Psalm 7 Gebet eines unschuldig Verfolgten

Vers 1 Ein Klagelied Davids, das er dem HERRN sang wegen der Worte des Kusch, des Benjaminiters.
Psalm 7 gibt das Gebet Davids wieder, in dem er um Errettung von seinen verleumderischen Feinden bittet. In feierlichen Worten versichert er seine Unschuld und appelliert an Gott, seinen Ruf wiederherzustellen, indem er seine Feinde richtet. Lassen Sie uns jetzt den ganzen Psalm lesen.
In dieser Überschrift wird der Psalm als Klagelied bezeichnet, womit wahrscheinlich ein besonders einfühlsam verfasstes Gedicht gemeint ist. Der Anlass, auf den es abzielt, ist Davids Erfahrung mit Kusch, dem Benjaminiter. Wir wissen nicht, wer Kusch war, aber bekannt ist, dass Saul, der König aus dem Stamm Benjamin (1. Sam 9,1), sich mit Benjaminitern umgab (1. Sam 22,7) und durch Geschwätz gegen David aufgebracht worden war (1. Sam 24,10; 26,19). Eine Situation, wie die im 1. Sam 18,10-24 beschriebene, hätte allen „Kuschs“ dieser Welt weitreichenden Anlass gegeben, Sauls paranoide Furcht vor David zu entflammen. Der Psalmist aber wusste, dass keine der gegen ihn vorgebrachten Beschuldigungen, er sei Saul gegenüber nicht loyal, der Wahrheit entsprach; selbst im Angesicht von Gottes Richterstuhl (Ps 7,7. 11-14) bleibt sein Gewissen rein (s. V. 9 u. 10). Diese Verse bilden das Kernstück dieses Psalms und formulieren einen Aufruf, in allem „ein gutes Gewissen“ zu haben (Apg 24,16; Hebr 13,18; 1. Pt 3,16). Die generelle Stoßrichtung von Psalm 7 ist das altbekannte Thema, dass Gebete im Lobpreis möglicher Lösungsansätze Krisen beizulegen und Streitfragen zu lösen vermögen. So wird in den Versen 4-6 sowie 15-17 geltend gemacht, dass Sünde und Vergeltung zusammengehören. Im vorliegenden Fall zeigt sich David bereit, sich der ganzen Härte des Gesetzes unterwerfen zu wollen. Mit der Sünde verhält es sich folgendermaßen (V. 15-17): Sie ist mit einem aus sich selbst heraus wirkmächtigen Bumerang vergleichbar. Wenn aber die Sünde, wie es heißt, auf den, der sie begangen hat, zurückfallen wird, so geschieht dies, weil es einen gerechten (V. 7-9), strafenden (V. 11-14) Gott gibt. Vor ihm werden alle eines Tages und eben auch jeden Tag stehen. Er verfügt über Mittel und Wege und er straft die Reuelosen. In Anbetracht einer solchen Sicht auf die Sünde und im Angesicht eines solchen Gottes beteuert David seine Unschuld: So bringt er Wesen und Gnade eines reinen Gewissens zum Ausdruck. Von Ted Johnston