Selbsterfahrung und Selbstbestimmung: Historische Streiflichter zur Geschichte des Individualismus

„Ich-AG oder Beziehungs-GmbH“: Die Selbstzentriertheit des modernen Menschen fiel nicht aus heiterem Himmel, sondern bahnte sich in einem jahrhundertelangen Prozess an. Ihren Ausgangspunkt findet man im 15. und 16. Jahrhundert am Übergang zur so genannten Neuzeit.3 Gerade die Entdeckung des Individuums und die Entstehung der Individualität sind Hauptkennzeichen dieses fundamentalen Epochenwechsels.4 Die derzeitige Mentalität der „Ich-AG“ ist deshalb nur der Kulminationspunkt einer langen historischen Entwicklung, die in groben Zügen hier nachgezeichnet werden soll.

1. Die Geschichte des Individualismus vom 16. bis 19. Jahrhundert

Es waren vor allen Dingen die Geistesbewegungen der Renaissance und des Humanismus, die im 15. und 16. Jahrhundert einen Individualisierungsschub auslösten. Im Rückgriff auf erste Anfänge in der griechischen Antike entdeckte der Mensch sich selbst, seine Individualität und Einzigartigkeit. Erstmals traten die menschlichen Begierden und Wünsche an die Oberfläche. Prozesse einer ausgeprägten Reflektion über sich selbst und die Welt nahmen ihren vorsichtigen Anfang. Die Hinwendung zum eigenen Ich lässt sich am besten an der damaligen Kunst illustrieren. Die bekannten Renaissancekünstler stellten das menschliche Abbild in den Mittelpunkt künstlerischer Gestaltung. Die Malerei entdeckte das menschliche Abbild. Dürer, Holbein d. J., Cranach d. Ä., Raffael und Tizian malten Porträts, ja sogar Selbstporträts. Das Besondere ihrer Bilder und Skulpturen war dabei aber nicht nur die wahrheitsgetreue Darstellung der Natur samt Perspektive, sondern vor allem die funktionale Intention der Kunstwerke. Das Bild wurde zum gezielten individuell festgelegten Programm. Die Darstellung von Vornehmheit, Reichtum und Gelehrsamkeit war gewollt, um ein bestimmtes „Image“ zu erreichen. Albrecht Dürers Selbstbildnis aus dem Jahr 1500 sollte z.B. bewusst an die klassischen Christusdarstellungen erinnern (lange Haare, verklärter Blick). So, wie der Künstler oder Auftraggeber sich selbst sah oder sehen wollte, so sollte das Bildnis erscheinen. Der Schein bestimmte das Sein. In Einzelfällen wollten sich Auftraggeber durch das Bild „verewigen lassen“ – ein interessanter Begriff, der die dahinter stehenden Motive erahnen lässt. Erstmals in der Geschichte des Abendlandes reichte die jenseitige Ewigkeit des Himmels offensichtlich nicht mehr aus, um das Leben zu gestalten. Vielmehr versuchte man, die flüchtige Diesseitigkeit mit Transzendenz und Ewigkeitswerten zu veradeln. Ein klassisches Beispiel für die neue Sicht vom Menschen ist die monumentale Skulptur „David“ von Michaelangelo. Das heute noch in Florenz zu bewundernde geniale Standbild sollte keineswegs, wie manche schlichten Gemüter glauben, den David der Bibel darstellen, sondern den perfekten Menschen der Neuzeit. Dieser lässige, Überlegenheit ausstrahlende 4-Meter- Koloss symbolisierte das neue Selbstbewusstsein der Humanisten, dem keine Grenzen gesetzt sind. Locker und lässig blickt er in die Welt hinein. Der neue David ist der Gigant der Neuzeit, der selbstbewusste Koloss, den nichts mehr schrecken kann. Die Entdeckung des Ichs offenbarte sich damals besonders in der Kunst. Von Rembrandt kennen wir ca. 90 Selbstzeichnungen. Die Kunst, ihrer Zeit immer ein Stück voraus, begann als erstes mit einem Paradigmenwechsel, der die Welt verändern sollte. Der literarische Ausdruck dieser neuen „Ich-Entdeckung“ machte sich in der Gattung der Biographie und Autobiographie bemerkbar. Natürlich gab es auch schon vor dem Humanismus literarische Selbstdarstellungen, man denke nur an Augustins „Bekenntnisse“. Aber ab dem 16. Jahrhundert boomte der Markt der Lebensbeschreibungen. Das persönliche Leben wurde seither in Kategorien des individuellen Denkens und Handelns beschrieben. Erasmus von Rotterdam sei als Beispiel erwähnt. Er berichtete ausführlich über seine privaten Interessen, sein Leben, seine Freuden und Leiden.5 In der Folgezeit wurden sogar erstmals „private“ Briefsammlungen oder Tagebücher veröffentlicht, wobei der Begriff „privat“ in Anführungsstrichen zu setzen ist. Die Briefe wurden zwar privat geschrieben, aber der Hintergedanke einer Veröffentlichung war schon beim Verfassen vorhanden. D.h. hier wurde das Private gezielt in die Öffentlichkeit getragen, das Ende der Intimität deutete sich an. Von der Entdeckung des Ichs profitierten am meisten die aufkommenden Naturwissenschaften. Die genaue Beobachtung des Menschen und der Natur wurde seit dem 16. und 17. Jahrhundert zum Schlüssel des Fortschrittes. Die empirische Methode der Naturdeutung ist wiederum ohne die Individualisierung nicht zu denken. Die Physiognomik des 16. Jahrhunderts, also die genaue Beobachtung des Menschen, war dem Mittelalter noch weitgehend unbekannt. Durch die Beobachtung des Körpers wurde nun auf den inneren Zustand geschlossen. Detailliert wurden Menschen mit ihrem Innenleben gezeichnet. Das alles gilt als der Anfang der modernen Naturwissenschaften – nicht zu denken ohne die zunehmende Individualisierung. Die Individualisierung – das mag überraschen – wurde aber vor allen Dingen durch den Protestantismus vorangetrieben. Er stellte – stärker als die römisch-katholische Tradition – den einzelnen Menschen in den Mittelpunkt des Seins. Galt die Selbstreflexion in der römischen Kirche lange Zeit als Ausdruck der Eitelkeit und wurde allein durch den Beichtstuhl gefördert, war sie im Protestantismus Teil des Systems. Der einzelne Mensch bekam hier einen viel größeren Stellenwert. Die Gründe liegen vor allem in der Theologie: Luthers Rechtfertigung durch den Glauben wurde mit dem Einzelnen verbunden, nicht mit der universalen Kirche. Christus starb zwar für die ganze Welt, aber konkret für jeden einzelnen Menschen. Umgekehrt ist jeder Mensch ein Sünder, individuell und persönlich. Und jeder einzelne kann sich an Gott wenden, sofort, ohne Mittler und ohne die Institution der Kirche. Luther löste damit die Frage des Heils von der Mitgliedschaft der Kirche. Damit verstärkte er unbewusst die Individualisierung. Seine „Zwei-Reiche-Lehre“ verstärkte diesen Trend. Der universale Machtanspruch des Papstes wurde damit gebrochen und die Freiheit im „weltlichen Reich“ betont. Die Selbstverantwortlichkeit des Menschen, auch in Fragen der Religion, war geboren. Stärker noch als im Luthertum haben dann Calvinismus, Täufer und Spiritualisten die Individualität ausgelebt und die Gleichheit aller Menschen betont. Nun wird man hier mit Recht einwenden, dass der Protestantismus doch keine Verantwortung für die Mentalität der „Ich-AG“ der Postmoderne trägt. Das stimmt. Denn im Gegensatz zu heutigen 3 Erscheinungen des Individualismus war die reformatorische Entdeckung der Individualität eingebettet in einen großen Gegenpol – die reformatorische Gemeinde. Für die Reformatoren war eine der unaufgebbaren Überzeugungen, dass der Christ kein Separatist, kein Eremit oder Einzelgänger sein darf. Christsein konstatiert sich für die Reformatoren durch die „ecclesia“, den „Leib Christi“. Die Individualität bekommt ihre Grenzen in der notwendigen und verpflichtenden Vergemeinschaftung der Kirche, ohne die wahres Christentum undenkbar ist. Von einer egozentrischen Individualität konnte damals keine Rede sein. Die individuelle Rechtfertigung des Einzelnen durch den Glauben mündet automatisch in die verbindliche Gemeinschaft der Gläubigen ein. Diese Balance bewahrte vor Einseitigkeiten, wie wir sie in der Gegenwart beobachten können. Eine weitere protestantische Erneuerungsbewegung verstärkte in der Folgezeit den Prozess der Individualitätsfindung: der Pietismus. Stärker noch als die Reformation stellte man hier jeden Menschen vor eine individuelle religiöse Option: Er sollte sich persönlich für oder gegen Gott entscheiden. Die „Bekehrung“ bzw. „Wiedergeburt“ des Einzelnen mit einer bewussten Bejahung des Heilshandelns Gottes seien nötig, um das ewige Heil zu erlangen. Hinzu trat eine stark individualisierte Heiligungslehre, in der jeder einzelne durch eine ständige Selbstprüfung den Zustand des Glaubens fühlen und messen sollte. Die klassischen „Gewissensspiegel“ der „Erbauungsschriftsteller“ jener Zeit, die sich bis in die Erweckungsbewegung späterer Zeiten hielten, verstärkten dieses Hineinhören in die eigene innere Seele.6 Deshalb überrascht es nicht, dass wir aus dem Zeitalter des Pietismus viele „geistliche“ Biographien und Autobiographien kennen, die die persönliche Hinwendung zu Gott in schillernden und manchmal auch idealisierenden Farben malen. Aber auch die Veröffentlichung von „geistlichen“ Tagebüchern ist auffallend. Herausragend waren die Bekehrungsgeschichte August Hermann
Franckes7 und später die Autobiographie von Heinrich Jung-Stilling8. Klassischer und noch weiter verbreitet war das bekannteste Opus der religiösen Individualität, John Bunyans „Pilgerreise“ – eine geniale Selbstbeschreibung der religiösen Seele.9 Dem Pietismus parallel verlief geistesgeschichtlich die Aufklärung. Während der Aufklärungszeit wurde der Mensch sich seiner selbst weiter bewusst. Im Gegensatz zu Reformation und Pietismus nahm jedoch der Mensch der Aufklärung zunehmend nur noch das für wahr an, was ihm selber logisch und einsichtig erschien. Descartes berühmtes Vermächtnis: „Cogito, ergo sum“ („ich denke, also bin ich“) war der erste philosophische Satz, der die Sicherheit des Seins nicht mehr an Gott band, sondern an den Menschen.10 Positiv gesehen eröffnete Descartes damit den Wissenschaften die Möglichkeit, jenseits der Bevormundung durch Autoritäten allein mit Hilfe empirischer Methoden die Welt und den Menschen zu erforschen. Problematisch war dagegen sein starker Kritizismus, der alles bezweifelte, mit Ausnahme der eigenen Kritik. Die positiven Folgen der Individualisierungsprozesse der Aufklärung waren eine ausgeprägte anatomische Forschung. Die Wissenschaft der Anthropologie begann Ende des 18. Jahrhunderts ihren Siegeszug. Sie wollte den Menschen, seine Natur, seine Geschichte, seinen Körper und auch seine Seele erforschen. Die vielen anthropologischen Studien des 18. Jahrhunderts zeigen allerdings schon einen entscheidenden Zwiespalt: Angetrieben von der Neugierde des Wissenschaftlers sind sie Ausdruck eines krampfhaften Suchens nach Selbstvergewisserung. Die Anthropologie nannte sich damals die „Wissenschaft der Selbsterkenntnis“. Aber je mehr man den Menschen mit seinen Verästelungen erforschte, desto rätselhafter wurde er, weil der Subjektivismus sich von einer ganzheitlichen Weltbetrachtung löste, wie sie vom Christentum her gegeben war. Ende des 18. Jahrhunderts boomten erneut die Autobiographien. Wohl wie keiner zuvor stellte Jean-Jacques Rousseau in seinen „Bekenntnissen“ die Höhen und Tiefen seines Lebens in den Mittelpunkt der Betrachtung.11 Seine innersten Empfindungen, die „Geschichte seiner Seele“, wie er es selber nannte, wurden enthüllt. Am Ende das Werkes legte er die Methode seiner Selbsterkenntnis offen: „Ich habe die Geschichte meiner Seele versprochen, und um sie getreulich zu schreiben, bedarf es keiner anderen Hilfsmittel, ich brauche nur, wie ich es auch bis hierher getan, tief in mich selbst zu blicken.“12 Ja, tief hat er in sich selbst geblickt. Aber beim Leser bleibt ein Unbehagen. Denn das Selbst des Jean-Jacques Rousseau ist eigentümlich leer. Er ist genauso introvertiert wie Bunyan. Aber er ist absolut säkularisiert. Richard von Dülmen bringt es auf den Punkt: „Außerhalb seiner selbst und seiner Gefühle gab es keine Maßstäbe, auch lebte er nur für sich selbst.“13 Beispielhaft für diese Epoche sei auch Daniel Defoes „Robinson Crusoe“ erwähnt. Der schiffbrüchige Kaufmannssohn erschafft aus eigener Kraft eine neue Zivilisation. Er, der 28 Jahre in der Einsamkeit überlebt, nur mit einem Diener an seiner Seite, ist für Defoe der universale Repräsentant der Menschheit. Er, der Individualist, der ohne Nachbarn und Freunde sein Leben lebt und sich an seinem eigenen Schopf aus dem Sumpf zieht, ist der Held der neuen Zeit. Jeder Mensch soll und kann selbständig sein – so lautet die Parole der Robinsonade. Nichts ist unmöglich. Noch kennt Robinson eine letzte Instanz, Gott, zu dem er sich bekehrt. Aber dieser letzte Gottesbezug bleibt nebulös, unscheinbar, und sollte in der Folgezeit gänzlich fallen. Damit sind wir bei unserem Geschichtsüberblick schon an der Wende zum 19. Jahrhundert angekommen. Auffallend ist hier: Die Individualisierung wird zum Massenphänomen. Im 19. Jahrhundert greifen die Subjektivierungsprozesse auf das Bürgertum über, später auf die Arbeiterschichten. Vorher war die Selbstreflektion das Privileg der oberen Zehntausend gewesen. Der Letzte und vielleicht Größte dieser Elite war Goethe, der in „Dichtung und Wahrheit“ die Selbststilisierung auf die Spitze trieb. Das änderte sich im „Jahrhundert der Massen“, wie man das 19. auch nennt. „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ der Revolutionsepoche verstärkten den Subjektivierungsschub. Demokratisierung, Parlamentarismus und Menschenrechte trieben die Selbstreflektion weiter voran. So auch im kirchlichen Bereich. Nicht umsonst entstehen immer neue Kirchen und Freikirchen in einer Phase der Demokratisierung und Individualisierung. Die bis heute vorherrschenden kongregationalistischen Systeme der Freikirchen mit der Autonomie der Ortsgemeinde spiegeln die gesellschaftlichen Entwicklungen Mitte des 19. Jahrhunderts wieder. Auch in der Erweckungsbewegung dieser Zeit ist der flächendeckende Individualismus zu spüren. Ähnlich wie schon im Pietismus wird hier die persönliche Bekehrung mit der Angabe von Zeit und Stunde zu einer notwendigen Selbstvergewisserung über den Christenstand. Erbauliche Hagiographien von bekannten Erweckungspredigern finden weite Verbreitung. Die Heilslieder der Erweckten drücken in ihren Texten stärker das Glaubensleben des Einzelnen aus, als die klassischen „Wir-Lieder“ der Reformation. Die Wissenschaften des 19. Jahrhunderts trieben ebenfalls die Individualisierungsprozesse voran. Das Verhältnis von Mensch zu Tier wurde durch Darwins Abstammungslehre erschüttert. Vorher 5 schon wuchs das Interesse an der menschlichen Psyche. Und doch war überall ein signifikanter Unterschied zu früheren Phasen der Individualisierung zu spüren. Vielleicht ist die Diskrepanz am deutlichsten von einer philosophischen Schule ausgedrückt worden, deren Überzeugungen erst im 20. Jahrhundert richtig populär wurden. Es war Max Stirner (1806-1856), der die neue Lebenseinstellung formulierte: „Mir geht nichts über mich.“ Sein „Solipsismus“ behauptete, dass alles Sein im eigenen Ich beschlossen sei.14 Die Individualität des 19. Jahrhundert begann, sich mit dem Egoismus zu verbünden.

2. Ausformungen des Individualismus im 20. Jahrhundert und in der Postmoderne

Die Blütezeit und der völlige Durchbruch dieses neuartigen egozentrischen Individualismus ist ein Phänomen, das nach einer Phase der Kollektivideologien besonders in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert Früchte trug. Der Soziologe Ulrich Beck, einer der besten Kenner der Sozialgeschichte des vergangenen Jahrhunderts, brachte es auf den Punkt. Er schrieb: „In allen reichen westlichen Industrieländern – besonders deutlich in der Bundesrepublik Deutschland – hat sich in der wohlfahrtsstaatlichen Modernisierung nach dem Zweiten Weltkrieg ein gesellschaftlicher Individualisierungsschub von bislang unerkannter Reichweite und Dynamik vollzogen.“15 Im Unterschied zu den dargestellten Individualisierungsprozessen in früheren Zeiten entfesselte sich die Individualisierung im 20. Jahrhundert. Die Entfesselung war in erster Linie eine Befreiung von weltanschaulichen Banden. Zum Beispiel ging nun der Gottesbezug fast vollständig verloren und damit ein wichtiges Korrektiv der Individualisierung. Aus einer gesteuerten Individualisierung wurde nun ein ungehemmter Individualismus. Stand der einzelne Mensch vorher noch in einem weltanschaulichen Gesamtgefüge, in dem Gott der letzte Bezugspunkt allen Seins war, wurde diese normgebende Instanz nun nach und nach abgeschafft oder verdrängt. Damit verlor das Individuum seinen Bezugsrahmen und sein Korrektiv. Es war quasi dazu verdammt, „autonom“ zu werden. In einem transzendenzlosen Universum musste das menschliche Ich nun zum eigenen Sinnstifter werden. Folglich wandte es seine Aufmerksamkeit von der objektiv gegebenen Außenwelt noch stärker zur eigenen Innenwelt, um von dort her Orientierung und Wert zu bekommen. Das daraus resultierende ständige Drehen um sich selbst und um die eigenen Bedürfnisse wurde in den Jahren des so genannten Wirtschaftswunders durch die Multiplikation der Wahlmöglichkeiten gesteigert. Der Mensch war seither ein von den Optionen des Alltagslebens Getriebener. Die Angebotsvielfalt erfordert ständig Entscheidungen. Wer aber ständig entscheiden muss, wägt ab, vergleicht, überprüft – Handlungsmuster, die das eigene Ich und seine Befindlichkeiten betreffen. Für viele Soziologen ist deshalb die moderne „Multioptionsgesellschaft“ die eigentliche Ursache des totalen Individualismus der Postmoderne.16 Die Autonomie und Selbstbespiegelung des postmodernen Individualisten hat der Giessener Soziologe Reimer Gronemeyer treffend als Hinwendung zur selbst gewählten „autistischen Gesellschaft“ bezeichnet. Er schreibt und seinem Buch über den Individualismus: „Die Menschen werden auf eigenartige Weise autistisch… Sie haben benommen von ihrer Sehnsucht nach Selbstverwirklichung die Augen nach innen gedreht…17 Und er folgert: „Aber die nach innen gedrehten Augen blicken auf nichts. Da, wo einmal die Seele war, ist eine Wüste…“18 Ständig horcht man in sich hinein, vergleicht sich mit anderen, überprüft seine Befindlichkeiten. Typ- und Stilberatung, Fitnesstraining, Body-&-Soul-Kurse sowie Selbstverwirklichungstherapien spiegeln den postmodernen Autismus wieder. Die verheerende Folge dieser neuen Ideologie liegt vor allem in der Verdrängung des Gemeinnutzes durch Eigennutz. War in früheren Zeiten jedes individuelle Handeln nur im Kontext des allgemeinen Nutzens wertvoll, so läutete die Gegenwart das Ende des Altruismus ein. Schon Adam Smiths Credo von 1776, dass das Streben des Menschen nach besseren Lebensbedingungen, also der Eigennutz, die Ursache und Quelle des öffentlichen Wohlstandes sei, zielte in abgeschwächter Form auf das Ende des Gemeinnutzes.19 „Selbstliebe“, die „amor sui“, wurde zum Lebensthema der Moderne, nicht mehr die Nächstenliebe. Der Siegeszug des Individualismus wurde dabei ungewollt zum Hauptfeind für Ehe und Familie. Die Ehe litt zunehmend daran, dass sie als Gemeinschaft zweier Individualisten gelebt wurde, die sich auf dem Weg zu ihrer Selbstverwirklichung gegenseitig helfen sollten. Analog degenerierte die Familie zu einer lockeren Interessensgruppe von Autisten, die zurückgezogen in ihre eigenen Welten (und eigenen Zimmern) ihr Leben verwirklichen. Rücksichtnahme, Förderung des anderen und Zurückstellung eigener Interesse zum Wohle des Nächsten wurden zu Fremdworten. Dementsprechend sank der Pegel der Verbindlichkeit. Die Ehe, Jahrhunderte lang Kernzelle der Gesellschaft, verkam zu einer lockeren Verbindung zweier Individualisten auf Zeit. Noch viel dramatischer zeigt sich die Auswirkung des Individualismus in der Demographie. Schon Anfang der 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts warnte der Wirtschaftsforscher Meinhard Miegel, dass sich individualistische Kulturen langfristig selbst zerstören. Miegel sah die Ursachen der demographischen Katastrophe nicht in der mangelnden finanziellen Unterstützung der Familien, sondern Zitat „in der extremen Betonung der Interessen der einzelnen gegenüber der Gemeinschaft“.20 Wer aber derart auf sich fixiert lebt, bedrohe die Gesellschaft und langfristig den Bestand einer Nation. Fazit Miegel: Wenn das Individuum zum Mittelpunkt einer Kultur wird, zerstört es sich selbst, weil es biologisch unfruchtbar wird. Logische Folgen seien Vereinzelungssymptome und Vereinsamungsphänomene. Die desaströsen Folgen dieser Form des Individualismus sind heute mit Händen zu greifen. Zwar hat der moderne Mensch einen hohen Level an persönlicher Freiheit und Mobilität erreicht, aber Narzissmus, Egoismus und Einsamkeit breiten sich aus. Der moderne Mensch läuft wie ein kleiner Gott durch die Welt, selbstverliebt, aber in sich selbst verkrümmt. Schon Friedrich Nietzsche, seiner Zeit weit voraus, war sich bewusst: „Wenn es Gott gäbe, wie hielt ich ´s aus, kein Gott zu sein!“ 100 Jahre später ist das Ich zum Götzen geworden. Max Stirner hat scheinbar Recht behalten: „Es geht nichts über mich.“ Derzeit erleben wir allerdings die Anfänge eines Wandels. Viele sind müde geworden, nur an sich zu denken. Überall klingen die Glocken des Abgesanges auf den Individualismus. Sollte sich tatsächlich ein Grundparadigma der Moderne verabschieden? Eine Gegenreaktion ist die Flucht in die Gruppe, die einem Sicherheit und Stabilität verleiht. Sei es der Verein, der Fanclub oder der Hauskreis: die Sehnsucht nach dem echten Freund und nach tiefer Gemeinschaft ist mit Händen zu greifen. Autoritäre Kulte und Sekten haben Konjunktur. In der Philosophie sind kommunitaristische Ansätze beliebt.21 In den Schulen diskutiert man die Schuluniform und damit das Ende der individuellen Kleiderordnung. Auf dem Wohnungsmarkt werden Modelle diskutiert, bei denen alle Generationen unter einem Dach sesshaft werden sollen. In der Ethik spricht man neuerdings von dem „Prinzip Verantwortung“.22 Interessant auch die Entwicklungen in den Biowissenschaften: Man möchte Menschen klonen. Ein Klon ist aber doch eine identische Kopie eines Lebewesens, das heißt das genaue Gegenteil des Individuums. Eine verrückte Welt!

3. Epilog

Was bedeutet diese historische Entwicklung für den Bereich Seelsorge und Psychotherapie? Ich versuche mich an einem Epilog.

a. Wir brauchen Gott, um uns selbst zu entdecken

Die Geschichte des Individuums zeigt eindeutig, dass zur Entfaltung der eigenen Individualität ein Referenzrahmen nötig ist. Richard van Dülmen, der größte Experte der Individualismusforschung, nennt das eine „Sozialdisziplinierung“, so widersprüchlich sich das zunächst anhört.23 Nur durch „kontrollierten Druck“ von außen könne der Mensch sein wahres „Ich“ entfalten und der Gefahr des Egoismus entgehen. Van Dülmen spricht von „allgemeinverbindlichen Normen und Lehren“, ohne die Individualisierungsprozesse nicht funktionieren oder aus dem Ruder laufen würden. Die Befreiung des Menschen aus der Unmündigkeit hin zu einer freiheitlichen Gestaltung seines Lebens funktioniere nur mit einem weltanschaulichen Rahmen! Dieser Referenzrahmen war über Jahrhunderte der christliche Glaube. Er bot den Menschen Antworten auf die letzten Fragen des eigenen Ichs: Woher komme ich? Wohin gehe ich? Wer bin ich? Wozu lebe ich? Wer diese Fragen geklärt hatte, der wusste, welche Stellung das Ich in der Welt hatte. In der frühen Neuzeit waren Kirchen, Schulen und der Staat solche Referenzrahmen. Sie erzogen die Menschen zu Selbstanalyse und Selbstkontrolle, aber unter dem Blickwinkel Gottes und der Ewigkeit. Das persönliche Schuldbekenntnis und das gesprochene Glaubensbekenntnis im Gottesdienst schufen Räume der Selbstwahrnehmung, aber immer im Angesicht einer höheren Macht. Alle diese individuellen religiösen Reflektionsprozesse waren angebunden an ein kollektives Glaubenssystem und bewahrten die Menschen des 16. bis 19. Jahrhunderts vor einem autonomen Individualismus. Die Selbstbespiegelung des Pietismus hatte ja nur den einen Zweck, Schuld im Leben zu entdecken, zu bekennen, Gott zu verherrlichen und anderen Menschen besser zu dienen. Es ging nicht um die Stärkung des eigenen Egos oder um den eigenen Vorteil, es ging um Gott und um den Nächsten. Man muss deshalb eindeutig zwischen Individualisierung und Individualismus unterscheiden. Die Individualisierung, angestoßen vor allen Dingen durch die Erneuerungsbewegungen der Reformation, des Pietismus und der Erweckungsbewegung, führte zu einer Sensibilisierung für das Subjektive. Je mehr sich der einzelne Christ mit seinem Wesen beschäftigte, desto mehr nahm er sich als einzelner Sünder vor Gott wahr. Dadurch entdeckte er auch seine Gefühlswelt und sein Seelenleben. Er sah sich als Geschöpf Gottes, nie als autonomes Wesen. Dieser Individualisierung stand eine Disziplinierung gegenüber. Eigenwilligkeit und Eigensinn wurden durch übergeordnete Instanzen reglementiert und kanalisiert. Ein soziales Kontrollsystem lenkte die Selbstwahrnehmung in die richtigen Bahnen. Hintergrund dieser Kontrollsysteme war die biblische Anthropologie, die nicht von dem guten Menschen ausgeht, sondern von dem gefallenen und schuldbeladenen Individuum. Heute ist dieser Referenzrahmen verloren gegangen. Die Disziplinierung der Individualisierung fehlt. Vielmehr erinnert der Individualismus an Narziss. In der griechischen Sage verliebt er sich in sein eigenes Spiegelbild. Betört durch die eigene Schönheit entsteht ein augenblickliches privates Glücksgefühl. Man genügt sich an sich selbst. Aber die Sage von Narziss hat ein tragisches Ende. Der selbstverliebte Jüngling fällt – benebelt von seinem Spiegelbild – in den See und ertrinkt. Die griechische Mythologie stellt seine Selbstverliebtheit als Fluch der Götter dar, die ihn ins Verderben stürzen. Am Anfang des 21. Jahrhundert ist es nicht der Fluch der Götter, sondern das Resultat der Gottvergessenheit einer säkularen Kultur, die ins Verderben führt. Nur durch eine Hinwendung des Menschen zu seinen Wurzeln, nämlich zu Gott, kann uns von der egozentrischen Ichbespiegelung der Postmoderne erlösen. Wer Gott findet, findet sich selbst. Diese fundamentale Erkenntnis der Geschichte ist der Schlüssel aus dem größten geistigen Dilemma unserer Zeit. Für „christliche“ Psychotherapeuten und Seelsorger bedeutet dies, mutig und konkret den christlichen Glauben in die Therapiegespräche mit einzubringen.

b. Die Entdeckung der Gemeinschaft

Eine zweite Voraussetzung für eine positive Entfaltung der menschlichen Individualität ist die Gemeinschaft. Die wahre Entdeckung des Ichs gelingt nur in der „koinonia“. Jede Individualität braucht den Gegenpol des Kollektivs, um sich überhaupt fruchtbar entfalten zu können. Wenn alle individualistisch leben, hört das Sozialgefüge auf zu existieren. Der Sinn der Freiheit des Einzelnen liegt in der Freiheit zum Wohl des Nächsten, ist Freiheit zu einem sozialen Zweck, nie Autonomie. Nur wer seinen Platz im sozialen Gefüge der Gesellschaft kennt, kann seine Stellung als Einzelner einnehmen. Solche Zusammenhänge sind dem postmodernen Menschen fremd geworden. Frank Schirrmacher hat wie kein anderer die Folgen des autonomen Individualismus auf den Punkt gebracht. Die Kinderlosigkeit der westlichen Welt, beschrieben im „Methusalem-Komplott“, ist dabei nur eine Seite der Medaille.24 Schärfer noch hat Schirrmacher in seinem neuen Buch „Minimum“ das Vergehen der Gemeinschaft und der sozialen Beziehungen beklagt.25 Nach seinen Prognosen werden in vielen Metropolen dieser Welt in Zukunft Kinder ohne Verwandte aufwachsen. Familie wird zu einer Ausnahmeerscheinung. Damit wird aber der innerste Kern unserer Gesellschaft zerstört. Schirrmacher spricht von entfesselten Urgewalten, deren Macht wir alle noch gar nicht begriffen haben. Gerade in einer Zeit, wo sich der Wohlfahrtsstaat auflöst, müsse aber die Familie als Versorgungsnetz und „Urversicherungsanstalt“ des Lebens wichtiger werden. Wohl dem, der noch eine hat. Schirrmacher illustriert unser Dilemma mit einer eindrücklichen Begebenheit der amerikanischen Geschichte, mit der Tragödie am Donner-Pass in der Sierra Nevada.26 Damals, 1846, kamen viele Siedler um. Alle waren aufgehalten worden, kamen einen Tag zu spät zum Pass. Da brach mit Macht der Winter ein. Sie blieben im hohen Schnee stecken. Unter den Siedlern waren allein reisende Männer auf der einen Seite und Familien mit Kindern auf der anderen Seite. Schirrmacher fragt: Wer überlebte, als die Schneestürme den Treck zum Halt zwangen? Und dann die Überraschung: Es waren nicht die Einzelkämpfer, die unabhängigen Helden, die Singles und Individualisten, die durchhielten. Das Geheimnis, das über Leben und Tod entschied, war die Kraft der Familie. Der Anthropologe Donald Grayson, der die Tragödie am Donner-Pass untersuchte, kam zu dem überraschenden Ergebnis, dass in dieser Extremsituation des Lebens diejenigen die besten Überlebenschancen hatten, die über ein familiäres Netzwerk verfügten. Die Solidarität und Fürsorge der familiären Gemeinschaft waren der Schlüssel zum Durchhalten. Entscheidend war nicht die körperliche Konstitution, sondern die liebende Ermutigung der Verwandtschaft untereinander. Von den Einzelreisenden sind fast alle umgekommen. Schirrmacher zeigt eindrücklich anhand anderer Katastrophen der Menschheitsgeschichte, wie die Gemeinschaft in schweren Zeiten das Überleben sichert. Selbst Kinder können aus brennenden Hotels entkommen, weil sie von den Eltern nicht im Stich gelassen werden. Die viel gepriesenen Singles sind es, die in Panik vor dem Feuer rücksichtslos und unkoordiniert auseinander laufen und übereinander stürzen, während sich die Familien innerhalb von Sekunden, von einem Urreflex gesteuert, zusammenfinden und geordnet den Fluchtweg ansteuern. Wider allen Erwartungen haben sie, die viel und oft gescholtenen rückständigen Kernfamilien, die man in den 70er Jahren noch völlig abschaffen wollte, in der Krise die größeren Überlebenschancen! Heute stehen wir dagegen vor dem Trümmerfeld des ungezügelten Individualismus und versuchen krampfhaft, die alte Sozialgemeinschaft zu beschwören. Keiner will Verantwortung übernehmen für die katastrophale Gesellschaftspolitik der Vergangenheit. Einer ganzen Generation wurde weisgemacht, dass man sich nur durch Selbstverwirklichung von den Fesseln der Traditionen befreien könnte. Jahrzehnte predigte man die antiautoritäre Erziehung und die maßlose Selbsterfahrung, und heute erntet man die faulen Früchte des Hedonismus. Der zweite Lösungsweg für die individualistische Gesellschaft von heute ist die Gemeinschaft. In einer Zeit zunehmender sozialer Schwierigkeiten kommt es darauf an, in welchem sozialen Netzwerk wir eingebunden sind. Dies gilt auch für psychische Probleme. Schirrmacher schreibt: „Bei Krisen innerer Art, die für den Einzelnen zuweilen so lebensbedrohlich sein können wie die äußeren, springt der Rettungstrupp spontan ein. Bei seelischen Problemen – das belegen alle Untersuchungen – suchen die meisten Menschen Schutz und Trost zuerst in ihrer Familie.“27 Wer rettet wen, wenn es ernst wird? Wer fängt wen auf, wenn wir fallen? Ist da jemand, oder sind wir allein? Die liebende Familie und die verbindliche Gemeinschaft sind die Überlebensräume des 21. Jahrhunderts. Hier haben Kirchen und Gemeinden eine hohe Verantwortung und einen hohen Wert. Die Zukunft unserer Gesellschaft wird sich an dem Wert der sozialen Beziehungen entscheiden. Was wir heute brauchen, ist Gemeinnutz, nicht Eigennutz, Hingabe an den Nächsten, nicht Selbstverwirklichung. Wer sich anderen hingibt, gewinnt. Wer großzügig gibt, empfängt. Geiz ist nicht geil, Geiz macht arm und sehr einsam. Aber sich selbst an Gott und an andere verschenken, macht unglaublich reich und schenkt viele Freunde. Genau das hat Jesus Christus getan, das genaue Gegenteil eines Individualisten. Er hat sein äußeres Leben verloren, um alle zu gewinnen. Er stellt den modernen Solipsismus kategorisch in Frage. Seine Botschaft lautet: „Opfere Deinen Individualismus, damit Du mich und Dich selbst findest.“ „Liebe Deinen Nächsten, lebe für andere, dann wirst Du Erfüllung finden.“ Wenn Ihnen das zu einfach klingt und sie es wissenschaftlicher hören wollen, dann nehmen Sie die von mir abgewandelte Botschaft von Anselm von Canterbury ernst, einem der größten Theologen des Spätmittelalters: „Credo, ergo sum.“ Ich glaube, also bin ich. Der Glaube ist der Schlüssel zur Gotteserkenntnis und damit der Schlüssel zur Selbsterkenntnis. Wahre Individualität erlebt der Mensch nur in der Gottesbeziehung, dem Leitrahmen des Seins. Wenn sich die modernen Menschen daran orientieren, finden sie individuelle Freiheit in der Bindung an Gott und seine Gemeinde.

1 Vortrag auf dem 5. Internationalen Kongress für Psychotherapie und Seelsorge am 25.Mai 2006, für die Drucklegung leicht gekürzt und mit Fußnoten versehen.

2 Dr. theol. Stephan Holthaus ist Dekan und Dozent für Kirchengeschichte und Ethik an der Freien Theologischen Akademie in Gießen.

3 Damit ist nicht gesagt, dass Individualisierungsprozesse erst seit dem 16. Jahrhundert zu beobachten wären. Schon die Antike, besonders der griechische Kulturraum, entdeckte das eigene Ich. Das alles waren jedoch nur Vorläufer dessen, was im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit an Individualisierungsprozessen zu beobachten war.

4 Vgl. Louis Dumont, Individualismus: Zur Ideologie der Moderne, Frankfurt: Suhrkamp, 1991. Das Standardwerk zum Thema ist Richard von Dülmen (Hg.), Entdeckung des Ich: Die Geschichte der Individualisierung vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Köln: Böhlau, 2001. Eine Kurzfassung seiner Studien erschien schon vorher: Richard van Dülmen, Die Entdeckung des Individuums 1500-1800, Frankfurt: Fischer, 1997.

5 Vgl. Erasmus von Rotterdam, Compendium Vitae, Hg. Ernst Schulz, ND Basel: Erasmushaus, 1969.

6 Vgl. als Beispiel das weit verbreitete Werk von Johann Arnd, Sechs Bücher vom wahren Christentum, ND Bielefeld: Evangelisch-Lutherische Gebetsgemeinschaften, 1991.

7 Vgl. den Neudruck seiner verschiedenen Lebensläufe: Lebensläufe August Hermann Franckes, Hg. Markus Matthias, Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt, 1999.

8 Johann Heinrich Jung-Stilling, Lebensgeschichte, Hg. Gustav Adolf Benrath, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1976.

9 John Bunyan, Pilgerreise zur seligen Ewigkeit, Lahr-Dinglingen: St. Johannis, 1982 (1685).

10 René Descartes, Abhandlung über die Methode des richtigen Vernunftgebrauchs und der wissenschaftlichen Wahrheitsforschung, Stuttgart: Reclam, 1984 (1637), S. 31.

11 Jean-Jacques Rousseau, Bekenntnisse, Frankfurt: Insel, 1985 (1782).

12 Ebd., S. 394.

13 Dülmen, Die Entdeckung, S. 94.

14 Vgl. Max Stirner, Der Einzige und sein Eigentum, Stuttgart: Reclam, 1972.

15 Ulrich Beck, Risikogesellschaft: Auf dem Weg in eine andere Moderne, Frankfurt: Suhrkamp, 1986, S. 116.

16 Vgl. Peter Gross, Die Multioptionsgesellschaft, Frankfurt: Suhrkamp, 1994.

17 Reimer Gronemeyer, Ohne Seele, ohne Liebe, ohne Hass: Vom Ende des Individualismus und vom Anfang des Retortenmenschen, Düsseldorf: Econ, 1992, S. 108.

18 Ebd.

19 Adam Smith, Untersuchung über Wesen und Ursachen des Reichtums der Völker, Hg. Erich W. Streissler,

Tübingen: Mohr Siebeck, 2005 (1776).

20 Meinhard Miegel/ Stefanie Wahl, Das Ende des Individualismus: Die Kultur des Westens zerstört sich selbst, 2.Aufl. München: mvg, 1994.

21 Amitai Etzioni, Die Entdeckung des Gemeinwesens: Ansprüche, Verantwortlichkeiten und das Programm des Kommunitarismus, Stuttgart: Schäffer-Poeschel, 1995.

22 Amitai Etzioni, Die Verantwortungsgesellschaft: Individualismus und Moral in der heutigen Demokratie, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1997.

23 Dülmen, Die Entdeckung, S. 61.

24 Frank Schirrmacher, Das Methusalem-Komplott, München: Karl Blessing, 2004.

25 Frank Schirrmacher, Minimum: Vom Vergehen und Neuentstehen unserer Gemeinschaft, München: Karl Blessing, 2006.

26 Ebd., S. 7-17.

27 Schirrmacher, Minimum, S. 46.

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