Wie ist Gott?

Wie ist Gott? Die Bibel stellt uns mindestens 10 bemerkenswerte Eigenschaften von Gott vor, durch die wir ihn besser kennenlernen können. In diesem Blogartikel haben wir sie für dich zusammengefasst:

1. Eigenschaft: Gott ist persönlich

Gott ist keine Sache, keine Kraft, keine Macht. Er ist auch nicht nur der „liebe Gott“ oder einfach ein Superheld. In der Bibel wird deutlich, dass Gott denkt, fühlt und handelt. Er liebt leidenschaftlich, kann zornig werden und hat Wünsche. All das sind Eigenschaften, die nur ein lebendiges und persönliches Wesen haben kann. „Der Herr ist in Wahrheit Gott; er ist der lebendige Gott und ein ewiger König“ (Die Bibel: aus Jeremia 10,10 ).

2. Eigenschaft: Gott ist einmalig

Es gibt nur einen einzigen wahren Gott. In Jesaja 44,6 sagt er über sich selbst: „Ich bin der Erste, und ich bin der Letzte, und außer mir gibt es keinen Gott.“

Wenn es Gott nur einmal gibt, warum ist dann neben Gott, dem Vater, noch von Jesus Christus und dem Heiligen Geist die Rede? Vielleicht ist dir in diesem Zusammenhang schon mal der Begriff „Dreieinigkeit“ begegnet. Dahinter verbirgt sich der Gedanke, dass Gott sich gleichzeitig in drei Personen bzw. auf dreierlei Weise offenbart. Diese sind so eng miteinander verbunden, dass es sich dabei dennoch um ein und denselben Gott handelt.

Vereinfacht könnte man sagen, dass es eine Frage der Perspektive ist. Der Heilige Geist  offenbart andere Seiten Gottes als es der Sohn oder der Vater tut. Alle drei ergänzen einander, widersprechen sich aber nicht. Trotzdem ist jeder von ihnen wahrhaftig und vollkommen Gott.

Manchen Christen hilft es, sich die Dreieinigkeit anhand der Aggregatzustände von Wasser vorzustellen. Wasser kann gasförmig, flüssig oder fest sein. Dennoch ist es egal, welcher Zustand gerade vorliegt. In jedem Fall handelt es sich um Wasser. Dabei kann Wasser auf der Erde gleichzeitig in allen drei Formen vorkommen.

3. Eigenschaft: Gott ist unsichtbar

In Johannes 4,24 steht: “Gott ist Geist …” Wie stellen sich Kinder einen Geist vor? Als unsichtbares Wesen, dass frei durch Wände schweben kann.

Diese kindliche Vorstellung ist, wenn auch ziemlich vereinfacht, gar nicht so weit weg von dem, wie die Bibel Gott beschreibt. Aus Johannes 1,18  geht zum Beispiel hervor, dass Gott unsichtbar ist: „Niemand hat Gott je gesehen …“

Und Gott ist tatsächlich nicht an Raum und Zeit gebunden. So heißt es in 2.Petrus 3,8  etwa, dass „ein Tag bei dem Herrn ist wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag!“

Gott kann überall gleichzeitig sein. Er weiß, was wann und wo geschieht. Er weiß nicht nur, was du tust und sagst, sondern auch alles, was du denkst (Die Bibel: vgl.1. Samuel 16,7). 

4. Eigenschaft: Gott ist ewig

Gott hat keinen Anfang. Die Bibel drückt es in Psalm 90,2  so aus: „…von Ewigkeit zu Ewigkeit bist du Gott!“ Niemals gab es eine Zeit, in der Gott nicht existierte; und niemals wird es eine Zeit geben, in der Gott nicht mehr sein wird.

Schwer vorstellbar? Keine Sorge, damit bist du in guter Gesellschaft! Die Ewigkeit Gottes übersteigt unsere menschliche Vorstellungskraft. Das heißt aber nicht, dass sie nicht wahr ist. Die Tatsache, dass wir uns die Ewigkeit nicht vorstellen können, zeigt vielmehr, wie groß Gott im Vergleich zu uns ist.

5. Eigenschaft: Gott ist unabhängig

Jedes andere Geschöpf ist immerzu von jemandem oder etwas abhängig – eben auch von Gott. Bei ihm selbst ist das anders. Weil er die Welt erschaffen hat, hängt er nicht von seiner Schöpfung ab.

Er ist auch nicht darauf angewiesen, dass wir Menschen ihm dienen. Nicht er ist von uns abhängig, sondern wir von ihm. Er ist es, der uns allen das Leben und die Luft zum Atmen gibt und uns mit allem versorgt, was wir zum Leben brauchen.“ (Die Bibel: Apostelgeschichte 17,25 ).

Wenn Gott wollen würde, käme er problemlos ohne uns aus. Gott kann auch ohne uns Menschen existieren! Warum es uns trotzdem gibt, erfährst du in der Beschreibung der 10. Eigenschaft Gottes.

6. Eigenschaft: Gott ist gerecht

In der Bibel lesen wir, dass der „Herr ein Gott des Rechts“ ist, und dass „Gerechtigkeit und Recht die Grundfeste seines Thrones“ sind (Die Bibel: aus Jesaja 30,18; Psalm 97,2).
Dies ist sicherlich eine der umstrittensten Eigenschaften Gottes. Sie besagt, dass Gott nicht nur unser Schöpfer ist. Er ist auch derjenige, vor dem wir uns eines Tages verantworten müssen. In vollkommener Gerechtigkeit wird er ein Urteil über uns fällen. Dabei gibt es keinen Raum für Beschwerden oder Diskussionen. Als höchste Instanz des Universums hat er das Recht dazu, weil er selbst der Maßstab für Gerechtigkeit ist.

Die nächsten Eigenschaften erklären, welche Folgen dies für uns Menschen hat.

7. Eigenschaft: Gott ist heilig

„Wer ist so herrlich und heilig wie du? (Die Bibel: aus 2 Mose 15,11).

Das Wort „heilig“ ist heutzutage nur noch wenigen Menschen geläufig. Damit gemeint ist zum Beispiel, dass Gott vollkommen schuld- und fehlerlos ist. Die Bibel sagt in Habakuk 1,13 über ihn: „Deine Augen sind so rein, dass sie das Böse nicht ansehen können; du kannst dem Unheil nicht zuschauen …“

Im Vergleich zu Gott sind wir Menschen alles andere als heilig. In seinen Augen sind wir schuldig. Dies hat zur Folge, dass wir nicht in Gottes Nähe sein dürfen. Sünde und Schuld haben bei ihm nichts zu suchen. Unsere Schuld trennt uns von Gott. Dies wiederum hat für uns fatale Folgen, weil ein erfülltes Leben  nur in seiner Nähe möglich ist.

Es gibt aber eine Möglichkeit, um von Schuld frei zu werden.

8. Eigenschaft: Gott ist allwissend

Gott weiß alles. Seine Weisheit ist vollkommen und sie übersteigt unseren Verstand. In Hebräer 4,13 steht: „Kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern alles ist enthüllt und aufgedeckt vor den Augen dessen, dem wir Rechenschaft zu geben haben.“

Gott weiß um alles in der Vergangenheit, in der Gegenwart und in der Zukunft. Er weiß um unsere Gedanken, Worte und Taten. Seine Weisheit ist vollkommen und übersteigt unseren Verstand.

Wenn du keinen Grund dafür kennst, Gott vertrauen zu können, kann dir dieser Gedanke Angst machen. Dass Gott sogar deine Gedanken kennt, bedeutet schließlich, dass du ihm nichts verheimlichen kannst. Im Grunde bist du ihm dann schutzlos ausgeliefert.

Auch hier erklärt die letzte dieser 10 Eigenschaften, warum es dennoch keinen Grund zur Angst gibt.

9. Eigenschaft: Gott ist souverän

Er ist der höchste Herrscher der Welt. Gott hat alles unter Kontrolle, auch wenn es manchmal nicht danach aussieht. „Alles, was dem Herrn wohlgefällt, das tut er, im Himmel und auf Erden, in den Meeren und in allen Tiefen“ (Die Bibel: Psalm 135,6 ).

Bei Gott gibt es weder Zufälle noch Missgeschicke. Gott braucht keinen Rat oder Zustimmung über das, was er tun will. Auch kann ihn niemand von seinem Vorhaben abhalten. In Daniel 4,32  steht: „… es gibt niemand, der seiner Hand wehren oder zu ihm sagen dürfte: Was machst du?“

10. Eigenschaft: Gott ist Liebe

In 1.Johannes 4,16  steht: „… Gott ist Liebe …“. Liebe bestimmt sein ganzes Denken und Handeln – auch dir gegenüber. Das ist nicht einfach nur so dahingesagt. Es hat Gott alles gekostet, dir seine Liebe zu beweisen.

In 1.Johannes 4,9-10  lesen wir: „Und Gottes Liebe zu uns ist daran sichtbar geworden, dass Gott seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, um uns durch ihn das Leben zu geben. Das ist das Fundament der Liebe: nicht, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn als Sühneopfer für unsere Sünden zu uns gesandt hat.“

Gottes Liebe ist der Grund dafür, dass es uns Menschen gibt, obwohl Gott uns nicht zwingend braucht. Weil Gott uns liebt, gibt er uns die Möglichkeit, von unserer Schuld frei zu werden. Und die Liebe Gottes zeigt uns, dass wir keine Angst davor haben müssen, dass er alles kann und weiß.
https://www.soulsaver.de/blog/wie-ist-gott-3/

Gott so zu recht legen wie es uns gefällt

„Die meisten von uns haben das Wunschdenken der Vorkriegszeit hinsichtlich der internationalen Politik überwunden,“ schrieb C.S. Lewis in der heißen Phase des 2. Weltkriegs. Offenkundig hatten wir Menschen immer schon die Neigung, uns Gott und die Welt so zu malen, wie es uns gefällt: Pazifistisch, lieb und nett. Jetzt hat uns die Realität wieder schmerzhaft eingeholt. Zugleich wird deutlich: Ein Christentum, das sich in Trost und Zuspruch erschöpft, aber nicht die Gefallenheit und Sündenverstrickung des Menschen adressiert, hat keine Antwort darauf. Trost ohne Wahrheit ist „am Anfang nur sentimentales Gewäsch und Wunschdenken und am Ende Verzweiflung,“ schreibt Lewis. Christentum, das wirklich tröstet, beginnt mit der Bestürzung, dass es einen Gott gibt, dessen guter moralischer Anspruch in unser Herz geschrieben ist, an dem wir aber alle permanent scheitern. Der Aufruf von Lewis ist hochaktuell: Unser Wunschdenken der Vorkriegszeit in Bezug auf die internationale Politik haben wir aufgegeben. „Es wird Zeit, dass wir das hinsichtlich der Religion auch tun.“ (aus: „Pardon, ich bin Christ“)

Vom Segen der Gottesfurcht

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Wir müssen an der biblischen Offenbarung des lebendigen Gottes festhalten, der das Böse hasst, von ihm angewidert und erzürnt ist und sich weigert, sich jemals damit abzufinden.
Doch dem modernen Menschen sind diese Gedanken fremd. Die Art von Gott, die den meisten Menschen heute genehm wäre, würde unsere Übertretungen gelassen tolerieren. Er wäre sanft, freundlich, entgegenkommend und hätte keinerlei heftige Reaktion. Unglücklicherweise scheinen wir selbst in der Kirche die Vision der Majestät Gottes verloren zu haben. Es gibt viel Seichtigkeit und Leichtfertigkeit unter uns. Propheten und Psalmisten würden wahrscheinlich sagen: „Es ist keine Furcht Gottes vor ihren Augen.“ In den öffentlichen Gottesdiensten haben wir uns angewöhnt, uns auf unseren Stühlen zu lümmeln oder zu kauern; wir knien heutzutage nicht mehr nieder, geschweige denn, dass wir uns in Demut vor Gott niederwerfen. Es ist eher typisch für uns, dass wir vor Freude in die Hände klatschen, als dass wir vor Scham oder Tränen rot werden. Wir schlendern zu Gott hin und nehmen seine Gunst und Freundschaft in Anspruch; dass er uns fortschicken könnte, kommt uns gar nicht in den Sinn.
Wir haben es nötig, wieder auf die ernüchternden Worte des Apostels Petrus zu hören: „Und wenn ihr den als Vater anruft, der ohne Ansehen der Person nach eines jeden Werk richtet, so wandelt die Zeit … in Furcht!“ (1.Petr.1,17) Mit anderen Worten, wenn wir es wagen, unseren Richter „Vater“ zu nennen, müssen wir uns davor hüten, ihm anmaßend entgegenzutreten. Es muss sogar gesagt werden, dass unser evangelikales Schwergewicht auf der Sühne gefährlich ist, wenn wir zu schnell dorthin kommen. Erst, nachdem wir Gottes Unnahbarkeit für Sünder erkannt haben, lernen wir den Zugang zu Gott zu schätzen, den Christus uns eröffnet hat. „Halleluja“ können wir aufrichtig erst dann rufen, wenn wir zuerst „Wehe mir, denn ich bin verloren“ gerufen haben.
„Nur wer die Größe des Zornes kennt, [wird] von der Größe des Erbarmens überwältigt.“
Aus John Stott: „Das Kreuz – Zentrum des christlichen Glaubens“; Deutsche Ausgabe SMD Marburg Seite 137-139. Im letzten Satz zitiert Stott aus einem Artikel von Gustav Stählin (Artikel über orge, S. 426) Das äußerst empfehlenswerte Buch ist beim Francke Verlag erhältlich.

Wer hat Gott erschaffen?

Die Menschen mögen vielleicht denken: ‚Da jede Wirkung eine Ursache haben muss, muss auch Gott eine Ursache haben.‘ Sie mögen deshalb fragen: „Was kam vor Gott?“ Aber der ewige Gott ist keine Wirkung. Es gab niemals eine Zeit, in der er nicht da war. Gottes Wesen leitet sich weder von etwas außerhalb seiner selbst ab, noch ist er abhängig von irgendetwas außerhalb seiner selbst. Nichts unterscheidet Gott von der Schöpfung auf dramatischere Weise als dies, weil die Schöpfung per Definition abhängig und abgeleitet ist und die Macht des Seins nicht in sich selbst trägt. Gott dagegen braucht nichts; er existiert von aller Ewigkeit her.

Die Ewigkeit erstreckt sich auch in die andere Richtung. Es wird niemals eine Zeit in der Zukunft geben, in der Gott aufhört zu existieren. Sein Wesen bleibt selbstexistierend in alle Ewigkeit. Wenn irgendetwas existiert, dann muss etwas schon immer existiert haben. Wenn es jemals absolut nichts gegeben hat, dann könnte es auch jetzt nichts geben, weil man nicht irgendetwas aus nichts zaubern kann. Und umgedreht – wenn es jetzt etwas gibt, dann beweist das in sich selbst, dass es schon immer etwas gegeben hat. Und das, was immer da ist, existiert aus sich selbst heraus. Das ist derjenige, der die Macht des Seins in sich selbst trägt, der lebendige Gott. Also ist seine Ewigkeit eine weitere Eigenschaft, die unsere Seele zur Anbetung und zum Lobpreis anregen sollte: Wir sind von dem geschaffen, der auf ewig die Macht des Seins in sich selbst trägt. Stell dir die Größe eines solchen Wesens vor.

Seine Ewigkeit trennt Gott vielleicht mehr als alles andere von uns. Seine Heiligkeit bezieht sich nicht nur auf seine Reinheit, sondern auch auf seine Andersartigkeit oder Transzendenz – der Sinn, in dem er verschieden von uns ist. Eine Sache, die wir Menschen gemeinsam haben, ist, dass wir Geschöpfe sind, die von Natur aus zeitlich sind. Am Ende eines menschlichen Lebens, wenn wir begraben werden, wird unser Grab mit einem Grabstein markiert, auf dem unser Name sowie der Geburts- und Todestag stehen. Wir leben auf dieser Erde zwischen diesen zwei Zeitpunkten: Geburt und Tod. So etwas gibt es für Gott nicht. Er ist unendlich nicht nur in Bezug auf den Raum, sondern auch in Bezug auf die Zeit. Es gab niemals eine Zeit, in der Gott nicht da war. Er ist von Ewigkeit zu Ewigkeit. Gottes Ewigkeit ist untrennbar mit seiner Selbstexistenz, seiner Aseität, verknüpft. Und doch ist das Wort Aseität nicht im Wortschatz des durchschnittlichen Christen. Aseität bedeutet „Sein oder Existenz in sich selbst zu tragen“.

Der Mathematiker und Philosoph Bertrand Russel erklärt in dem Buch Warum ich kein Christ bin die Gründe für seinen Unglauben. Bevor er ein Jugendlicher war, sei er überzeugt gewesen, dass es einen Gott geben müsse, um das Universum zu erklären. Dann las er jedoch John Stuart Mill, der das traditionelle, kosmologische Argument für die Existenz Gottes bestritt, das von der Gegenwart der Dinge im hier und jetzt auf die Existenz einer ersten Ursache zurückschließt. Dieser Schluss ist gegründet auf dem Gesetz von Ursache und Wirkung, welches besagt, dass jede Wirkung eine vorhergehende Ursache haben muss. Mill behauptete, dass, wenn alles eine vorhergehende Ursache habe, auch Gott eine haben müsse. Aber wenn Gott eine vorhergehende Ursache habe, dann sei er ein Geschöpf wie alle anderen. Als er das in seinen späten Jugendjahren las, entschied sich Russel dafür, das klassische Argument für die Existenz Gottes als fehlerhaft zu betrachten. Russel behielt diese Position bis zu seinem Tod und erkannte nicht, dass sie auf einer fehlerhaften Definition des Gesetzes von Ursache und Wirkung beruht.

Das Gesetz von Ursache und Wirkung lehrt, dass jede Wirkung eine Ursache haben muss, nicht dass alles eine Ursache haben muss. Wirkungen sind per Definition von etwas anderem verursacht. Wir müssen jedoch nicht unterstellen, dass alles eine Wirkung ist – zeitlich, endlich, abhängig und abgeleitet. Es ist nichts Irrationales an der Vorstellung eines selbstexistierenden, ewigen Wesens, welches die Macht des Seins in sich selbst trägt. Solch ein Konzept ist nicht nur logisch möglich, sondern (wie Thomas Aquinas gezeigt hat) logisch notwendig. Damit irgendetwas existieren kann, muss etwas irgendwo, irgendwie die Macht des Seins haben, denn ohne die Macht des Seins könnte nichts sein. Dasjenige, welches die Macht des Seins in sich selbst trägt und nicht abhängig ist von irgendetwas außerhalb seiner selbst, muss die Macht des Seins von aller Ewigkeit her haben. Das ist es, was Gott von uns unterscheidet. Wir erinnern uns an den ersten Satz des Alten Testaments: „Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde“ (1Mo 1,1). Alles im Universum, außer Gott, ist geschöpflich. Alles in der Schöpfung – im Universum – hat einen Anfang in der Zeit. Gott allein ist von Ewigkeit zu Ewigkeit und besitzt die Eigenschaft der Ewigkeit. Dieser majestätische Aspekt von Gottes Wesen geht so weit über alles hinaus, was wir uns in dieser Welt vorstellen können, dass er allein ausreichen sollte, um unsere Seelen dazu zu bewegen, ihn zu preisen und zu verehren. Er allein hat die Macht des Seins in sich selbst. Wir denken über diese Dinge nicht oft genug nach. Wenn wir über ein Wesen nachsinnen, das ewig ist und die Macht für alles andere generiert, was existiert – uns eingeschlossen – dann sollten wir dazu bewegt werden, ihn anzubeten.GottSchöpfung1. Mose 1,1

R.C. Sproul (1939 – 2017) war ein reformierter Pastor und Professor für Systematische Theologie. Er ist Gründer von Ligonier und Autor zahlreicher Bücher und Filme.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Ligonier Ministries. Übersetzung und Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung. Mehr Ressourcen von Ligonier Ministries.
https://www.evangelium21.net/media/1629/wer-hat-gott-erschaffen

Gott ist kein Add-on

Bei Computerprogrammen gibt es sogenannte „Add-ons“. Das sind optionale Zusatzprogramme, die das Hauptprogramm um bestimmte Funktionen erweitern. Sie sind häufig ganz nützlich, aber nicht notwendig für das Funktionieren des Hauptprogramms.
Ein wesentliches Problem unserer säkularisierten westlichen Gesellschaften ist aus meiner Sicht, dass wir Gott wie so ein optionales Add-on behandeln. Er kann, so meinen wir, ganz nützlich sein für den, der bestimmte Zusatzfunktionen im Leben braucht, sei es Trost in schweren Stunden, einen spirituellen Erweckung, oder sogar die Aussicht auf ein Weiterleben angesichts des nahenden Todes. Das Leben an sich aber funktioniert auch ganz gut ohne das Add-on Gott. Das Hauptprogramm benötigt die Ergänzung nicht…
Wenn es Gott aber tatsächlich gibt, einen Gott, der diese Bezeichnung wirklich verdient, dann müssen wir völlig anders von ihm denken. Dann ist er nämlich kein optionales Add-on, sondern dann ist er das Betriebssystem, ohne das im Computer überhaupt nichts läuft. Das Betriebssystem ist die Basis für alles andere, es gibt den Rahmen, die Sprache, die Abläufe aller anderen Elemente vor. Und wenn ein Programm richtig funktionieren soll, dann muss es sich an die Vorgaben des Systems halten, alles andere führt unweigerlich ins Chaos.
Genauso sieht es die Bibel. Sie bezeichnet den, der sein Leben ohne das Betriebssystem Gott führt, als Narren, als Dummkopf. „Die Toren sprechen in ihren Herzen: ‚Es ist kein Gott‘. Sie taugen nichts; ihre Treiben ist ein Gräuel; da ist keiner, der Gutes tut“ (Psalm 14,1). Umgekehrt ist das Rechnen mit Gott, die Beachtung des Betriebssystems, die Voraussetzung für ein gelingendes Leben: „Die Furcht des HERRN ist der Weisheit Anfang“ (Psalm 111,10). Wir täten gut daran, zu dieser Grundeinsicht zurückzukehren: dass das Leben nur dann richtig gelebt werden und gelingen kann, wenn wir die Basis, die Rahmenbedingungen, die Vorgaben beachten. Nur so lässt sich Chaos vermeiden bzw. Ordnung wiederherstellen. Die Basis ist Gott. Denn er ist kein Add-on. Er ist das Betriebssystem. Kurt Igler

Die Frage ist nicht nur, ob Gott existiert, sondern was für ein Gott existiert.

Der Gott, an den die Juden und Christen glauben, ist von allen anderen Göttern in der Welt völlig verschieden. Er ist ein persönlicher-unendlicher Gott. Die Gottheiten des Osten sind der Definition nach unendlich, indem sie alles gleichermaßen umschließen, Männliches und Weibliches, Grausamkeit und Nicht-Grausamkeit und so fort. Sie sind aber nie persönlich. Im Gegensatz dazu waren die Gottheiten des Westens, die griechischen und römischen Götter, der große Gott Thor und die Angelsächsischen Götter persönlich, aber immer begrenzt und endlich. Der Jüdische-Christliche Gott ist einzigartig. Er ist unendlich, und er ist zugleich persönlich. Das programmierte Ende. Umweltschutz aus christlicher Sicht | Francis A. Schaeffer | ISBN: 9783417004243 Seite 34

Eine richtige Gottesvorstellung ist nicht nur die Grundlage für die systematische Theologie, sondern auch für das praktische Glaubensleben.

“Eine richtige Gottesvorstellung ist nicht nur die Grundlage für die systematische Theologie, sondern auch für das praktische Glaubensleben. Sie ist das Fundament des Gottesdienstes. Ist es zu klein oder falsch gebaut, so muß das ganze Gebäude früher oder später zusammenstürzen. Ich glaube kaum, daß es irgendwelche Irrtümer in der Lehre oder Versagen im praktischen Christenleben gibt, die nicht letzten Endes alle auf unvollkommene und niedrige Gottesvorstellungen zurückgeführt werden können.

Meiner Meinung nach ist die Auffassung der heutigen Christen von Gott so dekadent, daß sie in keiner Weise der Würde Gottes, des Allerhöchsten, entspricht. Daß dies auch bei ernsthaften Gläubigen so ist, ist beinahe so etwas wie eine moralische Katastrophe.”

(Tozer, A.W. Das Wesen Gottes, 1996, Seite 11-12)

Glauben alle Monotheisten an denselben Gott?

Existenz des Schöpfers contra Vertrauen auf den Schöpfer!
Die Frage, ob andere Religionen an denselben Gott glauben, führt aus evangelikaler Sicht leicht in die Irre, da es für Christen eher darum geht, ob man in einer Beziehung des Vertrauens zu diesem Gott steht und ob man seine Gnade und Vergebung empfangen hat, als darum, ob man seine Existenz für möglich hält. „Du glaubst, dass nur einer Gott ist? Du tust recht daran; die Teufel glauben’s auch und zittern“ (Jak 2,19), beschreibt der Jakobusbrief dramatisch die Leblosigkeit des rein theoretischen Glaubens an den grundsätzlich richtigen und gleichen Gott. Weiterlesen

Philosoph Robert Spaemann und sein Gottesbild

Das populärwissenschaftliche Magazin „P.M.“ hat für seine April-Ausgabe den bekannten Philosophen Robert Spaemann nach seinem Gottesbild befragt. Der erläutert in dem Interview nicht nur seinen persönlichen Gottesbeweis und die „Ungeheuerlichkeit“ der christlichen Vergebungslehre, sondern mahnt zugleich vor einer Abstumpfung in einer zunehmenden Medialisierung unserer Welt. Die Vorstellung von Gott sei ein starkes Argument für die Existenz Gottes, so lautet der Grundsatz des Gottesbeweises von Spaemann. Diesen erläuterte der 1927 geborene Emeritus für Philosophie an der Universität München zuletzt in seinem Buch „Der letzte Gottesbeweis“, das im Sommer vergangenen Jahres erschienen ist. „Man könnte ja auch sagen, das Vorkommen von Durst ist ein Argument für die Existenz von Wasser“, so Spaemann gegenüber „P.M.“. Auf die Frage „Wie können wir gewiss sein, dass Gott nicht doch ein bloßes Wunschbild ist?“ antwortet der gläubige Philosoph: „Es gibt überwältigende Erfahrungen, die überhaupt nicht funktional sind: die Erfahrung des Schönen, die uns hinreißt und überwältigt.“ Bei einem Sonnenaufgang oder einem schönen Menschen „entsteht ein Jubel im Herzen, der eben nicht funktional ist und mit den Sinneseindrücken nichts zu tun hat“. Argument gegen Evolution. Die Tatsache, dass Menschen gern und selbstaufopfernd einander Gutes tun, sei „evolutionstheoretisch ganz unerklärbar“. „Warum gibt es so etwas? Das passt nicht in die Welt des Fressens und Gefressenwerdens.“ Auch der immer wieder angebrachten Argumentation, dass die Aufklärung der Religion widerspreche, und „aufgeklärte“ Menschen zugleich „ungläubige“ Menschen sein müssten, tritt Spaemann entgegen. Er ist überzeugt: „Ein Gegensatz zwischen Glauben und Vernunft existiert nicht, weil die Vernunft selbst auf einem Glauben beruht.“ Deswegen komme auch die Aufklärung nicht ohne Gott aus. „Denn Aufklärung beruht auf dem Vertrauen in die Vernunft. Andersherum gesagt: Wenn Gott existiert, begründet das ein Vertrauen in die Vernunft.“ Für jede Wahrheit müsse es einen Träger geben, der diese Wahrheit denkt, so Spaemann. Das „Trägermedium“ der Wahrheit nennt Spaemann Gott. „Gott ist das Bewusstsein, in dem alle Wahrheit aufgehoben ist.“ Der P.M.-Autor fragt nach: „Wenn die Existenz Gottes logisch ableitbar ist – warum müssen wir dann an ihn glauben, anstatt von ihm zu wissen?“ Spaemann antwortet: „Wir müssen, um zu wissen, unserem Wissen vertrauen.“ Auch das Wissen von Gott sei – wie jedes andere Wissen – untrennbar von einem Akt des Vertrauens. Atheisten stumpfen ab. Auch Menschen, die nicht an Gott glauben, könnten ein ethisch akzeptables Leben führen, meint der Philosoph. „Aber meiner Meinung nach können Atheisten letztlich nicht begründen, warum sie diese ethischen Maßstäbe haben“, fügt er hinzu. „Das Problem des Atheismus ist, dass er nicht wahr ist.“ Gläubige Menschen seien der Wahrheit näher als Atheisten, ist Spaemann überzeugt. „Das, was ich den Jubel im Herzen nenne, hängt meiner Meinung nach damit zusammen.“ Weil „die stärkste Emotion, die sich aus dem Glauben an Gott ergibt“, die Freude sei, bleibe für einen Atheisten letztendlich „alles banal“. An der Lehre Jesu bewundere er, dass darin die durchschnittliche Lebensweise als falsch dargestellt werde. „Weil es ein Leben in Selbstbezogenheit ist. Es fehlt, was im Neuen Testament Lieben heißt“, so Spaemann. „In virtuellen Welten wird Gott entbehrlich“. Damit verbindet Spaemann seine Kritik an der zunehmenden Medialisierung der Welt: aus der Selbstbezogenheit erwachse eine „allgegenwärtige Tendenz der Menschen, sich in virtuelle Welten zurückzuziehen“. Spaemann: „Virtuelle Welten sind Nichtwirklichkeiten. Und wenn wir in virtuellen Welten leben, wird Gott entbehrlich.“ Der Wunsch des Menschen, aus dem Hier und Jetzt zu fliehen, sei daher im Grunde „ein Aussteigen aus der Dimension des Göttlichen“, so Spaemann. „Virtuelle Welten sind auch eine Konkurrenz für die Frömmigkeit.“ Unter Frömmigkeit versteht er dabei eine „Aufmerksamkeit der Gegenwart“. Wer den Fernseher einschalte, sei woanders, „nicht mehr in meiner eigenen Gegenwart. Und ich muss mir anschauen, was andere sich ausdenken.“ Fernsehen und Internet lassen Wahrnehmung für unsichtbare Welt verkümmern. Dass dies schlimme Auswirkungen habe, könne man etwa bei Kindern sehen. Kinder, die regelmäßig fernsehen, malten Bilder, „die klein und kümmerlich sind, weil sie nur ein Viertel des Raumes auf dem Zeichenblatt ausnutzen. Kinder hingegen, die wenig oder gar nicht fernsehen, malen kraftvolle, großflächige Bilder. Im Grunde haben uns das Fernsehen und andere virtuelle Medien in eine atheistische Atmosphäre geführt, die tendenziell die menschlichen Organe für die unsichtbare Welt zum Absterben bringt.“ Spaemann warnt: „Wenn wir keine Heiligkeit mehr kennen, sind wir den Gegebenheiten, dem Grau-in-Grau des Alltäglichen, ausgeliefert.“ Als „himmlische Rechenkunst“, die den Menschen mehr und mehr verloren gehe, bezeichnet Spaemann die Fähigkeit, „unsere gewohnten Sichtweisen zu verrücken“ und „Nachteile als Vorteile zu sehen: „Demütigung als Ehre, Verlust als Gewinn, (…) den eigenen Komfort als einen Überfluss, der in Wirklichkeit den Armen gehört“. Er selbst bringe „den Alltag ins Gebet“ und mache ihn „durchsichtig für das Einmalige unseres Daseins“. Das Wichtigste am Christentum, fasst er zusammen, sei die Lehre von der Vergebung, so Spaemann: „Dass ein Mensch tatsächlich immer wieder neu beginnen kann im Zustand der Unschuld – das ist eine ungeheuerliche Sache: ein Einbruch der Ewigkeit in diese Welt des Verfalls.“ Quelle: Medienmagazin pro Geschrieben von Ali um 22:54) http://www.soulblog.de