Kolumne: Der Phari- und der YOLO-Typ

Theologische BezeichnungDer Legalist (der Gesetzliche)Der Antinomist (der Gesetzesbrecher)
Meinung vom GegenpartÄrgert sich über den GesetzesbrecherVerachtet den Gesetzlichen, macht ihn gerne lächerlich
RechtfertigungIch halte das Gesetz (definiert als eigene „Latte“).Ich werde mir selbst gerecht.
Normierendes VerhaltenErfindet endlos Vorschriften, meist in einen oder wenigen Lebensbereichen (zur eigenen Befriedigung)Ist innerlich sehr auf soziale Codes und gesellschaftliche Tabus fixiert, die er nicht übertritt (um cool zu bleiben)
BlickrichtungEher nach innen, Vorschriften aus eigener Leistung haltenEher nach aussen, psychologisches Wohlbefinden als Bewertungsmassstab
CodewortAnständig, sozialLiebe, Gnade
Resignation durchVerzweiflungAblehnung
HeiligungIch erarbeite mir die Beziehung zu Gott.Ich lebe im Sieg.
SündeAbweichung von den eigenen StandardsAbweichung von sozialen Standards
Christus befreitvon der Sklaverei der eigenen Vorschriftenvon der Sklaverei des Eigenwillens

Einige Beobachtungen:

  • Selbst ganze Gemeinden lassen sich oft einer Seite zuteilen.
  • In der klassischen Kleinfamilie teilen sich die beiden Kinder häufig die beiden Rollen.
  • Es gibt auch säkulare Formen der beiden Typen (z. B. in einem Arbeitsteam).
  • Die Menschen wechseln nach Lebensphasen und Enttäuschungen die Seiten.

Zwei unterschiedliche Formen von Gesetzlichkeit

  • Beide Lebensarten gleichen zwei unterschiedliche Türen, die in den gleichen Raum führen: Beide brauchen Christus nicht. Der eine hält selber das Gesetz, für den anderen existiert keine objektive Schuld.
  • Beide Typen schaffen sich ihr eigenes Gesetz. Auch der Gesetzesbrecher schafft sich nur anscheinend Freiraum.
  • https://hanniel.ch/2016/08/28/kolumne-der-phari-und-der-yolo-typ/