Das Seltsame Schweigen Der Bibel In Der Kirche

Der Verlust der historischen Überzeugung, dass Gott das sagt, was die Schrift sagt, ist die Ursache, dessen, was James D. Smart in einem bezeichnenden Buchtitel so ausdrückte, ‚Das seltsame Schweigen der Bibel in der Kirche‘. Es hat das Leben der protestantischen Kirchen in diesem Jahrhundert in mehreren Bereichen geschwächt:

  1. Es hat die Predigt untergraben: Der entscheidende Gedanke beim Predigen ist der, dass der Prediger ein Sprachrohr seines Textes wird, indem er ihn erschließt und ihn als Wort Gottes an seine Hörer anwendet; er redet nur, damit das Wort selbst spricht und gehört wird. […]
  2. Es hat die Lehre unterhöhlt: […] Es herrscht Gleichgültigkeit bezüglich der Lehre, ein Gefühl, dass es nicht groß drauf ankomme, ob man eine Meinung zu bestimmten Fragen habe oder nicht, weil es ja angeblich der Mutmaßung eines jeden einzelnen überlassen bleibe, was wahr oder falsch ist. […]
  3. Es hat den Glauben geschwächt: […] Wenn die Gewissheit drüber fehlt, was das Wort Gottes ist, dann herrscht Aberglaube vor, und anstelle des Glaubens gibt es nur Nebel. Bekennende Christen werden dann – wie ernst und entschieden sie auch sein mögen – wie die Juden, die „eifern für Gott, aber mit Unverstand“ (Röm 10:2).

Viel der Frömmigkeit in den Kirchen ist heute verschwommen, ängstlich und freudlos, nur weil die Menschen nicht gelehrt wurden, oder es nicht wagen, ihr Vertrauen in die Heilige Schrift zu setzen und ihr Leben an den ‚teuren und allergrößten Verheißungen‘ (2 Petr 1:4). Zweifel und Ungewißheit pber gOtt und unser Verhältnis zu ihm sind amselige Begleiter für das Leben und Sterben; aber viele leben heute so, weil sie keine Gewissheit über Gott haben, auf der ihr Glaube ruhen könnte.  […]

  1. Es hat die Laien entmutigt, die Bibel zu lesen. […] Selbst wenn man die Bedeutung einer [biblischen] Aussage herausgefunden habe, könne man dieser nicht unbedingt vertrauen, und außerdem sei die Bibel ein Buch, das für den gewöhnlichen Christen zu schwierig ist, als dass er es mit Gewinn studieren könnte. […]
  2. Es hat Christus aus dem Mittelpunkt gerückt und dem Blick entzogen. […] So ist der Jesus des Neuen Testaments nicht länger der Christus; der historische Jesus ist uns nicht mehr zugänglich. […]

J I Packer, Wie Gott Vorzeiten Geredet Hat, s.32-34

 

 

How do you prepare your sermons?

ANSWER: I print out a section of the Bible text with large spaces between the lines. In the spaces, I put in Greek or Hebrew notations in pencil. Then I add cross-references and notes in ink, and I preach from that. My notes are minimalistic. I never prepare my sermons as a manuscript. The notes that I make usually have more content than can be delivered in the length of a sermon. I know before I get into the pulpit that I won’t say everything that I had thought of saying. The sermon will need to be edited while delivering it. I pray fervently that the Holy Spirit will edit the text which doesn’t actually exist yet, so that it speaks to the people and makes a whole sermon. Usually, I am motivated to leave out some things that I have put in the notes. Sometimes I don’t see them. I just have a blind spot, and afterwards I might realize, “Oh, I forgot to say that!”, and I think, “Well, was it really necessary, or do I need to say it next time?” Usually it would not have belonged well in the sermon. Also, things come to me while I preach that are not in the notes, and I say those things. Last Sunday, I preached on the first part of Chapter 2 of Titus, and my notes looked like a shorter-than-average sermon. My average sermon is between thirty to thirty-five minutes, and this looked like twenty-five minutes, but it turned out to be forty-five minutes, and there was no fluff. It was content, content, content and illustrations, and applications and examples that came to me as I preached. So I don’t make a beautiful eloquent sermon – I put ideas together and cross-references, and I have a basic picture of what the text says and how it relates to other passages in the Bible and how it connects to the people that I’m preaching to. I also understand and try to point out how the text has sometimes been interpreted badly. So, I have notes on paper, but I don’t know what the sermon will actually sound like until I hear a recording of it.Von „Schwindelerregend zusammen mit Gott“ PG. 125-126 (verfügbar bei Amazon)

Frage: Wie bereitest du deine Predigten vor?

Antwort: Ich drucke einen Abschnitt des Bibel-Textes mit großen Räumen zwischen den Linien aus. In den Räumen habe ich griechische oder hebräische Notationen in Bleistift gesetzt. Dann füge ich Kreuz und Notizen in Tinte hinzu, und ich Predigt davon. Meine Notizen sind minimalistisch. Ich bereite meine Predigten nie als Manuskript vor. Die Notizen, die ich mache, haben normalerweise mehr Inhalte, als in der Länge einer Predigt geliefert werden können. Ich weiß, bevor ich in die Kanzel komme, dass ich nicht alles sagen werde, was ich gedacht hatte, zu sagen. Die Predigt muss bearbeitet werden, während sie sie liefert. Ich bete leidenschaftlich, dass der Heilige Geist den Text bearbeiten wird, der es tatsächlich noch nicht gibt, so dass er mit den Menschen spricht und eine ganze Predigt macht. Normalerweise bin ich motiviert, einige Dinge zu hinterlassen, die ich in die Notizen gestellt habe. Manchmal sehe ich sie nicht. Ich habe gerade einen blinden Spot, und danach könnte ich merken: “ Oh, ich habe vergessen, das zu sagen!“, und ich denke: “ Nun, war es wirklich notwendig, oder muss ich es nächstes mal sagen?“ Normalerweise ist es wäre in der Predigt nicht gut gewesen. Auch die Dinge kommen zu mir, während ich predigen, dass nicht in den Notizen sind, und ich sage diese Dinge. Letzten Sonntag habe ich auf den ersten Teil von Kapitel 2 von Titus gepredigt, und meine Notizen sahen aus wie eine kürzere Predigt. Meine durchschnittliche Predigt ist zwischen dreißig bis Minuten, und das sah nach Minuten aus, aber es war Minuten, und es gab keinen Flaum. Es waren Inhalte, Inhalte, Inhalte und Illustrationen, und Anwendungen und Beispiele, die zu mir kamen, wie ich gepredigt habe. Also ich mache keine schöne eloquent Predigt – ich setze Ideen zusammen und Cross-Referenzen, und ich habe ein grundlegendes Bild von dem, was der Text sagt und wie es sich auf andere Passagen in der Bibel bezieht und wie es sich mit den Menschen verbindet, die ich bin Predigt zu. Ich verstehe auch und versuche, darauf aufmerksam zu machen, wie der Text manchmal schlecht interpretiert wurde. Also, ich habe Notizen auf Papier, aber ich weiß nicht, wie die Predigt tatsächlich klingen wird, bis ich eine Aufnahme davon höre. Ellis H. Potter

Zeige mir dein Tattoo….

Zeige mir dein Tattoo und ich sage dir, wer du bist (keine Verurteilung)Michael Freiburghaus·Montag, 8. Juli 2019–> Hörpredigt auf: www.chelegmeind.ch/predigten

Predigt in Dürrenäsch am 07.07.2019
Predigttext: „Er [= Jesus] ist das Bild des unsichtbaren Gottes.“[1]Einleitung: Persönlicher Bezug
Im Jahr 2008 machte ich ein Praktikum für zwei Monate bei der Heilsarmee in Rom, um Italienisch zu lernen und die ganze Stadt zu erkunden. Mein Bruder besuchte mich einmal und wir fuhren mit der Metro zu einer Sehenswürdigkeit. Plötzlich hob er sein T-Shirt und zeigte mir sein erstes Tattoo an seinem Bauch! Ich hätte das nie von ihm gedacht. Mein Bruder ist Laptop-Sales-Manager. Mittlerweile hat auch meine Schwester, die Ärztin ist, eine Tätowierung. Tattoos sind also in der Mitte der Gesellschaft angekommen und kein Randphänomen mehr.[2] Statistiken zeigen, dass die Hälfte aller Frauen zwischen 25 und 34 Jahren in Deutschland[3] und der Schweiz[4] tätowiert sind. Im Sommer sieht man wieder mehr Tattoos.1. Die Bedeutung einiger beliebter Tattoo-Motive
Mir ist aufgefallen, dass es einige Tattoomotive gibt, die eher Frauen ansprechen und andere, die eher Männer faszinieren. Natürlich ist jedes Symbol mehrdeutig, aber es geht mir hier um das grosse Ganze.[5]1.1 Weibliche Motive: Flügel/Engel/Vögel/Schmetterling/Feen/Elfen
Viele Frauen lassen sich Tattoos mit Flügeln tätowieren, auch Frauen in unserer Kirchgemeinde. Beflügelte Tattoos sind beispielsweise Motive eines oder zweier Flügel, Engel oder Feenwesen mit Flügeln, Vögel oder Schmetterlinge. Fliegen zu können ist ein Zeichen von Freiheit. Flügel symbolisieren auch Leichtigkeit. Eine Raupe verpuppt sich und wird dann zum Schmetterling, der fliegen kann. Ein Schmetterling steht für das Wachstum, Transformation, für einen Prozess, Veränderung (Metamorphose), Erneuerung. Der Schmetterling ist auch ein Zeichen der Auferstehung von Jesus Christus.1.2 Männliche Motive: Tod/Sensenmann/Totenkopf/Teufel/Dämon/Hölle
Eher männliche Motive sind der Tod, ein Totenkopf[6], der Sensenmann, der Teufel, Dämonen oder die Hölle. Viele Männer interessieren sich für den richtigen Weg, den sie im Leben einschlagen wollen. Für die Frage nach Gut und Böse. Wenn man Konfirmanden heutzutage ihren Konfirmationsspruch selber aussuchen lässt, dann wählen sie oftmals folgenden Satz: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit dem Guten!“[7] Das beschäftigt also bereits Teenager.1.3 Tattoos, die Frauen und Männer mögen
Es gibt auch viele Tattoos, die sowohl Frauen als auch Männer ansprechen, wie z.B. Muster, sogenannte Tribals. Beliebt sind auch die Namen oder Initialen der Kinder oder Symbole wie z.B. Sternchen für die Anzahl der Kinder.[8]1.4 Persönliche Favoriten
Aus unterschiedlichen Gründen habe ich keine Tätowierung. Vielleicht bin ich einfach eine Memme, weil ich die Schmerzen nicht ertragen will 😊 Zwei Tattoomotive interessieren mich jedoch: Auf dem Rücken mit fetten Buchstaben das Wort BEHEMOT, das ist das Tier aus der Bibel, im Buch Hiob, ein Nilpferd oder ein Dinosaurier.[9] Dann auf dem rechten Oberarm mein Familienwappen: Eine Frei-Burg-Haus mit zwei Sternen und dem Mond.

2. Jesus ist Gottes Tattoo und deswegen die Antwort auf unsere Lebensfragen
In der Bibel gibt es einen kurzen, aber inhaltsschweren Satz des Apostels Paulus an die Kolosser: „Er [= Jesus] ist das Bild des unsichtbaren Gottes.“[10] Jesus ist Gottes Tattoo, Gottes Abbild. Gott ist unsichtbar, aber in seinem Sohn Jesus wird er für uns sichtbar. „Denn es gefiel der ganzen Fülle [Gottes], in ihm [= Jesus] zu wohnen.“[11] Jesus ist ganz Mensch und ganz Gott gleichzeitig. Jesus hat für uns gelitten und ist für uns auferstanden, weil er uns liebt. Dies hat viele unterschiedliche Auswirkungen, eine davon ist die Versöhnung mit Gott und Menschen: „…[es gefiel der ganzen Fülle Gottes,, durch ihn [= Jesus] alles mit sich zu versöhnen – indem er Frieden gemacht hat durch das Blut seines Kreuzes – durch ihn, sei es, was auf der Erde oder was in den Himmeln ist.“[12] Jesus versöhnt uns nicht nur mit Gott, sondern auch mit anderen Menschen: Stichworte Nächstenliebe, Feindesliebe und Vergebungsbereitschaft. Der Glaube an Jesus ist Seelsorge, weil Jesus sich um unsere Seele sorgt. Teilweise habe ich den Eindruck, dass Tattoos eine Form der Selbst-Seelsorge sind, weil man sich bewusst Zeit nimmt, um körperlichen Schmerz zu erleiden, weil man in der Vergangenheit einen seelischen oder geistlichen Schmerz wie z.B. eine Krankheit[13], den Zerbruch einer Beziehung oder den Verlust eines geliebten Menschen[14] ertragen musste.[15] Selber habe ich ja keine Tätowierung, aber ich frage mich, ob das Krafttraining, das viele andere und ich regelmässig betreiben, nicht auch eine Art Selbstkasteiung („Selbstbestrafung“) ist wie das Stechen von Tattoos.[16] Jesus hat die Schmerzen am Kreuz nicht erduldet, weil er Freude daran gehabt hätte, sondern um uns zu erlösen von unseren Sünden. Ebenso, um uns von uns zu erlösen und von unserem Wunsch nach Selbsterlösung. Weil Jesus von den Toten auferstanden ist und jetzt lebt, ist er die Antwort auf unsere grossen Lebensfragen. Drei greife ich heraus: Die Frage nach unserer Freiheit, unserer Hoffnung und die Frage nach dem richtigen Weg.2.1 Jesus befreit uns und stillt unsere Sehnsucht nach Freiheit
A) Jesus befreit uns!
Die Tattoomotive der Flügel stellt uns zuerst die Frage nach unserer Freiheit. „Zur Freiheit hat uns Christus befreit!“[17] lautet die Antwort der Bibel. Jesus befreit uns. Es kann gut sein, dass Frauen sich Freiheit wünschen und sich deswegen auch Flügel tätowieren, weil sie sich vom oftmals eintönigen und anstrengenden Alltag als Hausfrau und Mutter Freiheit wünschen. Wenn Mütter in ihre Kinder Liebe, Kraft, Zeit, Geld und Herzblut investieren, dann ist dies niemals vergebens. Kinder sind die Zukunft eines Landes. „Die Hand, die die Wiege bewegt, bewegt die Welt“, lautet ein treffendes Sprichwort. Die Hand der Mutter, die die Kinder erzieht, wird grosse Auswirkungen haben, weil ihre Kinder das Verhalten der Mutter oftmals kopieren und so an andere Menschen weitergeben werden. Deswegen ist die Erziehung von Kindern ein grosser und wertvoller Dienst im Reich Gottes.[18]B) Jesus schenkt uns Hoffnung auf die Ewigkeit bei Gott!
Das Tattoomotiv des Schmetterlings stellt uns zweitens die Frage nach unserer Hoffnung über den Tod hinaus: Jesus hat den Tod besiegt durch seine Auferstehung an Ostern. Er schenkt uns Hoffnung und Trost, auch wenn wir geliebte Menschen früh verlieren.2.2 Jesus führt uns auf dem Weg des Lebens!
Jesus beantwortet auch die Frage, die vielen Männern unter den Nägeln brennt: Wie können wir im Dschungel des Lebens den richtigen Weg wählen? An allen Versuchungen und Anfechtungen vorbei? Jesus selbst ist der Weg, der zurück zu Gott führt. Jesus spricht: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.“[19] Wenn wir an Jesus glauben und ihm unser Leben widmen, dann können wir gewiss sein, dass Gott uns führt und leitetet und dass das Versprechen aus Psalm 16 auch uns gilt: „Du [= Gott] wirst mir kundtun den Weg des Lebens; Fülle von Freuden ist vor deinem Angesicht, Lieblichkeiten in deiner Rechten [= Hand] immerdar.“[20] Christina und ich haben einmal in Basel Traktate (christliche Schriften) verteilt und einem stämmigen Mann mit Tattoos eine Bibelkarte geschenkt mit diesem Bibelvers darauf. Er war wie ein Wikinger gekleidet und war wohl auf dem Weg zu einem Konzert. Zuerst wehrte er ab, indem er sagte, dass er heidnischer Wikinger sei. Doch dann las er den Bibelvers und sagte: „Freude ist immer gut. Und zudem sind die Wikinger ja auch Christen geworden.“ Er steckte die Karte ein und ein Lächeln zog über sein Gesicht.2.3 Jesus schenkt uns unsere Identität und unseren Wert
Wenn wir an Jesus glauben, dann wohnt der Heilige Geist in uns. Der Körper wird zum „Tempel des Heiligen Geistes.“[21] Warum? „Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.“[22] Dank Jesus lernen wir, unseren Körper so anzunehmen, wie er ist, egal ob mit oder ohne Tätowierungen. Falls wir uns Tattoos haben stechen lassen – quasi als Jugendsünde–, die Jesus beleidigen oder gegen ihn rebellieren, dann können wir Jesus darum bitten, uns zu vergeben. Jesus verurteilt uns nicht, sondern er ringt darum, dass wir die Vergebung unserer Sünden annehmen, unsere Identität in ihm finden und so unser ganzes Potential entfalten. Ich habe schon Berichte gehört, dass bei Erwachsenen, die sich taufen liessen, die negativen Tattoos weggewaschen wurden.Schluss: Gott wird uns tätowieren, indem er uns einen neuen Namen (Identität) gibt
In der Bibel steht auch, dass Gott uns im Himmel seinem Namen eintätowieren wird: „Wer überwindet, den werde ich im Tempel meines Gottes zu einer Säule machen, und er wird nie mehr hinausgehen; und ich werde auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen der Stadt meines Gottes, des neuen Jerusalem, das aus dem Himmel herabkommt von meinem Gott, und meinen neuen Namen.“[23] Der Name steht in der Bibel für die Identität, für unser innerstes Wesen, den Kern unserer Persönlichkeit. Mit unserer neuen Identität in Jesus müssen wir aber nicht warten, bis wir im Himmel sind, sondern sie beginnt jetzt schon, wenn wir es zulassen, dass Jesus an uns wirkt und unseren Charakter gemäss der Bibel und seines Heiligen Geistes formen darf. „Er [= Jesus]ist das Bild [= Tattoo] des unsichtbaren Gottes.“[24] Amen.Anmerkung: Gefahren der Tätowierungen
Im Alten Testament spricht Gott: „Und einen Einschnitt wegen eines Toten sollt ihr an eurem Fleisch nicht machen; und geätzte Schrift sollt ihr an euch nicht machen. Ich bin der HERR.“[25]In dieser Predigt ging es mir jedoch nicht um die Frage: Tattoos ja oder nein. Sondern um die Bedeutung einiger häufiger Tattoomotive und eine biblische Antwort darauf. Es gibt einige theologische[26] und gesundheitliche[27] Aspekte, die gegen das Stechen von Tattoos sprechen.[28]Fragen zum Nachdenken und Diskutieren
A) Welches Tattoomotiv interessiert dich am meisten? Warum hast du eine Tätowierung machen lassen oder eben nicht? Was bedeutet dir das Motiv/Symbol?
B) Jesus ist Gottes Tätowierung. Er wirkt in unserem Leben. In welchen Bereichen deines Lebens brauchst du Seelsorge? Wo sehnst du dich nach Versöhnung? Wo kannst du den ersten Schritt machen? „Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.“[29] Gott der Heilige Geist wohnt in Christusgläubigen und befähigt uns zum Dienst am Nächsten.Fussnoten
[1] Kolosserbrief 1,15a.
[2] „Die zunehmende Verbreitung von Tattoos seit den 70er Jahren hat dazu geführt, dass sich Tattoos heutzutage in allen Gesellschaftsschichten finden lassen. So hat 2014 eine Studie in Deutschland ergeben, dass rund neun Prozent der Bevölkerung Tätowierungen tragen, wobei sich kein Zusammenhang mit dem Bildungsniveau feststellen lässt“, Michael Goldberg, Glaube, der unter die Haut geht: Eine qualitative Untersuchung religiöser Expressivität bei Trägerinnen und Trägern von Tattoos mit christlicher Symbolik, Bachelorarbeit an der Universität Zürich, 06.03.2017.
[3] Wikipediaartikel Tätowierung, abgerufen am 05.07.2019.
[4] Melissa Müller, Jeder fünfte Schweizer ist tätowiert – Doch eine Kehrtwende zeichnet sich ab, Aargauer Zeitung, 12.01.2019.
[5] Vgl. Vera Rüttimann, Gott auf nackter Haut – Religiöse Tattoo-Motive sind beliebt, kath.ch, 26.09.2018.
[6] „Totenköpfe sieht man ebenfalls sehr oft. ‚Ein Totenschädel auf dem Oberarm kann ein Zeichen für Gewaltbereitschaft sein, aber auch an die Endlichkeit des Lebens gemahnen und daran erinnern, sein Leben nicht untätig zu verschwenden‘, sagt Psychologe Erich Kasten“, Müller, tätowiert, AZ.
[7] Römerbrief 12,21.
[8] oder die Anzahl der Kinder, die man gerne gehabt hätte.
[9]https://www.derbibelvertrauen.de/der-bibel-vertrauen/bibellesen-aber-wie/289-bibel-lesen-und-die-welt-verstehen/1162-045-hiob-und-der-behemot.html
[10] Kolosserbrief 1,15a.
[11] Kolosserbrief 1,19.
[12] Kolosserbrief 1,20.
[13] „Tätowierungen können nach den Erkenntnissen des Theologen aber auch dabei helfen, nicht nur Angst, sondern auch Leid und Unrecht zu bewältigen. So werden damit häufig Gewalterfahrungen, psychische oder seelische Verletzungen kompensiert. ‚Die betroffene Person holt sich durch eine Tätowierung die Macht über den eigenen Körper, der vorher missbraucht wurde, wieder zurück und verarbeitet dadurch diese Unrechtserfahrung.‘ Zudem stehen Tätowierungen laut Dzambo oft im Zusammenhang mit Krankheiten, die den Menschen in eine Ohnmacht drängen und am Aufstehen hindern. Das Stechen mit dem brennenden Schmerz gebe den Betroffenen das Gefühl: ‚Hier bin ich derjenige, der aktiv Macht über meinen Körper ausübt. Und so hole ich mir die Handlungsfähigkeit in irgendeiner Form wieder‘“, Melanie Pies, Glaube, der unter die Haut geht, katholisch.de, 25.03.2016.
[14] „Michael Goldberg analysierte in seiner Masterarbeit «Glaube, der unter die Haut geht» für die Universität Luzern aus dem Jahr 2017 ebenfalls die Beweggründe, warum sich Leute tätowieren lassen. Er fand heraus: Das Tattoo erinnert Menschen an besonders einschneidende Ereignisse in ihrer Lebensgeschichte wie Tod eines Angehörigen, Geburt eines Kindes oder Heirat. Die Körperbemalung kann auch für die Überwindung von Krisen stehen“, Rüttimann, Tattoo-Motive, kath.ch.
[15] „Nicht selten würden Frustrationen mit einer schönen Tätowierung kompensiert“, Müller, tätowiert, AZ.
[16] „Psychologen sehen das Phänomen auch als Teil des Körperkults, den viele mit fast religiösem Eifer betreiben. Mit Ernährung, Fitness und eben auch Tattoos modelliert und schmückt man seinen Körper. Und man ist froh, in Zeiten des Umbruchs und der Ungewissheit wenigstens in diesem Lebensbereich alles unter Kontrolle zu haben“, Müller, tätowiert, AZ.
[17] Galaterbrief 5,1a in der Lutherübersetzung.
[18] In der Bibel gibt es nicht nur die leibliche Elternschaft, sondern auch die geistliche Elternschaft, wenn jemand für andere Menschen Verantwortung übernimmt.
[19] Johannesevangelium 14,6.
[20] Psalm 16,11.
[21] 1.Korintherbrief 6,19.
[22] Kolosserbrief 1,27b.
[23] Offenbarung 3,12.
[24] Kolosserbrief 1,15a.
[25] 3. Mose 19,28.
[26] Vgl. John Piper, 6 Reasons to Skip Tattoos, desiringgod.org, 20.12.2013; Hans-Werner Deppe, Christ und Tattoos – Passt das zusammen?, betanien.de, 11.06.2018.
[27] Vgl. Tattoos können gefährlich sein, NZZ, 26.03.2015.
[28]Eine treffende Zusammenfassung der Geschichte der Tätowierungen bietet Martin Helg, NZZ am Sonntag, https://nzzas.nzz.ch/gesellschaft/warum-wir-uns-mit-taetowierung-freiwillig-fuers-leben-zeichnen-ld.1401002, 07.07.2019, abgerufen am 05.07.2019.
[29] Kolosserbrief 1,27b.

Religiöse Motive sind in der Gegenwartsliteratur nicht selten.

Der sensible Umgang mit Sprache, der sich in der Literatur findet, kann für die Theologie ein Anstoss sein, an der sprachlichen Vermittlung ihrer Sinngehalte neu zu feilen, ohne die Differenz zwischen poetischer Erzähl- und argumentativer Reflexionssprache einfach einzuebnen. Zugleich hat die Theologie im Gespräch mit der Gegenwartsliteratur auch Eigenes einzubringen. Wo Literatur Züge von Religionsersatz annimmt und Dichter eine weihevolle Aura um sich verbreiten, wird sie ein warnendes Fragezeichen anbringen müssen. Auch kann es vorkommen, dass Literaturschaffende die Bibel als Steinbruch benutzen oder theologische Denkfiguren nicht nur umschreiben, sondern geradezu entstellen.
Was zu lernen wäre
Die Theologie pflegt mit der Bibel, die eine Bibliothek von Büchern versammelt, ja selbst ein Erbe, dessen poetische Qualität den Vergleich mit der Weltliteratur ebenso wenig zu scheuen braucht wie die Sprachmacht von Augustinus, Luther oder Pascal. Heutige Theologen, die als Zwerge auf den Schultern dieser Riesen stehen, werden im Gespräch mit der Literaturwissenschaft einiges lernen können und müssen. Umgekehrt werden sie aber auch daran erinnern, dass die Rezeption von Literatur verarmt, wenn religiöse Spuren überlesen werden oder eine methodisch enggeführte Philologie die anthropologische Verständigung über letzte Fragen blockiert. Schön wäre es, wenn sich das geschulte Auge für die literarischen Feinheiten eines Textes mit dem geschärften Blick für die Grammatik des Menschen verbinden liesse. Prof. Dr. Jan-Heiner Tück
http://www.nzz.ch/feuilleton/aktuell/gegenwartsliteratur-und-theologie-wenn-die-metaphysischen-antennen-ins-leere-zappeln-ld.13580

 

Vermeidbare Predigtfloskeln (aktuell: ZDF-Gottesdienst):

1.) „Lebendige Gemeinschaft“: Meist als Selbstbezeichnung für das Miteinander in der christlichen Gemeinde gebraucht. Kein Mensch weiß was das ist – oder was eine „tote“ Gemeinschaft ist. Okay – von Friedhöfen einmal abgesehen!
2.) „Wer durch Christus verbunden ist …“: Sehr beliebt, um das eigene spirituelle Netzwerk anzupreisen. Tatsächlich ein Abstraktum, das empirisch uneingelöst oder eine semi-dogmatische Floskel bleibt. Wann ist man denn „connected“ – und wie erfahre ich das?
3.) „Er/sie spürt“: Taucht häufig im Nacherzählungsmodus des Predigttextes auf. Niemand weiß, was eine in der Bibel vorkommende Person „spürte“ und wie man
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