Corona: Das Ende muss her!

Im Grunde genommen reagieren unsere Politiker nicht grundsätzlich anders als die Verantwortlichen vor 500 Jahren. Die vollmundigen Kommentare über „den Kampf gegen Corona“ dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch die modernste Medizintechnik bislang dem neuen Virus ziemlich machtlos gegenübersteht. Bis kein wirkliches Antimittel entwickelt ist, reagieren die Spezialisten wie ihre Vorgänger vor 500 oder vor 1000 Jahren: Vor allem versucht man die Erkrankten von den noch nicht Infizierten zu trennen und so eine schnelle Verbreitung des Virus zu verhindern. Im Mittelalter beispielsweise wurden die Stadttore Fremden gegenüber einfach für einige Monate geschlossen, um die Verbreitung der Pest zu verhindern. Manchmal wurden ganze Straßenzüge an den Enden zugemauert, um den Rest der Stadtbevölkerung vor Ansteckung zu bewahren. Der weltberühmte Physiker Issak Newton musste 1665 Cambridge verlassen, um den ganzen Sommer auf dem Land zu verbringen. Man hatte die Universität, sowie weite Teile des Handels und des öffentlichen Lebens für ein halbes Jahr lahmgelegt, um auf diese Weise die Ausbreitung der Pest zu bekämpfen.
Natürlich kann man heute die Nebenwirkungen einer Epidemie, wie in diesem Fall Lungenentzündung, besser lindern als in früheren Jahrhunderten. Damit hat es sich aber schon fast. Wenn einmal, oder hoffentlich ziemlich bald, ein Impfstoff zur Verfügung stehen wird, dann sieht das schon wieder ganz anders aus. Über diese Möglichkeiten verfügte man in früheren Zeiten natürlich nicht. Gerade Corona zeigt die massive Anfälligkeit der modernen Gesellschaft für solche drastischen Einschnitte, die eben nicht mit den heute zur Verfügung stehenden Mitteln einfach zu beseitigen sind. Und dabei ist Corona im Vergleich zur Pest noch eine vergleichsweise harmlose Angelegenheit. – Zu Newtons Zeiten lebten die meisten Menschen auf dem Land. Sie konnten sich dort weitgehend selbst versorgen. Ein Stillstand von Handel und Lehre hatte damals noch vergleichsweise überschaubare Auswirkungen.
Heute würde in Deutschland der Stillstand eines Großteils der Wirtschaft für sechs Monate unabsehbare Folgen haben. Tausende Unternehmen müssten Konkurs anmelden. Massenarbeitslosigkeit würde die sozialen Netze der Gesellschaft schnell an ihre Grenzen bringen. Der dadurch verursachte Kaufkraftverlust würde auch die übrigen Firmen in eine langandauernde Rezession stürzen. Große Vorhaben wie Klimaschutz oder Bildungsoffensive würden um mindestens 10 Jahre zurückgeworfen. In den wirtschaftlich schwächeren Ländern würde es zu massiven sozialen Unruhen kommen.
Es ist höchste Zeit ein voraussichtliches Ende der drastischen Maßnahmen zur Einschränkung des öffentlichen, privaten und wirtschaftlichen Lebens zu markieren. Außerdem bräuchte es ein bewusstes Zurückfahren der täglichen, medialen Flut an Corona- Nachrichten, die zwar nicht wirklich weiterhelfen, die aber bei vielen Menschen zu einer weitgehenden mentalen Lähmung für den Rest ihres Alltags führen.
Ziemlich vernünftig klingen in diesem Zusammenhang die Aussagen des Präsidenten des Weltärzteverbandes, Frank Ulrich Montgomery: „Ich bin kein Freund des Lockdown. Wer so etwas verhängt, muss auch sagen, wann und wie er es wieder aufhebt“, äußerte Montgomery der „Rheinischen Post“ gegenüber.
Ausgangssperren sind fast immer eine „politische Verzweiflungsmaßnahme,“ gibt der Ärztepräsident zu bedenken. Man täuscht mit zahlreichen Maßnahmen Handlungsfähigkeit vor, obwohl man eigentlich nicht wirklich etwas gegen den Virus tun kann.
Montgomery äußerte auch Zweifel an den von der Bundesregierung getroffenen Maßnahmen. Da ein Impfstoff frühestens Ende des Jahres erhältlich sein werde, frage er sich, wann es eine Rückkehr zur Normalität geben werde – man könne Schulen, Kitas und Geschäfte nicht so lange geschlossen halten. Auch die immer mehr um sich greifenden Grenzschließungen sieht Montgomery eher als „politischen Aktionismus.“
Die meisten Pläne für den „richtigen“ Umgang mit Corona stammen aus den reichen und medizinisch gut ausgerüsteten Ländern Westeuropas, Asiens und Nordamerikas. Mit erheblichen wirtschaftlichen Einbußen können sich diese Staaten einen monatelangen Stillstand gerade noch leisten. Mit typisch europäischer Ignoranz wird diese Strategie des Stillstands und der Isolation auch von anderen, armen Ländern verlangt. Dabei berücksichtigt man viel zu wenig deren besondere Situation. In Indien beispielsweise leben ziemlich viele Menschen dauerhaft am Rande der Armut. Wenn nun Tagelöhner zwei Monate keine Möglichkeit bekommen einer Arbeit nachzugehen, dann sterben die Angehörigen vielleicht nicht an Corona aber am Hunger. In diesen Ländern könnte die europäische Isolationspolitik in der Bevölkerung viel größere Schäden und Opfer zur Folge haben als die Ausbreitung des Virus und die an der Erkrankung sterbenden Menschen.
Weil die Zahlen so unvorstellbar groß sind, wird bisher auch in Deutschland noch wenig über die Kosten der Corona- Rettungsmaßnahmen gesprochen. Rund 750 Milliarden Euro will der Bund insgesamt zur Verfügung stellen, um die Wirtschaft vor dem Absturz zu retten. Das ist in etwa das Doppelte dessen, was der gesamte Bundeshaushalt für 2020 an Ausgaben vorsieht. Umgerechnet auf die im schlimmsten Fall in Deutschland zu erwartenden Todesfälle (etwa 700 000) wären das 1 Millionen Euro je gerettetes Menschenleben. Oder anders ausgedrückt, verschuldet sich der Staat auf Kosten seiner Bürger mit zusätzlichen 10 000 EUR je Person, Rentner und Kinder eingeschlossen. Auf eine fünfköpfige Familie kommen damit 50 000 EUR weitere Schulden zu. Dieses Geld muss von den Bürgern natürlich irgendwann auch zurückgezahlt werden.
Zu den Kosten des Lockdown gehören auch die Menschen, die ihr Leben aufgrund der Corona- Rettungsmaßnahmen verlieren. In Deutschland sind das insbesondere Personen, die aus Angst vor Ansteckung einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu spät entdecken und behandeln lassen, sowie Patienten, die zu spät mit ihrem Krebsverdacht zum Arzt gehen und deshalb erst deutlich verzögert behandelt werden. In vielen, vor allem ärmeren Ländern, führen die Corona- Rettungsmaßnahmen ganz unmittelbar zu Todesfällen, weil Menschen ohne Arbeit und Einkommen hungern müssen und, weil unter dem steigenden sozialen Druck die Gewalt deutlich zunimmt.
Deshalb gilt: Es braucht ein baldiges Ende der staatlichen angeordneten Corona- Maßnahmen.
„So ermahne ich euch nun, dass man vor allem mit Bitten, Gebete, Fürbitten und Danksagungen für alle Menschen, für Könige und alle, die in hoher Stellung sind, zu Gott kommt; damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Gottesfurcht und Ehrbarkeit.“ (1.Timotheus 2, 1+2) Michael Kotsch

Nächstenliebe in der Zeit der Pandemie

Rosaria Butterfield ist der Meinung, dass Nächstenliebe und Gastfreundschaft in einer Zeit der Pandemie besonders wichtig sind. Dazu gehört auch, dass wir sorgfältig mit den Informationen umgehen und drauf achten, nicht Botschafter manipulierter und manipulierender Nachrichten zu sein. Sie schreibt: 

Daniel Defoe, bekannt durch sein Werk „Robinson Crusoe“, schrieb Jahre vor seinem Bestseller ein kleines Buch mit dem Titel A Journal of the Plague Year (dt. „Die Pest zu London“). Dies ist Crusoes historisch-fiktives Tagebuch über das Leben während der Beulenpest des Jahres 1665. Crusoe war fünf Jahre alt, als die Pest seine Welt verwüstete. Sein aufschlussreiches Buch beginnt mit einem Dank an Gott für etwas, das mich zum Lachen brachte. Defoe bedankt sich dafür, dass es 1665 keine Zeitung – oder demnach kein anderes Mittel zur Verbreitung „berichtenswerter Informationen“ über die Beulenpest – gab. Crusoe schreibt: „Wir hatten damals keine gedruckten Zeitungen, um Gerüchte und Berichte über Dinge zu verbreiten, und diese durch menschliches Hinzutun noch zu vergrößern.“

Crusoe verstand, dass die Pest schlimm genug ist; wir sollten sie nicht noch durch emotionale Manipulation vergrößern. Im Jahr 2020 können wir uns der Berichterstattung in den Medien über das Coronavirus kaum entziehen. Wir scheinen auch nicht in der Lage zu sein, den abscheulichen Strom von Klatsch und Verleumdung von vermeintlichen Experten, der uns als „Information“ weitergegeben wird, richtig einzuordnen. Wenn wir selbst nicht dem zwanghaften Schauen von Nachrichten oder anderen Newsfeeds unterlegen sind, ist zumindest jemand in unserem Bekanntenkreis mehr als bereit, neue (schlechte) Nachrichten mit uns zu teilen. Wir möchten selbstverständlich etwas über dieses neuartige Virus erfahren, aber neue Viren kommen eben nie mit einer Gebrauchsanweisung.

Mehr hier: www.evangelium21.net.

54. Todestag des berühmten Baptistenpastors und Bürgerrechtlers Martin Luther King.

Am 4. April 1968 hielt King in Memphis, Tennessee, in einer Kirche seine letzte Rede; eine Ansprache, die im Nachhinein wie eine Todesahnung wirkt:
»Ich habe einen Traum, dass eines Tages auf den roten Hügeln von Georgia die Söhne einstiger Sklaven und die Söhne einstiger Sklavenhalter zusammensitzen werden am Tisch der Brüderlichkeit. Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, wo man sie nicht nach ihrer Hautfarbe, sondern nach ihrem Charakter beurteilen wird. …Wenn dies geschieht, und wenn wir erlauben, dass die Glocken der Freiheit läuten und wenn wir sie von jedem Dorf und jedem Weiler, von jedem Staat und jeder Stadt läuten lassen, werden wir diesen Tag schneller erleben, wenn alle Kinder Gottes, schwarzer Mann und weißer Mann, Juden und Christen, Protestanten und Katholiken Hände halten können und die Worte des alten Spirituals: Endlich frei, endlich frei singen.« (Martin Luther King, Testament der Hoffnung, 6.Aufl. 1989, Gütersloher Verlagshaus, S.124f)
»Ich habe das Gelobte Land gesehen… Aber ihr sollt heute abend wissen, dass wir, als ein Volk, in das Gelobte Land gelangen werden. Meine Augen haben die Herrlichkeit des kommenden Herrn gesehen.« (Martin Luther King, Testament der Hoffnung, 6.Aufl. 1989, Gütersloher Verlagshaus, S.117)

Ein Jahr ohne “Made in China”

Veröffentlicht am 24. August 2012 von Hanniel
So lautet der Titel eines Buches, das auf meiner Leseliste steht. Um was geht es? Ein Rezensent:
Inhalt des Buches ist der Entschluss der Autorin, ein Jahr lang (2005) keine chinesischen Produkte zu kaufen. Das Ganze ist ein Experiment und auch nicht politisch gemeint (oder aus Sorge um amerikanische Arbeitsplätze). Sara Bongiorni lässt sich allerdings ein Hintertürchen offen: Geschenke fallen nicht unter diese Regelung! Das Jahr ist hart: Es ist in den USA in weiten Bereichen kaum mehr möglich, ohne Produkte “Made in China” auszukommen. Das größte Problem bereiten der Autorin ihre beiden Kinder mit ihren Wünschen; ihr Mann dagegen engagiert sich, je weiter das Jahr fortschreitet, immer mehr und schlägt sogar eine Fortsetzung des Boykotts vor (zu dem es aber nicht kommt). Diese Story wird auch in China bekannt und sofort propagandistisch ausgeschlachtet. Für die Familie bedeutet der Boykott, dass sie Kaufentscheidungen von da an bewusster trifft (und nicht mehr so viel Ramsch im Hause hat).
Dave Bruno hat ein ähnliches Experiment gemacht: Er reduzierte seine Habe auf 100 Dinge (wobei die Bibliothek als ein Ding galt); seine Erfahrungen schrieb er im Buch “The 100 Things Challenge – How I Got Rid of Almost Everything, Remade My Life, and Regained My Soul” nieder.
Ich habe mir über die letzten Jahre einige Gedanken zum Thema “Familie in der Konsumgesellschaft” gemacht, siehe meine Interviews “Ich konsumiere, also bin ich glücklich” (hier und hier).
Hier geht es zu einigen anregenden Ideen von Edith Schaeffer aus ihrem Buch Mit Phantasie und Liebe. Von der Kunst, den Alltag zu verschönern”. Es ist ein wunderbarer Kontrast zu den Botschaften, die uns täglich als Konsumenten eingetrichtert werden.
https://hanniel.ch/2012/08/24/ein-jahr-ohne-made-in-china/

Die Welt steht im Bann einer Epidemie.

Sars-CoV-2, ein winziges Virus, zwingt die moderne Zivilisation in die Knie. Die NZZ überschrieb den samstäglichen Leitartikel mit „Plötzlich war nichts mehr wie bisher“.
Grosse Krisen greifen in den Lauf der Geschichte ein. Leitartikler Gujer: „Das Virus wird auf allen Ebenen zu Veränderungen führen und Machtverhältnisse verschieben – innerhalb von Staat und Gesellschaft, aber auch international. (…) Die Welt ist eingestimmt auf Endzeitszenarien.“ Wie wird die Corona-Krise den Lauf der Zeit formen?
Albert Camus beschreibt im Roman „Die Pest“, wie diese Seuche in den 1940er-Jahren in Nordafrika ausbricht und die soziale Ordnung auf den Kopf stellt. Die schlimme Epidemie hinterlässt Leid und Tod.
Hat das die Überlebenden verändert? Was ist die gewonnene Erkenntnis? Camus zeichnet den Weg eines von Gott losgelösten Humanismus. Er stellt das menschliche Mitgefühl ins Zentrum und betont die Ungerechtigkeit, die den Pestkranken widerfahren ist. Schliesslich lässt er einen Arzt sagen, was man von Plagen lernt: „… nämlich, dass es an den Menschen mehr zu bewundern als zu verachten gibt“.
Nach Camus kann die Tragik des Lebens zwar nicht besiegt werden, aber jeder kann dafür sorgen, es wenigstens etwas menschlicher zu machen.
Der Ansatz ist gut, dennoch – mir fehlt der Boden, mir fehlt die Hoffnung! Mir fehlt ein Wort, das über mich hinausreicht, mein Leben umspannt und trägt.
Darauf verweist Carl Friedrich von Weizsäcker: „Die tiefste Erfahrung von sich selbst, zu der der Mensch in seiner Natur und in der Gesellschaft vordringt, lautet nicht Freiheit, sondern Ohnmacht. Die tiefste Erfahrung vom Gelingen menschlichen Lebens ist nicht eine Erfahrung von eigener Macht, sondern von Gnade. Die tiefste Erfahrung des Menschen ist nicht der Mensch, sondern Gott.“ Chefredaktor: Rolf Höneisen ideaschweiz.ch (FB)

Welchen Sinn hat das Coronavirus? Vier biblische Wahrheiten

Ich werde versuchen, die gestellte Frage – „Wie kann man so etwas begreifen? Wie kann man sich einen Reim darauf machen?“ – von der Schrift her zu beantworten. Aber bevor ich das tue: Ich verspüre ein Unbehagen dabei, weil es hier einen großen Unterschied gibt. Einerseits gilt es, Menschen durch die biblische Lehre zum Thema Leid zu helfen und sie darauf vorzubereiten. Es ist es aber etwas anderes, diese Lehre körperlich und emotional zu vermitteln, wenn jemand gerade mitten im Leid steckt. Es sterben gerade tausende von Menschen. Das bedeutet, dass hunderttausende trauern. Was ich also gleich sagen werde, könnte für einige zur falschen Zeit kommen. Wenn ich vor Ort wäre, in einer Kirche etwa, würde ich erkennen können, ob es der richtige Moment ist, etwas zu sagen oder nicht.

Nichts und niemand ist stärker als Jesus

Nach dieser Einleitung werde ich nun versuchen, die Frage zu beantworten. Wie lässt sich ein tödliches Virus begreifen? Lasst mich mit einer empirisch und historisch belegten Tatsache sowie einer klaren biblischen Tatsache beginnen. Die empirische Tatsache ist, dass am Sonntag, dem 26. Dezember 2004, mehr als 200.000 Menschen durch einen Tsunami im Indischen Ozean getötet wurden. Zu den Opfern gehörten ganze Kirchengemeinden, die sich wie gewöhnlich zum Gottesdienst versammelt hatten und in den Tod hinweggefegt wurden. Das ist eine historische Tatsache. So etwas geschieht mit Christen, seitdem es Christen gibt. Nun zur biblischen Tatsache, nämlich Markus 4,41: „… auch der Wind und der See [sind Jesus gehorsam]“. Das ist heute genauso wahr wie damals. „Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und auch in Ewigkeit“ (Hebr 13,8).
„Die Frage ist nicht, ob Jesus alle Katastrophen und Krankheiten der Welt in ihrer sündigen und satanischen Dimension überwacht, einschränkt, leitet oder regiert. Er tut es.“
Diese zwei Tatsachen zusammen – die historische und die biblische – ergeben folgende Wahrheit: Jesus hätte die Naturkatastrophe verhindern können. Er hat es im Jahr 2004 nicht getan. Da er immer tut, was weise und richtig und gut ist, hat er auch mit dieser tödlichen Katastrophe weise und gute Absichten gehabt.
Ich würde daher dasselbe über das Coronavirus sagen. Jesus hat alles Wissen und alle Autorität über die natürlichen und übernatürlichen Kräfte dieser Welt. Er weiß genau, wo das Virus angefangen hat und wohin es als Nächstes geht. Jesus hat die volle Macht, das Virus zurückzuhalten – oder auch nicht. Das können wir auch jetzt beobachten. Weder Sünde, Satan, Krankheit oder Sabotage sind stärker als er. Er kann nie in die Ecke gedrängt werden; er kann niemals gezwungen werden, hinzunehmen, was er nicht will.

„Der Ratschluss des Herrn bleibt ewig bestehen, die Gedanken seines Herzens von Geschlecht zu Geschlecht“ (Ps 33,11).

„Ich erkenne, daß du alles vermagst, und daß kein Vorhaben dir verwehrt werden kann“ (Hi 42, 2).

Die Frage ist nicht, ob Jesus alle Katastrophen und Krankheiten der Welt in ihrer sündigen und satanischen Dimension überwacht, einschränkt, leitet oder regiert. Er tut es. Die Frage ist, wie wir all das auf Grundlage der Bibel verstehen können. Wie können wir es begreifen?
Ich möchte vier biblische Realitäten aufzeigen, die uns in unserem Bemühen unterstützen können, diese Krise zu verstehen.

1. Der Vergänglichkeit unterworfen

Als die Sünde durch Adam und Eva in die Welt kam, bestimmte Gott, dass die geschaffene Ordnung einschließlich unserer leiblichen Körper, obwohl nach seinem Bild geschaffen, Verderben und Vergänglichkeit unterliegen sollten. Alle Lebewesen müssen sterben. Christen entkommen dem leiblichen Verderben, der Vergänglichkeit und dem Tod nicht, auch wenn sie durch das Evangelium der Gnade Gottes gerettet werden. Die Grundlage für diese Feststellung findet sich in Römer 8,20–23:

Die Schöpfung ist nämlich der Vergänglichkeit unterworfen, nicht freiwillig, sondern durch den, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung hin, dass auch die Schöpfung selbst befreit werden soll von der Knechtschaft der Sterblichkeit zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung mitseufzt und mit in Wehen liegt bis jetzt; und nicht nur sie, sondern auch wir selbst, die wir die Erstlingsgabe des Geistes haben, auch wir erwarten seufzend die Sohnesstellung, die Erlösung unseres Leibes.

Es wird der Tag kommen, an dem die gesamte Schöpfung von ihrer Knechtschaft, d.h. von Krankheit, Katastrophen und Tod befreit wird und die Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes erbt. Bis dahin seufzen Christen – Paulus sagt: „sogar wir, die den Geist haben“ – mit der ganzen Schöpfung. Sie teilen Verderben, Vergänglichkeit, Krankheit, Katastrophen und Tod, während sie mit Seufzen auf die Erlösung des Körpers warten (was bei der Auferstehung geschieht).

Der Unterschied für Christen, die Christus vertrauen, besteht darin, dass unsere Erfahrung mit diesem Verderben keine Verdammnis bedeutet. Römer 8,1: „So gibt es jetzt keine Verdammnis mehr.“ Der Schmerz reinigt uns, er ist keine Strafe. „Gott hat uns nicht zum Zorngericht bestimmt“ (1Thess 5,9). Wie alle Menschen sterben wir an Krankheiten, nicht unbedingt wegen einer bestimmten Sünde – das ist sehr wichtig. Wir sterben wie alle Menschen an Krankheiten wegen des Sündenfalls. Aber für diejenigen, die in Christus sind, hat der Tod keinen Stachel mehr (1Kor 15,55). Das ist der erste Baustein, um zu verstehen, was gerade passiert.

2. Krankheit als Gottes Gnade

Gott fügt seinem Volk manchmal Krankheiten als reinigendes und rettendes Gericht zu. Nicht zur Verdammnis, sondern als Akt der Gnade, zur Rettung. Dieser Punkt baut auf 1. Korinther 11,29–32 auf. Der Text befasst sich mit dem falschen Gebrauch des Abendmahls, aber das Prinzip dahinter gilt allgemein.

Wer unwürdig isst und trinkt, der isst und trinkt sich selbst [hier geht es um Christen am Tisch des Herrn] ein Gericht, weil er den Leib des Herrn nicht unterscheidet. Deshalb sind unter euch [euch Christen] viele Schwache und Kranke, und eine beträchtliche Zahl sind entschlafen. Denn wenn wir uns selbst richteten, würden wir nicht gerichtet werden; wenn wir aber gerichtet werden [mit dieser Krankheit und Schwachheit und Tod], so werden wir vom Herrn gezüchtigt [gezüchtigt wie ein Kind], damit wir nicht samt der Welt verurteilt werden.

Lassen Sie das einmal sacken. Der Herr Jesus nimmt das Leben seiner Geliebten durch Schwächen und Krankheiten – dieselben Worte übrigens, die zur Beschreibung der Schwächen und Krankheiten verwendet werden, die Jesus in seinem irdischen Leben heilt (Mt 4,23; 8,17; 14,14) – und bringt sie in den Himmel. Er bringt sie wegen der Entwicklung ihrer Sünde dorthin, von der er sie trennt und vor der er sie erlöst. Nicht um sie zu bestrafen, sondern um sie zu retten.
Anders ausgedrückt: Einige von uns sterben an Krankheiten, „damit wir nicht samt der Welt verurteilt werden“ (V. 32). Wenn er das bei einigen seiner Geliebten in Korinth tun kann, dann kann er es auch bei vielen von uns tun, auch durch das Coronavirus. Und das nicht nur wegen des Missbrauchs des Abendmahls, sondern auch wegen anderer Sünden – obwohl nicht jeder Tod auf eine bestimmte Sünde zurückzuführen ist. Das ist der zweite Baustein.

3. Krankheit als Gottes Gericht

Gott benutzt manchmal Krankheiten, um diejenigen gezielt zu richten, die ihn ablehnen und sich der Sünde hingeben. Ich nenne zwei Beispiele. In Apostelgeschichte 12 ließ sich der König Herodes gottgleich verehren. „Sogleich aber schlug ihn ein Engel des Herrn, weil er Gott nicht die Ehre gab; und er verschied, von Würmern zerfressen“ (Apg 12, 23). Gott kann das mit allen tun, die sich selbst erhöhen. Wir sollten uns wundern, dass nicht jeden Tag mehr Machthaber wegen ihrer Arroganz vor Gott und Menschen tot umfallen. Das ist allein Gottes allgemeiner Gnade und Barmherzigkeit zuzuschreiben. Ein weiteres Beispiel ist die Sünde der Homosexualität. In Römer 1,27 heißt es: „Gleicherweise haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind gegeneinander entbrannt in ihrer Begierde und haben Mann mit Mann Schande getrieben und den verdienten Lohn ihrer Verirrung an sich selbst empfangen.“ Dies ist ein Beispiel für den Zorn Gottes. In Römer 1,18 heißt es: „Es wird geoffenbart Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit aufhalten.“ Das ist der dritte Baustein. Gott kann Krankheiten nutzen und tut es manchmal auch, um diejenigen zu richten, die ihn und seinen Weg ablehnen.

4. Gottes Donnerschlag

„Ich und du, jeder, der zuhört, und jeder Machthaber auf dem Planeten, jeder, der davon hört, erhält eine donnernde Botschaft Gottes, die lautet: ‘Kehr um!’.“
Alle Naturkatastrophen – ob Überschwemmungen, Hungersnöte, Heuschreckenschwärme, Tsunamis oder Krankheiten – sind ein Donnerschlag göttlicher Gnade inmitten des Gerichts. Er ruft alle Menschen dazu auf, umzukehren und ihr Leben durch Gottes Gnade neu auf einen unendlichen Wert auszurichten, die Herrlichkeit Gottes. Die Grundlage dafür findet sich in Lukas 13,1–5. Pilatus hatte Besucher des Tempels niedergemetzelt. Der Turm in Siloah war zusammengebrochen und hatte achtzehn Umstehende getötet. Die Menge möchte nun, genau wie ich gefragt wurde, von Jesus wissen: „Okay Jesus, erklär uns das mal. Sag uns, was du über diese Naturkatastrophen und diese Grausamkeit denkst. Diese Leute standen nur da und jetzt sind sie tot.“ Jesus antwort (Lk 13,4–5)

„Jene achtzehn, auf die der Turm in Siloah fiel und sie erschlug, meint ihr, daß diese schuldiger gewesen sind als alle anderen Leute, die in Jerusalem wohnen? Nein, sage ich euch; sondern wenn ihr nicht Buße tut, so werdet ihr alle auch so umkommen!“

Das ist die Botschaft Jesu an diese Welt. Es ist eine Botschaft an jeden einzelnen Menschen in diesem Moment der Geschichte, angesichts des Coronavirus. Ich und du, jeder, der zuhört, und jeder Machthaber auf dem Planeten, jeder, der davon hört, erhält eine donnernde Botschaft Gottes, die lautet: „Kehr um!“. (Ich denke, die chinesische Regierung sollte besonders aufmerken. Sie ist in letzter Zeit – erst gestern habe ich einen neuen darüber Artikel gelesen – gegenüber den Nachfolgern Christi harsch und repressiv vorgegangen.) Kehr um und suche Gottes Gnade, um dein Leben – unser Leben – auf seinen unermesslichen Wert auszurichten.Coronavirus John Piper
John Piper ist leidenschaftlicher Prediger und Professor für Praktische Theologie am Bethlehem College und Seminar in Minneapolis, Minnesota (USA). Er hat viele Bücher verfasst, von denen etliche auch in deutscher Sprache erhältlich sind.
Dieser Beitrag erschien zuerst bei Desiring God. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung. Mehr Ressourcen von Desiring God.
https://www.evangelium21.net/media/1926/welchen-sinn-hat-das-coronavirus

„Priorisierung bei Ressourcenknappheit“

Die richtige Allokation im Gesundheitswesen ist immer ein ethisches Problem. Soll man eine bestimmte Summe Geld für die Erforschung einer seltenen Krankheit ausgeben, um deren Behandlung zu ermöglichen und damit das Leben einiger Menschen viel besser zu machen, oder soll man das gleiche Geld für die Entwicklung von verbesserten Medikamenten für Volkskrankheiten ausgeben und damit das Leben vieler Menschen etwas besser machen? Das hinter solchen Fragen lauernde konsequenzialistische Kalkül mag man – aus Prinzip – ablehnen, doch Entscheidungen müssen trotzdem fallen. Ein Doktorand kann nur an einer Sache forschen: Neues Medikament für selten vorkommende Krankheit, oder: Weniger Nebenwirkungen bei vorhandenem Medikament für häufige vorkommende Krankheit.
Zeiten einer Pandemie sind Zeiten einer außergewöhnlichen Belastung für das Gesundheitswesen. Im Moment erleben wir in Italien und Spanien, was das bedeuten kann: Menschen werden nicht mehr nach Stand der Heilkunst behandelt, weil dafür die Mittel fehlen. Es wird damit gerechnet, dass Plätze auf der Intensivstation auch in Deutschland knapp werden könnten. Daher gibt es seit gestern klinisch-ethische Empfehlungen der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv-und Notfallmedizin (DIVI), der Deutschen Gesellschaft für Interdisziplinäre Notfall-und Akutmedizin (DGINA), der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI), der Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), der Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP)und der Akademie für Ethik in der Medizin (AEM), die eine Grundlage für Entscheidungen über die Zuteilung von Ressourcen in der Notfall- und der Intensivmedizin im Kontext der Corona-Pandemie schaffen sollen.
Ich tue mich, was die Bewertung des Papiers betrifft, etwas schwer. Einerseits werden sachlich begründete Fallunterscheidungen vorgenommen, mit hochvernünftigen Entscheidungsregeln, die schließlich in Gestalt eines sehr anschaulichen Diagramms für die Praxis aufbereitet werden, um so Entscheidungen in wenigen Minuten zu ermöglichen, mit etwas Routine hinsichtlich der „Priorisierung im Mehr-Augen-Prinzip“ anhand von „Indikatoren“ auch schneller. Andererseits dreht sich mir der Magen um, wenn ich daran denke, wer bei der Prüfung von „Komorbidität mit deutlicher Einschränkung der Langzeitprognose“ alles durchs Raster fällt.
Jede und jeder sollte das Papier lesen – unter besonderer Berücksichtigung der „Anlagen“ für die Praxis. Damit man weiß, was auf uns, eine jede und einen jeden von uns, zukommen kann.
(Josef Bordat) https://jobosblog.wordpress.com/2020/03/26/priorisierung-bei-ressourcenknappheit/