Um was geht es im christlichen Leben?

Nun geht es allerdings beim christlichen Leben letztlich gar nicht um äußerliche, sondern um innere Dinge. Den Höhepunkt der Zehn Gebote bildet das zehnte Gebot in 2 Mo 20,17: »Du sollst nicht begehren nach dem Hause deines Nächsten: du sollst nicht begehren nach dem Weibe deines Nächsten, nach seinem Sklaven oder seiner Sklavin, nach seinem Rinde oder seinem Esel, nach irgend etwas, was dein Nächster hat.« In diesem Gebot, nicht zu begehren, geht es ganz und gar um eine innere Haltung. Die Begehrlichkeit oder Gier ist von ihrer Natur her niemals eine Äußerlichkeit. Es ist aufschlußreich, daß dies das letzte der Zehn Gebote Gottes ist, also gewissermaßen der Abschlußstein. Am Ende gelangen wir zu einer inneren Haltung und nicht nur zu äußerlichem Verhalten. Ja, tatsächlich übertreten wir dieses letzte Gebot, das Gebot, nicht zu begehren, bevor wir irgendeines der anderen übertreten. Und sobald wir eines der übrigen Gebote übertreten, übertreten wir gleichzeitig dieses letzte Gebot. Welches der übrigen Zehn Gebote man Übertritt, man Übertritt immer zwei: das Gebot selbst und das Gebot, nicht zu begehren. Dies ist der springende Punkt.
Francis Schaeffer. Geistliches Leben – was ist das? S. 13

Als Gottes Wort mich zum ersten Mal traf

„Als Gottes Wort mich zum ersten Mal traf, da hat es mich zum Fremdling auf dieser Erde gemacht. Es hat mich in die lange Reihe der Väter des Glaubens gestellt, die als Fremdlinge im verheißenen Land wohnten (Hebr. 11,9). Abraham glaubt dem Ruf, der ihn aus dem Vaterland ins Land der Verheißung gehen heißt, und erwirbt in hohem Alter nach dem Tod Saras ‚als Fremdling und Beisasse’ in diesem Land ein Erbbegräbnis als einzigen Grundbesitz im gelobten Land (1. Mose 23,4) (Dietrich Bonhoeffer, Predigten, KT 159, 430).