Der Heilige Geist schenkt Gottesfurcht

Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Erkenntnis; nur Toren verachten Weisheit und Zucht! (Sprüche 1, 7) Die Gottesfurcht ist der Anfang der Erkenntnis, und weil der Heilige Geist es ist, der überhaupt erst Erkenntnis schafft, ist auch die Gottesfurcht ein Werk von Ihm. Der רוּחַ דַּעַת וְיִרְאַת יְהוָֽה (Ruach da’at weJir’at Jahweh – Geist der Erkenntnis und der Furcht Jahwes) ist somit der Heilige Geist, der dem von Ihm erfüllten Menschen Erkenntnis schenkt und ihn dazu führt, Ehrfurcht vor Gott zu haben angesichts der Größe, Herrlichkeit, Heiligkeit, Macht, Stärke, Ehre, Liebe und Gerechtigkeit Gottes. Dieser Geist ist auf dem Messias, wie Jesaja 11, 2 zeigt. Der dortige Kontext zeigt auf, dass für Gott die Furcht Jahwes ein Wohlgeruch ist. Abraham Meister schreibt dazu meisterhaft: „Die Gottesfurcht ist demnach ein ständiges zu Gott aufsteigendes Opfer der Anbetung. Der Geist der Furcht Jahwes richtet sich in seinem Rechtsurteil nicht nach dem äußeren Schein oder Gerede, sondern seine Gottesfurcht ist durch die Erkenntnis mit göttlichem Tiefgang und Scharfsinn vereinigt.“1 Von dieser Gottesfurcht ist auch in Hiob die Rede: Und er sprach zum Menschen: »Siehe, die Furcht des Herrn, das ist Weisheit, und vom Bösen weichen, das ist Einsicht!« (Hiob 28, 28) sowie in den Psalmen: Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Weisheit; sie macht alle einsichtig, die sie befolgen. Sein Ruhm bleibt ewiglich bestehen. (Psalm 111, 10)

Meister, Abraham, Namen des Ewigen, Mitternachtsruf Verlag Pfäffikon, 1973,

Der Mensch tendiert nicht zur Heiligkeit.

Abgesehen von den von der Gnade angetriebenen Bestrebungen, wird der Mensch nicht von Gottesfurcht, Gebet, Gehorsam gegenüber der Schrift, Glauben und der Lust am Herrn angezogen. Wir tendieren zum Kompromiss und nennen ihn Toleranz; wir tendieren zum Ungehorsam und nennen ihn Freiheit; wir tendieren zum Aberglauben und nennen ihn Glaube. Wir hegen die Disziplinlosigkeit verlorener Selbstkontrolle und nennen sie Entspannung; wir lümmeln uns in die Gebetslosigkeit und täuschen uns mit dem Gedanken, wir seien der Gesetzlichkeit entkommen; wir schlittern in die Gottlosigkeit und überzeugen uns selbst, wir seien befreit worden. D.A. Carson