexuelle Frau in einer Führungsposition habe in bestimmten Themenkomplexen ganz schlechte Karten.

Ich empfehle die vollständige Lektüre dieses Interviews mit der Chefredakteurin des Philosophie Magazins gern: taz.de.
https://theoblog.de/moralischer-totalitarismus/33728/