Römerbrief: Zitate

„Wenn jemand diesen Brief versteht, wird ihm eine Tür zum Verständnis der ganzen Schrift geöffnet.“(Johannes Calvin)

„Die Kathedrale des christlichen Glaubens“ (Frederic Godet)

„Dieser Brief ist das wahre Hauptstück des neuen Testaments und das allerlauterste Evangelium, welches wohl würdig und wert ist, dass es ein Christenmensch nicht allein Wort zu Wort auswendig wisse, sondern täglich damit umgehe als mit täglichem Brot der Seele, denn sie nimmer kann zu viel und zu wohl gelesen oder betrachtet werden.“ (Martin Luther)


Es ist mir sehr klar geworden

Es ist mir sehr klar geworden, dass der seligmachende Glaube ein fortgesetzter, lebendiger Austausch ist zwischen uns und unserm Herrn Jesus Christus. Wir geben ihm unsere Sünden, er gibt uns seine Gerechtigkeit. Im ersten Akt machen wir sein, was unser ist: die Sünde. Im zweiten Akt machen wir unser, was sein ist: seine Gerechtigkeit. Wunderbarer, geheimnisvoller Akt, der sich in der Tiefe der durch die Busse zubereiteten Seele vollzieht. Aus diesem stets erneuerten Austausch entspringt wie aus einer sprudelnden Quelle der ganze Strom christlichen Lebens. Frederic Godet

„Gebt uns einen festen Grund, auf dem man stehen kann!“

Was sollen wir denen sagen, die äußerlich und innerlich erschüttert zu uns kommen mit der Klage: „Alles ist uns zerbrochen: das Vertrauen zu den Menschen, das Vertrauen zu uns selber. Unser Leben, einst mit stolzen Hoffnungen angefangen, hat uns bitter enttäuscht.“ Was sollen wir den jungen Leuten sagen, die, von der Unruhe dieser Zeit ergriffen, hierhin und dahin laufen? Hinter ihrem oft wunderlichen Wesen, ihren verzerrten und verkrampften Worten und Gedanken verbirgt sich doch nur diese eine Sehnsucht: „Gebt uns einen festen Grund, auf dem man stehen kann!“ Wo ist die Gewissheit, die uns Ruhe gibt? Was sollen wir unserm eigenen Herzen sagen, wenn es, von Schuld und Schicksal hin- und hergerissen, immer wieder schwankend werden will, wenn auch da, wo der Glaube eine Macht wurde, der Zweifel wieder Raum gewinnt und die Niederlagen und Enttäuschungen unsre Müdigkeit zu einem Nebel werden lassen, den wir nicht mehr durchstoßen können? Ich weiß nur einen Rat: dass wir uns unverwandt an die Tat Gottes halten, die so fest und klar ist wie die Ewigkeit – an das Sterben und Auferstehen Jesu Christi. (Friedrich von Bodelschwingh)

Pflicht ohne Liebe

Pflicht ohne Liebe macht verdrießlich,Verantwortung ohne Liebe macht rücksichtslos,Gerechtigkeit ohne Liebe macht hart,Freundlichkeit ohne Liebe macht heuchlerisch,Klugheit ohne Liebe macht grausam,Ordnung ohne Liebe macht kleinlich,Ehre ohne Liebe macht hochmütig,Besitz ohne Liebe macht geizig,Glaube ohne Liebe macht fanatisch.Ein Leben ohne Liebe ist sinnlos.Doch ein Leben in Liebe ist Glück und Freude.(Inschrift in einer Einsiedelei)

Das Böse

Heute führt die Existenz des Bösen und des Leides im Leben dazu, dass der christliche Glaube angezweifelt und kritisiert wird; für die ersten Christen war es einer der Hauptgründe dafür, sich diese, Glauben zuzuwenden. Timothy Keller Gott im Leid begegnen, S. 59

Toleranz

„Toleranz verlangt nicht danach Unstimmigkeiten und Widersprüche zu verschleiern. Im Gegenteil, sie fordert, die Unmöglichkeit eines umfassenden einheitlichen Denkens anzuerkennen und darum fremde und gegensätzliche Ansichten ohne Hass und Feindschaft zur Kenntnis zu nehmen.“ Lew Kopelew

Ohne Gott

Ohne Gott bin ich ein Fisch am Strand,
ohne Gott ein Tropfen in der Glut,
ohne Gott bin ich ein Gras im Sand
und ein Vogel, dessen Schwinge ruht.
Wenn mich Gott bei meinem Namen ruft,
bin ich Wasser, Feuer, Erde, Luft.
Jochen Klepper

Ein Fahrplan fürs Leben

Fahrpläne sind eine tolle Sache. Sie sagen einem zuverlässig, wann der nächste Bus, Zug oder Straßenbahn fährt, wohin sie fährt und wann diese Gefährte ungefähr das Ziel erreichen werden. Ohne Fahrpläne wäre man ziemlich aufgeschmissen. Man müsste sich auf gut Glück an einen Bahnsteig stellen, ohne zu wissen wann der nächste Zug kommt. Und wenn er dann nach 2,5 Stunden endlich einfährt, weiß man ja noch nicht, wo genau er denn eigentlich hinfährt. Das erfährt man dann erst im Zug – und dann ist es bekanntlich schon wieder zu spät zum aussteigen. Also, Fahrpläne sind wirklich eine klasse Sache Allerdings haben Fahrpläne auch so ihre Tücken. Ich war vor längerer Zeit mit dem Zug unterwegs zu einem Freund und bin auf irgendeinem Dorfbahnhof gestrandet. Da es schon recht spät war, hatte ich Befürchtungen von dort noch weg zu kommen. Ein Blick auf den Fahrplan jedoch beruhigte mich: 23.02 Uhr fuhr der letzte Zug weiter, alles bestens. 23.02 – kein Zug kam. 23.05 immer noch nichts. Um 23.15 war ich schon verzweifelt und um 23.30 war ich mir sicher, dass da kein Zug mehr kommen würde. Nach einem kleinen Fußmarsch ins nächste Dorf habe ich dann dort mitten in der Nacht jemanden aus dem Haus geklingelt um telefonieren zu können und mich dann von den Eltern meines Freundes abholen lassen – mann, war das peinlich. Wie sich später rausstellte war der Plan an diesem Bahnhof über 7 Jahre alt – und hoffnungslos überholt. Der besagte Zug war schon lange gestrichen worden. Manche Fahrpläne sind vielleicht topaktuell – aber so unverständlich und unübersichtlich aufgemacht, dass es meinen bescheidenen Intellekt schlicht überfordert sie zu verstehen, Manche Liniennetzpläne der Stadt Essen sind so. Ich habe mich dann ganz auf die Führung meiner Schwester verlassen müssen, ohne sie wäre ich wahrscheinlich heute noch orientierungslos in Essen. Auch hier bringt der Fahrplan nicht das, was er eigentlich sollte. Und zu guter letzt sind da ja auch noch die Fahrpläne, die wunderschön anzuschauen sind, aktuell, gut verständlich – nur leider nicht vorhanden oder so zerstört, dass man sie nicht lesen kann. Da steht man dann ziemlich im Regen! Auch die Bibel ist ein Fahrplan. Ein Fahrplan zu Gott. Wie er sich das mit den Menschen vorgestellt hat, die Geschichte Gottes mit seinem Volk. Die Bibel ist unser Fahrplan zu einem gelingenden Leben, zu einem seligen Sterben und zu einer heilen Beziehung zu Gott. Da steht alles drin: Preise, Abfahrtzeiten, Allgemeine Geschäftsbedingungen, Verhaltensregeln während der Fahrt, Zielbahnhof und sogar allgemeine touristische Hinweise über den Zielort. Und glücklicherweise enthält dieser Fahrplan Gottes die oben genannten Tücken nicht: Er ist brandaktuell, druckfrisch, hochverständlich und immer verfügbar! Und auch für seine Gemeinde hat Gott gesorgt, dass sie einen Fahrplan bekommt, er einen reibungslosen Ablauf des Verkehrs im Leib Christi gewährleisten soll.

Paulus, Knecht Gottes und Apostel Jesu Christi, nach dem Glauben der Auserwählten Gottes und der Erkenntnis der Wahrheit, die der Frömmigkeit gemäß ist, (Titus 1,Vers 1 Luther 2017)

Paulus ist Gott verpflichtet. Er weiß um seine Schuldigkeit als Gottes Leibeigener. Er ist sein Sklave. „Knecht“ alleine ist ein zu schwacher Begriff. Es handelt sich um einen starken Ausdruck der Zugehörigkeit.
Es konnte früher vorkommen, dass der Herr seinem Sklaven nicht unbedingt direkte Befehle gab. Der Sklave, bzw. der Leibeigene, war auf Gebärden seines Herrn angewiesen, musste ihn also ständig beobachten, um aus Haltung und Bewegungen schließen zu können, was er zu tun hatte. Paulus hält seine Augen auf den Herrn gerichtet und dient ihm wie ein Sklave, ein Leibeigener. Er ist mit allen seinen Nerven auf seinen Herrn ausgerichtet.
Es ist auch nicht das erste Mal, dass er sich als Sklave bezeichnet. Er war stets bis ins Tiefste davon überzeugt, dass er als ein durch den Tod Jesu Christi Erkaufter nicht sich selbst gehörte. Es ist jedoch das einzige Mal, dass er sich „Sklave Gottes“ nennt. Warum, ist nicht ganz klar.

Denkt man an die Leser des Briefes aus dem Judentum, so könnte diese Selbstbezeichnung als ein Ehrentitel aufzufassen sein, denn im AT wurden solche wie Abraham, Mose, David und das erwählte Volk Gottes so bezeichnet. Vielleicht hat Paulus sich so genannt, um sich vor seinen Volksgenossen bewusst als Apostel auf dieselbe Stufe wie alttestamentliche Erwählte Gottes zu stellen, um seine von Gott gegebene Vollmacht herauszustellen.
Denkt man auf der anderen Seite an seine Leser aus dem Heidentum, so müssten sie diese Bezeichnung unwillkürlich mit Niedrigkeit und Schmach in Verbindung bringen. Da er gleich seine Apostelbezeichnung mit einem „aber“ seinem Sklavesein gegenüberstellt, dürfte der zweite Beweggrund der wahrscheinlichere sein.
Als leibeigener Knecht Gottes ist er für die noch schwachen Christen auf Kreta ein Vorbild. Er findet es für dringend notwendig, dass sie aufgerufen werden zu einem Ernstmachen in ihrem Leben nach dem Evangelium. Dementsprechend teilt er ihnen über Titus gleich eingangs mit, dass er keinerlei Freiraum für sich selbst in Anspruch nimmt und somit kein Selbstleben duldet: Er ist ganz und vollzeitlich Sklave dessen, der sein Leben für ihn gab.

Ist Gott ehebrecherohob?

Ist Gott ehebrecherohob?Ist Gott mörderophob?Ist Gott neiderophob?Ist Gott lügnerophob?Nein, Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit alle die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben.Diese Erlösung geschieht allerdings nur dann, wenn man seine Sünde bekennt, und nicht wenn man sie auslebt, sie entschuldigt und schönredet. Markus Kirschinger