Exodus 2.Mose

Die grosse Flucht

Im 2. Buch Mose erleben wir, wie Gott sein Volk rettet und ihm die Zehn Gebote gibt.

Die frühen griechischen Übersetzer des AT gaben dem 2. Buch Mose den beschreibenden Titel Exodus. Im Griechischen bedeutet der Ausdruck Exodus einfach »hinausgehen«. Angesichts des gewaltigen Erlösungswerkes Gottes hinsichtlich seines Volkes kann man das wohl schlicht Untertreibung nennen.

Autor und Abfassungszeit

Geschrieben von Mose ca. 1445 bis 1405 v. Chr.

Dass Mose der Autor von 2. Mose ist, steht ausser Frage. Mose befolgte Gottes Anweisungen und »schrieb alle Worte des HERRN nieder« (24,4). Ähnliche Aussagen über Moses Autorschaft finden sich auch an anderen Stellen in der Schrift.

Schlüsselpersonen im 2. Buch Mose

Mose – Autor des Pentateuch und Befreier Israels aus der ägyptischen Sklaverei (2–40)

Miriam – Prophetin und ältere Schwester von Mose (2,7; 15,20-21)

Die Tochter des Pharao – Die Prinzessin rettete Mose, als er noch ein Baby war, aus dem Fluss und adoptierte ihn (2,5-10)

Jethro – Ein Schafhirte aus Midian, er wurde Moses Schwiegervater (3,1; 4,18; 18,1-12)

Aaron – Moses Bruder und der erste Hohepriester Israels (4,14–40,31)

Pharao – Ein nicht namentlich bekannter Führer Ägyptens zur Zeit des Exodus (5,1–14,31)

Josua – Ein Mitarbeiter Moses und militärischer Führer, der Israel in das verheissene Land führte

Hintergrund und Umfeld

Die 18. Dynastie Ägyptens, während der Israels dramatischer Auszug stattfand, war eine politisch und wirtschaftlich starke Periode der ägyptischen Geschichte. Obwohl Mose als Sklave geboren wurde, fand er sich bald in einer schnell wachsenden und expansiven Gesellschaft wieder. Was militärische, wirtschaftliche und politische Stärke betraf, war Ägypten eine sog. Supermacht. Gott benutzte sowohl das Erziehungs- und Regierungssystem Ägyptens, als auch die Zeit in der Wildnis im Exil in Midian, um Mose zuzurüsten. Als Mose dann so weit war, vertrat er sein Volk vor dem mächtigen Pharao Amenothep II und führte sein Volk während der Zeit der Wüstenwanderung.

Exodus beschreibt die jungen Jahre Moses und Details hinsichtlich des Auszugs Israels aus Ägypten. 2. Mose schliesst damit ab, dass Gott dem Volk die Zehn Gebote gibt und es die Stiftshütte am Fusse des Berges Sinai baut. Trotz des schrecklichen Götzendienstes, den Israel beging, als Mose auf dem Berg war, fuhr Gott zu diesem Zeitpunkt fort, das Volk in das verheissene Land zu führen.

Schlüssellehren im 2. Buch Mose

Bündnisverheissungen – Gott verspricht Abraham, sein Erbe für immer zu bewahren (12,1-3.7.31-42; 1Mo 17,19; 3Mo 26,45; Ri 2,20; Ps 105,38; Apg 3,25)

Das Wesen Gottes – Menschen werden Gott zwar nie völlig verstehen und begreifen, sie können ihn aber persönlich kennen lernen (3,7; 8,15; 34,6-7; 2Sam 22,31; Hi 36,26; Mt 5,48; Lk 1,49-50)

Die Zehn Gebote – Grundwahrheiten in Bezug auf Gott (20,1-17; 23,12; 3Mo 19,4.12; 5Mo 6,14; 7,8-9; Neh 13,16-19; Jes 44,15; Mt 5,27; 19,18; Mk 10,19; Lk 13,14; Röm 13,9; Eph 5,3.5)

Gottes Wesen im 2. Buch Mose

Gott ist zugänglich – 24,2; 34,4-7

Gott ist herrlich – 15,1.6.11; 33,18-23; 34,5-7

Gott ist gut – 34,6

Gott ist gnädig – 34,6

Gott ist heilig – 15,11

Gott ist langmütig – 34,6

Gott ist barmherzig – 34,6.7

Gott ist mächtig – 6,3; 8,15; 9,3.16; 15,6.11-12

Gott ist vorhersehend – 15,9-19

Gott ist treu – 34,6

Gott ist einzigartig – 9,14

Gott ist weise – 3,7

Gott ist zornig – 7,20; 8,2.12.20; 9,3.9.23; 10,13.22; 12,29; 14,24.27; 32,11.35

Christus im 2. Buch Mose

Als Gott das Volk Israel aus der ägyptischen Sklaverei befreite, legte er ein neues Fundament, indem er ihm das Gesetz gab. Im 2. Buch Mose finden wir zwei Schwerpunkte: 1) einen Bericht der Erlösung des Volkes Gottes; 2) die Bildung der erwählten Nation, durch welche Christus in die Welt kommen würde. Das Gesetz bereitete Israel darauf vor, Christus zu empfangen, seinen verheissenen Messias und König.

Schlüsselworte im 2. Buch Mose

Erlöst: Hebräisch natsal – 3,8; 5,18; 21,13; 22,6.9.25; 23,31 – dieses Verb bedeutet entweder »abkratzen, plündern« oder »entreissen, befreien«. Das Wort wird oft benutzt, um zu beschreiben, wie Gott Israel aus der Sklaverei befreit (3,8) oder rettet (6,6). Manchmal beschreibt es auch, wie Gottes Volk von Sünde und Schuld befreit wird (Ps 51,16). Die Verse in Kap. 18,8-10 verdeutlichen hingegen Gottes Überlegenheit und Triumph über die ägyptischen Götter.

Weihen: Hebräisch qadash – 28,3.41; 29,9.33.35; 30,30; 32,29 – dieses Verb bedeutet »heilig machen«, »etwas als abgesondert erklären« oder »zur Seite stellen«. Das Wort beschreibt, wie etwas oder jemand dem Herrn hingegeben oder für ihn ausgesondert wird. Indem Gott Israel aus der ägyptischen Sklaverei befreite, sonderte er es ab. Durch sein gewaltiges Befreiungswerk demonstrierte er, dass Israel sein Volk, und er sein Gott war (6,7). Die von Gott veranlasste Waschung am Berg Sinai veranschaulicht, dass Gott und das Volk in einer speziellen Beziehung zueinander standen (19,10).

Waschung: Hebräisch rachats – 2,5; 19,10; 29,4.17; 30,18.21; 40,12.30 – Waschung oder Bad. Dieser Begriff wurde sowohl im religiösen wie auch im kulturellen Bereich benutzt. Einem Gast die Füsse zu waschen war ein sehr alter Brauch und ein Zeichen von Gastfreundschaft, das wir auch im NT noch vorfinden (1Mo 18,4; Joh 13,5). Rituelle Waschungen zählten zu den wichtigen Bestandteilen, um die Priester für ihren Dienst in der Stiftshütte vorzubereiten (40,12). Das Waschen mit Wasser symbolisierte auch geistliche Reinigung, welche nötig war, um in die Gegenwart Gottes treten zu können (Ps 26,6; 73,13). Die atl. Propheten versinnbildlichten damit auch Busse (Jes 1,16; Hes 16,4). Im NT beschreibt Paulus die Erlösung in Christus mit den Worten »Bad der Wiedergeburt« (Tit 3,5).

Gliederung

Israel in Ägypten (1,1 – 12,36)

  • Die Bevölkerungsexplosion (1,1-7)
  • Die Unterdrückung unter den Pharaonen (1,8-22)
  • Die Heranbildung eines Befreiers (2,1 – 4,31)
  • Die Konfrontation mit dem Pharao (5,1 – 11,10)
  • Die Vorbereitung auf den Auszug (12,1-36)

Israel auf dem Weg zum Sinai (12,37 – 18,27)

  • Der Auszug aus Ägypten und die Angst (12,37 – 14,14)
  • Die Überquerung des Roten Meeres und die Freude (14,15 – 15,21)
  • Die Reise zum Sinai und das Murren (15,22 – 17,16)
  • Die Begegnung mit Jethro und das Lernen (18,1-27)

Israel lagert am Sinai (19,1 – 40,38)

  • Das Gesetz Gottes wird erteilt (19,1 – 24,18)
  • Das Heiligtum Gottes wird beschrieben (25,1 – 31,18)
  • Die Anbetung Gottes wird befleckt (32,1-35)
  • Die Gegenwart Gottes wird bestätigt (33,1 – 34,35)
  • Das Heiligtum Gottes wird gebaut (35,1 – 40,38)

Zur gleichen Zeit an einem anderen Ort auf der Erde …

Das Eisenzeitalter beginnt in Syrien und Palästina. Die mediterranen und skandinavischen Völker perfektionieren die Kunst des Schiffsbaus.

Häufig auftauchende Fragen

1. Warum finden wir in den historischen Überlieferungen Ägyptens keine Hinweise auf die vernichtenden Plagen, die Niederlage der Armee und den Auszug der Israeliten?

Das Fehlen dieser Berichte in den ägyptischen Überlieferungen sollte uns nicht erstaunen. Die meisten dieser Berichte existieren in Form offizieller Inschriften auf Gräbern oder Denkmälern antiker Herrscher. Öffentliche Gedenkstätten dieser Art wurden selten dazu benutzt, um an demütigende Niederlagen und Katastrophen zu erinnern. Interessanterweise stellt die Art und Weise, wie die Bibel sowohl über die Erfolge wie auch über die Niederlagen des Volkes Gottes berichtet, einen aussagekräftigen Beweis für ihre Echtheit dar. Die Bibel präsentiert uns einerseits etliche Beispiele von Versagen, andererseits aber auch zahlreiche Beispiele von echten Glaubenstaten.

2. Was sollen wir im 21. Jhdt. von den uns berichteten Wundern im 2. Buch Mose halten? Tatsachenberichte wie z.B. der brennende Dornbusch, die Plagen, Gottes Gegenwart in der Wolken- bzw. Feuersäule, die Teilung des Roten Meeres oder das Manna, um nur einige zu nennen.

Der wissenschaftliche Materialismus, in dem viele Menschen des 21. Jhdts. stecken, erschwert ihnen den Zugang zu sog. Wundern. Werden die Naturgesetze als höchste Instanz angesehen, dann übersteigt der Gedanke an ein über alles erhabenes Wesen, das auch die Naturgesetze ausser Kraft setzen kann, die Vorstellungskraft der Leute bei weitem. Beispiele von Wundern üben wenig Überzeugungskraft aus, wenn jemand bereits der festen Meinung ist, dass es keine Wunder geben kann.

Wunder können Gottes Existenz veranschaulichen, aber nicht beweisen. Die Menschen verfügen über einen ausgesprochenen Einfallsreichtum, wenn es darum geht, Gottes Wirken in der Vergangenheit wegzudiskutieren. Es ist nicht so, dass Menschen im 21. Jhdt. nicht an Wunder glauben könnten, sondern vielmehr so, dass sie schlicht und einfach nicht daran glauben.

Für uns Christen klärt sich alles anhand des Glaubens. Als wir Christen wurden, mussten wir ein ganz zentrales Wunder im Glauben annehmen: Gott kam im Fleisch auf diese Welt, Jesus Christus lebte, starb und ist von den Toten auferstanden, um in Ewigkeit als Herr und Heiland zu regieren. Im Lichte dieses Wunders geben die Wunder aus Exodus keinen Anlass zu Spekulationen, sondern bewirken bei uns Anbetung und Staunen. Sie verdeutlichen, wie sehr es Gott am Herzen liegt, mit Menschen zu kommunizieren. Sogar die Christen des 21. Jhdts. werden durch Gottes überwältigende Macht gedemütigt und von Ehrfurcht ergriffen.

3. Stellen die Zehn Gebote Erwartungen und Forderungen von gestern dar, oder repräsentieren sie Gottes ewiggültigen Standard?

Die Leute erliegen einem schwerwiegenden Irrtum, wenn sie darüber reden, »die Zehn Gebote zu brechen«. Die Geschichte verdeutlicht auf eindrückliche Art und Weise, dass es die Leute waren, die an den Zehn Geboten »zerbrachen«. Egal, welche Streitfragen hinsichtlich der Auslegung und Anwendung der Zehn Gebote im Raum stehen mögen; sie repräsentieren Gottes absoluten und unveränderlichen Standard.

Der Titel »Zehn Gebote« rührt von Mose her (34,28). Es wird klar betont, dass Gott selbst gesprochen und die Zehn Gebote geschrieben hat. Deshalb sind auch alle Theorien, dass Israel sich Rechtsgrundlagen und -bestimmungen von Nachbarvölkern ausgeliehen haben soll, zu verwerfen.

Man kann die Zehn Gebote in zwei Hauptkategorien unterteilen: die Vertikale – die Beziehung zwischen den Menschen und Gott (20,2-11); und die Horizontale – die zwischenmenschlichen Beziehungen (20,12-17). Die Zehn Gebote gewähren echte und saubere Theologie, aufrichtige Anbetung und bieten idealen Schutz für den Namen Gottes, den Sabbat, die Familienehre, das Leben selbst, die Ehe, Eigentum, die Wahrheit und jede Form von Tugend.

Kurzstudium zum 2. Buch Mose/einige Fragen

  • Welches sind die Höhepunkte in Moses jungen Jahren?
  • Welche verschiedenen Mittel setzte Gott im 2. Buch Mose ein, um sich selbst zu offenbaren?
  • Welche zehn Plagen haben Ägypten heimgesucht?
  • Welcher Zusammenhang besteht zwischen den Plagen und den Göttern Ägyptens?
  • Wie können wir anhand des Gesetzes, das in den Zehn Geboten zusammengefasst ist, erkennen, dass wir Gottes Hilfe nötig haben?
  • Welche der Zehn Gebote bestimmen unsere Beziehung zu Gott, und welche unsere Beziehung zu den Mitmenschen?

Fortsetzung: 3. Mose (Levitikus)

Autor: John MacArthur
Quelle: Basisinformationen zur Bibel

Was ist die Geschichte/Zusammenfassung des Alten Testaments?

Am Anfang existierte Gott bereits. Zu seinem eigenen Vergnügen schuf Gott Zeit und das Universum durch die Macht seines Wortes und machte aus nichts etwas. Am sechsten Tag der Schöpfung schuf Gott etwas Einzigartiges: die Menschheit – einen Mann und eine Frau – geschaffen nach seinem eigenen Bildnis. Als Gott die ersten zwei Menschen männlich und weiblich schuf, instituierte er den Bund der Ehe (1. Mose 1-2).

Gott platzierte den Mann und seine Frau in den Garten Eden, ein perfektes Umfeld, und gab ihnen die Verantwortung sich um den Garten zu kümmern. Gott erlaubte ihnen alle Früchte im Garten – außer einer – zu essen: der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse war für sie verboten. Sie hatten selbst die Wahl zu gehorchen oder ungehorsam zu sein, und Gott warnte sie, dass der Tod das Ergebnis sein würde, wenn sie ungehorsam wären (1. Mose 2,15-17). In der Zwischenzeit rebellierte der mächtige Engel namens Luzifer im Himmel gegen Gott. Er und ein Drittel der himmlischen Heerscharen wurden aus dem Himmel verbannt. Luzifer kam in den Garten Eden, wo der Mann und seine Frau waren. Er nahm die Gestalt einer Schlange an und führte Eva, die erste Frau, in Versuchung Gott ungehorsam zu sein, indem sie die verbotene Frucht aß. Er sagte ihr, dass sie nicht sterben würde und dass die Frucht gut für sie wäre. Sie glaubte die Lüge und aß die Frucht. Dann gab sie die Frucht ihrem Mann Adam und er aß ebenfalls davon. Sofort erkannte das Paar, dass sie falsches getan haben. Sie schämten sich und fühlten sich verletzbar und entblößt. Als Gott nach ihnen sah, versteckten sie sich (Jesaja 14,12-15; 1. Mose 3).

Natürlich fand Gott sie. Das Urteil erging. Die Erde wurde wegen des Menschen von Gott verdammt: sie würde nicht mehr einfach Früchte hervorbringen; stattdessen muss der Mann arbeiten, um Ernte zu erwirtschaften. Die Frau wurde verdammt zu Schmerzen bei der Geburt von Kindern. Die Schlange wurde verdammt von da an im Staub herumzukriechen. Und dann machte Gott ein Versprechen: eines Tages wird jemand kommen, geboren von einer Frau, der mit der Schlange kämpft. Er wird den Kopf der Schlange zerschlagen, aber wird im Prozess verletzt werden. Gott schlachtete dann ein Tier, um dem sündigen Paar Häute als Kleidung zu geben, bevor er sie aus dem Garten Eden vertrieb (1. Mose 3,15-19 & 21).

Der Kampf zwischen Gut und Böse setzte sich in der Familie des ersten Paares fort. Einer ihrer Söhne, Kain, ermordete seinen Bruder, Abel und wurde für seine Tat verdammt. Der ersten Frau der Welt wurde ein weiteres Kind geboren. Sein Name war Set (1. Mose 4,8 & 25).

Einige Generationen später war die Welt voller Bosheit. Gewalt und Missachtung von Gott waren zügellos geworden. Gott entschloss sich, die Bosheit des Menschen zu vernichten und neu zu beginnen. Ein Mann namens Noah, ein Nachfahre von Set, wurde die Gnade Gottes zuteil (Gottes Segen für jemanden, der es nicht verdient). Gott offenbart Noah, dass er eine große Flut schicken wird, um die Erde zu zerstören und er gab Noah Instruktionen, wie er eine Arche bauen soll, um die Flut zu überleben. Noah baute die Arche und als die Zeit näher rückte, lies Gott Tiere jeder Rasse auf die Arche kommen. Diese Tiere wurden zusammen mit Noah und seiner Familie von der Flut verschont. Die Flut zerstörte jedes weitere Leben von der Erde (1. Mose 6-8).

Nach der großen Flut fingen Noah und seine Familie an die Erde neu zu bevölkern. Als ihre Nachfahren sich selbst zum Trotz gegen Gott ein Monument bauten, verwirrte Gott ihre Sprachen. Die Einwohner der Erde teilten sich gemäß ihrer Sprachen in Gruppen auf und verteilten sich über die Erde hinweg (1. Mose 11,1-8).

Gott begann mit seinem Plan einen Schlangen-Zerstörer der Welt vorzustellen. Der erste Schritt dazu war, dass er ein Volk für sich selbst bestimmte. Er wählte einen Mann namens Abraham und seine Frau Sara, mit denen ein neues Geschlecht (Rasse) begann. Gott rief Abraham fort von zuhause und führte ihn in das Land von Kanaan. Gott versprach Abraham eine Vielzahl von Nachfahren, die Kanaan als ihr eigenes Land besitzen würden. Gott versprach Abrahams Samen zu segnen und durch seine Nachfahren alle Nationen der Erde zu segnen. Das Problem war aber, dass Abraham und Sara sehr alt waren und Sara keine Kinder mehr bekommen konnte. Aber Abraham glaubte Gottes Versprechen und Gott erkannte Abrahams Glauben als Rechtschaffenheit (1. Mose 12,1-4; 15,6).

Gott segnete Abraham und Sara mit einem Sohn, Isaak. Gott wiederholte sein Versprechen vieler Nachkommen und Segen an Isaak. Isaak hatte Zwillinge, Esau und Jakob. Gott wählte Jakob, um den versprochenen Segen zu erben und änderte seinen Namen in Israel. Jakob/Israel hatte zwölf Söhne, die die Führer der zwölf Stämme Israels wurden (1. Mose 21,1-6; 25,19-26; 28,10-15; 35,23-26).

Wegen einer großen Hungersnot brachte Jakob seine Familie von Kanaan nach Ägypten. Bevor er starb, hinterließ er jedem seiner Söhne einen prophetischen Segen. Juda versprach er unter seinen Nachkommen ein König zu sein – jemand, der unter allen Nationen der Welt geehrt wird. Jakobs Familie wurde in Ägypten größer und sie blieben für die nächsten 400 Jahre dort. Dann fürchtete der König von Ägypten, dass die Kinder Israels zu zahlreich werden würden und versklavte sie. Gott baute einen Propheten namens Moses aus dem Stamm Levi auf und brachte das Volk Israel aus Ägypten heraus und zurück zu dem Land, welches Abraham versprochen wurde (1. Mose 46; 49; 2. Mose 1,8-14; 3,7-10).

Der Auszug aus Ägypten (oder auch Exodus, wie das 2. Buch Mose genannt wird) war von etlichen großen Wundern begleitet, z.B. der Teilung des Roten Meeres. Nachdem die Kinder Israels sicher aus Ägypten gekommen waren, kampierten sie am Berg Sinai, wo Gott Moses die Gebote gab. Die Gebote – zusammengefasst die Zehn Gebote, sind das Gesetz Gottes und die Basis des Bundes zwischen Gott und Israel: wenn sie die Gebote halten, werden sie gesegnet, aber wenn sie die Gebote brechen, werden sie verflucht. Israel stimmte zu das Gesetz Gottes zu befolgen (2. Mose 7-11; 14,21-22; 19-20).

Über die Etablierung eines Moralkodex hinaus, definierte das Gesetz die Rolle der Priester und schrieb die Opfergaben zur Wiedergutmachung von Sünden vor. Die Wiedergutmachung/Sühne konnte nur durch Blutvergießen eines perfekten und reinen Opfers erreicht werden. Das Gesetz beschrieb auch das Allerheiligste, in dem Gott gegenwärtig sein würde, um seinem Volk zu begegnen (3. Mose 1; 2. Mose 25,8-9).

Nachdem Moses das Gesetz erhalten hatte, führe er die Israeliten an die Grenze des versprochenen Landes. Aber das Volk fürchtete sich vor den kriegerischen Einwohnern Kanaans, zweifelte Gottes Versprechen an und weigerte sich ins Land einzuziehen. Als Strafe schickte Gott sie zurück in die Wildnis, in der sie für 40 Jahre herumwanderten. In seiner Gnade versorgte Gott das gesamte Volk auf wundersame Weise mit Nahrung (4. Mose 14,1-4 & 34-35; 2. Mose 16,35).

Am Ende der 40 Jahre starb Moses. Eine seiner letzten Prophezeiungen betraf das Kommen eines weiteren Propheten, der wie Moses sein wird und auf den die Leute hören müssen. Moses Nachfolger Josua, führte durch Gottes Hilfe das Volk Israel ins versprochene, gelobte Land. Sie gingen mit Gottes Versprechen, dass keiner ihrer Feinde ihnen widerstehen könne. Gott zeigte seine Macht in Jericho, der ersten Stadt, auf die sie trafen, indem er die Stadtmauern einstürzen lies. In Gottes Gnade und Barmherzigkeit, verschonte er die Hure Rahab vor der Zerstörung Jerichos (5. Mose 18,15; Josua 6).

Über die nächsten Jahre waren Josua und die Israeliten erfolgreich in der Vertreibung der meisten Kanaaniter und das Land wurde unter den zwölf Stämmen aufgeteilt. Allerdings war die Eroberung des Landes nicht vollständig. Durch mangelnden Glauben und einfachen Ungehorsam haben sie ihre Aufgabe nicht vollendet und einzelne Kanaaniter blieben im Land. Dieser heidnische Einfluss hatte Auswirkungen auf die Israeliter, die die Götzenverehrung adaptierten. Dies war eine direkte Missachtung von Gottes Gesetz (Josua 15,63; 16,10; 18,1).

Nach dem Tod von Josua erlebten die Israeliter turbulente Zeiten. Die Nation verfiel in Götzenanbetung und Gott verurteilte sie dafür, indem er sie in Sklaverei an Feinde übergab. Das Volk Gottes bereute und rief Gott um Hilfe an. Gott lies einen Richter hochkommen, um die Götzen zu zerstören, die Leute zusammenzurufen und den Feind zu besiegen. Der Friede dauerte eine Weile an, aber nach dem Tod des Richters fielen die Menschen wieder in die Götzenverehrung zurück und der Zyklus wiederholte sich von vorn (Richter 17,6).

Der letzte Richter war Samuel, der zudem auch ein Prophet war. Während seiner Zeit verlangte Israel nach einem König, der über sie regieren sollte, um wie die anderen Nationen zu sein. Gott bewilligte ihren Wunsch und Samuel salbte Saul zum ersten König Israels. Saul war jedoch eine Enttäuschung. Er war Gott gegenüber ungehorsam und ihm wurde die Macht entzogen. Gott wählte David aus dem Stamm Juda, als Nachfolger für Saul. Gott versprach David, dass er einen Nachfolger haben würde, der ewig regieren wird (1. Samuel 8,5; 15,1 & 26; 1. Chronik 17,11-14).

Davids Sohn Salomon regierte in Jerusalem nach Davids Tod. Während der Herrschaft von Salomons Sohn brach ein Bürgerkrieg aus und das Königreich wurde geteilt: der nördliche Teil wurde Israel genannt und der südliche Juda. Die Dynastie von David regierte in Juda (1. Könige 2,1; 12).

Das Königreich Israel hatte eine ungebrochene Serie von bösartigen und schlechten Königen. Keiner von ihnen war Gott wichtig oder versuchte die Nation nach Gottes Gesetz zu regieren. Gott schickte Propheten zur Warnung, inklusive Elija und Elisa, aber die Könige beharrten in ihrer Bosheit. Schlussendlich sprach Gott das Urteil und brachte die Nation der Assur über Israel. Die Assurer deportierten die meisten Israeliten und das war das Ende des nördlichen Königreichs (1. Könige 17,1; 2. Könige 2; 17).

Das Königreich Juda hatte auch bösartige Könige, aber die Reihe wurde durch gute Könige, die wirklich Gott liebten und versuchten das Land gemäß seinem Gesetz zu führen, hin und wieder unterbrochen. Gott war seinen Versprechen treu und segnete das Volk, wenn sie seinen Geboten folgten. Die Nation wurde während der Invasion von Assur erhalten und hielt vielen anderen Bedrohungen stand. Während dieser Zeit predigte der Prophet Jesaja gegen die Sünden von Juda und sagte die babylonische Invasion voraus. Jesaja prophezeite auch das Kommen eines Dieners des Herrn – er würde für die Sünden seines Volks leiden und verherrlicht werden und auf dem Thron Davids sitzen. Der Prophet Micha sagte voraus, dass der Versprochene in Bethlehem geboren werden wird (Jesaja 37; 53,5; Micha 5,1).

Jedoch verfiel auch die Nation Juda der Götzenverehrung. Gott brachte als Urteil für ihre Sünden die Nation von Babylon gegen Juda. Der Prophet Jeremia erlebte den Niedergang von Jerusalem und sagte voraus, dass die jüdischen Gefangenen in Babylon nach 70 Jahren ins gelobte Land zurückkehren werden. Er prophezeite auch einen zukünftigen Bund bei dem das Gesetz nicht auf Steintafeln geschrieben steht, sondern in den Herzen von Gottes Volk. Dieser neue Bund wird Gottes Vergebung der Sünden als Ergebnis haben (2. Könige 25,8-10; Jeremia 29,10; 31,31-34).

Die babylonische Gefangenschaft dauerte 70 Jahre. Der Prophet Daniel und Hesekiel dienten während dieser Zeit. Daniel prophezeite den Aufstieg und Niedergang vieler Nationen. Auch er sagte das Kommen des Messias, des Auserwählten, voraus der für andere getötet werden wird (Daniel 2,36-45; 9,26).

Nachdem Babylon den Persern zum Opfer fiel, wurden die Juden freigelassen und kehrten nach Juda zurück. Viele Juden kehrten Heim und bauen Jerusalem und den Tempel wieder auf. Nehemia und Esra führten diese Vorhaben mit der Ermutigung der Propheten Haggai und Sacharja. Eine der Prophezeiungen von Sacharja beinhaltete eine Beschreibung eines zukünftigen Königs, der demütig auf einem Esel reitend nach Jerusalem kommen wird (Nehemia 6,15-16; Esra 6,14-15; Sacharja 9,9).

Nicht alle Juden sind allerdings nach Juda zurückgekehrt. Viele blieben freiwillig in Persien, wo Gott sie weiterhin beschützte. Eine Jüdin namens Ester wurde zu einer Königin Persiens und war entscheidend für die Rettung aller Juden im Königreich verantwortlich (Ester 8,1).

Maleachi schrieb das letzte Buch des Alten Testaments. Er prophezeite, dass der Herr zu seinem Tempel kommen würde, aber vor seiner Ankunft ein anderer Botschafter den Weg für den Herrn bereiten wird. Dieser Botschafter wird ähnlich wie der Prophet Elia von früher sein. Nach Maleachis Prophezeiung vergingen 400 Jahre bevor Gott wieder direkt mit den Menschen sprach (Maleachi 3,1; 4,5).

Das Alte Testament ist die Geschichte von Gottes Plan Erlösung für die Menschen zu bringen. Am Ende des Alten Testaments hat Gott ein einzigartiges gewähltes Volk, die die Wichtigkeit von Blutopfern verstand, die an die Versprechen von Abraham und David glaubten und auf einen Erlöser warteten. Kurz gesagt, sie sind bereit für den Schlangen-Zerstörer aus dem Buch 1. Mose, den Propheten ähnlich wie Mose, den leidenden Diener von Jesaja, den Sohn Davids, den Messias von Daniel, den demütigen König von Sacharja – alle eine Person, Jesus Christus.
https://www.gotquestions.org/Deutsch/geschichte-zusammenfassung-altes-testament.html