Fakes und Falschmeldungen

Mit gutem Vorbild voran!?
Seit geraumer Zeit beschäftigt sich die Öffentlichkeit mit dem ganz realen Problem gefälschter Nachrichten. Insbesondere in Sozialen Netzwerken kursieren Millionen von gefakten „Tatsachen“, „Dokus“, Behauptungen und Beschimpfungen. Vielfach ist auf den ersten Blick kaum zu erkennen, ob es sich dabei um eine echte Nachricht oder bloß um einen Fake handelt.
Besonders beliebt ist es, echte mit falschen Informationen zu mischen, weil es Lesern dann umso schwerer fällt, eine Meldung sachgerecht zu überprüfen. Dann werden beispielsweise echte Bilder eines Politikers mit gefälschten Zitaten versehen.
Oft spiegeln die Aussagen schon die ungefähre Meinung des Dargestellten wieder; aber sie werden verdreht oder überspitzt, um auf diese Weise die eigenen Anhänger zufriedenzustellen oder die dargestellte Person ins gesellschaftliche Aus zu bugsieren. Manchmal werden aus ideologischen oder wirtschaftlichen Gründen Meldungen auch ganz frei erfunden, bei denen nicht mehr als die genannten Orte und Daten stimmen.
Damit auch zukünftig noch echte Gespräche möglich sind und zuverlässige Information, ist es nötig Grenzen zu definieren und gegebenenfalls gesetzlich mit entsprechenden Strafen zu sanktionieren. Anderenfalls besteht die ernstzunehmende Gefahr, dass irgendwann eher der falsche als der echten Meldung geglaubt wird, weil sie viel mehr zu den eigenen Erwartungen oder Befürchtungen passt.
Nun ist es eine kleine Katastrophe, dass gerade diejenigen, die in der Praxis solche gesetzlichen Grenzen definieren und sich immer wieder lautstark über Fake- News beschweren, selber ziemlich bedenkenlos solche Falschmeldungen in die Welt setzen, wenn es ihren eigenen Interessen passt.
Beispiel 1: Seit Tagen verbreiten die CSU und die Junge Union Bayern auf Sozialen Netzwerken gefälschte Zitate des SPD- Spitzenkandidaten Martin Schulz. Demnach solle Schulz die Ausschreitungen Linksautonomer Terroristen in Hamburg heruntergespielt haben, weil er in ihnen künftige Koalitionspartner sieht. Obwohl die CSU auf die Falschmeldung aufmerksam gemacht wurde, nahm sie die entsprechenden Aussage erst aus dem Netz, als sie mit Bußgeldandrohung vom Hamburger Landgericht dazu aufgefordert wurde. Ganz offensichtlich steht hier der Stimmenfang eindeutig vor der Wahrheitsliebe.
Beispiel 2: Abgesehen von übelsten Beschimpfungen gegen den Bundesjustizminister Heiko Maas scheute der AfD-Fraktionschef von Thüringen, Björn Höcke, nicht davor zurück, im Internet ein gefälschtes Cover des neuesten Buches von Maas zu verbreiten. Der darauf zu lesende Titel lautete nun „Aufstehen statt wegducken. Eine Strategie gegen das Recht“. Damit sollten eigene Anhänger in ihrer Ablehnung des Bundesjustizministers bestärkt und potentielle Neuwähler geworben werden. Erst nach einer Klagedrohung des Verlages war der AfD- Politiker bereit, die Fälschung aus dem Internet zu nehmen.
Beispiel 3: Die Partei der Grünen hat jüngst eine ganze Kampagne gestartet, in den Porträts des FDP- Parteivorsitzenden Christian Lindner mit gefälschten Zitaten versehen werden, um den politischen Gegner öffentlich lächerlich zu machen. Auch hier findet sich keinerlei Einsicht. Weil die Fälschung ja nur der FDP schadet, hält man das Ganze für einen akzeptablen Scherz.
In einer Welt die sich immer weiter von Gott verabschiedet ist es kaum verwunderlich, dass auch die biblischen Maßstäbe mit- entsorgt werden. Viele Politiker schreien offensichtlich nur, wenn Falschinformationen ihren Interessen zuwiderläuft. Wenn sie damit selber Vorteile erlangen können, sind sie gerne bereit, ein bisschen zu mogeln und zu fälschen.
Hier sind Christen aufgerufen sich nicht von einer sukzessiven Erosion der Wahrheit mitreißen zu lassen. Für einen Christen sollte Lügen generell Tabu sein, vor Gott, vor dem Gericht und im persönlichen Umfeld; aber eben auch im Internet, insbesondere auf Sozialen Plattformen. Gott kennt keinen Unterschied zwischen Wahrheit, Halbwahrheit, Spaßlüge und gefährlicher Lüge. Immer wenn man nicht hundertprozentig sicher sein kann, dass der Andere „einen Scherz“ auch erkennen kann oder, dass es sich nicht um eine kulturell bekannte Floskel („Wie geht es?“) handelt, sollte sich jeder Christ bemühen, bei der Wahrheit zu bleiben; auch wenn man gelegentlich mit Lügen mehr erreichen kann.
„Halte dich ferne von einer Sache, bei der Lüge im Spiel ist.“ (2.Mose 23,7)
„Lügen bin ich feind, und sie sind mir ein Gräuel; aber dein Gesetz habe ich lieb.“ (Psalm 119, 163) https://www.facebook.com/michael.kotsch.9/posts/1033980756741702