Leben als Christ

Was bedeutet es denn, als Christ zu leben? Inwiefern unterscheidet sich Christsein vom Nicht-Christsein?

Christsein bedeutet: Du bist nun ein Kind Gottes! Durch die Hinwendung zu Jesus Christus, wurden dir deine Sünden vergeben. Die Sünde hat nicht mehr diese Macht über dich, dass du dich unentwegt gegen Gott stellen müsstest. Nein, du bist dazu befreit worden, nein zur Sünde sagen zu können. Um dir auf deinem Lebensweg zu helfen wurde dir zudem der Heilige Geist gegeben. Er ist Gott selbst, der in jedem Christen wohnt. Er ist die Kraft Gott, die uns hilft so zu leben, wie es Gott gefällt und uns erfüllt.

Eine kompakte Hilfe zur Gestaltung deines Lebens als Christ können die folgenden vier Punkte sein.

Gottes Wort

wie Gottes Wort – Die Bibel ist Gottes Wort. Durch sie spricht er zu uns. Es ist der Weg, den Gott gewählt hat, um sich der Menschheit zu offenbaren. Hier findest du alles, was du über Gott wissen musst. Du findest auch alles, was du über dich selbst wissen musst. Paulus hat es einem Nachwuchsprediger mal so geschrieben: „Denn alles, was in der Schrift steht, ist von Gottes Geist eingegeben, und dementsprechend groß ist auch der Nutzen der Schrift: Sie unterrichtet in der Wahrheit, deckt Schuld auf, bringt auf den richtigen Weg und erzieht zu einem Leben nach Gottes Willen.“ (2. Timotheusbrief 3,16)

Regelmässig in der Bibel zu lesen wird dein Leben entsprechend dem Willen Gotte prägen und zum positiven Verändern.

Gebet

wie Gebet – Es ist das Reden mit Gott. Beim Bibellesen redet Gott zu dir, im Beten kannst du ihm antworten. Eine Beziehung besteht zu wesentlichen Teilen aus Kommunikation. Wo keine Kommunikation stattfindet, stirbt die Beziehung langsam aber sicher ab. Darum formuliert es Paulus als klaren Befehl: „Lasst euch durch nichts vom Gebet abbringen!“ (1. Thessalonicherbrief 5,17) Beten kannst du in freien Worten oder auch mit vorgegebenen Gebeten (wie dem Vater Unser). Im Gebet darfst du Gott anbeten (Lobpreis), ihm erzählen wie es dir geht (Dank und Klage), ihn um Hilfe für herausfordernde Situationen bitten oder auch für andere Menschen und ihre Probleme Fürbitte tun.Auch auch Zeiten der Stille, wo wir auf Gott hören und ihm Raum gebe mit uns zu reden, gehören zum Beten.

Regelmässige Gebetszeiten werden deine Beziehung mit Gott vertiefen und am Leben erhalten.

Gemeinschaft

wie Gemeinschaft – Schon die ersten Christen haben begonnen, sich regelmässig zu treffen. Sie feierten gemeinsam Gottesdienst, hatten Gebetsgemeinschaft und nahmen zusammen das Abendmahl. Sie standen füreinander ein und unterstützten sich in allen Lebenslagen. Genau so hatte Jesus sich das gedacht, darum existiert Gemeinde/Kirche bis heute. Dort wo Christen versuchen alleine durchs Leben zu gehen, wird ihr Glaube oft erkalten und verblassen. Glauben ist auf Gemeinschaft ausgelegt.

Wer sich verbindlich einer Gemeinde anschliesst und dort mitarbeitet, der wird im Glauben wachsen und vorwärts kommen.

Gehorsam

wie Gehorsam – Das klingt im ersten Moment nicht nach Freiheit, ist aber die logische Konsequenz unseres Vertrauens auf Gott. Gehorsam entspringt der Überzeugung, dass er, als unser Schöpfer, der das Beste für uns will, genau weiss, was uns gut tut. Nicht immer erschliesst sich der Sinn aller Worte Gottes sofort für uns. Dort bleibt dann die Frage: Vertraue ich, dass es Gott dennoch gut meint, auch wenn ich es nicht verstehe? Je länger jemand im Glauben unterwegs ist, desto mehr wird er erfahren, dass Gott ihn nicht quält und plagt, sondern stets gute Wege führt, auch wenn sie zu Beginn nicht immer so einfach oder angenehm aussehen.

Wer Gottes Worten gegenüber gehorsam durchs Leben geht, wird gesegnet werden und im Glauben Fortschritte machen.

Um was geht es im christlichen Leben?

Nun geht es allerdings beim christlichen Leben letztlich gar nicht um äußerliche, sondern um innere Dinge. Den Höhepunkt der Zehn Gebote bildet das zehnte Gebot in 2 Mo 20,17: »Du sollst nicht begehren nach dem Hause deines Nächsten: du sollst nicht begehren nach dem Weibe deines Nächsten, nach seinem Sklaven oder seiner Sklavin, nach seinem Rinde oder seinem Esel, nach irgend etwas, was dein Nächster hat.« In diesem Gebot, nicht zu begehren, geht es ganz und gar um eine innere Haltung. Die Begehrlichkeit oder Gier ist von ihrer Natur her niemals eine Äußerlichkeit. Es ist aufschlußreich, daß dies das letzte der Zehn Gebote Gottes ist, also gewissermaßen der Abschlußstein. Am Ende gelangen wir zu einer inneren Haltung und nicht nur zu äußerlichem Verhalten. Ja, tatsächlich übertreten wir dieses letzte Gebot, das Gebot, nicht zu begehren, bevor wir irgendeines der anderen übertreten. Und sobald wir eines der übrigen Gebote übertreten, übertreten wir gleichzeitig dieses letzte Gebot. Welches der übrigen Zehn Gebote man Übertritt, man Übertritt immer zwei: das Gebot selbst und das Gebot, nicht zu begehren. Dies ist der springende Punkt.
Francis Schaeffer. Geistliches Leben – was ist das? S. 13

Als Gottes Wort mich zum ersten Mal traf

„Als Gottes Wort mich zum ersten Mal traf, da hat es mich zum Fremdling auf dieser Erde gemacht. Es hat mich in die lange Reihe der Väter des Glaubens gestellt, die als Fremdlinge im verheißenen Land wohnten (Hebr. 11,9). Abraham glaubt dem Ruf, der ihn aus dem Vaterland ins Land der Verheißung gehen heißt, und erwirbt in hohem Alter nach dem Tod Saras ‚als Fremdling und Beisasse’ in diesem Land ein Erbbegräbnis als einzigen Grundbesitz im gelobten Land (1. Mose 23,4) (Dietrich Bonhoeffer, Predigten, KT 159, 430).