Sitzet nicht im Rat der Gottlosen

Psalm 1 wird von vielen Auslegern als Einführung in die fünf Bücher der Psalmen verstanden (1–41; 42–72; 73–89; 90–106; 107–150). Tatsächlich gibt es zu Apg 13,33 im Grundtext eine Lesart, in der das Zitat aus Ps 2,7 mit dem Hinweis kommentiert wird, es handele sich um einen Vers aus dem Psalm 1. Unser Psalm 1 wurde demnach von einigen Gemeinden gar nicht gezählt, sondern der Sammlung vorangestellt. Auch der Reformator Johannes Calvin geht in seiner Psalmenauslegung davon aus, dass dieser dem Buch der Psalmen vorausgeschickt ist, also so eine Art „Eingangsportal“ bildet. Es handelt sich um einen Weisheitspsalm, der zwei verschiedene Wege oder Lebensweisen beschreibt, nämlich den Weg der Frommen und den Weg der Gottlosen. Er enthält drei Teile: Der erste Abschnitt (V. 1–3) beginnt mit einer Seligpreisung, die dem Manne gilt, der nachfolgend genauer beschrieben wird. Zunächst wird geschildert, was der glückselige Mann nicht tut. Dann wird gezeigt, woran er sein Gefallen hat. Im zweiten Abschnitt (V. 4–5) wird der Gottlose, besonders sein Ausgang, beschrieben. Der dritte Abschnitt besteht aus dem Vers 6 und liefert eine Art Quintessenz: Während der Gottlose an seinem Tun zugrunde gehen wird, kümmert sich der HERR selbst um den Weg der Frommen. Schauen wir uns die Abschnitte genauer an: Der erste Abschnitt umschreibt den frommen Mann in einer Gegenüberstellung. Es gibt Dinge, die der Gerechte nicht tut. Der Fromme wende sich ab vom Weg der Gottlosen. Der Psalm spricht von einer dreifachen Abkehr:  a) er wandelt nicht im Rat der Gottlosen; b) er tritt nicht auf dem Weg der Sünder; c) er sitzt nicht dort, wo sich die Spötter aufhalten.
Wir merken schnell: Es geht hier also um ein „Entweder-oder“, nicht um ein „Sowohl-als-auch“. Der Fromme kann nicht alles haben. Zu einem „Ja“ gehört das „Nein“. Dieses „Nein“ wird ebenfalls in Spr.4,26–27 eindringlich beschrieben: „Mache die Bahn für deinen Fuß gerade, und alle deine Wege seien bestimmt; weiche weder zur Rechten ab noch zur Linken, halte deinen Fuß vom Bösen fern!“ Dass der Fromme den Frevlern nicht folgen kann, erklärt sich aus dem Wesen der Gottlosigkeit. Gottlosigkeit ist die Grundorientierung jener Menschen, die sich von Gott abgewandt haben. Die Gottlosen leugnen Gott, sie tun so, also ob Gott nicht da sei oder eben nicht Gott sei. Sie setzen sich selbst ins Zentrum und machen ihre eigene Sicht der Dinge zur Grundlage für ihre Urteile über Gut und Böse. Der katholische Philosoph Robert Spaemann hat diese Grundorientierung wie folgt beschrieben: „Der Gottlose rückt sich selbst als Individuum oder als Kollektiv in den Mittelpunkt, von wo aus er urteilt, was gut und schlecht, was schön und hässlich, was zu tun und zu lassen ist. Der Psalm spricht vom ‚Rat der Gottlosen‘, in dem der Unselige aus- und eingeht. Die Menschen mit der gottlosen Perspektive bilden einen ‚Rat‘, das heißt eine Verständigungsgemeinschaft“ (Robert Spaemann. Meditationen eines Christen: Über die Psalmen 1–51. Stuttgart: Klett-Cotta, 2014. S. 14). Aus der Gottlosigkeit folgen sündige Taten. Wer Gott verleugnet, geht seinen eigenen Weg und steht sogar unter dem Zwang zur Sünde. In der Schöpfungsgeschichte (1Mose 1–3) wird uns überliefert, dass die ersten Menschen von Gott abgefallen sind und sich damit etwas sehr Grundsätzliches geändert hat. Sie haben ihre Ursprungsgerechtigkeit verloren und daher ein verdorbenes Herz. Der Prophet Jeremia beschreibt das menschliche Herz in Jer 17,9 mit drakonischen Worten: „Das Herz ist trügerisch, mehr als alles andere, und es ist unheilbar.“ Die Menschen mit der gottlosen Perspektive rufen uns zu: „Folge deinem Herzen!“, „Sei dir selbst treu!“. Das ist es, was die Kultur einfordert. Wir wissen aus der Bibel und aus der Erfahrung, was das heißt. Wenn wir unserem verdorbenen Herzen gehorchen, folgen daraus unreine Taten. Es ist heute nicht einfach, sich dem Rat der Gottlosen zu entziehen. Der christliche Philosoph Herman Dooyeweerd spricht davon, dass unsere Lebenskultur von einem abgöttischen Geist erfüllt ist. Zitat: „Das Wesen eines abgöttischen Geistes besteht darin, dass er das Herz des Menschen dem wahren Gott entfremdet und an die Stelle Gottes das Geschaffene stellt. Durch die Vergötterung des Geschaffenen verabsolutiert die Abgötterei das Relative und erachtet das Abhängige als unabhängig“ (H. Dooyeweerd, Roots of Western Culture, 2003, S. 12–13). Der Geist, der diesen Rat bestimmt, dröhnt von allen Kanälen auf uns ein. Die Frommen ordnen sich diesem Geist jedoch nicht unter. Sie freuen sich nicht an der Gottlosigkeit und am Spott, sondern folgen einem anderen Weg. Das Erste, was der Psalmdichter über den Frommen sagt, ist, woran er sich freut: Er hat seine Freude oder Lust am Gesetz des Herrn. Eine wunderbare Formulierung, macht sie doch deutlich, dass es hier um ein durchaus auch emotional besetztes Eintauchen in das göttliche Wort geht. Der Gerechte ist nicht Zuschauer, sondern Zuhörer (vgl. R. Spaemann). Obwohl er Gott nicht sieht, hört er ihn. Er hört ihm im Gesetz des Herrn. Mit dem Gesetz ist hier nicht nur das mosaische Gesetz gemeint, sondern das alttestamentliche Wort Gottes als Anleitung zum glücklichen Leben. Stellen wir uns vor, wir hätten uns in der kanadischen Wildnis verirrt und fänden in einer abgelegenen Jagdhütte eine alte Landkarte, die uns zeigte, wie wir den Anschluss an das Leben fänden. Wir hätten unsere Lust an dieser Karte. Wir würden sie Tag und Nacht studieren und wir würden dem eingezeichneten Weg tatsächlich folgen. Die Karte wäre uns das Liebste, was wir bei uns trügen. Der Fromme wird uns als ein Mensch vorgestellt, der seinen Gefallen an der Weisung Jahwes hat und der bei Tag und bei Nacht über diese Weisung murmelnd nachsinnt. Der Fromme liebt Gottes Weisung. Er misstraut seinem eigenen Herzen. Er weiß darum, dass sein Herz die Wahrheit nicht in sich trägt, sondern die Wahrheit diesem Herzen zugesprochen werden muss. Und weil er auf Gott hört, läuft er nicht in das Verderben. Er ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen. Seine Blätter verwelken nicht. Was er tut, gerät wohl. Er wird Frucht bringen. Zu seiner Zeit. Gelingt dem Frommen wirklich alles? Wird alles zu Gold, was der Fromme anfasst? Nein, natürlich nicht. Das: „Alles was er tut, gelingt“ bezieht sich auf das Ziel, Gott gefällig zu leben. Die Gottlosen erwartet dagegen ein schlimmes Ende. Sie werden wie Spreu vom Winde verweht. Sie können vor dem Gericht Gottes nicht bestehen. Als von Gott Begnadigte haben wir keinen Gefallen am Weg der Gottlosen, der in das Verderben führt. Wir haben unsere Freude am Gesetz des Herrn. Das Wort Gottes ist unsere Landkarte. Wir haben Lust an der Unterweisung des HERRN und betrachten sie Tag und Nacht. Um nichts in der Welt wollen wir sie eintauschen gegen den Rat der Gottlosen und den Sarkasmus der Spötter. Wir haben unseren Weg gefunden und wir gehen diesen Weg mit Freude. Augustinus hat einmal davon gesprochen, dass sich der Sohn Gottes selbst für uns zum Weg in das Vaterland gemacht hat. Jesus ist der Weg zum Vater (vgl. Joh 14,6); er ist unser Evangelium. Er ist derjenige, der Gott in allem Gehorsam war, der, dem alles wohl geraten ist (vgl. Ps 1,3). Dieser Jesus „erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz“ (Phil 2,8). Er, der uns liebt, hat uns von unseren Sünden durch sein Blut erlöst (vgl. Offb 1,5). Wir folgen ihm, unserem Weg „Jesus“, und lassen uns durch nichts mehr davon abbringen.
Ron Kubsch https://www.bucer.de/fileadmin/_migrated/tx_org/gudh_017b_01.pdf

VON DEN PSALMEN LERNEN – MIT DEN PSALMEN BETEN

Wie wir einen besonderen Schatz der Bibel neu entdecken Der Psalter ist ein besonderes und einmaliges Buch der Bibel. Natürlich gilt dies auch für andere Bücher im Alten und Neuen Testament. Aber was ist das Besondere des Psalters?
DER PSALTER – EIN GEBETBUCH?
Häufig wird der Psalter als das Gebetbuch der Bibel bezeichnet. Gewiss enthält fast jedes biblische Buch Gebete oder Ausführungen zum Gebet. Um nur ein Beispiel zu nennen: Die meisten Briefe von Paulus beginnen mit der Reflexion über sein Gebet für die Gemeinde oder für Personen. Kein anderes Buch der Bibel enthält jedoch so viele Gebete wie der Psalter und ist auch als Gebetssammlung zu verstehen. Und doch ist der Psalter nicht nur Gebetbuch. Nicht jeder Psalm ist ein Gebet. Es gibt auch eine Reihe von Lehr-Psalmen. Dies gilt gleich für die ersten beiden Psalmen. Streng genommen kann man einen solchen Psalm im Gottesdienst wohl sprechen – aber nicht beten. Man erkennt das an der Anredeform. Zum Gebet gehört die Anrede „Du“. Bei manchen Psalmen geht es ineinander über. So ist der bekannte Psalm 23 zunächst ein Bekenntnis (Vers 1), dann wird das Bekenntnis im Zeugnis entfaltet (V. 2-3), dann bricht der Psalm um in ein Gebet (V. 4-5) und endet mit der Aussage einer persönlichen Zukunftsgewissheit (V. 6). Das Neben- und Ineinander von Lehre und Gebet hat einen ganz tiefen Sinn. Die Lehre führt zum Gebet. Zum biblischen Glauben gehört in gleicher Weise die Rede von und über Gott und die Rede mit Gott. Das Gebet ist geradezu Antwort auf die Lehre. Was wir über Gottes Wesen und Handeln wissen, soll letztlich nicht nur zum glaubenden Annehmen, sondern auch zu Lob und Anbetung führen. Auf der anderen Seite korrigiert die Lehre das Gebet. Das Gebet soll der Lehre entsprechen. Auch im Gebet kann es Fehlentwicklungen geben. Bevor Jesus in der Bergpredigt das Vaterunser als Beispielgebet seinen Jüngern gibt, erklärt er ihnen, wie man nicht beten soll (Matthäus 6,5-13). Durch das Ineinander von Lehre und Gebet finden sich im Psalter Gebete, die ganz tiefe Theologie beinhalten und somit gleichzeitig wieder geeignet sind zur Lehre, nicht nur über das Gebet. Als Konsequenz daraus ergibt sich, dass wir Psalmen nicht nur beten können, sondern auch auslegen müssen. Wenn Lehre und Gebet im Psalter ineinander gehen, dann muss auch Auslegung und Gebet in der Anwendung des Psalters ineinander gehen.
DER PSALTER – EIN LEHR- UND GEBETBUCH MIT WEITE
Zwei persönliche Beobachtungen aus der Praxis stelle ich voran, ohne diese verallgemeinern zu wollen. Zum einen nehme ich in Gebetsgemeinschaften ein starkes Kreisen um die eigenen Belange wahr, zum andern beobachte ich eine große Stärke des Gebets in Bitte und Fürbitte, auch der Dank hat noch seinen Raum obwohl er oft kürzer ausfällt und offensichtlich mehr Mühe macht. Schwer tun sich viele mit Klage und Anbetung. Der Psalter führt uns sowohl in der Lehre als auch im Gebet in eine große Weite. Die Themen des Psalters können nur in Ansätzen benannt werden: Es geht um die Tora (das Gesetz oder besser das Wort Gottes) und um den Messias. Es geht um das Königtum der irdischen Könige aus dem Hause David und um Gottes Königsherrschaft. Es geht um Gottes Wirken in der Schöpfung und in der Geschichte. Es geht in verschiedenster Weise um Israels Ergehen in der Zeit des Alten Testaments, es geht um Belange des Einzelnen und des ganzen Volkes Israel. Es geht um die Verarbeitung von Gegenwart und Vergangenheit und um die Hoffnung auf das zukünftige Handeln Gottes. Es geht um Themen wie Sünde, Führung, Feinde, Sterben. Die ganze Breite des menschlichen Lebens kommt vor. Diese thematische Weite spiegelt sich auch in den Formen. Es gibt Gebete von Einzelnen und Gebete der Gemeinde. Es gibt liturgische Wechselgesänge und Tempelliturgien. Vor allem bietet der Psalter aber das weite Spektrum von der Klage bis hin zur Anbetung. Die Unterteilung der Gebete in Klage, Bitte, Fürbitte, Dank, Lob und Anbetung, die wir vornehmen, hat gerade im Psalter einen Anhaltspunkt, weil in ihm alle diese verschiedenen Gebetsformen vorkommen. Somit ist der Psalter im Blick auf die thematische Weite und im Blick auf die verschiedenen Gebetsformen ein Buch für Lehre und Gebet.
DER PSALTER WEIST EINEN WEG   VON DER KLAGE ZUM LOB
Es ist vielleicht für Viele überraschend, dass die häufigste Gebetsform im Psalter die Klage ist. Über den Psalter hinaus begegnet die Klage an vielen anderen Stellen der Bibel und nicht nur im Alten Testament (Matthäus 27,46; Offenbarung 6,10). Dazu ein paar Überlegungen. Die Häufigkeit von Klagegebeten im Psalter und in der ganzen Bibel zeigt, dass diese Form des Gebets zum Gebetsleben der Frommen dazugehört. Beter, die angesichts von Leid Gott in seinem Handeln nicht verstehen, klagen dies vor Gott und bringen es in den Fragen „Warum“ und „Wie lange“ zum Ausdruck. Die Klagegebete sind von einer ganz tiefen Offenheit und Ehrlichkeit gegenüber Gott geprägt. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, klagen die Beter ihr Unverständnis über Gottes Handeln. In den meisten Klagepsalmen kommt schon die Wende zum Lob zum Ausdruck (Psalm 13,6; 22,23-32). Die Frage, wie diese Wende zu erklären ist, ist bei den Auslegern umstritten. Ich gehe davon aus, dass man je nach Psalm und Situation von mehreren Erklärungsmöglichkeiten ausgehen muss. Die erste Möglichkeit ist, dass sich die äußere Not schon gewendet hat und die Klage ein unmittelbarer Rückblick auf die vergangene Not ist. Die zweite Möglichkeit ist, dass sich die Situation noch nicht geändert hat und sich vielleicht auch gar nicht mehr ändert, der Beter aber trotzdem zu einem neuen Vertrauensverhältnis zu Gott findet. Dies kann erfolgt sein durch einen inneren Wandel, dass nach ausgesprochener Klage früher oder später neues Vertrauen reift. Dies kann auch erfolgen durch den Zuspruch von außen, sei es durch einzelne Personen oder die Gemeinde. Wir sollen die Klage also nicht unterdrücken. Wo Grund zur Klage besteht, soll und darf auch geklagt werden. Wo echt geklagt wird, wird auch der Wandel zum Lob geschenkt. Der Zuspruch der Gemeinde, nicht die Ermahnung, ist dabei wichtig. Einen Weg von der Klage zum Lob zeigt auch die Zusammenstellung der Psalmen. Zunächst überwiegen die Klagepsalmen, gegen Ende überwiegt das Lob. Die letzten Psalmen 146 – 150 beginnen und enden jeweils mit „Halleluja“. Damit wird der Weg von der Klage zum Lob nochmals unterstrichen, der nicht nur individuell, sondern auch heilsgeschichtlich gilt.
DER PSALTER WEIST ÜBER SICH  HINAUS AUF CHRISTUS
Jesus wird im Psalter nicht ausdrücklich genannt. Christen lesen jedoch das Alte Testament und somit auch die Psalmen von Jesus Christus her und stellen fest, dass sich diese Worte in einem letzten und tiefsten Sinn in Jesus erfüllt haben. Am deutlichsten wird dies an den messianischen Psalmen 2 und 110, die im Neuen Testament aufgenommen und entsprechend gedeutet werden, man denke an die wörtliche Aufnahme von Psalm 110,1 durch Jesus in Matthäus 22,44. Auch direkte Bezüge in einzelnen Psalmen auf das Leben Jesu sind nicht zu übersehen (Psalm 22). Über diese direkten Bezüge hinaus ist jedoch an eine weitere Erfüllung zu denken. Obwohl ihre theologische Tiefe nicht zu leugnen ist, fehlt den Psalmen doch in vielen Fragen eine letzte Klarheit, die nur von Christus herkommen kann. An zwei Beispielen möchte ich dies zeigen. Psalm 51 ist ein Bußgebet, in dem theologisch die wichtigsten Aspekte von Sünde und Vergebung angesprochen werden. Allerdings ist der letzte theologische Schritt nicht vollzogen, warum denn Gott gnädig ist und Sünde vergibt. Vom Neuen Testament her wird die Antwort klar. Gott vergibt um Christi willen. Psalm 90 ist eine theologisch tiefgreifende Abhandlung über den Tod und dessen Ursache. Die Vergänglichkeit der Menschen ist begründet in Gottes Zorn aufgrund menschlicher Sünde. Trotz dieser Einsicht wendet sich der Beter Mose an Gott und bittet ihn um Gnade. Die Gewissheit dieser Gnade Gottes ist aber letztlich nur durch das stellvertretende Sterben von Jesus gegeben. Die theologische Tiefe der Psalmen wird also durch Jesus gefüllt und damit in ihrem Verständnis vollendet. Dies gilt allerdings in einer noch anderen Weise. Manche Textpassagen der Psalmen können nicht mehr einfach ohne Erklärung nachgesprochen werden, ohne ein falsches Verständnis zu erwecken. Auch hier nenne ich zwei Beispiele. Ein Reinheitseid wie in Psalm 24,3-6 kann von der Gemeinde Jesu nur von Jesus her verstanden und gesprochen werden. Er macht uns rein, deshalb können wir vor Gott treten. Die Feindklage wie etwa in Psalm 139,19-24 ist vom Neuen Testament her zu ergänzen durch den Aspekt der Feindesliebe. Die Gemeinde Jesu nimmt die Psalmen auf, ist dankbar für ihre theologische Weite und Tiefe und versteht sie von Jesus her in einer christologisch vertieften und heilsgeschichtlich neuen Weise.
DER PSALTER –  EIN LEHRBUCH DES GEBETS
Wir können von den Psalmen für Lehre und Gebet sehr viel lernen und werden damit nie fertig sein. Wie prägend die Psalmen sind und waren, zeigt sich an ihrer vielfältigen Aufnahme. Jesus und die Apostel haben mit den Psalmen gelebt. In vielen Liedern wurden und werden Psalmen nachgedichtet und mit zeitgenössischen Melodien versehen. Wer den Reichtum des Psalters für Lehre und Gebet entdecken möchte, muss sich auf ihn einlassen. Das heißt zunächst, Psalmen regelmäßig lesen, beten, meditieren. Sodann sind die Psalmen auszulegen, zu erklären. Dabei stellt sich in einem ersten Schritt die Frage, wie ein Psalm in und aus seiner ursprünglichen Situation zu verstehen ist. In einem zweiten Schritt stellt sich die Frage, wie ein Psalm sich von Jesus her erschließt und wie die Gemeinde Jesu den Psalm heute verstehen und beten kann. Psalmen sind wie andere Lieder und Gebete eine große Hilfe, wenn die eigenen Worte zum Beten fehlen (vor allem bei der Klage und der Anbetung) oder wenn wir merken und darunter leiden, dass der Horizont unserer Gebete oft sehr eng ist. Und Psalmen können uns einladen, entlang von einzelnen Psalmen mit eigenen Worten persönliche Lebenspsalme zu schreiben.  Hartmut Schmid THEOLOGISCHE ORIENTIERUNG No.:141 Januar – März 2006


 

Warum wir die Psalmen brauchen

Der Psalter war das göttliche inspirierte Gesangbuch für die Gottesdienste Israels (1 Chron 16,8–36). Die Psalmen wurden nicht nur gelesen, sondern auch gesungen und stellten so eine wunderbare Möglichkeit dar, sowohl Denken als auch Gefühle der Menschen zu erreichen, wie das nur die Musik zu tun vermag. Die Texte des Psalters waren so fest in den Herzen und Gedanken der Menschen verankert, dass es uns gar nicht verwundern darf, dass die Menschenmenge Jesus begrüßte, indem sie einen Psalm zitierte (Mk 11,9; Ps 118,26).
Auch die ersten Christen sangen und beteten die Psalmen (Kol 3,16; 1 Kor 14,26). In den benedektinischen Klöstern war es die Gewohnheit, die Psalmen mindestens einmal pro Woche zu singen, zu lesen und zu beten. Im Mittelalter war der Psalter für viele der am meisten bekannte Teil der Bibel. Auch war er der Teil der Bibel, den Laienchristen besitzen durften. In der Zeit der Reformation spielten die Psalmen eine wichtige Rolle in der Reformierung der Kirche. Matin Luther ordnete an, den gesamten Psalter für den Gottesdienst zu gebrauchen. Für Johannes Calvin waren die Psalmen die Grundlage für den Gesang der Kirche. Er schrieb: „Es war die Absicht des Hl. Geistes … der Kirche eine allgemeine Form des Gebets zu hinterlassen.“
Nahezu alle Theologen und Pastoren in der Kirchengeschichte glaubten, dass die Psalmen sowohl für das persönliche Gebetsleben als auch für die gemeinsame Anbetung genutzt werden sollten. Wir sollten die Psalmen nicht nur lesen. Wir sollten sie in sie eintauchen, damit sie unsere Beziehung zu Gott verändern. Die Psalmen sind ein von Gott bestimmter Weg, um echte Hingabe an Gott zu lernen.
Wie kann das sein?
1. Der Psalter ist eine Mini-Bibel.
Ein Grund ist, dass der Psalter eine „Mini-Bibel“ ist, wie auch Matin Luther festhielt. Die Psalmen geben uns einen Überblick über die Heilsgeschichte; bei der Schöpfung beginnend, über die Gabe des Gesetzes am Berg Sinai, die Einsetzung der Stiftshütte und des Tempels, das Exil und die Untreue des Gottesvolkes, bis hin zur Verkündigung der kommenden messianischen Erlösung und der Erneuerung aller Dinge. Im Psalter werden die Lehren von Offenbarung (Ps 19), von Gott (Ps 139), vom Menschen (Ps 8) und von der Sünde (Ps 14) angesprochen.
2. Die Psalmen sprechen in jede Situation hinein.
Der Psalter ist mehr als ein Instrument zur theologischen Ausbildung. Athanasius, einer der Kirchenväter, schrieb einmal:
„In welcher Notlage oder Schwierigkeit wir auch sind; in diesem einen Buch finden wir die Worte, die dazu passen und uns helfen, unsere Not zu heilen.“
Jede Situation des Lebens wird in den Psalmen angesprochen. Die Psalmen bereiten uns für jede mögliche geistliche, soziale und emotionale Situation vor. Sie zeigen uns, wo die Gefahren liegen, was wir beachten sollten, wie wir reagieren sollten, wie wir mit Gott darüber reden können und wie wir von Gott die Hilfe bekommen, die wir nötig haben. Unseren Lebensituationen wird die Größe Gottes an die Seite gestellt, sodass wir lernen, die Dinge richtig einzuschätzen. Jeder Bestandteil und alle Umstände des Lebens werden in den Psalmen ausgehend von Gegenwart Gottes betrachtet und im Kontext der Wahrheiten über das göttliche Wesen beurteilt. Die Psalmen sind deshalb nicht einfach ein Leitfaden der Lehre, sondern eine Art Hausapotheke für das Herz und die bestmögliche Anleitung für das praktische Leben.
3. Die Psalmen müssen verinnerlicht werden.
Wenn ich die Psalmen als „Medizin“ beschreibe, versuche ich, ihren besonderen Charakter deutlich zu machen, der sie auch vom Rest der Bibel unterscheidet. Sie wurden geschrieben, um gebetet, aufgesagt und gesungen zu werden. Und nicht nur das. Sie wurden geschrieben, um Handlungen hervorzurufen. Der Theologe David Wenham schlussfolgert, dass der kontinuierliche Gebrauch der Psalmen ein „performativer Akt“ ist, der die „Beziehung [zu Gott] auf eine Art verändert wie es das einfache Hören nicht kann“. Wir müssen die Psalmen in unsere Gebete integrieren oder auch unsere Gebete in die Psalmen einbetten. Auf diesem Weg konfrontieren die Psalmen den Beter mit neuen Gedanken, Versprechungen, Verheißungen und auch Emotionen. Wenn wir beispielsweise Ps 139,23 -24 nicht nur lesen, sondern beten, laden wir Gott dazu ein, unsere Motive zu prüfen und machen uns aktiv auf den Weg, das Leben zu führen, das Gott in seinem Wort fordert.
4. Die Psalmen führen uns zu Gott.
Die Psalmen leiten uns dazu an, das zu tun, was die Psalmisten taten. Sie führen dazu, dass wir uns Gott durch Zusagen und Versprechen hingeben und uns abhängig durch Bitten von Ihm abhängig machen. Sie leiten uns darin, durch Klagen bei Ihm Sicherheit zu suchen und durch Nachdenken, Erinnern und Reflexion neue Weisheit und Ansichten von Gott zu erlangen.
5. Die Psalmen zeigen uns Gottes Wesen.
Die Psalmen helfen uns, Gott zu sehen. Sie zeigen uns Gott, wie er sich uns offenbart. Gott wird hier auf eine Art beschrieben, die sich jeglicher menschlichen Vorstellungskraft entzieht. Er ist heiliger, weiser, furchterregender, sanfter und liebender, als wir uns das vorstellen können. Die Psalmen bringen unsere Vorstellungen von Gott auf eine neue Ebene und zeigen uns, wie Gott wirklich ist. Das bringt eine Realität in unsere Gebete, die wir auf einem anderen Weg nicht erleben können.
Beten wir für uns selbst, reden wir schnell mit einem Gott, der das sagt, was wir gerne hören. Wir reden den „Teil“ Gottes an, den wir verstehen. Aber es ist notwendig, dass wir mit dem Gott reden, der auch mit uns redet; und dass wir ihn als den Gott anreden,  der er ist. In unseren Gebeten geht es nicht in erster Linie darum, uns selbst mitzuteilen. Es geht zunächst darum, zu lernen, Gott angemessen zu antworten.
6. Die Psalmen bringen uns zu Jesus.
Im Licht der gesamten Bibel betrachtet, bringen uns fast alle Psalmen zu Jesus. Die Psalmen waren sein Gesangbuch. Das Lied, das Jesus beim letzten Passahmahl sang (Mt 26,30; Mk 14,26) wird wohl das große Hallel (Ps 113–118) gewesen sein. In der Tat haben wir viele Gründe anzunehmen, dass Jesus selbst alle Psalmen im Laufe seines Lebens gesungen und diese so in seinem Herzen verinnerlicht hat. Die Psalmen wurden von Jesus öfter zitiert als jedes andere Buch. Aber sie wurden nicht nur von ihm zitiert, sondern sie sprechen auch von ihm. Die Psalmen sind tatsächlich die Lieder Jesu. Timothy Keller, 6 Reasons You Need the Songs of Jesus © TheGospelCoalition
https://www.evangelium21.net/media/362/warum-wir-die-psalmen-brauchen





Der Gottesdienst und die Psalmen

In vielen Kirchen werden sonntäglich oder sogar täglich Psalmen im Wechsel gelesen oder gesungen. Diese Kirchen haben sich einen unermeßlichen Reichtum bewahrt, denn nur im täglichen Gebrauch wächst man in jenes göttliche Gebetbuch hinein. Bei nur gelegentlichem Lesen sind uns diese Gebete zu übermächtig in Gedanken und Kraft, als daß wir uns nicht immer wieder zu leichterer Kost wendeten. Wer aber den Psalter ernstlich und regelmäßig zu beten angefangen hat, der wird den anderen, leichten, eigenen „andächtigen Gebetlein bald Urlaub geben und sagen: ach, es ist nicht der Saft, Kraft, Brunst und Feuer, die ich im Psalter finde, es schmeckt mir zu kalt und zu hart“ (Luther).
Wo wir also in unseren Kirchen die Psalmen nicht mehr beten, da müssen wir den Psalter um so mehr in unsere täglichen Morgen- und Abendandachten aufnehmen, jeden Tag mehrere Psalmen möglichst gemeinsam lesen und beten, damit wir mehrmals im Jahr durch dieses Buch hindurchkommen und immer tiefer eindringen. Wir dürfen dann auch keine Auswahl nach eigenem Gutdünken vornehmen, damit tun wir dem Gebetbuch der Bibel Unehre und meinen besser zu wissen, was wir beten sollen, als Gott selbst. In der alten Kirche war es nichts Ungewöhnliches, „den ganzen David“ auswendig zu können. In einer orientalischen Kirche war dies Voraussetzung für das kirchliche Amt. Der Kirchenvater Hieronymus erzählt, daß man zu seiner Zeit in Feldern und Gärten Psalmen singen hörte. Der Psalter erfüllte das Leben der jungen Christenheit. Wichtiger als dies alles aber ist, daß Jesus mit Worten der Psalmen auf den Lippen am Kreuz gestorben ist.
Dietrich Bonhoeffer (Gemeinsames Leben; Das Gebetbuch der Bibel, Werkausgabe, Bd. 5, S. 115–116

Der Charakter der Psalmen

Ein menschliches Herz ist wie ein Schiff auf einem wilden Meere, welches die Sturmwinde von allen vier Himmelsrichtungen hin und her treiben: von hieher stößt Furcht und Sorge vor zukünftigem Unglück; von dorther fährt Gram und Traurigkeit über gegenwärtiges Übel; von da weht Hoffnung und Vermessenheit im Blick auf zukünftiges Glück; von dort bläst Sicherheit und Freude über gegenwärtigen Gütern. Solche Sturmwinde aber lehren mit Ernst reden und das Herz öffnen und es von Grund ausschütten. Denn wer in Furcht und Not steckt, der redet sehr viel anders vom Unglück, als wer in Freuden schwebt; und wer in Freuden schwebt, der redet und singt sehr viel anders von Freuden, als wer in Furcht steckt. Es kommt nicht von Herzen, sagt man, wenn ein Trauriger lachen oder ein Fröhlicher weinen soll; das will heißen: seines Herzens Grund steht nicht offen und kommt nicht heraus [ans Licht]. Was ist aber das meiste im Psalter anderes als solch ernstliches Reden in allerlei solchen Sturmwinden?
Wo findet man feinere Worte von Freuden als in den Lob- oder den Dankpsalmen? Da siehst du allen Heiligen ins Herz wie in schöne Lustgärten, ja wie in den Himmel; [du siehst], wie feine, liebliche, herzerfreuende Blumen darin aufgehen von allerlei schönen, fröhlichen Gedanken gegen Gott um seiner Wohltat willen.
Andererseits, wo findest du tiefere, von Klage und Jammer mehr erfüllte Worte der Traurigkeit als in den Klagepsalmen? Da siehst du abermals allen Heiligen ins Herz wie in den Tod, ja wie in die Hölle. Wie finster und dunkel ist’s da von allerlei betrübtem Anblick des Zornes Gottes! Ebenso auch, wo die Heiligen von Furcht oder Hoffnung reden, da gebrauchen sie solche Worte, dass dir kein Maler die Furcht oder die Hoffnung so abmalen und kein Cicero oder Redekundiger sie dir so schildern könnte. Und, wie gesagt, das Allerbeste ist, dass die Psalmisten diese Worte Gott gegenüber und mit Gott reden; denn das bewirkt, dass doppelter Ernst und zwiefältiges Leben in den Worten liegt. Denn wo man sonst Menschen gegenüber von solchen Dingen redet, geht es nicht so stark von Herzen, brennt, lebt und drängt nicht so sehr.
Daher kommt’s auch, dass der Psalter aller Heiligen Büchlein ist, und ein jeder, in welcher Lage er auch ist, Psalmen und Worte darin findet, die sich auf seine Lage reimen und so auf ihn passen, als wären sie nur um  seinetwillen so geschrieben; er könnte sie auch selbst nicht besser verfassen oder erfinden, noch sich bessere wünschen. Das ist dann auch dazu gut: wenn einem solche Worte gefallen und sie auf ihn passen, dann wird er dessen gewiss, er sei in der Gemeinschaft der Heiligen, — es sei ja allen Heiligen so ergangen, wie es ihm geht, weil sie alle das gleiche Liedlein mit ihm singen; — besonders dann, wenn er die Worte in solcher Weise auch Gott gegenüber reden kann, wie sie es getan haben. Dies muss freilich im Glauben geschehen, denn ein gottloser Mensch findet keinen Geschmack an solchen Worten.
Martin Luther, Vorrede zum Psalter (1528), WA DB 10, 1, Seite 100-102, abgedruckt in: Martin Luther, Das schöne Confitemini, Calwer Luther-Ausgabe, Bd. 7, Siebenstern: München-Hamburg 1967, Seiten 56-58.

 

Das Gebetsbuch Jesu Christi

„Der Psalter ist das Gebetsbuch Jesu Christi im eigentlichen Sinne. Er hat den Psalter gebetet, nun ist Er Sein Gebet für alle Zeiten geworden. Wird es jetzt begreiflich, wie der Psalter zugleich Gebet zu Gott und doch Gottes eigenes Wort sein kann, eben weil der betende Christus uns hier begegnet? Jesus Christus betet den Psalter in seiner gemeinde. Seine Gemeinde betet auch, ja, Einzelne betet, aber er betet eben … im Namen Jesu Christi. … Weil Christus das Psalmengebet des Einzelnen und der Gemeinde vor dem himmlischen Thron mitbetet, vielmehr weil die Betenden hier in das Gebet Jesus Christi miteinfallen, darum dringt ihr Gebet zu Gottes Ohren. Christus ist ihr Fürbitter geworden.“ Dietrich Bonhoeffer, Gemeinsames Leben.

Das große Lob des Wortes Gottes Psalm 119

Der 119. Psalm ist der längste Psalm und das umfangreichste Kapitel der Bibel.
1. Die poetischen Form
Psalm 119 ist ein Akrostichon. Dieser Ausdruck wird für eine literarische Technik verwendet, bei welcher der Verfasser den ersten Buchstaben oder das erste Wort einer Reihe von poetischen Einheiten so gestaltet ist, dass es eine Botschaft zum Ausdruck bringt. Diese „Einheit“ kann eine Zeile sein oder die erste von zwei Zeilen oder die erste von drei Zeilen oder auch die erste Zeile einer Strophe oder eines Abschnitts. In Psalm 119 wird ein alphabetisches Akrostichon in seiner vollendetsten Form dargeboten. Alle 22 Buchstaben des hebräischen Alphabets sind jeweils mit einer Strophe zu 8 Versen vertreten. Alle 8 Verse einer Strophe beginnen mit dem gleichen Buchstaben. In neueren Bibelübersetzungen wird am Anfang jeder Strophe der hebräische Buchstabe als Zwischenüberschrift angegeben. Die 8 Verse der ersten Strophe beginnen z.B. mit Alef, die der zweiten Strophe mit Bet usw. Im der hebräischen Bibel beginnt jede Zeile mit dem hervorgehobenen Buchstaben. Bei Übersetzungen lässt sich das leider meistens nicht so wiedergeben. Da sind die Verse oft auf zwei Zeilen verteilt, wobei die zweite Zeile zusammen mit der ersten einen Parallelismus bildet. Oft ist es einfach eine Fortsetzung oder Erläuterung des Gedankens der ersten Verszeile. Die zweite Zeile beginnt dann natürlich nicht noch einmal mit dem hervorgehobenen Buchstaben. Der Hauptzweck eines solchen alphabetischen Akrostichons ist es, Vollkommenheit auszudrücken. Im Psalm 119 geht es darum sorgfältig jeden Aspekt des Wortes Gottes zu beleuchten, sozusagen von A bis Z. Leider ist es nicht möglich, in Übersetzungen die überaus kunstvolle Form des Originals zu vermitteln. Weiterlesen