Gerechtigkeit aus Glauben

1513 hielt Luther eine Vorlesung zu den Psalmen.
In Psalm 31, 2 heißt es: „errette mich durch deine Gerechtigkeit.“ (ML 2017).
Luther schreibt dazu:
„Ich hasste nämlich das Wort Gerechtigkeit Gottes, weil ich es nach dem Sinn der Doktoren und Philosophen verstand: Gerechtigkeit, wodurch Gott gerecht ist und die Sünde und die Ungerechten straft …. Ich ……klopfte dann erst an dieser Stelle bei Paulus an …. Da begann ich zu verstehen, dass hier die Gerechtigkeit Gottes gemeint sei, wodurch der Gerechte durch das Geschenk Gottes lebt, nämlich aus dem Glauben – eine Gerechtigkeit, wodurch uns der barmherzige Gott durch den Glauben gerecht macht. Da habe ich gefühlt, dass ich von neuem geboren sei.“
Aus: W.A. 54, 179
Und weiter schreibt der suchende Wittenberger zu Ps 31,2:
„Es heißt: durch deine, nicht durch meine, d. h. durch die Gerechtigkeit Christi, die durch Glauben, Gnade und Barmherzigkeit Gottes die unsere wird.“
D.Martin Luthers Psalmen-Auslegung, hrsg. v. E. Mülhaupt, Bd. 2, 1962, 34 (WA 2,146,20-27).