Dürfen Christen einen Arzt aufsuchen?

Es gibt viele Menschen, die sich so sehr dem Willen Gottes hingeben wollen, dass sie darüber alle Ärzte und Medikamente verachten und sich selbst dadurch des Öfteren vernachlässigen.
Sie sagen nämlich: »Ich habe mich nun einmal Gott hingegeben, er muss mein Arzt sein, und ich will von keinem Menschen Rat oder Medikamente annehmen.« Diese Menschen handeln zwar nicht falsch, wenn sie sich Gott vertrauensvoll ergeben. Dass sie jedoch nicht erkennen, wie Gott an allen seinen Geschöpfen durch angemessene natürliche Mittel handelt, ist ein Fehler und Missverständnis. Wir reden hier aber nicht von Wundern und Zeichen, sondern vom üblichen Lauf der Natur, wie ihn Gott eingepflanzt und erschaffen hat. Gott könnte alle Welt auf wundersame Weise speisen, wie er im Evangelium fünftausend Mann mit fünf Broten und danach viertausend mit sieben Broten speiste (vgl. Mt 14,13–21; 15,32–39). Aber er hat den Ackerbau eingesetzt, um die Welt zu ernähren. Wer nun sagen wollte: »Ich habe mich Gott hingegeben, der wird mich wohl speisen, ich muss weder säen noch ernten«, der würde nicht nur der Ordnung Gottes widersprechen und ihr zuwiderhandeln, sondern Gott versuchen. Ebenso hätte Gott das Rote Meer in einem Augenblick ohne Mitwirkung anderer Naturgewalten zerteilen können. Er ließ aber die ganze Nacht hindurch einen starken Wind wehen, um seinem Volk den Weg zu bereiten (vgl. Ex 14,21). Genauso könnte Gott auch in einem Augenblick alle Krankheiten über den Menschen ausschütten und sie in einem anderen Augenblick wieder von den Menschen fortnehmen. Gott verwendet aber passende Mittel und schickt den Menschen die Krankheiten durch schlechte und verdorbene Luft, durch Speise und Trank sowie durch Magenbeschwerden. Entsprechend nimmt er die Krankheiten durch Arzneien auch auf angemessene und natürliche Weise hinweg. Denn es kann doch niemand leugnen, dass Gott den Wurzeln und Kräutern eine besondere Kraft und Wirkung verliehen hat. Mein Lieber, warum sollte also niemand mehr als Arzt tätig sein?
Gott wollte König Hiskia von den Geschwüren der Beulenpest heilen und befahl ihm, Arznei für den Körper zu nehmen (vgl. Jes 38,21). Und der heilige König war nicht so ungefügig und widerspenstig, dass er geredet hätte: »Will Gott mich heilen, so kann er es wohl, was sollten da die Feigen auf dem Geschwür nützen?« Denn es steht im zweiten Buch der Könige, Kapitel 20, geschrieben [2Kön 20,7]: »Und Jesaja sprach: Bringt ein Feigenpflaster her. Und als sie es brachten, legten sie es auf das Geschwür, und er wurde gesund.«
Heinrich Bullinger (Schriften I, 2004, S. 115–117)

Unser Problem sind die Normalen

„Es muss der Grundsatz gelten, dass ein Mensch im Zweifel gesund ist. Sonst wird die Welt zur Diktatur der langweiligen Normopathen, der grauen Mäuse jeder Gesellschaft, die mit einer Ideologie korrekter Normalität alles Außerordentliche einebnen und eine willfährige Psychatrie dazu missbrauchen, alles Irritierende in diagnostische Schubladen zu sperren.“ Manfred Lütz
Quelle:Irre! Wir behandeln die Falschen: Unser Problem sind die Normalen. Gütersloh, 2009. ISBN 978-3579068794. S. 31

Healing

Healing is a feature of Christianity in the Bible and through the history of the Church. We are all broken and sick and God wants to heal our bodies, our emotions, our minds and our attitudes. Physical healing is a part of our total healing that will happen when Jesus appears. If our bodies are healed and our hearts are not, we lose. If our hearts are healed and our bodies are not, we win. Physical healing is a patch up job because we will die eventually. Healing of our hearts is permanent and eternal.
Heilung
Heilung ist ein Merkmal des Christentums in der Bibel und durch die Geschichte der Kirche. Wir sind alle gebrochen und krank und Gott will unseren Körper, unsere Emotionen, unseren Geist und unsere Einstellungen heilen. Körperliche Heilung ist ein Teil unserer totalen Heilung, die geschehen wird, wenn Jesus erscheint. Wenn unser Körper geheilt ist und unsere Herzen nicht sind, verlieren wir. Wenn unsere Herzen geheilt sind und unser Körper nicht, gewinnen wir. Körperliche Heilung ist ein Aufholjob, weil wir irgendwann sterben werden. Die Heilung unserer Herzen ist dauerhaft und ewig. Ellis H.Potter

Heilung – Jesu Auftrag für die Gemeinde?

Im Verlauf der Geschichte des Christentums traten immer wieder Heilungen als Antwort auf das Gebet auf. Angefangen von der Zeit der Apostelgeschichte, wo Jesu Jünger erlebten wie Gott Menschen heilte, während sie das Evangelium verbreiteten, bis hin in unsere Zeit macht Gott Menschen gesund. Im Lauf der letzten hundert Jahre wurden einige Heilungsevangelisten weltweit bekannt. Neben der Evangeliumsverkündigung und dem Aufruf zur Bekehrung gehörte das Gebet für Kranke zu ihrem Dienst. Wegen mancher Exzesse werden sie oft abgelehnt. Andere beließen es nicht dabei, Heilung als gelegentliche Antwort des erbarmenden Gottes auf das Gebet der Gläubigen einzuordnen oder sie als eine der Gemeinde Jesu manchmal zugeteilte Gnadengabe zu sehen. Heilung gehört für sie zum Auftrag, zur Anweisung Jesu für das Handeln der Jünger bis er wiederkommt. In diese Linie gehören Joh.Chr. Blumhard, Otto Stockmayer, Vertreter der Faith-Cure-Movement, wie A.J. Gordon, A. Murray oder A.B. Simpson. Im späteren 20. Jahrhundert führten Vertreter der charismatisch geprägten Erweckungsbewegungen, z.B. F. MacNutt oder G. Bennett, diesen Ansatz weiter. Vertreter der Word-of-Faith-Bewegung, wie K. Hagin oder der deutsche W. Margies, fordern alle kranken Christen auf, sich im Glauben auf die Seite der Heilung zu stellen. Denn Gott wolle Heilung. Durch die „Dritte Welle“ vollzog sich eine Art “Demokratisierung�? des Heilungsgedankens. Theologen wie Wimber und Wagner popularisierten aufgrund des Gedankens, dass Heilung zum Auftrag der Christen gehöre, Gebet um Heilung als Aktivität jedes Christen.
Für die genannten Theologen ist Heilung Teil des Auftrags Jesu an seine Gemeinde. Unsere Aufgabe ist es, ihre Hauptargumente dafür zu prüfen. Es sind dies die Jüngeraussendungen zur Zeit Jesu, die Verheißung der “größeren Werke�? aus Joh 14,12, die Missionsbefehle des Auferstandenen, die Berichte aus dem Leben der Urgemeinde und die Anweisung aus Jak 5. Ziel ist es, festzustellen, ob und inwieweit das Mandat zu heilen noch Relevanz für den Auftrag der Gemeinde heute hat. Weiterlesen