Was ist die Kirche?

Heutzutage verstehen viele Menschen unter einer Kirche ein Gebäude oder eine religiöse Organisation. Das Wort „Kirche“ kommt vom griechischen Wort „kyriakos“ („zu einem Herrn gehörend“). Die Grundbedeutung von „Kirche“ bezieht sich also weder auf ein Gebäude noch auf irgendeine Organisation, sondern allein auf den „Kyrios“, den „Herrn“ Jesus Christus. Jesus hat nie den Bau von Kirchen oder die Bildung von Organisationen angeordnet. In deutschen Bibelübersetzungen kommt meistens das Wort „Gemeinde“ (manchmal auch „Versammlung“) vor. Doch sind „Gemeinde“, „Versammlung“ oder „Kirche“ jeweils nur interpretierende Wiedergaben der griechischen Bezeichnung „ekklesia“, die wörtlich „Herausgerufene“ bedeutet. Die Gemeinde oder Kirche im biblischen Sinn steht für eine Gruppe von Menschen, die Gott aus einem Leben der Sünde und des Todes herausgerufen hat: „der euch aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht berufen hat“ (1. Petrus 2,9).

Die Gemeinde ist der Leib Christi, dessen Haupt Jesus ist. In Epheser 1,22-23 steht: „Und alles hat er seinen Füßen unterworfen und ihn als Haupt über alles der Gemeinde gegeben, die sein Leib ist, die Fülle dessen, der alles in allen erfüllt.“ Der Leib Christi besteht aus allen, die an Jesus Christus glauben, vom ersten Pfingsten (Apostelgeschichte 2) bis zur Wiederkunft Christi. Der Leib Christi hat zwei Aspekte:

1. Die weltweite Gemeinde oder Kirche besteht aus allen, die eine persönliche Beziehung mit Jesus Christus haben. „Denn in einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft worden, es seien Juden oder Griechen, es seien Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt worden“ (1. Korinther 12,13). Dieser Vers sagt aus, dass jeder und jede Gläubige ein Teil des Leibes Christ ist und zum Beweis dafür den Geist Christi erhalten hat. Die weltweite Gemeinde Gottes besteht aus allen, die durch den Glauben an Jesus Christus die Erlösung empfangen haben.

2. Die örtliche Gemeinde wird in Galater 1,1-2 erwähnt: „Paulus, Apostel, … und alle Brüder, die bei mir sind, den Gemeinden von Galatien“. Hier erkennen wir, dass es in der Provinz Galatien viele einzelne Gemeinden gab, die wir örtliche Gemeinden nennen. Eine Baptistengemeinde, eine evangelisch-lutherische Gemeinde, eine römisch-katholische Gemeinde usw., ist nicht die Gemeinde im Sinne von weltweiter Gemeinde, sondern jeweils ein Teil der Ortsgemeinde, dem örtlichen Leib der Gläubigen. Die weltweite Gemeinde umfasst alle, die zu Christus gehören und die Ihm im Hinblick auf die Errettung vertraut haben. Diese Glieder der weltweiten Gemeinde sollen die Gemeinschaft und Erbauung innerhalb der Ortsgemeinde suchen.

Zusammengefasst: die Kirche ist weder ein Gebäude noch eine Denomination oder Konfession noch eine Organisation. Gemäß der Bibel ist die Kirche der Leib Christi – bestehend aus allen, die zur Errettung ihr Vertrauen auf Jesus Christus gesetzt haben (Johannes 3,16; 1. Korinther 12,13). Ortsgemeinden sind Versammlungen von Gliedern der weltweiten Kirche. Die örtliche Gemeinde ist dort zu finden, wo Glieder der weltweiten Kirche die Grundsätze des „Leibes“ nach 1. Korinther 12 vollständig anwenden: ermutigen, lehren und einander auferbauen in der Erkenntnis und Gnade des Herrn Jesus Christus.
https://www.gotquestions.org/Deutsch/definition-kirche.html

Wie wird die Kirche heute von der Bevölkerung wahrgenommen?

Die Kirche wird vom Großteil der Bevölkerung und der Medienschaffenden wahrgenommen als quasi-staatlicher Teil des Gemeinwesens. Paradoxerweise sogar von denen, die längst keine Kirchglieder mehr sind. Weil die meisten Zeitgenossen mit dem orthodoxen Christentum jedoch nichts mehr anzufangen wissen, fordern sie Reformen, ganz so, als wären kirchliche Lehre und Ethik Teil eines Gesellschaftsvertrags, der einzig und allein durch politische Willensbildung zu Stande kommt. In dem Maße, in dem sich das Führungspersonal der Großkirchen dieser Denke fügt bzw. sie noch durch permanente Reformversprechen anfüttert, verschlimmern sie die Lage derer, die noch wirklich daran glauben, dass Gott unzweideutig gesprochen hat. Dabei sind diese Menschen die wirklichen Schäflein, die eigentlich zu weiden wären. Brechen auch sie weg, bleiben nur noch politisch-korrektes Life-Coaching und Kaffeekränzchen in altehrwürdigen Gemäuern.

Tim-Christian Hebold https://www.facebook.com/profile.php?id=100015147486817

Brauchen wir die Kirche noch?

Gerhard Wegner, Gründungsdirektor und Leiter des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD in Hannover, stellt in einem FAZ-Beitrag „Jeder stirbt für sich allein“ die Frage, ob die Kirchen überhaupt noch gebraucht werden (14.01.2021, Nr. 11, S. 12). Mutig stellt er zum Eingang fest, dass die Kirchen zur Corona-Herausforderung nichts zu sagen haben:

Das Virus macht endgültig deutlich, wie nutzlos die Kirchen mittlerweile geworden sind. Religiös Hilfreiches zur Bewältigung der Krise war von ihnen nicht zu hören. Gleich zu Beginn der Pandemie haben es die Bischöfe auf den Punkt gebracht: Gott habe mit Covid-19 nichts zu tun. Damit schossen sie sich selbst aus allen Debatten zur Bewältigung der Krise raus. Hätten sie andere Möglichkeiten gehabt?

Wagner erklärt dann, dass aus soziologischer Sicht die Welt auf die Kirchen sehr gut verzichten kann. Die Welt funktioniert auch ohne Religion:

Immer weniger wird sie in Wirtschaft, Politik oder Wissenschaft angefragt, weil sie dort bestenfalls Verwirrung stiftet. In dem wohl besten religionssoziologischen Buch der letzten Jahre, „Religion in der Moderne“, zeigen Gergely Rosta und Detlef Pollack, warum es völlig falsch wäre, in dieser Situation Religion als nützlich anzubieten. „Die absichtslose, nur um ihrer selbst willen erfolgende Verinnerlichung ihrer Sinnformen ist (…) eine wichtige Voraussetzung ihrer Wirksamkeit.“ Eine Antwort auf die Frage, warum man sich auf sie einlassen soll, muss deswegen offenbleiben.

Religion ist also für die Welt, in der wir leben, objektiv überflüssig. Doch möchte Wagner trotzdem nicht auf sie verzichten. Religion befreit nämlich davon, die Welt so hinzunehmen, wie sie ist:

Das aber bedeutet nicht, dass eine derartig selbstreferentielle Religion sinnlos wäre. Im Gegenteil, die in ihr imaginierten Sichtachsen zum Himmel bieten enorme Möglichkeiten, die „Welt von außen“ zu betrachten und das, was in ihr hoch gehandelt wird, in seiner Wertigkeit zu relativieren.

Ein schöner Text. Und doch bleibt Wagner bei einem menschenzentrierten Religionsverständnis hängen, das sich den Wahrheits- und Rechtfertigungsfragen entzieht und der Welt nicht mehr zu geben hat als Trost. Religion ist für den Christen das, was für den schöpferischen Nicht-Christen die Kunst ist. Opium?

Das Beispiel zeigt augenfällig, dass aus uns Frommen doch ziemlich zahnlose Tiger geworden sind. Ich verstehe das als Ruf zur Umkehr. Sagte Jesus nicht, dass seine Nachfolger das Salz der Erde und das Licht der Welt sind (vgl. Mt 5,13–16)? Der Rückzug ins fromme Gemüt ist nichts anderes als eine Weltflucht.
https://theoblog.de/brauchen-wir-die-kirche-noch/36120/

Feinschmecker oder Kenner in Sachen Kirche

Sicherlich weisst du, dass für einen Menschen, der nicht vom Kirchgang kuriert werden kann, das nächste und beste ist, ihn in der ganzen Nachbarschaft umherzuschicken, um nach der Kirche zu suchen, die ihm ‘zusagt’, und das so lange, bis er zum eigentlichen Feinschmecker oder Kenner in Sachen Kirche wird. C. S. Lewis. Dienstanweisung an einen Unterteufel.

Freikirchen …einfach erklärt!

Wurdest du schon einmal von jemandem in eine Freikirche eingeladen? In diesem Video erkläre ich dir, was Freikirchen sind und gebe dir einige brisante Insider-Informationen – bleib dran!
Wurdest du schon einmal von jemandem in eine Freikirche eingeladen? In diesem Text erkläre ich dir, was Freikirchen sind und gebe dir einige brisante Insider-Informationen – bleib dran!
Freikirchen sind doch alles Sekten. Einmal drin, kommst du nie mehr raus. Zudem wollen die bloß dein Geld und als wäre das nicht genug: sie wollen auch noch deine Seele! Freikirchen kämpfen in der öffentlichen Wahrnehmung teilweise mit echt krassen Vorurteilen. Nun, wir wollen uns nicht von Vorurteilen leiten lassen. Wir wollen wissen, wie es wirklich ist!
Meine Familie und ich sind in unserem Dorf Mitglied in der evangelischen Volkskirche – oder Landeskirche, wie wir Schweizer sagen. Eine echt lebendige Gemeinde. Durch meine Arbeit habe ich jedoch viel mit Freikirchen zu tun. Ich war schon in unzähligen Freikirchen und gebe hier einen exklusiven Einblick, wie das bei denen so läuft.
Zuerst aber eine kurze Erklärung, was denn genau eine Freikirche ist. Einfach gesagt: Eine Freikirche ist eine evangelische Kirche, die aber, im Gegensatz zu einer Volkskirche, vom Staat unabhängig ist. Keine Kirchenglocken, keine Kirchensteuern, meistens keine politische Agenda, sondern eben frei. 
Nun mir geht’s echt nicht darum, die eine Kirchenform gegen die andere auszuspielen. Aber eigentlich, finde ich, passt das Freikirchen-Modell wirklich gut in unsere heutige Zeit: Unabhängig, wahrheitssuchend, dynamisch, frei.
Das erste was dir auffällt, wenn du in so eine Freikirche kommst: Gleich beim Eingang wirst du herzlich begrüßt und willkommen geheißen. Das ist nicht diese Form von Gottesdienst, wo die Menschen anonym reinsitzen, ihr spirituelles Erlebnis haben und dann anonym wieder nach Hause gehen. Das hat eher was von einem Familientreffen – man kennt sich und freut sich, einander zu sehen! 
Die Gottesdienste sind oft etwas unkonventionell, also nicht so Liturgie-mäßig, wie man das vielleicht von der Volkskirche kennt. Sie sind voller Leben und Kraft. Oft spielt nicht die Orgel, sondern eine Band. Beim Singen stehen viele auf. Und nicht selten siehst du jemanden, der dabei die Augen schließt und die Hände hebt. Die Leute sind sich einig: Sie singen nicht einfach Lieder. Durch das Singen treten sie in Kontakt mit Gott, beten ihn an und begegnen ihm ganz persönlich. 
Was mir besonders gefällt: Die Predigten sind meistens nicht langweilig. Sie sind vielleicht nicht immer politisch ganz korrekt, aber mit Salz gewürzt. Das, was in der Bibel steht, glauben sie wirklich! Die Bibel ist für sie nicht einfach eine Sammlung von schönen Anekdoten. Sie gehen davon aus, dass Gott durch die Bibel zu uns Menschen spricht. So kommt es dann auch immer mal wieder vor, dass der Prediger auf der Kanzel etwas sagt, dass mich trifft und vielleicht auch ärgert. Aber ich höre am Sonntag lieber eine Predigt mit biblischen Wahrheiten, als einfach schöne Worte und philosophische Weisheiten.
Irgendwann am Ende des Gottesdienstes gehen die Kollekten-Becher durch die Reihen und alle, die wollen, können etwas an die Unkosten beitragen. Im Gegensatz zu den Volkskirchen ziehen Freikirchen keine obligatorischen Kirchensteuern ein. Sie ermutigen die Christen zu einer freiwilligen Spende. Oft wird den Freikirchen vorgeworfen, sie würden ihre Mitglieder finanziell unter Druck setzen. Es mag sein, dass es solche Fälle gab oder gibt. Meine Beobachtung ist allerdings, dass es wohl in jeder Gemeinde Leute gibt, die wenig geben und Leute, die viel geben. Das wird nicht kontrolliert oder so. Und eins ist klar: wie in jedem Verein oder jeder Organisation fallen auch in einer Freikirche Unkosten an, die beglichen werden müssen.
Ist der Gottesdienst zu Ende, treffen sich die meisten Besucher im Foyer, um miteinander Kaffee zu trinken und eine gute Zeit miteinander zu haben. Was mir auffällt, ist die Herzlichkeit, mit der auch neue Leute in die Gemeinschaft aufgenommen werden. Das ist ja nicht selbstverständlich. Als wir vor einigen Jahren neu in unseren Ort gezogen sind, trat ich bewusst der Feuerwehr bei. Ich wollte ein Teil der Dorfgemeinschaft werden. Aber das war echt schwer als Außenstehender. Da war oft wie eine Mauer und die Leute waren einfach nicht daran interessiert, mich in ihrem Kreis willkommen zu heißen. Bei Freikirchen erlebe ich das erfrischend anders.
Und dann, nach dem Kaffee, geht’s durch die Türe wieder raus in diese Welt. Und das ist ganz wichtig. Es hat in jeder Freikirche eine Türe, um rauszugehen. Die Medien berichten manchmal von Aussteigern, die sagen: Da kommst du fast nicht mehr raus. Aber so erlebe ich das nicht. Es ist klar. Wenn jemand viele Jahre da war und dann raus geht, dann schmerzt das alle Beteiligten. Weil das ja eben Freundschaften sind. Eine Familie. Aber genauso, wie du jederzeit unangemeldet eine Freikirche besuchen kannst, kannst du auch jederzeit diese Kirche wieder verlassen.
Es gäbe jetzt noch vieles über diese Freikirchen zu berichten. Und es gibt ja auch weit mehr als nur den Gottesdienst. Mein Fazit an dieser Stelle ist: Ich bin so froh, dass es die Freikirchen gibt und ich bete, dass sich meine Volkskirche ein großes Stück von diesen Gemeinden abschneidet.
Wenn du selbst schon lange in keiner Kirche mehr warst, dann möchte ich dich ermutigen: Gib dieser Sache doch wieder einmal eine Chance. Vielleicht kennst du in deinem Umfeld jemanden, der eine lebendige Gemeinde besucht. Ansonsten kannst du auch im Internet nach einer guten Gemeinde suchen. Gabriel Haesler
https://www.feg-mm.de

Gott nur als Chiffre

Der Systematiker Ulrich Körtner (Wien, Österreich) hat der EKD für ihr Zukunftspapier „Kirche auf gutem Grund – Elf Leitsätze für eine aufgeschlossene Kirche“ kräftig die Leviten gelesen. Kurz: Wenn die Kirche so weitermacht, ist sie weder systemrelevant noch existenzrelevant (Wolfgang Huber). Körtner knackig:

Kein Wort […] von Tod und Auferstehung Jesu, seiner Heilsbedeutung für den Einzelnen wie die Welt im Ganzen. Kein Wort von Sünde und Vergebung, es sei denn nur von Schuld in einem moralischen Sinne, aber nicht als Synonym für eine zerrüttete Gottesbeziehung. Kein Wort von Gottesferne oder davon, dass Gott in irgendeiner Weise fehlen könnte.

Dafür findet man in dem Papier Transformationstheologie ohne Ende, die Umdeutung des Missionsbegriffs inklusive:

Zwar liest man irgendetwas von authentischer Frömmigkeit und Glaubenswissen, das weiterzugeben sei, doch wie kann es sein, dass ein Papier mit dem Titel „Kirche auf gutem Grund“ von diesem so wenig zu sagen weiß? Als Bibelleser würde man doch zumindest einen Hinweis auf den Apostel Paulus erwarten, der im 1. Korintherbrief, Kapitel 3, schreibt: „Einen anderen Grund kann niemand legen, als der, welcher gelegt ist in Jesus Christus.“ Zwar will auch die EKD weiter „öffentlich relevant auf Christus verweisen“. Aber das geschieht bloß im Sinne einer Urbild- und Vorbildchristologie – oder sollte man besser sagen: Jesulogie. Christus, so lässt uns das Zukunfts-Team der EKD wissen, sei Urbild und Vorbild dessen, was die Kirche „für die Vielen“ tue. Die Kirche folge ihm und seinem Geist, wenn sie sich für die Schwachen, Ausgegrenzten, Verletzten und Bedrohten sowie für Frieden und Bewahrung der Schöpfung einsetze. In dieser moralisierenden Auslegung des Evangeliums treffen sich kulturprotestantischer Liberalismus und eine linksliberale politische Theologie, die sich heute gern „Öffentliche Theologie“ nennt. Wenn es im EKD-Papier heißt, die Kirche der Zukunft müsse missionarisch sein, so ist doch nicht an Verkündigung und Seelsorge, sondern in erster Linie an ein sozialpolitisches Handeln gedacht, das „zeichenhaft und exemplarisch“ sein soll.
Hier: www.zeit.de.
https://theoblog.de/gott-nur-als-chiffre/35409/

Die Kirche verleugnet ihre Grundlagen …

Briefe an die Herausgeber

Ein Kommentar zur Lage der EKD-Kirchen von Professor Dr. Udo Schnelle, Halle/Saale (selbst Neutestamentler). Ein klares Wort, wie es von Universitätsprofessoren selten zu hören ist …

Zu „So viele Kirchenaustritte wie noch nie“ (F.A.Z. vom 27. Juni):


Es kommt so, wie es zu erwarten war:

Immer mehr Menschen kehren der evangelischen Kirche den Rücken, 2019 (270 000) fast so viele wie eine mittlere Landeskirche Mitglieder hat (Braunschweig: 320 000). Dafür gibt es erkennbare Gründe:

Prof. Schnelle erwähnt neben dem demographischen Wandel, den Akzeptanzverlust von Großorganisationen, der zunehmenden Individualisierung, zu Recht auch den Plausibilitätsverlust des christlichen Weltbildes und den Missbrauchs-Skandal, um dann auf das nach seiner Auffassung ursächliche Thema zu kommen, welches von der Führungsebene „hartnäckig geleugnet oder ignoriert wird“:

  • die von ihm so genannte „theologie-politische Ausrichtung der EKD“ …

Seit Jahren höre man von der EKD nur noch „Themen aus dem linken Politikspektrum“: „Flüchtlingsfrage, Genderpolitik, Gerechtigkeit auf allen sozialen und politischen Ebenen, Klimafrage, Globalisierung und vieles mehr. Diese Fragen sind überaus wichtig, sie bedürfen mehr denn je einer Lösung, aber die kann nur die politische Vernunft herbeiführen.“

Richtig stellt er fest, dass die „Kirche (…) auf diesen Feldern kein Spezialwissen“ habe auch wenn sie versuche „ihre moralische Überlegenheit zu demonstrieren“.

Das Fazit:

So wird die Kirche immer mehr zu einem beliebigen Sozialverein, der einzelne Gruppeninteressen bedient, dessen Konturen unscharf sind und dessen Botschaft sich von Parteislogans nicht mehr wirklich unterscheidet. Das Diesseits ist der einzige Bezugspunkt geworden, und von hier erhofft man das Überleben. Ein fataler Irrtum, denn im Christentum gehören Diesseits und Jenseits untrennbar zusammen, denn es ist Gottes Welt, die er in Jesus Christus erlöst hat. Der evangelischen Kirche droht ihre Identität verlorenzugehen, weil die Ethik an die Stelle der Metaphysik getreten ist; weil von der befreienden und heilenden Kraft des Glaubens nur noch in politischen und nicht mehr in geistlich-theologischen Kontexten gesprochen wird und vor allem, weil die Auferstehung Jesu Christi von den Toten nicht mehr ernst genommen wird.

Die Kirche verleugnet ihre Grundlage und ihr Zentrum, wenn sie ihre Glaubensinhalte beliebig macht und das Christliche ausschließlich in der Begründung bestimmter ethischer Verhaltensweisen sieht. Dafür reicht jedoch jede Form von Humanismus aus; das Christentum braucht man dafür nicht.
In der Corona-Krise war die Kirche auffällig stumm, weil sie nicht den Mut hatte, eine theologische Deutung zu geben: Die Pandemie ist ein Ruf zur Umkehr, so wie einst die Propheten das Volk Israel zur Umkehr aufforderten, hin zu Gott. 

Danke an Dr. Berthold Schwarz für den Hinweis …