„Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen. “

RAHMENLOBPREIS (V. 2+10). Es fällt auf, dass der Psalm von zwei Sätzen eingerahmt ist, einem Lobpreis in Vers 2 und demselben Satz in Vers 10: „Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen. “Es ist interessant, dass der Psalm gleich so direkt einsteigt. Er erzählt nicht erst ein Thema. Er referiert nicht erst eine Problematik. Wenn es um die Schöpfung geht, ist alles Erklären offenbar fast unmöglich. Der Psalmist staunt über die Schöpfung, ja über Gottes Offenbarung in der Schöpfung und in der Seiner Regierung in dieser Welt. Weil das letztlich so unbeschreiblich ist, formuliert es David in einer Frage: „Wie herrlich ist dein Name?“ Er macht keine lange Erklärung, wie genau Gott herrlich ist. Denn es ist eigentlich nicht zu erklären. „Wie herrlich ist Unbeschreiblich! Man könnte auch übersetzen: „Wie prächtig, wie majestätisch ist dein Name“. Aber all das gibt uns nur eine kleine Ahnung, wie wunderbar Gott ist. Wo offenbart sich Gott? Zunächst: „… in allen Landen.“ Also auf der ganzen Erde. Jeder Punkt auf unserm Globus ist ein Ort, wo Gott Seine Herrlichkeit offenbart. Aber es geht weiter: „Der du zeigst deine Hoheit am Himmel“. Gott offenbart sich also in der gesamten Schöpfung. So beginnt dieser Psalm und so endet er auch. Deshalb ordnet man ihn den sogenannten „Schöpfungspsalmen“ zu. Gottes Offenbarung in der Schöpfung ist ein wichtiger Grundbaustein biblischer Lehre. Ich möchte erinnern an den bekannten Psalm 19, wo es in der ersten Hälfte auch darum geht, wie Gott sich in Seiner Schöpfung offenbart. Im Neuen Testament ist Römer 1,19-20 sehr wichtig, wo Paulus dieses Thema aufgreift: „Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit der Schöpfung der Welt ersehen aus seinen Werken“. Deswegen hat auch keiner eine Entschuldigung, schlussfolgert Paulus. Wenn wir denn die Augen aufmachen und in die Schöpfung schauen, erkennen wir, dass da ein Gott ist. Wir erkennen nicht die Details, wie Gott Erlösung geplant hat. Da ist nirgends der Name Jesus buchstäblich eingeschrieben. Dafür brauchen wir Gottes Schriftoffenbarung in der Bibel. Aber die Grundinformation, dass da mehr ist als nur Materie, dass da ein Gott ist, ein Schöpfer dieser Welt, das hat Gott sehr klar in Seine Schöpfung hineingeschrieben. Auch nach dem Sündenfall ist das noch erkennbar, und darauf verweist die Bibel tatsächlich immer und immer wieder. Hier in unserm Psalm liegt der Fokus auf einem bestimmten Teil der Schöpfung, nämlich auf dem Menschen. So geht es in den nächsten Versen vor allem darum, wie Gott Seine Herrlichkeit am und durch den Menschen offenbart.
Titus Vogt © https://www.arche-gemeinde.de/fileadmin/Media/Print/Kanzeldienst/2012/07/P120729M.pdf

Christen kann man unmöglich vom Singen abhalten.

Christen kann man unmöglich vom Singen abhalten. Es ist eines der sicheren Zeichen für die Fülle des Heiligen Geistes, „dem Herrn zu singen und zu spielen im Herzen“ (Epheser 5,18,19). Besonders wenn wir uns zum Gottesdienst versammeln, wäre unser Lobpreis ohne Lieder unvorstellbar. Deswegen ermuntern wir einander: “Kommt herzu, lasst uns dem Herrn frohlocken und jauchzen dem Hort unseres Heils“ (Psalm 95,1)
Vor dir ist Freude die Fülle. Die schönsten Psalmen ausgewählt und erläutert von John Stott.

Psalm 7 Gebet eines unschuldig Verfolgten

Vers 1 Ein Klagelied Davids, das er dem HERRN sang wegen der Worte des Kusch, des Benjaminiters.
Psalm 7 gibt das Gebet Davids wieder, in dem er um Errettung von seinen verleumderischen Feinden bittet. In feierlichen Worten versichert er seine Unschuld und appelliert an Gott, seinen Ruf wiederherzustellen, indem er seine Feinde richtet. Lassen Sie uns jetzt den ganzen Psalm lesen.
In dieser Überschrift wird der Psalm als Klagelied bezeichnet, womit wahrscheinlich ein besonders einfühlsam verfasstes Gedicht gemeint ist. Der Anlass, auf den es abzielt, ist Davids Erfahrung mit Kusch, dem Benjaminiter. Wir wissen nicht, wer Kusch war, aber bekannt ist, dass Saul, der König aus dem Stamm Benjamin (1. Sam 9,1), sich mit Benjaminitern umgab (1. Sam 22,7) und durch Geschwätz gegen David aufgebracht worden war (1. Sam 24,10; 26,19). Eine Situation, wie die im 1. Sam 18,10-24 beschriebene, hätte allen „Kuschs“ dieser Welt weitreichenden Anlass gegeben, Sauls paranoide Furcht vor David zu entflammen. Der Psalmist aber wusste, dass keine der gegen ihn vorgebrachten Beschuldigungen, er sei Saul gegenüber nicht loyal, der Wahrheit entsprach; selbst im Angesicht von Gottes Richterstuhl (Ps 7,7. 11-14) bleibt sein Gewissen rein (s. V. 9 u. 10). Diese Verse bilden das Kernstück dieses Psalms und formulieren einen Aufruf, in allem „ein gutes Gewissen“ zu haben (Apg 24,16; Hebr 13,18; 1. Pt 3,16). Die generelle Stoßrichtung von Psalm 7 ist das altbekannte Thema, dass Gebete im Lobpreis möglicher Lösungsansätze Krisen beizulegen und Streitfragen zu lösen vermögen. So wird in den Versen 4-6 sowie 15-17 geltend gemacht, dass Sünde und Vergeltung zusammengehören. Im vorliegenden Fall zeigt sich David bereit, sich der ganzen Härte des Gesetzes unterwerfen zu wollen. Mit der Sünde verhält es sich folgendermaßen (V. 15-17): Sie ist mit einem aus sich selbst heraus wirkmächtigen Bumerang vergleichbar. Wenn aber die Sünde, wie es heißt, auf den, der sie begangen hat, zurückfallen wird, so geschieht dies, weil es einen gerechten (V. 7-9), strafenden (V. 11-14) Gott gibt. Vor ihm werden alle eines Tages und eben auch jeden Tag stehen. Er verfügt über Mittel und Wege und er straft die Reuelosen. In Anbetracht einer solchen Sicht auf die Sünde und im Angesicht eines solchen Gottes beteuert David seine Unschuld: So bringt er Wesen und Gnade eines reinen Gewissens zum Ausdruck. Von Ted Johnston