Wahre Gotteserkenntnis

»Wahre Gotteserkenntnis ist unangegriffen und unangreifbar, ohne Sorgen und Zweifel. Solche wahre Gotteserkenntnis ist aber die und nur die, die sich in der Bindung an Gottes Wort vollzieht. Alles Entweichen aus der Bindung des Wortes Gottes bedeutet den Übergang zu den falschen Göttern, zu den Nicht-Göttern – was sich darin zeigen wird, dass es unweigerlich die Unsicherheit der Gotteserkenntnis über sich selbst und also den Zweifel nach sich zieht.« K. Barth, KD II, 1, § 25, 5f

Gott erkennen in der Natur? Chancen und Grenzen der natürlichen Gotteserkenntnis

1. Was macht die Gotteserkenntnis anhand der Schöpfung so problematisch?
Es gibt mehrere Gründe, die eine Gotteserkenntnis anhand der Schöpfung problematisch machen. Der erste ist die Tatsache, dass Gott unsichtbar ist. Dazu gehört, dass er sich jeder direkten, empirischen Wahrnehmung entzieht; man kann ihn auch nicht hören, schmecken, riechen oder betasten. Infolgedessen hat der Mensch überhaupt keine Anschauung von Gott. Er kann sich anhand der Schöpfung nur einen sehr unklaren Gottesbegriff bilden. Hinzu kommt, dass ein Mensch auch keine Vorstellung haben kann vom Vorgang der Schöpfung, denn kein Mensch hat je beobachten können, wie Gott geschaffen hat. Insofern ist auch die Rede von der Schöpfung aufgrund der beobachtbaren Naturdaten in höchstem Maße unklar. Weiterlesen