Eine Dorfkirche mit einem Dorfgott

„Ich erinnere mich dran, vor einigen Jahre eine Gemeinde besucht zu haben. Ich habe mich unbemerkt in die letzte Reihe hingesetzt. … Als wir zu der Fürbitte kamen, hat ein Laienbruder die gehalten, denn der Pastor war im Urlaub. Deswegen hat der Bruder gebetet, dass der Pastor seinen Urlaub genießen möchte. Das ist in Ordnung. Pastoren sollen einen guten Urlaub genießen können.
Zweitens, hat er für eine Frau in der Gemeinde gebetet, deren Baby demnächst erwartet war, dass das Kind gesund zur Welt kommt. Auch ein respektables Gebet. Drittens hat er für eine andere Dame gebetet, die krank war. Das waren die Fürbitte. Sie haben zwanzig Sekunden gedauert.
Ich habe mir gesagt, es ist eine Dorfkirche mit einem Dorfgott. Sie haben kein Interesse an der Welt da draußen. Niemand hat über die Armen, die Unterdrückten, die Flüchtlingen, die Kriegsorten, oder gar über Weltevangelisation gedacht.“ 
John Stott, Ten Great Preachers, s.117.

Das Neujahrsgebet von 1883

Herr, setze dem Überfluss Grenzenund lasse die Grenzen überflüssig werden.
Lasse die Leute kein falsches Geld machenund auch das Geld keine falschen Leute.
Nimm den Ehefrauen das letzte Wortund erinnere die Männer an ihr erstes.
Schenke unseren Freunden mehr Wahrheitund der Wahrheit mehr Freunde.
Bessere solche Beamte, Geschäfts- und Arbeitsleute,die wohl tätig, aber nicht wohltätig sind.
Gib den Regierenden gute Deutsche und den Deutschen eine gute Regierung.
Herr, sorge dafür, dass wir alle in den Himmel kommenaber nicht sofort.
Adolf Glaßbrenner (1810-1876) Humorist und Satiriker.