Gott nötig zu haben

Gott nötig zu haben ist nichts, dessen man sich schämen müsste, sondern es ist die höchste Vollkommenheit, und es ist am traurigsten, wenn etwa ein Mensch durchs Leben ginge, ohne zu entdecken, dass er Gott nötig hat.(Søren Kierkegaard)

Ohne Gott

Ohne Gott bin ich ein Fisch am Strand,
ohne Gott ein Tropfen in der Glut,
ohne Gott bin ich ein Gras im Sand
und ein Vogel, dessen Schwinge ruht.
Wenn mich Gott bei meinem Namen ruft,
bin ich Wasser, Feuer, Erde, Luft.
Jochen Klepper

Wir können Gott niemals überraschen

„Am Anfang schuf Gott..Diese ersten Worte der Bibel sind mehr als nur der Einstieg in die Schöpfungsgeschichte oder das erste Buch Mose (Genesis). Sie bieten den Schlüssel für unser Verständnis der ganzen Bibel. Sie besagen, dass in einem in der Bibel begründeten Glauben Gott die Initiative ergreift.

Die Sache ist die: Wir können Gott niemals überraschen, geschweige denn ihm zuvorkommen. Er macht immer den ersten Schritt. Er steht immer „am Anfang“. Bevor es uns gab, war Gott schon am Werk. Bevor wir uns auf den Weg machen, um Gott zu suchen, geht Gott uns schon entgegen. Es geht in der Bibel nicht darum, dass Menschen versuchen, Gott zu entdecken, sondern dass Gott sich nach uns ausstreckt, um uns zu finden.

Viele stellen sich einen Gott vor, der bequem auf einem fernen Thron sitzt – unnahbar, reserviert und desinteressiert. Ein Gott, der sich nicht wirklich um unsere Belange kümmert und den man erst bedrängen muss, damit er sich unseretwegen um etwas bemüht. Doch ist solch eine Sichtweise ganz und gar falsch. Die Bibel zeigt uns einen Gott, der schon lange die Initiative ergriffen hatte, bevor die Menschen überhaupt nur daran dachten, sich ihm zuzuwenden. Während sie noch in der Dunkelheit verloren und in ihren Sünden versunken waren, hat er die Initiative ergriffen und ist von seinem Thron aufgestanden. Er hat seine Herrlichkeit abgelegt und sich erniedrigt, um die Menschen zu finden.
Der Christliche Glaube: Eine Einführung, R. Brockhaus, 2010, S. 13) John Stott

So ist Gott

Während der Jahre seines öffentlichen Wirkens fragten die Jünger ihn immer wieder: „Jesus, wann wirst du die Macht ergreifen? Wann hörst du auf, dich mit den einfachen Leuten abzugeben? Fang doch endlich an, eine Organisation aufzubauen und Spenden zu sammeln! Sollten wir nicht ein Büro anmieten? Wann ist die Gründungsversammlung? Wann haben wir den ersten Fernsehauftritt?“ Statt zu antworten, diente Jesus den Armen, ließ sich foltern und hinrichten. Nach seinem Tod begegnete er zuerst den Frauen, obwohl Frauen in der damaligen Gesellschaft eine sehr niedrige Stellung hatten. Jesus errettete uns nicht dadurch, dass er seine Muskeln spielen ließ, sondern indem er Schwäche und Bedürftigkeit an den Tag legte. Jesus machte die Erlösung möglich durch Hingabe, Dienstbereitschaft, Opfer und Tod. Die große Botschaft der Bibel lautet: „Gott hat sich vielmehr in der Welt die Einfältigen und Machtlosen ausgesucht, um die Klugen und Mächtigen zu demütigen. Er hat sich die Geringen und Verachteten ausgesucht, die nichts gelten, denn er wollte die zu nichts machen, die in der Welt etwas sind“ (1. Korinther 1,26–28). Er wählt auch heute noch diejenigen aus, die machtlos und gering sind, verachtet werden und nichts gelten. Damit beschämt er alle, die stark und klug sind. So ist Gott
Timothy Keller Zitat aus: „Es ist nicht alles Gott, was glänzt“ (S. 130), 2011, Gerth Medien GmbH, Asslar

Der Ewige Gott

„Als lebendige denkende und von der Zeit begrenzte Wesen, stehen wir vor dem Geheimnis des ewigen nichtgeschaffenen Wesen und staunen. 
… Es ist gewiss, dass Gott der Ewige ist. In ihm gibt es weder Vergangenheit, noch Zukunft, weder Werden noch Veränderung. Alles, was Er ist, ist ewig: Sein Denken, seinen Wille, seinen Ratschluss. Die Idee dieser Welt, die Er in seinem Sohn denkt und spricht, gibt es ewig in ihm. Ewig ist auch seine Entscheidung, diese Welt zu schaffen, ewig in ihm der Wille, der in der Zeit dann diese Welt geschaffen hat. Ewig ist auch die Tat der Schöpfung als eine Tat Gottes, die sowohl innerlich und immanent ist.
Denn Gott ist nicht Schöpfer geworden, in dem Sinne, dass Er eine lange Zeit nicht geschaffen hat, und erst danach etwas geschaffen hat. Sondern, Er ist der ewige Schöpfer. Als Schöpfer ist Er der Ewige gewesen, und als der Ewige hat Er geschaffen. Die Schöpfung hat keine Veränderung in Gott bewirkt; sie ist von ihm nicht ausgestrahlt, und ist kein Teil seines Wesens. 
Er ist unabänderlich derselbe ewige Gott.“
Herman Bavinck, Reformed Dogmatics, Vol 2., s. 429.

Ein sehr kleines Bild von Gott

Wir sind moderne Menschen, und der moderne Mensch — der doch so sehr von seinen eigenen Fähigkeiten überzeugt ist — hat für gewöhnlich ein sehr kleines Bild von Gott. Wenn der normale Kirchgänger das Wort Gott gebraucht, denkt er meist nicht an die göttliche Majestät — von den übrigen Menschen ganz zu schweigen.
J I Packer

Von Gott geliebt

„Die Liebe, um die es im Evangelium im Unterschied zu aller Philosophie geht, ist nicht eine Methode des Umgangs mit Menschen, sondern ein Hineingezogen werden und Hineinziehen in ein Ereignis, nämlich in die in Jesus Christus vollzogene Gemeinschaft Gottes mit der Welt, ‚Liebe‘ gibt es nicht als abstrakte Eigenschaft Gottes, sondern als reales von Gott Geliebtsein des Menschen und der Welt. Jeder Versuch, ein von weltlichen ‚Verunreinigungen‘ destilliertes Christentum der ‚reinen‘ Liebe darzustellen, ist falscher Purismus und Perfektionismus, der die Menschwerdung Gottes verachtet und dem Schicksal jeder Ideologie verfällt“ (Bonhoeffer, Ethik, 240f.).

Gott verstehen

„Ich dachte lange, ich müsste Gott verstehen, und zerbrach mir darüber fast den Kopf. Aber nach und nach ist es mir aufgegangen, daß es zum Wesen Gottes auch gehört, unverständlich zu sein. Ja, in letzter Zeit habe ich sogar angefangen, ihm zu danken, weil er unverständlich ist. Ich erkenne nun, daß er so groß sein muß, wenn er in der Lage sein soll, nicht nur Planeten und Sonnensysteme zu lenken, sondern auch uns Menschen und noch dazu den Satan. Ich erlebe dabei, daß es gut möglich ist, an Gott zu glauben, ohne ihn verstehen zu können.“ Hallesby

Gott ist persönlich

„Das Gott Geist ist, bedeutet zugleich, dass er eine Person ist. Ein Geist ist ein intelligentes, sittliches Wesen, und wenn wir Gott Personsein zuschreiben, meinen wir, dass er ein vernunftbegabtes Wesen ist, das er in der Lage ist, den Lauf des eigenen Lebens zu bestimmen. Heutzutage leugnen viele Menschen das Personsein Gottes; Sie stellen sich Gott als eine unpersönliche Kraft oder Macht vor. Der Gott der Bibel ist jedoch ganz gewiss ein persönlicher Gott, mit dem Menschen sprechen und dem sie sich anvertrauen können, der ihre Erlebnis in mit Ihnen teilt, ihnen in ihren Schwierigkeiten hilft und Ihr Leben mit Freude erfüllt. Zudem hat er sich in persönlicher Gestalt in Jesus Christus offenbart.“
Louis Berkhof „Grundriss der biblischen Lehre“: (S. 34)