Hast du mich lieb?

Johannes-Evangelium 21, 15-17

Als sie gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: »Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als irgendein anderer hier?« Petrus gab ihm zur Antwort: »Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe.« Darauf sagte Jesus zu ihm: »Sorge für meine Lämmer!« (Johannes 21, 15)

Jesus fragte ihn ein zweites Mal: »Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?« Petrus antwortete: »Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe.« Da sagte Jesus zu ihm: »Hüte meine Schafe!« (Johannes 21, 16)

Jesus fragte ihn ein drittes Mal: »Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb?« Petrus wurde traurig, weil Jesus ihn nun schon zum dritten Mal fragte: »Hast du mich lieb?« »Herr, du weißt alles«, erwiderte er. »Du weißt, dass ich dich lieb habe.« Darauf sagte Jesus zu ihm: »Sorge für meine Schafe! (Johannes 21, 17)

Als kleiner Junge habe ich oft mit den Nachbarkindern auf unserem Bauernhof Cowboy und Indianer gespielt. Wir haben alles Mögliche benutzt, um Gewehre und Pistolen dazustellen, sei es ein Axtstiel oder einfach ein Stück Holz. Die Bögen haben wir aus Weidenstöcken gebaut und Pfeile aus Strohhalmen, wo wir vorne ein Stück von einem Fliederbast drauf setzten, der ist in der Mitte weich und somit lässt er sich einfach auf den Strohhalm drücken und er diente als Schutz vor den sonst recht sitzen Strohhalmpfeilen. Ohne diesem Aststück flogen die Pfeile aber viel weiter und besser und so hab ich sie auch einfach mal weg gelassen, dadurch kam es leider dazu, dass ich einem Nachbarsmädchen mal fast mit einem unkontrollierten Schutz ins Auge getroffen hätte, zum Glück traf sie der Pfeil ein paar Millimeter neben dem Auge, aber Ärger mit den Eltern gab es dennoch.

Vielleicht kennt ihr das auch, ab und zu wenn ihr einen Streifzug durch eurer Leben macht, wünscht ihr euch noch mal zurück, um anders zu reagieren, etwas anderes zu sagen oder, um es anders zu machen, als so wie ihr es gemacht habt.

Mir fallen da einige Sachen ein, die ich ganz sicher so nicht noch mal machen würde.

Einer davon ist das ich den Pfeil nicht auf meine Nachbarin geschossen hätte.

Ich kann mir vorstellen, wenn Petrus, der Jünger Jesu, über sein Leben nachgedacht hat, dann fällt ihm auch eine Sache ein, die er sehr gerne ändern würde.

Ich meine, er hat so viele tolle, außergewöhnliche Sachen mit Jesus erlebt: Petrus erlebte, wie Lahme wieder gehen konnten, Blinde wieder sehen, Taube wieder hören, wie 5000 Menschen nur mit 2 Fischen und 5 Broten satt wurden, er hörte Worte von Jesus, die voller Weisheit und Liebe steckten und er konnte mit der Hilfe Jesu auf dem Wasser stehen. Was für Hammer Erlebnisse, was für ein spannendes Leben.

Und doch gab es die eine Situation, für die er sich zutiefst geschämt hat.

Wenn man mit einen Menschen so viel erlebt, dann möchte man nicht dass es aufhört. Doch dann sprach Jesus plötzlich davon, dass man ihn verhaften und töten wird. Das konnte Petrus nicht akzeptieren, das wollte er nicht zulassen und so gab er Jesus sein Versprechen. „Herr und wenn alle sich von dir abwenden, ich niemals, ich würde mit dir ins Gefängnis, ja sogar in den Tod gehen.“

Wir kennen die Geschichte und was dann kommt. Jesus sagt Petrus, dass er ihn verleugnen wird und genau so passiert es dann ein paar Stunden später, dass Petrus dreimal behauptet: Ich kennen diesen Jesus nicht, ich hab nichts mit dem zu tun! Als der Hahn dann kräht weiß Petrus genau, was er getan hat und nicht nur das, er sieht, dass Jesus es auch weiß.

Sicherlich ist es leicht zu sagen. Dreimal hat Petrus, Jesus verleugnet, dreimal hat Jesus, Petrus seine Liebe zu ihm bestätigen lassen. Ich denke aber, dass Jesus, Petrus da berühren wollte, wo sein Tiefpunkt festsaß: in seinem Herzen! Und das hat Jesus geschafft, wie wir an der dritten Antwort sehen konnten.

Jesus hat sich um Petrus gekümmert. Petrus hatte Jesus verleugnet, wohl der Tiefpunkt seines Lebens, aber Jesus hat ihm verziehen und nicht nur das, er hat ihn gebraucht – und wie! Das können wir alles in der Apostelgeschichte nachlesen. Petrus hat den Auftrag angenommen und eine super Arbeit geleistet unter den ersten Christen.

Gott ist nicht einfach die Liebe

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Gott ist nicht einfach die Liebe. Gottes Wesen soll nicht mit einem einzigen Wort ausgesagt werden können. Der Vater geht nicht in den Sohn über, wie das Vorläufige in das Definitive übergeht. Der dunkle Hintergrund hinter der Gestalt des Sohnes darf nicht verschwinden, sonst verfallen wir im Glauben einer falschen Sicherheit. Aus der certitudo wird die securitas. Wir sollen es als das große unergründliche Wollen Gottes und niemals als Selbstverständlichkeit wissen, daß Gott die Liebe ist. Gott liebt wen er lieben will. Von seiner Liebe wissen, heißt sich erwählt wissen. Gott hört auch in der Liebe nicht auf, der freie Herr zu sein. Daß wir hier nicht an die Stelle der Bewegung den Ruhezustand, das platte, selbstverständliche Sosein setzen, das ist das andere entscheidend wichtige Anliegen, das die Trinitätslehre zum Ausdruck bringt. Gott ist der Vater und der Sohn. Wir sollen an Gott als die Liebe glauben, das heißt, wir sollen die Einheit in der Zweiheit, als die im Glauben stets neu zu überwindende Zweiheit haben. Gott ist nicht einfach die Liebe, er bestimmt sich als Liebe. Liebe ist sein Wille, nicht seine Natur, ob auch sein ewiger Wille. Als seine Natur aber müssen wir, auch in Christus, seine majestätische Souveränität und Heiligkeit verehren. Dieses Doppelte muß in der Bewegung bleiben: Gott ist die Liebe; aber auch: Gott ist die Liebe.
Emil Brunner Der Mittler über die Liebe Gottes (Tübingen: Mohr Siebeck, 1927)