Die grösste geistliche Not

Letztendlich ist die größte geistliche Not für jede Generation gleich: unsere Herzen sind von Gott abgewandt. Trotzdem denke ich, dass es sich in unserer Generation anders ausdrückt als in den letzten Jahrhunderten. Unsere Götzen tragen andere Namen als die des Alten Testamentes. Ich glaube, dass vor allem in der westlichen Kultur der Götze „unbekümmert sein“ die Herzen eingenommen hat. Man könnte ihn auch „individuelle Lebensplanung“ oder „freie Entfaltung und volle Erfüllung des Potentials“ nennen. Wir sehen es sehr stark in der Umgangsweise mit Sex, Liebe, Geld und Familienplanung. Man scheut sich nicht, das „Ich“ zu vergöttern und alles andere für dessen Befriedigung zu opfern – ob es das ungeplante Kind, die Freundschaft mit einer andersdenkenden Person, die Sorge um die Eltern oder die Bewahrung der sexuellen Reinheit ist. Mit einem Klick, einem „swipe right“, einer Pille, oder einem weiteren TikTok geben wir innerhalb Sekunden unseren Versuchungen leichter und heimlicher denn je die Überhand. Das tun wir alles um unser bestes und glücklichstes „Ich“ zu finden. Aber die Bibel zeigt: Ohne Gott ist unser ganzes Leben eine Identitätskrise. Ohne die Quelle des Lebens ist jeder Schritt ein weiterer Richtung Tod. David Platt

Welche Arten der modernen Götzenverehrung gibt es?

Frage: „Welche Arten der modernen Götzenverehrung gibt es?“

Antwort:
Alle Arten der modernen Götzenverehrung haben eine Sache gemeinsam und als Schwerpunkt: das Ich! Die meisten Menschen knien sich nicht mehr vor Statuen oder Bildnissen von Göttern nieder. Stattdessen beten wir am Altar des Gottes Ich. Diese moderne Art der Götzenverehrung kann verschiedene Formen annehmen.
Als erstes beten wir am Altar des Materialismus, der unser Bedürfnis erfüllt, unser Ego zu stärken, indem wir immer mehr „Kram“ ansammeln. Unsere Häuser und Wohnungen sind mit allen möglichen Besitztümern bestückt. Wir bauen immer größere Häuser mit mehr Staufläche, um all die Sachen, die wir kaufen, unterzubringen, von den viel noch nicht mal gezahlt sind. Die meisten Dinge haben eine „geplante Überalterung“ mit eingebaut, so dass die Gegenstände schnell wertlos werden und wir sie in die Garage oder an andere Lagerstellen verbannen. Dann beeilen wir uns, das nächste neueste „Ding“ zu erwerben, Kleidung oder technische Spielerei, und der gesamte Prozess beginnt von vorne. Dieses unbefriedigende Gefühl nach mehr und besser und neuer ist nichts anderes als Habsucht. Das zehnte Gebot sagt uns, dass wir der Habsucht nicht verfallen sollen: „du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau, Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was dein Nächster hat.“ (2. Mose 20,17). Gott weiß, dass wir nie glücklich werden, indem wir in unserem materialistischen Verlangen schwelgen. Materialismus ist Satans Falle, um unsere Aufmerksamkeit auf uns selbst und nicht auf Gott zu lenken.
Zweitens beten wir den Altar des eigenen Stolzes und Egos an. Das wird oft zur Obsession bei Arbeit und Karriere. Millionen Männer – und zunehmend mehr Frauen – verbringen 60-80 Stunden pro Woche bei der Arbeit. Sogar am Wochenende und während des Urlaubs summen unsere Laptops, und unsere Gedanken drehen sich um den Job; wie werde ich noch erfolgreicher, wie erhalte ich eine Beförderung, wie kriege ich die nächste Gehaltserhöhung, wie schließe ich das nächste Geschäft ab. In der Zwischenzeit hungern unsere Kinder nach Aufmerksamkeit und Liebe. Wir belügen uns selbst, wenn wir denken, dass wir das alles nur für sie tun, damit sie ein besseres Leben haben. In Wahrheit tun wir es für uns selbst, um unser Selbstwertgefühl aufzubauen, indem wir in den Augen der Welt erfolgreicher dastehen. Das ist Unsinn. All unsere Arbeit und unser Erfolg werden sinnlos sein, nachdem wir gestorben sind, ebenso die Bewunderung der Welt, denn diese Dinge haben keinen Wert für die Ewigkeit. Wie König Salomon sagte: „Denn es muss ein Mensch, der seine Arbeit mit Weisheit, Verstand und Geschicklichkeit mühsam getan hat, es einem andern zum Erbteil überlassen, der sich nicht darum gemüht hat. Das ist auch eitel und ein großes Unglück. Denn was kriegt der Mensch von aller seiner Mühe und dem Streben seines Herzens, womit er sich abmüht unter der Sonne? Alle seine Tage sind voller Schmerzen, und voll Kummer ist sein Mühen, dass auch sein Herz des Nachts nicht Ruhe findet. Das ist auch eitel“ (Prediger 2,21-23).
Drittens verehren wir die Menschheit – und somit uns selbst – durch Naturalismus und die Macht der Wissenschaft. Das gibt uns die Illusion, dass wir die Herren unserer Welt sind, was unser Selbstbewusstsein zu gottgleichen Proportionen anwachsen lässt. Wir lehnen Gottes Wort ab, ebenso wie seine Beschreibung, wie er Himmel und Erde geschaffen hat. Wir akzeptieren den Unsinn der Evolution und des Naturalismus, die sich stets selbst widersprechen. Wir begrüßen die Gottheit des Umweltschutzes und glauben, wir können die Welt selbst unendlich erhalten, wenn Gott erklärt hat, dass die Erde eine begrenzte Lebensdauer hat und nur bis zum Ende der Zeiten existieren wird. Zu der Zeit wird er alles, was er geschaffen hat, zerstören und einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen. „Es wird aber des Herrn Tag kommen wie ein Dieb; dann werden die Himmel zergehen mit großem Krachen; die Elemente aber werden vor Hitze schmelzen, und die Erde und die Werke, die darauf sind, werden nicht mehr zu finden sein. Wenn nun das alles so zergehen wird, wie müsst ihr dann dastehen in heiligem Wandel und frommem Wesen, die ihr das Kommen des Tages Gottes erwartet und ihm entgegeneilt, wenn die Himmel vom Feuer zergehen und die Elemente vor Hitze zerschmelzen. Wir warten aber auf einen neuen Himmel und eine neue Erde nach seiner Verheißung, in denen Gerechtigkeit wohnt“ (2. Petrus 3,10-13).Wie diese Passage klar sagt klar, sollte unser Fokus nicht auf der Verehrung der Umwelt liegen, sondern darauf, ein heiliges Leben für Gott zu leben, während wir auf die Rückkehr unseres Herrn und Erlösers warten. Er allein verdient Anbetung.
Als letztes und vielleicht am verheerendsten beten wir am Altar der Selbstverherrlichung oder der Selbsterfüllung, bis zu dem Extrem, alle anderen und ihre Bedürfnisse und Wünsche davon auszuschließen. Das zeigt sich besonders beim Genuss von Alkohol, Drogen und Essen. Diejenigen in wohlhabenden Ländern haben unbegrenzten Zugang zu Alkohol, Drogen (der Missbrauch von verschreibungspflichtigen Medikamenten ist auf seinem Höchststand, sogar unter Kindern) und Völlerei beim Essen. Das führt zu Fettleibigkeit, Diabetes und anderen Problemen. Selbstkontrolle, die wir so dringend brauchen, wird durch unseren unersättlichen Appetit auf Essen, Trinken usw. immer mehr zurückgedrängt. Wir lehnen jede Anstrengung ab, unseren Appetit zu drosseln und wir sind fest entschlossen, uns selbst und unsere Bedürfnisse zum Gott unserer Leben zu erklären. Diese Einstellung hat ihren Ursprung im Garten Eden, wo Satan Eva in Versuchung führte und zu ihr sagte: „ihr werdet sein wie Gott“. (1. Mose 3,5). Es war seither der Wunsch der Menschheit, Gott zu sein. Diese Verherrlichung des eigenen Ich ist die Basis aller modernen Götzenverehrung.
Alle Götzenverehrung des eigenen Ichs hat ihren Kern in drei Begierden, die sich in 1. Johannes 2,16 finden lassen: „Denn alles, was in der Welt ist, des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt.“ Wenn wir der modernen Götzenverehrung also entkommen wollen, müssen wir zugeben, dass sie zügellos ist und wir sie in allen Formen ablehnen müssen. Sie ist nicht von Gott, sondern von Satan. Die Lüge, dass die Liebe des eigenen Ichs Erfüllung bringt, ist dieselbe Lüge, die Satan erzählt, seit er erstmals Adam und Eva belogen hatte. Traurigerweise fallen wir immer noch darauf herein. Und noch trauriger ist, dass viele Kirchen dies propagieren, indem sie Gesundheit, Reichtum und Erfolg predigen und so die Götzenverehrung des Selbstwertgefühls fördern. Wir werden aber nie glücklich werden, wenn wir uns auf uns selbst konzentrieren. Unsere Herzen und Gedanken müssen sich auf Gott und andere konzentrieren. Deshalb antwortete Jesus, als er nach dem größten Gebot gefragt wurde: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt“ (Matthäus 22,37). Wenn wir Gott und andere mit allem, was in uns steckt, lieben, dann wird in unseren Herzen kein Platz mehr für Götzenverehrung sein.
https://www.gotquestions.org/Deutsch/moderne-Gotzenverehrung.html

Der Götze des Erfolgs

Anders als andere Götzen verleiht uns der Erfolg zunächst das Gefühl, wir wären wie Gott, denn unsere Sicherheit und unser Wert kommen aus uns selbst, sind auf unsere Fähigkeiten, unsere Weisheit, Kraft und Begabung zurückzuführen. Der Erfolgreiche ist in seiner Disziplin besser als die anderen, er hat alle anderen übertroffen und ist an der Spitze, er ist die Nummer eins.
Das trügerische Gefühl der Sicherheit ist ein Hinweis darauf, dass der Erfolg den Stellenwert eines Götzen eingenommen hat.
Wer seinen Erfolg zum Gott erhebt und erwartet, dass ihm nichts geschehen kann, der wiegt sich in einer falschen Sicherheit . Nur Gott kann wahre Sicherheit schenken.
Es ist nicht alles GOTT was glänzt Timothy Keller Seite 108-019

Was ist ein Götze?

Götzendienst unter Christen gibt es nicht, meinst du vielleicht.
Niemand hat zu Hause ein goldenes Kalb stehen, das er anbetet.
Einen Götzen erkennt man daran, dass einem das Leben ohne ihn sinnlos vorkäme.
Das kann alles Mögliche sein: Reichtum, Erfolg, Anerkennung, der Ehepartner, Macht, die eigene politische Überzeugung etc. Ein Götze ist „die bewusste Überzeugung, dass man etwas Bestimmtes haben muss, um glücklich sein zu können, etwas das wichtiger ist als Gott.“
Götzen werden früher oder später unser Leben vergiften, weil sie den Maßstab dafür, was Erfolg, Versagen, Glück und Trauer ist, verfälschen. Und weil sie nie halten können, was sie versprechen.
„In jeder Kultur, in der man versucht, ohne Gott auszukommen, werden Sex, Geld und Politik die Leere ausfüllen, die die Menschen im tiefsten Inneren quält“.
„Hätten wir gelernt, richtig in unseren Herzen zu lesen, dann wüßten wir, daß in uns ein Verlangen, ein heftiges Verlangen ist, das durch nichts in dieser Welt gestillt werden kann. Es gibt vieles auf dieser Erde, das ihm gerecht zu werden scheint, aber es bleibt immer ein Rest von Enttäuschung.  Die Sehnsucht, die uns ergreift, wenn wir uns zum erstenmal verlieben, wenn wir an ferne Ländern denken oder am Anfang eines interessanten Studiums stehen, wird durch keine Ehe, keine Reise und kein Studium wirklich gestillt. Ich spreche hier nicht von unglücklichen Ehen, verpfuschten Ferien oder verpatzten Karrieren, nein, ich spreche von den besten, die es geben kann. Da war etwas; und im ersten Erwachen der Sehnsucht wollten wir danach greifen und es festhalten. Doch immer wieder entgleitet es unseren Händen. Ich denke, jedermann weiß aus eigener Erfahrung, wovon ich rede. Die Gattin mag eine vorzügliche Frau, das Hotel und die Aussicht können großartig und der Beruf des Chemikers mag eine wirklich interessante Sache sein. Und trotzdem haben wir das Gefühl, daß etwas fehlt.“ C. S. Lewis (aus Pardon, ich bin Christ)
Es ist nicht alles GOTT was glänzt Timothy Keller Seite 221