Wir können Gott niemals überraschen

„Am Anfang schuf Gott..Diese ersten Worte der Bibel sind mehr als nur der Einstieg in die Schöpfungsgeschichte oder das erste Buch Mose (Genesis). Sie bieten den Schlüssel für unser Verständnis der ganzen Bibel. Sie besagen, dass in einem in der Bibel begründeten Glauben Gott die Initiative ergreift.

Die Sache ist die: Wir können Gott niemals überraschen, geschweige denn ihm zuvorkommen. Er macht immer den ersten Schritt. Er steht immer „am Anfang“. Bevor es uns gab, war Gott schon am Werk. Bevor wir uns auf den Weg machen, um Gott zu suchen, geht Gott uns schon entgegen. Es geht in der Bibel nicht darum, dass Menschen versuchen, Gott zu entdecken, sondern dass Gott sich nach uns ausstreckt, um uns zu finden.

Viele stellen sich einen Gott vor, der bequem auf einem fernen Thron sitzt – unnahbar, reserviert und desinteressiert. Ein Gott, der sich nicht wirklich um unsere Belange kümmert und den man erst bedrängen muss, damit er sich unseretwegen um etwas bemüht. Doch ist solch eine Sichtweise ganz und gar falsch. Die Bibel zeigt uns einen Gott, der schon lange die Initiative ergriffen hatte, bevor die Menschen überhaupt nur daran dachten, sich ihm zuzuwenden. Während sie noch in der Dunkelheit verloren und in ihren Sünden versunken waren, hat er die Initiative ergriffen und ist von seinem Thron aufgestanden. Er hat seine Herrlichkeit abgelegt und sich erniedrigt, um die Menschen zu finden.
Der Christliche Glaube: Eine Einführung, R. Brockhaus, 2010, S. 13) John Stott

„Wen der Teufel zum rechten Doktor macht“

„Meine Theologie habe ich nicht gelernt auf einmal, sondern ich habe immer tieferund tiefer danach forschen müssen; dazu haben mich meine Anfechtungen gebracht. Denn die Heilige Schrift kann man nimmermehr verstehen außer der Praktik und Anfechtung. So hat Paulus einen Teufel gehabt, der ihn mit Fäusten geschlagen und ihn getrieben hat mit seinen Anfechtungen, fleißig in der Heiligen Schrift zu studieren. So habe ich den Papst, die Universitäten und alle Gelehrten und durch sie denTeufel mir am Halse kleben gehabt. Die haben mich in die Bibel gejagt, daß ich sie fleißig gelesen und damit ihren rechten Verstand erlangt. Wenn wir sonst einensolchen Teufel nicht haben, so sind wir nur spekulative Theologen, die schlecht mitihren Gedanken umgehen und mit ihrer Vernunft allein spekulieren, daß es so undalso sein sollte.“
Martin Luther: Tischreden, 16 (= WATR 1, 147, 4ff = Nr. 152).

Theology

Theology is the study of God. We need theologians to study, interpret and apply God’s Word so we know how to live in His Kingdom. Often theology becomes the study of other theologians. It can get academically disconnected from ordinary life. God is Love. If the study of theology does not lead to greater love of God and other people, it has lost its way. The goal and focus of theological studies must always be the love of God and our neighbors.
Theologie und Theologie
Theologie ist das Studium Gottes. Wir brauchen Theologen, um Gottes Wort zu studieren, zu interpretieren und anzuwenden, damit wir wissen, wie man in Seinem Königreich lebt. Oft wird Theologie zum Studium anderer Theologen. Es kann akademisch vom normalen Leben getrennt werden. Gott ist Liebe. Wenn das Studium der Theologie nicht zu größerer Liebe Gottes und anderen Menschen führt, hat es seinen Weg verloren. Das Ziel und der Fokus der theologischen Studien müssen immer die Liebe Gottes und unserer Nachbarn sein.

Ellis H.Potter FB

Was ist Theologie?

„Ich habe das Gefühl, dass wir sehr vorsichtig sein müssen in Bezug auf diese Dinge, und dass wir zum Neuen Testament zurückkehren müssen und sehen, was möglich und bereit ist für Gottes Kinder, für Christenmenschen, solange sie hier auf Erden sind. Ist diese Art eines „pneumatischen“ Elements so herausragend unter uns, wie es sein sollte? Das scheint mir die große Frage zu sein. Im Grunde genommen ist Theologie ein Fundament und nichts mehr. Sie ist kein Ziel, sie ist nur ein Anfang. Sie ist das Mittel. Wir dürfen nie bei ihr stehenbleiben. Sie ist immer dazu da, um uns durch Glauben zu dieser Erkenntnis, zu dieser Intimität, zu dieser tiefen persönlichen Erfahrung des lebendigen Gottes zu bringen, in welcher wir Ihm wirklich begegnen, wissen, dass Er gegenwärtig ist und uns der Kraft des Heiligen Geistes in und unter uns bewusst werden. Lasst uns uns deshalb mit großer Ernsthaftigkeit in Bezug auf diese Dinge untersuchen. Es ist äußerst wunderbar und erfreulich, Gemeinschaft unter verwandten Seelen zu haben. Wie reizvoll ist es, über diese Dinge zu diskutieren und zusammen zu reden. Was gibt es Erfreulicheres als das? Aber es kann zu nichts führen – absolut nichts! – wenn wir uns nicht der Tatsache bewusst sind, dass dies alles nur ein Mittel ist, das Gott uns zur Verfügung stellt, um uns zur Erkenntnis Seiner Selbst zu bringen.“ (D. M. Lloyd-Jones, The Puritans: Their Origins and Successors, The Banner of Truth Trust, 1987, S. 51, eigene Übersetzung)