Gesetz und Gnade

„Es ist also so: Gott spricht im Gesetz der Werke: Tu, was ich befehle; im Gesetz des Glaubens sprechen wir: Gib, was du befiehlst. Das Gesetz befiehlt, um zu fordern, was nur der Glaube vollbringen kann; wenn also einer den Befehl hört, aber noch nicht die Kraft zur Erfüllung hat, wisse er, worum er zu bitten hat; vermag er aber das Gesetz zu erfüllen und im Gehorsam zu leben, so soll er auch wissen, wer ihm die Kraft dazu gibt. „Wir haben ja nicht den Geist dieser Welt empfangen“ (I Kor 2,12), sagt dieser unbeirrbare Verteidiger der Gnade, „sondern den Geist, der aus Gott ist, damit wir erkennen, was von Gott an Gnade uns gegeben ist“.
Aurelius Augustinus, Geist und Buchstabe, 13,22

Wieso Glaube Ich?

Ich glaube, daß ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesus Christus, meinen Herrn, glauben oder zu ihm kommen kann; sondern der Heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben geheiligt und erhalten; gleichwie er die ganze Christenheit auf Erden beruft, sammelt, erleuchtet, heiligt und bei Jesus Christus erhält im rechten, einigen Glauben; in welcher Christenheit er mir und allen Gläubigen täglich alle Sünden reichlich vergibt und am Jüngsten Tage mich und alle Toten auferwecken wird und mir samt allen Gläubigen in Christus ein ewiges Leben geben wird. Das ist gewißlich wahr.
 (M. Luther, Erklärung zum 3. Glaubensartikel im Kleinen Katechismus)

The Least Faith

People become Christians because of many reasons, emotions and circumstances. One reason for believing Christianity is that it takes less faith to believe in it than to believe in anything else. Faith is needed but faith like a mustard seed, not faith like a coconut. Our faith can be small but living and growing and bearing fruit because Christianity gives clear answers to more questions than other faith systems. It takes more faith to believe that people are good or evolution or communism or rationalism or materialism or astrology. Choose the rational faith. Choose Christianity.
Der geringste Glaube
Menschen werden Christen aus vielen Gründen, Emotionen und Umständen. Ein Grund für den Glauben an das Christentum ist, dass es weniger Glauben braucht, um daran zu glauben, als an alles andere zu glauben. Glaube wird gebraucht, aber Glaube wie ein Senfsamen, nicht Glauben wie eine Kokosnuss. Unser Glaube kann klein sein, aber lebendig und wachsend und frucht tragen, weil das Christentum klare Antworten auf mehr Fragen gibt als andere Glaubenssysteme. Es braucht mehr Glauben, um zu glauben, dass Menschen gut oder Evolution oder Kommunismus oder Rationalismus oder Materialismus oder Astrologie sind. Wähle den rationalen Glauben. Wähle das Christentum. Ellis H.Potter

Der Christusglaube

An Christus zu glauben heißt, die Versuche aufzugeben, Gottes Gunst durch den eigenen Charakter zu gewinnen. Der Mensch, der an Christus glaubt, akzeptiert schlichtweg das Opfer, das Jesus auf Golgatha dargebracht hat. Das Resultat eines solchen Glaubens ist ein neues Leben, inklusive aller guten Werke; doch die Erlösung selbst ist ein absolut freies Geschenk von Gott. John Gresham Machen (1881–1937).

Sind Glauben und Erkennen Gegensätze oder gehören sie zusammen?

  1. Die heutige Trennung von Glauben und Erkennen
    Auf der Titelseite einer Weihnachtsausgabe des „Spiegel“ konnte man vor einigen Jahren die Leitfrage lesen „Warum glaubt der Mensch?“
    Ganz im Vordergrund stand die Themaformulierung „Jenseits des Wissens“. Damit war die Ausrichtung vorgegeben: Was auch immer die Gründe für den Glauben an eine göttliche Wirklichkeit sein mögen, sie befinden sich jenseits dessen, was der Mensch zuverlässig erkennen kann. Diese prinzipielle Trennung von Glauben und Wissen ist typisch für die moderne und erst Recht die postmoderne nachchristliche Gesellschaft. Glaube gilt weithin als bloß „subjektive“ Meinung, die im Unterschied zum „objektiven“ Wissen oder zur Wissenschaft nicht wirklich begründet werden kann.
    Die Folgen dieser Trennung von Glauben und Wissen für die säkulare Gesellschaft sind von kaum zu überschätzender Tragweite:
    Während das „Wissen“ und erst recht die „Wissenschaft“ öffentliche Geltung beanspruchen, gilt der „Glaube“ als rein private Angelegenheit, die keinen öffentlichen Geltungsanspruch erheben darf.
    Während „Wissen“ und „Wissenschaft“ rational begründbar und insofern auch nachprüfbar sind, ist der Glaube außerhalb jeder rationalen Überprüfbarkeit.
    Auch viele Christen haben sich dieser Überzeugung angeschlossen, denn die Trennung von Glauben und Erkennen ist für die Gläubigen zunächst einmal sehr bequem. Gilt diese Trennung, dann braucht sich der Christ den vielfältigen Fragen nach den Gründen seines Glaubens durch Nichtchristen oder durch die Wissenschaft nicht mehr zu stellen, weil der Glaube ohnehin außerhalb jeder rationalen Erkennbarkeit steht. Dann würde es genügen, den Nichtglaubenden einfach nur zu bezeugen, dass wir Christen eben an das Evangelium glauben, und den Menschen die Frohbotschaft verkündigen – eine Botschaft, die sich zwar in keiner Weise begründen oder argumentativ verteidigen lässt, die sich aber immer wieder durch das übernatürliche Wirken des Heiligen Geistes bei den Menschen durchsetzen wird.
    Doch so einfach geht es nicht! Der biblische Glaube an Jesus entsteht nicht einfach „ohne“ oder gar „gegen“ das menschliche Erkennen. Zwar sind Glauben und Erkennen zu unterscheiden, sie dürfen aber nie voneinander getrennt werden. Die heute gängige Ansiedlung des Glaubens „jenseits“ des Wissens und des Erkennens lässt sich weder auf die Bibel noch auf die Reformatoren zurückführen, sondern ist ein Ergebnis der neuzeitlichen, sich vom Christentum lösenden Philosophie, die in der sog. „Aufklärung“ des 17. und 18. Jahrhunderts ihren Ausgangspunkt hatte.
    2. Die Verbindung von Glauben und Erkennen in der Bibel
    Die Heilige Schrift kennt keine grundsätzliche Trennung von Glauben und Erkenntnis. Sie verbindet im Gegenteil beide Vorgänge so, dass der Glaube aus der Wahrnehmung – und damit aus der Erkenntnis – entsteht. Konkret bedeutet dies: Aus dem Sehen und Hören der Taten und Worte des sich bezeugenden Gottes entsteht der Glaube an diesen Gott. Bei den Augen- und Ohrenzeugen der Offenbarungsgeschichte geschieht dies durch das unmittelbare Erleben, bei den nicht unmittelbar Beteiligten der nachfolgenden Generationen auf mittelbare Weise durch das Hören und Lesen der biblischen Zeugnisse. Der aus der biblischen Offenbarung entstehende Glaube ist kein unbegründeter, „blinder“ Glaube, sondern beruht auf dem „Sehen“ (a) und „Hören“ (b) von Augen- und Ohrenzeugen und ist insofern bestens begründet!
    a) Das Sehen als Voraussetzung des Glaubens
    Schon wenn man sich in die Offenbarungsgeschichte des ATs vertieft, fällt auf, wie stark hier die Bedeutung des Sehens betont wird. Gott offenbart sich in Israel in der Regel nicht durch „mystische“ Erscheinungen, die einigen „Erleuchteten“ jenseits aller sinnlichen Erfahrung zuteil werden, sondern durch geschichtliche, manchmal sogar alltäglich anmutende Ereignisse, die vor den Augen der Beteiligten geschehen.
    Aus der Wahrnehmung des Offenbarungshandelns Gottes erwächst schon im AT immer wieder die ausdrückliche Aufforderung zum Sehen. Eine ähnlich starke Betonung des Sehens als Voraussetzung des Glaubens liegt im Neuen Testament vor. Lukas 1,2 betont, dass das Lukasevangelium auf diejenigen Zeugen zurückgeht, „die es von Anfang an selbst gesehen haben“. Angesichts der schlechterdings fundamentalen Bedeutung des Sehens für den Glauben im Neuen Testament kann die Aufforderung zum Glauben in den schlichten Appell gefasst werden: „Komm und sieh!“ (Joh 1,46)
    b) Das Hören als Voraussetzung des Glaubens
    Der hohen Bedeutung des Sehens entspricht in der Bibel der nicht minder hohe Rang, den das Hören für den Glauben besitzt. Die sichtbaren Geschichtstaten Gottes sind alle mit einem göttlichen Reden verbunden, das diesen Taten die rechte Deutung gibt. Die großen Gestalten des ATs zeichnen sich dadurch aus, dass sie in besonderem Masse Hörende waren. Geradezu klassisch kommt die Haltung des Hörens im Gebet des jungen Samuel zum Ausdruck: „Rede Herr, denn dein Knecht hört …“ (1 Sam 3,9).
    Das Reden Gottes und die Bedeutung des Hörens kommt im Neuen Testament zum Höhepunkt. Jesus Christus hat die überragende Bedeutung des Hörens gegenüber seinem Offenbarungswort immer wieder nachdrücklich betont (Mt 5,21ff; 7,24-27; Lk 10,38-42). Und Gott hat als Vater diesen Anspruch seines Sohnes vor den Ohren der Zeitgenossen auf eindrucksvolle Weise bekräftigt: „Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören!“ (Mt 17,5). Dies zeigt, in welch fundamentaler Weise der Glaube nach dem biblischen Verständnis auf dem Hören beruht, und zwar auf dem Hören des Wortes Gottes. Jesus Christus ist nach dem Zeugnis der Bibel Gottes gnädiges Wort an die Menschheit, und zwar nicht nur durch seine explizite Verkündigung und Lehre, sondern auch durch seine gesamte Wirksamkeit einschließlich seines Leidens, Sterbens und seiner Auferstehung.
    3. Christlicher Glaube als bestens begründeter Glaube
    Der christliche Glaube ist nicht „blind“ – und damit unbegründet und unbegründbar, sondern baut als „sehender“ und „hörender“ Glaube auf einem festen Fundament auf, nämlich auf dem, was Gott in seiner Offenbarung selbst gesagt und getan hat. Deswegen ist der christliche Glaube wohlbegründet und grundsätzlich auch Nichtglaubenden gegenüber begründbar. Er ist im wahrsten Sinne des Wortes bestens begründet, weil er nicht nur auf fraglichen menschlichen Einsichten und Gedanken beruht, sondern auf dem sich selbst offenbarenden verlässlichen Reden und Handeln Gottes. Deshalb schafft Gottes Offenbarung im Menschen eine Gewissheit, die sich im Denken und im Leben gleichermaßen bewährt und sogar im Sterben durchträgt, auch wenn sie immer wieder durch Zweifel oder Anfechtung herausgefordert wird.
    3.1. Der Glaube ist in der sinnlichen Erfahrung der göttlichen Offenbarung begründet.
    Gottes Offenbarung wohnt eine Universalität inne, die grundsätzlich jeden Menschen zu erreichen vermag, d.h. Menschen aller Altersgruppen, psychischen Beschaffenheit und Volks- und Sprachzugehörigkeit. Dies hängt damit zusammen, dass sie uns Menschen nicht nur in einer bestimmten Hinsicht (intellektuell, emotional o.ä.) anspricht, sondern als sehende, hörende, denkende, fühlende, glaubende und handelnde Personen. Schon im AT vollzieht sich die Wahrnehmung der Liebe Gottes nicht nur durch das Sehen und Hören, sondern z.B. auch durch den Geschmacksinn: „Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist, wohl dem, der auf ihn sein Vertrauen setzt“ (Ps 34,9). Diese Dimension der Gotteserfahrung ist uns als Christen insbesondere durch das Sakrament des Heiligen Abendmahles gegeben, durch das wir tatsächlich mit unserem Geschmacksinn die Erlöserliebe und Freundlichkeit Gottes „schmecken“ dürfen!
    3.2. Der Glaube richtet sich auf den unsichtbaren Gott, der alle Sinne überragt.
    Natürlich ist das „Sehen“ und „Hören“ in der Bibel nicht nur sinnlich zu verstehen. Es handelt sich in beiden Fällen um Vorgänge, die zwar durch die Sinne vermittelt sind, aber stets eines geistigen (d.h. die Vernunft einbeziehenden) Vernehmens und Verstehens bedürfen, um zum Ziel zu gelangen. Das sichtbare Handeln und hörbare Reden Gottes offenbart ja den Gott, der zwar aus seiner Verborgenheit, aber noch nicht aus seiner Unsichtbarkeit herausgetreten ist. Der durch das Reden und Handeln Gottes entstehende Glaube aber ist ein Akt des Vertrauens auf die (noch) unsichtbare Person des lebendigen Gottes. (Hebr. 11,1). Christlicher Glaube ist daher immer begründeter Glaube an den unsichtbaren Gott, der sich für den Menschen wahrnehmbar geoffenbart hat. Was zutiefst schon für das zwischenmenschliche Vertrauen wahr ist, gilt erst recht für das Vertrauen auf den unsichtbaren Gott, den zu sehen dem Menschen vor der Vollendung prinzipiell verwehrt ist.
    3.3. Der Glaube ist ein ganzheitlicher Vertrauensakt, der bloße Erkenntnis übersteigt.
    Der Glaube betrifft mich stets als ganze Person einschließlich meines Wollens, während die Erkenntnis im eigentlichen Sinn zunächst nur das Denken betrifft. Wir müssen also aus biblischen Gründen der eingangs geschilderten modernen Trennung von Glauben und Erkennen entschieden widersprechen. Als Christen können, dürfen und sollen wir wissen, warum wir glauben! Wir sollten gerade in der missionarischen Situation der Gegenwart fähig sein, unseren Glauben gut zu begründen und gegenüber Einwänden zu verteidigen (1.Petr. 3,15). Je mehr wir uns als Christen oder Theologen mit den Grundlagen unseres Glaubens befassen, umso mehr können wir die staunende Entdeckung machen, wie unermesslich viele hervorragende Gründe es im Hinblick auf unsere Vernunft und unser Leben gibt, dem Gott das Vertrauen zu schenken, der sich uns in Jesus Christus als liebender Vater, Sohn und Heiliger Geist geoffenbart hat!
    3.4. Der Glaube ist ein menschlich-persönlicher Akt und doch ein unverfügbares Geschenk des Heiligen Geistes.
    Dass der Glaube im Neuen Testament ein menschlich-persönlicher Akt ist des Vertrauenfassens zur Person Jesu und zum dreieinigen Gott ist, ist offensichtlich. Schon die neutestamentlichen Aufforderungen zum Glauben zeigen (vgl. z.B. Mk 1,15; Joh 9,35ff. Apg 8,37; Röm 10,9), dass der Mensch in seiner Personmitte, d.h. in seinem Denken und Wollen, angesprochen ist. Und doch macht das NT ebenso unmissverständlich klar, dass der Glaube ein Geschenk des Heiligen Geistes ist (Lk 17,5; Röm 10,17; Eph 1,21; Kol 2,12). Dass beide Aussagen kein Widerspruch sind, sondern sich sogar ergänzen, hat der Apostel Paulus deutlich gemacht: „Denn Gott ist es, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen“ (Phil 2,13). Gottes Wirken schaltet unser menschliches Wirken nicht aus, sondern ermöglicht, entfaltet und vollendet es! Zusammenfassend können wir also sagen, dass der christliche Glaube ein durch das Erkennen bestens begründeter und zugleich durch den Heiligen Geist geschenkter Vertrauensakt des Menschen auf den Gott ist, der sich in der Bibel und der von ihr bezeugten Geschichte geoffenbart hat. Doch mit dieser Feststellung haben wir die biblische Zuordnung von Glauben und Erkennen noch nicht zureichend bestimmt. Die Bibel zeigt nämlich darüber hinaus, dass der christliche Glaube seinerseits auch zur Quelle und Grundlage für das Erkennen wird, indem er das Erkenntnisvermögen des Glaubenden befreit, erweitert und auf eine neue Grundlage stellt. Es ist erkennbar, dass sich das Verhältnis von Glauben und Erkennen nicht in einer einzigen Aussage formulieren lässt, ohne den Sachverhalt unzulässig zu vereinfachen. Adolf Schlatter (Das christliche Dogma, Stuttgart 1981, 112) hat die Komplexität dieses Verhältnisses in seiner Dogmatik einfach und doch treffend in dem Satz zusammengefasst:
    „Wir haben zu erkennen, um zu glauben, und zu glauben, um zu erkennen.“
    Ausgabe Februar / März 2014 – Dr. Werner Neuer, St.Chrischona Gekürzter Aufsatz aus „Diakrisis 2011“
    http://www.lkg.de/verbandszeitschrift-blickpunkt-lkg/blickpunkt-artikel-archiv/artikel-archiv-detail/artikel/Sind-Glauben-und-Erkennen-Gegensaetze-oder-gehoeren-sie-zusammen.html
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Was ist Glaube? Teil 2

a) Das wichtigste hebräische Wort für glauben heißt aman. Von daher stammt unser Amen: „das soll gelten, dass soll wahr und gewiss sein“. Der Wortstamm aman meint also etwas, das fest, zuverlässig, sicher ist; dasjenige, was eine Sache oder einen Menschen zu dem macht, was er ist und in diesem Sinn das Verlässliche, das nicht trügt. So gebraucht man das Wort von einem verlässlichen Diener, einem treuen Zeugen oder einem treuen Propheten. Und so meint das Wort auch die unbedingte Treue und Verlässlichkeit Gottes (hebr. ämät) als das, was ihm entspricht. Weiterlesen

Was ist Glaube?

Die normalste Sache der Welt ist Glaube, Vertrauen, Zuversicht oder das Sich-auf-jemand-verlassen-können. Wir vertrauen dem Busfahrer, dem Arzt, dem Partner und vielen, vielen anderen. Fast alle haben uns schon mal enttäuscht. Aber ohne Vertrauen läuft einfach nichts. Wir müssen Menschen vertrauen. So funktioniert das Leben nun mal.
Vier Dinge sind beim Thema Glauben von großer Bedeutung:
Wir glauben immer an jemanden oder an etwas. Meistens werden wir dann enttäuscht oder ernüchtert. Die einzig richtige Person, die unser Vertrauen verdient, ist Jesus Christus. Auf ihn können wir uns verlassen. Wenn wir ihm vertrauen, dann trifft folgendes zu: „So viele ihn [im Glauben] aufnahmen, denen gab er die Macht, Kinder Gottes zu werden […].“ (Johannes 1,12)
Was für einen Inhalt hat unser Glaube? Wir wissen heute oft nicht mehr in welchem Film wir sind. Was ist wahr und wirklich? Der Inhalt der frohen Botschaft in der Bibel ist glaubwürdig. Der beste Mensch der Welt, Jesus, hat uns dies bestätigt. Wir können dem Inhalt der Bibel vertrauen. Sie ist gut.
Wie geht das – zu glauben? Ich vertraue zunächst einer Person und ihrer Botschaft und lasse mich darauf ein. Z.B. glaube ich meinen Eltern, dass sie mir die richtigen Dinge sagen und beibringen. Erst dann, wenn ich sie befolge, erkenne ich, ob sie wirklich echt und wahr sind. Jesus sagt: „Wenn jemand seinen [d.i. Gottes] Willen tun will, so wird er von der Lehre wissen, ob sie aus Gott ist oder ob ich aus mir selbst rede.“ (Johannes 7,17) Das ist deine Chance für eine Beziehung mit deinem Schöpfer. Gib dir und Jesus eine Chance!
Der Glaube ist nicht nur ein kopfmäßiges Zustimmen, sondern ein Handeln von ganzem Herzen. Wir vertrauen dem Arzt, indem wir sein verschriebenes Medikament einnehmen. Wenn wir wirklich glauben, dann handeln wir danach. Dann tun wir die Dinge, die Gott uns sagt. Jesus sagt zu uns: Folge mir nach! Tun wir es? Daran sieht man echten Glauben. Jesus sagt: „Deshalb, an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.“ (Matthäus 7,20)
Von: Simon

Der Glaube soll kein Hausschlüssel sein!

“Mein Glaube war mir nichts anderes als ein Hausschlüssel, den man, wenn man des Morgens früh ausgeht, in die Tasche steckt, damit man des Abends wieder ins Haus hineinkömmt und nicht draussen zähneklappern müsse. Den ganzen Tag bekümmert man sich um ihn nicht; er nützt nichts, ja er ist lästig, man steckt ihn von einer Tasche in die andere, nur verlieren darf man ihn ja nicht – wie sollte man sonst ins Haus hinein?”
Bild
Die Geschichte von Gotthelf handelt vom Leben eines Lehreres. Das Leben als Schulmeister war Anfangs 19. Jahrhundert kein Zuckerschlecken.
Die Menschen waren zu dieser Zeit alle noch sehr fromm. Aber der Schulmeister bemerkte in einer schweren Lebensphase, dass der Glaube ihm keine Hilfe war. Eben wie ein Hausschlüssel. Wichtig dabei zu haben und doch eigentlich im Alltag nur lästig.
Wir leben heute in einer anderen Zeit. Aber dennoch hat mich dieses Bild angesprochen. So schnell wird der Glaube auch für mich nur noch zu einen lästigen Hausschlüssel, der keine Relevanz im Alltag hat. Am Sonntag gehe ich in die Kirche und der ganze Rest der Woche ist mir dieser Glaube mehr ein Hindernis als wirkliche Hilfe. Ich schäme mich vielleicht sogar ein bisschen dafür.
Mein Glaube soll kein Hausschlüssel sein. Ich wünsche mir einen Glauben, der jeden Tag im Leben relevant ist. Der mir weder im Ausgang, nicht bei meiner Arbeit oder bei meinen Hobbys lästig ist. Mit Jesus will ich in meinem Alltag leben. Er ist nicht mein Hausschlüssel, sondern mein Freund, der mir Tag für Tag zur Seite steht.