Gott verstehen

„Ich dachte lange, ich müsste Gott verstehen, und zerbrach mir darüber fast den Kopf. Aber nach und nach ist es mir aufgegangen, daß es zum Wesen Gottes auch gehört, unverständlich zu sein. Ja, in letzter Zeit habe ich sogar angefangen, ihm zu danken, weil er unverständlich ist. Ich erkenne nun, daß er so groß sein muß, wenn er in der Lage sein soll, nicht nur Planeten und Sonnensysteme zu lenken, sondern auch uns Menschen und noch dazu den Satan. Ich erlebe dabei, daß es gut möglich ist, an Gott zu glauben, ohne ihn verstehen zu können.“ Hallesby

Gott ist persönlich

„Das Gott Geist ist, bedeutet zugleich, dass er eine Person ist. Ein Geist ist ein intelligentes, sittliches Wesen, und wenn wir Gott Personsein zuschreiben, meinen wir, dass er ein vernunftbegabtes Wesen ist, das er in der Lage ist, den Lauf des eigenen Lebens zu bestimmen. Heutzutage leugnen viele Menschen das Personsein Gottes; Sie stellen sich Gott als eine unpersönliche Kraft oder Macht vor. Der Gott der Bibel ist jedoch ganz gewiss ein persönlicher Gott, mit dem Menschen sprechen und dem sie sich anvertrauen können, der ihre Erlebnis in mit Ihnen teilt, ihnen in ihren Schwierigkeiten hilft und Ihr Leben mit Freude erfüllt. Zudem hat er sich in persönlicher Gestalt in Jesus Christus offenbart.“
Louis Berkhof „Grundriss der biblischen Lehre“: (S. 34)

Wer hat Gott erschaffen?

Die Menschen mögen vielleicht denken: ‚Da jede Wirkung eine Ursache haben muss, muss auch Gott eine Ursache haben.‘ Sie mögen deshalb fragen: „Was kam vor Gott?“ Aber der ewige Gott ist keine Wirkung. Es gab niemals eine Zeit, in der er nicht da war. Gottes Wesen leitet sich weder von etwas außerhalb seiner selbst ab, noch ist er abhängig von irgendetwas außerhalb seiner selbst. Nichts unterscheidet Gott von der Schöpfung auf dramatischere Weise als dies, weil die Schöpfung per Definition abhängig und abgeleitet ist und die Macht des Seins nicht in sich selbst trägt. Gott dagegen braucht nichts; er existiert von aller Ewigkeit her.

Die Ewigkeit erstreckt sich auch in die andere Richtung. Es wird niemals eine Zeit in der Zukunft geben, in der Gott aufhört zu existieren. Sein Wesen bleibt selbstexistierend in alle Ewigkeit. Wenn irgendetwas existiert, dann muss etwas schon immer existiert haben. Wenn es jemals absolut nichts gegeben hat, dann könnte es auch jetzt nichts geben, weil man nicht irgendetwas aus nichts zaubern kann. Und umgedreht – wenn es jetzt etwas gibt, dann beweist das in sich selbst, dass es schon immer etwas gegeben hat. Und das, was immer da ist, existiert aus sich selbst heraus. Das ist derjenige, der die Macht des Seins in sich selbst trägt, der lebendige Gott. Also ist seine Ewigkeit eine weitere Eigenschaft, die unsere Seele zur Anbetung und zum Lobpreis anregen sollte: Wir sind von dem geschaffen, der auf ewig die Macht des Seins in sich selbst trägt. Stell dir die Größe eines solchen Wesens vor.

Seine Ewigkeit trennt Gott vielleicht mehr als alles andere von uns. Seine Heiligkeit bezieht sich nicht nur auf seine Reinheit, sondern auch auf seine Andersartigkeit oder Transzendenz – der Sinn, in dem er verschieden von uns ist. Eine Sache, die wir Menschen gemeinsam haben, ist, dass wir Geschöpfe sind, die von Natur aus zeitlich sind. Am Ende eines menschlichen Lebens, wenn wir begraben werden, wird unser Grab mit einem Grabstein markiert, auf dem unser Name sowie der Geburts- und Todestag stehen. Wir leben auf dieser Erde zwischen diesen zwei Zeitpunkten: Geburt und Tod. So etwas gibt es für Gott nicht. Er ist unendlich nicht nur in Bezug auf den Raum, sondern auch in Bezug auf die Zeit. Es gab niemals eine Zeit, in der Gott nicht da war. Er ist von Ewigkeit zu Ewigkeit. Gottes Ewigkeit ist untrennbar mit seiner Selbstexistenz, seiner Aseität, verknüpft. Und doch ist das Wort Aseität nicht im Wortschatz des durchschnittlichen Christen. Aseität bedeutet „Sein oder Existenz in sich selbst zu tragen“.

Der Mathematiker und Philosoph Bertrand Russel erklärt in dem Buch Warum ich kein Christ bin die Gründe für seinen Unglauben. Bevor er ein Jugendlicher war, sei er überzeugt gewesen, dass es einen Gott geben müsse, um das Universum zu erklären. Dann las er jedoch John Stuart Mill, der das traditionelle, kosmologische Argument für die Existenz Gottes bestritt, das von der Gegenwart der Dinge im hier und jetzt auf die Existenz einer ersten Ursache zurückschließt. Dieser Schluss ist gegründet auf dem Gesetz von Ursache und Wirkung, welches besagt, dass jede Wirkung eine vorhergehende Ursache haben muss. Mill behauptete, dass, wenn alles eine vorhergehende Ursache habe, auch Gott eine haben müsse. Aber wenn Gott eine vorhergehende Ursache habe, dann sei er ein Geschöpf wie alle anderen. Als er das in seinen späten Jugendjahren las, entschied sich Russel dafür, das klassische Argument für die Existenz Gottes als fehlerhaft zu betrachten. Russel behielt diese Position bis zu seinem Tod und erkannte nicht, dass sie auf einer fehlerhaften Definition des Gesetzes von Ursache und Wirkung beruht.

Das Gesetz von Ursache und Wirkung lehrt, dass jede Wirkung eine Ursache haben muss, nicht dass alles eine Ursache haben muss. Wirkungen sind per Definition von etwas anderem verursacht. Wir müssen jedoch nicht unterstellen, dass alles eine Wirkung ist – zeitlich, endlich, abhängig und abgeleitet. Es ist nichts Irrationales an der Vorstellung eines selbstexistierenden, ewigen Wesens, welches die Macht des Seins in sich selbst trägt. Solch ein Konzept ist nicht nur logisch möglich, sondern (wie Thomas Aquinas gezeigt hat) logisch notwendig. Damit irgendetwas existieren kann, muss etwas irgendwo, irgendwie die Macht des Seins haben, denn ohne die Macht des Seins könnte nichts sein. Dasjenige, welches die Macht des Seins in sich selbst trägt und nicht abhängig ist von irgendetwas außerhalb seiner selbst, muss die Macht des Seins von aller Ewigkeit her haben. Das ist es, was Gott von uns unterscheidet. Wir erinnern uns an den ersten Satz des Alten Testaments: „Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde“ (1Mo 1,1). Alles im Universum, außer Gott, ist geschöpflich. Alles in der Schöpfung – im Universum – hat einen Anfang in der Zeit. Gott allein ist von Ewigkeit zu Ewigkeit und besitzt die Eigenschaft der Ewigkeit. Dieser majestätische Aspekt von Gottes Wesen geht so weit über alles hinaus, was wir uns in dieser Welt vorstellen können, dass er allein ausreichen sollte, um unsere Seelen dazu zu bewegen, ihn zu preisen und zu verehren. Er allein hat die Macht des Seins in sich selbst. Wir denken über diese Dinge nicht oft genug nach. Wenn wir über ein Wesen nachsinnen, das ewig ist und die Macht für alles andere generiert, was existiert – uns eingeschlossen – dann sollten wir dazu bewegt werden, ihn anzubeten.GottSchöpfung1. Mose 1,1

R.C. Sproul (1939 – 2017) war ein reformierter Pastor und Professor für Systematische Theologie. Er ist Gründer von Ligonier und Autor zahlreicher Bücher und Filme.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Ligonier Ministries. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung. Mehr Ressourcen von Ligonier Ministries.
https://www.evangelium21.net/media/1629/wer-hat-gott-erschaffen

Gott ist kein Add-on

Bei Computerprogrammen gibt es sogenannte „Add-ons“. Das sind optionale Zusatzprogramme, die das Hauptprogramm um bestimmte Funktionen erweitern. Sie sind häufig ganz nützlich, aber nicht notwendig für das Funktionieren des Hauptprogramms.
Ein wesentliches Problem unserer säkularisierten westlichen Gesellschaften ist aus meiner Sicht, dass wir Gott wie so ein optionales Add-on behandeln. Er kann, so meinen wir, ganz nützlich sein für den, der bestimmte Zusatzfunktionen im Leben braucht, sei es Trost in schweren Stunden, einen spirituellen Erweckung, oder sogar die Aussicht auf ein Weiterleben angesichts des nahenden Todes. Das Leben an sich aber funktioniert auch ganz gut ohne das Add-on Gott. Das Hauptprogramm benötigt die Ergänzung nicht…
Wenn es Gott aber tatsächlich gibt, einen Gott, der diese Bezeichnung wirklich verdient, dann müssen wir völlig anders von ihm denken. Dann ist er nämlich kein optionales Add-on, sondern dann ist er das Betriebssystem, ohne das im Computer überhaupt nichts läuft. Das Betriebssystem ist die Basis für alles andere, es gibt den Rahmen, die Sprache, die Abläufe aller anderen Elemente vor. Und wenn ein Programm richtig funktionieren soll, dann muss es sich an die Vorgaben des Systems halten, alles andere führt unweigerlich ins Chaos.
Genauso sieht es die Bibel. Sie bezeichnet den, der sein Leben ohne das Betriebssystem Gott führt, als Narren, als Dummkopf. „Die Toren sprechen in ihren Herzen: ‚Es ist kein Gott‘. Sie taugen nichts; ihre Treiben ist ein Gräuel; da ist keiner, der Gutes tut“ (Psalm 14,1). Umgekehrt ist das Rechnen mit Gott, die Beachtung des Betriebssystems, die Voraussetzung für ein gelingendes Leben: „Die Furcht des HERRN ist der Weisheit Anfang“ (Psalm 111,10). Wir täten gut daran, zu dieser Grundeinsicht zurückzukehren: dass das Leben nur dann richtig gelebt werden und gelingen kann, wenn wir die Basis, die Rahmenbedingungen, die Vorgaben beachten. Nur so lässt sich Chaos vermeiden bzw. Ordnung wiederherstellen. Die Basis ist Gott. Denn er ist kein Add-on. Er ist das Betriebssystem. Kurt Igler

Die Frage ist nicht nur, ob Gott existiert, sondern was für ein Gott existiert.

Der Gott, an den die Juden und Christen glauben, ist von allen anderen Göttern in der Welt völlig verschieden. Er ist ein persönlicher-unendlicher Gott. Die Gottheiten des Osten sind der Definition nach unendlich, indem sie alles gleichermaßen umschließen, Männliches und Weibliches, Grausamkeit und Nicht-Grausamkeit und so fort. Sie sind aber nie persönlich. Im Gegensatz dazu waren die Gottheiten des Westens, die griechischen und römischen Götter, der große Gott Thor und die Angelsächsischen Götter persönlich, aber immer begrenzt und endlich. Der Jüdische-Christliche Gott ist einzigartig. Er ist unendlich, und er ist zugleich persönlich. Das programmierte Ende. Umweltschutz aus christlicher Sicht | Francis A. Schaeffer | ISBN: 9783417004243 Seite 34

Gibt es einen Gott?

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“Es ist eigentlich eine geistige Erkrankung, wenn der Mensch fragt: Gibt es einen Gott? Fast möchte man sagen: es ist die Frage eines Verrückten, d.h. eines Menschen, der nicht mehr einfach und nüchtern und klar die Dinge sehen kann, wie sie sind.” (Emil Brunner, Unser Glaube)

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„Wer ist Gott?“

„Unsere Gehirne sind zu klein, unsere Kenntnis zu begrenzt, wir selbst zu sterblich, um das Leben so zu leben, wie es ursprünglich gemeint wurde, getrennt von der Kenntnis über Gott“. Diese Gedanken von Anthony Evans erscheinen den meisten Menschen unserer Generation fremd. Obwohl die Bibel eine sehr theozentrische Betonung hat, scheint der moderne Mensch, auch der moderne Christ, das zu übersehen. Jemand meinte: „Der moderne Mensch hat die Adresse Gottes vergessen“. Oft ist unsere Vorstellung von Gott alles andere als biblisch. Für den einen existiert Gott überhaupt nicht; für den anderen ist er ein „Daddy“, der für alles Verständnis hat; für andere ist er Urheber des Weltalls, der sich dann aber von der Welt verabschiedet hat; manche sehen Gott als Wunscherfüllungsautomat oder Wohlfühlautomat. Wer ist Gott, und wie ist Er? Weiterlesen